Chateau Calon-Segur 1989 – Saint Estephe – Bordeaux – Frankreich

Chateau Calon-Segur 1989 – Saint Estephe – Bordeaux – Frankreich

Die einen mögen den Chateau Calon-Segur 1989 aus Saint Estephe, die anderen dann doch eher nicht.

In jedem Fall handelt es sich um einen eher spröden, kernigen Weintypus. Im Duft fast verwelkt und nach altem Rosenwasser, modrigen Ziegelsteinen, Staub und Zigarrenkiste müffelnd. Geschmacklich adstringierend, unharmonisch und recht leblos wirkend. Man könnte diesen Bordeaux eigentlich direkt abschreiben und bestenfalls in einer guten Sauce versenken.

Aber die Hoffnung stirbt ja bekannlich zuletzt und es ist immer wieder ratsam Bordeaux Kenner und Liebhaber mit am Tisch sitzen zu haben, die a) solche Weine immer mögen, b) immer voller Hoffnung sind und c) an den wahren und einzigen Bordeaux Gott glauben.

Denn nach gut zwei Stunden Luft, wo der Rest der Flasche still und heimlich schon fast entsorgt worden wäre, zeigt dieser Chateau Calon-Segur 1989 dann doch noch ein Hauch von Klasse. Es kommt eine zarte Frucht von Orangen und Hagebutten hervor. Ein wenig Kräutertee und sogar leichte Schokoladentöne sind erkennbar. Der Wein hat seine schroffe Art ein wenig abgelegt und zeigt nun sogar Süsse und milde Aromen an den Geschmackspapillen und einen respektablen Abgang.

Wahrscheinlich war es das letzte Aufbäumen kurz vor dem finalen Todesstoß für diesen Calon-Segur, aber die Hoffnung stibt ja bekanntlich zuletzt!

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12

Unsere Wertung: 12 von 365 Punkten *

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Schaumweine

Bouvet Ladubay Saumur Tresor rose brut

Der Bouvet-Ladubay Trésor Rosé Saumur Brut ist der kräftige Bruder des Excellence Rosé: reiner Cabernet Franc, im Eichenfass vergoren und ausgebaut, dann in der Flasche gegoren und von Hand gerüttelt. Ein Rosé mit Statur.

Im Glas

Lachsrosa, feine Perlen. In der Nase Röstaromen, Nüsse und getrocknete Datteln, dazu ein Hefeton. Im Mund kraftvoll, das Mousseux zart, die Textur cremig. Lang und würzig im Abgang – ein Rosé, der mehr kann als nur erfrischen.

Mach was draus

Ente mit Kirschen, Perlhuhn, ein Burger mit Röstzwiebeln, Lachs vom Grill oder ein milder Hartkäse. Ein Schaumwein für den Hauptgang, nicht nur für den Aperitif. Schön für ein Herbstessen mit Freunden oder ein Grillfest mit Anspruch. Servier ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Den Trésor Rosé schenke ich gern zu Ente ein. Die Nussnoten und die Kirsche passen einfach perfekt.“

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Kurz gefragt

Wie wird er ausgebaut? Der Grundwein gärt in Eichenfässern und reift dort einige Monate. Nach der Flaschengärung liegt er lange auf der Hefe, gerüttelt wird von Hand.

Was unterscheidet ihn vom Excellence Rosé? Der Holzausbau. Er gibt dem Trésor Röstnoten, mehr Körper und Cremigkeit.

100 % Cabernet Franc · Saumur AOP · Gärung und Ausbau im Eichenfass · Méthode traditionnelle, Handrüttelung · langes Hefelager · Rosé Brut · Bouvet-Ladubay, Saumur · Stand: Oktober 2026

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Weine

Christian Ottenbreit Silvaner Marktbreit O wie schön ist Franken 2025

Weißwein · Franken · Winzerwein

100 % Silvaner Deutscher Qualitätswein Marktbreit · Franken Spontangärung Barrique

Der Silvaner „O wie schön ist Franken" 2025 ist der barriquegereifte Silvaner von Christian Ottenbreit aus Marktbreit in Franken. Spontan vergoren und im kleinen Barriquefass ausgebaut, zeigt der Wein herbe, vegetabile Aromen mit einer rauchigen Spur. Reife, saftige Frucht trifft auf Säurebiss und den Griff eines mürben Gerbstoffs. Trocken, mineralisch und würzig im Stil.


Marktbreit – Maindreieck, Franken

Die Reben für diesen Silvaner stehen in Marktbreit im fränkischen Maindreieck, auf Muschelkalk- und Keuperböden; der Hof des Weinguts Ottenbreit liegt im benachbarten Obernbreit. Das „O" steht für Ottenbreit und Obernbreit. Christian Ottenbreit lernte bei fränkischen Winzern sowie den Südtiroler Kellereien Manincor und Muri Gries, studierte Weinbautechnik und vinifiziert seit 2017 unter eigenem Etikett. Der Wein ist als Deutscher Qualitätswein, trocken, eingestuft.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Silvaner. Nach Spontangärung reift der Wein im kleinen Barriquefass, was ihm zarte rauchige und nussige Fasstöne sowie Griff verleiht. 

Im Glas

In der Nase herbe, deutlich vegetabile Aromen mit verhaltener gelber Frucht, einer Spur Rauch, angedeuteten Kapern und kräuterigen Anklängen. Am Gaumen reife, recht saftige Frucht mit Säurebiss und dem Griff eines mürben Gerbstoffs, dazu zart rauchige, leicht nussige und kräuterige Noten, eine Spur ätherisch und im Hintergrund Salz. Der Abgang bleibt rauchig, mit pfeffrigen Nuancen.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gebratener Fisch, Geflügel mit Pilzen, Kalbsbraten, gereifter Hartkäse und Spargel. Die rauchig-würzige Art trägt auch herzhafte fränkische Küche. Trinkreif ab sofort, bei kühler, dunkler Lagerung haltbar bis etwa 2029. Serviertemperatur rund 11–12 °C.


Lage Marktbreit, Franken (Maindreieck)
Klassifikation Deutscher Qualitätswein, trocken
Ausbau Spontangärung, kleines Barriquefass

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Rebsorten

Schittler Becker Niersteiner Pettenthal Riesling trocken 2021

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Schittler & Becker Niersteiner Pettenthal Riesling trocken 2021 stammt aus einer der großen Rieslinglagen der Welt. Für das Familienweingut ist dieser Wein aus dem berühmten Pettenthal am Roten Hang ein historischer Meilenstein – Herausforderung und Ansporn, hier einen absoluten Spitzenwein zu erzeugen.


Rheinhessen / Niersteiner Pettenthal

Die Vereinigten Weingüter Schittler & Becker sind in Rheinhessen beheimatet. Majestätisch und steil erhebt sich der berühmte Rote Hang bei Nierstein an der Rheinfront. Das Rotliegende, das dem Boden seine charakteristische Farbe verleiht, ist eine einzigartige Bodenformation, die im steilen Hang mit dem Rhein zu Füßen ganz besondere Bedingungen schafft. Aus der Einzellage Niersteiner Pettenthal stammen einige der besten Rieslinge der Welt.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Riesling. Handlese, Spontangärung und Ausbau sowohl im Edelstahl als auch im traditionellen großen Holzfass prägen diesen Wein. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase klare Steinobst- und Zitrusfrucht, verbunden mit der würzig-mineralischen Prägung des Rotliegenden. Am Gaumen dicht und mineralisch, mit feiner Struktur, animierender Säure und einem langen, salzig-mineralischen Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C in großen Gläsern servieren – als gehobener Speisebegleiter.

Passt zu: edlem Fisch, Meeresfrüchten, hellem Fleisch, Spargel und asiatischer Küche.


Lage: Rheinhessen, Nierstein / Roter Hang – Einzellage Pettenthal (Deutschland); Vereinigte Weingüter Schittler & Becker
Klassifikation: Lagenwein – 100 % Riesling, trocken
Ausbau: Handlese, Spontangärung, Edelstahl und großes Holzfass; Rotliegend (roter Tonschiefer)
Jahrgang: 2021

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Südafrika

Bon Courage Sauvignon Blanc

Weißwein · Robertson · Sauvignon Blanc · Südafrika

Bon Courage Sauvignon Blanc ist ein trockener Weißwein aus dem Robertson Valley in Südafrika. Das Familienweingut Bon Courage wird seit 1927 von der Familie Bruwer geführt, heute in dritter Generation. Der Wein bleibt unverholzt, um die klare Frucht zu betonen. Im Glas ein feiner, spritziger Sauvignon Blanc mit Stachelbeere, Gras und tropischer Frucht.


Robertson

Das Robertson Valley liegt rund 150 Kilometer östlich von Kapstadt. Kalkhaltige, mineralreiche Böden und ein Klima mit langen Sonnenstunden und kühlen Nächten geben den Weißweinen Frische und klare Aromatik. Durch das Tal fließen drei Flüsse, die über die Jahre unterschiedliche Bodentypen abgelagert haben.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Sauvignon Blanc. Er vergärt kühl im Edelstahltank und bleibt ohne Holzausbau, damit die Frucht klar im Vordergrund steht. Für mehr Struktur verbringt er vor der Füllung längere Zeit auf der Feinhefe.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase klare Stachelbeere und frisches Gras, dazu Nuancen tropischer Frucht wie Passionsfrucht und Litschi. Am Gaumen fein, spritzig und elegant, mit knackiger Säure und saftiger Frucht. Der Abgang ist frisch und klar.

Am Tisch

Jung und gut gekühlt bei 8–10 °C genießen, solange die Frucht ihre volle Saftigkeit zeigt.

Klassische Begleitung: Ziegenkäse, Meeresfrüchte, Geflügel und Sommersalate.


Lage: Robertson Valley, Südafrika
Klassifikation: W.O. Robertson
Ausbau: Kaltvergärung im Edelstahl, ohne Holz, Feinhefelager

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Rebsorten

Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Kabinett 2021

Fruchtsüßer Weißwein · Niederberg Helden (Mosel) · Riesling

Riesling Niederberg Helden Lieser · Mittelmosel Schloss Lieser (Thomas Haag) 100 % blauer Schiefer Kabinett · feine Restsüße niedriger Alkohol 2021

Der Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Kabinett 2021 stammt aus der Hauslage des Guts – bis zu 120-jährige wurzelechte Reben auf 100 % blauem Schiefer. Ein eleganter, klassisch feinfruchtiger Kabinett mit verspielter Leichtigkeit, feiner Restsüße und typisch schiefriger Mineralität, getragen von einer tollen, frischen Säure.


Niederberg Helden – die Hauslage auf Blauschiefer

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Die Handarbeit im Weinberg der Weinberge und die spontane Vergärung der Weine sind das Markenzeichen für den sorgfältigen Umgang von Thomas Haag und seiner Familie mit den gegebenen Ressourcen.

Der Lieser Niederberg Helden ist mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben bestockt und wird durch 100 % blauen Schiefer und eindrucksvolle Steigungen von bis zu 80 % charakterisiert. Diese lange vernachlässigte Lage gilt seit einigen Jahren als eine der facettenreichsten und interessantesten der Mosel und bringt Jahr für Jahr spektakuläre Spitzenrieslinge von expressivem Charakter und außergewöhnlichem Reifepotenzial hervor.

Jahrgang 2021 – Mosel

Das Jahr 2021 hat ein klassisches, moseltypisches Rieslingjahr beschert. Nach einem kühlen, langgezogenen Frühjahr und wechselhaftem Sommer war der September von viel Sonne geprägt und förderte mit seinen kühlen Nächten eine tolle Aromenentwicklung. Die hoch selektive Ernte startete Mitte Oktober in vielen Durchgängen und belohnte die intensive Handarbeit mit perfekt gesundem Lesegut bei geringen Erträgen. Die Rieslinge zeichnen sich in 2021 durch enorme Mineralität mit einem tollen Frucht-Säure-Spiel bei moderatem Alkoholgehalt aus – ideale Voraussetzungen für einen filigranen, fruchtsüßen Kabinett.

Ausbau

Feinfruchtiger Riesling Kabinett aus der Lage Niederberg Helden, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben.

Nach hoch selektiver Handlese in mehreren Durchgängen wird der Wein spontan mit den eigenen Hefen vergoren. Die Gärung wird angehalten, sodass eine feine natürliche Restsüße erhalten bleibt und der Alkoholgehalt niedrig ausfällt – die Grundlage für den leichten, verspielten Trinkfluss dieses klassischen Mosel-Kabinetts.

Im Glas

Aus dem blauen Schiefer der Steillage lebt dieser Kabinett von Frische und feiner Frucht: helle, feinfruchtige Aromen von weißem Pfirsich, Aprikose und Apfel, dazu Zitrus und florale Anklänge, untermalt von einer typisch schiefrigen, rauchig-salzigen Mineralität. Am Gaumen verspielt und leicht, mit einer feinen, nie dominanten Restsüße, die von einer lebendigen, präzisen Säure perfekt aufgefangen wird – ein herrlich trinkanimierender Riesling mit klarem, mineralischem Nachhall.

Weißer Pfirsich, Aprikose und Apfel über schiefrig-salziger Mineralität – verspielt und leicht, mit feiner Restsüße im perfekten Spiel mit rassiger Frische.

Ein eleganter, jugendlich-frischer Kabinett mit gutem Reifepotenzial. Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu würziger asiatischer Küche, zu Sushi und leicht scharfen Gerichten sowie zu mild-würzigem Käse und fruchtigen Desserts.


Lage: Lieser Niederberg Helden, Mittelmosel; 100 % blauer Devonschiefer, Steillage bis 80 % Neigung; bis zu 120 Jahre alte, wurzelechte Reben; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: Riesling Kabinett (feinfruchtig/fruchtsüß); 100 % Riesling
Ausbau: hoch selektive Handlese, Spontangärung mit eigenen Hefen, angehaltene Gärung mit feiner natürlicher Restsüße, niedriger Alkohol

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Weine

Dönnhoff Roxheimer Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2025

Trockener Weißwein · Nahe, Roxheim · Riesling VDP.Großes Gewächs

VDP.Große Lage Rotliegendes Reben 30–40 Jahre ca. 40 hl/ha großes Eichenholzfass 8 Monate Hefelager Jahrgang 2025

Dönnhoff Höllenpfad im Mühlenberg Riesling GG 2025 ist der neunte Jahrgang dieses Großen Gewächses. Die Trauben stammen aus dem Mittelteil des Roxheimer Höllenpfads, wo die ältesten Rieslingstöcke des Guts auf verwittertem rotem Sandstein stehen. 2025 brachte an der Nahe die früheste Lese, die es je gab, und kleine, dickschalige Beeren mit hoher Konzentration.


Höllenpfad im Mühlenberg – Rotliegendes über Roxheim

Roxheim liegt nordwestlich von Bad Kreuznach in einem Seitental der Nahe, abseits des Flusses und im Windschatten von Soonwald und Pfälzer Bergland. Der Höllenpfad ist ein nach Süden gewandter Steilhang zwischen etwa 150 und 200 Metern Höhe. Der Name verweist auf die Steilheit des Geländes und auf die Hitze, die sich im Sommer am Hang staut.

Der Untergrund gehört zum Rotliegenden, Sedimenten aus dem Perm, die vor rund 290 Millionen Jahren abgelagert wurden. An der Oberfläche verwittert das Gestein zu einem kargen, rot gefärbten Boden mit viel Fels und wenig Feinerde. Die dunkle Farbe nimmt Sonnenwärme auf und gibt sie nachts an die Rebzone ab; die geringe Wasserhaltefähigkeit hält die Erträge dagegen von selbst klein.

Innerhalb der Ersten Lage Höllenpfad ist der Mittelteil mit der steilsten Neigung, zwischen 30 und 50 Prozent, und den ältesten Stöcken das Kernstück. Diese Gewanne wurde unter ihrem historischen Namen „Höllenpfad im Mühlenberg“ in die Weinbergsrolle eingetragen und vom VDP als Große Lage klassifiziert. Seit dem Jahrgang 2017 liest Dönnhoff die Parzelle getrennt und baut sie als eigenes Großes Gewächs aus. Unter den Dönnhoff-Lagen ist sie die einzige auf Sandstein; Hermannshöhle, Felsenberg und Brücke stehen auf Schiefer und vulkanischem Gestein.

Jahrgang 2025 – Nahe

Das Jahr begann mit ausreichendem Niederschlag und leicht überdurchschnittlichen Temperaturen. Spätfrost blieb in den meisten Lagen aus, lokal gab es Hagel. Ein warmer, trockener August hielt die Trauben gesund und trieb die Zuckerreife schnell voran; Anfang September stiegen die Mostgewichte deutlich, teils in den dreistelligen Oechslebereich.

Die VDP-Betriebe an der Nahe begannen Anfang September zu lesen und waren Ende September oder Anfang Oktober fertig – der früheste Leseschluss, der für das Gebiet je verzeichnet wurde. Trotz der schnellen Reife blieb die Säure erhalten, ein Muster, das die Winzer mit 2015 vergleichen. Der Riesling wurde über einen längeren Zeitraum geerntet als die Burgundersorten. Mit dem Starkregen am 23. und 24. September musste in den Rieslinglagen streng selektiert werden.

Die Erntemenge der Nahe lag mit rund 246.000 Hektolitern drei Prozent unter dem Vorjahr und gut 20 Prozent unter dem langjährigen Mittel. Grund waren kleine Beeren mit wenig Saft. Für den Mühlenberg beschreibt Dönnhoff genau dieses Bild: kleinbeerige Trauben, dicke Schalen, hohe innere Konzentration.

Handlese in Durchgängen und acht Monate Hefe

Die 30 bis 40 Jahre alten Reben lieferten rund 40 Hektoliter je Hektar. Gelesen wurde ausschließlich von Hand und in mehreren Durchgängen, damit nur gesunde, voll ausgereifte Trauben in den Keller kamen. Nach schonender Pressung gärte der Most im großen Eichenholzfass, in dem der Wein auch ausgebaut wurde.

Sechs Monate lag der junge Riesling auf der Vollhefe, danach weitere zwei Monate auf der Feinhefe. Das große, gebrauchte Holz gibt keinen Holzgeschmack ab, erlaubt aber einen langsamen Sauerstoffaustausch; das lange Hefelager baut Textur und Tiefe auf. Wie bei allen Großen Gewächsen des VDP kommt der Wein erst im Herbst nach der Lese in den Verkauf, hier ab September 2026.

Im Glas – Steinobst, Pfeffer und rotes Gestein

Der warme Sandstein und die frühe Reife sprechen für reifes Steinobst im Duft, gelber und roter Pfirsich, dazu Quitte und Zitrusschale. Typisch für den Höllenpfad ist eine würzige Seite, die an weißen Pfeffer und sonnenwarmen, trockenen Stein erinnert – ein Gegenpol zur kühleren, rauchigen Art der Dönnhoff-Weine von Schiefer und Vulkangestein.

Am Gaumen bringen die kleinen, dickschaligen Beeren Dichte und Extrakt, ohne den Wein schwer zu machen: Die im Jahrgang erhaltene Säure zieht eine klare Linie durch die Frucht. Die acht Monate auf der Hefe geben dem Riesling eine runde, fast cremige Mitte, das große Holz hält ihn offen und frei von Holzaromen. Im Nachhall kehren Pfirsichkern, Zitruszeste und eine leicht salzige, steinige Note zurück.

Die einzige Dönnhoff-Lage auf Sandstein: Wärme aus dem roten Fels, Spannung aus der Säure eines Jahrgangs mit der frühesten Lese der Nahe.

Am Tisch – Riesling GG zu Kalb, Geflügel und Fluss­fisch

Die Kombination aus Fruchtdichte und würziger Note verlangt nach Gerichten mit Substanz. Gut passen Kalbsbries oder Kalbsrücken mit brauner Butter, Perlhuhn mit Pfifferlingen, Zander auf Rahmsauerkraut oder Schweinebauch mit Quitte. Auch zu milden Currys mit Kokos und zu gereiftem Bergkäse hält der Wein mit.

Jung profitiert das Große Gewächs von einer Stunde in der Karaffe; Trinktemperatur 10 bis 12 °C, im weiten Weißweinglas. Seine volle Tiefe zeigt der Mühlenberg nach einigen Jahren Flaschenreife.


Produzent Weingut Dönnhoff, Oberhausen/Nahe

Rebsorte Riesling

Lage Höllenpfad im Mühlenberg, Roxheim; Rotliegendes (roter Sandstein, Perm)

Klassifikation VDP.Große Lage, VDP.Großes Gewächs, Qualitätswein Nahe

Jahrgang 2025

Vinifikation Handlese in mehreren Durchgängen, schonende Pressung, Gärung im großen Eichenholzfass

Ausbau Großes Eichenholzfass, 6 Monate Vollhefe, 2 Monate Feinhefe

Trinkreife 2028–2040

Rebenalter 30–40 Jahre

Ertrag ca. 40 hl/ha

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Deutschland

Dietrich ABC ... Buchstabensalat

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Dietrich ABC … Buchstabensalat ist eine Cuvée aus 70 % Riesling und 30 % Sauvignon Blanc. Vollreife, selektierte Trauben aus klimatisch bevorzugten Lagen der Pfalz, schonend vinifiziert und sorgsam cuvéetiert, lassen den Wein in seinen ganzen Facetten erstrahlen.


Pfalz

Das Weingut Familie Dietrich bewirtschaftet 25 Hektar Rebfläche von Großkarlbach bis Weisenheim am Sand und Laumersheim in der Pfalz. Über 1.800 Sonnenstunden im Jahr sorgen für vollreife Trauben aus klimatisch bevorzugten Lagen – die Basis für diese ausdrucksstarke Cuvée.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 70 % Riesling und 30 % Sauvignon Blanc. Der Riesling bringt klare Frucht und ein lebendiges Säurespiel, der Sauvignon Blanc krautig-fruchtige Würze und Aromatik. Schonend vinifiziert und sorgsam cuvéetiert.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase klare Frucht nach Pfirsich und Zitrus, dazu krautig-würzige Anklänge und ein Hauch Stachelbeere vom Sauvignon Blanc. Am Gaumen saftig und fruchtbetont, mit feinem Säurespiel und animierendem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Salaten, Spargel, Geflügel und leichten Sommergerichten.


Lage: Pfalz (Deutschland); Weingut Familie Dietrich
Klassifikation: Pfalz – Cuvée aus 70 % Riesling & 30 % Sauvignon Blanc
Ausbau: schonende Vinifikation, fruchtbetont

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Spanien

Fernandez de Pierola Crianza

Wein · Rotwein · Rioja · Spanien

Fernández de Piérola Crianza ist ein klassischer Rioja aus Tempranillo. Das Farbspiel ist eher hell und nicht überkonzentriert; Duft und Geschmack wirken zunächst reif und faszinierend zugleich. Ein Wein mit Eleganz und enormer Vielschichtigkeit, der nach dem nächsten Glas verlangt.


Rioja Alavesa / Sierra Cantabria

Die Tempranillo-Trauben wachsen auf sehr kalkhaltigen Höhenlagen in der Nähe der Sierra Cantabria, in der Rioja Alavesa. Die Ernte erfolgt stets von Hand und selektiv. Bodega Fernández de Piérola setzt bewusst auf einen klassischen, eleganten Rioja-Stil statt auf überextrahierte Konzentration.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Tempranillo. Als Crianza reift der Wein 18 Monate im Barrique – heute eher selten und Ausdruck der klassischen Stilistik des Hauses. Das verleiht ihm feine Würze, Reife und Vielschichtigkeit, ohne ihn schwer zu machen. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Eher helles, klassisches Kirschrot mit ersten Reifetönen. In der Nase reife rote Frucht, Vanille, Leder und feine Würze. Am Gaumen elegant und vielschichtig, mit seidiger Textur, feinen Tanninen, frischer Säure und langem, fein nachhallendem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein klassischer Begleiter der spanischen Küche.

Passt zu: Lamm, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Tapas, Eintöpfen und mittelreifem Käse.


Lage: Rioja Alavesa, Höhenlagen an der Sierra Cantabria (Spanien); Bodega Fernández de Piérola
Klassifikation: Rioja Crianza – 100 % Tempranillo, trocken
Ausbau: 18 Monate im Barrique

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