{"id":53411,"date":"2018-12-03T11:00:33","date_gmt":"2018-12-03T10:00:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/?p=53411"},"modified":"2018-12-03T11:00:33","modified_gmt":"2018-12-03T10:00:33","slug":"der-weinjahrgang-2018-in-den-deutschen-anbaugebieten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.weine-feinkost.de\/unterwegs\/2018\/12\/der-weinjahrgang-2018-in-den-deutschen-anbaugebieten\/","title":{"rendered":"Der Weinjahrgang 2018 in den deutschen Anbaugebieten"},"content":{"rendered":"<h2>Der Weinjahrgang 2018 in den deutschen Anbaugebieten<\/h2>\n<p>Der diesj\u00e4hrige Weinjahrgang hat bundesweit erstklassige Qualit\u00e4ten hervorgebracht. Derzeit hoffen viele rheinland-pf\u00e4lzische Winzer noch auf eine erfolgreiche Eisweinlese, die im vergangenen Jahr so gut wie ausgefallen war. Auf 532 Hektar haben sie noch Trauben f\u00fcr diese edels\u00fc\u00dfe Spezialit\u00e4t h\u00e4ngen lassen.<\/p>\n<p><strong>Ahr:<\/strong> (561 ha)<\/p>\n<p>Die Regentage im Sommer konnte man an der Ahr an den Fingern einer Hand ablesen. Zum Gl\u00fcck hatte es im Januar und Februar noch ausgiebige Niederschl\u00e4ge gegeben, die mit 120 l\/m\u00b2 die Wasservorr\u00e4te auff\u00fcllten. Ab Mitte M\u00e4rz stieg dann das Thermometer, was zu einer sehr fr\u00fchen Bl\u00fcte der Reben ab dem 25. Mai f\u00fchrte. Erst am 23. September fiel erneut nennenswerter Regen. Doch der Sommer war nicht ganz so hei\u00df wie im vergleichbaren Jahr 2003; 40\u00b0 Celsius wurden nicht erreicht. Mit der langen sommerlichen Trockenheit kamen die Reben besser als erwartet zurecht, nur einige Junganlagen mussten bew\u00e4ssert werden. Der Vorteil der sehr hei\u00dfen und trockenen Witterung war das fast v\u00f6llige Ausbleiben von Krankheiten wie Oidium und Peronospora. Auch die vor allem bei Rotweinerzeugern gef\u00fcrchtete japanische Kirschessigfliege richtete keine Sch\u00e4den an. Geerntet wurden kerngesunde, wenn auch eher kleine Beeren mit Mostgewichten von 94 Grad Oechsle; auch 120 Grad wurden nicht selten erreicht. Die Reben hatten viele Trauben gebildet, sodass der Ertrag beispielsweise beim Sp\u00e4tburgunder \u00fcber den Erwartungen bei 90 hl\/ha lag. Die Ernte fand drei Wochen fr\u00fcher als im Durchschnitt statt; sie hatte Mitte August begonnen und endete am 15. Oktober. \u201eEine Zuckerleistung in noch nicht gekannter Form\u201c attestiert den Reben Reinhold Kurth vom Weinbauverband der Ahr. Allerdings lagen die S\u00e4urewerte niedriger als sonst. Die Erntemenge wird insgesamt auf 55.000 Hektoliter gesch\u00e4tzt \u2013 2017 hatte es nur 38.000 Hektoliter gegeben.<br \/>\n<strong><br \/>\nBaden:<\/strong> (15.834 ha)<\/p>\n<p>Baden gilt als w\u00e4rmstes Anbaugebiet Deutschlands. Vielleicht waren die Reben dort besser an die extremen Wetterbedingungen des letzten Jahres angepasst. Denn so schnell wie noch nie \u2013 nach nur 30 Tagen \u2013 folgte nach dem Austrieb die Bl\u00fcte, die am 25. Mai und damit 14 Tage fr\u00fcher als gew\u00f6hnlich einsetzte. Schon der April war der w\u00e4rmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gewesen. Das sollte nicht der einzige Rekord bleiben. Der Siebenschl\u00e4fertag (27. Juni) machte seinem Namen alle Ehre und leitete eine weitere mehr als siebenw\u00f6chige Hitzeperiode mit Temperaturen an die 40\u00b0 Celsius ein. Doch die meisten Reben kamen mit der Trockenheit gut zurecht und bildeten viele gesunde Trauben, die schnell reiften. Nur Junganlagen mussten bew\u00e4ssert werden, da deren Wurzeln noch nicht tief genug reichten. Die Ernte Ende August ein und ging ruhig, ohne Stress vonstatten. Krankheitsdruck war so gut wie nicht vorhanden. Die Erntemenge von gesch\u00e4tzt 1,55 Millionen Hektoliter bei einem Durchschnittsertrag von 90 bis 95 hl\/ha liegt um fast 30 Prozent \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel. Dass aber bei einem \u00fcberdurchschnittlichen Ertrag eine so hohe Traubenqualit\u00e4t eingefahren werden konnte, ist nach Angaben des Badischen Weinbauverbandes \u201ewohl noch nie\u201c vorgekommen. Die Weine sind fruchtbetont, kraftvoll und strukturiert durch den hohen Zuckergehalt der Beeren. So hat der Jahrgang mehr \u201ePower\u201c als der 2017er. Als I-T\u00fcpfelchen mag gelten, dass in manchen Anlagen auch noch Trauben f\u00fcr hochwertige S\u00fc\u00dfweine geerntet werden konnten.<\/p>\n<p><strong>Franken:<\/strong> (6.139 ha)<\/p>\n<p>Auch die fr\u00e4nkischen Winzer beobachteten eine fr\u00fche Bl\u00fcte und eine schnelle Reifeentwicklung bei sehr hei\u00dfem und trockenen Wetter. Nur vereinzelte Niederschl\u00e4ge oder Gewitter gen\u00fcgten nicht, um die Wasserspeicher im Boden aufzuf\u00fcllen. In manchen Steillagen heizte sich der Boden auf bis zu 60\u00b0 Celsius auf. \u201eTr\u00f6pfchenbew\u00e4sserung f\u00fcr die Jungpflanzen, die noch ein paar Jahre brauchen, um ihre Wurzeln in die Tiefe zum Wasser zu treiben, ist mittlerweile Standard \u2013 nat\u00fcrlich gezielt, um sie nicht zu verw\u00f6hnen\u201c, berichtet der Winzer Hans Wirsching aus Iphofen. Das bedeutet viel Arbeit, denn es m\u00fcssen viele Kilometer Schl\u00e4uche gelegt werden. Bis zu 40 Liter Wasser bekommt eine Pflanze \u00fcber mehrere Stunden hinweg, und das sehr gezielt ohne Verdunstungsverlust.<\/p>\n<p>Um die schnell voranschreitende Reifung der Trauben, manchmal bei Temperaturen von 38 oder 39\u00b0 Celsius, und die damit einhergehende Zuckerproduktion etwas zu bremsen, haben die Winzer oftmals viele Bl\u00e4tter entfernt. Denn allzu schwere Weine wie sie etwa der Ausnahmejahrgang 2003 hervorgebracht hat, sind heute weniger gefragt. \u201eViel Trinkspa\u00df\u201c versprechen die Erzeuger ihren Kunden: etwas kr\u00e4ftiger als der 2017er Jahrgang werden die Weine, aber dennoch finessenreich. Man hat schon ein St\u00fcck weit gelernt, sich dem Klimawandel anzupassen. Viel Trinkspa\u00df gilt \u00fcbrigens auch f\u00fcr die Menge: Mit rund 523.000 hl d\u00fcrfte es 20 Prozent mehr als vom 2017er Jahrgang geben. Gute Zeiten f\u00fcr Frankenwein-Fans.<br \/>\n<strong><br \/>\nHessische Bergstra\u00dfe:<\/strong> (462 ha)<\/p>\n<p>Die Hessische Bergstra\u00dfe gilt als verw\u00f6hnt in Sachen Wetter. Schlie\u00dflich erwacht in dem kleinsten deutschen Anbaugebiet der Fr\u00fchling eher als anderswo. Man kann also fast erwarten, dass in einem hei\u00dfen und trockenen Jahrgang wie 2018 alles zum Besten bestellt ist. Doch auch dort mussten die Winzer darauf achten, dass die Weine nicht zu schwer ausfallen. Durchschnittliche Mostgewichte von rund 86 Grad Oechsle beim gr\u00f6\u00dften Erzeuger, den Bergstr\u00e4\u00dfer Winzern in Heppenheim, klingen von daher vielversprechend und bedeuten f\u00fcr die Region eine sehr hohe Qualit\u00e4t. Nicht selten gab es auch Spitzenmostgewichte mit \u00fcber 100 Grad Oechsle. Der Herbst verlief bei idealem Erntewetter mit trockenen, warmen Tagen und k\u00fchleren N\u00e4chten sehr entspannt. Ohne Krankheitsdruck konnten die Trauben viele Aromen sammeln, obwohl die Lese am 15. August und damit so fr\u00fch wie noch nie begonnen hatte. Es zeigte sich, dass die gro\u00dfe Trockenheit den meisten Reben nichts hatte anhaben k\u00f6nnen, tief reichenden Wurzeln sei Dank. F\u00fcr Reinhard Antes, den Vorstandsvorsitzenden der Bergst\u00e4\u00dfer Winzer, ist der Jahrgang \u201evielleicht der Beste der vergangenen 15 Jahre\u201c. Die gesch\u00e4tzte Erntemenge liegt im Anbaugebiet bei 42.000 Hektolitern, 45 Prozent mehr als im Vorjahr.<br \/>\n<strong><br \/>\nMittelrhein:<\/strong> (469 ha)<\/p>\n<p>Von allen Anbaugebieten bescherte der Jahrgang 2018 dem Mittelrhein die h\u00f6chste Mengenzunahme. Mit gesch\u00e4tzten 46.000 Hektoliter liegt die Ernte 64 Prozent \u00fcber dem Ergebnis von 2017 (28.000 hl). Kein Wunder, dass die Winzer sehr zufrieden sind, waren ihre Keller doch weitgehend leer getrunken. Der regenarme Sommer dauerte von April bis September. Ein ersehnter Landregen stellte sich nicht ein, zum Gl\u00fcck blieben aber auch Hagelsch\u00e4den und Starkregen aus. Selbst der Rhein f\u00fchrte Niedrigwasser. Trockenstress gab es aber nur vereinzelt bei jungen oder flachgr\u00fcndigen Anlagen. Der Vegetationsvorsprung betrug gegen Ende der Reifeperiode fast drei Wochen. Durch gezielte Laubarbeiten im Weinberg steuerten die Winzer gegen das allzu kr\u00e4ftige Wachstum der Pflanzen. Die Gefahr von Krankheiten war durch die niedrige Luftfeuchtigkeit so gut wie nicht gegeben, was die Winzer wieder etwas entlastete. Die Trauben erreichten im Schnitt perfekte 88 Grad und 8 g\/l S\u00e4ure. Auch bei den Rotweinen konnten sehr gute Ergebnisse erzielt werden. Die Lese verlief insgesamt ohne Hektik. \u201eSelbst die \u00e4ltesten Winzer k\u00f6nnen sich kaum daran erinnern, so viele Trauben bei dieser hervorragenden Qualit\u00e4t und in vollkommen gesundem Zustand geerntet zu haben\u201c, meldete der Weinbauverband Mittelrhein und stellt \u201eSpannende Verkostungen mit viel Weingenuss\u201c in Aussicht.<\/p>\n<p><strong>Mosel:<\/strong> (8.870 ha)<\/p>\n<p>Wenn Trauben bei der Lese \u201ewie gemalt\u201c aussehen, l\u00e4sst das auf hervorragende Weine hoffen. 2018 war das an der Mosel so. Und nicht nur das: Auch die gesch\u00e4tzte Menge von rund einer Million Hektoliter war sehr erfreulich, gab es im Vorjahr doch rund ein Drittel weniger. Doch bis es so weit kam, hielten Trockenheit und Hitze sowie die Angst vor Hagelunwettern oder Starkregen die Winzer in Atem. An der Mittelmosel gab es zwar etwas Regen und manche Gewitter, doch es war \u00fcberall vor allem die Trockenheit das Thema Nummer eins. Auch an der Mosel hatte die Entwicklung einen gro\u00dfen Vorsprung gegen\u00fcber den durchschnittlichen Werten; die Lese begann schon im August f\u00fcr die fr\u00fch reifenden Sorten und Mitte September f\u00fcr den Riesling. Gesunde Trauben, die wirklich wie gemalt an den Trieben hingen, weckten bei den Winzern gro\u00dfe Vorfreude. Der Regen im September, der Dank der k\u00fchlen N\u00e4chte keine F\u00e4ulnis zur Folge hatte, erh\u00f6hte die Saftausbeute, was auch zu dem bemerkenswerten Mengenergebnis beitrug. Mit Mostgewichten, die etwa beim Riesling mit durchschnittlich 85 Grad Oechsle im Sp\u00e4tlesebereich lagen, zeichnen sich die Moselweine des Jahrgangs 2018, durch reiches Aroma, eine harmonische Struktur bei moderater S\u00e4ure und eleganter, vollsaftiger Fruchtigkeit aus. Vom ansprechenden Sektgrundwein bis zu grandiosen Beeren- und Trockenbeerenauslesen, bietet der Jahrgang eine gro\u00dfe Bandbreite f\u00fcr Genie\u00dfer. Winzer Matthias Lay aus P\u00fcnderich fasst es so zusammen: \u201eBeim Jahrgang 2018 hat es der liebe Gott mit den Moselwinzern sehr gut gemeint.\u201c<\/p>\n<p><strong>Nahe:<\/strong> (4.225 ha)<\/p>\n<p>2018 waren die Trauben auch an der Nahe fr\u00fcher reif als \u00fcblich, die Lese begann bereits Ende August. Insbesondere f\u00fcr die hochwertigen Weine warteten einige Winzer mit der Ernte der sp\u00e4ter reifenden Sorten jedoch bis Oktober, um die Phenolreife der Trauben zu f\u00f6rdern. M\u00f6glich machte dies der sehr hei\u00dfe und trockene Sommer mit einem optimalen Herbstwetter \u2013 ein \u201eSuper-Sommer\u201c nannte ihn Weinbaupr\u00e4sident Thomas H\u00f6fer. Das Warten war auch deshalb m\u00f6glich, weil Probleme wie F\u00e4ulnis, Mehltau oder tierische Sch\u00e4dlinge praktisch nicht existierten. Perfekt ausgereifte und vollst\u00e4ndig gesunde Trauben, nicht selten mit Mostgewichten von 100 Grad Oechlse, waren die Belohnung und Grundlage f\u00fcr herausragende Weine. Sie spiegeln das vielf\u00e4ltige und f\u00fcr die Naheregion typische Terroir sehr sch\u00f6n wider. Mit 440.000 Hektoliter Most wurde eine um 40 Prozent \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt liegende Menge eingefahren. Ein guter und lang ersehnter Ausgleich f\u00fcr die beiden zur\u00fcckliegenden, viel mengen\u00e4rmeren Jahrg\u00e4nge 2017 und 2016. Das Fazit des Weinbaupr\u00e4sidenten f\u00fcr 2018 lautet: \u201eEin extremer Ausnahmejahrgang\u201c. Ausnahmen, wie sie der Weinliebhaber sicherlich zu sch\u00e4tzen wissen wird.<\/p>\n<p><strong>Pfalz:<\/strong> (23.652 ha)<\/p>\n<p>Wenn\u2018s l\u00e4uft, dann l\u00e4uft\u2018s. Der Spruch passt auf den 2018er Jahrgang in der Pfalz. Kaum Sch\u00e4den trotz extremer sommerlicher Hitze und Trockenheit, fast keine Wetterkatastrophen, kerngesundes Traubenmaterial in \u00fcppiger Menge, tolles Lesewetter mit edels\u00fc\u00dfen Kreszenzen als Kr\u00f6nung. Besser geht\u2018s kaum. Kein Wunder, dass sich die Vertreter des Weinbauverbandes geradezu euphorisch zeigten. \u201eEinzigartig\u201c oder \u201efast zu sch\u00f6n, um wahr zu sein\u201c, urteilten selbst die Fachleute. Die rekordverd\u00e4chtige Warmwetterperiode hatte schon im April begonnen, sodass beim Riesling die Bl\u00fcte bereits Ende Mai einsetzte. Im Wonnemonat gab es \u00fcbrigens etlichen Niederschlag, in der S\u00fcdpfalz leider auch etwas Hagel. Die eigentliche Hitzeperiode herrschte dann im Juli und August. Die Lese f\u00fcr den ersten Federwei\u00dfen begann bei hochsommerlichen Temperaturen schon Anfang August, der Start f\u00fcr die Hauptlese zwei Wochen sp\u00e4ter und so fr\u00fch wie noch nie. Im September herrschte ideales, weitgehend trockenes und ruhiges Wetter, besonders die roten Sorten durften noch l\u00e4nger an den St\u00f6cken reifen. Das ergibt farbintensive, tiefgr\u00fcndige Rotweine, nicht nur beim Sp\u00e4tburgunder. Die Wei\u00dfweine haben eine moderate S\u00e4ure, der Alkoholgehalt ist trotz der vielen Sonne selbst f\u00fcr viele Winzer \u00fcberraschend verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig moderat geblieben. Die Winzer freuen sich \u00fcber eine Gesamterntemenge von gesch\u00e4tzten 2,5 Millionen Hektolitern, die 17 Prozent \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Durchschnitt liegt. Nach Jahren kleiner Erntemengen sei es gut, so Weinbaupr\u00e4sident Reinhold H\u00f6rner, \u201ewenn wir die M\u00e4rkte wieder einmal ohne Einschr\u00e4nkungen bedienen k\u00f6nnen\u201c.<\/p>\n<p><strong>Rheingau:<\/strong> (3.191 ha)<\/p>\n<p>Als im Rheingau der goldene Oktober einsetzte, waren viele Winzer mit der Lese schon so gut wie fertig. Sie hatte in diesem Jahr vier Wochen fr\u00fcher begonnen als normal. Der Grund daf\u00fcr lag an dem hei\u00dfen Sommer 2018, der zwar nicht ganz den Spitzenwert des Jahres 2003 erreichte, aber die Rekorde des letzten Jahrhunderts von 1947, 1994 und 1976 noch \u00fcbertraf. Die Trockenheit, die \u00fcbrigens den meisten Weinbergen nur wenig zusetzen konnte, verhinderte den Befall mit Pilzkrankheiten oder der gef\u00fcrchteten Kirschessigfliege. \u201eDen Tieren war es einfach zu hei\u00df\u201c, meinte der Weinbauberater Berthold Fuchs. Daf\u00fcr mussten die Junganlagen durch Bew\u00e4sserung aufw\u00e4ndig unterst\u00fctzt werden. \u00dcberhaupt war der Trockenstress wohl die gr\u00f6\u00dfte Gefahr f\u00fcr die Weinqualit\u00e4t. Dennoch hatten die Reben einen \u00fcppigen Traubenbehang. Dadurch konnte eine gro\u00dfe Erntemenge einfahren werden. Sie wird auf 285.000 Hektoliter gesch\u00e4tzt, w\u00e4hrend es im Vorjahr 210.000 hl waren. Erfreulicherweise hielt die Quantit\u00e4t des 2018ers auch Schritt mit der Qualit\u00e4t. Denn die ist hervorragend dank der sehr gesunden und hochreifen Trauben, die geerntet wurden. \u201eEin Spitzenjahrgang\u201c, sagt Weinbauberater Berthold Fuchs. Das gilt nicht nur f\u00fcr den Riesling, auch f\u00fcr die Sp\u00e4tburgunder aus dem Rheingau, die besonders farbkr\u00e4ftig und intensiv ausfallen werden.<br \/>\n<strong><br \/>\nRheinhessen:<\/strong> (26.617 ha)<\/p>\n<p>Schon am 6. August 90 Oechslegrade f\u00fcr den ersten Federwei\u00dfen: Das hat es im gr\u00f6\u00dften Anbaugebiet Deutschlands noch nie gegeben. Eine sehr fr\u00fche Rebbl\u00fcte, verursacht durch den w\u00e4rmsten April seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, hatte eine fr\u00fche Lese erwarten lassen. Doch das trocken-hei\u00dfe und sonnenreiche Sommerwetter wirkte wie ein zus\u00e4tzlicher Reifebeschleuniger. Da auch w\u00e4hrend der Lese sehr g\u00fcnstiges, ruhiges Wetter herrschte, konnten manche Trauben bis in den Oktober, teilweise sogar bis in den November hinein h\u00e4ngen bleiben. Nat\u00fcrlich hatte die Trockenheit die Winzer in manchen Lagen vor gro\u00dfe Herausforderungen gestellt. Insbesondere in den Hanglagen musste teilweise bew\u00e4ssert werden. Die rheinhessischen Winzer waren jedoch \u00fcberwiegend von der Leistung ihrer Reben angenehm \u00fcberrascht. Die Erntemenge liegt mit gesch\u00e4tzten 2,95 Millionen Hektoliter fast 20 Prozent \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittel. Ein Jahrgang wie 2018 ist besonders f\u00fcr Rotweine ideal, weil sich die Trauben schon sehr fr\u00fch verf\u00e4rbten und sehr lange ausreifen konnten. Aber auch die 2018er Wei\u00dfweine aus Rheinhessen werden aromenreich und sortentypisch vollfruchtig ausfallen, bei moderaten Fruchts\u00e4uregehalten. Zahlreiche edels\u00fc\u00dfe Spezialit\u00e4ten sind ebenfalls dabei. Dass \u201eder unerwartete Ausnahmejahrgang den Winzern noch lange in Erinnerung bleiben wird\u201c, vermutet der Rheinhessische Weinwirtschaftsrat. Auf die Ergebnisse d\u00fcrften Weinfreunde schon ganz gespannt sein.<br \/>\n<strong><br \/>\nSaale-Unstrut:<\/strong> (772 ha)<\/p>\n<p>An Saale und Unstrut haben einige wenige Winzer in diesem Jahr zweimal gelesen \u2013 n\u00e4mlich Eisweintrauben vom 2017er Jahrgang in der Nacht vom 5. zum 6. Februar und dann bereits im August die ersten Trauben vom 2018er. So fr\u00fch hatte die Weinlese im n\u00f6rdlichsten deutschen Weinbaugebiet noch nie begonnen. Der Grund daf\u00fcr lag in dem Sommer, der bereits im April einsetzte: \u201eDer Fr\u00fchling in den Weinbergen fiel praktisch aus\u201c, res\u00fcmiert man beim Weinbauverband Saale-Unstrut. Die Hitze brachte einen fast explosionsartigen Entwicklungsschub mit einer Bilderbuchbl\u00fcte Ende Mai, \u00e4hnlich fr\u00fch, wie zuletzt 2007. Zum Gl\u00fcck hatte es im Mai auch etwas geregnet. Dennoch war die Trockenheit ein Hauptthema, das die Winzer in den Sommermonaten besch\u00e4ftigte. Sie wird \u201ezuk\u00fcnftig eine gro\u00dfe Rolle spielen\u201c, ist man sich beim Weinbauverband sicher. Sonnenbrand, Trockenstress und zu kleine Beeren waren die gr\u00f6\u00dften Gefahren f\u00fcr die Weinqualit\u00e4t, w\u00e4hrend Pilzdruck und Sch\u00e4dlinge dieses Jahr so gut wie ausblieben. So hielt sich die Arbeit im Weinberg einigerma\u00dfen in Grenzen. Die Hauptlese wurde in den ersten Wochen des Oktobers abgeschlossen. Die voraussichtlichen 46.000 Hektoliter liegen nur wenig \u00fcber dem Vorjahresergebnis (44.000 hl) und anderen zur\u00fcckliegenden Jahren. Daf\u00fcr wird die Qualit\u00e4t der Weine als herausragend eingesch\u00e4tzt. Gehaltvolle, aromatische Wei\u00dfweine und kraftvolle Rotweine erwartet man beim Weinbauverband.<br \/>\n<strong><br \/>\nSachsen:<\/strong> (497 ha)<\/p>\n<p>Selbst in Sachsen waren in diesem Jahr Anfang Oktober bereits fast alle Rebfl\u00e4chen abgeerntet, nur manche Traminer- oder Rieslinganlagen warteten noch auf Auslese-Mostgewichte. Der Sommer war f\u00fcr die Winzer teilweise sehr arbeitsintensiv, weil viele Weinberge bew\u00e4ssert werden mussten, nicht zuletzt auch weil Sachsen reich an Steillagen ist. Mit gesch\u00e4tzten 56,5 hl\/ha war der Ertrag im Mittel der zweith\u00f6chste seit 2000. Rund 22.500 Hektoliter Most wurden nach den j\u00fcngsten Sch\u00e4tzungen erreicht, sieben Prozent mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Im Vergleich zu den \u00fcbrigen Anbaugebieten bleiben die s\u00e4chsischen Weine mit dieser Erntemenge aber immer noch eine Rarit\u00e4t. Da die Trauben wegen der Trockenheit in diesem Herbst kleiner als sonst blieben, war der Saft darin konzentrierter, was zu entsprechend guten Mostgewichten f\u00fchrte. Und der Grundsatz Qualit\u00e4t statt Quantit\u00e4t ist in Sachsen sowieso die Regel. \u201eEs sind Weine mit einer ausgepr\u00e4gten Fruchtigkeit zu erwarten. An diesen Jahrgang wird man sich lange erinnern\u201c hei\u00dft es in s\u00e4chsischen Winzerkreisen. F\u00fcr s\u00e4chsische Verh\u00e4ltnisse werden die Weine zudem relativ kr\u00e4ftig ausfallen. Auf den Klimawandel haben die Winzer an der Elbe schon reagiert und bauen neue Sorten wie Chardonnay und Sauvignon Blanc an. Nicht nur sie werden 2018 zeigen, was sie k\u00f6nnen.<br \/>\n<strong><br \/>\nW\u00fcrttemberg:<\/strong> (11.360 ha)<\/p>\n<p>Hohe Mostgewichte sind f\u00fcr ein Anbaugebiet wie W\u00fcrttemberg mit fast 70 Prozent Rotweinanteil kein Problem, schlie\u00dflich d\u00fcrfen Rotweine ja gerne etwas kr\u00e4ftiger sein. Von daher, kann man sich ganz besonders auf den 2018er Jahrgang aus W\u00fcrttemberg freuen. Denn aus den gesunden roten Trauben mit Mostgewichten von oftmals \u00fcber 100 Grad Oechsle, die zwar ungew\u00f6hnlich fr\u00fchzeitig, jedoch ohne Hast und Stress eingebracht wurden, entstanden aromenreiche, fruchtbetonte Weine mit guter Struktur. Nur die wei\u00dfen Sorten musste relativ z\u00fcgig geerntet werden. 80 Prozent der Weine liegen im Pr\u00e4dikatsbereich, sogar Beerenauslesen mit Mostgewichten um 250 Grad Oechsle wurden geerntet. Trockensch\u00e4den gab es kaum, gl\u00fccklicherweise hatte es im Laufe des hei\u00dfen Sommers zweimal ganz ordentlich geregnet, aber im Raum Ludwigsburg auch gehagelt. Hermann Hohl, der Pr\u00e4sident des W\u00fcrttembergischen Weinbauverbandes, zeigte sich mit dem Jahrgang \u201erundum zufrieden\u201c. Das ideale Lesewetter sorgte f\u00fcr Entspannung. Die Weing\u00e4rtner mussten nicht \u201eauf das letzte Grad Oechsle schielen\u201c, meinte der Weinbaupr\u00e4sident. Mit gesch\u00e4tzten 1,2 Millionen Hektolitern liegt die Menge erfreulich \u00fcber dem Vorjahresergebnis. Der Verbraucher k\u00f6nne sich Top-Qualit\u00e4ten zu erschwinglichen Preisen freuen, k\u00fcndigt der Weinbauverband an. Quelle: <a href=\"https:\/\/www.deutscheweine.de\/presse\/pressemeldungen\/details\/news\/detail\/News\/der-weinjahrgang-2018-in-den-anbaugebieten\/\">DWI<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Weinjahrgang 2018 in den deutschen Anbaugebieten Der diesj\u00e4hrige Weinjahrgang hat bundesweit erstklassige Qualit\u00e4ten hervorgebracht. Derzeit hoffen viele rheinland-pf\u00e4lzische Winzer noch auf eine erfolgreiche Eisweinlese, die im vergangenen Jahr so gut wie ausgefallen war. Auf 532 Hektar haben sie noch Trauben f\u00fcr diese edels\u00fc\u00dfe Spezialit\u00e4t h\u00e4ngen lassen. 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