{"id":200543,"date":"2023-10-09T17:00:00","date_gmt":"2023-10-09T15:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=200543"},"modified":"2023-10-30T11:00:08","modified_gmt":"2023-10-30T10:00:08","slug":"das-weinbaugebiet-burgund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2023\/10\/das-weinbaugebiet-burgund\/","title":{"rendered":"Das Weinbaugebiet Burgund"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Von Weinen die man auf Knien und mit entbl\u00f6\u00dftem Haupt trinkt<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/Burgund.mp3\"><\/audio><\/figure>\n\n\n\n<p><em>Audio \u00fcber das Weinbaugebiet Burgund h\u00f6ren<\/em><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">Eine kleine Warnung direkt zu Beginn: selbst im sich ohnehin schon nicht so leicht erschlie\u00dfenden Frankreich hat das Burgund noch einmal eine Sonderstellung inne, die Weinbegeisterte durchaus zur Verzweiflung treiben kann. Verantwortlich daf\u00fcr ist die hochkomplexe, wenn auch keineswegs willk\u00fcrliche Weinbergsstruktur, die es Laien fast unm\u00f6glich macht, sehr gute von m\u00e4\u00dfigen Weinen zu unterscheiden. Denn ja, es gibt auch in der Bourgogne, wie die Franzosen selbst dieses neben dem Bordeaux wohl ber\u00fchmteste Anbaugebiet der Welt nennen, gro\u00dfe qualitative Unterschiede. Anders als etwa in Deutschland kann nicht davon ausgegangen werden, dass aus einer der rund 40 Grand-Cru-Lagen auch zwangsl\u00e4ufig erstklassige Weine stammen &#8211; vielmehr gibt die Klassifizierung an, welche Qualit\u00e4t theoretisch m\u00f6glich w\u00e4re, wenn der Winzer das Potential optimal aussch\u00f6pfen w\u00fcrde. Allerdings werden die Lagen, die sogenannten climats, nicht von einem einzigen, sondern von einer Vielzahl unterschiedlicher Winzer bestellt, und oft profitieren die vielen durchschnittlichen \u00fcber das Renommee der Lage von der M\u00fche der wenigen exzellenten, indem sie deren Preise leicht unterbieten, daf\u00fcr aber viel schlechtere Qualit\u00e4t liefern. Schuld an der extremen Parzellierung ist das Prinzip der Realteilung, das vorsah, dass jedem Erbberechtigten der gleichen Anteil an der Erbmasse zufallen solle. Das hat einerseits zur Folge, dass mancher Winzer nur ein paar Quadratmeter einer Lage sein Eigen nennt, dass aber derselbe Winzer wiederum in zwei Dutzend Gemeinden jeweils eine Rebfl\u00e4che besitzt. An die Situation \u00fcberschaubarer machende Flurbereinigungen ist aufgrund der astronomischen Bodenpreise von teils mehrerer Millionen Euro pro Quadratmeter gar nicht zu denken. Als ebenso bedeutsam wie die Arbeit der Weinbauern selbst hat sich darum die der \u00f6rtlichen Weinh\u00e4ndler erwiesen. Diese kaufen kleineren Erzeugern ihre Ertr\u00e4ge ab, \u00fcbernehmen die Kellerarbeit und mischen sie mit denen angrenzender Parzellen, um \u00fcberhaupt eine Gesamtmenge zu erreichen, mit der sich ein internationaler Vertrieb rechnet.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Benjamin-Leroux_Bilder_Meursault-vines-Kopie-1200x800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200551\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Benjamin-Leroux_Bilder_Meursault-vines-Kopie-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Benjamin-Leroux_Bilder_Meursault-vines-Kopie-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Benjamin-Leroux_Bilder_Meursault-vines-Kopie-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Benjamin-Leroux_Bilder_Meursault-vines-Kopie-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/Benjamin-Leroux_Bilder_Meursault-vines-Kopie.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Aber erst einmal von vorn. Das Burgund hat eine bewegte, sehr stolze Geschichte, von der heutzutage au\u00dfer dem mythisch anmutenden Namen nicht viel verblieben ist. Nicht einmal der territoriale Zusammenhang ist noch nachzuvollziehen, nachdem es Frankreich 2016 mit der Franche-Comt\u00e9 zu einer Gro\u00dfregion vereinigte. Die Zeit der burgundischen K\u00f6nigreiche im fr\u00fchen Mittelalter ist &#8211; obwohl sie etwa den Stoff f\u00fcr die Nibelungensage liefert &#8211; dabei historisch gar nicht mal so interessant. Wirklichen Einfluss erlangt Burgund n\u00e4mlich erst in Form eines Herzogtums im 14. und 15. Jahrhundert, als es von einer Seitenlinie des franz\u00f6sischen K\u00f6nigshauses regiert wird und sich durch seine strategisch g\u00fcnstige Lage zwischen Frankreich und dem Heiligen R\u00f6mischen Reich zu einem bedeutenden Player auf der europ\u00e4ischen B\u00fchne entwickelt. Gro\u00dfen Einfluss sicherten der fl\u00e4chenm\u00e4\u00dfig eher kleinen Herrschaft dabei vor allem die schier unermesslichen Abgaben, die von den zugeh\u00f6rigen St\u00e4dten Flanderns geleistet wurden &#8211; zu der Zeit die unangefochtenen wirtschaftlichen Zentren Europas. Und schon Philipp der K\u00fchne, der erste Herzog von Burgund, fuhr eine kluge Strategie, um \u201eseine\u201c Pinot noirs auf internationalem Parkett bekannt zu machen: er untersagte dessen D\u00fcngung und bewirkte damit eine qualit\u00e4tssteigernde Ertragsreduktion, zudem verbot er den Anbau der ertragreichen, aber wenig aromatischen Konkurrenzrebe Gamay als \u201egesundheitssch\u00e4dlich\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu dieser Zeit des Sp\u00e4tmittelalters konnte man im Burgund bereits auf eine tausendj\u00e4hrige Weinbautradition zur\u00fcckblicken. Die R\u00f6mer hatten ihn eingef\u00fchrt, die M\u00f6nche bedeutender Abteien wie Saint-Vivant, Cluny und Clos-Vougeot brachten ihn zu einer ersten gro\u00dfen Bl\u00fcte. Dabei half ihnen eine wichtige Beobachtung: Wein nimmt, je nachdem, wo genau er gewachsen ist, ganz unterschiedliche Aromatiken an. Die Idee des Terroirs war geboren! Emsig und gewissenhaft machten die Br\u00fcder sich in der Folge daran, Lagen voneinander abzugrenzen, in bessere und schlechtere zu unterscheiden. Damit legten sie wiederum den Grundstein f\u00fcr die heutige Qualit\u00e4tspyramide, an deren Spitze mit lediglich 1,5 Prozent der Gesamtproduktion die Grand Crus stehen &#8211; gefolgt von den Premier Crus und den Village-Weinen, die nicht mehr aus einer einzelnen Lage, aber immerhin noch aus einem einzigen Ort stammen m\u00fcssen. Unten stehen die regionalen Appellationen, die lediglich verb\u00fcrgen, dass die Trauben irgendwo im Burgund gelesen wurden. Das System verdeutlicht, dass wirklich nur einem absoluten Bruchteil die Ehre zuteil wird, sich als eine der besten Lagen zu vermarkten, und war Vorbild f\u00fcr viele Klassifikationen weltweit, so auch f\u00fcr den deutschen VDP.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"799\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_4-Kopie-2-1200x799.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200552\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_4-Kopie-2-1200x799.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_4-Kopie-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_4-Kopie-2-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_4-Kopie-2-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_4-Kopie-2.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Burgunder bringt man oft mit Kalk als angestammtem Untergrund in Verbindung. Tats\u00e4chlich wird die C\u00f4te d\u2019Or, das Herzst\u00fcck der Region, durch eine m\u00e4chtige Jurakalk-Abbruchkante quasi mittig zerschnitten, und die besten Weine stammen auch von stark kalkhaltigen B\u00f6den. Da sich das Burgund aber zwischen Dijon und Lyon \u00fcber eine Strecke von fast 200 Kilometern erstreckt, sind die Bodenprofile erstaunlich vielf\u00e4ltig. Auf der kalkig-mergeligen Grundsubstanz traten durch Erosion und tektonische Verschiebungen kristalline Gesteine wie Granit, Sedimentgestein wie Blauschiefer und Kies, aber auch Lehm und Vulkangestein an die Oberfl\u00e4che. Von all diesen geologischen Eigenarten hatten die M\u00f6nche wohl nur eine sehr verschwommene Ahnung, was ihre Leistung umso gr\u00f6\u00dfer erscheinen l\u00e4sst. Auf diesen B\u00f6den gedeihen fast ausschlie\u00dflich &#8211; das ist jetzt wenig verwunderlich &#8211; die im Franz\u00f6sischen Pinots genannten Reben. Den putzigen Namen verdanken sie der Form der Trauben, die an einen Pinienzapfen erinnert. Und es gibt sie schon ziemlich lange: die Urform entstand vor 2000 Jahren im Norden Frankreichs und entwickelte sich vor allem durch nat\u00fcrliche Kreuzung mit dem Wei\u00dfen Heunisch zu zahlreichen Sorten. Das Burgund ist damit auch das einzige Weinbaugebiet weltweit, das gleich einer ganzen Wein-Familie den Namen gegeben hat.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1200\" height=\"800\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_Boudriotte-Kopie-2-1200x800.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200553\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_Boudriotte-Kopie-2-1200x800.jpg 1200w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_Boudriotte-Kopie-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_Boudriotte-Kopie-2-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_Boudriotte-Kopie-2-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/FontaineGagnard_phots_Boudriotte-Kopie-2.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Wobei zahlreiche Mitglieder ebendieser im Burgund gar keine Rolle spielen, etwa Pinot Gris und Pinot Blanc oder Pinot Meunier. Der nahezu ausschlie\u00dfliche Fokus liegt bei den Wei\u00dfen auf Chardonnay, der die H\u00e4lfte, und bei den Roten auf Pinot Noir, der ein weiteres Drittel der Gesamtfl\u00e4che von 40 000 Hektar f\u00fcr sich in Anspruch nehmen. Das geht so weit, dass auf von hier stammenden j\u00e4hrlich etwa 200 Millionen Weinflaschen die Rebsorte nur dann angegeben werden muss, wenn der Inhalt nicht einer der beiden Rebsorten entstammt. Anders als etwa in der Champagne und dem Bordeaux findet im Burgund auch kein Verschnitt verschiedener Sorten statt. Der Pinot Noir erreicht hier in aller Regel recht hohe S\u00e4uregrade, hat aber dennoch einen seidigen Grundzug. Tannin und Alkohol sind eher m\u00e4\u00dfig ausgepr\u00e4gt, was dem kontinentalen Klima mit seinen kurzen Sommern und den Kalkb\u00f6den geschuldet ist. Er ist von Natur aus sehr sensibel und reagiert mit wahrnehmbaren geschmacklichen Ver\u00e4nderungen auch auf kleinste Unterschiede von Mikroklima und Boden. Die meisten Weinberge sind nach S\u00fcden oder S\u00fcdosten ausgerichtet, um im recht weit n\u00f6rdlich gelegenen Burgund das Sonnenlicht m\u00f6glichst optimal zu nutzen. W\u00e4hrend viele Pinot noirs mit l\u00e4ngerer Lagerung geschmacklich abbauen, bergen die hiesigen ein gigantisches, jahrzehntelanges Reifepotential. Die zweite rote Rebsorte, der Gamay, f\u00fchlt sich auf den kalkigen B\u00f6den weniger wohl und pr\u00e4feriert stattdessen die Granith\u00e4nge des Beaujolais. Hier kann er seinen eigenen, betont fruchtigen Charakter ausleben, bleibt aber qualitativ stets im Schatten des Sp\u00e4tburgunders. Selbiges gilt f\u00fcr die zweite prominente Wei\u00dfweinrebe, den Aligot\u00e9. Ihn produziert man meist bewusst leicht und s\u00e4urebetont. Da er sich nicht f\u00fcr den Ausbau im Fass eignet, muss er in den ersten paar Jahren konsumiert werden &#8211; oft als einfacher Schoppenwein oder gespritzt mit Sprudel. An die blumige Komplexit\u00e4t mit dem typisch russigen Unterton des Chardonnays reicht er nicht heran. Dessen Variantenreichtum h\u00e4ngt auch mit den pers\u00f6nlichen \u00dcberzeugungen des Winzers, seiner Philosophie zusammen: Ausbau im Stahltank oder im Barrique? Im neuen oder bereits gebrauchten? Puristen schw\u00f6ren auf ersteres, weil so ein erfrischend reint\u00f6niger Wein mit intensiver Feuersteinaromatik, dem go\u00fbt de pierre \u00e0 fusil, entsteht; Freunde des \u201eklassischen\u201c Chardonnays lieben hingegen die Vanillenoten neuer und die toastigen Akzente \u00e4lteren Holzes.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"792\" height=\"581\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/les-mares-2.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-200547\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/les-mares-2.png 792w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/les-mares-2-300x220.png 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/les-mares-2-768x563.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 792px) 100vw, 792px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>Und wo bekommt man nun die besten? L\u00e4sst man die Preise und Namen f\u00fcr sich sprechen, dann sicherlich im Norden des Burgund &#8211; im vom Rest isoliert gelegenen Chablis mit seinen stahlig-zitrischen Chardonnays mit dem charakteristischen Gr\u00fcnstich, und an der C\u00f4te d\u2019Or. Diese l\u00e4sst sich unterteilen: einerseits in die n\u00f6rdlich gelegene C\u00f4te de Nuits, wo mineralische, k\u00f6rperreich-druckvolle Weine mit Aromen von Kirsche, aber auch rauchigen Noten nach Lakritz und Gew\u00fcrzen dominieren. Von ihrer hellen Farbe sollte man sich keineswegs t\u00e4uschen lassen, denn das komplexe Mundgef\u00fchl und L\u00e4nge des Abgangs sind ohnegleichen. Lagen wie La T\u00e2che, Bonnes-Mares und Chambertin warten hier auf, den bereits Napoleon als seinen Favoriten bezeichnete. Mehr als die H\u00e4lfte der gesamten Grand-Cru-Lagen ist hier konzentriert. Im S\u00fcden schlie\u00dft die C\u00f4te de Beaune an, wo die Pinot noirs finessenreich-feinfruchtig, zarter und harmonischer geraten und wo besonders am Corton, in Mersault und Puligny-Montrachet einige der besten Chardonnays der Welt gedeihen, deren sich mit dem Alter einstellende leichte Petrolnote Wein-Enthusiasten in Verz\u00fcckung geraten l\u00e4sst. Wer an diesem Genuss teilhaben m\u00f6chte, muss sehr tief in die Tasche greifen, wenn er denn \u00fcberhaupt das Gl\u00fcck hat, eine Flasche angeboten zu bekommen. Aus diesem Grund r\u00fccken seit geraumer Zeit die vergleichsweise g\u00fcnstigen \u201eRandlagen\u201c mehr in den Fokus &#8211; das weite, offene und fast mediterran anmutende H\u00fcgelland von C\u00f4te Chalonnaise und M\u00e2connais mit ihren \u00fcppigen, bukettreichen und ausgepr\u00e4gt gelbfruchtigen Weinen, etwa dem Pouilly-Fuiss\u00e9.<\/p>\n\n\n\n<p>Dass es mal eine Zeit gab, in der es dem Burgund richtig schlecht ging, kann man sich heutzutage nicht recht vorstellen. Im 19. Jahrhundert war der Burgunder auf der H\u00f6he der Zeit, neben Champagner das Getr\u00e4nk der Reichen und Sch\u00f6nen und in etlichen Werken der Weltliteratur verewigt. Dann jedoch kamen Mehltau und Reblaus, dazu innerhalb von 70 Jahren drei gro\u00dfe Kriege. Und so stand man Mitte des 20. Jahrhunderts faktisch vor dem Ruin &#8211; auch weil unsere Vorfahren dem Terroir-Gedanken gegen\u00fcber relativ gleichg\u00fcltig waren. Hinzu kam in der Nachkriegszeit ein Verlangen nach schnellem, g\u00fcnstigem und m\u00f6glichst unkompliziertem Genuss &#8211; die Jahrzehnte der Massenweine begannen, w\u00e4hrend derer man die jahrhundertelang liebevoll gepflegten Rebfl\u00e4chen in Pestiziden und Minerald\u00fcngern ertr\u00e4nkte, keine Ertragsreduktion mehr betrieb und bei der Kellerarbeit schlampte. Zudem pflanzte man massenhaft neue Reben, die durch ihre Jugend aber nicht ansatzweise die Feinheit eines gestandenen, 40 oder mehr Jahre alten Stocks ins Glas zu bringen vermochten. Gerade als in den 80ern unter Winzern wie Roman\u00e9e-Conti und Leflaive allm\u00e4hlich der Gedanke der biologischen Landwirtschaft aufkeimte und man sich auf seine Urspr\u00fcnge besann, d\u00e4mmerte eine neue Herausforderung herauf: viele andere Nationen wie Australien, Neuseeland, S\u00fcdafrika und die USA waren nicht unt\u00e4tig gewesen und hatten qualitativ enorm aufgeholt, die Bourgogne teilweise sogar \u00fcberfl\u00fcgelt, wie der Vergleich zwischen burgundischen und kalifornischen Chardonnays bei der legend\u00e4ren Weinjury von Paris bewies. Man musste nun also doppelte Anstrengung darauf verwenden, die traditionell hohen Preise auch mit entsprechenden Produkten zu rechtfertigen und den Status eines Burgunders als edlen Festtagswein wieder mehr im Bewusstsein zu verankern. Trotz aller Konkurrenz, die man geschmacklich teilweise, marketingtechnisch schwer und preislich eigentlich gar nicht auszustechen vermochte, wollte man vor allem eines: der absolute Ma\u00dfstab sein, an dem sich jeder Burgunder, wo auch immer auf der Welt er erzeugt wurde, zu messen hat.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"723\" height=\"646\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chambolle-musigny-trans.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-200548\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chambolle-musigny-trans.png 723w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/chambolle-musigny-trans-300x268.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 723px) 100vw, 723px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p>Einer der liebenswertesten Ausw\u00fcchse der vielf\u00e4ltigen PR-Aktionen zur Wiederbelebung des Burgund ist wohl die 1934 gegr\u00fcndete Confr\u00e9rie des Chevaliers du Tastevin. Als wie ein mittelalterlicher Orden organisierte Weinbruderschaft hat sie sich zur Aufgabe gemacht, das Ansehen der Burgunder zu steigern und mittlerweile Niederlassungen rund um den Globus. Mitglieder, aufgenommen stilecht per Ritterschlag, waren bzw. sind etwa Politiker wie Ronald Reagan, Helmut Kohl, Franz-Josef Strau\u00df und Walter Scheel, aber auch Filmschaffende wie Alfred Hitchcock und Ingrid Bergman und Sportfunktion\u00e4re wie Sepp Blatter. Zweimal j\u00e4hrlich findet die Tastevinage, eine anonyme Verkostung mit 250 versierten Testern statt, deren Sieger das hei\u00df begehrte Recht haben, ihre Flaschen mit dem Wappen der Vereinigung zu schm\u00fccken. Allerdings druckt man es nicht einfach auf das Etikett, sondern setzt neben diversen Nummerierungen auf einen unsichtbaren Marker aus UV-Tinte. Das mag \u00fcbertrieben klingen &#8211; F\u00e4lschungen sind bei Flaschenpreisen von mehreren Hundert bis mehreren Tausend Euro aber tats\u00e4chlich ein gro\u00dfes Problem. Da gute Burgunder mindestens zehn bis 15 Jahre gelagert werden sollten, um ihr Potential voll aussch\u00f6pfen zu k\u00f6nnen, oder als Spekulationsobjekte noch wesentlich l\u00e4nger in Kellern verschwinden, bevor sie getrunken werden, fallen viele Betr\u00fcgereien erst sp\u00e4t oder gar nicht auf. Hinzu kommt, dass die wenigsten einen solchen Wein schon des \u00d6fteren getrunken haben und somit der sensorische Vergleich fehlt. Man geht davon aus, dass etwa vier F\u00fcnftel aller vor 1980 erzeugten Burgunder nicht echt sind, und aus den 40ern kaufen kundige Sammler gar nichts mehr, nachdem der als \u201eDr. Conti\u201c bekannt gewordene F\u00e4lscher Rudy Kurniawan mit Gier und Gutgl\u00e4ubigkeit seiner Kunden gespielt und j\u00e4hrlich mehr Flaschen unters betuchte Volk gebracht hatte, als aus den betreffenden Jahrg\u00e4ngen weltweit \u00fcberhaupt noch im Umlauf waren.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"930\" height=\"416\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/meursault-1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-200550\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/meursault-1.jpg 930w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/meursault-1-300x134.jpg 300w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2023\/07\/meursault-1-768x344.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 930px) 100vw, 930px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00e4lschungen? Unbezahlbare Preise? Undurchschaubare Lagenverh\u00e4ltnisse? Abschrecken sollte das keineswegs &#8211; es sind die normalen Begleiterscheinungen eines Weinbaugebietes von absoluter Weltgeltung. Dennoch ist es ratsam, entweder auf die &#8211; im allgemeinen Niveau mittlerweile ebenfalls sehr guten &#8211; g\u00fcnstigeren kommunalen und regionalen Appellationen zu setzen oder aber der fachlichen Expertise eines Weinh\u00e4ndlers des Vertrauens Glauben zu schenken. Damit die wenigen Male, die man im Leben Gelegenheit zum Genuss eines solch \u00fcberirdischen Tropfens hat, sich so gestalten k\u00f6nnen, wie Alexandre Dumas es forderte: \u201eEinen solchen Wein sollte man auf Knien und mit entbl\u00f6\u00dftem Haupte trinken!\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-layout-flex wp-block-buttons-is-layout-flex\"><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-cover alignfull wp-duotone-rgb4448102-ffb23d-1\" style=\"margin-top:0;padding-top:4vw;padding-right:4vw;padding-bottom:4vw;padding-left:4vw;min-height:50vh;aspect-ratio:unset;\"><span aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-cover__background has-background-dim-90 has-background-dim\" style=\"background-color:#2a0909\"><\/span><img decoding=\"async\" class=\"wp-block-cover__image-background wp-image-334\" alt=\"\" src=\"https:\/\/pd.w.org\/2022\/01\/2661f82cd1ba9172.16386413.jpg\" style=\"object-position:48% 43%\" data-object-fit=\"cover\" data-object-position=\"48% 43%\"\/><div class=\"wp-block-cover__inner-container is-layout-flow wp-block-cover-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-text-color\" style=\"color:#ffb23d;font-size:82px;font-style:normal;font-weight:700;letter-spacing:-2px;line-height:0.9;text-transform:uppercase\">Entdecke unsere Burgunder Auswahl<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-buttons is-content-justification-center is-layout-flex wp-container-core-buttons-is-layout-16018d1d wp-block-buttons-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-button has-custom-font-size\" style=\"font-size:20px;font-style:normal;font-weight:700;letter-spacing:1px;text-transform:uppercase\"><a class=\"wp-block-button__link has-text-color has-background wp-element-button\" href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/shop\/Weine\/Frankreich\/Burgund\/\" style=\"color:#2c3066;background-color:#ffb23d;padding-top:32px;padding-right:48px;padding-bottom:32px;padding-left:48px\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Entdecken<\/a><\/div>\n<\/div>\n<\/div><\/div>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">The Wine Region of Burgundy (english version)<\/h2>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Of wines one drinks on bended knees and with bared head<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-drop-cap\">A small warning right at the beginning: even in France, which is already not so easily accessible, Burgundy holds a special position that can indeed drive wine enthusiasts to despair. Responsible for this is the highly complex, although by no means arbitrary, vineyard structure, which makes it almost impossible for laypeople to distinguish very good wines from mediocre ones. Because yes, there are also big qualitative differences in Burgundy (Bourgogne), as the French call this area, which is probably the most famous wine-growing region in the world alongside Bordeaux. Unlike in Germany, it cannot be assumed that first-class wines necessarily come from one of the around 40 Grand Cru locations &#8211; rather, the classification indicates what quality would theoretically be possible if the winemaker were to fully exploit the potential. However, the locations, the so-called climats, are not managed by a single winemaker, but by a variety of different winemakers, and often the many average ones benefit from the reputation of the location due to the efforts of the few excellent ones by slightly undercutting their prices but delivering much worse quality. The extreme parceling is due to the principle of real division, which stipulated that each heir should receive the same share of the inheritance. This results in some winemakers owning only a few square meters of a location, but the same winemaker owns a vineyard area in two dozen municipalities. Considering the astronomical land prices, sometimes several million euros per square meter, land consolidation that would make the situation more manageable is unthinkable. Therefore, the work of the local wine merchants has proven to be just as important as that of the winemakers themselves. They buy the yields from smaller producers, take over the cellar work, and mix them with those of adjoining parcels to achieve a total quantity that makes international distribution worthwhile.<\/p>\n\n\n\n<p>But first, let\u2019s start from the beginning. Burgundy has a tumultuous and very proud history, of which not much remains today besides the mythically inspired name. Even the territorial continuity is hard to trace after it merged with Franche-Comt\u00e9 into a large region in France in 2016. The era of Burgundian kingdoms in the early Middle Ages is \u2013 although it provided material for the Nibelungen saga \u2013 not even that historically interesting. Burgundy really gained influence in the form of a duchy in the 14th and 15th centuries when it was ruled by a collateral line of the French royal house and developed into a significant player on the European stage due to its strategically favorable location between France and the Holy Roman Empire. The seemingly boundless tributes paid by the affiliated cities of Flanders \u2013 the uncontested economic centers of Europe at that time \u2013 secured great influence for the rather small realm. Philip the Bold, the first Duke of Burgundy, pursued a clever strategy to make &#8222;his&#8220; Pinot noirs known on the international stage: he prohibited their fertilization, thereby causing a quality-increasing yield reduction, and also banned the cultivation of the high-yielding but less aromatic competitor vine, Gamay, as &#8222;harmful to health.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>In this late medieval period, Burgundy could already look back on a thousand-year tradition of viticulture. The Romans had introduced it, and the monks of significant abbeys like Saint-Vivant, Cluny, and Clos-Vougeot brought it to an early flourishing stage. An essential observation helped them: wine takes on very different aromatics depending on exactly where it has grown. The idea of terroir was born! Diligently and conscientiously, the brothers then set about distinguishing locations from each other, categorizing them into better and worse ones. This laid the foundation for today\u2019s quality pyramid, at the top of which, with only 1.5 percent of total production, stand the Grand Crus \u2013 followed by the Premier Crus and the Village wines, which must still come from a single location, but at least from a single village. At the bottom are the regional appellations, which merely guarantee that the grapes were harvested somewhere in Burgundy. The system illustrates that only a tiny fraction gets the honor of marketing themselves as one of the best locations, and it was a model for many classifications worldwide, including the German VDP.<\/p>\n\n\n\n<p>Burgundy wines are often associated with limestone as their native substrate. Indeed, the C\u00f4te d\u2019Or, the heart of the region, is virtually bisected by a powerful Jurassic limestone escarpment, and the best wines also come from heavily calcareous soils. However, as Burgundy stretches almost 200 kilometers between Dijon and Lyon, the soil profiles are astonishingly diverse. Due to erosion and tectonic shifts, crystalline rocks such as granite, sedimentary rocks like blue shale and gravel, as well as clay and volcanic rock, have surfaced on the calcareous-marly basic substance. The monks probably had only a very vague idea of all these geological peculiarities, which makes their achievement appear even greater. On these soils thrive almost exclusively \u2013 unsurprisingly \u2013 the vines called Pinots in French. They owe their cute name to the shape of the grapes, reminiscent of a pine cone. And they have been around for quite a while: the original form arose 2000 years ago in northern France and developed into numerous varieties mainly through natural crossing with the Gouais Blanc (White Heunisch). Burgundy is thus also the only wine-growing region worldwide that has given its name to an entire wine family.<\/p>\n\n\n\n<p>While numerous members of this family play no role in Burgundy, such as Pinot Gris and Pinot Blanc or Pinot Meunier. The almost exclusive focus for white wines is on Chardonnay, which accounts for half, and for the red wines, it&#8217;s on Pinot Noir, which occupies another third of the total area of 40,000 hectares. It goes so far that of the about 200 million wine bottles originating here annually, the grape variety only needs to be specified if the content does not come from one of these two grape varieties. Unlike in Champagne and Bordeaux, there is also no blending of different varieties in Burgundy. Pinot Noir typically reaches quite high acidity levels here but still has a silky fundamental character. Tannin and alcohol are rather moderately pronounced, due to the continental climate with its short summers and the limestone soils. It is naturally very sensitive, reacting with noticeable taste changes even to the smallest differences in microclimate and soil. Most vineyards face south or southeast to make the best use of sunlight in Burgundy, which is located quite far north. While many Pinot Noirs decline in taste with longer storage, the local ones have gigantic, decades-long aging potential. The second red grape variety, Gamay, is less comfortable on the calcareous soils, preferring the granite slopes of Beaujolais. Here it can express its distinct fruity character but always remains qualitatively in the shadow of Pinot Noir. The same applies to the second prominent white grape, Aligot\u00e9. It is usually produced deliberately light and acidic. Since it is not suitable for aging in barrels, it must be consumed in the first few years &#8211; often as a simple table wine or mixed with soda. It does not reach the floral complexity with the typical smoky undertone of Chardonnay. Its variety also depends on the personal convictions of the winemaker, his philosophy: aging in stainless steel or in barrels? In new or already used ones? Purists swear by the former because it produces a refreshingly pure wine with intense flint aromatics, the go\u00fbt de pierre \u00e0 fusil; friends of the &#8222;classic&#8220; Chardonnay, however, love the vanilla notes of new and the toasty accents of older wood.<\/p>\n\n\n\n<p>And where does one get the best? If one lets prices and names speak for themselves, then certainly in the north of Burgundy \u2013 in the somewhat isolated Chablis with its steely-citrus Chardonnays with a characteristic greenish tint, and in the C\u00f4te d\u2019Or. This area can be divided: on the one hand, into the northern C\u00f4te de Nuits, where mineral-rich, full-bodied wines with aromas of cherry, as well as smoky notes of licorice and spices, dominate. One should not be misled by their light color, for the complex mouthfeel and length of the finish are unparalleled. Vineyards such as La T\u00e2che, Bonnes-Mares, and Chambertin, which Napoleon already referred to as his favorites, are located here. More than half of all the Grand Cru sites are concentrated here. The C\u00f4te de Beaune in the south, where the Pinot Noirs are refined and delicately fruity, more delicate and harmonious, and where some of the world&#8217;s best Chardonnays flourish, especially in Corton, Meursault, and Puligny-Montrachet. As these wines age, they develop a slight petrol note that sends wine enthusiasts into raptures. Anyone who wants to participate in this delight must dig deep into their pockets, if they are even lucky enough to be offered a bottle. For this reason, the relatively inexpensive &#8222;fringe locations&#8220; have been moving more into focus for some time \u2013 the wide, open, and almost Mediterranean-looking hills of C\u00f4te Chalonnaise and M\u00e2connais with their lush, bouquet-rich, and distinctly yellow fruity wines, such as Pouilly-Fuiss\u00e9.<\/p>\n\n\n\n<p>It&#8217;s hard to imagine that there was a time when Burgundy was in a really bad way. In the 19th century, Burgundy wine was at its zenith, alongside champagne, it was the drink of the rich and beautiful and immortalized in numerous works of world literature. Then came mildew and phylloxera, plus three major wars within 70 years. So, by the middle of the 20th century, they were practically ruined \u2013 also because our ancestors were relatively indifferent to the concept of terroir. After the war, there was a desire for quick, cheap, and uncomplicated enjoyment \u2013 the decades of mass wines began, during which centuries of lovingly maintained vineyards were drowned in pesticides and mineral fertilizers, no more reduction in yield was pursued, and cellar work was sloppy. Moreover, a large number of new vines were planted, but due to their youth, they could not begin to bring the finesse of a mature, 40 or more years old vine into the glass. Just when in the 80s, among winemakers like Roman\u00e9e-Conti and Leflaive, the idea of organic farming gradually emerged, and people remembered their origins, a new challenge loomed: many other nations like Australia, New Zealand, South Africa, and the USA had not been inactive and had caught up enormously in quality, even surpassing Bourgogne in some aspects, as the comparison between Burgundian and Californian Chardonnays at the legendary Paris wine jury proved. Double effort had to be made to justify the traditionally high prices with corresponding products and to re-anchor the status of Burgundy as a noble holiday wine more firmly in consciousness. Despite all the competition, which could hardly be outdone in terms of taste, was difficult to overcome in terms of marketing, and was virtually impossible to beat in terms of price, one thing was particularly desired: to be the absolute benchmark by which every Burgundy, wherever in the world it was produced, has to be measured.<\/p>\n\n\n\n<p>One of the most charming offshoots of the diverse PR actions to revive Burgundy is probably the Confr\u00e9rie des Chevaliers du Tastevin, founded in 1934. Organized like a medieval order, this wine brotherhood has set itself the task of enhancing the reputation of Burgundies and now has branches all around the globe. Members, who are inducted with a knightly accolade, included or include politicians like Ronald Reagan, Helmut Kohl, Franz-Josef Strauss, and Walter Scheel, as well as filmmakers like Alfred Hitchcock and Ingrid Bergman, and sports officials like Sepp Blatter. Twice a year, the Tastevinage takes place, an anonymous tasting with 250 experienced testers, the winners of which have the highly sought-after right to adorn their bottles with the association&#8217;s coat of arms. However, it is not simply printed on the label, but, in addition to various numberings, an invisible marker made of UV ink is used. This might sound exaggerated &#8211; but counterfeits are indeed a big problem with bottle prices ranging from several hundred to several thousand euros. Since good Burgundies should be stored for at least ten to fifteen years to fully exploit their potential, or disappear into cellars much longer as speculative objects before they are drunk, many frauds are only discovered late or not at all. Additionally, most people haven\u2019t consumed such wines frequently, hence lacking sensory comparison. It is estimated that about four-fifths of all Burgundies produced before 1980 are not genuine, and knowledgeable collectors no longer purchase from the 40s, after the counterfeiter known as &#8222;Dr. Conti&#8220;, Rudy Kurniawan, played with the greed and credulity of his customers, introducing more bottles to the affluent people each year than were actually still in circulation worldwide from the relevant vintages.<\/p>\n\n\n\n<p>Counterfeits? Unaffordable prices? Inscrutable vineyard locations? This shouldn\u2019t be discouraging &#8211; these are the normal accompaniments of a wine-growing region of absolute global significance. However, it is advisable to either rely on the more affordable municipal and regional appellations, which are generally also very good now, or to trust the professional expertise of a trusted wine merchant. So that the few times in life when one has the opportunity to enjoy such a heavenly drop, it can unfold as Alexandre Dumas demanded: &#8222;Such a wine should be drunk on one&#8217;s knees and with a bare head!&#8220;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von Weinen die man auf Knien und mit entbl\u00f6\u00dftem Haupt trinkt Audio \u00fcber das Weinbaugebiet Burgund h\u00f6ren Eine kleine Warnung direkt zu Beginn: selbst im sich ohnehin schon nicht so leicht erschlie\u00dfenden Frankreich hat das Burgund noch einmal eine Sonderstellung inne, die Weinbegeisterte durchaus zur Verzweiflung treiben kann. Verantwortlich daf\u00fcr ist die hochkomplexe, wenn auch &#8230; <a title=\"Das Weinbaugebiet Burgund\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2023\/10\/das-weinbaugebiet-burgund\/\" aria-label=\"Mehr dazu unter Das Weinbaugebiet Burgund\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":200555,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[1],"tags":[3435,175,3438,632,141,3434,3436,3439,464,3437],"post_folder":[],"class_list":["post-200543","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-weinwissen","tag-aligote","tag-burgund","tag-chambertin","tag-chardonnay","tag-frankreich","tag-gamay","tag-la-tache","tag-montrachet","tag-pinot-noir","tag-romanee-conti"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Das Weinbaugebiet Burgund - Unterwegs mit Weine &amp; Feinkost<\/title>\n<meta name=\"robots\" content=\"index, follow, max-snippet:-1, max-image-preview:large, max-video-preview:-1\" \/>\n<link rel=\"canonical\" href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2023\/10\/das-weinbaugebiet-burgund\/\" \/>\n<meta property=\"og:locale\" content=\"de_DE\" \/>\n<meta property=\"og:type\" content=\"article\" \/>\n<meta property=\"og:title\" content=\"Das Weinbaugebiet Burgund - Unterwegs mit Weine &amp; Feinkost\" \/>\n<meta property=\"og:description\" content=\"Von Weinen die man auf Knien und mit entbl\u00f6\u00dftem Haupt trinkt Audio \u00fcber das Weinbaugebiet Burgund h\u00f6ren Eine kleine Warnung direkt zu Beginn: selbst im sich ohnehin schon nicht so leicht erschlie\u00dfenden Frankreich hat das Burgund noch einmal eine Sonderstellung inne, die Weinbegeisterte durchaus zur Verzweiflung treiben kann. 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