Der Weg zum Weingut Mas Estela am Cap de Creus ist lang und beschwerlich. Ist man letztendlich durch die kleine Ortschaft La Selva de Mar und durch eine enge Schotterstrasse dorthin gelangt, breitet sich ein Naturrefugium der besonderen Art vor den verdutzten Augen aus. Gepflegte, terrassierte Weinlagen sind von einer schroffen Schiefergesteinslandschaft eingerahmt und die intakte Natur macht sich durch intensives Vogelgezwitscher, starkes Insektengebrumme und ein plötzlich aus dem Unterholz hervorhüpfendes Rehkitz positiv bemerkbar. In diesem Sinne lebt und arbeitet hier auch seit dem Jahr 1989 die Familie Soto streng nach der biodynamischen Lehre Rudolph Steiners. Auf 16 Hektar Land werden hier die Rebsorten Grenache, Syrah, Carineña, Muscat d‘ Alexandria und ein wenig Grenache Gris angebaut. Vier Rotweine, ein Weißwein und zwei edelsüße Tropfen verlassen in einer Gesamtauflage von gerade einmal 40 000 Flaschen diese Bodega. Es sind raue, vor Kraft strotzende Naturweine, welche teilweise leicht rosinige Aromen aufweisen und dabei trotz des hohen Alkoholgehaltes von meistens mindestens 15 % am Gaumen sehr mineralisch schmecken und von einer feinen Säurestruktur getragen werden. Man könnte diese Tropfen auch als wahre Naturereignisse bezeichnen, in denen sich der Boden, die dort duftende Vegetation, der Meereswind und die vollreifen Trauben zu einem perfekten Ganzen vereinen. Es ist schön, das es noch solche Individualisten wie Nuria Dalmau Alanya und Diego Soto Olivares gibt, welche die wahren Schätze unserer Natur bewahren.
Rotwein · D.O. Valencia · Ostspanien
Der Antonio Arráez Mala Vida 2022 ist ein Rotwein der D.O. Valencia und das bekannteste Gewächs des valencianischen Familienbetriebs Antonio Arráez. Hinter dem augenzwinkernden Namen – dem „Wein fürs lockere Leben" – steckt eine ernsthafte Cuvée aus vier mediterranen Rebsorten: Cabernet Sauvignon, Syrah, Tempranillo und Monastrell. Sie reift acht Monate in Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche und zeigt rote Früchte über balsamischen Noten. Der zurückhaltende Holzeinsatz hält den Ostspanier frisch und lang.
Terres dels Alforins
Der Wein stammt aus den Terres dels Alforins rund um La Font de la Figuera im Landesinneren der Provinz Valencia – Teil der Subzone Clariano der D.O. Valencia in Ostspanien. Hier herrscht ein kontinental-mediterranes Klima mit warmen Tagen und kühlen Nächten. Die Reben sind über 30 Jahre alt und wurzeln in kalkhaltigen Lehmböden, die dem Wein Struktur und Frische geben. Der Wein trägt die Klassifikation D.O.P. Valencia.
Assemblage und Ausbau
Der Coupage des Jahrgangs 2022 setzt sich aus 30 % Monastrell, 30 % Tempranillo, 20 % Syrah und 20 % Cabernet Sauvignon zusammen. Die Trauben stammen von über 30 Jahre alten Anlagen. Anschließend reift der Wein acht Monate in Barriques aus amerikanischer und französischer Eiche. Das Holz ist dosiert eingesetzt und stützt die Frucht, statt sie zu überlagern. Hinter dem Wein steht die seit 1950 tätige Familie Arráez.
Im Glas
Kirschrote Farbe mit violetten Reflexen. In der Nase rote Früchte, ergänzt um balsamische Noten sowie Gewürze und feine Röstaromen aus dem Fass. Am Gaumen runde, seidige Tannine, saftige Frucht und eine klare, frische Säure. Der Abgang ist frisch und lang.
Am Tisch
Bei 16–17 °C servieren. Klassische Begleitung: gegrilltes und geschmortes Rind, Tapas, Charcuterie, Pasta mit Fleischsauce und mittelkräftiger Käse. Ein Rotwein, der sich gut glasweise trinkt; der 2022 ist jetzt zugänglich und hält bei guter Lagerung noch einige Jahre, etwa bis 2027.








