Der Weinjahrgang 2022 bei Jose Gil in der Rioja

Meisterwerk der Natur und Handwerkskunst: Der außergewöhnliche Jahrgang 2022 in der Rioja

Der Jahrgang 2022 in der Rioja begann mit einer kalten und regnerischen Phase. Zwischen November 2021 und Januar 2022 fielen etwa 300 Liter Regen pro m², gefolgt von Schneefall im Februar. Diese Niederschläge waren vorteilhaft, da sie zur Ansammlung von Wasserreserven im Weinberg beitrugen, die Schnittwunden der Reben heilten und Pilzkrankheiten eindämmten.

Jose und Vicky Gil starteten im April 2022 die Arbeit an den Rebstöcken. Das Klima änderte sich im Frühjahr dann radikal zu einem trockeneren und sehr warmen Zyklus. Diese Wetteränderung prägte den Jahrgang entscheidend und zwang die beiden jungen Winzer zu besonderer Sorgfalt und Anpassung bei ihrer Weinbergspflege auf ihren kleinparzellierten Weinbergen.

Die Ernte begann ungewöhnlich früh am 13. September mit den weißen Trauben und setzte sich am 15. September mit den roten Trauben fort. Sie dauerte nur 10 Tage – die kürzeste Ernteperiode bisher.

Im Weingut war die Nacharbeit dann wie immer zeitaufwendig und akribisch. Jede qualitativ nicht zufriedenstellende Traube wurde aussortiert, und nur das beste Lesegut kam in den Genuss eines langsamen Gärprozesses. Bei der Maischegärung wurde behutsam vorgegangen, um den Wein nicht zu stark zu extrahieren. In diesem Jahr wurden einige Weine mit Stielen und Stengeln vergoren, um Frische, natürliche Tannine und eine optimale Textur zu erzielen und das Bouquet feiner und authentischer zu gestalten. Die Weine wurden dann alle separat nach ihren Einzellagen in unterschiedlichen, meist großen, gebrauchten 500-Liter-Barriquefässern ausgebaut.

Leider gab es bei dem Dorfwein aus den San-Vincente-Lagen eine deutlich geringere Erntemenge. La Canoca und El Bardallo kommen dieses Jahr als „Vinos de Paraje“ (Einzellagenweine) auf den Markt. Die Qualitätsspitze markiert nach wie vor der Camino de Ribas. Der neue 100 % Viura-Weißwein von Jose Gil trägt den Namen Jose Gil blanco und stammt noch aus dem Top-Jahrgang 2021. Er wurde in 500-Liter-Fässern und 54-Liter-Demijohns fermentiert und liegt seitdem abgefüllt in Flaschen.

Jose und Vicky Gil haben es auch im Jahrgang 2022 wieder meisterhaft und spielend geschafft, geschliffene, elegante und frische Weine zu erzeugen. Ihr Gefühl für das jeweilige Terroir, das sie bearbeiten, ist beispielhaft, und es finden sich nur wenige Winzer*innen in der Rioja, die ihren Weg so konsequent und fokussiert umsetzen. Jeder Schluck ihrer Weine ist ein unbezahlbares Erlebnis und verbindet Land, Mensch und Traube in einer märchenhaften Synthese. Bravo und Danke für diese erlesenen Tropfen!

2 Gedanken zu „Der Weinjahrgang 2022 bei Jose Gil in der Rioja“

  1. Guten Abend,
    du must bei deinen PR Aktionen aufpassen. Es wird zu viel.
    Ich mag die Restaurant Bericht, die Wein PR ist zu oberflächlich.
    Lieber Gruß
    Sven

    • Hallo Sven, danke für das Feedback. PR soll das mit den Jahrgangsberichten von Weingütern eigentlich gar nicht sein. Bei besonderen Weingütern mit absoluten Topweinen finde ich die Information über die Jahrgänge sinnvoll. Solche Berichte sind in diesem Blog im Gegensatz zu früher auch ziemlich selten geworden. Liebe Grüße, Christian

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Weine

Jörg Geiger Alkoholfrei Prickelnd Cuvee Nr. 11

Jörg Geiger Cuvée Nr. 11 ist die schlankste und frischeste der alkoholfreien Cuvées: viel Zitrus, frischer Apfel und Blüten, dafür kaum Süße. Wer Schaumwein vor allem trocken und spritzig mag, findet hier die alkoholfreie Entsprechung.

Im Glas

Feines, lebhaftes Prickeln. Duft von Zitrus, frischem Apfel und viel Blüte, eine Spur Vanille. Im Mund zitronig und klar, die Süße ist kaum zu spüren. Leicht, spritzig und erfrischend bis zum letzten Schluck. Von allen Cuvées der Manufaktur kommt sie einem trockenen Sekt am nächsten.

Mach was draus

Gebratener Fisch, Garnelen, Ceviche, ein Frühlingssalat oder kleine Vorspeisen. Er begleitet ein leichtes Menü vom Anfang bis zum Ende. Ideal für Mittagessen mit Geschäftspartnern, Schwangere, Sportler oder alle, die ein elegantes Glas ohne Alkohol möchten. Gut gekühlt im Weinglas servieren.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Nr. 11 ist der Geiger, der am meisten nach Sekt schmeckt. Zu Fisch ist er eine richtig gute Wahl.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie süß ist die Cuvée Nr. 11? Sehr wenig. Die Cuvée ist schlank angelegt. Im Vordergrund stehen Zitrus und Frische.

Wozu passt sie am besten? Zu gebratenem Fisch, Garnelen und Muscheln, Salaten und allem Leichten vom Anfang eines Menüs.

Zitrus, Apfel, Blüten · sehr wenig Süße · alkoholfrei, mit Kohlensäure · Streuobstwiesen der Schwäbischen Alb · Manufaktur Jörg Geiger, Schlat · Stand: Oktober 2026

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Frankreich

Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021

Weißwein · Elsass · Cuvée

Pinot Gris & Sylvaner Frohnberg (Rosenwiller) & Hohrain (Eguisheim) Ton-Kalk-Böden Spontangärung im Holzfass 18 Monate Feinhefe rund 1.000 Flaschen 2021

Der Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021 ist eine Cuvée aus Pinot Gris und Sylvaner von zwei Lagen an entgegengesetzten Enden des Elsass – eine Verbindung, die ursprünglich nicht geplant war und durch eine unvorhersehbare Gärung entstand. Spontan im Holzfass vergoren, 18 Monate auf der Feinhefe, danach sechs Monate Flaschenruhe: tief, salzig und strukturiert. Die Auflage liegt bei rund 1.000 Flaschen.


Materia Rebellis – zwei Lagen, durch Zufall vereint

Soil Therapy ist das Label von Thomas Schertz, einem Autodidakten, der vor seinen eigenen Weinen im Vertrieb der Domaine Ostertag arbeitete. Er interpretiert das Elsass abseits der üblichen Appellationslogik: instinktiv, mit langen Ausbauzeiten, in winzigen Mengen. Beim Materia Rebellis sollten zwei Einzellagen eigentlich getrennt bleiben – erst der Verlauf einer unvorhersehbaren Gärung führte sie zusammen.

Der Pinot Gris stammt aus der Lage Frohnberg in Rosenwiller, im Bas-Rhin am nördlichen Ende des Weinbaugebiets, am Fuß der Vogesen südwestlich von Straßburg. Der Sylvaner kommt aus der Lage Hohrain in Eguisheim, im Haut-Rhin bei Colmar, rund siebzig Kilometer weiter südlich und im Regenschatten der Vogesen, wo das Elsass am trockensten ist. Beide Weinberge stehen auf mineralreichen Ton-Kalk-Böden.

Die Ausrichtungen ergänzen sich: Die eine Lage ist nach Südosten geneigt und bringt Reife und Fülle, die andere nach Nordosten und liefert Frische und Säure. Der Pinot Gris gibt der Cuvée Körper und eine würzige, leicht rauchige Tiefe, der Sylvaner Spannung und eine kräuterige Klarheit. Zusammen ergibt das eine Balance, die keine der beiden Lagen allein erreicht hätte.

Jahrgang 2021 – Elsass

Der Jahrgang 2021 war im Elsass eines der schwierigsten Jahre der jüngeren Zeit. Nach einem milden Märzbeginn und früh einsetzendem Austrieb traf Anfang April eine Frostperiode die jungen Triebe. Der Sommer blieb kühl und feucht, der Druck durch Falschen Mehltau war hoch, und lokale Hagelschläge kamen hinzu. Die Erträge fielen entsprechend deutlich unter das übliche Niveau.

Gelesen wurde spät und mit strenger Selektion. Was gesund in den Keller kam, zeigte moderate Reife, niedrigere Alkoholwerte und eine ausgeprägte Säure – ein klassisch kühles Elsass-Jahr, wie es nach den warmen Jahrgängen zuvor selten geworden ist. Für einen Wein mit langer Hefereife ist diese Säure die Grundlage: Sie trägt die cremige Textur, ohne dass der Wein breit wird.

Lange Pressung, Spontangärung, 18 Monate Feinhefe

Cuvée aus Pinot Gris (Frohnberg, Rosenwiller) und Sylvaner (Hohrain, Eguisheim), Jahrgang 2021, trocken. Die Trauben werden sanft und über einen langen Zeitraum gepresst – das löst Aroma und Extrakt aus den Schalen, ohne Bitterstoffe mitzunehmen.

Die Gärung beginnt spontan mit natürlichen Hefen in Holzfässern. Danach reift der Wein 18 Monate auf der Feinhefe: Die Hefe schützt den Wein vor Sauerstoff und gibt über ihre Zersetzung Mannoproteine ab, die Textur und Cremigkeit liefern. Nach der Füllung ruht der Wein weitere sechs Monate auf der Flasche, bevor er freigegeben wird.

Im Glas

Kräftiges Goldgelb. In der Nase kandierte Orange und Zitrusschale, dazu ein salziger, steiniger Ton und ein Hefeanklang aus der langen Reife auf der Feinhefe.

Am Gaumen cremig in der Textur und zugleich straff, mit einer Säure, die aus dem kühlen Jahr kommt, und einer würzigen, leicht säuerlich-salzigen Note, die an Umeboshi erinnert, die japanische Salzpflaume. Die Frucht bleibt im Hintergrund; Salz, Würze und Textur tragen den Wein. Der Abgang ist lang und mineralisch.

Pinot Gris aus dem Norden, Sylvaner aus dem Süden, 18 Monate Hefe: Salz, Würze und Textur statt Frucht.

Bei 11–13 °C servieren, nicht kälter. Der Wein profitiert von Luft – nach einer halben Stunde öffnet er sich deutlich. Schon jetzt ausdrucksstark und dank Säure und Struktur für weitere Jahre gebaut.

Am Tisch

Zu asiatischen Gerichten, feinen Meeresfrüchten und gereiftem Käse. Die salzig-würzige Seite trägt besonders gut Japanisches – Sashimi, Miso, gegrillter Aal –, ebenso Choucroute mit Fisch, Munster oder alten Comté.


Produzent Soil Therapy, Thomas Schertz, Elsass
Rebsorte Pinot Gris und Sylvaner
Lage Pinot Gris aus dem Frohnberg, Rosenwiller (Bas-Rhin) · Sylvaner aus dem Hohrain, Eguisheim (Haut-Rhin) · Ton-Kalk-Böden, Südost- und Nordostausrichtung
Klassifikation Weißwein aus dem Elsass · trocken
Jahrgang 2021
Vinifikation lange, sanfte Pressung · Spontangärung im Holzfass
Ausbau 18 Monate auf der Feinhefe · 6 Monate Flaschenruhe vor der Freigabe
Trinkempfehlung jetzt bis 2032
Auflage rund 1.000 Flaschen

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Spanien

Sierra de Tolono La Dula Garnachas de Altura 2024

Rotwein · DOCa Rioja · Rioja Alavesa

100 % Garnacha Rivas de Tereso · bis 700 m Kalkstein & Kalkmergel alte Höhenreben Jahrgang 2024 Foudre + 300-l-Amphore unfiltriert · ohne Herbizide

Der Sierra de Toloño La Dula „Garnachas de Altura" 2024 ist eine reinsortige Garnacha von alten Höhenreben in Rivas de Tereso, bis auf rund 700 Meter. Sandra Bravo vergärt spontan im großen alten Holzfass und lässt den Wein in 300-Liter-Tonamphoren reifen. Das Ergebnis ist eine Garnacha mit Himbeerfrucht, Kalkzug und Säure – Rioja ohne Holzton, näher an Burgund als an der klassischen Rioja-Schule.


Rivas de Tereso – Garnacha auf 700 Metern

Rivas de Tereso liegt am äußersten Nordwestrand der Rioja, direkt unterhalb des Kamms der Sierra de Toloño. Die Parzellen zählen mit Höhen bis rund 700 Metern zu den höchstgelegenen Weinbergen der Region, bestockt mit alten Garnacha-Reben, in Teilen aus Pflanzungen des Jahres 1944. Der Untergrund besteht aus Kalkstein und Kalkmergel, ein magerer, gut durchlüfteter Boden mit begrenzter Wasserführung.

Für Garnacha ist diese Kombination die eigentliche Voraussetzung. Die Sorte reift spät und neigt in warmen Tallagen zu hohen Alkoholgraden bei fallender Säure. Auf 700 Metern verschiebt sich der gesamte Reifeverlauf nach hinten, die Nächte kühlen stark ab, und die Traube behält Säure und Aromatik, während der Zucker langsamer ansteigt. Der Kalkmergel liefert den salzigen, straffen Zug, der die Frucht am Gaumen ordnet.

Sandra Bravo, in Haro geboren, kam nach Stationen in Bordeaux, der Toskana, Neuseeland, Kalifornien und sieben Jahren im Priorat in die Rioja Alavesa zurück. Ihr Zugriff ist minimalistisch: Bewirtschaftung ohne Herbizide, zunehmend mit Kompost und Pflanzenpräparaten, Handlese in kleinen Kisten, Stahl, altes Holz und Amphoren im Keller. La Dula ist innerhalb ihres Sortiments der Wein, der die Höhenlage am deutlichsten zeigt.

Jahrgang 2024 – Rioja Alavesa

2024 war in der Rioja ein nasser und im Vergleich zu den Vorjahren kühler Zyklus. Kräftige Niederschläge im März und Mai störten Blüte und Fruchtansatz – und trafen Garnacha härter als alle anderen Sorten, weil sie besonders empfindlich auf feuchtes Wetter zur Blütezeit reagiert. Die Folge waren lockerbeerige Trauben und deutlich reduzierte Mengen. Zwischen dem 1. April und dem 30. Oktober fielen rund 407 mm Niederschlag, der feuchteste Vegetationsverlauf seit 2018, mehr als die Hälfte davon erst im September und Oktober. Die Temperaturen lagen unter dem Mittel der vorangegangenen sieben Jahre, nur eine Hitzeperiode Ende Juli und Anfang August überschritt 35 °C.

In den windexponierten Höhenlagen um Rivas de Tereso blieb der Pilzdruck durch die schnelle Abtrocknung des Laubs beherrschbar. Die Lese begann in der Alavesa ab dem 17. September, die spät reifende Garnacha kam als letzte Sorte in den Keller – mit dem Oktoberregen als eigentlicher Prüfung des Lesetermins. Die Menge fiel klein aus: 66,7 Millionen Kilo in der Rioja Alavesa, rund 264.000 Tonnen in der gesamten DOCa Rioja. Der Consejo Regulador stufte den Jahrgang im April 2025 als „Buena" ein. Stilistisch bringt 2024 hellere Farbe, moderatere Alkoholgrade und höhere Säurewerte als die heißen Vorjahrgänge – für eine Höhen-Garnacha die günstigere Ausgangslage.

Assemblage und Ausbau

100 % Garnacha von alten Höhenreben aus Rivas de Tereso, Jahrgang 2024, trocken. Handlese in kleinen Kisten mit Sortierung, anschließend Spontangärung mit weingutseigenen Hefen in großen alten Holzfoudres bei niedriger Temperatur. Die lange, kühle Gärung zieht Aroma und feines Tannin, ohne die Struktur hart zu machen.

Die Reifung erfolgt anschließend in Tonamphoren von 300 Litern. Ton gibt kontrollierten Sauerstoffzutritt wie Holz, aber keinerlei Röst- oder Vanilleton – die Kalkherkunft bleibt unverstellt. Abgefüllt wird ungeschönt, unfiltriert und mit minimalem Schwefeleinsatz; ein leichter Bodensatz ist möglich.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubin mit klarer Randzone. In der Nase Himbeere und Granatapfel, dazu Thymian, Wacholder und eine blutig-eisenhaltige Note, die aus dem Kalkmergel kommt. Am Gaumen saftig und straff zugleich: feinkörniges Tannin, salziger Zug, dahinter die kühle Säure des Jahrgangs 2024, die den Wein trotz der Fruchtfülle schlank hält. Der Abgang bleibt lang und trocken, ohne Wärme im Nachhall.

Spontangärung im alten Foudre, Reifung in der Tonamphore: Bei La Dula kommt die Struktur aus 700 Metern Höhe und Kalkmergel, nicht aus dem Fass.

Leicht gekühlt bei 15 bis 17 °C servieren, eine Karaffe ist nicht nötig, aber die erste halbe Stunde im Glas bringt die Kräuterwürze deutlicher hervor. Trinkreif ab sofort, der säurebetonte Jahrgang trägt ihn bis etwa 2032.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu gegrilltem und geschmortem Fleisch, zu Pilzgerichten und Charcuterie, zu mittelkräftigem gereiftem Käse. Durch die kühle Säure und das feine Tannin funktioniert er auch zu Ente, Bohneneintopf und gegrilltem Thunfisch – leicht gekühlt.


Produzent Sierra de Toloño – Sandra Bravo, Villabuena de Álava
Rebsorte 100 % Garnacha
Lage Altreben-Parzellen in Rivas de Tereso, Rioja Alavesa, bis rund 700 m
Klassifikation DOCa Rioja
Jahrgang 2024
Vinifikation Handlese in kleinen Kisten · Spontangärung in großen alten Holzfoudres
Ausbau Reifung in 300-l-Tonamphoren · ungeschönt · unfiltriert · minimaler Schwefel
Boden Kalkstein und Kalkmergel
Rebanlage alte Höhenreben, Teile aus Pflanzung 1944
Bewirtschaftung ohne Herbizide, zunehmend mit Kompost und Pflanzenpräparaten
Trinkempfehlung 2026–2032

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Länder/Regionen

Janots & Bos Bourgogne Chardonnay 2022

Weißwein · Bourgogne · Chardonnay

Chardonnay Bourgogne Blanc AOC Meursault / Puligny-Montrachet Maison JanotsBos 8–9 Monate Holzfass 2022

Der Janots Bos Bourgogne Chardonnay 2022 stammt aus edlen Lagen in Meursault und Puligny-Montrachet – satt und kraftvoll in der Nase, klar und vollmundig am Gaumen, mit schönem mineralischem Ton, viel Frucht und frischem Abgang.


JanotsBos – edle Herkunft für einen Bourgogne Blanc

Maison JanotsBos wurde 2005 in Meursault gegründet – von Thierry Janots, einem Bourgogner aus dem Weinmilieu (rund zwei Jahrzehnte Kellermeister bei der berühmten Domaine des Comtes Lafon), und dem Niederländer Richard Bos. Das Négociant-Haus ist auf die Weißweine der Côte de Beaune spezialisiert und verfolgt einen puristischen Terroir-Stil: Die Trauben werden von Hand gelesen, die Weinberge eng betreut (reduzierter Pflanzenschutz, ein kleiner Teil ohne Herbizide).

Der Bourgogne Blanc stammt aus den Weinbergen „Les Pellans" und „Champ Perrières" in Meursault bzw. Puligny-Montrachet – je etwa zur Hälfte aus beiden Gemeinden. Für eine regionale Bourgogne-Appellation sind das ungewöhnlich noble Herkünfte, direkt an der Grenze zweier der berühmtesten Weißweindörfer der Welt.

Jahrgang 2022 – Bourgogne

2022 war an der Côte de Beaune ein sonnenverwöhnter, großzügiger Jahrgang mit gesundem Lesegut und reifer Frucht – dabei aber überraschend frisch und balanciert. Für den Chardonnay bedeutet das einen vollmundigen, fruchtbetonten Wein, der seine Reife mit klarer Mineralität und lebendigem Säurespiel verbindet.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, trocken.

Der Wein reifte etwa 8 bis 9 Monate in gebrauchten Holzfässern (zwei bis sechs Jahre alt). Das Holz dient hier ausschließlich als dezente Stütze für Struktur und Finesse – es soll das Terroir niemals dominieren, sondern sich subtil einfügen.

Im Glas

In der Nase ein satter, kraftvoller Geruch von Apfel und Limette, etwas Orange und ein Hauch weißer Pfeffer. Der Geschmack ist klar und vollmundig, mit einem schönen mineralischen Ton und viel Frucht. Der Abgang zeigt viel Frische.

Edle Herkunft aus Meursault und Puligny – klar, vollmundig und mineralisch, mit viel Frische.

Schon jetzt mit viel Trinkfreude, ein vielseitiger Speisenbegleiter. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Quiche und Gemüsegerichten sowie zu jungem Weichkäse.


Lage: Bourgogne, Lagen Les Pellans (Meursault) und Champ Perrières (Puligny-Montrachet), Côte de Beaune (Frankreich)
Klassifikation: Bourgogne Blanc AOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; ~8–9 Monate in gebrauchten Holzfässern; reduzierter Pflanzenschutz

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Rebsorten

Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Auslese Lange Goldkapsel 2023

Edelsüßer Weißwein · Niederberg Helden (Mosel) · Riesling

Riesling Niederberg Helden Lieser · Mittelmosel Schloss Lieser (Thomas Haag) blauer Schiefer Auslese Lange Goldkapsel · edelsüß bis 120 J. wurzelechte Reben 2023

Die Schloss Lieser Niederberg Helden Riesling Auslese Lange Goldkapsel 2023 stammt aus der Hauslage des Guts – bis zu 120-jährige wurzelechte Reben auf blauem Schiefer. Eine edelsüße Auslese der höchsten Selektionsstufe (Lange Goldkapsel): sehr saftig, gleichzeitig aber auch sehr klar, elegant und fein, getragen von einer knackigen, reifen Frucht.


Niederberg Helden – die Hauslage auf Blauschiefer

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Die Handarbeit in den Steillagen und die spontane Vergärung der Weine sind das Markenzeichen für den sorgfältigen Umgang von Thomas Haag und seiner Familie mit den gegebenen Ressourcen.

Der Lieser Niederberg Helden ist mit bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben bestockt und wird durch 100 % blauen Schiefer und eindrucksvolle Steigungen von bis zu 80 % charakterisiert. Diese lange vernachlässigte Lage gilt seit einigen Jahren als eine der facettenreichsten und interessantesten der Mosel und bringt Jahr für Jahr spektakuläre Spitzenrieslinge von expressivem Charakter und außergewöhnlichem Reifepotenzial hervor.

Jahrgang 2023 – Mosel

2023 war an der Mosel ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure, der zum Herbst günstige Bedingungen für edelsüße Spezialitäten bot. Eine gesunde, vollreife Lese mit feiner Edelfäule (Botrytis) brachte konzentrierte, zugleich elegante Beeren hervor – ideale Voraussetzungen für eine Auslese der Langen Goldkapsel, in der üppige Süße und rassige Frische im Gleichgewicht stehen.

Herstellung und Ausbau

Edelsüße Riesling Auslese der Langen-Goldkapsel-Selektion aus dem Niederberg Helden, Jahrgang 2023; 100 % Riesling von bis zu 120-jährigen wurzelechten Reben.

Für die Auslese werden vollreife, edelfaule (botrytisierte) Beeren in strenger, selektiver Handlese gelesen; die Lange Goldkapsel steht dabei für die höchste, konzentrierteste Auswahl oberhalb der regulären Goldkapsel. Der Most vergärt spontan mit den eigenen Hefen; die Gärung wird angehalten, sodass eine üppige natürliche Restsüße erhalten bleibt und der Alkoholgehalt sehr niedrig ausfällt. So entsteht ein extraktreicher, langlebiger Wein von großer Klarheit.

Im Glas

Die Auslese präsentiert sich sehr saftig, gleichzeitig aber auch sehr klar, elegant und fein, getragen von einer knackigen, reifen Frucht. Aus der edelsüßen Machart und dem blauen Schiefer entfalten sich Aromen von reifem Pfirsich und Aprikose, Zitrus und Quitte, dazu ein Hauch Honig und exotische Frucht. Am Gaumen spielt die üppige, natürliche Süße mit einer rassigen, präzisen Säure und der kühlen Schiefermineralität zusammen – dicht und dennoch schwerelos, mit einem langen, mineralischen Nachhall.

Sehr saftig, zugleich sehr klar, elegant und fein – getragen von einer knackigen, reifen Frucht. Üppige Süße im Spiel mit rassiger Säure und kühler Schiefermineralität.

Ein edelsüßer Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Vor allem solo als meditativer Genuss im Glas. Daneben zu Foie gras, zu kräftigem Blauschimmelkäse sowie zu Desserts mit Aprikose, Pfirsich oder Crème brûlée.


Lage: Lieser Niederberg Helden, Mittelmosel; 100 % blauer Devonschiefer, Steillage bis 80 % Neigung; bis zu 120 Jahre alte, wurzelechte Reben; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: Riesling Auslese (edelsüß), Lange-Goldkapsel-Selektion; 100 % Riesling
Ausbau: selektive Handlese edelfauler Beeren, Spontangärung mit eigenen Hefen, angehaltene Gärung mit hoher natürlicher Restsüße

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Frankreich

Jean-Marie Fourrier Chambertin Clos de Beze Grand Cru 2015

Rotwein · Chambertin Clos de Bèze Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambertin Clos de Bèze · Grand Cru Gevrey-Chambertin Jean-Marie Fourrier (Négoce) · ~20% neues Holz 2015

Der Chambertin Clos de Bèze Grand Cru 2015 von Jean-Marie Fourrier ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einem der größten Grand Crus des Burgunds. Tief, kraftvoll und zugleich elegant, mit reifer dunkler Frucht und samtigem, festem Tannin – aus dem großen, sonnenreichen Jahrgang 2015.


Chambertin Clos de Bèze – Spitze von Gevrey

Chambertin-Clos de Bèze erstreckt sich über rund 15 Hektar am oberen Mittelhang von Gevrey-Chambertin und steht – gemeinsam mit Le Chambertin – an der Spitze der Chambertin-Familie. Kalkstein und fossilreicher Ostrea-acuminata-Mergel prägen den Boden; die Lage bringt tiefe, kraftvolle und zugleich elegante, sehr lagerfähige Weine hervor und zählt zu den größten Grands Crus Burgunds.

Dieser Wein stammt aus dem Négociant-Label von Jean-Marie Fourrier (gegründet 2011), bei dem er Trauben aus erlesenen Lagen nach derselben Philosophie wie auf der Domaine ausbaut. Fourrier – geprägt von Henri Jayer und Domaine Drouhin – gilt als Maßstab für puristischen, terroirtreuen Gevrey.

Jahrgang 2015 – Côte de Nuits

2015 war ein warmer, trockener und sonnenreicher Jahrgang. Die Reben lieferten kleine, konzentrierte Beeren mit tiefer Farbe und reifem, samtigem Tannin.

Für die roten Burgunder steht 2015 für Tiefe, Fülle und reife Frucht bei guter Balance – ein großer, lagerfähiger Jahrgang, der die Kraft des Clos de Bèze prachtvoll trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2015.

Im Stil von Fourrier überwiegend entrappt (je nach Jahrgang mit etwas Ganztraube), mit Spontangärung und sanfter Extraktion. Der Ausbau erfolgt im Holzfass mit höchstens rund 20 % neuem Holz, ohne Abstich und oft mit Füllung direkt vom Fass – daher kann der Wein in der Jugend eine natürliche Kohlensäure zeigen und sollte dann dekantiert werden.

Im Glas

Tiefe, reife dunkle Frucht, ergänzt um florale Noten, feine Würze und eine erdig-mineralische Tiefe. Am Gaumen kraftvoll und vielschichtig, mit samtigem, zugleich festem Tannin und sehr langem Abgang.

Reife dunkle Frucht, florale Würze und erdige Tiefe über samtig-festem Tannin – ein großer Grand Cru für die lange Reife.

In der Jugend großzügig dekantieren; das Potenzial reicht über viele Jahre, oft Jahrzehnte. Bei 16 °C servieren.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den ganz großen Anlass.


Lage: Chambertin Clos de Bèze, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); ~15 ha am oberen Mittelhang, Kalkstein/Ostrea-acuminata-Mergel
Klassifikation: Chambertin-Clos de Bèze Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir, überwiegend entrappt; ~20% neues Holz, ohne Abstich, natürliche Füllung (in der Jugend dekantieren)

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Rebsorten

Shaw and Smith Shiraz 2018

Wein · Rotwein · Adelaide Hills · Australien

Shaw + Smith Shiraz ist ein eleganter Cool-Climate-Shiraz aus den Adelaide Hills. Rote Früchte und süße asiatische Gewürze schweben aus dem Glas; am Gaumen geht es um feingliedrige Tannine und ein gleichmäßiges, elegantes Aromenspiel mit dezentem, ausgesprochen langem Finale.


Adelaide Hills / South Australia

Shaw + Smith zählt zu den renommiertesten Weingütern der Adelaide Hills in South Australia. Das kühle Höhenklima dieser Cool-Climate-Region bringt Shiraz mit Eleganz, Würze und feiner Tanninstruktur hervor – ein Gegenentwurf zu den wuchtigen, warmen Shiraz-Stilen.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Shiraz. Die kühle Lage bewahrt Frische, feine Würze und eine elegante, feingliedrige Tanninstruktur. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase rote Früchte und süße asiatische Gewürze. Am Gaumen feingliedrige Tannine und ein gleichmäßiges, elegantes Aromenspiel – vom Antrunk bis zu einem dezenten, aber sehr langen Finale.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein eleganter Speisebegleiter.

Passt zu: Lamm, gegrilltem und geschmortem Fleisch, Wild und mittelreifem Käse.


Lage: Adelaide Hills, South Australia (Australien); Shaw + Smith
Klassifikation: 100 % Shiraz, trocken
Ausbau: kühl-elegante Cool-Climate-Stilistik

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Frankreich

Ghislaine Barthod Chambolle Musigny Les Cras 1er Cru 2023

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Cras · 1er Cru Chambolle-Musigny über dem Dorf · Combe Ambin · 3,45 ha 2023

Der Chambolle-Musigny Les Cras 1er Cru 2023 der Domaine Ghislaine Barthod stammt aus einer Top-Lage direkt über dem Dorf. Elegant, feingliedrig und fest strukturiert, floral und sehr fruchtig – Barthods Les Cras zählt zu den intensivsten und langlebigsten Weinen dieser noch unterschätzten Lage.


Les Cras – Top-Premier-Cru über Chambolle

Les Cras liegt direkt über dem Dorf Chambolle-Musigny und umfasst 3,45 Hektar – südlich des Premier Cru Les Fuées, jenseits dessen der Grand Cru Bonnes-Mares beginnt; im Westen grenzt das Lieu-dit Le Village. Der Hang neigt sich leicht nach Westen in die Combe Ambin, ein kleines Tal in der Steilwand der Côte d'Or.

Die Combe prägt ein besonderes Terroir: Die Reben sind nach Südosten ausgerichtet und erhalten viel Sonne, die durch kühlende Westwinde aus dem Tal gemildert wird – so gewinnen die Beeren an Geschmack und behalten ihre Säure (ein Effekt wie in der Combe de Lavaux in Gevrey). Die Kalk-Mergel-Böden ähneln Bonnes-Mares, mit höherem Tonanteil als Musigny, was den Weinen etwas mehr Kraft gibt. Die Domaine Ghislaine Barthod zählt zu den gesuchten Erzeugern von Chambolle.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare Frucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Floral und sehr fruchtig, mit kleinen Waldbeeren und einem Hauch Veilchen. Am Gaumen elegant, feingliedrig und fest strukturiert, mit großer Länge – der Wein tanzt und vibriert auf der Zunge.

Kleine Waldbeeren und Veilchen über feingliedriger, fester Struktur – intensiv, langlebig und voller Spannung.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Les Cras (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); über dem Dorf, Kalk-Mergel mit höherem Tonanteil, SO-Lage an der Combe Ambin, 3,45 ha
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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