Domaine de la Côte Sta. Rita Hills Pinot Noir 2014 – Kalifornien – U.S.A
Es hat schon fast den Anschein, dass nur noch schlechte Nachrichten von den hiesigen Nachrichtenkanälen aus den Vereinigten Staaten dröhnen. Bei diesem ganzen Irrsinn muss man zurecht daran zweifeln, ob die menschliche Spezies wirklich die Krönung der Schöpfung ist…
Dass es doch noch einige positive Lichtblicke aus den USA gibt, beweist dieser kürzlich getrunkene 2014er Pinot Noir der Kellerei Domaine de la Côte aus dem Santa Rita Hills Anbaugebiet. Die gerade einmal 12,50 % Alkohol wirken für einen Wein aus den Vereinigten Staaten geradezu lächerlich. Dieser Tropfen ist auch nicht holzgeschwängert, wie so viele seiner Brüder und Schwestern, verfügt dazu über viele Gerbstoffe und eine knackige und ordentliche Säurestruktur.
Geradezu burgundisch kommt dann auch der klassische Flieder-, Veilchen- und Kirschduft daher. Ein wenig Lakritze, Sattelleder und unreife Waldhimbeeren komplettieren das Gesamtkunstwerk formidabel im Glas. Trotz seines geringen Alkoholwertes ist der Wein lang, vibrierend und auch fordernd am Gaumen. Hier passiert mit dem Oxidationsprozess immer mehr. Facetten von reifen, dunklen Früchten, Graphit und viele laktische Töne wirken im Mund vereint wie ein kunstvolles Gemälde. Bei diesem Rotwein passt alles zusammen und mit geschlossenen Augen getrunken, vergisst man auch schon fast, dass die Spezies Mensch durch ihre politischen, irdischen Haupt- (und Selbst-) Darsteller sich immer näher dem kompletten Exodus nähert. Gut, dass wir vorher diesen äußerst leckeren Wein trinken durften …

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