{"id":199369,"date":"2023-05-18T17:00:00","date_gmt":"2023-05-18T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=199369"},"modified":"2023-05-15T16:16:48","modified_gmt":"2023-05-15T14:16:48","slug":"das-weinbaugebiet-ribera-del-duero","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2023\/05\/das-weinbaugebiet-ribera-del-duero\/","title":{"rendered":"Das Weinbaugebiet Ribera del Duero"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fakten \u00fcber Spaniens Wunder Weinbauregion Ribera del Duero<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Historie des qualitativ hochwertigen Weinbaus, der die Ribera del Duero neben der Rioja und dem Priorat zur Herkunft der besten spanischen Rotweine macht, beginnt ziemlich sp\u00e4t, n\u00e4mlich erst vor 160 Jahren. Das ist umso verwunderlicher, weil sich die B\u00f6den der Provinz aufgrund ihrer H\u00f6henlage nicht besonders f\u00fcr den Anbau klassischer Feldfr\u00fcchte eignen, die landwirtschaftlichen M\u00f6glichkeiten abseits des Weinbaus also eher begrenzt sind. Aktuell sind 23 000 Hektar bestockt, in etwa so viele wie in der Pfalz. Das klingt nach recht viel, sind aber letztlich nur 2,3 Prozent der riesigen Gesamtrebfl\u00e4che Spaniens und nur noch halb so viel wie um die vorletzte Jahrhundertwende. Namensgeber der Region inmitten Kastiliens ist der sich durchziehende Fluss &#8211; Ribera del Duero meint nichts anderes als Ufer des Duero. Den haben die etwa 100 D\u00f6rfer der Region allerdings keineswegs f\u00fcr sich allein. Zwar entspringt er hier in der Bergkette Picos de Urbi\u00f3n, flie\u00dft dann aber 900 Kilometer weit nach Westen, bevor er bei Porto in den Atlantik m\u00fcndet. Dort in Portugal nennt man ihn Douro, an seinen Ufern wird etwa der Portwein erzeugt.<\/p>\n\n\n\n<p>Es ist fast unm\u00f6glich, die Geschichte der Ribera del Duero zu erz\u00e4hlen, ohne dabei gleichzeitig \u00fcber deren ber\u00fchmtestes Weingut zu sprechen, das vor anderthalb Jahrhunderten der verschlafenen Region den f\u00fcr Weinliebhaber klingenden Namen verlieh, den sie heute genie\u00dft. Denn mit Vega Sicilia hat man nicht nur einen wackeren Lokalmatador, sondern eine der prestigetr\u00e4chtigsten Bodegas in ganz Spanien. Entgegen ihres Namens hat sie nichts mit der Insel im S\u00fcden Italiens zu tun. Vielmehr leitet sich dieser von der heiligen C\u00e4cilia geweihten Kapelle ab, die nahe Valbuena an den Flussauen (\u201eVega\u201c) stand, an denen man sich niedergelassen hatte. 1864 war das, da reiste ein Grundbesitzer, dessen 2000 Hektar bisher nur f\u00fcr Schafzucht und Getreideanbau genutzt worden waren, ins Bordeaux und brachte von dort etwa 20 000 junge Rebensetzlinge mit, um sie auf 230 seiner Hektar anzupflanzen &#8211; allerdings vorwiegend typisch franz\u00f6sische wie Merlot, Malbec, Cabernet Sauvignon und Pinot Noir. Im Laufe der Zeit stellte sich jedoch heraus, dass der heimische Tempranillo den edlen Gew\u00e4chsen in vielerlei Hinsicht nicht blo\u00df ebenb\u00fcrtig, sondern sogar \u00fcberlegen war. Und so sank der \u201efranz\u00f6sische\u201c Anteil immer weiter ab, w\u00e4hrend der \u201espanische\u201c wuchs &#8211; heutzutage liegt das Verh\u00e4ltnis bei vier zu eins zugunsten des Tempranillo.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Advertorial_4-Kopie-1200x800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-199375\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Advertorial_4-Kopie-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Advertorial_4-Kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Advertorial_4-Kopie-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Advertorial_4-Kopie-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Advertorial_4-Kopie.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der nach einigen Konkursen und anschlie\u00dfenden Besitzerwechseln 1915 erstmals produzierte \u201e\u00danico\u201c ist der Spitzenwein dieses Spitzenweingutes und wahrscheinlich der absolute Archetyp eines spanisches Rotweins. Erst nach zehn Jahren Lagerung kommt er auf den Markt und wird dann regelm\u00e4\u00dfig mit Bestbewertungen \u00fcbersch\u00fcttet. Die damaligen Besitzer waren findige Marketingleute und verteilten Proben des \u00danico vor allem an befreundete Adlige und Mitglieder des spanischen K\u00f6nigshauses, die \u00fcber die finanziellen Mittel verf\u00fcgten, um eine st\u00e4ndige Nachfrage zu generieren und den Wein auf feierlichen Banketten bei ausl\u00e4ndischen Tischgenossen bekannt machten &#8211; auch wenn sich hartn\u00e4ckig das Ger\u00fccht h\u00e4lt, man h\u00e4tte einen Gro\u00dfteil des Weines still und heimlich in die Rioja gekarrt und dort unter der im In- und Ausland deutlich etablierteren Herkunftsbezeichnung verkauft. Wie dem auch sei, etwa 120 Jahre lang blieb Vega Sicilia so der unbestrittene Platzhirsch in einer weintechnisch eher simpel gestrickten Region. Ab den 80er Jahren dann trat Alejandro Fern\u00e1ndez und mit ihm sein Weingut Pesquera ins Rampenlicht. Dessen Weine waren ganz anders als der aristokratisch feine \u00danico: mehr Extrakt, viel amerikanisches Eichenholz, mundf\u00fcllend und druckvoll &#8211; ein neuer Weinstil war geboren. Und als dann noch Robert Parker die Ribera entdeckte und einer breiten \u00d6ffentlichkeit bekannt machte, kam ein unaufhaltsamer Aufstieg in Gang.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei man nicht unterschlagen kann, dass es neben den Ber\u00fchmten auch immer schon die Bodenst\u00e4ndigen gab und brauchte. 1927 entstand mit der Bodegas Protos die erste Winzergenossenschaft in der Gegend 150 Kilometer n\u00f6rdlich der Hauptstadt Madrid. Sie ist heutzutage mit 600 eigenen und 500 durch Vertragswinzer bestellte Hektar der gr\u00f6\u00dfte Betrieb der Region und hat genug Selbstbewusstsein gesammelt, um sich mit einem von Norman Forster entworfenen Kellereigeb\u00e4ude ein architektonisches Denkmal setzen lassen. Protos hie\u00df die Bodega dabei nicht immer: bis 1982 war ihr Name Ribera del Duero, diesen gab sie dann allerdings gro\u00dfz\u00fcgigerweise an die in jenem Jahr neu eingerichtete Denominaci\u00f3n de Origen ab. Zu dieser Zeit z\u00e4hlte man gerade einmal ein Dutzend Kellereien &#8211; heute, 40 Jahre sp\u00e4ter, sind es \u00fcber 200 und mehrere Tausend Klein- und Nebenerwerbswinzer, die diese mit ihren Trauben beliefern. Aufgrund der lediglich wenige Jahrzehnte w\u00e4hrenden Tradition haben die klassischen Altersklassifizierungen Crianza, Reserva und Gran Reserva hier nicht jenen hohen Stellenwert, der ihnen in den schon deutlich l\u00e4nger etablierten Weinbaugebieten zukommt. Stattdessen setzt man h\u00e4ufig entweder auf einen Ausbau nach selbst gew\u00e4hlter Dauer, die meist eher k\u00fcrzer als l\u00e4nger ausf\u00e4llt, oder vermarket, in Spanien eher untypisch, den Wein unter Angabe des Jahrgangs als sogenannte \u201eCosecha\u201c. Und auch die Vermarktung von Crus aus Einzellagen erf\u00e4hrt mittlerweile deutlich mehr Aufmerksamkeit.<\/p>\n\n\n\n<p>In direkter N\u00e4he zum Wasser des Duero herrschen Schwemmland- und Lehmb\u00f6den vor &#8211; vom Fluss im Laufe von Jahrhunderten Schicht um Schicht \u00fcbereinander abgelagert -, die f\u00fcr jene Winzer, die Ambitionen auf die Erzeugung von Spitzenweinen haben, aber eher uninteressant sind. Diese setzen stattdessen auf die kargen, sandigen H\u00f6henlagen mit stark kalkhaltigen Untergr\u00fcnden, entfernen sich dabei aber dennoch selten mehr als zwei oder drei Kilometer vom Fluss. Hier haben es die Rebst\u00f6cke nicht leicht &#8211; sie werden keineswegs verw\u00f6hnt, sondern m\u00fcssen Wasser und N\u00e4hrstoffe den B\u00f6den regelrecht abtrotzen. Das hindert sie daran, sich einen fetten, undifferenzierten Charakter zuzulegen &#8211; stattdessen geraten die Weine trotz ihrer dunkelbeerigen F\u00fclle filigran und elegant. Ist der Boden die Mutter der Weine, so ist das Klima der Vater. Ausgesprochen kontinental pr\u00e4sentiert es sich hier mit kurzen, hei\u00dfen Sommern, die aber durch k\u00fchle N\u00e4chte gemildert werden, und langen, kalten Wintern &#8211; alles in allem m\u00fcssen die Reben \u00fcber das Jahr eine Spanne von 60 Grad Celsius aushalten k\u00f6nnen. Da im Norden Gebirgsketten die meisten atlantischen Einfl\u00fcsse blockieren &#8211; auch den Regen, was die Region zu einer sehr trockenen macht -, wirkt einzig der Duero ein klein wenig regulierend auf die Temperatur ein. Der Unterschied zwischen Tag und Nacht sorgt daf\u00fcr, dass die Trauben viel von ihrer nat\u00fcrlichen S\u00e4ure behalten, was ihnen ein enormes Reifepotential beschert. Au\u00dferdem verhindert die dicke Schale einen sp\u00e4ter enorm hohen Alkoholgehalt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_9601-Kopie-1200x800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-199376\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_9601-Kopie-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_9601-Kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_9601-Kopie-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_9601-Kopie-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/IMG_9601-Kopie.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Der Hauptdarsteller ist, wie auch in der benachbarten Rioja, die Tempranillo. Hier kennt man ihn allerdings eher unter den Namen Tinto Fino oder Tinto del Pa\u00eds. Drei Viertel der gesamten Rebfl\u00e4chen sind ihm vorbehalten. Erst die Kombination mit anderen heimischen Roten wie Merlot, Malbec, Cabernet Sauvignon oder Garnacha macht aus ihm jedoch das dunkelviolette, fast schwarze Kraftpaket, ausgebaut in aller Regel in franz\u00f6sischen Barriquef\u00e4ssern, f\u00fcr das Weinliebhaber oft viele Hundert Euro zahlen. Obwohl der Tempranillo ins Deutsche \u00fcbertragen der \u201ekleine Fr\u00fche\u201c genannt wird, weil seine Beeren kleiner und deutlich eher reif als die anderer roter Reben sind, findet die Lese in der Ribera del Duero vergleichsweise sp\u00e4t statt. Sp\u00e4ter als im Bordeaux etwa, das dazu noch deutlich weiter n\u00f6rdlich liegt. Verantwortlich daf\u00fcr sind die Lagen auf 700 bis \u00fcber 1000 Meter Seeh\u00f6he, in denen der Niederschlag gering ist. \u00dcberdies ist die Maischestandzeit sehr lang, um ein Maximum an Phenolen und Farbstoffen aus den Schalen zu extrahieren. Haupts\u00e4chlich rote Rebsorten sind es also, die hier wachsen. Wobei \u201ehaupts\u00e4chlich\u201c etwas missverst\u00e4ndlich ist, denn es ist \u00fcberhaupt nur eine einzige wei\u00dfe Rebsorte zugelassen. Diese h\u00f6rt auf den Namen Albillo Mayor und bringt bei Ertragsreduktion und gutem Ausbau spannende und singul\u00e4re Weine hervor. Diese stehen mit ihrer Frische, mittleren S\u00e4urewerten und moderatem Alkoholgehalt in einem h\u00fcbschen Kontrast zu den m\u00e4chtigen, monolithischen Rotweinen, in deren Schatten sie stehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wobei es in Bezug auf diese feine Unterschiede gibt, je nachdem, aus welchem Part der Ribera sie stammen. Zwar existiert nicht wirklich eine offizielle Unterteilung, gewisse geschmackliche Differenzierungen lassen sich aber nichtsdestotrotz vornehmen. Beginnt man im warmen Westen der Region mit ihren etwas mehr als 100 Kilometern Ausdehnung &#8211; bei Pe\u00f1afiel -, hat man im Glas viel Frucht unterlegt mit einer dezenten W\u00fcrze. Deutlich gehaltvoller, ja geradezu \u00fcberw\u00e4ltigend muskul\u00f6s geraten sie im Herzen der Ribera rund um das St\u00e4dtchen Roa, w\u00e4hrend die Weine im \u00f6stlich gelegenen Soria mit einer schier unglaublichen Finesse begeistern, die zwischen dunkelbeerig-kirschigen Aromen und r\u00f6stigen, tanninreichen Noten nach Bitterschokolade, Tabak, Zedernholz und Lakritz changiert.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"640\" height=\"480\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_3-Kopie.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-199380\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_3-Kopie.jpg 640w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_3-Kopie-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich darf es in einer Region, die solche Weine von Weltrang produziert, nicht an \u00e4hnlich hochwertiger K\u00fcche fehlen. Um ein optimales Pairing f\u00fcr die gehaltvollen Roten zu haben, besucht man am besten eines der vielen Grillrestaurants. Was f\u00fcr Deutsche erstmal verd\u00e4chtig nach H\u00e4hnchen am Drehspie\u00df klingt, sind in Wahrheit kulinarische Tempel, in denen man aus traditionellen Ton\u00f6fen K\u00f6stlichkeiten wie Spanferkel und in Milch geschmortes Lamm reicht, dazu die beliebte Morcilla, eine Wurst aus Blut, Fett, Zwiebeln und Reis. Da die kastilische Hochebene jahrhundertelang ein einfacher, agrarisch gepr\u00e4gter Landstrich war, sind es bis heute vor allem die deftig-nahrhaften H\u00fclsenfrucht-Eint\u00f6pfe der Bauern und die vielen traditionellen Schafsk\u00e4sesorten der Hirten wie Zambrano und Manchego, die sich bei den Einheimischen gro\u00dfer Beliebtheit erfreuen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wem es dort auf Dauer zu warm wird, der kann sich in malerischen St\u00e4dtchen wie Aranda de Duero, dem Hauptort der Region, hinab begeben in das weit verzweigte Kellersystem, in dem man fr\u00fcher die F\u00e4sser lagerte. Die meisten sind \u00fcber Schallr\u00f6hren miteinander verbunden, sodass man sich unterirdisch mithilfe des nat\u00fcrlichen Halls \u00fcber weite Strecken miteinander verst\u00e4ndigen konnte. Diese Keller sind ein Zeugnis f\u00fcr eine Weinbauhistorie, die schon seit der R\u00f6merzeit andauert &#8211; unterbrochen nur in der relativ kurzen Zeit, als die muslimischen Mauren so weit in den spanischen Norden vordringen konnten. Sie gemahnen in ihrer fast r\u00fchrenden R\u00fcckst\u00e4ndigkeit aber auch daran, dass traditionelle Landwirtschaft allein eine Region nicht \u00fcber Wasser halten kann: viele Familien haben der Ribera im Zuge der Industrialisierung den R\u00fccken gekehrt, heutzutage z\u00e4hlt der ganze Landstrich gerade einmal 50 000 Einwohner. Wie viel Herzblut die Winzer der Region dennoch oder gerade deswegen in ihre Weine stecken, l\u00e4sst sich besonders an der Arbeit im Weinberg erkennen: obwohl eine Erntemenge von sieben Tonnen pro Hektar zul\u00e4ssig w\u00e4re, sind es im Durchschnitt weniger als viereinhalb, die gelesen werden. Der starke R\u00fcckschnitt beg\u00fcnstigt eine h\u00f6here Aromenkonzentration in den verbliebenen Trauben, die ohnehin schon kleiner und dickschaliger ausfallen als in der benachbarten Rioja. Dar\u00fcber hinaus werden vier F\u00fcnftel von ihnen von Hand gelesen &#8211; in den gebirgigen Lagen mit ihren steinigen B\u00f6den, die bei einem unbedachten Schritt schnell mal ins Rutschen geraten, ein kompliziertes Unterfangen. Und obwohl Vega Sicilia, Pesquera, Pingus und Co. sich ihre Tropfen dementsprechend f\u00fcrstlich entlohnen lassen, h\u00e4lt die Ribera auch zahlreiche f\u00fcr den kleinen Geldbeutel bereit &#8211; damit niemandem der atemberaubende Erfolg dieser Region suspekt bleiben muss.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_5-Kopie-1-1200x800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-199379\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_5-Kopie-1-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_5-Kopie-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_5-Kopie-1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_5-Kopie-1-1536x1023.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/Monteabellon_Ernte_2016_5-Kopie-1.jpg 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fakten \u00fcber Spaniens Wunder Weinbauregion Ribera del Duero Die Historie des qualitativ hochwertigen Weinbaus, der die Ribera del Duero neben der Rioja und dem Priorat zur Herkunft der besten spanischen Rotweine macht, beginnt ziemlich sp\u00e4t, n\u00e4mlich erst vor 160 Jahren. 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