Wir müssen reden!

Wir müssen reden!

Natürlich warst Du meine erste große Weinliebe, damals, dreihundert sechzig volle Monde ist das her, als es mehr als die Hälfte aller aktuellen Weinregionen Spaniens noch gar nicht gab, in einer Zeit, in der el oso alemán sein Dasein als obärfränkischer Nebenerwebsweinhändler fristete. Und es gab Dich, Dich, und nicht viel mehr als Dich. Gut, der Miguel aus Pacs del Penedès war auch schon da, Don Álvaro aus dem Palacio verkaufte damals noch Barricas. Berberana Gran Reserva, bei einem Importeur aus Troisdorf günstig erworben, das waren die ersten tapsigen Schritte des oso alemán.

Seitdem ist viel passiert. Und darüber müssen wir mal reden, so von Bär zu Rebstock. Ein Bär mit vielen Rebstöcken, mehr als einundsechzig tausend Hektar sind da mit Reben bestockt. Und das schon ziemlich lange. Aber irgendwie hast Du Dich gewandelt, alte Rioja.

Gut, es ging Dir schon einmal schlechter, damals, vor gut zwanzig Jahren. Weißt Du noch, wie das war, als die dunklen Riberas auf den Markt kamen, als Dir plötzlich, einem unheiligen Geist gleichend, eine Konkurrenz erschien, mit der Du nie und nimmer gerechnet hattest? Ein echter Rivale! Auf kastilischem Boden. Unerhört. Fast schon Rebellion! Gut, das hatte auch sein Gutes, denn nur so konnte das zarte Pflänzlein entstehen, all diese neuen Projekte, die eine Rioja suchen, welche schon lange verschwunden war.

Denn damals warst Du klar auf dem Weg ins Fegefeuer, mit Deiner Tempranillo-Manie, mit Quatrupillonen von Weinen, die einfach nur langweilig waren.

Weißt Du noch, wie das früher war, vor mehr als einhundert Jahren? Als die Laus den Reben zu nahe kam und alles fraß, was nicht auf Sand gebaut war. Wohl das einzige Mal in der Geschichte der Weinheit, als auf Sand bauen etwas Positives war. Ein paar dieser alten Kerle stehen da noch, in der Sierra de Yerga, in der Sierra de Alhama; die eine oder andere Parzelle hat die Laus gar nicht entdeckt, Bergsteigen war nicht ihr Lieblingssport.

Und selbst danach war noch alles beim alten, Rioja war eine Region, in der er viel Weißwein gab, dazu viel Garnacha, Mazuelo, Graciano und all die Sorten, die im Laufe der Zeit verschwunden sind oder verdrängt wurden. Glücklicherweise gibt es ein paar Weinberge, in denen solche alten Sorten noch stehen: Maturana etwa, oder Monastell, Rojal, Túrruntes (der nix mit Torrontés zu tun hat). Scharf neben einer Kurve zwischen La Bastida und Briñas gibt es eine Parzelle, in der Rebstöcke stehen, von denen niemand so genau weiß, was es ist. So etwas gab es damals zuhauf. Ach, war das schön.

Heute gibt es das fast gar nicht mehr. Etwa neunzig Prozent aller roten Stöcke heißen mit Nachnamen Tempranillo, einzig die Garnacha kann sich mit Ach und Krach behaupten. Aber auch nur, weil es im Südwesten, in Badarán, in Cordovín und in Cárdenas und in einigen Dörfern außen herum noch immer die Tradition der Claretes gibt, weiß (meistens Viura, seltener Garnacha) mit roter Garnacha verquirlt. Wenn das nicht wäre… Na gut, unten oben findet man auch noch Garnacha. Und Mazuelo. Und Graciano. Unten oben, das ist eine der spannendsten Regionen der Rioja. Unten, das ist die Rioja Baja, die auf Geheiß [sc bitte dazudenken] einiger Kommerzapostel jetzt Rioja Oriental heißen muss. Oben, das sind die Bergregionen in der Rioja Baja. Eigentlich ist das eine groteske Sache: dort unten, zwischen Autol, Quel und Arnedo, aber auch noch weiter unten, in Grávalos und den Bergdörfern des Río Alhama stehen die Reben auf siebenhundert Metern, teilweise noch einmal hundert Meter weiter oben. Im Biosphärenreservat des Alhama soll es Parzellen auf knapp tausend Metern geben. Die Rioja Alta kriegt Schnappatmung, wenn man sie daran erinnert. Diese Ecken sind ein Juwel, denn dort findet man all das, was man sonst nicht findet. Da die Parzellen ohnehin klein waren und das Land zerklüftet ist, lohnt sich industrieller Weinbau dort nicht. Das kriegt man unten, ganz unten, besser und billiger hin. Aber irgendwann wollte das niemand mehr hören. Dafür gab es echte „Innovationen“, El Coto zum Beispiel, oder tausend andere Exponate industrieller Langweiligkeit.

Mit dem, was man landläufig als Rioja kennt, hat das natürlich nichts zu tun. Denn das sind eben keine latent hohlen Säuerlinge, wie sie in Cenicero, in Guardia, in Haro oder in wo auch immer entstehen, kein Marqués de Cáceres, kein Griñón, kein Felix Solís. In Blindproben käme wohl niemand auf die Idee, dies als Rioja einzustufen.

Ist es aber. Und genau das, liebe Rioja, ist Deine Aufgabe für die Zukunft. Wir müssen weg von der Tempranillitis, Rioja-Weine waren zeitlebens (in der Zeit vor den Marketing-Päpsten) Cuvées aus verschiedenen Sorten, weiße und blaue (Ribera übrigens auch). Nur kann man das halt schwer vermarkten. Rioja – Tempranillo – Crianza – Reserva – Gran Reserva. Fünf Wörter, das musste reichen, um die Region in der Welt bekannt zu machen. Wobei: das, was im achtzehnten und auch noch im neunzehnten Jahrhundert gen Amerika verschifft wurde, war kein sortenreiner Tempranillo. Damals stand diese Sorte auf nicht einmal zehn Prozent der Rebfläche, die Weine waren ganz anders.

Überhaupt: die Weißweine. Zu Zeiten unserer Großbären und Urgroßbären war die Rioja eine Weißweinregion, zumindest hauptsächlich. Viura und weiße Garnacha, Rojal, ein klein wenig echte Malvasía, Albillo Mayor (den die Riojanas und Riojanos aus irgend einem Grund Túrruntes nennen), Maturana Blanca, aber auch diverse Sorten, die aus dem Südwesten Frankreichs gen Rioja schwappten, die Bandbreite war immens. Irgendwann ging das verloren, und zwar nicht nur, weil die Leute Tempranillo schrien. Sondern weil sich der Markt der Weißweine veränderte: Edelstahl und temperaturgesteuerte Gärführung brachten Weine hervor, die es so hundert Jahre zuvor nicht gab. Und Du, liebe Rioja, hast verträumt über Felder und Auen geblickt, denn wer in Spanien kann schon den großartigen Weißweinen von Viña Tondonia und zwei oder drei anderen Kellereien das Wasser reichen. Mag sein, aber der Markt geht anders. Dann stand da halt das Penedès und später Rueda, mit frischen Weinen, die auch ein weniger detailverliebtes Publikum ansprachen. Und Du? Hast Deine seelenlosen Viuras auf den Markt geworfen, die niemand mehr haben wollte. ¡Schluchtz!

Als es dann schon fast fünf nach zwölf war, kam der erste Rundumschlag. Zwar musste Rojal noch immer Malvasía heißen, dafür waren plötzlich Chardonnay, Verdejo sowie Sauvignon Blanc als Qualitätsrebsorten zugelassen. Rebsorten ja – Qualität hmmmm. Ganze dreihundert Hektar Verdejo gibt es inzwischen in der Rioja, fast die Hälfte steht in Navarra, wo es schon fast egal ist, was da steht. Chardonnay und Sauvignon bringen es zusammen gerade einmal aus zweihundert und fünfzig Hektar Rebland. Großbodegas brauchen das nicht, weil die in Rueda oder in der Mancha oder in Aragón füllen (lassen) und für kleine Bodegas ist das Thema ohnehin nicht relevant.

Dafür gibt es jetzt ja die neue, t’schuldigung, Sau, die Du durch die Dörfer getrieben hast: Tempranillo Blanco. Diese Sorte gibt es erst seit wenigen Jahrzehnten, ausgerechnet bei Paco García tauchte sie zum ersten Mal auf, die verantwortlichen Teilzeitfunktionäre tun aber so, als ob diese Sorte die Rettung wäre. So ganz unter uns: die weiße Mutation einer säurearmen Rebsorte ist immer noch säurearm, fehlende Farbpigmente spielen da keine Rolle. Dazu kommt, dass diese Sorte gerade verstärkt dort angebaut wird, wo Platz ist; nicht jedoch dort, wo sie am besten gedeihen kann. Tempranillo Blanco muss auf mineralischen Boden, erdig sollte er auch sein, vulgo: fetter Lehm und möglichst weg von zuviel Sonne. So, wie Du das gerade angehst, gibt das nix.

Ich könnte jetzt noch stundenlang weiter jammern, denn über all das, was in den letzten vier Jahrzehnten schiefgelaufen ist, haben wir ja noch nicht einmal ansatzweise gesprochen. Das wäre aber wenig zielführend. Besser ist es, mal ganz kurz auf die einzugehen, die Sachen anpacken.

Von den großen Betrieben darf man da nicht allzu viel erwarten. Gut, Viña Tondonia hat endlich mal die Brett-verseuchten Barricas rausgeworfen. Die Weine sind wieder besser geworden, die Marquesse keltern nach wie vor traditionelles Zeuch. Und da mag der lustige Luis, der für den lustigen Robert schreibt, der gerade seine Zeitung an lustige Chinesen und lustige Franzosen verkauft hat, noch so viel loben: selbst wenn die bei Bilbainas (Codorniu) die Qualität des Viña Pombal um dreihundert Prozent steigern würden, wer bei nahe null anfängt, hat einen langen Weg vor sich.

Zugegeben: seit den Tagen, in denen ein gewisser M. A. de Gregorio die modernsten Rotweine der Rioja kelterte, ist viel geschehen. Typen wie der Roberto mit seinen Tentenublos, der Gorka mit den schlechten Steinen oder aber der Javier mit seinen vier Solos haben schon Ausrufezeichen gesetzt. Der Bryan aus Südafrika, der mal bei dem Dominik aus Süd-München im Mittelpriorat gearbeitet hat, setzt ganz andere Akzente, Und der Oxer, jawohl, der mit dem komplizierten Familiennamen, kann nicht nur Kalamity, er mag und macht auch Suzanne und noch ein paar Weine, die wahre Terroirmonster sind. Der mit dem Philar tanzt ist auch nicht schlecht. Und es gibt noch ein paar mehr.

Schon klar, in der Summe bringen die (noch) nichts auf die Waage, vielleicht eine Million Flaschen zusammengerechnet, bei derer dreihundert in der ganzen Region.. Aber auch ein langer Weg beginnt mit einem ersten Schritt. Und diesem ersten Schritt, diesem Anfang, wohnt, wie jedem Anfang, ein Zauber inne.

Wahre Liebe rostet nicht. Text: El oso alemán

Blog per E-Mail abonnieren

Keine Beiträge mehr verpassen.

Entdecke unsere Weine

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Weinreich Mineral brut BIO

Der Weinreich Mineral Brut trägt seinen Namen nicht zufällig: Die Reben wachsen auf Löss-Lehm mit viel Kalkmergel. Die Hälfte der Cuvée ist Pinot Noir, dazu 30 % Meunier und 20 % Chardonnay. Der Sekt reift 30 Monate auf der Hefe und wird von Hand gerüttelt – ganz nach dem Vorbild der Champagne.

Im Glas

Hellgold, sehr zarte und ausdauernde Perlen. In der Nase frisch und duftig wie Meeresgischt, mit Walderdbeere und ein wenig Brioche. Im Mund elegant und mineralisch, mit feinem Salz und einem geraden, knackigen Ende. Der Nachhall ist klar und lang.

Mach was draus

Austern, Jakobsmuscheln, Seezunge, Geflügel oder ein feines Fingerfood-Buffet. Ein Sekt für besondere Anlässe und für alle, die Champagner lieben. Serviere ihn bei 6 bis 8 °C im Weißweinglas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Mineral Brut ist mein Tipp für Champagner-Fans. Dieselben Sorten, dieselbe Methode – und echt Rheinhessen.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie wird er gemacht? Ganze Trauben werden gepresst, der Most gärt langsam mit den Hefen der Trauben. Der Grundwein liegt auf der Hefe im Tonneau, danach folgen Flaschengärung und 30 Monate Hefelager.

Was ist ein Tonneau? Ein großes Holzfass, meist mit rund 500 Litern. Es gibt dem Wein Textur, ohne viel Holzgeschmack.

50 % Pinot Noir, 30 % Meunier (Schwarzriesling), 20 % Chardonnay · Rheinhessen, Bechtheim · Löss-Lehm mit Kalkmergel · bio (DE-ÖKO-022) · ganze Trauben gepresst, spontan vergoren · Grundwein auf der Hefe im Tonneau · traditionelle Flaschengärung · 30 Monate Hefelager · Handrüttelung · brut · Weingut Weinreich, Bechtheim · Stand: Oktober 2026

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Schaumweine

Dietrich Sundowner Perlwein rosé

Der Dietrich Sundowner Perlwein rosé ist genau das, was der Name verspricht: ein leichter Begleiter für den Sonnenuntergang. Reiner Spätburgunder aus Großkarlbach, früher gelesen als für Rotwein, damit Säure und helle Frucht im Vordergrund stehen.

Im Glas

Zartes Lachsrosa, feine, ruhige Perlen. Der Duft erinnert an Erdbeeren, Himbeeren und ein wenig Grapefruit. Im Mund leicht und fruchtig, die halbtrockene Süße ist gut eingebunden, eine klare Säure hält ihn frisch. Kurz, sauber und sehr süffig.

Mach was draus

Als Aperitif zur goldenen Stunde, zu Flammkuchen, Ziegenkäse, Sommersalat mit Erdbeeren oder Melone und zu Gegrilltem. Die leichte Restsüße puffert auch scharfe Saucen ab. Die beste Trinktemperatur liegt zwischen 7 und 9 °C, gern im Weißweinglas. Jung trinken, am schönsten im ersten oder zweiten Jahr.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Der Sundowner ist mein Sommerwein für die Terrasse. Unkompliziert und richtig gut gelaunt.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie entsteht der Rosé? Der Spätburgunder bekommt nur eine kurze Maischestandzeit von einigen Stunden, so wird der Most zartrosa. Vergoren wird bei niedriger Temperatur in Edelstahltanks; Holzfässer und biologischer Säureabbau bleiben außen vor.

Warum Perlwein und nicht Sekt? Perlwein hat höchstens 2,5 bar Druck, Sekt mindestens 3,5 bar. Darum perlt der Sundowner zarter und bleibt leicht.

100 % Spätburgunder · Pfalz, Leiningerland, Großkarlbach · Kalkmergel, Lösslehm · frühe Lese · kurze Maischestandzeit · Edelstahl, ohne Malo · Perlwein, max. 2,5 bar · halbtrocken · Weinhof Dietrich, Großkarlbach · Stand: Oktober 2026

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Schaumweine

Franck Bonville Pur Mesnil Champagner Grand Cru Blanc de Blancs 2019

Der Franck Bonville Pur Mesnil 2019 ist die trockenere, noch puristischere Ausgabe der Mesnil-Cuvée: Chardonnay aus drei Parzellen in Le Mesnil-sur-Oger, mehr als fünf Jahre unter Naturkork gereift. Nur 2.000 Flaschen gibt es davon.

Im Glas

Hellgold, feine Perlage. Zitronenschale, grüne Mandel und Kreide in der Nase, gebündelt und klar. Am Gaumen gradlinig und kraftvoll, die Säure straff, die Textur dicht. Der Abgang ist lang, salzig und präzise wie ein Messerschnitt. Ein Champagner, der wach macht.

Mach was draus

Austern, Carpaccio von der Rotgarnele oder Seezunge mit brauner Butter. Auch Tempura-Gemüse passt erstaunlich gut. Für einen Abend mit Freunden, die Champagner ernst nehmen, ideal als Vergleich zum 2018er. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Gib ihm ein großes Glas. Er funktioniert als großer Aperitif, aber zu Austern und feinem Fisch macht er mir am meisten Freude.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

2018 oder 2019 – welcher Pur Mesnil? Der 2019er ist mit 2,5 g/l deutlich trockener dosiert als der 2018er mit 5,8 g/l. Wer es puristisch mag, nimmt 2019.

Wie selten ist er? Vom Pur Mesnil 2019 gibt es nur 2.000 Flaschen.

100 % Chardonnay · Le Mesnil-sur-Oger Grand Cru: Les Zailleux, Le Tilleul, Les Hautes Mottes · Jahrgang 2019 · Méthode Traditionnelle, Hefereife unter Naturkork · über 5 Jahre Hefelager · Extra Brut, 2,5 g/l Restzucker · 2.000 Flaschen · Champagne Franck Bonville, Avize · Stand: Oktober 2026

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Vite Colte Barbera d'Asti Superiore La Luna e i Falo

Wein · Rotwein · Asti · Italien

Vite Colte La Luna e i Falò Barbera d'Asti Superiore zeigt ein intensives Rubinrot mit violetten Reflexen. Aromatisches Bukett nach Sauerkirsche, Brombeere und Kräutern. Kraftvoll, trocken und elegant zugleich – ein idealer Essensbegleiter.


Asti / Piemont

Vite Colte (vormals Terre da Vino, gegründet 1980) ist eine renommierte piemontesische Erzeugergemeinschaft. Für die Barbera d'Asti Superiore DOCG werden Trauben aus rund 60 Hektar ausgewählter Hanglagen zwischen Nizza Monferrato und Agliano Terme auf kalkig-tonigen Böden zusammengeführt – das „SuperBarbera"-Projekt des Hauses. Der Name spielt auf Cesare Paveses Roman La luna e i falò an.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Barbera. Nach traditioneller Gärung und malolaktischer Gärung reift der Wein rund zwölf Monate in französischen Barriques (überwiegend gebrauchtes Holz), was ihm Struktur und Eleganz verleiht, ohne die Frucht zu überdecken. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Intensives Rubinrot mit violetten Reflexen. In der Nase Sauerkirsche, Brombeere und Kräuter, dazu Veilchen, Lakritz und eine dezente Vanillenote. Am Gaumen kraftvoll und gut strukturiert, getragen von der typisch frischen Barbera-Säure, mit weichen Tanninen und langem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein idealer Begleiter der piemontesischen Küche.

Passt zu: Pasta mit Fleischsauce, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Risotto und mittelreifem Käse.


Lage: Barbera d'Asti Superiore DOCG, Monferrato/Asti (Piemont, Italien); Vite Colte (Terre da Vino)
Klassifikation: Barbera d'Asti Superiore DOCG – 100 % Barbera, trocken
Ausbau: ~12 Monate in französischen Barriques

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Eric Rodez Champagne Blanc de Noirs Ambonnay Grand Cru extra brut BIO

Der Eric Rodez Blanc de Noirs Ambonnay Grand Cru Extra Brut ist Pinot Noir mit Tiefgang: fünf bis sechs Jahrgänge in einer Flasche, im Holz gereift. Ein Champagner für Herbstabende mit kräftigem Essen.

Im Glas

Hellgold, feine Bläschen. Reife Himbeere und Kirsche in der Nase, dazu Brioche und ein Hauch Gewürz. Am Gaumen voll und cremig, aber nicht schwer – die kalkige Frische hält ihn in Balance. Ein langer, ruhiger Abgang.

Mach was draus

Ente mit Rotkohl, Coq au Vin blanc, Wildschwein-Ragout oder ein reifer Brie de Meaux. Auch ein einfaches Brathähnchen am Sonntag macht ihn glücklich. Ein Glas davon, und der Herbst darf kommen. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Für mich ist er ein Champagner zum Essen. Zu Geflügel oder einem gereiften Käse zeigt er seine ganze Fülle.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Warum mehrere Jahrgänge? Eric Rodez verschneidet hier Weine aus fünf bis sechs Jahren. So gewinnt der Champagner an Komplexität – eine Technik, die Rodez bei Krug gelernt hat.

Wie trocken ist er? Extra Brut, also höchstens 6 g Zucker pro Liter. Er schmeckt trocken, wirkt durch seine Fülle aber nie karg.

100 % Pinot Noir · Ambonnay Grand Cru · Assemblage aus 5–6 Jahrgängen · Méthode Traditionnelle · Holzfass · langes Hefelager · Extra Brut · Champagne Eric Rodez, Ambonnay · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Südafrika

Oude Kaap Chenin Blanc

Wein · Weißwein · Western Cape · Südafrika

Oude Kaap Chenin Blanc ist ein klarer, frischer Weißwein aus dem Western Cape. Reinsortig aus Chenin Blanc, Südafrikas Paradesorte – blitzsauber vinifiziert, fruchtbetont und unkompliziert.


Western Cape / Südafrika

Oude Kaap ist eine Weinlinie von DGB (Douglas Green Bellingham), einem der größten unabhängigen Weinerzeuger Südafrikas, mit Wurzeln im Franschhoek-Tal. Für die Weine werden die besten Trauben aus dem Western Cape ausgewählt – der Region, in der Chenin Blanc die meistangebaute Weißweinsorte ist.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chenin Blanc. Nach sorgfältiger Lese und schonender Pressung erfolgt die Gärung im Edelstahltank bei kontrollierter Temperatur, um Frucht und Frische zu bewahren. Trocken ausgebaut, mit nur geringem Restzucker.

Im Glas

Helles Platingelb. In der Nase Aromen von Melone, Ananas und Zitrusfrüchten mit einem Hauch Sternfrucht. Am Gaumen klar, frisch und saftig, mit feiner Säure und sauberem, fruchtigem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zu leichten Gerichten.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Geflügel, Salaten und leichten Sommergerichten.


Lage: Western Cape (Südafrika); Oude Kaap / DGB (Douglas Green Bellingham)
Klassifikation: Western Cape – 100 % Chenin Blanc, trocken
Ausbau: Edelstahltank (fruchtbewahrend)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Spanien

Torre de la Pobleta Vino Blanco Semidulce

Weißwein · Valencia · Moscatel und Merseguera · lieblich

Moscatel · Merseguera D.O.P. Valencia Cheste Semidulce Genossenschaft seit 1918

Cheste Agraria Torre de la Pobleta Vino Blanco Semidulce ist ein lieblicher Weißwein aus Moscatel und Merseguera aus Cheste in der Provinz Valencia. Die Muskatellertraube bringt ein intensives, blumiges Bukett, die einheimische Merseguera Frische. Mild, fruchtig und zugänglich mit feiner Restsüße – ein unkomplizierter Weißwein für viele Gelegenheiten.


Cheste – Moscatel-Land im Hinterland von Valencia

Cheste Agraria wurde 1918 gegründet und gilt als erste Winzergenossenschaft der Region Valencia und als eine der ältesten Spaniens. Unter dem Namen Bodegas Reymos bewirtschaften die Mitglieder rund 2.000 Hektar Reben und liefern jährlich etwa 20 Millionen Kilogramm Trauben. Die Genossenschaft ist Spaniens größter Erzeuger von Moscatel de Alejandría.

Cheste liegt westlich der Stadt Valencia auf durchschnittlich 218 Metern Höhe. Mikroklima, Böden und die Nähe zum Mittelmeer bieten der Moscatel de Alejandría ideale Bedingungen. Der Ort gehört zur Unterzone Valentino der D.O.P. Valencia, der Heimat des traditionellen Moscatel de Valencia.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Moscatel (Muskateller) und Merseguera. Die Moscatel liefert die blumigen Muskatnoten und die natürliche Fruchtsüße. Die Merseguera, eine alte Weißweinsorte der Regionen Valencia, Alicante und Jumilla, gibt dem Wein Frische und hält die Süße im Gleichgewicht.

Der Wein wird frisch und ohne Holz ausgebaut, damit das aromatische Bukett erhalten bleibt, und halbsüß (semidulce) abgefüllt.

Im Glas

Strohgelb. In der Nase intensiv aromatisch, mit Orangenblüte, Jasmin und Muskat, dazu reife gelbe und tropische Frucht. Am Gaumen mild, rund und fruchtig, mit feiner Süße und saftigem Abgang.

Moscatel aus Cheste und einheimische Merseguera: Orangenblüte und Jasmin mit milder, runder Süße.

Jung zu trinken. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Würzige asiatische Küche, Currys, Obst und fruchtige Desserts, milder Blauschimmelkäse – oder solo als Aperitif.


Produzent Cheste Agraria Coop. V. (Bodegas Reymos), Cheste (Valencia)
Rebsorte Moscatel, Merseguera
Lage Cheste, Provinz Valencia, Spanien · ca. 218 m
Klassifikation D.O.P. Valencia · Vino blanco semidulce
Ausbau frisch, ohne Holz · halbsüß abgefüllt

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Ungarn

Oremus Tokaji Eszencia 2010

Edelsüßer Weißwein · Tokaji Eszencia · Furmint-Cuvée

Furmint-Cuvée Tokaji Eszencia Tokaj-Hegyalja · Ungarn Oremus (Vega Sicilia) freilaufender Saft (jus de goutte) über 500 g/l Restzucker jahrelange Gärung 2010

Die Oremus Tokaji Eszencia 2010 gilt als einer der besten und lagerfähigsten Süßweine der Welt – der freilaufende Saft edelfauler Aszú-Beeren, von sagenhafter Konzentration. Bernstein bis Rotgold im Glas, mit Aromen von Rumtopf, getrockneter Aprikose und Rosine, klar und konzentriert nach Karamell, Honig und Gewürzen.


Eszencia – die Seele des Tokaj

Die Eszencia des Tokaji gilt als einer der besten und lagerfähigsten Süßweine der Welt. Sie entsteht nur in herausragenden Jahren, in denen die Edelfäule (Botrytis cinerea) besonders reichlich auftritt. Tokaj-Hegyalja im Nordosten Ungarns – seit 2002 UNESCO-Weltkulturerbe – bietet am Zusammenfluss von Bodrog und Tisza mit herbstlichem Nebel und sonnigen Nachmittagen die idealen Bedingungen dafür.

Das Weingut Tokaj-Oremus wurde 1993 von der Familie Álvarez, Eigentümerin der spanischen Ikone Vega Sicilia, gegründet und trägt den Namen der historischen Lage Oremus – jener Wiege des Tokaji Aszú. Die Eszencia entsteht aus den edelsten, am stärksten von Botrytis konzentrierten Beeren der Sorten Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály.

Jahrgang 2010 – Tokaj-Hegyalja

Eine Eszencia wird nur dann erzeugt, wenn die Ernte an edelfaulen Beeren außergewöhnlich reich ausfällt – sie ist keine Selbstverständlichkeit, sondern hängt ganz vom Wohlwollen der Natur ab. Der Jahrgang 2010 brachte die Voraussetzungen für diesen legendären Nektar, der seine Tiefe und Konzentration über viele Jahre langsamer Gärung und Reife gewinnt.

Herstellung und Ausbau

Edelsüßer Tokaji Eszencia aus dem Jahrgang 2010 – eine Cuvée aus Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály.

An jedem Erntetag werden die edelsten, von Botrytis durchdrungenen Beeren Stück für Stück gesammelt. Allein durch ihr Eigengewicht tritt der dickflüssige, hochkonzentrierte Saft – die „jus de goutte" – aus, ganz ohne Pressung. Dieser Most gärt extrem langsam, zunächst über Monate in 50-Liter-Glasballons; aufgrund der enormen Zuckerkonzentration (oft über 500 g/l) vergärt nur ein winziger Teil, sodass der Wein nur sehr wenig Alkohol entwickelt. Nach rund einem Jahr reift die Eszencia in kleinen 68-Liter-Átalag-Fässern weiter, ehe sie eine jahrzehntelange Flaschenreife antritt. Aufgrund ihrer Konzentration und ihres Extraktreichtums wurden diesem Nektar früher gar medizinische Wunderdinge zugesagt.

Im Glas

Es ist in jedem Fall ein einmaliges Erlebnis, so einen bombastischen Edelsüßwein einmal im Glas gehabt zu haben: in der Farbe Bernstein und Rotgold; er duftet nach Rumtopf und getrockneten Früchten wie Aprikose und Rosinen. Im Mund scheint sich ein Sirup auszubreiten, jedoch schmeckt die Essenz klar und konzentriert nach Karamell, Honig und Gewürzen – mit Anklängen von Fichtenhonig, Schwarzbrot und gedörrtem Obst. Im filigranen Abgang wirkt er noch lange und intensiv nach.

Bernstein und Rotgold, Rumtopf, Aprikose und Rosine – klar und konzentriert nach Karamell, Honig und Gewürzen, mit endlos langem Nachhall.

Ein Wein für besondere Anlässe und mit jahrzehntelangem, ja jahrhundertelangem Reifepotenzial. In winzigen Mengen gut gekühlt bei rund 8 °C genießen.

Am Tisch

Vor allem solo als meditativer Nektar im Glas – löffel- oder schluckweise. Daneben zu Foie gras, zu kräftigem Blauschimmelkäse sowie zu Desserts mit getrockneten Früchten, Karamell oder Honig.


Lage: Tokaj-Oremus, Tolcsva, Tokaj-Hegyalja (Ungarn); vulkanische Böden am Zusammenfluss von Bodrog und Tisza; UNESCO-Weltkulturerbe
Klassifikation: Tokaji Eszencia (edelsüß); freilaufender Saft edelfauler Aszú-Beeren; Cuvée aus Furmint, Hárslevelű, Zéta und Sárga Muskotály; über 500 g/l Restzucker
Ausbau: spontane, jahrelange Langsamgärung in 50-l-Glasballons, Reife im 68-l-Átalag-Fass, anschließend lange Flaschenreife

Mehr erfahren ...