{"id":30056,"date":"2015-11-19T09:42:22","date_gmt":"2015-11-19T08:42:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=30056"},"modified":"2015-11-19T09:42:22","modified_gmt":"2015-11-19T08:42:22","slug":"der-weinjahrgang-2015-in-deutschland-kompakt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2015\/11\/der-weinjahrgang-2015-in-deutschland-kompakt\/","title":{"rendered":"Der Weinjahrgang 2015 in  Deutschland kompakt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Weinjahrgang 2015 in\u00a0 Deutschland kompakt<\/strong><\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #800000;\">Weinjahrgang 2015 l\u00e4sst Winzer schw\u00e4rmen<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Selten hat ein Weinjahrgang zum Abschluss der Lese so viel Lob erhalten, wie der 2015er. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wird aus allen Anbaugebieten von eingebrachten Spitzenqualit\u00e4ten berichtet.<\/p>\n<p>Dank kerngesunder, voll aus\u00adgereifter und sehr aromatischer Trauben k\u00f6nnen sich die Weinfreunde auf ausgesprochen fruchtbetonte, harmonische Wei\u00dfweine und intensive, gehaltvolle Rotweine freuen. Der Weinjahrgang hat zudem au\u00dfergew\u00f6hnlich viele hochwertige edels\u00fc\u00dfe Spezialit\u00e4ten, von der Auslese bis zur Trocken\u00adbeerenauslese, hervorgebracht.<\/p>\n<p>Auch die bundesweit erwarteten Erntemengen bewegen sich nach der letzten Erntesch\u00e4tzung mit rund neun Millionen Hektolitern auf dem Niveau des zehnj\u00e4hrigen Mittels und nur zwei Prozent unter dem Vorjahresertrag. Aufgrund des sehr trockenen Sommers schwanken die Ertr\u00e4ge bei den Winzern je Wasserspeicherkraft des Bodens und dem Alter der Reben allerdings recht stark. Auch unter den einzelnen Anbaugebieten zeichnen sich unterschiedliche Ertragssituationen ab, wie der nachfolgende Blick in die 13 deutschen Weinbaugebiete zeigt.<br \/>\nWeinjahrgang 2015 &#8211; ein Blick in die Anbaugebiete<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Ahr: Unkompliziertes Jahr mit gro\u00dfen Weinen<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Manche Jahre lassen den Blutdruck der Winzer kaum ansteigen. An der Ahr verlief die Vegetationsperiode zumeist unkompliziert. Erst im August und September hatte es nennenswerte Regenf\u00e4lle gegeben, die zum Gl\u00fcck den Trauben wenig zusetzten. So konnten ab September die fr\u00fch reifenden Sorten wie M\u00fcller-Thurgau und Fr\u00fchburgunder in gesundem Zustand eingebracht werden. Mitte September begann die Hauptlese. Die sp\u00e4t reifenden Sorten wie der Sp\u00e4tburgunder profitierten von dem sch\u00f6nen Wetter. Die Winzer berichten von guten bis sehr guten Qualt\u00e4ten der Jungweine, die sich fruchtbetont, harmonisch und, was die Rotweine angeht, mit intensiver Farbe pr\u00e4sentieren. Die Erntemenge liegt mit 42.000 hl knapp unter dem Vorjahresergebnis. Durch die Trockenheit im Sommer hatten die Trauben kleinere Beeren ausgebildet, was zu etwas geringeren Mostmengen f\u00fchrte.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Baden: Bilderbuchherbst, doch weniger Menge<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Im Anbaugebiet mit der gr\u00f6\u00dften Nord-S\u00fcdausdehnung wirkte sich das Klima naturgem\u00e4\u00df unterschiedlich aus. Doch \u00fcberall war die acht Wochen w\u00e4hrende Hitze- und Trockenperiode im Sommer kennzeichnend f\u00fcr den Jahrgang; an vielen Tagen wurden 40\u00b0 Celsius erreicht. Mancher Vergleich mit dem ber\u00fchmten Hitzejahrgang 2003 dr\u00e4ngte sich zeitweise auf. Doch hatte es etwa am Kaiserstuhl und am Tuniberg am 13. Mai ein schweres Gewitter mit Hagelsch\u00e4den gegeben. Der Jahrgang lag von Anfang an zeitlich vor den Durchschnittswerten; der Vegetationsvorsprung betrug teilweise bis 10 Tage. Die Bl\u00fcte begann Ende Mai und war am 10. Juni schon abgeschlossen. Obwohl die \u00e4lteren Rebanlagen die Trockenheit gut \u00fcberstanden \u2013 auch hier kam es letztlich auf den Standort und den Boden an \u2013, erbrachten die kleiner als sonst ausgefallenen Beeren eben auch weniger Most. Das Erntevolumen in Baden liegt deshalb mit 1,16 Millionen hl um mehr als 10 Prozent unter dem Vorjahresergebnis; ein deutlicher R\u00fcckgang auch im Vergleich zum langj\u00e4hrigen Mittel (- 6 %). Die Hauptlese zwischen dem 14. September und der ersten Oktoberwoche verlief bei bestem Lesewetter z\u00fcgig, aber entspannt. Das sehr gesunde und hervorragend ausgereifte Lesegut wird sehr gute, fruchtbetonte und gut strukturierte Wei\u00dfweine und kraftvolle Rotweine mit dunkler Farbe hervorbringen. Die S\u00e4urewerte liegen in einem vertr\u00e4glichen Bereich, wie ihn der Konsument sch\u00e4tzt.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Franken: Trockenes Jahr mit hohem Pr\u00e4dikatsweinanteil<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Auch in Franken stellt der Klimawandel die Winzer vor neue Herausforderungen. Das Jahr war eines der trockensten der vergangenen 40 Jahre. Zuk\u00fcnftig wird man sich mehr um die Bew\u00e4sserung der Steillagen k\u00fcmmern m\u00fcssen, um nach wie vor auch in extrem trockenen Jahren so ausgezeichnete Qualit\u00e4ten wie in diesem Jahr ernten zu k\u00f6nnen. Die Burgundersorten sowie Riesling und Silvaner sind ganz besonders gut mit den Wettergegebenheiten in diesem Jahr zurechtgekommen. Zwischen Februar und August hat es nur sehr schwache Regenf\u00e4lle gegeben. Die \u00e4lteren Anlagen konnten durch ihre bereits sehr tiefen Wurzeln an ausreichend Wasser kommen. Junge Anlagen hingegen mussten zwei bis drei Mal gew\u00e4ssert werden. Sehr positiv war es, dass es weder Hagel noch sonstige Unwetter gegeben hat. Mitte August setzte ein ergiebiger Landregen ein, der der gesamten Natur sehr gut getan hat. P\u00fcnktlich erfolgte dann eine Abk\u00fchlung, sodass die Trauben bis zur Lese gesund blieben. Die fr\u00e4nkischen Winzer konnten rund 440.000 Hektoliter Traubenmost ernten. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 89 Grad Oechsle. Fast drei Viertel der Ernte konnte als Pr\u00e4dikatsweine ausgebaut werden, was einen deutlich h\u00f6heren Anteil als 2014 bedeutet. Die Erntemenge lag wegen der Trockenheit um zwei Prozent unter dem langj\u00e4hrigen Mittel und gar sechs Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Die ausgezeichnete Qualit\u00e4t der diesj\u00e4hrigen Weine entsch\u00e4digt daf\u00fcr ein wenig. Es werden lagerf\u00e4hige, elegante und finessenreiche Weine mit sortentypischen, intensiven Aromen und mineralischer S\u00e4ure erwartet.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #003366;\">Hessische Bergstra\u00dfe: Konzentrierte Aromen und hohe Mostgewichte<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Die Erntemenge der diesj\u00e4hrigen Lese lag an der Hessischen Bergstra\u00dfe mit 30.000 hl zwar rund zwei Prozent \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt, doch gab es bei einem der gr\u00f6\u00dften Betriebe des Anbaugebietes einen Ertragsr\u00fcckgang von 10 Prozent gegen\u00fcber der normalen Menge. Daf\u00fcr ist die Qualit\u00e4t der perfekt gereiften Trauben ganz au\u00dferordentlich. Das durchschnittliche Mostgewicht lag bei 91 Grad Oechsle und damit h\u00f6her als in den Spitzenjahrg\u00e4ngen 2009, 2003, 1976 und sogar 1959. Zuerst hatten die Winzer bef\u00fcrchtet, dass sich die Trockenheit w\u00e4hrend des Sommers nach fr\u00fcher Bl\u00fcte negativ auf die Qualit\u00e4t auswirken w\u00fcrde. Doch gut verteilte Niederschl\u00e4ge in den Monaten August und September wirkten ausgleichend. Schon die fr\u00fchen Sorten zeigten gute Mostgewichte, und das steigerte sich. Den h\u00f6chsten Wert zeigte am 12. Oktober eine Wei\u00dfburgunder Trockenbeerenauslese mit 198 Grad Oechsle. Die Winzer erwarten insgesamt aromenreiche, f\u00fcllige und komplexe Wei\u00dfweine und intensive, gut strukturierte Rotweine. Mit etwas Gl\u00fcck k\u00f6nnen noch Eisweine eingefahren werden.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Mittelrhein: Extreme Trockenheit, gute Reife<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Bis auf ein Gewitter im Mai gab es am Mittelrhein fast w\u00e4hrend der gesamten Vegetationsperiode kaum nennenswerte Niederschl\u00e4ge \u2013 eines der trockensten Jahre seit Menschengedenken! W\u00e4hrend die \u00e4lteren Rebanlagen dank der sehr tief reichenden Wurzeln eine ausreichende Wasserversorgung hatten, mussten Jungpflanzungen bew\u00e4ssert werden, um ein Vertrocknen zu verhindern. Die Folge der extremen Trockenheit war, dass es zwar keinen nennenswerten Krankheitsdruck gab, aber die Beeren kleiner als gew\u00f6hnlich ausfielen. Die Trauben waren jedoch bestens ausgereift und der Fruchtansatz nach einer optimalen Bl\u00fcte sehr gut. So lag die Gesamterntemenge nach einer entspannten Lese mit 35.000 hl dann doch 19 Prozent \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel und 22 Prozent \u00fcber dem Vorjahresergebnis. Dies d\u00fcrfte sich auch auf die Preise entspannend auswirken. Harmonische Mittelrhein-Weine mit gut eingebundener S\u00e4ure und nicht zu hohem Alkoholgehalt werden die Liebhaber erfreuen.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000080;\"><strong>Mosel: Bange Erwartungen erf\u00fcllten sich nicht \u2013 ein prachtvoller Jahrgang<\/strong><\/span><\/p>\n<p>Im September begannen die Winzer an Mosel, Saar und Ruwer zu zittern. W\u00fcrde es wie im Vorjahr zu einem feuchten Finish der Traubenreife kommen, das erneut eine Blitzlese erforderlich machen w\u00fcrde? Der diesj\u00e4hrige goldene Oktober zerstreute alle Bedenken. K\u00fchle N\u00e4chte und der die Trauben immer wieder vom Regen abtrocknende Ostwind lie\u00dfen das Lesegut so kerngesund bleiben, wie es war. Bereits Mitte September wurden einige fr\u00fchreifende Sorten geerntet. Die Hauptlese begann mit M\u00fcller-Thurgau zur letzten September-Dekade, darauf folgten die Burgundersorten sowie Elbling. In den ersten beiden Oktoberwochen wurde bei idealem Herbstwetter der Riesling geerntet, bis Anfang November in den Steillagen. Alles in allem: Eine entspannte Lese, deren Stichproben Anlass zu hohen Erwartungen geben. Beim Riesling lagen die Mostgewichte zum Beispiel durchschnittlich bei 85 Grad Oechsle, also im Sp\u00e4tlesebereich. In der Hoffnung, den sehr guten Jahrgang mit einem Eiswein kr\u00f6nen zu k\u00f6nnen, h\u00e4ngen bei vielen Weing\u00fctern noch Trauben an den St\u00f6cken. Einziger Wermutstropfen: Die Erntemenge fiel in vielen Unterregionen im Vergleich zu den Vorjahren geringer aus. Insgesamt waren es 795.000 Hektoliter, das waren drei Prozent weniger als im langj\u00e4hrigen Mittel und sogar acht Prozent weniger als im Vorjahr. Der 2015er Jahrgang wird fruchtige, sehr harmonische Wei\u00dfweine mit sch\u00f6nem S\u00fc\u00dfe-S\u00e4ure-Spiel hervorbringen. Rotweine, die zehn Prozent der Produktion ausmachen, werden eine gute Farbtiefe haben. Weinliebhaber und die Besucher der Moselregion werden sich \u00fcber viele hochwertige Qualit\u00e4ten freuen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Nahe: Schnelle Entwicklung<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Mit rund 340.000 hl liegt die Erntemenge an der Nahe etwa gleichauf mit der des Vorjahres und etwas \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Wenn etwas den Winzern Sorgen machte, dann die sehr hei\u00dfe und trockene Witterung. Sie beschleunigte den Reifeverlauf der Trauben, sodass insbesondere bei den fr\u00fch reifenden Sorten die Gefahr bestand, dass die S\u00e4urewerte zu niedrig wurden. Durch eine fr\u00fche Lese lie\u00df aber sich beispielsweise beim Riesling das Lesegut mit guter Reife und angemessenen S\u00e4urewerten einbringen. Die Mostgewichte waren gut bis \u00fcberdurchschnittlich. Beim Riesling waren Werte von 90 und mehr keine Seltenheit, beim Sp\u00e4tburgunder wurden Werte von 115 Grad Oechsle erreicht. Fruchtige und elegante Wei\u00dfweine sowie intensive, kraftvolle Rotweine werden den 2015er Jahrgang von der Nahe kennzeichnen. \u201eDie Weinfreunde bekommen auch bei den einfachen Weinen schon hervorragende Qualit\u00e4t f\u00fcr ihr Geld\u201c, hei\u00dft es in der Nahewein-Region.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Pfalz: Gro\u00dfe Hitze, gro\u00dfe Weine<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Schon als die Reben im April austrieben, war es in der Pfalz \u00fcberdurchschnittlich trocken. Es fielen in diesem Monat 46 Prozent weniger Regen als im langj\u00e4hrigen Mittel, im Mai gar 60 Prozent. Den ganzen Sommer \u00fcber blieb es trocken, und im Juli und August wurde es extrem hei\u00df. Doch der einsetzende Regen und die damit verbundene Abk\u00fchlung Ende August kamen gerade recht, um ausufernden Trockenstress und \u00fcberh\u00f6hte Mostgewichte zu verhindern. Die Trauben hingen reif und gesund an den St\u00f6cken und erlaubten eine fr\u00fche, nicht hektische, aber doch z\u00fcgige Lese. Alles in allem hervorragende Bedingungen, die zu sch\u00f6nen Erwartungen Anlass geben. Den roten Sorten gefiel die trockene Hitze besonders gut, was sie mit F\u00fclle und Raffinesse zeigen. Die S\u00fc\u00dfweine gerieten sehr \u00fcppig, und Rieslinge, Burgunder und Co. warten mit einer tollen S\u00e4urebalance und eleganter, schmelziger Frucht auf. Die aromatischen Sorten wie Gew\u00fcrztraminer, Scheurebe und Sauvignon Blanc haben bei diesen Witterungsbedingungen ihr ganzes Entwicklungspotenzial entfaltet. Die Erntemenge lag in der Pfalz mit rund 2,2 Millionen Hektolitern etwa ein Prozent unter dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt. Auf sandigen B\u00f6den fiel sie geringer aus als auf anderen Untergr\u00fcnden, in denen die Reben besonders tief wurzeln und so noch an Wasserreserven kamen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Rheingau: Sehr trocken, hohe Qualit\u00e4ten<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Im Rheingau erschreckten die Winzer frostige N\u00e4chte im April, die aber zum Gl\u00fcck folgenlos blieben, doch die lang anhaltende Trockenheit im Sommer forderte ihren Tribut. Mit erwarteten 205.000 Hektolitern lag die Erntemenge rund acht Prozent unter dem langj\u00e4hrigen Mittel. Tief wurzelnde, \u00e4ltere Anlagen kamen mit dem fehlenden Regen gut zurecht, aber Junganlagen litten teilweise unter Trockensch\u00e4den. Ab Mitte September setzten gr\u00f6\u00dfere Regenf\u00e4lle ein, die zu starkem Beerenwachstum und so mitunter zu Haarrissen in der Beerenhaut f\u00fchrten: ideale Voraussetzungen f\u00fcr die Botrytis, also die Edelf\u00e4ule. Bei dem diesj\u00e4hrigen, insgesamt sehr gesunden Lesegut ist daher eine hochklassige S\u00fc\u00dfweinausbeute erwarten. Auch die trockenen und halbtrockenen Weine des Jahrgangs erreichen hohes Qualit\u00e4tsniveau. Bei der Lese, die an manchen Stellen \u2013 wie beim Riesling \u00fcblich \u2013 erst Anfang Oktober einsetze, zeigten sich teils herausragende Mostgewichte. Aufgrund des sehr guten Gesundheitszustandes der Trauben setzen manche Erzeuger auch auf Eisweine. Die Rheingauer Weine des Jahrgangs 2015 werden mit ihrer rassigen, gut eingebundenen S\u00e4ure und aromenreichen Fruchtigkeit die Liebhaber begeistern.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Rheinhessen: Bilderbuchjahrgang, doch differenziert<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Im gr\u00f6\u00dften deutschen Anbaugebiet herrschten bis zur Ernte teils sehr unterschiedliche Bedingungen. Nicht an allen Standorten wirkte sich die sommerliche Trockenheit gleicherma\u00dfen aus. Weinberge auf schweren, wasserspeichernden B\u00f6den hatten weniger Probleme mit dem fehlenden Nass. Im s\u00fcdlichen Teil des Anbaugebietes konnte die Lese etwas fr\u00fcher beginnen; auch die Ertr\u00e4ge lagen meist \u00fcber denen der n\u00f6rdlichen Bereiche. Fast \u00fcberall gab es erstklassig ausgereifte Trauben mit hohen Mostgewichten. Der September entpuppte sich als fast perfekter Erntemonat: tages\u00fcber herrschte meist angenehme W\u00e4rme, nachts k\u00fchlte es ab, sodass die Trauben weitgehend gesund blieben und intensive Aromen ausbilden konnten. Erst Mitte des Monats gab es teils ergiebigen Regen mit bis zu 30 Liter pro Quadratmeter, doch trocknete der k\u00fchle Nordwind die Trauben rasch wieder ab, sodass sich der F\u00e4ulnisdruck in Grenzen hielt. Es wurden teils sehr hohe Mostgewichte erreicht und auch einige edels\u00fc\u00dfe Weine wird es geben. Die Erntemenge des 2015ers liegt nur leicht unter dem langj\u00e4hrigen Mittel; die letzten Sch\u00e4tzungen gehen von 2,5 Millionen hl aus. Durch den perfekten Reifezustand wird es farbintensive, kraftvolle Rotweine und fruchtige, typische Wei\u00dfweine mit moderaten S\u00e4urewerten geben. Liebhaber k\u00f6nnen sich auf klassische, ausgereifte Rheinhessenweine mit reichem Aromenspiel freuen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Saale-Unstrut: Im k\u00fchlen Norden hohes Niveau<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Von einer Sommerhitze mit \u201enur\u201c 30 Grad Celsius konnten die Winzer im S\u00fcdwesten der Republik nur tr\u00e4umen, wo das Thermometer nicht selten 40 Grad erreichte. In Deutschlands n\u00f6rdlichstem Anbaugebiet Saale-Unstrut blieben diese Extremtemperaturen weitgehend aus. Daf\u00fcr gab es mehrmals kalte N\u00e4chte mit Frostgefahr, etwa Ende April bis Mitte Mai. Auch die Schafsk\u00e4lte Ende Juni machte ihrem Namen Ehre, sodass sich die Rebenentwicklung verlangsamte. Die allgemeine Trockenheit dieses Sommers wurde f\u00fcr die Reben in einigen Lagen bedrohlich. Daran \u00e4nderten auch einige Gewitter mit Starkregen und Hagelsch\u00e4den etwa im Juni um Freyburg herum wenig. Erst Niederschl\u00e4ge im September sorgten f\u00fcr Entspannung. Eine ruhige Hauptlese von gesunden und pr\u00e4chtig entwickelten Trauben begann Ende September. Am 11.und 12.Oktober beschleunigten Starkregen, n\u00e4chtliche Fr\u00f6ste und sogar etwas Schnee den Ernteverlauf, so dass Mitte Oktober schon die meisten Trauben eingebracht waren. Der Sonnenschein am Monatsende setzte einen vers\u00f6hnlichen Akzent. So konnten noch Trauben mit hohen Oechslegraden geerntet werden. Die Erntemenge mit einem hohen Pr\u00e4dikatsweinanteil liegt bei erfreulichen 55.000 hl (2014: 43.000 hl). Die ersten Jungweine pr\u00e4sentieren sich fruchtbetont mit einem harmonischen S\u00e4urespiel.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">Sachsen: Trotz Hagel gute Ertr\u00e4ge<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Schon 2014 war f\u00fcr die s\u00e4chsischen Winzer ein Jahr der Wetterextreme gewesen und auch 2015 stellte sie vor manche Herausforderung. So gab es Unwetter mit Starkregen und Hagel wie Anfang September um Mei\u00dfen und Weinb\u00f6hla, der die Beeren besch\u00e4digte und bei fr\u00fch reifenden Sorten eine Notlese erforderte. Zuvor hatten Junganlagen unter Trockenstress gelitten, denn wie in anderen Anbaugebieten waren das Fr\u00fchjahr extrem trocken und der Sommer hei\u00df; am 7. August wurde mit 38,6\u00b0C die h\u00f6chste Temperatur des Jahres gemessen. Die Trauben haben sich insgesamt dennoch pr\u00e4chtig entwickelt und waren sehr gesund. Einen Wehrmutstropfen stellte ein ungew\u00f6hnlich fr\u00fcher Frost Mitte Oktober dar, der in vielen Anlagen das Laub sch\u00e4digte und die Ernte fr\u00fchzeitig beendete. Dennoch l\u00e4sst ein hoher Pr\u00e4dikatsweinanteil im \u00f6stlichsten deutschen Weinbaugebiet einen sehr guten Jahrgang 2015 erwarten. Auch mit der Erntemenge ist man zufrieden. Der erwartete durchschnittliche Ertrag lag in Sachsen mit 24.000 hl deutlich \u00fcber dem Vorjahresergebnis.<\/p>\n<p><strong><span style=\"color: #000080;\">W\u00fcrttemberg: Ideale Bedingungen, tolle Ergebnisse<\/span><\/strong><\/p>\n<p>Nach einer ungew\u00f6hnlich fr\u00fchen Rebbl\u00fcte lie\u00df in W\u00fcrttemberg unproblematisches Wetter w\u00e4hrend der gesamten Vegetationsperiode die Trauben gesund heranreifen. Allein die gro\u00dfe Trockenheit \u2013 es fiel nur etwa die H\u00e4lfte des sonst \u00fcblichen Niederschlags \u2013 sorgte f\u00fcr Diskussionen. Junganlagen sowie Reben, die auf leichten B\u00f6den stehen, mussten zwar bew\u00e4ssert werden, insgesamt jedoch weisen die eingebrachten Moste ein sehr gro\u00dfes Qualit\u00e4tspotenzial auf. Besonders die w\u00e4rmeliebenden Rotweinsorten dankten die \u00fcppige Hitzezufuhr des Sommers mit hohen Mostgewichten. So wies zum Beispiel der Schwarzriesling ein Plus von zehn Grad Oechsle im Vergleich zum zehnj\u00e4hrigen Mittel auf. F\u00fcllige Frucht ist bei allen Rebsorten zu erwarten. Die Erntemenge liegt mit 1,2 Millionen Hektoliter um elf Prozent \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel und gar 16 Prozent \u00fcber der Erntemenge des Vorjahres. Die Lese begann Mitte September, also recht fr\u00fch, und endete in vielen F\u00e4llen schon Mitte Oktober. Es konnte vollreifes, sehr gesundes Lesegut eingebracht werden. Selbst beim Trollinger wurden sp\u00e4tlesereife Mostgewichte von bis zu 90 Grad Oechsle erreicht. So sind vor allem die Rotweine Gewinner des Jahrgangs, doch auch beim Riesling sorgten gute Reifegrade f\u00fcr tolle Weinqualit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.deutscheweine.de\/presse\/pressemeldungen\/details\/news\/detail\/News\/weinjahrgang-2015-laesst-winzer-schwaermen\/\">www.deutscheweine.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weinjahrgang 2015 in\u00a0 Deutschland kompakt Weinjahrgang 2015 l\u00e4sst Winzer schw\u00e4rmen Selten hat ein Weinjahrgang zum Abschluss der Lese so viel Lob erhalten, wie der 2015er. Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, wird aus allen Anbaugebieten von eingebrachten Spitzenqualit\u00e4ten berichtet. Dank kerngesunder, voll aus\u00adgereifter und sehr aromatischer Trauben k\u00f6nnen sich die Weinfreunde auf ausgesprochen fruchtbetonte, &#8230; <a title=\"Der Weinjahrgang 2015 in  Deutschland kompakt\" class=\"read-more\" href=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2015\/11\/der-weinjahrgang-2015-in-deutschland-kompakt\/\" aria-label=\"Mehr dazu unter Der Weinjahrgang 2015 in  Deutschland kompakt\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":142187,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_feature_clip_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":"","jetpack_publicize_message":"","jetpack_publicize_feature_enabled":true,"jetpack_social_post_already_shared":true,"jetpack_social_options":{"image_generator_settings":{"template":"highway","default_image_id":0,"font":"","enabled":false},"version":2},"jetpack_post_was_ever_published":false},"categories":[66],"tags":[529,692],"post_folder":[],"class_list":["post-30056","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neuigkeiten-aus-der-welt-des-weines","tag-529","tag-ernte"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v27.9 - https:\/\/yoast.com\/product\/yoast-seo-wordpress\/ -->\n<title>Der Weinjahrgang 2015 in Deutschland kompakt - Unterwegs mit Weine &amp; 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