{"id":198415,"date":"2023-06-11T17:00:00","date_gmt":"2023-06-11T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=198415"},"modified":"2023-10-12T11:24:11","modified_gmt":"2023-10-12T09:24:11","slug":"das-weinbaugebiet-rioja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2023\/06\/das-weinbaugebiet-rioja\/","title":{"rendered":"Das Weinbaugebiet Rioja"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Alles Wissenswerte \u00fcber die bekannteste Weinregion Spaniens<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Als das spanische Bordeaux wird sie bezeichnet, und in der Tat gibt es in der Weinwelt wenige Gebiete, die international derartige Bekanntheit und Renommee erlangt haben. Die Spanier selbst w\u00fcrdigen diesen Umstand, indem es der Rioja als eines von zwei Gebieten im Land gestattet ist, den Status einer DOCa zu tragen, einer Denominaci\u00f3n de Origen Calificada, der h\u00f6chstm\u00f6glichen Klassifizierung im spanischen Weinbau. Aber noch aus einem anderen Grund nennt man Rioja und Bordeaux oft in einem Atemzug: als die Reblaus-Katastrophe Ende des 19. Jahrhunderts \u00fcber Spanien kam, blieb die Rioja davon gr\u00f6\u00dftenteils verschont. Und konnte in den Folgejahren nach Frankreich exportieren, dessen Weinbau komplett darnieder lag. Hatten viele Spanier das Winzerhandwerk im Bordeaux gelernt, waren es jetzt die Weinbauern von dort, die nach der Vernichtung ihrer Existenz der Heimat den R\u00fccken kehrten und sich im Norden Spaniens niederlie\u00dfen. Was sie mitbrachten, war die wohl weltweit beste Expertise in Kellertechnik der damaligen Zeit, die sich die Einheimischen schnell selbst aneigneten. Zun\u00e4chst verwendete man Holzgebinde in allen m\u00f6glichen Gr\u00f6\u00dfen. Heutzutage lagern in den Kellern der Rioja \u00fcber eine Million Barrique-Eichenf\u00e4sser, die traditionell jeweils 225 Liter fassen &#8211; Weltrekord f\u00fcr ein Weinbaugebiet. Die Lagerung in ihnen verleiht den Weinen neben einer komplexeren Aromatik ein gigantisches Reifepotential. Was die Spanier von den Franzosen au\u00dferdem lernten, war die Technik der Vermarktung. Zwar hatten die findigen M\u00f6nche der hier beheimateten Kl\u00f6ster schon ab dem 16. Jahrhundert damit begonnen, die f\u00fcr den Export in die s\u00fcd- und mittelamerikanischen Kolonien bestimmten F\u00e4sser mit auf ihre Heimatregion verweisenden Brandzeichen zu versehen. Gleichzeitig sorgten sie durch Versorgung der aus allen Teilen Europas herbeistr\u00f6menden Pilger auf dem nahegelegenen Camino de Santiago f\u00fcr die Bekanntheit ihrer Produkte. Doch der edle Nimbus, der den tiefroten Tropfen heutzutage umgibt, ist letztlich den genialen Marketingtechniken zu verdanken, die auch das Bordelais gro\u00df gemacht haben. Technische Entwicklungen wie der Bau einer Eisenbahn nach Bilbao und dar\u00fcber zum weltweit wichtigsten Rotwein-Handelsplatz in Bordeaux oder die Elektrifizierung des Ortes Haro fast zeitgleich mit London und Paris sorgten f\u00fcr einen gigantischen Entwicklungsschub. Das ging etwa 50 Jahre lang so, bis die Rioja wie fast der gesamte spanische Weinbau unter General Franco in einen Dornr\u00f6schenschlaf fiel, der bis in die 70er Jahre andauern sollte. Dann aber war das Comeback umso eindrucksvoller: Rioja wurde zum Synonym f\u00fcr spanischen Rotwein schlechthin. In Deutschland w\u00fcrde kaum jemand auf die Idee kommen, einen W\u00fcrttemberger oder Frankenwein zu verlangen. Beim Rioja ist das anders. Wer ihn bestellt, kann sich wie sonst wohl nur bei der Order eines Champagners sehr sicher sein, was man ihm einschenken wird &#8211; und das ist gar nicht so selbstverst\u00e4ndlich, denn in diesem beschaulichen Flusstal wachsen deutlich mehr als nur eine Handvoll Rebsorten.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"693\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/erredehierro-10-copia-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-198825\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/erredehierro-10-copia-Kopie.jpg 1000w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/erredehierro-10-copia-Kopie-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/erredehierro-10-copia-Kopie-768x532.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>65 000 Hektar sind hier dem Weinbau vorbehalten, in Relation zu Gesamtspanien mit einer Million Hektar erscheint das nicht besonders viel. Tats\u00e4chlich hat die Rioja die optimale Gr\u00f6\u00dfe, um zwar eine weltweite Nachfrage generieren und bedienen zu k\u00f6nnen, gleichzeitig aber nicht der Versuchung qualitativ minderwertiger Massenproduktion zu verfallen, wie es ihr Mutterland tat und teilweise immer noch tut. Der Star unter den Rebsorten der Rioja ist nat\u00fcrlich der Tempranillo. In den Cuvees nimmt er den gr\u00f6\u00dften Anteil f\u00fcr sich in Anspruch, der Rest entf\u00e4llt auf Garnacha, Graciano und Mazuelo. Zwar weisen fast alle \u201eklassischen\u201c Rioja-Rotweine den typische duftigen Tempranillo-Geschmack nach Waldbeeren, Tabak und Gew\u00fcrzen auf, doch ist die Intensit\u00e4t in hohem Ma\u00dfe von der Reifezeit abh\u00e4ngig. Diese teilt sich auf in eine k\u00fcrzere Fass- und eine l\u00e4ngere Flaschenreife auf. Zwischen einem nur kurz gereiften Joven- oder Crianza-Wein, der f\u00fcr den Konsum innerhalb von f\u00fcnf Jahren gedacht ist, und den Gran Reservas, die jahrzehntelang gelagert werden k\u00f6nnen und erst dann ihr gesamtes Potential entfalten, liegen Welten. Eine Glaubensfrage ist die Entscheidung zwischen F\u00e4ssern aus franz\u00f6sischem oder amerikanischem Eichenholz. Ersteres hat den Vorteil der Feinporigkeit, was f\u00fcr weniger Luftzufuhr und somit zur\u00fcckhaltendere, elegantere Weine sorgt, w\u00e4hrend letzteres durch seine gr\u00f6beren Poren mehr Sauerstoff an den Wein l\u00e4sst, wodurch er eine intensivere Stilistik gewinnt. Der Lebenszyklus der F\u00e4sser ist allerdings in beiden F\u00e4llen recht kurz und liegt bei f\u00fcnf bis maximal zehn Jahren. Danach gibt das Holz keine der gesch\u00e4tzten Vanillin-Komponenten mehr an den Wein ab.<\/p>\n\n\n\n<p>Gr\u00f6\u00dfer als im Rest Spaniens ist in der Rioja die Dominanz roter Trauben, mehr als drei Viertel der Fl\u00e4che sind mit ihnen bestockt. Was im Umkehrschluss aber hei\u00dft, dass es durchaus auch Wei\u00dfweine von hier gibt. Beliebt ist der Viura, in Deutschland besser als Macabeo bekannt, f\u00fcr die Herstellung von Schaumweinen, den Espumosos. Und tats\u00e4chlich gibt es auch eine wei\u00dfe Version des Tempranillo, eine nat\u00fcrliche Mutation, die man in den 80er Jahren zuf\u00e4llig entdeckte und die nirgendwo sonst auf der Welt existiert. Ein gro\u00dfer Trend, der in den 90ern begann und seit 2017 auch von offizieller Seite gestattet wurde, ist die Vermarktung der Weine nach Einzellagen. In L\u00e4ndern wie Deutschland seit jeher \u00fcblich, ist der Vino de Pago in Spanien ein ziemliches Novum, da er durch den weit verbreiteten Verschnitt verschiedener Rebsorten auch lange nicht wirklich sinnvoll oder praktikabel erschien.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1000\" height=\"667\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/barricas-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-198827\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/barricas-Kopie.jpg 1000w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/barricas-Kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/barricas-Kopie-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl die Rioja eine vergleichsweise kleine Region ist, pr\u00e4sentieren sich sowohl die klimatischen als auch die geologischen Verh\u00e4ltnisse sehr variantenreich. Sowohl der n\u00f6rdlich gelegene Atlantik als auch das Mittelmeer im Osten \u00fcben ihren Einfluss aus und erzeugen ein animierendes Spannungsfeld zwischen ozeanischem und mediterranem Klima. Der Ebro als die Lebensader der Region tut sein \u00dcbriges und erweist sich besonders dort als wertvoll, wo Niederschlage seltener sind und die Winzer ihn zur Bew\u00e4sserung der Reben nutzen. Eigentlich m\u00fcsste er Namensgeber dieses Landstrichs sein, doch diese Ehre geb\u00fchrt dem gerade einmal 65 Kilometer langen Rio Oja, dem Nebenfluss eines Nebenflusses des Ebro. Von dessen Ufer mit seinen n\u00e4hrstoffreichen Schwemmb\u00f6den ziehen sich die Anbaufl\u00e4chen \u00fcber sanft ansteigende H\u00e4nge aus eisenhaltigem Lehm bis 40 Kilometer weit ins h\u00f6hergelegene Hinterland mit seinen B\u00f6den aus stark kalkhaltigem Ton hinein.<\/p>\n\n\n\n<p>Will man Weinbau und Winzerleben in all seiner Urt\u00fcmlichkeit bestaunen, bieten sich unter den insgesamt 144 der Rioja DOCa zugeh\u00f6rigen Gemeinden eine Vielzahl charmanter D\u00f6rfer an. Das bekannteste unter ihnen ist wahrscheinlich Haro ganz im Westen &#8211; von hier sind es ziemlich genau hundert Kilometer bis zum \u00f6stlichen Ende in Alfaro. In Haro findet allj\u00e4hrlich die \u201eBatalla del vino\u201c statt, die Weinschlacht, bei der sich nach dem Besuch einer katholischen Messe zwei wei\u00df gekleidete Gruppen gegenseitig mit Unmengen an Rotwein bespritzen und begie\u00dfen. Urspr\u00fcnglich aus Anlass einer Grenzstreitigkeit mit dem Nachbarort entstanden, ist die Schlacht heute ein folkloristisches Gro\u00dfereignis, das mit einem festlichen Essen auf dem Hauptplatz Haros ausklingt. Man kann das heutzutage vor dem Hintergrund der Debatte um Lebensmittelverschwendung verwerflich finden, f\u00fcr die Einheimischen ist Brauchtum dieser Art jedoch nicht verhandelbar. Die Rioja Alta, in der wir uns hier befinden, ist das gr\u00f6\u00dfte und traditionsreichste der drei Gebiete, in welche man die Rioja unterteilt. Die \u00e4ltesten Bodegas finden sich hier, viele seit etlichen Generationen in Familienbesitz. Und auch die hiesigen Weine werden als die besten betrachtet, die man in der ganzen Rioja findet. Das h\u00e4ngt mit der durch das k\u00fchle atlantische Klima verursachten Dickschaligkeit der Trauben zusammen. Diese wiederum bringt es mit sich, dass mehr Phenole &#8211; besonders Tannine -, S\u00e4uren und Farbstoffe in den Most gelangen, was eine l\u00e4ngere Reife und ein vielschichtiges, ganz und gar einzigartiges Endprodukt beg\u00fcnstigt.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Haro noch das eher urt\u00fcmliche Weindorf ist, geht es in Logro\u00f1o, der Hauptstadt der Autonomen Region La Rioja, deutlich gesch\u00e4ftiger zu &#8211; der Jakobsweg verl\u00e4uft mitten hindurch. Der Weinbau spielt auch hier eine gro\u00dfe Rolle, allerdings eher die damit verbundenen Handels- und Verwaltungst\u00e4tigkeiten. Besonders lohnenswert ist die Kombination eines sch\u00f6nen Glases Wein mit den hier in fast jeder Gastwirtschaft angebotenen Pinchos &#8211; kleinen appetitanregenden H\u00e4ppchen, den bekannteren Tapas nicht un\u00e4hnlich, aber auf kleinen Holzspie\u00dfen serviert, die man sich selbst zusammenstellt. \u00dcberhaupt ist die Rioja Oriental oder Rioja Baja, wie der \u00f6stliche Teil der Region noch bis vor Kurzem genannt wurde, ein Paradies f\u00fcr Feinschmecker. Nur marginal kleiner als die Rioja Alta unterscheidet es sich landschaftlich wie klimatisch deutlich von dieser: sehr flach ist das Land hier, und Winde vom Mittelmeer sorgen f\u00fcr w\u00e4rmere und trockenere Wetterlagen. Das l\u00e4sst die Weine zu dankbaren Speisenbegleitern werden, gef\u00e4lliger, runder und weicher, aber auch alkoholischer. Sogar Ros\u00e9s findet man hier hin und wieder, f\u00fcr Freunde rests\u00fc\u00dfer Weine der einzige Lichtblick, denn ansonsten baut man in der Rioja kompromisslos trocken aus.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"514\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Alto-Cantabria-2-Kopie-2-1200x514.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-198829\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Alto-Cantabria-2-Kopie-2-1200x514.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Alto-Cantabria-2-Kopie-2-300x128.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Alto-Cantabria-2-Kopie-2-768x329.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Alto-Cantabria-2-Kopie-2-1536x657.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/Alto-Cantabria-2-Kopie-2.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der kleinste Bereich schlie\u00dflich ist Rioja Alavesa, ein 300 Quadratkilometer gro\u00dfes, recht hoch gelegenes Gebiet n\u00f6rdlich des Ebro, das politisch gesehen schon zum Baskenland geh\u00f6rt. Wem die Weine aus der Rioja Alta zu schwer sind, der findet hier im kantabrischen Gebirge eine Alternative &#8211; die Weine sind deutlich fruchtiger und nicht so schwer. \u00dcberhaupt ist dies ein Stil, der in den vergangenen Jahren immer mehr nachgefragt wird und dem traditionellen, volumin\u00f6sen Rioja mit seinem balsamischen Aroma und den erdigen, ledrigen Nuancen den Rang abzulaufen droht. Ein Vergleich zwischen dieser Oldschool-Variante, die erst nach recht langer Zeit auf den Markt gebracht wird und dann schon eine eher br\u00e4unliche F\u00e4rbung aufweist, mit den stark extrahierten und daher hochkonzentriert samtig-dunkelbeerigen, modernen Varianten ist in jedem Fall lohnenswert. Sehr genau hat man hier den rasanten Aufstieg der nahegelegenen Ribera del Duero beobachtet, die ebenfalls hervorragende Tempranillos keltert. Was man jemandem entgegenzusetzen hat, der qualitativ ebenb\u00fcrtig ist? &#8211; Qualit\u00e4t kombiniert mit Rarit\u00e4t. Die Alavesa ist unter Liebhabern und Sammelw\u00fctigen vor allem f\u00fcr ihre \u201evinos de autor&#8220; bekannt. Autorenweine werden vor allem von sehr kleinen, relativ jungen Weing\u00fctern erzeugt und erreichen aufgrund ihrer stark limitierten Auflagen regelm\u00e4\u00dfig Spitzenpreise.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"765\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/tolono33-Kopie-1200x765.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-198830\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/tolono33-Kopie-1200x765.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/tolono33-Kopie-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/tolono33-Kopie-768x490.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/tolono33-Kopie-1536x979.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/tolono33-Kopie.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Die Traditionsweing\u00fcter wissen auf andere Weise auf sich aufmerksam zu machen. Viele Bodegas haben sich selbstbewusst architektonische Denkm\u00e4ler setzen lassen, welche die Rioja auch f\u00fcr nicht-vinophile Touristen zu einem Erlebnis macht: ob Santiago Calatravas Arbeit f\u00fcr die Bodegas Ysios in Languardia, dessen Wirtschaftsgeb\u00e4ude sich sanft geschwungen den H\u00fcgelketten der Umgebung anpassen, oder das Hotel der Kellerei Marqu\u00e9s de Riscal, dessen Dach von Frank O. Gehry wie verworrenes Geschenkband gestaltet wurde. In seiner Farbwahl griff er das Produktdesign seines Auftraggebers auf: rosa wie der Schimmer des Weines, silbern wie die Flaschenkapseln und golden wie das die Flasche umgebende filigrane Drahtgeflecht. Ger\u00fcchten zufolge gewann man den eigentlich lieber an gro\u00dfst\u00e4dtischen Bauten planenden Gehry mit zwei Flaschen seines Geburtsjahrgangs 1929 f\u00fcr das Projekt. Infolgedessen kam der kleine Ort Elciego in den Genuss des Bilbao-Effekts, jenes nach dem ebenfalls von Gehry im baskischen Bilbao erbauten Guggenheim-Museum benannten Ph\u00e4nomens, das die gezielte Aufwertung l\u00e4ndlicher, touristisch eher uninteressanter Orte durch spektakul\u00e4re Architektur beschreibt.<\/p>\n\n\n\n<p>Obwohl es hier keineswegs uninteressant ist. Eingebettet zwischen den Keimzellen des fr\u00fcheren spanischen Weltreiches, Kastilien-Leon und Navarra-Aragon, ist es eine unglaublich geschichtstr\u00e4chtige Region, die zudem touristisch sehr gut erschlossen ist, ohne wirklich touristisch zu sein. Dar\u00fcber hinaus traditionsreich, ohne verstaubt zu sein. Und nat\u00fcrlich weintechnisch Weltklasse, ohne arrogant zu sein. Und damit eine Region, an der fr\u00fcher oder sp\u00e4ter kein Weinkenner vorbeikommt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Everything You Need to Know About the Most Famous Wine Region of Spain (english version)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Often referred to as the Spanish Bordeaux, there are few regions in the world of wine that have attained such international acclaim and prestige. The Spanish themselves honor this by allowing Rioja to be one of the two regions in the country with the status of a DOCa (Denominaci\u00f3n de Origen Calificada), the highest possible classification in Spanish winemaking. There is another reason why Rioja and Bordeaux are frequently mentioned together: when the phylloxera catastrophe struck Spain at the end of the 19th century, Rioja was largely spared, enabling it to export to France, whose vineyards were completely ravaged. Many Spaniards who had learned the craft of winemaking in Bordeaux now saw French winemakers, having lost their livelihood, settle in northern Spain. They brought with them what was probably the best cellar technology expertise of the time, quickly adopted by the locals. Initially, wooden containers of all sizes were used. Nowadays, over a million barrique oak barrels, traditionally holding 225 liters each \u2013 a world record for a wine-growing area \u2013 are stored in the cellars of Rioja. Aging in these barrels gives the wines a complex aromatic profile and tremendous aging potential.<\/p>\n\n\n\n<p>What the Spaniards also learned from the French was the art of marketing. While the ingenious monks of the local monasteries had begun marking barrels destined for export to South and Central American colonies with their regional brands since the 16th century, they also promoted their products to pilgrims traveling the nearby Camino de Santiago from all over Europe. But the noble aura that surrounds the deep red drops today is ultimately due to brilliant marketing techniques that also elevated Bordeaux. Technological developments, such as the construction of a railway to Bilbao and onward to Bordeaux, the world&#8217;s most important red wine trading place, or the electrification of the town of Haro almost simultaneously with London and Paris, contributed to tremendous growth. This continued for about 50 years, until, like almost all of Spanish winemaking, Rioja fell into a \u2018Sleeping Beauty\u2019 slumber under General Franco, lasting until the 1970s. The comeback was then all the more impressive: Rioja became synonymous with Spanish red wine per se.<\/p>\n\n\n\n<p>In Rioja, 65,000 hectares are reserved for viticulture, which, compared to a total of one million hectares in all of Spain, might not seem much. However, Rioja is optimally sized to generate and meet global demand without succumbing to the temptation of producing inferior quality mass wines, a trap that its homeland has fallen into and continues to, to some extent. The star among Rioja&#8217;s grape varieties is, of course, Tempranillo. It dominates the blends, with the rest comprising Garnacha, Graciano, and Mazuelo. Most classic Rioja red wines exhibit the characteristic fragrant Tempranillo taste of forest berries, tobacco, and spices, but the intensity largely depends on the aging time, divided between a shorter barrel aging and a longer bottle aging period.<\/p>\n\n\n\n<p>The region, despite being relatively small, exhibits varied climatic and geological conditions. Both the Atlantic to the north and the Mediterranean to the east influence the region, creating a lively interplay between oceanic and Mediterranean climates. The Ebro River, the lifeline of the region, plays a crucial role, especially where rainfall is scarce, allowing winemakers to use it for irrigating the vines.<\/p>\n\n\n\n<p>To experience the raw essence of winemaking and the life of a winemaker, there are numerous charming villages among the 144 communities belonging to the Rioja DOCa. The most famous is probably Haro in the west. Every year, Haro hosts the &#8222;Batalla del vino&#8220; (Wine Battle), a significant folkloric event where two groups, dressed in white, sprinkle and pour vast amounts of red wine on each other after attending a Catholic mass. The Rioja Alta region, where we find ourselves, is the largest and most traditional of the three areas into which Rioja is divided. The oldest wineries are located here, many owned by families for generations, and the wines produced here are considered the best in all of Rioja.<\/p>\n\n\n\n<p>In contrast to Haro, Logro\u00f1o, the capital of the Autonomous Region of La Rioja, is much busier. Viticulture also plays a significant role here, especially concerning related trade and administrative activities. The combination of a good glass of wine with the pinchos offered in almost every eatery here is particularly rewarding. Pinchos, similar to the more famous tapas, are small appetizing snacks served on little wooden skewers.<\/p>\n\n\n\n<p>In conclusion, the Rioja wine region, with its rich history, varied climate, and innovative practices, stands as a prominent and prestigious wine-producing area. Its wines, ranging from traditional to modern styles, continue to enchant wine enthusiasts globally, solidifying its position in the international wine arena.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Todo lo que debes saber sobre la regi\u00f3n vin\u00edcola m\u00e1s famosa de Espa\u00f1a (versi\u00f3n espa\u00f1ola)<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Se le llama el Burdeos espa\u00f1ol, y, efectivamente, hay pocas regiones vin\u00edcolas en el mundo que hayan alcanzado una fama y renombre internacional tan notables. Los propios espa\u00f1oles valoran este hecho, permitiendo que la Rioja sea una de las dos regiones del pa\u00eds que tienen el estatus de DOCa, una Denominaci\u00f3n de Origen Calificada, la clasificaci\u00f3n m\u00e1s alta en la viticultura espa\u00f1ola. Pero hay otra raz\u00f3n por la que a menudo se menciona a Rioja y Burdeos en la misma frase: cuando la plaga de filoxera lleg\u00f3 a Espa\u00f1a a finales del siglo XIX, la Rioja se mantuvo principalmente a salvo y pudo exportar a Francia, cuya viticultura estaba completamente devastada.<\/p>\n\n\n\n<p>Muchos espa\u00f1oles hab\u00edan aprendido el oficio de la viticultura en Burdeos, y ahora eran los viticultores de all\u00ed quienes, tras la destrucci\u00f3n de sus vi\u00f1edos, se mudaron al norte de Espa\u00f1a. Lo que trajeron fue probablemente la mejor experiencia en tecnolog\u00eda de bodegas de la \u00e9poca, que los locales r\u00e1pidamente adoptaron. Al principio, se usaban barricas de madera de todos los tama\u00f1os. Hoy en d\u00eda, en las bodegas de la Rioja se almacenan m\u00e1s de un mill\u00f3n de barricas de roble, que tradicionalmente tienen una capacidad de 225 litros cada una, un r\u00e9cord mundial para una regi\u00f3n vin\u00edcola.<\/p>\n\n\n\n<p>La Rioja tiene un \u00e1rea de 65,000 hect\u00e1reas dedicadas a la viticultura. Aunque puede parecer peque\u00f1o en comparaci\u00f3n con el total de Espa\u00f1a, que tiene un mill\u00f3n de hect\u00e1reas, la Rioja tiene el tama\u00f1o \u00f3ptimo para generar y satisfacer una demanda mundial, sin caer en la tentaci\u00f3n de una producci\u00f3n masiva de menor calidad. La variedad de uva estrella de la Rioja es, por supuesto, el Tempranillo, que constituye la mayor parte de las mezclas, seguido por la Garnacha, Graciano y Mazuelo.<\/p>\n\n\n\n<p>Si quieres experimentar la viticultura en su forma m\u00e1s tradicional, hay muchos pueblos encantadores entre los 144 que pertenecen a la DOCa de la Rioja. Haro, probablemente el m\u00e1s famoso de ellos, es donde se celebra anualmente la &#8222;Batalla del vino&#8220;, una enorme celebraci\u00f3n donde, despu\u00e9s de una misa cat\u00f3lica, dos grupos vestidos de blanco se roc\u00edan con grandes cantidades de vino tinto.<\/p>\n\n\n\n<p>En resumen, aunque la Rioja es una regi\u00f3n relativamente peque\u00f1a, tanto sus condiciones clim\u00e1ticas como geol\u00f3gicas son muy variadas, lo que contribuye a la diversidad y riqueza de sus vinos, haciendo de esta regi\u00f3n una de las m\u00e1s reconocidas y apreciadas en el mundo del vino.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alles Wissenswerte \u00fcber die bekannteste Weinregion Spaniens Als das spanische Bordeaux wird sie bezeichnet, und in der Tat gibt es in der Weinwelt wenige Gebiete, die international derartige Bekanntheit und Renommee erlangt haben. 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