{"id":129869,"date":"2022-10-10T17:00:00","date_gmt":"2022-10-10T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=129869"},"modified":"2023-03-15T13:37:24","modified_gmt":"2023-03-15T12:37:24","slug":"das-weinland-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2022\/10\/das-weinland-deutschland\/","title":{"rendered":"Das Weinland Deutschland"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Geschichte und Wissenswertes \u00fcber das Weinland Deutschland<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer dem Klischee folgend Deutschland erstmal mit Riesling in Verbindung bringt &#8211; der liegt v\u00f6llig richtig! Knapp ein Viertel der 100 000 Hektar Rebfl\u00e4che entf\u00e4llt auf diesen kulinarischen Botschafter eines Landes, das sich eigentlich aufgrund seiner geografischen Lage gar nicht so sehr f\u00fcr Weinbau eignen d\u00fcrfte: der 50. n\u00f6rdliche Breitengrad gilt allgemein als Grenze, s\u00fcdlich derer sich Rebfl\u00e4chen rentieren. Von allen gro\u00dfen Weinbaunationen der Welt hat Deutschland, das nach Ertrag auf dem neunten Platz liegt, daher wahrscheinlich das ung\u00fcnstigste Klima. Diesem Malus begegnet man, indem sich die meisten der 13 Weinbaugebiete im S\u00fcden und S\u00fcdwesten Deutschlands konzentrieren, viele davon liegen direkt um einen Fluss herum, der das Licht reflektiert, in der Nacht W\u00e4rme abstrahlt und auf dessen nach S\u00fcden und Westen ausgerichteten Hanglagen die Sonne im steilen Einfallswinkel herunter scheint. Meist ist dies der Rhein oder einer seiner Nebenfl\u00fcsse wie Ahr und Mosel. Auf diese Weise entstanden in ihrer Ausdehnung sehr unterschiedliche Gebiete: Rheinhessen etwa ist fast 60 mal so gro\u00df wie die Hessische Bergstra\u00dfe. Seit der Wiedervereinigung geh\u00f6ren mit Sachsen und Saale-Unstrut auch zwei traditionsreiche ostdeutsche Vertreter dazu, welche deutlich n\u00f6rdlich der ehemaligen bundesdeutschen Weinbaugrenze s\u00fcdlich von Bonn liegen und dementsprechend ein s\u00e4urebetonteres Geschmacksbild aufweisen, was im internationalen Vergleich &#8211; neben dem eher geringen Alkoholgehalt &#8211; ohnehin ein Charakteristikum deutschen Wei\u00dfweins darstellt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/pjk_weinberg.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-129966\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Aber auch die Wissenschaft lie\u00df sich von den Herausforderungen befl\u00fcgeln: an den vielen ber\u00fchmten Weinbauinstituten kreuzte man Neuz\u00fcchtungen, die resistenter gegen raues Klima, Sch\u00e4dlinge und Pilze sind; etwa den M\u00fcller-Thurgau, Deutschlands zweiterfolgreichste Rebsorte. Dieser ist jedoch, genauso wie die ebenfalls gez\u00fcchteten Huxel-, Faber- und Scheurebe, auf dem R\u00fcckzug. Man besinnt sich stattdessen auf traditionelle Sorten zur\u00fcck, etwa Gutedel und Silvaner. Und man wagt Neues, indem man sich die steigenden Temperaturen und Sonnenstunden zunutze macht oder schlicht nach Reben sucht, die nicht unter Trockenstress leiden &#8211; nicht umsonst kommt die Ausweisung neuer Anbaufl\u00e4chen fast ausschlie\u00dflich roten Trauben zugute. In den vergangenen Jahren fanden etwa Merlot und Malbec eine Heimat auch in Deutschland. Das Bundessortenamt reagiert mittlerweile recht kulant, nachdem noch Ende der 80er ein Winzer f\u00fcr den versuchsweisen Anbau von Cabernet gerichtlich verurteilt worden war. Momentan sind etwa 140 der weltweit 2500 f\u00fcr Weinbau geeigneten Rebsorten offiziell zugelassen, einige weitere stehen in der Warteschlange. Wann der erste deutsche Syrah kommt, fragen Sie sich? Ach, den gibt es doch schon l\u00e4ngst!<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland ist es, anders als etwa in Frankreich, eher un\u00fcblich, verschiedene Rebsorten miteinander zu verschneiden. Auch deshalb sind deutsche Weinetiketten sehr leicht zu entschl\u00fcsseln. Wo in Frankreich das Endergebnis zum nicht geringen Teil vom K\u00f6nnen des Kellermeisters abh\u00e4ngt, ist in Deutschland der Boden der Hauptverantwortliche f\u00fcr das sp\u00e4tere Aroma: Schiefer an der Mosel, Muschelkalk in Franken, Lehm und L\u00f6ss in Baden oder alles zusammen an der Nahe &#8211; die Reinsortigkeit der Weine macht es m\u00f6glich, sich in die B\u00f6denvielfalt und ihre geschmacklichen Auswirkungen regelrecht hineinzutrinken.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/andresdeidesheim.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-129967\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso ist die Einteilung der verschiedenen Qualit\u00e4tsstufen, wieder im Gegensatz zu L\u00e4ndern wie unserem gro\u00dfen Nachbarn im Westen, sehr leicht nachzuvollziehen, sie richtet sich ausschlie\u00dflich nach dem Oechsle-Grad, also jenem Parameter, der den Zuckergehalt im Most angibt &#8211; durchaus sinnvolle Ma\u00dfst\u00e4be anderer L\u00e4nder wie Aschegehalt, Extraktwerte oder S\u00e4ure spielen keine Rolle. In aufsteigender Reihenfolge unterscheidet man zwischen Tafelwein, Landwein, Qualit\u00e4tswein und Pr\u00e4dikatswein. Will ein Winzer seinen Wein als einen der beiden letztgenannten deklarieren, muss dieser einer amtlichen Qualit\u00e4tspr\u00fcfung unterzogen werden, mithilfe derer fehlerhafte Weine vom Markt ferngehalten werden. Als K\u00f6nigsdisziplinen gelten schlie\u00dflich die S\u00fc\u00dfweine wie Trockenbeerenauslesen, die aufgrund der vielen Arbeit und des hohen Risikos f\u00fcr den Winzer nur in 0,375-Liter-Flaschen angeboten werden. So streng das deutsche Weinrecht auch in vielen Punkten ist, so sehr missachtet es leider schwer messbare Aspekte wie die sehr unterschiedliche Beschaffenheit der Einzellagen &#8211; ein Nachteil der deutschen Technik-Fixiertheit, der vielen Winzern den Anreiz nimmt, sich vom Geschmack des Otto Normaltrinkers zu l\u00f6sen und aus der Masse herausstechen zu wollen. Ein wertvolles Korrektiv ist hier der Verband Deutscher Pr\u00e4dikatsweing\u00fcter (VDP), der die Bedeutung des Terroirs in den Vordergrund r\u00fcckt und ein ebenfalls vierstufiges, die Qualit\u00e4tsunterschiede aber besser abbildendes System geschaffen hat. Seine Mitglieder, gerade mal ein Prozent der deutschen Winzer, geh\u00f6ren zu den renommiertesten des Landes und mit seinem Traubenadler-Symbol an der Kapsel bietet er unbedarften Konsumenten eine gute Orientierung im Weinhandel.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/andres_deidesheim_pfalz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-129968\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Bis dahin war es aber erstmal ein weiter Weg. Und denjenigen, die uns unser reiches Reben-Erbe vermacht haben, k\u00f6nnen wir heute auch gar nicht mehr Danke sagen. Aber w\u00e4hrend ihre Schwerter im Teutoburger Wald verrosten, gedeiht der Weinbau der R\u00f6mer noch immer &#8211; auch so kann man Geschichte schreiben. Richtig Expertise hatten sie im Gep\u00e4ck, als sie nach Caesars Gallienfeldzug weiter Richtung Germanien marschierten und aus dem Rhonetal Reben mit an die Mosel brachten. Die rudiment\u00e4ren Kelteranlagen der Kelten, die sich bereits fr\u00fcher am Traubenpressen versucht hatten, d\u00fcrften sie nur mit einem m\u00fcden L\u00e4cheln bedacht haben. Kaiser Domitian beobachtete den Weinbau im Norden des Reiches jedoch mit Argwohn, er trank wie die gesamte r\u00f6mische Oberschicht (wahrscheinlich in der Tat geschmacklich deutlich besseren) Wein aus s\u00fcdlichen Gefilden und untersagte daher kurzerhand das Keltern n\u00f6rdlich der Alpen. Mit dem stetigen Anwachsen der Truppenst\u00e4rke am Limes stellte sich jedoch schon bald die Frage, wie die Unmengen an Soldaten mit den ihnen zustehenden t\u00e4glichen Weinrationen versorgt werden sollten. Kaiser Probus gestattete schlie\u00dflich nach einer 200j\u00e4hrigen (im wahrsten Sinne des Wortes) Durststrecke wieder den Anbau von Reben und gilt seither quasi als Vater des deutschen Weinbaus. Vater vieler Rebsorten selbst wie Chardonnay, Riesling und Blaufr\u00e4nkisch hingegen ist wahrscheinlich der Heunisch, aufgrund seiner Toleranz gegen Sp\u00e4tfrost die am weitesten verbreitete Rebsorte des Mittelalters. Er war m\u00f6glicherweise auch der Namensgeber f\u00fcr den Begriff \u201ehuntsch\u201c, also aus dem Gebiet des heutigen Ungarn stammende Reben, w\u00e4hrend \u201efrentzsch\u201c franz\u00f6sischst\u00e4mmige Reben bezeichnete, die einen deutlich weniger w\u00e4ssrigen und sauren Wein ergaben und daher h\u00f6her angesehen und besser bezahlt wurden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit war ein reinsortiger Anbau v\u00f6llig un\u00fcblich, der kam erst im 15. Jahrhundert auf &#8211; einerseits war man botanisch kaum schon in der Lage, Sorten genau zu differenzieren, andererseits hatte der Anbau verschiedener Reben in einem Weinberg den Vorteil, dass jede ihre eigenen Anf\u00e4lligkeiten f\u00fcr und Resistenzen gegen bestimmte Sch\u00e4dlinge oder klimatische Bedingungen mitbrachte. Auf diese Weise fiel auch in schlechten Jahren nie der gesamte Ertrag weg, sondern immer nur ein Teil. Diese Gemischten S\u00e4tze waren insbesondere f\u00fcr die st\u00e4dtische Bev\u00f6lkerung ein Alltagsgetr\u00e4nk, da sie anders als normales Trinkwasser kaum mit Keimen belastet waren. Im Zuge der Christianisierung verlagerte sich die Weinherstellung dann von weltlichen zunehmend in geistliche H\u00e4nde. Zum einen verf\u00fcgten die Kl\u00f6ster &#8211; besonders durch gro\u00dfz\u00fcgige Schenkungen weltlicher Herrscher, die sich mit der Kirche gut stellen wollten &#8211; \u00fcber ausreichend Grund, zum anderen war man auf den Wein angewiesen &#8211; nicht etwa durstiger M\u00f6nche, sondern der t\u00e4glich zelebrierten Heiligen Messen wegen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/herbst-6108-scaled.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/herbst-6108-1440x960.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-126496\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Im Windschatten der mittelalterlichen Warmzeit gedieh der deutsche Weinbau pr\u00e4chtig: vom Elsass \u00fcber Westfalen und Schlesien bis hin nach Ostpreu\u00dfen wurden Reben gepflanzt. Die Gesamtfl\u00e4che belief sich auf das Dreifache der heutigen, war gr\u00f6\u00dfer als das gesamte Saarland. K\u00f6ln, \u00fcber den Rhein mit den meisten Weinregionen direkt verbunden, und Frankfurt als weltweit erste Messestadt wuchsen zu wahren Weinhandelsmetropolen heran und exportierten per Lastenschiff in die hintersten Winkel Europas, was angesichts der Aberdutzenden Zollgrenzen allein auf deutschen Gebiet eine finanzielle wie zeitliche Herausforderung war. Das Ganze funktionierte so lange, bis es irgendwann zu einem massiven \u00dcberangebot kam, der die Preise einbrechen lie\u00df. Im 16. Jahrhundert begann damit ein langsamer, aber kontinuierlicher Abschwung. Die Bauern litten unter den stetig steigenden Zehnten, die von ihnen gefordert wurden, ebenso wie unter dem Erbrecht, das die Gr\u00f6\u00dfe der H\u00f6fe in jeder Generation verringerte. Die Unzufriedenheit fand ihr Ventil in den zahlreichen Bauernaufst\u00e4nden, die der Weinbau gerade noch verkraften konnte. Der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg aber war zuviel: Weinberge blieben unbestellt, weil die Weinbauern als Soldaten herangezogen wurden, die Nachfrage ebbte ab, viele Rebfl\u00e4chen wurden gebrandschatzt und damit auf lange Zeit vernichtet. Bis weit ins 18. Jahrhundert hinein dauerte die Phase der Restrukturierung. Die katholische Kirche behielt dabei meist die Oberhand, denn in den protestantisch gewordenen Regionen Norddeutschlands war aufgrund der Kleinen Eiszeit mittlerweile gar kein Weinbau mehr m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Das System der geistlichen Herrschaft konnte sich jedoch nicht mehr allzu lange behaupten: als Napoleon den Westen Deutschlands besetzte, schaffte er die Vorrechte des Klerus ab, viele Kl\u00f6ster wurden aufgel\u00f6st. Das sorgte f\u00fcr ein ziemliches Chaos, denn die kleinen Weinbauern hatten keinerlei Erfahrung damit, ihre Erzeugnisse eigenst\u00e4ndig zu vermarkten. Dies und anhaltende Wetterextreme f\u00fchrten dazu, dass viele Winzer aufgaben und ihr Gl\u00fcck in \u00dcbersee suchten. Der Rest, der sich davon und auch der anschlie\u00dfenden katastrophalen Reblausplage nicht entmutigen lie\u00df, f\u00fchrte den Wein auf auf bisher unbekanntes Niveau, wodurch die Zeit um 1900 herum zur wohl glanzvollsten f\u00fcr den deutschen Rebensaft wurde: insbesondere der Riesling festigte sein Image als K\u00f6nig der Wei\u00dfweine und wurde oft teurer gehandelt als die besten Bordeaux, um dann an den vornehmsten Tafeln des Kontinents ausgeschenkt zu werden. Nach den Verheerungen der Weltkriege versuchte man, an die ruhmreichen alten Zeiten anzukn\u00fcpfen und auf Export zu setzen, doch die papps\u00fc\u00dfen Massenrieslinge hatten nichts mehr mit ihren eleganten Ahnen gemein. Es dauerte lange, bis man diese geradezu peinliche Epoche hinter sich gelassen hatte. Eine neue Generation von Winzern setzt immer mehr auf trockene Weine, die sich mit ihren h\u00f6chstens neun Gramm Restzucker pro Liter von 15 Prozent Mitte der 80er auf aktuell 50 Prozent Marktanteil vorgearbeitet haben. Und sie reduziert den Ertrag von den sehr hohen durchschnittlichen 100 Hektolitern pro Hektar oft auf gerade einmal die H\u00e4lfte, um die Aromenkonzentration in den verbliebenen Trauben zu forcieren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/enderle_und_moll_Baden_9-e1446882678450.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2016\/10\/enderle_und_moll_Baden_9-e1446882678450.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-29970\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Konzentration: auch wenn nicht jeder eine Reben-Hochburg wie Rheinland-Pfalz sein kann, das \u00fcber 60 Prozent zum deutschen Gesamtertrag beisteuert, so wird Weinbau doch in nahezu jedem Bundesland betrieben: ob am Nordhang des Berliner Kreuzberges, bei Keitum auf Sylt oder in Ismaning bei M\u00fcnchen &#8211; der Klimawandel und widerstandsf\u00e4hige Neuz\u00fcchtungen machen Weinbau auch dort m\u00f6glich, wo er bisher nie betrieben wurde. Oder dort, wo er eine lange Tradition hat, die aber irgendwann abgerissen ist &#8211; so wie etwa im Stargarder Land in Mecklenburg-Vorpommern, wo schon im 13. Jahrhundert M\u00f6nche Wein herstellten und wo heute neben jungen Rebkreuzungen auch sehr alte Sorten wie der Elbling wieder gedeihen. An diesem w\u00e4chst, \u00e4hnlich wie an Gelbem Orleans, Wei\u00dfem R\u00e4uschling oder Gr\u00fcnem Adelfr\u00e4nkisch, das Interesse aufgeweckter Winzer. Gut m\u00f6glich, dass eine Renaissance dieser Urgesteine bevorsteht. Ob einer von ihnen im \u00e4ltesten erhaltenen Wein der Welt aus dem 4. Jahrhundert steckt, der in Deutschland gefunden wurde? Ja, wir haben so einige Superlative zu bieten: hier feiert man mit dem D\u00fcrkheimer Wurstmarkt das weltgr\u00f6\u00dfte Weinfest, hier findet mit der ProWein in D\u00fcsseldorf die gr\u00f6\u00dfte Weinmesse der Welt statt, hier wurde mit fast 15000 Euro der h\u00f6chste Preis jemals f\u00fcr einen Wei\u00dfwein ab Weingut bezahlt. Und hier hat sich, ausgehend von der Pfalz, ein Kuriosum entwickelt, das weltweit seinesgleichen sucht: die Wahl der Weink\u00f6niginnen. Diese 13 Repr\u00e4sentantinnen ihres jeweiligen Weinbaugebiets, die meist selbst aus Winzerfamilien stammen, wetteifern schlie\u00dflich um den Titel der Deutschen Weink\u00f6nigin, die heutzutage wahrer Marketingprofi sein und weit mehr k\u00f6nnen muss als nur l\u00e4cheln und winken.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber ist der Durst der Deutschen am Ende auch gro\u00df genug, um den Absatz der fast zehn Millionen Hektoliter pro Jahr zu gew\u00e4hrleisten? Eher nicht, Abnehmerl\u00e4nder wie die USA oder Gro\u00dfbritannien helfen uns freundlicherweise beim Genie\u00dfen. Denn \u201enur\u201c knapp 27 Flaschen Wein im Jahr trinkt im Schnitt jeder Bundesb\u00fcrger, aber anders als etwa bei Bier ist der Konsum \u00fcber die Zeit relativ konstant geblieben. Das ist die gute Nachricht. Die nicht ganz so gute? Der Anteil an deutschen Weinen liegt dabei unter 50 Prozent, was uns wiederum zum gr\u00f6\u00dften Weinimporteur der Welt macht. Das ist sicherlich verbesserungsf\u00e4hig, denn in Deutschland mangelt es an nichts, vor allem nicht an Innovationskraft. Die unbestreitbaren Vorteile deutschen Weins? Die Qualit\u00e4t ist durch die Bank gut (95 Prozent sind entweder Qualit\u00e4ts- oder Pr\u00e4dikatswein), zus\u00e4tzlich l\u00e4sst sich zu jedem Gericht ein perfekter Begleiter finden: ob erdiger Silvaner zur deftigen Brettljause, blumiger Wei\u00dfburgunder zu Pasta oder feinnerviger Riesling zum Sushi. Und im internationalen Vergleich ist er sehr g\u00fcnstig: deutsche Spitze (die gerade in Wei\u00dfwein-Hinsicht nicht selten auch Weltspitze ist) kann man sich schon f\u00fcr einen Bruchteil dessen leisten, was ein vergleichbarer Wein etwa in Frankreich kosten w\u00fcrde. Einmal einen guten fr\u00e4nkischen Silvaner, einen Sp\u00e4tburgunder von der Ahr oder einen Rheingauer Riesling zu kosten, geh\u00f6rt zu den geschmacklichen Offenbarungen, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Und wenn man dann noch einen Schritt weiter geht und etwa einen Mosel- vergleichend gegen einen Pf\u00e4lzer Riesling trinkt, erkennt man ihn, den Zauber des Terroirs &#8211; und, dass die wundervolle Weinwelt direkt vor unserer Haust\u00fcr beginnt. Text: Dario Sellmeier<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Jetzt Newsletter abonnieren und keinen Blog Beitrag mehr verpassen:<\/h3>\n\n\n<div class=\"wp-block-jetpack-subscriptions__supports-newline wp-block-jetpack-subscriptions\">\n\t\t<div>\n\t\t\t<div>\n\t\t\t\t<div>\n\t\t\t\t\t<p >\n\t\t\t\t\t\t<a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?post_type=post&#038;p=129869\" style=\"font-size: 16px;padding: 15px 23px 15px 23px;margin: 0; margin-left: 10px;border-radius: 0px;border-width: 1px; background-color: #113AF5; color: #FFFFFF; text-decoration: none; white-space: nowrap; margin-left: 0\">Anmelden<\/a>\n\t\t\t\t\t<\/p>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t<\/div>\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-horizontal is-content-justification-left is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-7e5fce0a wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/shop\/\" style=\"border-radius:2px;color:#fffffa;background-color:#a52f2f\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum Shop<\/a><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-button is-style-outline is-style-outline--1\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-color wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/shop\/newsletter\" style=\"border-radius:2px;color:#a83535\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Weine&amp;Feinkost Newsletter<\/a><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-social-links aligncenter has-large-icon-size is-layout-flex wp-block-social-links-is-layout-flex\"><li class=\"wp-social-link wp-social-link-instagram  wp-block-social-link\"><a href=\"https:\/\/www.instagram.com\/weine_und_feinkost\/\" class=\"wp-block-social-link-anchor\"><svg width=\"24\" height=\"24\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.1\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path d=\"M12,4.622c2.403,0,2.688,0.009,3.637,0.052c0.877,0.04,1.354,0.187,1.671,0.31c0.42,0.163,0.72,0.358,1.035,0.673 c0.315,0.315,0.51,0.615,0.673,1.035c0.123,0.317,0.27,0.794,0.31,1.671c0.043,0.949,0.052,1.234,0.052,3.637 s-0.009,2.688-0.052,3.637c-0.04,0.877-0.187,1.354-0.31,1.671c-0.163,0.42-0.358,0.72-0.673,1.035 c-0.315,0.315-0.615,0.51-1.035,0.673c-0.317,0.123-0.794,0.27-1.671,0.31c-0.949,0.043-1.233,0.052-3.637,0.052 s-2.688-0.009-3.637-0.052c-0.877-0.04-1.354-0.187-1.671-0.31c-0.42-0.163-0.72-0.358-1.035-0.673 c-0.315-0.315-0.51-0.615-0.673-1.035c-0.123-0.317-0.27-0.794-0.31-1.671C4.631,14.688,4.622,14.403,4.622,12 s0.009-2.688,0.052-3.637c0.04-0.877,0.187-1.354,0.31-1.671c0.163-0.42,0.358-0.72,0.673-1.035 c0.315-0.315,0.615-0.51,1.035-0.673c0.317-0.123,0.794-0.27,1.671-0.31C9.312,4.631,9.597,4.622,12,4.622 M12,3 C9.556,3,9.249,3.01,8.289,3.054C7.331,3.098,6.677,3.25,6.105,3.472C5.513,3.702,5.011,4.01,4.511,4.511 c-0.5,0.5-0.808,1.002-1.038,1.594C3.25,6.677,3.098,7.331,3.054,8.289C3.01,9.249,3,9.556,3,12c0,2.444,0.01,2.751,0.054,3.711 c0.044,0.958,0.196,1.612,0.418,2.185c0.23,0.592,0.538,1.094,1.038,1.594c0.5,0.5,1.002,0.808,1.594,1.038 c0.572,0.222,1.227,0.375,2.185,0.418C9.249,20.99,9.556,21,12,21s2.751-0.01,3.711-0.054c0.958-0.044,1.612-0.196,2.185-0.418 c0.592-0.23,1.094-0.538,1.594-1.038c0.5-0.5,0.808-1.002,1.038-1.594c0.222-0.572,0.375-1.227,0.418-2.185 C20.99,14.751,21,14.444,21,12s-0.01-2.751-0.054-3.711c-0.044-0.958-0.196-1.612-0.418-2.185c-0.23-0.592-0.538-1.094-1.038-1.594 c-0.5-0.5-1.002-0.808-1.594-1.038c-0.572-0.222-1.227-0.375-2.185-0.418C14.751,3.01,14.444,3,12,3L12,3z M12,7.378 c-2.552,0-4.622,2.069-4.622,4.622S9.448,16.622,12,16.622s4.622-2.069,4.622-4.622S14.552,7.378,12,7.378z M12,15 c-1.657,0-3-1.343-3-3s1.343-3,3-3s3,1.343,3,3S13.657,15,12,15z M16.804,6.116c-0.596,0-1.08,0.484-1.08,1.08 s0.484,1.08,1.08,1.08c0.596,0,1.08-0.484,1.08-1.08S17.401,6.116,16.804,6.116z\"><\/path><\/svg><span class=\"wp-block-social-link-label screen-reader-text\">Weine&amp;Feinkost Instagram<\/span><\/a><\/li>\n\n<li class=\"wp-social-link wp-social-link-facebook  wp-block-social-link\"><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/WeineFeinkostChristianFenske\" class=\"wp-block-social-link-anchor\"><svg width=\"24\" height=\"24\" viewBox=\"0 0 24 24\" version=\"1.1\" xmlns=\"http:\/\/www.w3.org\/2000\/svg\" aria-hidden=\"true\" focusable=\"false\"><path d=\"M12 2C6.5 2 2 6.5 2 12c0 5 3.7 9.1 8.4 9.9v-7H7.9V12h2.5V9.8c0-2.5 1.5-3.9 3.8-3.9 1.1 0 2.2.2 2.2.2v2.5h-1.3c-1.2 0-1.6.8-1.6 1.6V12h2.8l-.4 2.9h-2.3v7C18.3 21.1 22 17 22 12c0-5.5-4.5-10-10-10z\"><\/path><\/svg><span class=\"wp-block-social-link-label screen-reader-text\">Weine&amp;Feinkost Facebook<\/span><\/a><\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Geschichte und Wissenswertes \u00fcber das Weinland Deutschland Wer dem Klischee folgend Deutschland erstmal mit Riesling in Verbindung bringt &#8211; der liegt v\u00f6llig richtig! 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