{"id":33771,"date":"2017-01-10T12:00:43","date_gmt":"2017-01-10T11:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=33771"},"modified":"2017-01-10T12:00:43","modified_gmt":"2017-01-10T11:00:43","slug":"33771-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2017\/01\/33771-2\/","title":{"rendered":"Weinjahrgang 2016: Detaillierter Bericht aus den 13 Anbaugebieten"},"content":{"rendered":"<h2>Weinjahrgang 2016: Detaillierter Bericht aus den 13 Anbaugebieten<\/h2>\n<p>Nach einem grandiosen Finale eines sehr arbeitsintensiven und turbulenten Weinjahres sind die deutschen Weinerzeuger mit den eingebrachten Qualit\u00e4ten sehr zufrieden Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, konnten dank eines perfekten Sp\u00e4tsommers bundesweit gut ausgereifte und sehr gesunde Trauben geerntet werden.<\/p>\n<p>Weinfreunde k\u00f6nnen sich auf sehr aromatische, elegante Wei\u00dfweine mit einem harmonischen Fruchts\u00e4urespiel und farbkr\u00e4ftige, samtige Rotweine des 2016er Jahrgangs freuen. In einigen Regionen, wurde er auch noch von einer erfolgreichen Eisweinlese gekr\u00f6nt.<\/p>\n<p>Auch die bundesweit erwarteten Erntemengen sind mit zuletzt gesch\u00e4tzten neun Millionen Hektolitern insgesamt zufriedenstellend. Sie l\u00e4gen damit exakt auf dem Niveau des zehnj\u00e4hrigen Mittels und zwei Prozent \u00fcber dem Vorjahresertrag. Die Ernteergebnisse unterliegen allerdings einzelbetrieblich und regional sehr gro\u00dfen Schwankungen, je nachdem, wie stark die Weinberge von den diesj\u00e4hrigen Wetterkapriolen in Mitleidenschaft gezogen wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div data-canvas-width=\"369.6174866666665\"><\/div>\n<h2 data-canvas-width=\"369.6174866666665\">Weinjahrgang 2016 &#8211; Ein Blick in die Anbaugebiete:<\/h2>\n<div data-canvas-width=\"369.6174866666665\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"369.6174866666665\"><\/div>\n<div data-canvas-width=\"369.6174866666665\"><strong>Ahr: Herausragende Qualit\u00e4ten<\/strong><\/div>\n<p>Trotz des allzu nassen Fr\u00fchsommers, der in Verbindung mit einem k\u00fchlen Fr\u00fchjahr eine eher sp\u00e4t einsetzende Vegetationsphase und Rebbl\u00fcte verursachte, sorgten der warme Sommer und das ideale Lesewetter im September und Oktober f\u00fcr eine unerwartete Qualit\u00e4ts-Aufholjagd. Gesunde Fr\u00fchburgunder &#8211; und Sp\u00e4tburgundertrauben mit eindrucksvolle Werten konnten per Handlese eingebracht werden. Zum Gl\u00fcck hatte die umsichtige Arbeit der Winzer im Fr\u00fchsommer gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den durch den falschen Mehltau verhindert. So stimmten am Ende auch die Mengen, die auf rund 3,9 Millionen Liter gesch\u00e4tzt werden. Die Sp\u00e4tburgunder sind von tiefer Farbe und weisen viel Extrakt und ausgereifte, gut eingebundene Tannine auf. Das sind Eigenschaften, die Spitzenjahrg\u00e4nge kennzeichnen!<\/p>\n<p><strong>Baden: Ende gut, alles gut<\/strong><br \/>\nDie gute Nachricht beginnt in Baden mit dem Ende: Die Weinqualit\u00e4ten sind ebenso wie die Erntemenge von rund 1,25 Millionen Hektoliter \u00fcberdurchschnittlich gut. Gerade in der zweiten Septemberh\u00e4lfte \u2013 bedingt durch traumhaftes, sonniges und trockenes Sp\u00e4tsommerwetter im August und September \u2013 legten die Trauben ordentlich an Reife zu. Auch der Oktoberbeginn war golden, die Trauben strotzten vor Gesundheit. Hilfreich waren die k\u00fchlen N\u00e4chte. So kennzeichnen<br \/>\nfruchtbetonte, saftige Weine und sehr gute Qualit\u00e4ten den Jahrgang 2016 in Baden. Das hatte man im Fr\u00fchjahr kaum erwarten k\u00f6nnen. Nach einem verz\u00f6gerten Austrieb war es war bis in den Juni hinein regnerisch, was den Falschen Mehltau f\u00f6rderte.<br \/>\nInsgesamt hielten sich die dadurch bedingten Sch\u00e4den allerdings in Grenzen, obwohl es stellenweise zu massiven<br \/>\nErtragseinbu\u00dfen kam. Dank der guten Wasserversorgung entwickelten sich die Reben in einem warmen Sommer<br \/>\npr\u00e4chtig. Die Temperaturen im Juli erreichten kurzfristig 37 \u00b0C. Insgesamt war es ein sehr arbeitsintensives Jahr f\u00fcr die Winzer, mit einem Happy-End f\u00fcr die Weinfreunde.<\/p>\n<p><strong>Franken: Tolles Finale nach spannendem Jahr<\/strong><br \/>\nDer Jahrgang 2016 machte es den Winzern auf andere Weise schwer als sein Vorg\u00e4nger, der im Zeichen gr\u00f6\u00dfter<br \/>\nHitze und Trockenheit stand. Kennzeichnend waren die extremen Niederschl\u00e4ge im Mai und Juni, die den Winzern einen bislang kaum bekannten Peronospora-Druck bescherten. Nicht nur manche \u00d6kobetriebe waren von Ertragssch\u00e4digungen bis hin zum Totalausfall betroffen. Zu allem \u00dcberfluss gab es Ende April Sp\u00e4tfr\u00f6ste und am 30. Mai im s\u00fcdlichen Maindreieck teils<br \/>\nmassive Hagelsch\u00e4den. Im August wurde es sehr trocken und hei\u00df, sodass Junganlagen sogar bew\u00e4ssert werden mussten. Ende September begann dann bei perfektem Herbstwetter die Lese f\u00fcr M\u00fcller-Thurgau und Bacchus, im Oktober wurden die Burgundersorten und Silvaner eingebracht. Der Gesundheitszustand der Trauben war gut. Dass die Lese nach all der Hektik<br \/>\nvergleichsweise entspannt verlief, war die lang ersehnte, doch kaum noch erwartete Belohnung f\u00fcr die Winzer: \u201eEin tolles Finale f\u00fcr ein sehr spannendes Jahr\u201c, freute sich der Pr\u00e4sident des Fr\u00e4nkischen Weinbauverbands, Artur Steinmann. Die auf<br \/>\n500.000 Hektoliter gesch\u00e4tzte Menge \u00fcbertrifft die des Vorjahres und die mittleren Mostgewichte reichten beim Sp\u00e4tburgunder bis 92 \u00b0 Oechsle. Der Pr\u00e4dikatsweinanteil wird auf \u00fcber 65 Prozent gesch\u00e4tzt. Es werden ausgewogene, fruchtige Weine mit harmonischer Struktur, frischer Fruchts\u00e4ure und niedrigen Alkoholwerten erwartet \u2013 so wie es die Verbraucher lieben.<\/p>\n<p><strong>Hessische Bergstra\u00dfe: Verzwickte Situation gel\u00f6st<\/strong><br \/>\nAm Anfang des Jahres freuten sich die Winzer an der Bergstra\u00dfe noch \u00fcber Regen, glich dieser doch die bestehenden<br \/>\nWasserdefizite aus. Aber dann setzte im Mai und Juni ein Dauerregen ein, der vor allem wegen des Befallsdrucks durch den Falschen Mehltau Probleme bereitete. Au\u00dferdem hatte es Ende April in manchen Lagen durch Frostsch\u00e4den Einbu\u00dfen von bis zu 50 Prozent gegeben. Regen im Juni war nicht f\u00f6rderlich f\u00fcr die Rebbl\u00fcte und eine Hitzewelle im August sorgte f\u00fcr Sonnenbrandsch\u00e4den und damit f\u00fcr weitere Ertragsausf\u00e4lle. Nachdem lang ersehnten Sommer setzte schlie\u00dflich Mitte September die Lese ein und verlief sehr entspannt bis Ende Oktober. So konnten die Trauben bestens ausreifen, weshalb<br \/>\nfeinfruchtige, elegante Wei\u00dfweine und kraftvolle, farbintensive Rotweine den Jahrgang 2016 pr\u00e4gen. Allerdings liegt die<br \/>\nErntemenge mit gesch\u00e4tzten 30.000 Hektolitern etwas unter dem Vorjahresergebnis, sie entspricht aber dem langj\u00e4hrigen Mittel.<\/p>\n<p><strong>Mittelrhein: Ein sehr differenziertes Bild<\/strong><\/p>\n<p>Bis zur Jahresmitte richteten die Winzer am Mittelrhein meist besorgte Blicke gen Himmel. Es regnete viel zu viel, die Temperaturen waren durchschnittlich. Der Rebschutz war ein wichtiges Thema bei den Winzern. Wer ihn<br \/>\nbis Pfingsten im Griff hatte, profitierte von der ab Mitte Juli bis zur Lese sehr vorteilhaften Witterung am meisten, besonders bei sp\u00e4t reifenden Sorten wie Riesling. Die Rebbl\u00fcte setzte sp\u00e4t ein und verlief z\u00f6gerlich. Am 24. Juni wurden Weinberge in den<br \/>\nGemarkungen von Oberwesel und Dellhofen sowie auf der rechten Rheinseite in Kaub und D\u00f6rscheid durch Hagelschlag gesch\u00e4digt. Dank der sonnigen Sp\u00e4tsommerwitterung reiften die Trauben sehr gleichm\u00e4\u00dfig und blieben bis zum Schluss gesund. Mit Erntemengen von 10 hl\/ha bis 110 hl\/ha fallen die Ertr\u00e4ge von Betrieb zu Betrieb allerdings sehr unterschiedlich aus, ebenso wie die Mostgewichte. Die gesch\u00e4tzte Erntemenge liegt dennoch bei 29.000 Hektolitern und damit sogar um 17 Prozent h\u00f6her als der langj\u00e4hrige Durchschnitt. Die Jungweine weisen eine frische S\u00e4ure, reiche Aromen und ausgepr\u00e4gte<br \/>\nFruchtigkeit auf.<\/p>\n<p><strong>Mosel: Trotz Wetterkapriolen normaler Ertrag<\/strong><br \/>\nVon Frost bis Sonnenbrand, von Starkregen bis Trockenheit bot das Wetter 2016 alles. Trotz der Extreme fiel der Jahrgang allgemein weit besser aus als erwartet, sowohl qualitativ als auch quantitativ: Mit rund 750.000 Hektolitern lag die Erntemenge nur um ein Prozent niedriger als 2015. Wie in anderen Regionen auch, wirkten sich die Wetterereignisse kleinr\u00e4umig sehr unterschiedlich aus: \u201eW\u00e4hrend in manchen Rebzeilen kaum Trauben am Stock hingen, konnten nur 150 Meter weiter volle Erntemengen gelesen werden\u201c, zitiert Moselwein e.V. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Ansgar Schmitz einen Winzer von der Saar. Die Rebbl\u00fcte begann erst Mitte Juni und zog sich bis in den Juli. Erst das gute Herbstwetter erlaubte den Trauben eine ruhige Reifung. Die Winzer konnten dank der stabilen Witterung langsam und selektiv gute Qualit\u00e4ten lesen. Die Jungweine des neuen Jahrgangs sind an der Mosel von moderaten S\u00e4ure gehalten und einer intensiven Aromatik gepr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Nahe: Neidischer Herbst<\/strong><br \/>\nDie Nahewinzer hatten nach dem verregneten Fr\u00fchjahr ab Pfingsten um ihre Ernte gef\u00fcrchtet. Der Mehltau-Befallsdruck war enorm. Zum Gl\u00fcck kam dann die ersehnte Wetterwende, die den Winzern letztlich einen hervorragenden Jahrgang bescherte \u2013<br \/>\nwenn auch die Mengen teilweise zu w\u00fcnschen \u00fcbrig lie\u00dfen. Ein warmer Sommer und ein Bilderbuchherbst \u2013 vier Wochen Sonne fast ohne Regen \u2013 lie\u00dfen die Trauben doch noch gut ausreifen. Sorten wie Dornfelder, Scheurebe, M\u00fcller-Thurgau und Burgundersorten lieferten kerngesunde Trauben. Mostgewichte bis 100 \u00b0 Oechsle wurden erreicht. Allerdings waren die Ertr\u00e4ge und Qualit\u00e4ten stark schwankend. Winzer sprechen in solch einem Falle von einem neidischen Herbst. Mit gesch\u00e4tzten 300.000 Hektoliter liegt die Erntemenge leicht unter dem Vorjahresergebnis, aber auf dem Niveau des Zehnjahresmittels. Der Riesling hat besonders von den milden Herbsttemperaturen und k\u00fchlen N\u00e4chten profitiert; die Aromen sind perfekt ausgereift. Der 2016er Jahrgang wird das Pr\u00e4dikat besonders wertvoll erreichen k\u00f6nnen, ist man sich an der Nahe sicher.<\/p>\n<p><strong>Pfalz: \u00dcberraschung!<\/strong><br \/>\nEs kommt oft anders, als man denkt. Dieses Sprichwort stimmt f\u00fcr den letztendlich sehr guten 2016er Jahrgang in der Pfalz in besonderem Ma\u00dfe. Denn im verregneten Fr\u00fchjahr hatte es noch ganz anders ausgesehen. So viel Regen in einem Mai und Juni hatten selbst altgediente Winzer noch nicht erlebt. Entsprechend erheblich war der Druck durch Befall mit Falschem Mehltau,<br \/>\nteilweise wurden die Bl\u00fctenst\u00e4nde v\u00f6llig zerst\u00f6rt. Einige Betriebe, insbesondere \u00d6ko-Erzeuger, mussten sich in manchen Weinbergen auf teils drastische Ertragsausf\u00e4lle einstellen. Doch dann kamen ein warmer Juli und ein sonniger, trockener Sp\u00e4tsommer, der in einen Bilderbuch-Altweibersommer im September m\u00fcndete. Die Hauptlese, die in der dritten Septemberwoche einsetzte, verlief ausgesprochen entspannt. Bis in den November wurden kerngesunde, perfekt ausgereifte Trauben eingebracht. Besonders die Bukettsorten wie Sauvignon Blanc, Scheurebe und Muskateller zeigten sich als Jungweine sehr aromatisch und ausgewogen. Aber auch die Burgundersorten und der Riesling profitierten von der Witterung. Damit f\u00e4llt der Jahrgang nach Meinung der Experten sehr typisch f\u00fcr die Pfalz aus: fruchtbetont, elegant, frisch und moderat im<br \/>\nAlkoholgehalt. Es wird auch gute edels\u00fc\u00dfe Weine geben und die Hoffnung auf Eisweine besteht eben falls noch. Die Erntemenge lag nur leicht unter dem langj\u00e4hrigen Mittel von rund 2,2 Millionen Hektoliter. Fazit des Pfalzwein-Vorsitzenden \u00d6konomierat Edwin Schrank: \u201eNoch nie hat ein Weinjahrgang die Winzer so positiv \u00fcberrascht wie dieser!\u201c<\/p>\n<p><strong>Rheingau: Alles Nervensache<\/strong><br \/>\nRegen ist grunds\u00e4tzlich gut. Das dachten auch die Rheingauer Winzer im Januar und Februar, denn das Vorjahr war sehr hei\u00df und trocken. Da ist es ja nicht schlecht, wenn die Wasserreserven wieder aufgef\u00fcllt werden. Was aber, wenn dann im Juni so viel Regen wie sonst in drei Monaten vom Himmel f\u00e4llt? Das ist zu viel des Guten. F\u00fcr die Winzer begann der anstrengende und<br \/>\nnervenaufreibende Kampf gegen den Befall vor allem mit Falschem Mehltau. Nicht immer konnten die Weinberge befahren werden, um die Reben zu behandeln, so feucht war der Boden. Trotz allem verlief die Entwicklung der Reben recht normal. Der Reifebeginn lag beim Riesling mit dem 20. August exakt im 30-j\u00e4hrigen Mittel. Gelesen wurde er \u00fcberwiegend von Anfang bis Mitte Oktober. Bedingt durch das \u00fcberaus gute Sp\u00e4tsommer- und Herbstwetter waren die Traubenperfekt ausgereift und zeigten gute Mostgewichte. Fruchts\u00e4ure- und Zucker gehalte in den Beeren hielten sich bestens die Waage. So sind fruchtige, ausgewogene Rieslinge mit eleganter Struktur zu erwarten. Mit gesch\u00e4tzten 200.000 Litern liegt die Erntemenge auf dem Niveau des Vorjahres aber zehn Prozent unter dem Zehnjahresdurchschnitt.<\/p>\n<p><strong>Rheinhessen: Gl\u00fcck muss der Mensch haben<\/strong><br \/>\nDer \u201eSommer im September\u201c wird den rheinhessischen Winzern noch lange in Erinnerung bleiben. Der Herbstmonat hat mit sch\u00f6nstem Sonnenschein und um 3,8 \u00b0C \u00fcber dem Durchschnitt liegenden Temperaturen einiges wieder gutgemacht, was angesichts der schwierigen Wetterbedingungen im ersten Halbjahr fast unerreichbar schien. In Rheinhessen regnete es im<br \/>\nMai dreimal so viel wie normal, und das nach einem bereits sehr k\u00fchl en Fr\u00fchjahr. So lag die Vegetation noch bis zum Sommer rund zwei Wochen zur\u00fcck; durch die N\u00e4sse herrschte hoher Krankheitsdruck in den Reben. Der Zustand der Weinberge, die teilweise wegen aufgeweichter B\u00f6den nicht befahrbar waren, erschwerte die notwendigen Behandlungen. Die Wende kam mit dem Juli. Bis in den September hinein herrschte vorwiegend trockenes, warmes Wetter mit H\u00f6chsttemperaturen von 35 \u00b0C<br \/>\nim August. Die Lese begann Anfang September f\u00fcr die fr\u00fch reifenden Sorten, die Hauptlese setzte Mitte September ein. Abgesehen von einzelnen Lagen, bei denen schon im Fr\u00fchjahr krankheitsbedingt starke Ausf\u00e4lle bis hin zu Totalschaden zu beklagen waren, konnten \u00fcberwiegend sehr gesunde, ausgereifte Trauben mit ordentlichen Mostgewichten eingebracht werden. Die gesch\u00e4tzte Erntemenge liegt mit 2,5 Millionen Hektoliter nur wenig unter dem \u00dcblichen. Insgesamt werden fruchtbetonte, saftige Weine mit etwas niedrigeren Alkoholwerten als im Vorjahr erwartet. Die Rieslinge profitierten besonders vom idealen Herbst und pr\u00e4sentieren sich ausgepr\u00e4gt aromatisch \u2013 die hervorragende Aromareife ist nach Ansicht der Experten das Geheimnis des Jahrgangs 2016.<\/p>\n<p><strong>Saale-Unstrut: Die ganze Skala<\/strong><br \/>\nIm n\u00f6rdlichsten deutsche Anbaugebiet trieben die Reben im Mai unter strahlend blauem Himmel aus und auch die Rebbl\u00fcte, die Mitte Juni begann, verlief ohne Probleme. P\u00fcnktlich zum Sommeranfang stieg das Thermometer auf rund 30 \u00b0C. Der Juli war ebenfalls hei\u00df und trocken, doch kam es um Freyburg am 17. Juli zu einem Hagelunwetter. Feuchtigkeit und schw\u00fclwarmes<br \/>\nWetter verursachten zwar einen gewissen Krankheitsdruck, dem die Winzer aber mit gezielter Laubarbeit begegneten, um die Trauben besser zu durchl\u00fcften und trocken zu halten. Der August brachte hohe Temperaturen und teils Unwetter mit Hagelsch\u00e4den. Die Lese begann schlie\u00dflich am 20. September mit ruhigem, trockenen Herbstwetter. Im Oktober kam dann Regen auf mit k\u00fchlen Temperaturen, doch die Trauben zeigten sich den gesamten Herbst \u00fcber sehr gesund, was die<br \/>\nGrundlage f\u00fcr ausgepr\u00e4gt fruchtige, k\u00f6rperreiche Weine mit moderaten Fruchts\u00e4uregehalten lieferte, sowohl im Basissegment als auch bei den Spezialit\u00e4ten. Die gesch\u00e4tzte Erntemenge von 55.000 Hektolitern liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Die Qualit\u00e4t sei jedoch noch eine Klasse besser als 2015, erkl\u00e4rte Weinbaupr\u00e4sident Siegfried Boy. Die Jungweine spiegeln die Sonne des Jahrgangs wider. 2016 wird den Weinfreunden Spa\u00df machen.<\/p>\n<p><strong>Sachsen: Flexibilit\u00e4t trotzt Regen<\/strong><br \/>\n\u201eViel Flexibilit\u00e4t\u201c habe die Ernte von den Winzern gefordert, hie\u00df es beim s\u00e4chsischen Landeslandwirtschaftsamt. Das lag nat\u00fcrlich am Wetter, das nicht mit Herausforderungen geizte. Das Fr\u00fchjahr war eher trocken. Der Juni war dann sehr niederschlagsreich und brachte Verrieselungssch\u00e4den etwa bei Tramineranlagen und einigen Krankheitsdruck durch den Falschen Mehltau. G\u00fcnstiger f\u00fcr das Wachstum waren die hochsommerlichen Temperaturen von August bis September, doch bedeutete die extreme Hitze Ende August f\u00fcr die Reben wiederum Stress. Die Lese der fr\u00fchreifen Sorten begann am 10. September mit sehr guten Qualit\u00e4ten. Stellenweise sorgte allerdings die japanische Kirschessigfliege f\u00fcr Probleme. Zum Gl\u00fcck verhinderten die k\u00fchlen Temperaturen im nasskalten Oktober gr\u00f6\u00dfere Sch\u00e4den. Durch emsige Arbeit im Weinberg gelang es den Winzern, \u00fcberwiegend sehr gesundes Lesegut einzubringen. Auch die Menge stimmt; sie wurde auf 27.500 Hektoliter gesch\u00e4tzt. \u201eEndlich haben wir in Sachsen wieder mal zwei gute Jahrg\u00e4nge hintereinander\u201c, freute sich der Weinbauverbandspr\u00e4sident Christoph Reiner. Es wird auch sehr gute hochwertige Spezialit\u00e4ten bis in den edels\u00fc\u00dfen Bereich geben.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrttemberg: Herausforderungen bestens gemeistert<\/strong><br \/>\nWie \u00fcberall im S\u00fcdwesten Deutschlands, pr\u00e4sentierte sich das Fr\u00fchjahr auch in W\u00fcrttemberg extrem nass und erforderte<br \/>\neinen ausgekl\u00fcgelten Rebschutz. Danach war es zunehmend hei\u00df und trocken; die Sorten Acolon und Dornfelder waren bereits Mitte August durchgef\u00e4rbt. Auch dieanderen Sorten wie Riesling, M\u00fcller-Thurgau, Kerner, Trollinger und Schwarzriesling entwickelten eine hervorragende physiologische Reife. Die Lese erfolgte bei weitgehend trockener Witterung kontinuierlich vom 24. September bis Ende Oktober, nur durch einen Starkregen am 21.10. unterbrochen. Die w\u00fcrttembergischen Weing\u00e4rtner werden in diesem Jahr eine sehr gute Qualit\u00e4t in die Gl\u00e4ser bringen \u2013 vergleichbar mit dem Spitzenjahrgang 2015, so die Meinung der Experten. Die Erntemenge fiel mit 1,1 Mio. Hektoliter ein wenig besser als im langj\u00e4hrigen Mittel aus<br \/>\nund sogar etwas gr\u00f6\u00dfer als im Bilderbuchjahrgang 2015. Die perfekten Lesebedingungen mit sonnigen Tagen und k\u00fchlen<br \/>\nN\u00e4chten verliehen den Weinen den letzten Schliff. Die Jungweine pr\u00e4sentieren sich aus gesprochen sortentypisch und fruchtig.<br \/>\nBundesweite Weinmost -Erntesch\u00e4tzung vom 20. Oktober 2016<\/p>\n<p>Quelle: DWI<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Weinjahrgang 2016: Detaillierter Bericht aus den 13 Anbaugebieten Nach einem grandiosen Finale eines sehr arbeitsintensiven und turbulenten Weinjahres sind die deutschen Weinerzeuger mit den eingebrachten Qualit\u00e4ten sehr zufrieden Wie das Deutsche Weininstitut (DWI) mitteilt, konnten dank eines perfekten Sp\u00e4tsommers bundesweit gut ausgereifte und sehr gesunde Trauben geerntet werden. 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