{"id":137346,"date":"2023-02-14T17:00:00","date_gmt":"2023-02-14T16:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=137346"},"modified":"2023-03-15T13:25:41","modified_gmt":"2023-03-15T12:25:41","slug":"das-weinbaugebiet-wagram","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2023\/02\/das-weinbaugebiet-wagram\/","title":{"rendered":"Das Weinbaugebiet Wagram"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">\u00dcber Zweigelt, PiWis, die Reblaus und eine Mostwaage<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Gegr\u00fcndet wurde sie im Stift Klosterneuburg, mit seiner neunhundertj\u00e4hrigen Geschichte eines der \u00e4ltesten Weing\u00fcter des Landes, au\u00dferdem das gr\u00f6\u00dfte private und &#8211; bereits seit 2009 &#8211; das erste, das klimaneutral wirtschaftet. Beide sind \u00e4hnlich legend\u00e4r, das Klosterweingut und sie, die H\u00f6here Bundeslehranstalt und Bundesamt f\u00fcr Wein- und Obstbau. Der sehr b\u00fcrokratische Name l\u00e4sst es schon vermuten: diese Institution untersteht, \u00fcbrigens als einzige ihrer Art in ganz \u00d6sterreich, direkt dem Landwirtschaftsministerium. Das wiederum l\u00e4sst Schl\u00fcsse darauf zu, wie wichtig dem Staat die Ausbildung seiner Winzer ist &#8211; an der 1860 gegr\u00fcndeten und damit \u00e4ltesten Weinbauschule der Welt werden etwa 160 Sch\u00fcler etwa in Kellerwirtschaft, Rebenz\u00fcchtung &#8211; hier ganz auf der H\u00f6he der Zeit mit Fokus auf sogenannten \u201ePiWis&#8220;, pilzwiderst\u00e4ndigen Sorten, die in bisher als zu k\u00fchl erachteten Regionen angebaut werden k\u00f6nnen -, aber auch Nachhaltigkeit unterrichtet. Entwickelt wurde hier zum Beispiel die Klosterneuburger Mostwaage, deren Zuckergrade das Pendant zu den in Deutschland genutzten Oechsle-Graden darstellen. Sie ist nicht nur in \u00d6sterreich verbreitet, sondern aus historischen Gr\u00fcnden nach wie vor in fast allen Regionen des ehemaligen Habsburgerreichs, etwa in Italien, Ungarn, Slowenien und Teilen des Balkans. In der Vergangenheit schoss man mit zu forscher Forschung manchmal allerdings auch \u00fcber das Ziel hinaus: beim Versuch, mit dem Mehltau eine der gro\u00dfen Plagen der Weinwelt zu bek\u00e4mpfen, holte man sich unbeabsichtigt eine noch viel gr\u00f6\u00dfere ins Land: auf den Rebst\u00f6cken, die man aus akademischen Zwecken aus der Neuen Welt importierte, hatte sich die Reblaus niedergelassen und verbreitete sich nun von Klosterneuburg aus in ganz Europa. Der Direktor musste unter Polizeischutz gestellt werden, so erz\u00fcrnt waren die Weinbauern der Umgebung \u00fcber die Vernichtung ihrer Ernten. Wenige Jahre sp\u00e4ter entdeckte derselbe allerdings auch, dass sich die Kombination aus robusten amerikanischen Unterlagen und aufgepfropften heimischen Edelreisern als ausreichend widerst\u00e4ndig erwies.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/kuhhorn-23-farbe-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/kuhhorn-23-farbe-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-138893\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Einige Jahrzehnte sp\u00e4ter, 1921, kreuzte ein gewisser Fritz Zweigelt aus den beiden alten \u00f6sterreichischen Sorten St. Laurent und Blaufr\u00e4nkisch eine neue Traube, die sich ab der Nachkriegszeit langsam aber sicher zur f\u00fchrenden Rotweinrebe \u00d6sterreichs mausern sollte, auch wenn sie am Ort ihrer Entstehung ironischerweise nur auf 15 Prozent der Fl\u00e4che kultiviert wird. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr ihren Aufstieg lagen einerseits in ihrer besonderen Eignung f\u00fcr die Erziehung in Hochkultur, mit der Lenz Moser Anfang der 50er den Weinbau revolutioniert hatte, andererseits in der Anspruchslosigkeit in Bezug auf die B\u00f6den. Moser war es auch, der der Rebe zum eing\u00e4ngigen Namen ihres Z\u00fcchters verhalf, nachdem sie lange Zeit nur als das Kreuzungsprodukt ihrer Elternreben etikettiert worden war. Ob der Zweigelt Zweigelt bleiben darf, war in \u00d6sterreich vor einiger Zeit Gegenstand einer heftigen Debatte: weil der Namensgeber als \u00fcberzeugter Nationalsozialist galt, gab es alle m\u00f6glichen Vorschl\u00e4ge f\u00fcr eine Umbenennung, von durchaus ernst gemeinten wie \u201e\u00d6sterreich Blau\u201c bis hin zum augenzwinkernden \u201eBlauen Montag\u201c. Der schon l\u00e4nger existierende Alternativname \u201eRotburger\u201c, welcher mit \u201eBlauburger\u201c und \u201eGoldburger\u201c den sch\u00f6n aufeinander abgestimmten Dreiklang der wichtigsten Z\u00fcchtungen Zweigelts bildet, wurde ebenfalls in Betracht gezogen, angesichts der Erfolglosigkeit der beiden anderen Rebsorten aber verworfen. Mittlerweile hat sich die Aff\u00e4re etwas abgek\u00fchlt, der allergr\u00f6\u00dfte Teil der Winzerschaft hat aus Marketinggr\u00fcnden den Namen \u201eZweigelt\u201c beibehalten, lediglich der Dr. Fritz Zweigelt-Preis f\u00fcr verdiente Weing\u00fcter wurde 2016 eingestampft.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/gruener-veltliner-traube-farbe-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/gruener-veltliner-traube-farbe-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-138894\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Anders als in den Gebieten rund um Krems ist am Wagram sowohl das Klima als auch das Bodenprofil von einer musterg\u00fcltigen Einheitlichkeit. Klimatisch ist er ganz und gar den Luftstr\u00f6men der Pannonischen Tiefebene hingegeben, die, ungehindert durch gr\u00f6\u00dfere Erhebungen in der Landschaft, am Tag sehr warme Winde hertragen, die N\u00e4chte aber sehr kalt werden lassen. Das mag der Gr\u00fcne Veltliner gern, mit einem Anteil von zwei Dritteln die Leitrebe der Region, die hier einen anderen Charakter entwickelt als auf den mineralischen Urgesteinsb\u00f6den, die weiter im Nordwesten vorherrschen: er ger\u00e4t weniger schlank, legt sich stattdessen eine gewisse Schmelzigkeit zu und wei\u00df so in Kombination mit einer saftigen, eher gelben als gr\u00fcnen Frucht auch diejenigen zu \u00fcberzeugen, denen ein Wachauer Veltliner zu knackig-karg daherkommt. Zu verdanken ist das der meterdicken L\u00f6ssschicht, die sowohl W\u00e4rme als auch insbesondere Wasser hervorragend speichern kann und damit die in ihr wurzelnden Reben w\u00e4hrend der hei\u00dfen Sommer der letzten Jahre gut versorgte. Ob die Vorherrschaft der wei\u00dfen Sorten allerdings auf Dauer anhalten wird, ist fraglich. W\u00e4re es nicht so, m\u00fcsste man sich gewiss umstellen: als Riedenweine, also h\u00f6chste Qualit\u00e4tsstufe, sind aktuell nur Riesling, Gr\u00fcner Veltliner und Roter Veltliner zugelassen. Letzterer ist trotz seines Namens ein Wei\u00dfwein, und eine Spezialit\u00e4t der Region noch dazu. Allerdings bedarf er einer radikalen sogenannten Gr\u00fcnlese, also des Wegschneidens eines gro\u00dfen Teils noch unreifer Trauben, um zu ausreichend geschmacklichem Ausdruck zu finden. Verf\u00e4rben sich die Schalen der Weinbeeren r\u00f6tlich (daher stammt sein Name), hat man alles richtig gemacht, dann ger\u00e4t der Wein feinw\u00fcrzig und h\u00e4lt sich viele Jahre. Die anstrengende notwendige Handarbeit hat ihn von der ehemals verbreitetsten Rebsorte der Region zu einer Liebhabertraube herabsinken lassen, die in ganz \u00d6sterreich nur noch 200 Hektar beanspruchen darf, was aber manche Winzer wie etwa Josef Fritz aus Zau\u00dfenberg nicht davon abgehalten hat, den Roten Veltliner zu seiner Leitrebe zu machen. Aufgrund seiner Toleranz auch f\u00fcr gl\u00fchende Hitze wird aus ihm vielleicht doch noch eine Traube der Zukunft. Ebenso fit f\u00fcr klimatische Ver\u00e4nderungen ist seit jeher der Gemischte Satz, eine Besonderheit des Wiener Raumes, bei der verschiedene Rebsorten &#8211; mit entsprechend verschiedenen Resistenzen gegen Umwelteinfl\u00fcsse &#8211; in einem gemeinsamen Weingarten angebaut und auch zusammen eingemaischt werden &#8211; in fr\u00fcheren Jahrhunderten, als man noch nicht \u00fcber eine klare Ampelographie verf\u00fcgte, der Standard im Weinbau. Franz Leth aus Fels am Wagram treibt es damit richtig auf die Spitze und h\u00e4lt wahrscheinlich den geheimen Weltrekord f\u00fcr die meisten Rebsorten in einem Wein: 200 unterschiedliche Trauben, von denen sich jeweils nur einige St\u00f6cke im Versuchsweingarten des Gutes befinden, haben ihren Saft zu diesem Gemischten Satz der Extraklasse beigesteuert. Und auch S\u00fc\u00dfweine, insbesondere Eisweine von erlesener Qualit\u00e4t gewinnen von Jahr zu Jahr an Bedeutung, auch wenn sie (noch) nicht den Gebietsnamen tragen d\u00fcrfen, sondern sich mit einem schlichten \u201eNieder\u00f6sterreich\u201c begn\u00fcgen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/karl-fritsch-portrait-nr1-version3-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/karl-fritsch-portrait-nr1-version3-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-138895\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Will man von Wien aus einen Abstecher in ein Weinbaugebiet der Umgebung machen, bietet sich der Wagram, der bis 2007 noch Donauland hie\u00df, besonders an: nicht so \u00fcberlaufen wie die Wachau, dazu mit einer sehr sanften Landschaft, die ohne gro\u00dfe M\u00fchen durchwandert werden kann. Folgt man der langgestreckten Erhebung, mag man gar nicht glauben, dass hier \u201enur\u201c 2500 Hektar bewirtschaftet werden, denn der gl\u00fccklicherweise nach S\u00fcden ausgerichtete, bis zu 20 Meter hohe Hang ist \u00fcber und \u00fcber mit Reben bepflanzt &#8211; auch wenn besonders kleinere Winzer dem Kostendruck, den die Bewirtschaftung des an vielen Stellen f\u00fcr Maschinen unzug\u00e4nglichen Wagrams erzeugt, nicht standhalten konnten und aufgaben. Geologisch betrachtet handelt es sich bei ihm um eine 30 Kilometer lange Gel\u00e4ndestufe, die sich auf einem Urgesteinssockel durch die Ablagerung vom Wind hergetragener feiner Sedimente aus Sand, Kalk und Lehm am Ufer des Urmeeres bildete. Alt ist sein aus dem Mittelhochdeutschen stammender Name, bestehend aus den Begriffen \u201ewac&#8220;, der mit Welle oder Woge zu \u00fcbersetzen ist und dem auch heute noch gel\u00e4ufigen \u201erain\u201c, einen Hang bezeichnend. Nicht nur \u00e4u\u00dferlich macht man ihn sich zur Nutze, in ihn hinein grub man seit jeher auch Keller f\u00fcr Weinbereitung und -lagerung, ja dar\u00fcber hinaus ganze unterirdische Gangsysteme, sogenannte Erdst\u00e4lle, deren vermutete Funktionen unter Arch\u00e4ologen kontrovers diskutiert werden und von Zufluchtsorten bei feindlichen Angriffen bis zu heidnischen und fr\u00fchchristlichen Kultst\u00e4tten reichen. Mit dem \u201eL\u00f6ssfr\u00fchling am Wagram\u201c setzt die Region seit einigen Jahren ihrem Boden an ganzen vier Wochenenden ein Denkmal, bei dem der Rebensaft nat\u00fcrlich auch nicht zu kurz kommt: 100 Winzer laden zur Verkostung von insgesamt 1200 Weinen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/weingut-fritsch-innenhof-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/weingut-fritsch-innenhof-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-138896\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Donau durchflie\u00dft das Weinbaugebiet in der Mitte von Westen nach Osten und trennt es so in einen n\u00f6rdlichen Teil mit dem eigentlichen Wagram und einen s\u00fcdlichen mit dem beschaulichen Tullnerfeld, das eher mit gr\u00f6beren Schotterb\u00f6den aufwartet und im Osten bei Klosterneuburg bis vor die Wiener Stadtgrenze reicht. Im Tullnerfeld m\u00fcnden viele Fl\u00fcsse in die Donau, die ihrerseits namensgebend f\u00fcr andere Weinbaugebiete in der N\u00e4he sind, etwa die Traisen, die Krems oder der Kamp. Die Winzer sind sehr gastfreundlich hier, auch weil man wei\u00df, dass der Besuch weinbegeisterter Touristen nicht selbstverst\u00e4ndlich ist. Bis vor etwa 20 Jahren hatte kein Kenner Wagramer Weine auf dem Schirm, der Landstrich zwischen den beiden gro\u00dfen Namen Wachau und Wien galt weintechnisch als Niemandsland ohne eigenen Charakter. Es waren Winzer wie Karl Fritsch oder Bernhard Ott, die konsequent auf Biodynamie und damit einhergehende Handarbeit setzten und dem unter \u00dcbervermarktung leidenden Wagramer Wein endlich ein eigenes Gesicht schenkten. Die Vereinigung \u201erespekt-BIODYN\u201c, die von beiden ma\u00dfgeblich mitangesto\u00dfen wurde, vereint mittlerweile einige der interessantesten Winzer im deutschsprachigen Raum wie Heinrich, Claus Preisinger, Clemens Busch oder Wittmann. Zudem erkannte man in der steigenden Nachfrage nach Pet Nat und Orange-Weinen fr\u00fch einen der gro\u00dfen Trends der Zukunft und ist darin neben dem Neusiedlersee auch jetzt \u00f6sterreichweit noch f\u00fchrend.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><a href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/biodynamie-farbe-Kopie.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/01\/biodynamie-farbe-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-138897\"\/><\/a><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die einen kehren also zur Urspr\u00fcnglichkeit zur\u00fcck, die anderen haben sie nie verlassen. Viele Heurige hier verdienen noch ihren Namen, haben tats\u00e4chlich nur wenige Wochen im Jahr ge\u00f6ffnet und wenig gemein mit den gro\u00dfen Wiener Lokalen, die nurmehr gew\u00f6hnliche Restaurants im Heurigenstil sind. In Gro\u00dfriedenthal kann man im \u201eMuseum der einfachen Dinge\u201c den Alltag einer b\u00e4uerlichen Gemeinschaft in der Fr\u00fchen Neuzeit nachempfinden, und in Grafenw\u00f6rth hat sich mit der Fass- und Bottichmanufaktur Benninger eine der ganz wenigen Betriebe Mitteleuropas erhalten, die noch jene Beh\u00e4ltnisse herstellen, die bis zur Etablierung der Flasche unverzichtbar f\u00fcr die Aufbewahrung des Rebensaftes waren und auch heute f\u00fcr den Barrique-Ausbau noch nachgefragt werden. Und selbst im Obstbau behaupten sich alte Kulturen gegen intensive Landwirtschaft: wie die Wachau f\u00fcr ihre Marille ist der Wagram bekannt f\u00fcr seine Waln\u00fcsse. Die \u201eWagramer Nuss\u201c findet sich im Register der traditionellen \u00f6sterreichischen Lebensmittel, mit dem das Landwirtschaftsministerium diesen den Status von bewahrenswerten Kulturg\u00fctern zugesteht. Eingef\u00fchrt bereits durch die R\u00f6mer, werden die B\u00e4ume bis heute liebevoll gepflegt und zu den unterschiedlichsten Leckereien, besonders den in \u00d6sterreich seit jeher beliebten Mehlspeisen, verarbeitet und entfalten so in Palatschinken, Strudel, Buchteln oder Torten ihr Aroma. Weinliebhabern d\u00fcrfte die Walnuss aber vor allem als Bestandteil des Nussbrotes begeben, das von vielen Winzern w\u00e4hrend der Weinprobe gereicht wird oder beim Restaurantbesuch die Speisenfolge einl\u00e4utet.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Wagram &#8211; ein Weinbaugebiet der leisen T\u00f6ne, das behutsam seiner ganz eigenen Zukunft zustrebt. Zwischen neuen Wegen in Klosterneuburg und alten Pfaden im L\u00f6ss entspinnt sich ein feines Netz, in dem sich der aufgeschlossene Weintrinker nur allzu leicht verfangen kann! Text: Dario Sellmeier<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber Zweigelt, PiWis, die Reblaus und eine Mostwaage Gegr\u00fcndet wurde sie im Stift Klosterneuburg, mit seiner neunhundertj\u00e4hrigen Geschichte eines der \u00e4ltesten Weing\u00fcter des Landes, au\u00dferdem das gr\u00f6\u00dfte private und &#8211; bereits seit 2009 &#8211; das erste, das klimaneutral wirtschaftet. 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