{"id":45239,"date":"2018-08-07T11:00:36","date_gmt":"2018-08-07T09:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=45239"},"modified":"2018-08-07T11:00:36","modified_gmt":"2018-08-07T09:00:36","slug":"die-geschichte-von-ribera-del-duero-teil-1-ribera-del-duero-das-war","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2018\/08\/die-geschichte-von-ribera-del-duero-teil-1-ribera-del-duero-das-war\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 1: Ribera del Duero \u2013 das War"},"content":{"rendered":"<h2>Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 1: Ribera del Duero \u2013 das War<\/h2>\n<p>Krisen kannte Ribera del Duero wahrlich viele. Aber jene der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts war dann doch noch einmal st\u00e4rker, gravierender, existenzbedrohender. Weinbau gab es in dem, was heute als Ribera del Duero bekannt ist, nur noch an wenigen Ecken,\u00a0 Absatzm\u00e4rkte gingen verloren, Arbeitskr\u00e4fte auch, die Industrie im Norden oder die Verwaltung in der Hauptstadt zahlten einfach besser, das Leben war geregelter, das Einkommen stabiler. Das Sterben der D\u00f6rfer begann, auch wenn das damals niemand so richtig wahrnehmen wollte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_45796\" aria-describedby=\"caption-attachment-45796\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-163950 size-full\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_war_1.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"420\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_war_1.jpg 560w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_war_1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45796\" class=\"wp-caption-text\">Nach einhundert und zehn Jahren auf einem Hochplateau am Verbindungsweg von Aranda gen Sotillo braucht auch der tapferste Rebstock eine St\u00fctze.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Weing\u00fcter mit so etwas wie einem Markt, einem bekannten Namen, Weine von ordentlicher bis guter Qualit\u00e4t, all dies fand man damals nur vereinzelt. Selbst Weinberge waren knapp. Ein paar Jahre sp\u00e4ter waren es gerade einmal dreizehn Weing\u00fcter, die eine Weinbauregion namens Ribera del Duero ins Leben riefen. In Extremis, k\u00f6nnte man meinen. Denn man hatte keine Zeit (und wohl auch keine Lust), ein eigenes Regelwerk zu generieren, man nahm das der Rioja und ersetzte nur die geographischen Begriffe.<\/p>\n<p>Aus heutiger Sicht ist dieses Regelwerk ein Kompendium von Problemen: keine Teilregionen, sinnbefreite Auflagen hinsichtlich Reifedauer und -art der Weine, eine seltsam zusammengeschusterte Rebsortenliste, das Verbot von Wei\u00dfweinen ist schon fast eine Petitesse. Betrachtet man das Werk indes aus damaliger Sicht, so war es schon fast alternativlos. Warum h\u00e4tte man sich den Kopf \u00fcber Teilregionen zerbrechen sollen, wenn es doch aus Soria kein einziges Weingut gab, das die Denominaci\u00f3n de Origen mitgr\u00fcndete? Es gab zwar die Cooperative aus San Esteban de Gormaz, sie sollte aber erst wesentlich sp\u00e4ter beitreten. Wie sollte man \u00fcber eine Klassifizierung von Riberadolid, Pe\u00f1afiel gen Westen, nachdenken, wenn es dort kaum Rebland gegeben hat, und gerade einmal drei Weing\u00fcter? Es ging schlicht und ergreifend um das \u00dcberleben. Mal wieder.<\/p>\n<p>Jahrhunderte zuvor war das alles ganz anders. Damals, in Zeiten wirtschaftlicher Bl\u00fcte, war das System des Weinhandels schon einmal regional gegliedert, in jeder Grafschaft gab es eine Verwaltungsstelle, die Preise festlegte, aber auch dar\u00fcber befand, welche Weine wann und von wo auf dem heimischen Markt verkauft werden durften. Protektionismus nennt man das, und insbesondere Kastilien war Profi in dieser Angelegenheit.<\/p>\n<p>Dieses Verwaltungszentrum, nat\u00fcrlich eine religi\u00f6se Einheit, war La Vid, ein kleiner Marktflecken \u00f6stlich von Aranda de Duero. Der Einflussbereich ragte indes weit \u00fcber die Grenzen des heutigen Ribera del Duero hinaus, denn auch Arlanza und andere, etwas weiter im Norden gelegene Gegenden wurden von La Vid aus mitverwaltet.<\/p>\n<p>Dieses System funktionierte, nicht zuletzt wegen der doch etwas isolierten Lage der Region. L\u00e4ngs des Duero lebten nicht so viele Menschen, f\u00fcr H\u00e4ndler aus anderen Regionen war dieser Markt nicht wirklich attraktiv. Dazu kam, dass die Verkehrswege nicht gerade in optimaler Verfassung waren. Die B\u00f6den in der Gegend um Aranda, Roa, Lerma, bis hin gen Pe\u00f1afiel oder Soria, bestanden und bestehen aus Lehm, heftige Regenf\u00e4lle oder harte Winter brachten den Warenverkehr schon einmal zum Erliegen.<\/p>\n<p>Damals tranken die Menschen viel Wein, sehr viel Wein. Allerdings waren die Alkoholgrade geringer, man trank schlie\u00dflich unter anderem deswegen, weil das Wasser einfach nicht sauber genug war. Als sich dieses Problem zu legen begann, ging auch der Weinbau in der Region zur\u00fcck. Es sollte aber nicht das Hauptproblem von Ribera del Duero werden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_45797\" aria-describedby=\"caption-attachment-45797\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-163951 size-full\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_war_2.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_war_2.jpg 640w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_war_2-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45797\" class=\"wp-caption-text\">Fr\u00fcher pflanzten Weinbauern einen Obstbaum in den Wingert, um von der Fruchtreife auf die Traubenreife zu schlie\u00dfen. Bl\u00f6d nur, wenn der Kirschbaum st\u00e4ndig Fr\u00fchjahrsfrost abbekommt. Finca El Cerezo in Fuentelc\u00e9sped.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Unheil der Region begann in der zweiten H\u00e4lfte des neunzehnten Jahrhunderts. Im Jahr achtzehnhundert vierundsechzig fuhr die K\u00f6nigin Isabel II mit dem Zug von Madrid nach Donosti, die Bahnlinie, welche Madrid mit Frankreich verband, war er\u00f6ffnet. F\u00fcr den Weinbau war dies ein optimaler Moment, konnte man so doch Wein preisg\u00fcnstig von Kastilien gen Frankreich schicken. Dort w\u00fctete die Reblaus, aber auch echten und falschen Mehltau hatte man nur notd\u00fcrftig im Griff. Die Nachfrage nach spanischem Wein, insbesondere Rotwein, war immens. Am st\u00e4rksten profitierte Toro (und Morales de Toro). Denn dort gab es einen Bahnhof, Wein konnte das ganze Jahr hindurch verschickt werden, die kastilischen Schlammpisten stellten kein Hindernis mehr dar. Toro, Nava del Rey, Medina del Campo als zentraler Umschlagplatz sowie Due\u00f1as, am Nordrand der heutigen Region Cigales gelegen, waren die zentralen Orte. Ribera del Duero indes geh\u00f6rte nicht dazu, die Transporte waren schlicht und ergreifend nicht rentabel: der Transport eines gro\u00dfen Fasses per Ochsenkarren von Lerma nach Burgos war wesentlich teurer als der Transport eines gleichgro\u00dfen Fasses von Toro nach Frankreich, der schlechte Zustand der Stra\u00dfen versch\u00e4rfte die Situation.<\/p>\n<p>In jener Zeit musste der Staat eine Entscheidung treffen dar\u00fcber, wie Madrid mit dem Norden Spaniens verbunden werden soll. \u00c1vila, Medina del Campo, Valladolid, die Verbindung nach Le\u00f3n und an die Nordk\u00fcste, all dies waren Argumente, die f\u00fcr die Westanbindung sprachen. F\u00fcr eine Verbindung Madrid-Aranda-Burgos sprach einfach nichts. Damit war das \u00f6konomische Schicksal der Region eigentlich besiegelt.<\/p>\n<p>Wie in vielen L\u00e4ndern Europas so konzentrierte man sich auch in Spanien zun\u00e4chst auf Verbindungen von Madrid gen Peripherie, Querverbindungen waren eigentlich eine Seltenheit. Die einzige Ausnahme war Zaragoza \u2013 Miranda de Ebro, eine Strecke die \u00fcber Logro\u00f1o, Cenicero und Haro f\u00fchrte, sie legte den Grundstein des Barrio de la Estaci\u00f3n in Haro, vinophiles Zentrum der Rioja. Sie sorgte auch daf\u00fcr, dass Orte wie Burgos, Santander, Bilbo, selbst Le\u00f3n problemlos mit Wein aus der Rioja versorgt werden konnten. Ribera del Duero hatte erneut das Nachsehen. Drei\u00dfig Jahre sp\u00e4ter wurde die Strecke Valladolid-Soria eingeweiht, zu sp\u00e4t f\u00fcr den Weinbau. In Frankreich hatte man das Reblaus-Problem gel\u00f6st, die Importe aus Spanien brachen in sich zusammen; im Norden Spaniens hatte sich die Rioja breit gemacht und gut eingenistet. Ribera kam sp\u00e4t, zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Jenseits der Grenzen der Region hatten es die Weine vom Mittellauf des Duero schwer. Valladolid war fest in den H\u00e4nden von Cigales, von La Seca, von Nava del Rey. In Burgos regierte die Rioja, in Madrid ersetzten die billigen Weine aus der Mancha alles, was vorher in den Tavernen der Stadt getrunken wurde. Soria und Aranda waren bessere D\u00f6rfer, Roa, Pe\u00f1afiel oder Lerma ganz normale D\u00f6rfer, einen wirklichen Markt konnte man so nicht aufbauen.<\/p>\n<p>Ein paar Ausnahmen gab es: Fuentelc\u00e9sped, etwa, auch andere Orte, in denen die Trauben gut ausreifen konnten, um hohe Zuckerwerte zu erhalten. Dies war bereits aus Toro bekannt: die H\u00e4ndler suchten starke, kr\u00e4ftige Weine aus der Dueroregion, um diese dann mit eher leichten, daf\u00fcr s\u00e4urehaltigen Weinen aus dem Norden der Halbinsel zu verschneiden. Das klappt auch in der Ribera, aber halt nur an wenigen Stellen; nicht nur in Fuentelc\u00e9sped, eigentlich alle D\u00f6rfer im S\u00fcden von Aranda de Duero waren und sind geeignet, diese Art Weine zu erzeugen.<\/p>\n<p>Im Norden war das anders. In Lerma, aber auch rings um Gumiel de Iz\u00e1n, war man froh, wenn Weine mit zw\u00f6lf Grad auf dem Tisch standen; normal waren eher zehn Umdrehungen. Das Interesse an solchen \u201eleichten\u201c Weinen ging zur\u00fcck, die Fl\u00e4chen schrumpften erneut.<\/p>\n<p>In jener Zeit trank man in der Region, aber auch in Cigales, in Le\u00f3n, will sagen im gesamten Osten und Norden von Kastilien eine Art Rosado, Clarete genannt. Rote und wei\u00dfe Trauben wurden zusammen vergoren, es entstand ein etwas dunklerer Rosado. Der Vorteil: Albillo Mayor, die wichtigste wei\u00dfe Sorte, brachte S\u00e4ure, Tempranillo brachte Frucht, die Tannine konnten gut integriert werden. Aber auch dieser Wein war nur in der Region gefragt, schlie\u00dflich konnte man ihn so oder so \u00e4hnlich an allen Ecken und Enden Spaniens keltern.<\/p>\n<p>Die politischen Unruhen, die sich durch die letzten zwei Jahrhunderte der spanischen Geschichte zogen, betrafen Ribera del Duero eigentlich wenig. Die Karlistenkriege fanden hier quasi nicht statt, die Frontlinie zog sich von Kantabrien \u00fcber die Rioja bis hin gen Katalonien. Selbst der spanische B\u00fcrgerkrieg hinterlie\u00df nur wenige Spuren: Aranda de Duero und Burgos waren fest in der Hand der Falange und der Franco-Diktatur. Nordkastilien, von Franco gerne Castilla La Vieja genannt, profitierte durchaus, denn der Diktator (vielleicht eher einige seiner Minister oder Gener\u00e4le) fand Gefallen an der Region, die Landwirtschaft entwickelte sich durchaus. In vielen D\u00f6rfern gibt es noch immer eine Calle Franco, ein Dorf, Quntanilla de Abajo, wurde in Quintanilla de On\u00e9simo umbenannt, On\u00e9simo Redondo war Wegbereiter des JONS und der Falange, Grundpfeiler des spanischen Faschismus in der Zeit von Primo de Rivera. Er fiel am Anfang des B\u00fcrgerkrieges, sein Geburtsort muss noch heute seinen Namen tragen.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Weinbau galt dies nur bedingt. Denn da das Franco-Spanien von internationalen M\u00e4rkten abgeschnitten war, teils aus politischen, teils aus \u00f6konomischen Gr\u00fcnden, setzte er ein Dekret verst\u00e4rkt um, das noch aus republikanischer Zeit stammte: Grundnahrung hatte Priorit\u00e4t. In jener Zeit wurden viele Rebanlagen gerodet um Weizen anzubauen. Genz besonders hart traf es Riberadolid. Gerade in Pe\u00f1afiel, in Pesquera oder in Quintanilla wurden fast alle alten Weinberge gerodet, es sollte Jahrzehnte dauern, ehe Rebst\u00f6cke dort wieder Fu\u00df fassten.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Ribera Burgalesa, die Region zwischen Aranda, Roa und Gumiel de Iz\u00e1n, galt dies weniger, oftmals waren die B\u00f6den zu karg, nicht f\u00fcr Getreideanbau geeignet. Aber auch das half nicht, denn im Laufe der Jahre zog es immer mehr Menschen von der Duero Region gen Norden, zu den Arbeitspl\u00e4tzen. In Kantabrien, im Baskenland und in Asturien boomte die Industrie, diverse Werften, aber auch Erzabbau und die chemische Industrie boten Arbeitspl\u00e4tze.<\/p>\n<p>Wie auch in anderen Regionen Spaniens, so bestand in Ribera del Duero die L\u00f6sung der Probleme in einem Wort: Cooperative. Anfangs gab es nur eine: die Bodega Ribera Duero de Pe\u00f1afiel, ihre Weine nannten und nennen sich Protos.<\/p>\n<p>Von Vega Sicilia einmal abgesehen, basiert eigentlich alles, was man seitdem in Riberadolid gesehen hat, auf dieser Bodega. Te\u00f3filo Reyes war hier aktiv, er sollte sp\u00e4ter der Weinmacher einer Bodega werden, die von einem Alteisenh\u00e4ndler namens Alejandro Fern\u00e1ndez gegr\u00fcndet wurde. Diese drei Bodegas waren auch die einzigen aus der Provinz Valladolid, welche die Gr\u00fcndungsurkunde der Denominaci\u00f3n Origen Ribera del Duero unterschrieben. Es sollte bis in das Jahr neunzehnhundert achtundachtzig dauern, ehe sich in diesem Teil der Region ernsthaft etwas bewegte.<\/p>\n<p>Noch komplizierter war die Situation am anderen Ende der Region, weit im Osten, mehr als einhundert Kilometer von Pesquera de Duero entfernt. In der Provinz Soria gab es Weinbau, vor allem in Atauta, in San Esteban de Gormaz, auch ein wenig in El Burgo de Osma. Jedoch waren die klimatischen Bedingungen anstrengend, Missernten waren nicht selten, die Qualit\u00e4t oftmals von \u00fcberschaubarem Niveau. Eigentlich gab es nur ein Weingut: eine Genossenschaft in San Esteban de Gormaz; sie wurde aber erst Ende der sechziger Jahre ins Leben gerufen, es war, wieder einmal, fast schon zu sp\u00e4t. Dort verbesserte sich die Situation erst, als Miguel S\u00e1nchez eine Bodega in Atauta ins Leben rief: Dominio de Atauta. Aber da war die Weinbauregion Ribera del Duero bereits siebzehn Jahre alt.<\/p>\n<p>Im Herzen von Ribera del Duero sprossen die Genossenschaften aus dem Boden wie Pilze nach einem warmen Septemberregen. In den f\u00fcnfziger und sechziger Jahren wurden nicht weniger als achtzehn Cooperativen gegr\u00fcndet, jedoch nicht eine einzige private Kellerei. F\u00fcr viele Weinbauern war dies die letzte Rettung, denn so musste man sich weder um das Keltern der Weine k\u00fcmmern noch, viel entscheidender, um das Verkaufen. Es gab etwas Geld f\u00fcr die Trauben, wenig zwar und oft nur nach langer Durststrecke bezahlt, aber immerhin. Man kaufte Zeit, die alten Rebanlagen blieben erhalten, die Grundlage f\u00fcr das heutige Ribera blieb bestehen.<\/p>\n<p>\u00d6konomisch brachten die Genossenschaften nicht viel auf die Reihe. Auf der anderen Seite weigerten sich diverse Cooperativen der Region, an der Gr\u00fcndung der Denominaci\u00f3n de Origen mitzuarbeiten, man f\u00fcrchtete zu viel Kontrolle, zu viel Verwaltung, die M\u00f6glichkeit, einfach so vor sich hinwerkeln zu k\u00f6nnen, geriet in Gefahr. Am Ende waren es gerade einmal vier Genossenschaften aus der Provinz Burgos, jene aus Aranda, Roa, La Horra sowie Fuentespina, die an der Gr\u00fcndung von Ribera del Duero beteiligt waren. Alle anderen kamen im Laufe der Zeit hinzu, man pflegte die Dinge lange aus guter Distanz zu betrachten. Letztendlich hatten sie nat\u00fcrlich keine Chance; denn sobald Ribera del Duero als Weinregion ins Laufen kam, hatten Genossenschaften die nur Tafelwein verkaufen durften, eine Landweinregion Castilla y Le\u00f3n gab es damals noch nicht, auf keinem Markt der Welt eine echte Perspektive.<\/p>\n<p>Private Weing\u00fcter existierten nat\u00fcrlich, aber auch deren Markt war \u00fcberschaubar. Wie gro\u00df der Markt von Vega Sicilia wirklich war, ist aus heutiger Sicht schwer einzusch\u00e4tzen. St\u00fcnde die Bodega in der Rioja es w\u00e4re wohl eine (weitere) mit gutem Namen. In Nordkastilien gab es in jener Zeit aber nur zwei Bodegas mit einem auch jenseits der Region bekannten Namen: Vega Sicilia und Yllera, beheimatet in Rueda.<\/p>\n<p>Auch wenn die eine oder andere klassische Bodega \u00fcber die eine oder andere lange, weit in die Vergangenheit reichende Geschichte verf\u00fcgt, so ist doch fast alles neueren Datums: Alejandro Fern\u00e1ndez, Santa Eulalia, Pe\u00f1alba L\u00f3pez, Ismael Arroyo, Hermanos P\u00e9rez Pascuas und Balb\u00e1s (letztere war die einzige privat geleitete Bodega der Region die, obwohl schon seit langem existent, nicht an der Gr\u00fcndung der Region mitwirkte) waren nicht etwa die Leuchtt\u00fcrme der Region, es gab schlicht und ergreifend nicht mehr.<\/p>\n<p>Als im Jahr neunzehnhundert zweiundachtzig die Denominaci\u00f3n de Origen Ribera del Duero offiziell gegr\u00fcndet wurde, war der Weinbau der Region fest in den H\u00e4nden der Genossenschaften. Von Olivares de Duero im Westen bis El Burgo de Osma, von Gumiel de Iz\u00e1n im Norden bis Fuentenarro, mehr als neunzig Prozent des in Ribera del Duero gekelterten Weines stammte aus einer Cooperative. Anders als in vielen Regionen Spaniens sollten die Cooperativen in Ribera del Duero aber auch im weiteren Verlauf der Geschichte eine entscheidende Rolle spielen. Text: El oso alem\u00e1n<\/p>\n<h6><strong>Teil 2. <\/strong><strong>Ribera del Duero \u2013 das Warum erscheint auf diesem Blog am 14.08.2018 um 11.00 Uhr.<\/strong><\/h6>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 1: Ribera del Duero \u2013 das War Krisen kannte Ribera del Duero wahrlich viele. Aber jene der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts war dann doch noch einmal st\u00e4rker, gravierender, existenzbedrohender. 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