{"id":45256,"date":"2018-08-28T11:00:08","date_gmt":"2018-08-28T09:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=45256"},"modified":"2018-08-28T11:00:08","modified_gmt":"2018-08-28T09:00:08","slug":"die-geschichte-von-ribera-del-duero-teil-3-ribera-del-duero-das-wird","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2018\/08\/die-geschichte-von-ribera-del-duero-teil-3-ribera-del-duero-das-wird\/","title":{"rendered":"Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 4: Ribera del Duero \u2013 das wird?"},"content":{"rendered":"<h2>Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 4: Ribera del Duero \u2013 das wird?<\/h2>\n<p>Spanierinnen, vor allem aber Spanier sind Profis darin, sich selbst zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Aber auch jenseits der Pyren\u00e4en gibt es die eine oder andere Ansicht, die weit oben am Baum h\u00e4ngt. Da wird dann schon einmal Ribera del Duero in einem Atemzug mit Bordeaux, Burgund, Montalcino oder Barolo genannt, neben Rioja, Rheingau oder Wachau. Sorry, aber in dieser Liga spielt Ribera del Duero nicht. Zumindest noch nicht. Vielleicht nie.<\/p>\n<p>Bordeaux, mit etwa der sechsfachen Rebfl\u00e4che, ist in \u00fcber drei\u00dfig voneinander abgegrenzte Regionen unterteilt, das Piemont kommt insgesamt auf gerade einmal sechstausend Hektar mehr als Ribera del Duero, ist jedoch in zahlreiche Unterregionen (DOCs, DOCGs und Zeuchs) unterteilt, in neunundf\u00fcnfzig, um exakt zu sein. Neun Und F\u00fcnf Zig! In Ribera del Duero gibt es Joven, Crianza, Reserva sowie Gran Reserva. Punkt! Na ja, Rosado gibt es auch noch&#8230;<\/p>\n<p>DIE DOCG Barolo stemmt siebzehnhundert Hektar Rebfl\u00e4che, das schaffen auch Roa de Duero und La Horra zusammen. Trauben f\u00fcr Barbaresco werden auf gut sechshundert Hektar Rebland gelesen, alleine das Dorf Anguix ist davon so weit nicht entfernt. In einem guten Jahr entspricht die Gesamtproduktion in Barolo etwa der Kapazit\u00e4t der Felix Sol\u00eds-Bodega in Olmedillo de Roa: neun Millionen Liter.<\/p>\n<p>Nur drei klassifizierte Regionen Italiens spielen mengentechnisch in der Liga von Ribera del Duero: Chianti, Montepulciano d&#8217;Abruzzo sowie Prosecco. Auf ganz Sizilien wird weniger Wein gekeltert als in der Ribera.<\/p>\n<p>Diese Zahlenspiele k\u00f6nnten wir drei Stunden lang fortsetzen, es k\u00e4me immer wieder das gleiche Schema zum Vorschein: Ribera del Duero, letztendlich fast alle Weinbauregionen Spaniens sind nach einem anderen Muster gestrickt: gro\u00dfe, mehr oder weniger sinnstiftend zusammengestellte Gebinde, die eher auf Volumen denn auf Qualit\u00e4t ausgerichtet sind.<\/p>\n<p>Trauben sind dort ein Handelsgut, sie kommen auf den Markt als innerhalb einer Region aufgewachsen, oder halt nicht. Von wenigen Regionen (in denen aber auch nicht ernst kontrolliert wird) abgesehen, gibt es keine Erzeugerabf\u00fcllungen im mitteleurop\u00e4ischen Sinne. Will sagen: wenn mein Wein ausverkauft ist, kann ich zur n\u00e4chsten Tankstelle (Cooperative) laufen, Fasswein kaufen oder gleich dort mit meinem Etikett abf\u00fcllen lassen, und munter weiterverkaufen. Alles legal.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften drei Weing\u00fcter in Ribera sind Felix Sol\u00eds, Garc\u00eda Carri\u00f3n (beide zugewandert) sowie Protos. Ein Viertel bis ein F\u00fcnftel der Produktion tr\u00e4gt ihre Etiketten. Zwei Dutzend, also nicht einmal zehn Prozent aller Weing\u00fcter der Region, werfen zwei Drittel der Produktion auf den Markt. W\u00fcrde man der Region ein Klassifizierungssystem entsprechend dem der Mosel \u00fcberst\u00fclpen, all diese Produzenten f\u00e4nden sich pl\u00f6tzlich in zweiter oder dritter Linie wieder. Da die R\u00fcckenetiketten beim Consejo zu kaufen sind, dieser somit von den Gro\u00dfbodegas lebt, werden die das nie mit sich machen lassen. Im Priorat funktioniert das, weil dort insgesamt nur f\u00fcnf Millionen Liter Wein gekeltert werden, wenn \u00fcberhaupt. Die Rioja strampelt und hampelt, um so zu tun, als ob man ein strengeres System errichten wolle, tut aber letztendlich (fast) alles, um dessen effektive Umsetzung zu behindern. Ribera wird sich das alles erst einmal in Ruhe ansehen, wirklich \u00e4ndern wird sich in den n\u00e4chsten zehn Jahren nicht viel.<\/p>\n<p>Aber auch in diesem Zusammenhang lohnt es sich, in andere Ecken der Welt zu blicken. Nehmen wir die weiter oben bereits erw\u00e4hnte Region Brunello aus Montalcino. Es ist keine drei\u00dfig Jahre her, da konnte man viele der guten Brunelli in Bonn bei italienischen Lebensmittelh\u00e4ndlern f\u00fcr n&#8217;Appel und n&#8217;Ei kaufen, in Sachen Barbaresco oder Barolo war das nicht viel anders. Man darf nicht den Fehler machen, nur das heutige Ergebnis der Entwicklung zu betrachten. Barolo war vor f\u00fcnfzig Wintern alles andere als eine noble Weinbauregion, es dominierten eher b\u00e4uerliche Weine. Selbst Burgund oder Bordeaux haben Jahrzehnte (Jahrhunderte) gebraucht, um dort zu sein, wo sie heute sind. Die Zeiten, in denen Chablis gerade einmal als bessere Kochwein zu verkaufen war, sind so lange noch nicht her.<\/p>\n<p>Die Weinbauregion Ribera del Duero gibt es gerade einmal vierzig Jahre, viele Weing\u00fcter sind keine zwanzig Jahre alt. Nix mit f\u00fcnfter oder sechster Generation, und nat\u00fcrlich k\u00e4mpft jede Bodega, die nur mit sauberem Geld errichtet wurde, mit Schulden und \u00e4hnlichen Problemen. Dazu kommt, dass Spanier, insbesondere Kastilier, keine Verk\u00e4ufer sind.<\/p>\n<p>Die Tatsache, dass zwei Drittel aller Ribera-Weine von Bodegas vermarktet werden, die entweder nicht aus der Ribera sind oder Protos hei\u00dfen, ist nicht das Problem. Im Gegenteil: es ist eine Art Versicherung f\u00fcr das \u00dcberleben der Region. Die Frage ist nur: was macht das restliche Drittel daraus?<\/p>\n<p>Die Zukunft besteht aus drei Begriffen und deren Umsetzung: Qualit\u00e4t, Terroir sowie Rebsortenmix.<\/p>\n<p>Ersteres ist recht einfach zu verstehen, aber oftmals schwer umzusetzen, zumindest tun sich diverse Bodegas schwer damit. All jene Weinmacherinnen und Weinmacher, die schon einmal im Burgund oder in Bordeaux gearbeitet haben oder von dort stammen, haben es etwas leichter, viele lokal oder bestenfalls regional erfahrene Winzer verstehen oft nicht, was Qualit\u00e4t eigentlich ausmacht. Noch immer gilt an vielen Orten die Devise: viel hilft viel! Die Top-Weine werden besonders behandelt, mehr von allem: l\u00e4ngere Reifedauer (in Ribera fatal), l\u00e4ngere Maischestandzeit (gibt Suppe), viel zu viel zu aggressives Holz (trocknet den Mund aus und hinterl\u00e4sst Sp\u00e4ne). Solange das nicht aufh\u00f6rt, wird das nichts. Aber wie soll das aufh\u00f6ren, wenn die Weingutsbesitzer (\u00d6nologen machen meistens das, was die Besitzer wollen, da gibt es nur wenig Spielraum) das gar nicht raffen. Es handelt sich um die gleichen Weingutsbesitzer, die, wenn man sie auf fehlende Qualit\u00e4t anspricht, eher bereit sind, Preise zu senken, als an der Qualit\u00e4t ihrer Weine zu arbeiten. Da muss man dran arbeiten.<\/p>\n<p>Auch gibt es zu viele Weing\u00fcter, die nach Schema \u201eF\u201c arbeiten, wobei man das in Ribera in Schema \u201eA\u201c umtaufen sollte, A wie Ayuso, eine Familien von Weinmachern, die etwa vierzig Weing\u00fcter der Region ber\u00e4t. Nat\u00fcrlich ist ein Stahltank praktischer, nat\u00fcrlich ist es einfacher, die malolaktische S\u00e4ureumwandlung auch in einem Stahltank durchzuf\u00fchren, die Weine werden dann halt betont langweilig ausfallen. Aber solange es Kunden f\u00fcr derart brotlose Weine gibt, wird sich daran nicht viel \u00e4ndern. Inzwischen haben viele Bodegas Zementeier in ihren Hallen herumstehen oder -liegen. Was sie damit machen, ist eine andere Sache.<\/p>\n<p>Das mit dem Holz geht auch auf die Kappe des Consejo Regulador. Als man damals das Regelwerk der Rioja kopierte, nahm man auch den Passus hin, dass f\u00fcr Weine der Klassifikationen Crianza gen oben nur Barricas eingesetzt werden d\u00fcrfen, deren Fassungsverm\u00f6gen dreihundert Liter nicht \u00fcberschreitet. Hinterfragt hat das damals sicherlich niemand. An dieser Regel hat sich bis heute nichts ge\u00e4ndert, alles, was in gro\u00dfen Barricas reift, darf nur als vino de cosecha, J\u00f3ven, auf den Markt gebracht werden. F\u00fcr gro\u00dfe Weine und gro\u00dfe Namen ist das kein Problem, ein gewisser Pingus kommt auch als J\u00f3ven auf den Markt. Viele kleine Bodegas k\u00f6nnen zumindest ohne die Bezeichnung Crianza nicht leben, auch wenn sie sich damit oft selbst ein Bein stellen.<\/p>\n<p>Ganz klare Ansage: solange die Rioja ihre Weing\u00fcter zu Crianza, Reserva und Gran Reserva dr\u00e4ngt, wird sich, en gros, Ribera dem nicht widersetzen k\u00f6nnen, und auch nicht widersetzen wollen. Das Konzept Reserva, dass es so ja auch in vielen anderen europ\u00e4ischen Weinbauregionen gibt, k\u00f6nnte, w\u00fcrde man es ein klein wenig \u00fcberarbeiten, durchaus bestehen bleiben. Kein Reserva aus zugekauftem Fasswein etwa, oder eine etwas strengere H\u00f6chstertragsregel, da g\u00e4be es schon M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr muss aber auch erst mal ein Markt da sein, es ist ja nicht so, dass den Bodegas Weine zu zwanzig Euro Exportpreis aus den H\u00e4nden gerissen w\u00fcrden. Denn oftmals gibt es ja bessere f\u00fcr derer f\u00fcnfzehn, oder zw\u00f6lf&#8230; Importeure, die auch mit hochwertigen Weinen anderer L\u00e4nder handeln, fallen auf so etwas nur selten herein, wobei es da auch blendende Ausnahmen gibt, H\u00e4ndler indes, die nur mit spanischen Weinen handeln, sind da oftmals weniger aufmerksam. Aber das ist eher weniger beunruhigend, mit der Zeit gibt sich das. Geben wir dem noch vielleicht zwanzig Jahre.<\/p>\n<p>Terroir ist ein komplizierteres Thema, auch wenn es letztendlich das einfachste ist. Denn Terroir, vor Sprengungen kompletter Berge einmal abgesehen, kann der Mensch nur bedingt ver\u00e4ndern. Der Duero kann nicht mal eben gen Nord-S\u00fcd umgeleitet werden, Wind und Wolken scheren sich nicht um das, was Ribera-Winzer so wollen, Frost und Hagel auch nicht. Letztere geh\u00f6ren nat\u00fcrlich zum Thema Terroir, schlie\u00dflich gibt es Ecken, wo Frost h\u00e4ufig auftritt, w\u00e4hrend an anderen Stellen einmal alle f\u00fcnfzig Winter Frost ein Problem darstellt.<\/p>\n<p>Fast alle namhaften Weing\u00fcter aus Riberadolid, Pe\u00f1afiel gen Westen, arbeiten vor allem mit Trauben aus Burgos und\/oder Soria, Riberadolid ist keine wirklich gute Ecke, wenn man einzig mit Tempranillo arbeitet. Zu trocken, zu hei\u00df, Tempranillo wird dort schon einmal betont s\u00e4urefrei gelesen. Als in Aalto nur Zaccagnini und Mariano Garc\u00eda das Sagen hatten, kamen achtzig Prozent der Trauben, die in der Bodega verarbeitet worden, nicht aus Riberadolid, obwohl die Bodega genau dort beheimatet ist. Inzwischen haben dort die Eigent\u00fcmer von Enate und Muriel das Sagen, keine Ahnung, was da heute so abgeht. Die Trauben all der Weinberge, die, als Finca Vega Sicilia markiert, rund um deren Bodega angelegt sind, wurde \u00fcber Jahre hinweg nicht einmal in der eigenen Bodega verarbeitet, heute macht man zumindest irgendetwas damit. Die Weinberge f\u00fcr den Pingus findet man in Roa, in La Horra, in Anguix, aber nicht in Riberadolid. Einzig Hacienda Monasterio arbeitet ausschlie\u00dflich mit Trauben aus dieser Ecke, aber dazu kommen wir noch.<\/p>\n<figure id=\"attachment_45804\" aria-describedby=\"caption-attachment-45804\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-163957 size-full\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_1.jpg 640w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_1-300x225.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45804\" class=\"wp-caption-text\">Der schon weit \u00fcber einhundert Winter alte Weinberg Gordejuela (in Aranda) hat sogar den Bau der Autobahn \u00fcberstanden.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Fuhr man vor zwanzig Jahren von Aranda de Duero gen Pe\u00f1afil, so sah man nur wenige Rebanlagen, heute sind die Stra\u00dfenr\u00e4nder voll davon. Nahe Gumiel de Mercado gibt es eine kleine Stra\u00dfe, in einem kleinen Tal, in dem fr\u00fcher keine Reben standen. Denn entweder gab es Frost, ernsten Frost, oder aber die Reben produzierten Trauben ohne Ende. Heute ist das Tal voller Rebanlagen. Und? Nun, entweder gibt es ernsten Frost und kaum Ertr\u00e4ge oder aber die Rebst\u00f6cke produzieren wie bl\u00f6de.<\/p>\n<p>G\u00e4be es ein bessere Klassifikation, der Verbraucher k\u00f6nnte einen Bogen um solche Weine machen. Aber so zieht jeder belanglose Wein dieser Anlagen das Image der Region noch ein bisschen weiter gen S\u00fcden.<\/p>\n<p>Terroir kann nur durch Menschen vermittelt werden, Ribera ist nicht Burgund, es gibt keine hunderte von B\u00fcchern, die sich ernsthaft mit Ribera del Duero und Terroir besch\u00e4ftigen, wahrscheinlich gibt es nicht einmal eines. Nur: wie kann man ein Buch \u00fcber Terroir und dessen Auswirkung auf die Weine schreiben, wenn es kaum auf Terroir basierende Weine gibt? Der in Deutschland, in Frankreich, in \u00d6sterreich oder in Italien \u00fcbliche Fall, dass es viele Weine von Trauben aus einer bestimmten Lage gibt, ist in Spanien, insbesondere in der Ribera, schlicht inexistent. Es gibt eine Lage, und daraus einen Wein. Ob das Ganze sinnstiftend ist, kann man eigentlich nur dann \u00fcberpr\u00fcfen, wenn ein Weingut verschiedene Lagenweine keltert, deren Reben auf unterschiedlichen Terroirs stehen. Und selbst dann ist das kompliziert. Nur: wenn man weg will von den vielen Billigweinen und auch die Blender, die simple Wein f\u00fcr viel Geld verh\u00f6kern, am Stra\u00dfenrand stehenlassen will, dann geht daran kein Weg vorbei.<\/p>\n<p>Der wichtigste Weg hin zu wirklich guten Weinen aus Ribera geht indes \u00fcber die Wahl der Rebsorten. Die Zeit, in der Tempranillo als quasi Monopolrebsorte diente, wird zwar noch ein wenig andauern, eine wirklich Zukunft hat sie zumindest im Topweinsegment eher nicht.<\/p>\n<p>Dabei geht es nicht um internationale Sorten, weder Cabernet Sauvignon noch Merlot haben sich letztendlich durchgesetzt. Beide leiden an den klimatischen Gegebenheiten. Einzig in Hacienda Monasterio scheint dies halbwegs zu funktionieren, denn diese Weine bestehen nun einmal aus den drei Rebsorten. Da ist aber auch mit Peter Sisseck jemand zumindest beratend t\u00e4tig, der in Bordeaux gelernt hat, mit diesen Sorten umzugehen. Man braucht eben Flecken Land, auf denen Merlot nicht zu schnell reift und Cabernet Sauvignon zumindest halbwegs reif gelesen werden kann. Man sollte Cabernet Franc pflanzen, ist aber leider nicht erlaubt. Der oso alem\u00e1n kennt eine (illegale) Parzelle Petit Verdot, der dazugeh\u00f6rige Wein war immer sehr gut. Leider ist der Weinmacher vor einigen Jahren verstorben, die Trauben landen heute irgendwo. Und nein, Syrah braucht man in der Region nun wirklich nicht. Denn selbst die besten, nat\u00fcrlich illegalen Syrahs (oder halt als IGP Castilla y Le\u00f3n auf den Markt gebracht und damit legal), sind doch nicht viel mehr als gew\u00f6hnliche Syrahs. Braucht kein B\u00e4r.<\/p>\n<p>Die Weinbauern, die vor einhundert Jahren Tempranillo und diverse andere regionale Sorten anbauten, waren ja nicht bl\u00f6de, die haben sich dabei schon etwas gedacht. Wir brauchen Maturana, Garnacha, Bobal, Menc\u00eda, Albillo und all die anderen Sorten, um wirklich gro\u00dfartige Weine zu keltern. Der Consejo Regulador h\u00f6rt das nat\u00fcrlich nicht so gerne. Aber zur Not muss man halt solche Weine erst einmal als IGP Castilla y Le\u00f3n auf den Markt bringen, irgendwann raffen das selbst die in Roa.<\/p>\n<p>Was wir aber vor allem brauchen ist eine bessere Nutzung des Gel\u00e4ndes: viele potentielle Top-Parzellen sind nicht bestockt, wohingegen es haufenweise Rebanlagen in Kartoffelland gibt. Weinbauern, die an Bodegas verkaufen und nur nach produzierte Menge, potentiellem Alkohol und Farbintensit\u00e4t bezahlt werden, kann man keinen Vorwurf machen, die optimieren einfach ihre Arbeitsgrundlage. Bodegas hingegen, die einen gewissen Qualit\u00e4tsanspruch vor sich hertragen, k\u00f6nnen so nicht l\u00e4nger agieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_45806\" aria-describedby=\"caption-attachment-45806\" style=\"width: 645px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-163959 size-full\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_3.jpg\" alt=\"\" width=\"655\" height=\"436\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_3.jpg 655w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_3-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 655px) 100vw, 655px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45806\" class=\"wp-caption-text\">Der Manvirgo, an sonnigen Tagen sieht er h\u00fcbsch und unschuldig aus &#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ribera del Duero ist noch keine gro\u00dfe Weinbauregion, Ribera kann das aber werden. Vor zehn Jahren gab es vielleicht zwei oder drei Weing\u00fcter, die auf Terroir basierende, hochwertige Weine kelterten, heute sind es vielleicht derer zwanzig. Das sind wenige, aber immerhin. Weing\u00fcter mit zumindest zwei Lagenweinen gibt es vielleicht derer f\u00fcnf oder sechs, ernsthaft dem Thema Lagenweine verschrieben haben sich indes nur zwei: Dominio de E.S. (Bertrand Sourdais) und Bodegas y Vi\u00f1edos Gallego Zapatero (Sophie Kuhn), Dominio de \u00c1guila (Jorge Monz\u00f3n) ist zumindest auf dem Weg dorthin. Loire, Elsass und ein Kastilier, der im Burgund gearbeitet hat.<\/p>\n<figure id=\"attachment_45805\" aria-describedby=\"caption-attachment-45805\" style=\"width: 536px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-163958 size-full\" src=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_2.jpg\" alt=\"\" width=\"546\" height=\"363\" srcset=\"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_2.jpg 546w, https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/wp-content\/uploads\/2018\/08\/oss_wird_2-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 546px) 100vw, 546px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-45805\" class=\"wp-caption-text\">Neunzig Jahre auf schwerem Lehm: Finca San Miguel in Anguix.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kein Stairway to heaven, viel Steine gibt&#8217;s und wenig Brot. Und dennoch: zumindest ein erster Schritt ist gemacht. Gut Ding will Weile haben.<\/p>\n<p>Ribera del Duero \u2013 das wird schon. Text: El oso alem\u00e1n<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte von Ribera del Duero Teil 4: Ribera del Duero \u2013 das wird? Spanierinnen, vor allem aber Spanier sind Profis darin, sich selbst zu \u00fcbersch\u00e4tzen. Aber auch jenseits der Pyren\u00e4en gibt es die eine oder andere Ansicht, die weit oben am Baum h\u00e4ngt. 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