{"id":200463,"date":"2023-09-07T17:00:00","date_gmt":"2023-09-07T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=200463"},"modified":"2023-08-31T09:54:27","modified_gmt":"2023-08-31T07:54:27","slug":"das-weinbaugebiet-toro","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2023\/09\/das-weinbaugebiet-toro\/","title":{"rendered":"Das Weinbaugebiet Toro"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das spanische Anbaugebiet Toro stellt sich vor<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Ein Weinbaugebiet in Spanien k\u00f6nnte wohl kaum einen landestypischeren Namen tragen als Toro, zu deutsch Stier. Das ist nicht etwa ein moderner Marketing-Gag, sondern geht auf den Stammesverband der Keltiberer zur\u00fcck, die das reizvolle St\u00e4dtchen auf dem Felsplateau, dessen Name stellvertretend f\u00fcr die ganze Region steht, schon in der Antike so benannten. Sie selbst betrieben wohl noch keinen Weinbau im gr\u00f6\u00dferen Stil. Der gelangte erst mit der r\u00f6mischen Kolonialmacht in diesen recht entlegenen nordwestlichen Teil Zentralspaniens &#8211; genauer gesagt an die Ufer des R\u00edo Duero, der, wenn er an Toro entlangflie\u00dft, schon die Weinbaugebiete Ribera del Duero, Cigales und Rueda hinter sich hat. Der Klassiker-Status endet aber keineswegs mit der Benennung. Auch sonst erf\u00fcllt Toro das, was man landl\u00e4ufig von einem \u201eecht spanischen\u201c Anbaugebiet erwarten w\u00fcrde: den Fokus auf Rotwein und explizit nat\u00fcrlich auf den meist sortenrein abgef\u00fcllten Tempranillo. Der tritt hier als lokale Variation mit dem Namen Tinta de Toro auf, die genau genommen die Urform des Tempranillo ist &#8211; bedingt durch die rauen Umweltbedingungen kleiner und dickschaliger, damit auch tannin- und extraktreicher als die Verwandten aus Rioja und Co.<\/p>\n\n\n\n<p>Gelegen auf der Hochebene im Zentrum der Iberischen Halbinsel, der sogenannten Meseta, stehen die Rebst\u00f6cke auf einer H\u00f6he von etwa 600 bis 800 Metern in den j\u00e4hrlich 3000 Sonnenstunden ziemlich exponiert. Allerdings sinken die Temperaturen hier zum sp\u00e4ten Abend hin wesentlich schneller als an der Talsohle und auch die m\u00e4\u00dfigende Wirkung des dort unten entlangflie\u00dfenden Duero reicht nicht so weit hinauf &#8211; diese k\u00fchlen N\u00e4chte mit oft an die 25 Grad weniger als tags\u00fcber sind eine elementare Voraussetzung f\u00fcr die Erzeugung hochwertiger Weine. Allgemein sind die Trauben dem recht extremen kontinentalen Klima mit hei\u00dfen Sommern, frostigen Wintern und sehr wenig Niederschlag, was die Region zu einer der trockensten des ganzen Landes macht, schlicht schutzlos ausgeliefert. Dementsprechend gering sind die Ertr\u00e4ge, dementsprechend hochkonzentriert und dunkelw\u00fcrzig pr\u00e4sentieren sich die Weine, die zu mindestens drei Vierteln aus Tempranillo bestehen m\u00fcssen. Insbesondere die alten Rebst\u00f6cke, die teilweise noch Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt wurden, bringen Weine von famoser F\u00fclle und W\u00e4rme hervor. Die Reben tragen zwar weniger Trauben als die j\u00fcngeren Exemplare, ergeben aber deutlich expressiveren Wein und trotzen dem Wassermangel besser, da ihre Wurzeln tiefer in den Untergrund reichen. Der tr\u00e4gt seinerseits, farblich zwischen Rotbraun und Ocker changierend, durch seine relative Kargheit und Durchl\u00e4ssigkeit zus\u00e4tzlich zur K\u00e4mpfernatur des Tempranillo bei. Eisen und vom Fluss im Laufe der Zeit abgelagerter Kalk durchsetzen den dominierenden Sand und wirken als nat\u00fcrliche D\u00fcnger, die das Wachstum der Beeren f\u00f6rdern, den Rebstock optimal mit Mineralstoffen versorgen und durch ihren basischen Charakter die S\u00e4ureentwicklung im Zaum halten. Faktisch reguliert die Beschaffenheit des Terroirs die Ertr\u00e4ge also massiv, gibt den wenigen verbliebenen Trauben aber die allerbesten Voraussetzungen mit auf den Weg. Die Garnacha, die zweite rote Rebe Toros, erreicht unter diesen Voraussetzungen die Qualit\u00e4t der Tinta de Toro nicht, und auch Verdejo und Malvasia auf der wei\u00dfen Seite k\u00f6nnen kaum mithalten. Viele Pflanzen sind wurzelecht, denn das nach der Reblausplage in Europa etablierte Aufpfropfen war in Toro nicht n\u00f6tig: auf dem sandigen Boden konnten die Sch\u00e4dlinge sich nicht gut fortbewegen, sodass man die Katastrophe nicht nur recht unbeschadet \u00fcberstand, sondern sogar noch gro\u00dfe Mengen ins komplett verheerte Frankreich exportieren konnte.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/02_70A7050-pq-Kopie-1200x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200497\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/02_70A7050-pq-Kopie-1200x600.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/02_70A7050-pq-Kopie-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/02_70A7050-pq-Kopie-768x384.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/02_70A7050-pq-Kopie-1536x768.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/02_70A7050-pq-Kopie.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Schon w\u00e4hrend des sp\u00e4ten Mittelalters war die geografische Lage Toros besonders unter Marketing-Gesichtspunkten hervorragend: das nahe Valladolid fungierte als Hauptstadt des K\u00f6nigreichs Kastilien, wenige Jahre sogar Gesamtspaniens und orderte regelm\u00e4\u00dfig gro\u00dfe Mengen Wein f\u00fcr den h\u00f6fischen Bedarf. \u00c4hnlich hielt es Salamanca, wo an der \u00e4ltesten Universit\u00e4t des Landes Professoren und Studenten &#8211; beide f\u00fcr die damalige Zeit sehr betuchte Gruppen &#8211; sich nach den Vorlesungen gern ausgiebigen Zechgelagen hingaben. Ironischerweise findet sich am reich verzierten Hauptportal noch heute die Plastik einer Kr\u00f6te, die auf einem Totensch\u00e4del hockt &#8211; eine Erinnerung an die Studentenschaft, dass sie ihre z\u00fcgellosen Ausschweifungen im Diesseits nach dem Tode b\u00fc\u00dfen w\u00fcrden. Diese Mahnung ernster als jene nahmen wahrscheinlich die vielen Pilger, die Richtung Santiago de Compostela str\u00f6mten und sich in Toro mit fl\u00fcssiger Wegzehrung f\u00fcr den letzten Teil des Jakobsweges eindeckten. Und auch die Geistlichen in der Wallfahrtsstadt selbst bekundeten reges Interesse, sodass der K\u00f6nig von Leon sie im 13. Jahrhundert mit reichhaltigen Weinbergs-Schenkungen in der Gegend um Toro bedachte und damit die Herrschaft der Kirche \u00fcber den Weinbau auch dort nachhaltig sicherte. Die machte ihre Sache mit den anvertrauten Reben denn auch sehr gut: Weine aus Toro genossen etliche Privilegien, wurden am spanischen K\u00f6nigshof gereicht, der zu dieser Zeit ansonsten fast ausschlie\u00dflich nach Wei\u00dfwein verlangte, und durften an wichtigen Weinhandelspl\u00e4tzen wie etwa Sevilla als einzige gebietsfremde Erzeugnisse feilgeboten werden. Auch Kolumbus soll auf seinen Reisen den bei ihm hoch im Kurs stehenden Wein aus Toro als Proviant mitgef\u00fchrt und m\u00f6glicherweise sogar ein Glas davon auf die Entdeckung Amerikas erhoben haben.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"600\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/01_70A0175-Kopie-1200x600.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200498\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/01_70A0175-Kopie-1200x600.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/01_70A0175-Kopie-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/01_70A0175-Kopie-768x384.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/01_70A0175-Kopie-1536x768.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/01_70A0175-Kopie.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz dieser strahlenden Vergangenheit hatte Toro es, \u00e4hnlich wie viele andere spanische Weinbaugebiete, im 20. Jahrhundert nicht besonders leicht: von weit \u00fcber 30000 Hektar sank die Rebfl\u00e4che \u00fcber Jahrzehnte immer weiter ab, bis sie schlie\u00dflich unter 1000 lag. Die heute wieder rund 6000 Hektar bestockter Fl\u00e4che sind denn auch immer noch nicht ansatzweise so landschaftspr\u00e4gend wie die schier endlosen Weizenfelder, welche der Region den Beinamen Tierra del Pan, Land des Brotes, eingetragen haben. Das h\u00e4ngt auf der einen Seite mit der jahrzehntelang nicht eben winzerfreundlichen Politik der Regierung zusammen &#8211; in den D\u00fcrrejahren der sp\u00e4ten 40er opferte man massiv Rebfl\u00e4chen f\u00fcr den Getreideanbau -, aber auch mit internen Problemen. Selbstgen\u00fcgsam hatte man weder die Kellertechnik auf einem aktuellen Stand gehalten, weswegen die Weine oft vermeidbare Fehlnoten aufwiesen, und, was eigentlich noch schlimmer war: man hatte den allgemeinen Trends der Konsumentenw\u00fcnsche keinerlei Beachtung geschenkt. War man seit ewigen Zeiten gut gefahren mit sehr schweren und alkoholreichen Weinen, ignorierte man geflissentlich die vermehrte Nachfrage nach leichteren, feinfruchtigen Roten, die in den 80ern langsam einsetzte. Doch gottseidank gab es einige mutige Pioniere. Als ein solcher Pate des modernen Weinbaus in Toro kann Manuel Fari\u00f1a gelten. Der junge Hei\u00dfsporn hatte gerade erst sein Weinbau-Studium beendet, da begann er, den v\u00e4terlichen Betrieb radikal umzukrempeln. Zuerst schaffte er Edelstahltanks an, die sich dauerhaft k\u00fchlen lie\u00dfen, dann verlegte er den traditionell auf den 12. Oktober datierten Lesebeginn um vier Wochen nach vorn, was heute den allgemeinen Standard darstellt. Die marmeladig-fetten Weine mit ihren gut und gern 17 oder 18 Volumenprozent, die eher an billigen Lik\u00f6r erinnerten, sollten endlich der Vergangenheit angeh\u00f6ren. Mittlerweile ist der Alkoholgehalt von offizieller Seite auf h\u00f6chstens 15 Prozent gedeckelt, liegt aber \u00fcblicherweise eher bei 13 bis 14. Auch auf fortschrittliche Formen der Reberziehung setzte Fari\u00f1a. Sp\u00e4testens hier wurde es vielen Winzern der alten Schule zu bunt &#8211; die meisten pflegen nach wie vor Einzelstockerziehung und nicht das Aufziehen auf Drahtrahmen. Auch die maschinelle Lese konnte sich nicht wirklich durchsetzen, sodass der Anteil an Handarbeit im Weinberg nach wie vor recht hoch ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was Fari\u00f1a aber nachhaltig zu etablieren gelang und letztlich den alles ver\u00e4ndernden Quantensprung in der Weinbereitung bedeutete, war der Ausbau in Eichenholzf\u00e4ssern. 1987 wurden seine Bem\u00fchungen auch von offizieller Seite anerkannt: man verlieh Toro den Status einer gesch\u00fctzten Herkunftsbezeichnung, die neben Landweinen nun auch Qualit\u00e4tsweine vermarkten durfte, und Fari\u00f1a wurde der erste Pr\u00e4sident der neuen Appellation. Diese Entwicklung wiederum f\u00fchrte dazu, dass Bodegas aus dem benachbarten Ribera del Duero aufmerksam wurden. Dort war der Rotwein-Boom gerade auf seinem H\u00f6hepunkt, weswegen man nach neuen Investitionsm\u00f6glichkeiten suchte, um die Nachfrage befriedigen zu k\u00f6nnen. Stars der Branche wie Pesquera und Vega Sicilia z\u00f6gerten nicht lange und erwarben Weinberge in Toro &#8211; und brachten viel technisches Know-how mit, das wiederum zu einem Anstieg des allgemeinen Niveaus beitrug. Aber es gibt nat\u00fcrlich auch jene Betriebe, die es als echte Toro-Urgesteine zu H\u00f6chstleistungen gebracht haben, allen voran Numanthia. Die Trauben f\u00fcr das Aush\u00e4ngeschild des sehr jungen Weingutes, den Termanthia, dessen 2004er Jahrgang mit sagenhaften 100 Parker-Punkten ausgezeichnet wurde, stammen aus einem einzigen Weinberg, der mit nur 900 Reben pro Hektar bestockt ist &#8211; die offizielle Untergrenze. Nach oben hin ist bei 2700 Reben Schluss, die zwar von vielen ausgesch\u00f6pft werden, allerdings verzichtet man in guten Jahren auf eine vollumf\u00e4ngliche Lese, um in schlechten die M\u00f6glichkeit der Selektion zu haben, ohne dass die Lesemenge abf\u00e4llt.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"799\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/23112020-DSC_0442-PilarValbuena-Kopie-1-1200x799.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200496\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/23112020-DSC_0442-PilarValbuena-Kopie-1-1200x799.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/23112020-DSC_0442-PilarValbuena-Kopie-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/23112020-DSC_0442-PilarValbuena-Kopie-1-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/23112020-DSC_0442-PilarValbuena-Kopie-1-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/23112020-DSC_0442-PilarValbuena-Kopie-1.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Da die Kunden sich einerseits die lagerf\u00e4higen, fast schwarzen Extraktbomben w\u00fcnschen, f\u00fcr die Toro seit jeher bekannt ist, andererseits aber auch schon fr\u00fch trinkreife, unkomplizierte Alltagsweine, haben sich die Winzer die Maceraci\u00f3n carbonica, die Kohlens\u00e4uremaischung, angeeignet, die sonst haupts\u00e4chlich im Beaujolais Verwendung findet. Bei dieser m\u00f6glicherweise \u00e4ltesten Art der Rotweinherstellung \u00fcberhaupt werden die Trauben ohne vorherige Pressung als Ganzes eingemaischt, was eine sehr umsichtige Lese und ebensolchen Transport erfordert, um die Beeren nicht zu verletzen. Unter Schutzgasatmosph\u00e4re findet nun ohne den Zusatz von Hefen eine intrazellul\u00e4re G\u00e4rung statt &#8211; faktisch wird das Lesegut also einfach sich selbst \u00fcberlassen, anderthalb bis zwei Wochen lang, bevor der Most konventionell weiterverarbeitet wird. W\u00e4hrend dieser Zeit platzen die Beeren auf und verf\u00e4rben sich von Dunkelblau zu einem milchigen Hellviolett. Das Ergebnis betont vor allem Nase und Geschmack, die durch bestimmte Phenolverbindungen einen sogenannten Bonbon-Ton nach D\u00f6rrobst und tropischen Fr\u00fcchten annehmen, w\u00e4hrend Tannin und S\u00e4ure auf einem sehr moderaten Niveau verbleiben.<\/p>\n\n\n\n<p>Ob man nun eher ein Fan solcher Leichtgewichte ist oder doch eher die Klassiker bevorzugt, eines steht fest: kaum ein Weinbaugebiet &#8211; mit Ausnahme des Priorats vielleicht, das aber preislich in einer h\u00f6heren Kategorie spielt &#8211; hat in den vergangenen Jahrzehnten einen derart kometenhaften (Wieder-)Aufstieg hingelegt wie Toro. Das hat dem Landstrich zwischen Zamora und Tordesillas, der traditionell kaum \u00fcber Industrie verf\u00fcgt und auf die Ertr\u00e4ge aus der Landwirtschaft und den Durchreiseverkehr von und nach Portugal angewiesen ist, einen ordentlichen Schub verpasst, denn immer mehr Genuss-Touristen wollen den Ursprung ihrer Lieblingsweine erkunden. Gleichzeitig wurde eine Weinbautradition aus dem Dornr\u00f6schenschlaf geweckt, die in fr\u00fcheren Jahrhunderten den stolzen Anspruch hatte, qualitative Referenzregion f\u00fcr ganz Spanien zu sein. Und mit dem Potential bis zu 200 Jahre alter Reben und der Dynamik eines kontinuierlichen j\u00e4hrlichen Wachstums von 100 Hektar stehen die Chancen sehr gut, aus dieser Vergangenheit Zukunft werden zu lassen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das spanische Anbaugebiet Toro stellt sich vor Ein Weinbaugebiet in Spanien k\u00f6nnte wohl kaum einen landestypischeren Namen tragen als Toro, zu deutsch Stier. 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