J. J. Prüm Zeltinger Schloßberg Riesling Spätlese 1959 – Mosel – Deutschland

J. J. Prüm Zeltinger Schloßberg Riesling Spätlese 1959 – Mosel – Deutschland

Die Weine des berühmten Moselhauses J. J. Prüm geniessen in vielen Kreisen Kultstatus. In jungen Jahren sind diese Weine zumeist nicht zu geniessen, zeigen sich zugeknöpft bis zur Halskrause und machen einfach keinen Trinkspaß. Die Älteren dieser ausgezeichnet reifenden Rieslinge bringen dann aber eine Facette deutscher Weine ans Licht, wofür die heimischen Tropfen berühmt geworden sind: die Unsterblichkeit. Der 1959er Riesling zeigte bei einer satten gelben Farbe nur Anfangs ganz zarte Petroltöne und dann aber viele, sehr reife Steinobstfrüchte. Eigentlich mit natürlicher Restsüße ausgebaut, wirkt er nun fast trocken; gemischt mit getrockneten Datteln und Pfirsichen ist die Frucht dazu gut gedeckelt. Sehr klar, mineralisch und noch jung und knackig am Gaumen. Dass es sich um einen 56 Jahre alten Tropfen handelt, ist fast nicht zu glauben, da diese Zeltinger Schloßberg Spätlese so leicht und süffig wie ein fast Taufrischer die Kehle runterrinnt…  und die Flasche dann auch ruck zuck leer war. Spektakulär!

J. J. Pruem Zeltinger Schloßberg Spaetlese 1959 - Mosel - Deutschland 2

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Rebsorten

Angiuli Donato Primitivo Adelphos Gioia del Colle

Rotwein · Gioia del Colle · Primitivo · Apulien

Adelphos Primitivo Gioia del Colle ist ein kraftvoller Rotwein der Cantina Angiuli Donato aus Apulien. „Adelphos" bedeutet im Altgriechischen „Bruderschaft" – ein Verweis auf die harmonisch eingebetteten Weinberge von Gioia del Colle. Der Wein entsteht zu 100 % aus Primitivo von alten Klonen, von Hand gelesen und mit heimischen Hefen vergoren. Im Glas ein tiefdunkler, sortentypischer Primitivo.


Gioia del Colle

Die DOC Gioia del Colle liegt auf dem höher gelegenen Murge-Plateau in der Provinz Bari, im Herzen Apuliens. Die Lehmböden und die kühleren Nächte der Höhenlage geben dem Primitivo neben Konzentration auch eine überraschende Frische. Die Reben stammen aus alten Beständen rund um Adelfia.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Primitivo von alten Klonen. Nach der selektiven Handlese erfolgt die Gärung mit heimischen Hefen und Maischestandzeit im Edelstahl. Der Ausbau erfolgt im Edelstahl, ohne Holz, und betont so die Typizität und Frucht der Sorte; vor der Freigabe reift er einige Monate in der Flasche.

Im Glas

Tiefes Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase schwarze Kirsche und Amarena, Orangenzeste, dazu Kakao, Tabak und mediterrane Kräuter. Am Gaumen kraftvoll, dicht und samtig, mit reifem Tannin und feiner Fruchtsüße. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine kurze Belüftung tut ihm gut.

Klassische Begleitung: kräftige Pastagerichte, rotes Fleisch, Lamm und gereifter Hartkäse.


Lage: Gioia del Colle (Adelfia, Provinz Bari), Apulien
Klassifikation: Gioia del Colle DOC – Primitivo
Ausbau: Edelstahl, Spontangärung, ohne Holz

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Schaumweine

Schwedhelm Zellertal rosé brut

Der Schwedhelm Zellertal Rosé Brut ist ein Rosé-Sekt aus reinem Spätburgunder. Die Trauben wachsen an den kalkreichen Hängen des Zellertals, ganz im Norden der Pfalz. Gelesen wird früh und von Hand, mit strenger Auswahl; nach sanfter Pressung gärt der Sekt klassisch in der Flasche.

Im Glas

Der Duft bringt helle Beeren wie Himbeere und Erdbeere, dazu ein Hauch Brioche. Am Gaumen ausgewogen, die Säure frisch, die Textur fein cremig. Der Abgang ist trocken und klar.

Mach was draus

Ein Rosé für Feste oder als Begleiter durch das Menü. Dazu passen Lachs, Sushi oder helles Geflügel. Serviere ihn bei 10 bis 12 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Der Rosé von Schwedhelm hat Frucht, aber nie zu viel. Ein Sekt mit Haltung.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie trocken ist er? Brut. Der Abgang bleibt trocken, ohne spürbare Süße.

Was prägt den Boden? Kalk aus einem Urmeer, durchsetzt mit fossilen Muscheln. Die Südhänge haben bis zu 35 Grad Neigung. Das gibt dem Sekt seine salzige, kühle Art.

Wie wird er gemacht? Von Hand gelesen, sanft gepresst, in der Flasche vergoren und danach eine Weile auf der Hefe gereift. Das bringt Cremigkeit und eine feine Perlage.

Wer steht dahinter? Stephan und Georg Schwedhelm, zwei Brüder aus dem Zellertal in der Nordpfalz.

100 % Spätburgunder · Rosé · Zellertal, Pfalz · Muschelkalk · Handlese · klassische Flaschengärung · Hefelager · Brut · Weingut Schwedhelm, Zellertal · Stand: Oktober 2026

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Spirituosen

Cognac Claude Chatelier VS

Cognac · VS · Charente · Frankreich

Cognac Claude Chatelier VS ist ein ausdrucksstarker Cognac aus dem renommierten Hause Ferrand in der Charente. Als VS reifte er mehrere Jahre im Eichenfass. Bernsteinfarben mit gelb-goldenen Reflexen, zeigt er ein florales, fruchtbetontes Profil. Mild, weich und samtig am Gaumen.


Cognac (Charente)

Cognac stammt aus der Region rund um die Stadt Cognac in der Charente im Westen Frankreichs. Das atlantisch geprägte Klima und die kalkhaltigen Böden bilden die Grundlage für die feinen Weinbrände der Region. Das Haus Ferrand zählt zu den angesehenen Cognac-Erzeugern.

Herstellung und Reifung

Der Cognac wird klassisch aus Ugni Blanc destilliert und als VS (Very Special) ausgebaut – die jüngste Komponente reift mindestens zwei Jahre im Eichenfass, was ihm Farbe und feine Holznoten verleiht.

Im Glas

Bernsteinfarben mit gelb-goldenen Reflexen. In der Nase florale Noten mit einem Hauch Eiche, dazu Orange, Honig und etwas Zitrus. Am Gaumen mild, weich und samtig, mit harmonischem Finish.

Zum Genuss

Pur als Digestif oder als Basis für klassische Cognac-Cocktails. Bei Zimmertemperatur im Tulpenglas genießen.

Klassische Begleitung: dunkle Schokolade, Trockenfrüchte, Nüsse und Zigarren.


Herkunft: Charente (Frankreich); Haus Ferrand
Art: Cognac VS (Weinbrand)
Reifung: mind. 2 Jahre im Eichenfass

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Feinkost

La Tourangelle Huile de Noix Walnußöl

Feinkost · Walnussöl · Frankreich

La Tourangelle Huile de Noix ist ein feines Walnussöl aus Frankreich. Aus gerösteten Walnüssen schonend gepresst – mit fein-nussigem Aroma, ideal zum Verfeinern herzhafter Salate, etwa mit Rotkohl und Ziegenkäse.


Herkunft

La Tourangelle ist ein Familienunternehmen aus dem Loire-Tal in Frankreich und stellt seit über 150 Jahren handwerkliche Speiseöle her. Das Walnussöl ist die traditionsreiche Kernkompetenz des Hauses.

Gewinnung und Herstellung

Aus sorgfältig ausgewählten Walnüssen, die geröstet und schonend gepresst werden. So entsteht ein goldgelbes Öl mit feinem, ausgeprägtem Nussaroma – 100 % Walnussöl, ohne Zusätze.

Geschmack

Goldgelb im Glas. Im Geschmack fein und nussig, mit dem typisch warmen Aroma gerösteter Walnüsse. Aromatisch und ausgewogen, mit dezenter Röstnote.

In der Küche

Vor allem kalt zum Verfeinern: über Salate – etwa mit Rotkohl und Ziegenkäse –, über geraspelte Karotten, Endivien, Rote Bete oder zu Käse. Auch über warme Gerichte oder in Dressings und Gebäck. Nicht stark erhitzen, damit das Aroma erhalten bleibt.

Passt zu: Salaten, Ziegenkäse, Roter Bete, Endivien und Dressings.


Hersteller: La Tourangelle (Frankreich)
Produkt: Walnussöl (Huile de Noix)
Zutat: 100 % Walnussöl (aus gerösteten Walnüssen)
Herkunft: Loire-Tal (Frankreich)
Verarbeitung: geröstet, schonend gepresst
Mindesthaltbarkeit (MHD): 20.10.2027

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Spanien

Contino Vina del Olivo 2020

Rotwein · Rioja · Tempranillo & Graciano · Einzellage

Contino Viña del Olivo ist ein Einzellagen-Spitzenrotwein aus der Rioja vom renommierten Gut Contino. Kraft, Eleganz, Finesse, Vielschichtigkeit und eine beeindruckende Länge zeichnen ihn aus – in puncto Eleganz und Ausgewogenheit zählt er zu den besten Weinen der Rioja. Im Glas tief und komplex.


Rioja

Contino ist ein renommiertes Einzellagen-Gut in der Rioja Alavesa. Die Lage Viña del Olivo – benannt nach einem jahrhundertealten Olivenbaum – steht für besondere Qualität. Kalk- und tonhaltige Böden sowie das ausgewogene Klima verleihen dem Wein Eleganz und Tiefe.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée wird von Tempranillo dominiert, ergänzt um Graciano. Nach der Gärung reift der Wein im französischen Barrique mit hohem Anteil neuer Eiche, was ihm Struktur, Finesse und großes Reifepotenzial verleiht.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase vielschichtig: reife dunkle Frucht, feine Würze, Zedernholz und florale Noten. Am Gaumen kraftvoll und zugleich elegant, mit großer Ausgewogenheit, feinem Tannin und atemberaubender Länge. Der Abgang ist anhaltend und finessenreich.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Mit großem Reifepotenzial über viele Jahre.

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, Wild und gereifter Hartkäse.


Lage: Viña del Olivo, Rioja Alavesa (Spanien); Kalk/Ton
Klassifikation: Rioja DOCa – Einzellage
Ausbau: Tempranillo/Graciano, französisches Barrique (hoher Neuholzanteil)

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Australien

Noon Reserve Shiraz 2014

Rotwein · Langhorne Creek · Shiraz

Shiraz Langhorne Creek Reserve „20 Rows"-Block (gepflanzt 1962) Drew Noon MW 18 Monate Barrique (30–40 % neu) 2014

Der Noon Reserve Shiraz 2014 ist die kultige Shiraz-Spitze des Hauses – ein vollmundiger, generös fruchtbetonter Wein aus dem alten „20 Rows"-Block in Langhorne Creek, mit dunkler Beere, Mokka und einem erstaunlich unaufdringlichen, eleganten Tanningerüst.


Noon – Kult aus McLaren Vale

Noon gehört zu den absoluten Old-School-Weingütern – schon immer handgemacht. Drew Noon, einer der wenigen Masters of Wine Australiens, übernahm das Gut 1996 und gibt zu jeder Ernte ganz klar an, was „Mother Nature" ihm beschert hat. Sein Ansatz: Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Korbpresse, minimaler Eingriff im Keller, ungeschönt und ungefiltert.

Während der Eclipse von den estate-eigenen Grenache-Reben in McLaren Vale stammt, kommt der Reserve Shiraz seit dem ersten Jahrgang 1997 zu 100 % vom „20 Rows"-Block des Borrett-Vineyards in Langhorne Creek. Die wurzelechten Reben (gepflanzt 1962) wachsen auf der Bremer-River-Flutebene auf tiefem, alluvialem Lehm – ein einzigartiges Terroir, das seit Mitte des 19. Jahrhunderts bewirtschaftet wird und kleine, tiefschwarze, aromatische Beeren hervorbringt.

Jahrgang 2014 – Langhorne Creek

Der Reserve Shiraz ist bewusst ein vollmundiger, generös aromatischer Wein – wer elegante, leichte bis mittelkräftige Rotweine bevorzugt, ist hier nicht richtig. Der 2014er zeigt diese Handschrift mit großer Tiefe, getragen jedoch von einem überraschend feinen, eleganten Tanningerüst, das ihn zu einem Klassiker-Shiraz heranreifen lässt.

Ausbau

Reinsortiger Shiraz aus dem Jahrgang 2014, trocken.

Handlese, Gärung in kleinen offenen Bottichen mit Handstampfen zur schonenden Farb- und Tanninextraktion, anschließend Pressung von Hand in der Korbpresse. Reife über 18 Monate in kleinen 300-Liter-Fässern aus französischer und amerikanischer Eiche, davon rund 30–40 % neu – für Komplexität und Struktur, ohne die Frucht zu dominieren. Auf dem Gut vinifiziert und abgefüllt, ungeschönt und ungefiltert.

Im Glas

Fast blickdichte kirschschwarze Farbe mit leichten Purpurreflexen und beeindruckenden „Kirchenfenstern" im Glas. In der Nase sehr kräftig nach dunklen Beeren, etwas Mokka und Kakao, recht jung wirkend – was sich mit etwas Geduld und dem richtigen Glas gibt. Am Gaumen eine Mischung aus reifer Schlehe, Brombeere und Zwetschge, dann Tabak, Kakao, Mokka, leichte Röstnoten, würzig und mit schön eingebundenem Barrique. Langer, komplexer Abgang mit dezenten rauchigen Noten und Süßholz. Erstaunlich das unaufdringliche, elegante Tanningerüst, das diesen Wein zu einem Klassiker-Shiraz heranreifen lassen wird.

Erstaunlich das unaufdringliche, elegante Tanningerüst, das diesen Wein zu einem Klassiker-Shiraz heranreifen lassen wird.

(Verkostungsnotiz: Christina Mordhorst.) Mit großem Reifepotenzial; profitiert deutlich vom Dekantieren und dem richtigen Glas. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem rotem Fleisch und Steak vom Grill, zu Wild und Schmorgerichten, zu würzigen BBQ-Spezialitäten sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Langhorne Creek (South Australia, Australien); Borrett-Vineyard, „20 Rows"-Block (gepflanzt 1962), Bremer-River-Flutebene, tiefer alluvialer Lehm, wurzelecht
Klassifikation: Langhorne Creek, Shiraz (Reserve), trocken
Ausbau: 100 % Shiraz; Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit Handstampfen, Korbpresse, 18 Monate 300-l-Barrique (franz./amerik., ~30–40 % neu); ungeschönt, ungefiltert

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Rebsorten

Domaine du Triptyque Tempête Vin de France 2025

Weißwein · Vin de France · Voltis & Floréal

Voltis & Floréal Parzelle am Weingut, Venoy 2025 Tonamphore Handlese Spontangärung

Tempête 2025 von der Domaine du Triptyque ist der Wein, mit dem Tommy Chevallier aus dem Appellationsrahmen heraustritt: Voltis und Floréal sind in Chablis nicht zugelassen, deshalb steht Vin de France auf dem Etikett – obwohl die Reben direkt neben dem Keller in Venoy stehen. Ausgebaut in der Tonamphore, zeigt er sich rund und weich, mit sauber gezeichneter Frucht und einer Frische, die mitten im Wein sitzt.


Die Parzelle am Weingut in Venoy

Die Rebfläche liegt unmittelbar beim Betrieb in Venoy, westlich der Chablis-Appellation im Auxerrois, auf 120 bis knapp 290 Metern Höhe. Der Untergrund entspricht dem des Chablisien: Ton und Kalk aus dem Oberjura, Mergelbänke im Wechsel mit härteren Kalklagen. Der Ton hält Wasser und puffert Trockenphasen, der Kalk entwässert und hält die Wurzelzone kühl – der entscheidende Faktor auf knapp 48 Grad nördlicher Breite. Bepflanzt ist die Parzelle mit Voltis und Floréal, eingebettet zwischen Bäumen, Hecken und den Getreideflächen des Familienbetriebs.

Die kurze Distanz zwischen Rebe und Presse ist hier kein Nebeneffekt, sondern Teil der Anlage: Das Lesegut ist innerhalb von Minuten im Keller, ohne Transportwärme und ohne Vorlauf. Gelesen wird von Hand – im Chablisien die Ausnahme, weil dort rund neun von zehn Hektar maschinell geerntet werden.

Voltis und Floréal sind keine alten Sorten und keine Hybriden aus der Nachkriegszeit. Das französische Forschungsinstitut INRAE hat sie über vier Jahrzehnte aus natürlichen Kreuzungen selektiert und in den offiziellen Sortenkatalog eingetragen; beide sind gegen Falschen und Echten Mehltau widerstandsfähig. Voltis wächst aufrecht, liefert mittlere Erträge und bringt bukettreiche, kräftiger gebaute Weißweine. Floréal braucht einen Drahtrahmen und gibt aromatische Weine mit erhaltener Frische, zwischen exotischer Frucht und Buchsbaum. Für Chevallier, gelernter Ingenieur, ist die Fläche ein Feldversuch mit offenem Ausgang – und der erste Wein, den er ohne regionales Vorbild vinifiziert.

Jahrgang 2025 – Yonne und Chablisien

Im nördlichen Burgund gab es 2025 keinen nennenswerten Frühjahrsfrost. Der Austrieb setzte in den wärmsten Lagen bereits Anfang April ein, ein kühlerer Mai bremste kurz, die Blüte lief um den 26. Mai in wenigen Tagen durch. Der Ertragsverlust entstand danach: Ende Juni traf eine Hitzewelle mit Temperaturen nahe 40 °C in die Blütephase und führte zu Verrieselung und Millerandage – lockere Trauben, ungleichmäßiger Beerenansatz, viele Kleinbeeren. Die zweite Hitzewelle folgte vom 8. bis 18. August, wieder um 40 °C; die Beeren blieben klein, die Schalen dick.

Die Véraison war schon in der ersten Juliwoche zu sehen, die Lese begann im Chablisien ab dem 18. August – eine Frühreife ohne Vorbild in der jüngeren Erfahrung der Region. Zum Monatswechsel fielen 120 bis 130 Millimeter Regen in 36 Stunden auf reife Beeren, Schalen platzten, auf exponierten Parzellen setzte Botrytis an. Wer früh gelesen hatte, brachte gesundes Material herein. Die Erträge lagen im Chablisien offiziell bei 50 bis 55 hl/ha, einzelne Güter meldeten unter 40 – nach 2021 und 2024 die dritte kleine Ernte in fünf Jahren. Den Charakter der 2025er bestimmt damit weniger die Lage als der Lesetermin: früh geerntete Partien behielten Säure und Kontur, späte wurden runder und exotischer im Ton.

Gärung und Ausbau in der Tonamphore

Die Trauben kommen von Hand gelesen in den 2023 fertiggestellten Keller in Venoy. Die alkoholische Gärung startet mit weinbergseigenen Hefen, Schwefel setzt Chevallier in sehr geringen Mengen ein, weitere Zusätze verwendet er nicht. Im Keller stehen Edelstahltank, Holzfass, Betontank, Betonei und Terrakotta-Amphore nebeneinander – für diese Cuvée fiel die Wahl auf die Amphore.

Gebrannter Ton ist porös und lässt in sehr kleinen Mengen Sauerstoff an den Wein, ohne Aroma beizusteuern. Genau das erklärt das Bild im Glas: Die Textur wird runder und weicher, die Gerbstoffe aus den dicken Beerenschalen des Jahrgangs glätten sich, Frucht und Säure bleiben unverstellt. Holz hätte diese beiden Sorten überdeckt, Edelstahl sie kantiger stehen lassen. Die Menge ist klein – die Fläche ist eine Versuchsanlage, kein Ertragsweinberg.

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. Die Nase ist deutlich offener als bei den Chardonnays des Guts und vor allem sauber gezeichnet: gelbe Steinfrucht, Zitrusschale, dahinter ein feiner krautiger Ton Richtung Buchsbaum – die Handschrift des Floréal über der breiteren Anlage des Voltis. Am Gaumen rund und weich, mit mehr Volumen als ein Chablis, ohne breit zu werden. Der Amphorenausbau nimmt jede Kante heraus, die Frucht bleibt klar umrissen, und in der Mitte steht eine Frische, die den Wein zusammenhält. Der Abgang ist trocken, leicht griffig und länger, als das weiche Mundgefühl zunächst erwarten lässt.

Zwei Sorten, die es vor vierzig Jahren noch nicht gab, ausgebaut in einem Gefäß, das seit Jahrtausenden in Gebrauch ist.

Kein Dekantieren nötig, der Wein zeigt sich sofort. Nach einer halben Stunde im Glas tritt die Steinfrucht stärker hervor, der krautige Ton weicht zurück. Ein Wein für die nächsten Jahre: Der frühe Jahrgang 2025 hat ihn früh zugänglich gemacht, auf Lagerung ist er nicht angelegt.

Am Tisch

Die weiche Textur und die klare Frucht machen ihn breiter einsetzbar, als die Rebsorten vermuten lassen: gebratener Fisch mit Kräutern, Geflügel, Kalb in heller Sauce, Gemüsetarte, Spargel mit Sauce Hollandaise. Wo der krautige Ton mitspielt, passen Ziegenkäse und asiatische Küche mit Koriander, Limette und Ingwer. Serviert bei 10 bis 12 °C – kälter verschwindet die Aromatik, die den Reiz dieses Weins ausmacht.


Produzent Domaine du Triptyque, Tommy Chevallier, Venoy
Rebsorte Voltis, Floréal
Lage Parzelle direkt am Weingut in Venoy, Yonne · Ton-Kalk-Böden des Oberjura
Klassifikation Vin de France
Jahrgang 2025
Vinifikation Handlese · Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen · sehr geringe Schwefelgaben
Ausbau Terrakotta-Amphore
Trinkempfehlung 2026–2029

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Schaumweine

Clandestin Les Semblables Austral 2022

Der ClanDestin Les Semblables Austral 2022 Brut Nature ist das Gegenstück zum Boréal: Pinot Noir von nach Süden ausgerichteten Lagen rund um Buxières-sur-Arce. Ausgewählt werden nur Parzellen mit ähnlicher Ausrichtung und ähnlichem Boden – daher der Name „Les Semblables“, die Ähnlichen.

Im Glas

Helles Gold, feine Perlen. Der Duft ist wild und fein zugleich: helle rote Früchte, kühler Kalk, etwas Kräuter und Zitrus. Im Mund straff, voller Energie und gerade, mit langem, trockenem Finale. Trotz der Südlage bleibt er kühl und präzise.

Mach was draus

Brathähnchen, Perlhuhn, Lachs vom Grill, Garnelen oder ein milder Ziegenkäse. Er hat etwas mehr Frucht als Boréal und begleitet gut ein ganzes Menü. Ideal für ein Essen mit Freunden, die Champagner ohne Zucker kennenlernen wollen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Austral ist der zugänglichere der beiden Pinot Noirs. Ich trinke ihn gern zu Geflügel mit Kräutern.“

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Kurz gefragt

Was heißt Austral? Austral bedeutet „südlich“. Die Trauben stammen von Lagen mit Südausrichtung.

Wie wird er ausgebaut? Jede Parzelle gärt für sich spontan in großen, neutralen Eichenfässern. Ungeschönt und ungefiltert, nach zwei Jahren in der Flasche ohne Dosage abgefüllt.

100 % Pinot Noir · Südlagen um Buxières-sur-Arce, Côte des Bar · Kalk · parzellenweise Spontangärung · großes, neutrales Eichenfass · ungeschönt, unfiltriert · 2 Jahre Flaschenreife · Jahrgang 2022 · Brut Nature, ohne Dosage · Champagne ClanDestin, Landreville · Stand: Oktober 2026

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