100 Maneiras – Lissabon – Portugal

Lissabons innovativste Küche mit spannendsten Aromen

Ljubomir Stanisic wurde 1978 in Sarajevo geboren. Der dortige Bürgerkrieg und das für seine Heimat und Familie erlebte große Leid ließen ihn als 19 Jährigen nach Portugal flüchten. Sein Werdegang zum Koch begann als Bäcker. Diese Ausbildung begann er bereits in seiner Heimat Bosnien und Herzegowina und führte diese als Zwanzigjähriger in Lissabon weiter fort. Verschiedene Restaurants, Fernsehshows, Reisen durch ganz Europa, um die Geschmäcker der alten Welt für sich zu erkunden, und diverse Kochbücher ließen Ljubomir Stanisic in seiner neuen Heimat Portugal zum Star werden. Trotz der ein oder anderen Pleite und wirtschaftlichen Konkurs ließ er sich nie von seinem Kurs abbringen.

Mit seinem Restaurant 100 Maneiras (100 Möglichkeiten) ist er nun auf der Überholspur. Anfang 2019 ist Ljubomir Stanisic mit seinem Restaurant 100 Maneiras in eine neue Wirkungsstätte umgezogen. Das Restaurant liegt im Bairro Alto, der alten Oberstadt Lissabons, und ist in drei Räume aufgeteilt. Dem Gewächshaus, welches direkt nach dem Eingang folgt, einem großen Esszimmer und einem Hinterzimmer. Die Küche schmiegt sich dabei in einer langen Schlauchform an das Esszimmer an.

Hier kocht Ljubomir nun innovativ, radikal und dennoch mit sehr viel Wärme und jeder Menge Fingerspitzengefühl ganz groß auf. Bei dem ein oder anderen Gang hat man fast den Eindruck, dass hier Essen und Arrangements neu erfunden werden. So spannend, vibrierend und andersartig wirken die dargereichten Kombinationen und so mutig, vielschichtig und wild knallt es auch an den Gaumen. Sein Menü im Restaurant 100 Maneiras nennt Ljubomir Stanisic „seine Geschichte“. Diese wird in 17 kleinen Happen oder auch Momenten zelebriert und folgt Ljubomirs Stationen durch die Welten des Genusses. Seine Speisen sind Interpretationen aus seiner Heimat, und Wurzeln kommen hier genauso auf die Holztafeln und Teller, wie viele andere Erfahrungen seines Lebens.

Erlebt im Januar 2022.

Willkommen in Bosnien: Brot, Hühnerleber, Schmand, Paprikacreme, Butter aus dem Meer.
Orient Express: Schalotten Pickle, Baba Ganoush, Papadum (dünnes frittiertes Fladenbrot).
Herr Kartoffel Kopf: frittierte Kartoffel, Kalbs Tartar, Trüffel.
Fühle das Beet: Rote Bete gefüllt mit einer Dill Creme.
Glücksbringer: gegrillter Brokkoli, Cashewkerne Emulsion, saure Vinaigrette und Avocado Creme.
Zigarre aus Sarajevo: Kartoffelschaum, geräuchertes, gemahlenes Brot und Schweineschwarte.
Gemischter Salat: Salatherz, Anchovis, Trüffel, Parmesan, Himbeerpuder.
Die dunkle Nacht: Lilie, Ingwer, Knoblauch.
Der Triumph des Schweins: Schweinebauch, Kohlrabi, Rhabarber, Basilikum Sauce.
Schwarze Magie: Gebratene Topinambur mit einer Beurre Blanc.
Tee Revolution: Seeteufel in einer Schinken- Tee Reduktion.
Miss Sarajevo: Carabinero und Reis.
Die letzte Emotion: Kuhkopf, Rettich, Kohl, Zwiebeln und eine scharfe Sauce.
Leber Husten: Gänseleber, Wein Gelantine.
Strand Erfrischung: Eis am Stil mit Avocado, Apfel, Pekannuss, Quitte.
Torten Attacke: Ananas Ring, Geranie, Baiser.
Stein, Papier oder Schere: Weißer Schokoladen Stein gefüllt mit fermentierten Knoblauch und Passionsfrucht.
Noch der fermentierte Knoblauch zur Ansicht.
Kleine Abschluss Naschereien.

Restaurant 100 Maneiras, Rua Teixeira, 39, Bairro Alto – 1200-459 Lisboa, Portugal, Telefon: +351 910 918 181, https://100maneiras.com/

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Weine

Le Moine Morey St. Denis Reserve MS 1er Cru 2015 Magnum

Rotwein · Morey-Saint-Denis 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Morey-Saint-Denis 1er Cru Réserve MS Côte de Nuits Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert Magnum (1,5 l) · 2015

Der Le Moine Morey-Saint-Denis Réserve MS 1er Cru 2015 in der Magnum ist eine rare Premier-Cru-Cuvée des Beauner Micro-Négoce – ein kraftvoller, zugleich eleganter Pinot Noir aus einem großen Jahrgang. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Im Magnum-Format für die lange Reife.


Morey-Saint-Denis 1er Cru – zwischen Gevrey und Chambolle

Morey-Saint-Denis liegt in der Côte de Nuits zwischen Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny und verbindet die Stile beider Nachbarn: die Struktur und Kraft des einen mit der Finesse und Aromatik des anderen. Die ton-kalkigen Böden bringen tiefe, würzige und langlebige Pinot Noirs hervor. „Réserve MS" ist eine eigenständige Premier-Cru-Cuvée von Lucien Le Moine.

Bei Lucien Le Moine wird daraus ein besonders herkunftsgenauer 1er Cru: Mounir Saoumas Ausbau betont Reinheit, Textur und Tiefe, ohne Klarheit und Eleganz zu verlieren – in winziger Stückzahl, hier im Magnum-Format für die ganz lange Reife abgefüllt.

Jahrgang 2015 – Côte de Nuits

2015 gilt an der Côte de Nuits als herausragender Rotwein-Jahrgang: warm und reif, brachte er besonders konzentrierte, dichte und zugleich balancierte Pinot Noirs mit tiefer Frucht, samtigem Tannin und großem Reifepotenzial. In einer strukturreichen Lage wie Morey und im Magnum-Format ergibt das einen Wein, der auf Jahrzehnte angelegt ist.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2015, Morey-Saint-Denis Réserve MS 1er Cru, trocken; abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Das Magnum-Format begünstigt eine besonders langsame, harmonische Reife.

Im Glas

Aus den ton-kalkigen Böden von Morey-Saint-Denis und dem reifen Jahrgang 2015 lebt dieser Premier Cru: dunkle und rote Frucht wie Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine würzige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Das lange Vollhefelager und der Ausbau im neuen Holz binden eine seidige, dichte Textur und feine Röstwürze ein. Am Gaumen kraftvoll und vielschichtig, mit samtigem, feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall – ein Wein für die lange Reife.

Dunkle und rote Frucht, würzige Tiefe und feine Röstwürze – kraftvoll und seidig, mit samtigem Tannin und langer Länge.

Schon jetzt zugänglich, doch auf Jahrzehnte angelegt; in der Jugend großzügig dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel, zu Rind und Lamm in kräftiger Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Morey-Saint-Denis 1er Cru „Réserve MS", Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); zwischen Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny, ton-kalkige Böden
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken); Magnum (1,5 l)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Länder/Regionen

Ghislaine Barthod Chambolle Musigny Les Baudes 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Baudes · 1er Cru Chambolle-Musigny steiniger Mergel/Kalk · 3,4 ha 2021

Der Chambolle-Musigny Les Baudes 1er Cru 2021 der Domaine Ghislaine Barthod vereint Kraft, Finesse, Seidigkeit und Vielschichtigkeit zu einem virtuosen Ganzen. Ein dichter, mineralischer Pinot Noir aus einer Höhenlage zwischen Chambolle und Morey-Saint-Denis.


Les Baudes – Höhenlage zwischen Chambolle und Morey

Les Baudes ist ein 3,4 Hektar großer Premier Cru, der auf einer Höhe und auf halber Strecke zwischen Chambolle-Musigny und Morey-Saint-Denis liegt. Steiniger Mergel mit hohem Kalkstein- und Tonanteil prägt die Lage und verleiht den Weinen hohe Dichte, Mineralität und Kraft.

Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits gilt als Inbegriff von Eleganz und Finesse. Die Domaine Ghislaine Barthod zählt zu den gesuchten Erzeugern der Gemeinde.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – der die Dichte und Mineralität von Les Baudes mit Spannung verbindet.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Dicht und mineralisch, mit roter Frucht und floralen Noten. Am Gaumen vereinen sich Kraft und Finesse zu einer seidigen, vielschichtigen Struktur, getragen von frischer Säure und einem langen, mineralischen Abgang.

Kraft, Finesse, Seidigkeit und Vielschichtigkeit – ein dichter, mineralischer Chambolle als virtuoses Ganzes.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter mit Spannung.


Lage: Les Baudes (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Höhenlage zwischen Chambolle & Morey-Saint-Denis, steiniger Mergel mit hohem Kalk- und Tonanteil, 3,4 ha
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Frankreich

Domaine Latour-Giraud Meursault Genevrières 1er Cru 2021

Weißwein · Meursault Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Meursault · 1er Cru Les Genevrières Latour-Giraud: größter Besitzer (~2,5 ha) 11–12 Monate Holz · ~25% neu 2021

Der Meursault Genevrières 1er Cru 2021 der Domaine Latour-Giraud ist ein reicher, zugleich mineralischer Chardonnay aus einer der größten Lagen von Meursault. Mit rund 2,5 Hektar ist Latour-Giraud der größte Besitzer dieses Premier Cru – Genevrières ist das Aushängeschild des Guts.


Les Genevrières – Toplage von Meursault

Les Genevrières zählt – gemeinsam mit Les Perrières und Les Charmes – zu den besten Premier Crus von Meursault. Die Lage am Mittelhang auf kalkhaltigem Boden bringt Weine hervor, die Fülle mit feiner Mineralität und floraler Eleganz verbinden und hervorragend reifen.

Die Domaine Latour-Giraud bewirtschaftet hier rund 2,5 Hektar und ist damit der größte Eigentümer von Genevrières. Das Gut arbeitet im Weinberg organisch und gilt als eine der Referenzadressen von Meursault.

Jahrgang 2021 – Côte de Beaune

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein schwerer, wochenlanger Frost, der besonders die weißen Sorten traf und die Mengen stark reduzierte. Eine kühle Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die weißen Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit klarer Säure – der Fülle und Mineralität dieses Genevrières besonders fein und präzise zeigt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2021.

Die ganzen Trauben werden gepresst, im Fass vergoren und rund 11 bis 12 Monate im Eichenfass ausgebaut, davon etwa 25 % neues Holz – auf Reichtum, Reinheit und Eleganz mit frischem Finale ausgerichtet.

Im Glas

Aromen von Pfirsich, Mirabelle, Akazie und Zitrus, dazu Feuerstein und ein Hauch exotischer Tee. Am Gaumen reich und vielschichtig, zugleich mineralisch und straff, getragen von lebhafter, gut eingebundener Säure und einem langen Abgang.

Pfirsich, Mirabelle und Feuerstein über reicher, zugleich straffer Mineralität – vielschichtig und sehr lang.

Jung schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Fisch in heller Sauce, Hummer und Krustentiere, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Lage: Les Genevrières (1er Cru), Meursault (Côte de Beaune); Mittelhang, kalkhaltig; Latour-Giraud ~2,5 ha (größter Besitzer)
Klassifikation: Meursault Premier Cru
Ausbau: Chardonnay; Ganztraubenpressung, Fassgärung, 11–12 Monate Holz (~25% neu)

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Rebsorten

Tschida Angerhof Eiswein Gelber Muskateller 0,375 Liter

Weißwein · Neusiedlersee · Gelber Muskateller Eiswein

100 % Gelber Muskateller Eiswein Illmitz · Seewinkel Sand · Salzlacken edelsüß 2020 0,375 l

Der Tschida Angerhof Eiswein Gelber Muskateller 2020 ist ein edelsüßer Wein aus Illmitz im Seewinkel, gewonnen aus am Stock gefrorenen Trauben. Sortentypisch und klar gezeichnet, mit intensiver Muskatnote, getragen von der salzigen Ader und der Säure, die die Weine von Hans und Lisa Tschida auszeichnen. Gefüllt in der 0,375-Liter-Flasche.


Illmitz im Seewinkel – Sand, Salzlacken und Nebel

Illmitz liegt im Seewinkel am Ostufer des Neusiedler Sees, mitten im Nationalpark Neusiedler See – Seewinkel. Die Landschaft ist flach, durchzogen von kleinen, flachen Salzlacken, und gehört zu den wärmsten Weinbauzonen Österreichs. Die Böden sind überwiegend sandig, stellenweise salzhaltig – daher die salzig-mineralische Ader, die man in den Weinen der Gegend wiederfindet.

Für Süßwein ist das Zusammenspiel von Wasser und Wärme entscheidend. See und Lacken sorgen im Herbst für Morgennebel, die Sonne trocknet die Trauben am Nachmittag ab. Diese Wechsel begünstigen Edelfäule – für Eiswein dagegen braucht es das Gegenteil: gesunde Trauben, die bis in den Winter hängen bleiben und erst bei strengem Frost gelesen werden.

Hans und Lisa Tschida führen den Angerhof in Illmitz. Der Großteil ihrer Produktion liegt im Prädikatsweinbereich; Hans Tschida wurde mehrfach als „Sweet Winemaker of the Year" ausgezeichnet. Der Gelbe Muskateller nimmt am Angerhof einen besonderen Platz ein – eine aromatische Sorte, deren Duft im konzentrierten Süßwein besonders deutlich hervortritt.

Jahrgang 2020 – Neusiedlersee

Eiswein hängt nicht nur am Sommer, sondern am Winter danach. Die Trauben des Jahrgangs 2020 mussten nach der regulären Lese gesund am Stock bleiben – über Wochen, manchmal Monate –, ohne zu faulen, von Vögeln gefressen oder vom Wind abgeschlagen zu werden. Erst wenn strenger Frost die Beeren durchfriert, darf gelesen werden.

Genau darin liegt das Risiko. Bleibt der Frost aus, ist die Ernte für den Eiswein verloren. In den vergangenen Jahren wurde das im Burgenland immer häufiger der Fall; Eisweine sind dadurch seltener geworden. Dass der Angerhof aus dem Jahrgang 2020 einen Eiswein füllen konnte, setzt eine gesunde Traube, Geduld und einen kalten Winter voraus.

Gefrorene Lese und reduktiver Ausbau

Reinsortiger Gelber Muskateller aus dem Jahrgang 2020, Prädikat Eiswein, edelsüß. Die Trauben werden ausschließlich gefroren gelesen und in gefrorenem Zustand gepresst. Das Wasser in den Beeren bleibt als Eis in der Presse zurück, abfließt nur der hochkonzentrierte, zuckerreiche Most – nach österreichischem Weingesetz mit mindestens 25 Grad Klosterneuburger Mostwaage. Die Ausbeute liegt bei nur rund einem Zehntel der üblichen Mostmenge.

Im Keller arbeitet Tschida eher reduktiv, also unter weitgehendem Luftabschluss, um den empfindlichen Muskateller-Duft zu erhalten. Die Zuckergrade bleiben bewusst maßvoll: Ziel ist Balance statt sirupartiger Schwere. Die 0,375-Liter-Flasche ist bei Eiswein das übliche Format – die Mengen sind klein, und ein Glas reicht bei dieser Konzentration weit.

Im Glas

Helles Goldgelb. In der Nase intensive Muskatnote, Trauben- und Holunderblüte, dazu helle Zitrusfrucht, Birne und ein floral-würziger Anklang. Am Gaumen dicht und konzentriert, mit reifer Süße – durch die straffe Säure und die salzige Prägung des Seewinkels aber nie schwer, sondern klar und frisch. Der Abgang ist lang, mit nachhallender Muskatwürze.

Gefrorene Trauben, reduktiver Ausbau, Sand und Salz: Süße, die von Säure und Salzigkeit in Form gehalten wird.

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren, in kleinen Gläsern. Jung wegen der Frische der Muskatfrucht besonders reizvoll, mit Reserve für viele Jahre.

Am Tisch

Als Solist nach dem Essen, zu Obstdesserts und Sorbets, zu Cremetorten sowie zu kräftigem Blauschimmelkäse. Die Muskatnote passt besonders zu Pfirsich, Aprikose und Holunder; ebenso zu Topfenstrudel und Marillenknödeln. Zu schokoladigen Desserts ist ein Muskateller-Eiswein die falsche Wahl.


Produzent Angerhof-Tschida, Hans und Lisa Tschida, Illmitz
Rebsorte 100 % Gelber Muskateller
Lage Illmitz, Seewinkel, Neusiedlersee (Österreich) · sandige, teils salzhaltige Böden · Nationalparkgebiet
Klassifikation Prädikatswein · Eiswein · edelsüß
Jahrgang 2020
Vinifikation Lese und Pressung in gefrorenem Zustand · reduktiver Ausbau · maßvolle Zuckergrade
Flaschengröße 0,375 l
Trinkempfehlung jetzt bis 2040

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Frankreich

François Bertheau Bonnes Mares Grand Cru 2018

Rotwein · Bonnes-Mares Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Bonnes-Mares · Grand Cru Chambolle-Musigny / Morey Côte de Nuits 2018

Der Bonnes-Mares Grand Cru 2018 der Domaine François Bertheau ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der großen Lagen der Côte de Nuits. Bonnes-Mares bringt kräftigere, langlebigere Weine hervor als das benachbarte Musigny; in Bertheaus Händen verbindet sich diese Statur mit der seidigen Eleganz von Chambolle. Der warme Jahrgang 2018 gibt dem Wein reife Fülle.


Bonnes-Mares – Grand Cru zwischen Chambolle und Morey

Bonnes-Mares erstreckt sich über rund 15 Hektar am Mittelhang der Côte de Nuits. Der Großteil liegt in Chambolle-Musigny, ein kleinerer Teil von etwa 1,5 Hektar im benachbarten Morey-Saint-Denis; im Norden grenzt die Lage an den Clos de Tart. Bepflanzt ist sie ausschließlich mit Pinot Noir.

Die Böden unterscheiden sich deutlich: am Morey-Ende reicher und tiefer (strenger, gehaltvoller), am Chambolle-Ende feiner und kalkreicher (seidiger). Der Name geht auf die „Bonnes Mères", die Zisterzienserinnen der Abtei Notre Dame de Tart, zurück. Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen Erzeugern von Chambolle-Musigny.

Jahrgang 2018 – Côte de Nuits

2018 folgte auf einen nassen Winter, der die Wasserreserven füllte, ein warmer, sonnenreicher und trockener Sommer. Die Reben blieben gesund, und es kam zu einer großzügigen, vollreifen Ernte.

Für die roten Burgunder steht 2018 für reife, konzentrierte Frucht mit Tiefe, geschmeidigem Tannin und überraschender Frische – ein gehaltvoller Jahrgang, der die Kraft des Bonnes-Mares schön trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2018.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Bonnes-Mares zeigt sich kraftvoll und strukturiert: reife dunkle und rote Frucht, florale Noten und feine Würze. Bei Bertheau verbindet sich diese Statur mit seidiger Eleganz; das Tannin ist fest und zugleich fein, der Abgang lang.

Reife Kraft und Struktur, getragen von seidiger Eleganz – ein Bonnes-Mares aus dem warmen 2018er für die lange Reife.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Bonnes-Mares, Chambolle-Musigny / Morey-Saint-Denis (Côte de Nuits); Mittelhang, ~15 ha
Klassifikation: Bonnes-Mares Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Whisky

Ardbeg Wee Beastie 5 Jahre

Single Malt Whisky · Islay · Schottland

Single Malt Scotch Islay 5 Jahre Ex-Bourbon- & Oloroso-Sherryfässer non chill-filtered

Der Ardbeg Wee Beastie 5 Jahre ist der jüngste Whisky im festen Kernsortiment der Islay-Destillerie Ardbeg, erstmals 2020 vorgestellt. Mit nur fünf Jahren Reife ist er bewusst roh und kraftvoll angelegt – der Name „Wee Beastie" (kleines Biest) ist Programm. Gereift in ehemaligen Bourbon- und Oloroso-Sherryfässern, zeigt er intensiven Torfrauch mit würziger Schärfe. 


Islay

Islay ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden vor der Westküste Schottlands und steht für rauchige, torfgeprägte Single Malts. Die Destillerie Ardbeg liegt seit über 200 Jahren an der Südküste der Insel und zählt zu den am stärksten getorften Brennereien Schottlands. Atlantische Lage, Torf und Meeresluft prägen den maritim-rauchigen Charakter ihrer Whiskys.

Assemblage und Ausbau

Wee Beastie reift fünf Jahre in einer Kombination aus ehemaligen Bourbon-Fässern aus amerikanischer Eiche und Oloroso-Sherryfässern. Die kurze Reife stellt den rohen, rauchigen Charakter des Ardbeg-Brennguts in den Vordergrund, während der Oloroso-Anteil dunkle, würzige Tiefe beisteuert. Abgefüllt wird er ohne Kältefiltration. Der Wee Beastie trägt eine klare Altersangabe von fünf Jahren.

Im Glas

Helles Gold im Glas. In der Nase scharfer Torfrauch, knackiger schwarzer Pfeffer und harziges Kiefernholz, dazu frische Kräuter, Vanille, Birne und ein Hauch Turkish Coffee. Am Gaumen kraftvoll und ölig: dunkle Schokolade, Teer und Kreosot, geräuchertes, herzhaftes Fleisch sowie Eukalyptus und Anis. Der Nachhall ist lang, salzig und pfeffrig.

Am Tisch

Pur bei Zimmertemperatur genießen; einige Tropfen Wasser zähmen die jugendliche Schärfe. Eignet sich auch als Basis für kräftig-rauchige Cocktails. Passt zu geräuchertem Fleisch, gegrilltem Lamm, reifem Hartkäse und dunkler Schokolade. Ein direkter, intensiver Einstieg in den Ardbeg-Stil.



Lage: Islay, Schottland
Klassifikation: Single Malt Scotch Whisky, 5 Jahre
Ausbau: ehemalige Bourbon- und Oloroso-Sherryfässer, 5 Jahre

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Weine

Julian Haart Haart Riesling 2025

Weißwein · Mosel · Riesling

Riesling Gutsriesling Piesport & Wintrich · Mosel Devonschiefer feine Restsüße Handlese · Steillage 2025

Der Julian Haart „Haart Riesling" 2025 ist der Gutsriesling eines der genauesten Betriebe der Mittelmosel. Er stammt aus den Devonschiefer-Steillagen um Piesport und Wintrich, wurde von Hand gelesen und zeigt den Jahrgang klar: reife Frucht, präsente Säure, wenig Gewicht.


Steillagen um Piesport und Wintrich – Devonschiefer der Mittelmosel

Die Reben stehen in den nach Süden und Südwesten exponierten Steillagen zwischen Piesport und Wintrich, auf verwittertem Devonschiefer mit Hangneigungen von rund 50 bis über 60 Prozent. Der Boden ist flachgründig und wasserdurchlässig, die Wurzeln arbeiten sich tief in die Schieferklüfte; die dunkle Gesteinsoberfläche speichert Tageswärme und gibt sie nachts an die Reben zurück. Julian Haart bewirtschaftet mit seiner Frau Nadine rund fünf Hektar, ein Großteil davon in Einzelpfahlerziehung.

Prägend ist der Wintricher Ohligsberg, mit dem das Gut 2010 begann: eine der kühleren Toplagen der Mittelmosel, deren Schieferverwitterung gröber und eisenhaltiger ausfällt als im benachbarten Piesporter Goldtröpfchen. Aus dieser Kombination – kühlere Wintricher Parzellen, wärmere Piesporter Hangfüße – entsteht die Balance des Gutsrieslings zwischen Zug und Reife.

Die Familie Haart ist seit dem 14. Jahrhundert in Piesport dokumentiert. Ein Teil der Rebanlagen ist über hundert Jahre alt und wurzelecht, die Steillagen sind nicht befahrbar und werden vollständig von Hand bearbeitet. In den Gutsriesling fließen die jüngeren Rebzeilen und die Randparzellen der Steillagen – dieselbe Arbeit, geringere Selektionsstufe.

Jahrgang 2025 – Mosel

Nach dem frostgeschädigten Vorjahr trugen die Reben 2025 wieder voll aus. Der Austrieb verlief regulär, die Blüte um den 15. Juni fiel in eine trockene, warme Phase und verlief rasch und gleichmäßig. Der Sommer wechselte zwischen Niederschlägen und Sonnentagen bei warmen, aber nicht heißen Temperaturen – ohne Trockenstress und ohne Hitzeblockade. Anfang September setzte Regen ein, die Beeren nahmen Wasser auf, der Fäulnisdruck stieg; im Oktober verschärfte sich die Lage, flussaufwärts stärker als flussabwärts.

Wer früh und schnell las, brachte gesundes Lesegut ein. An der Mittelmosel wurde vielfach in knapp zwei Wochen bis Anfang Oktober durchgeerntet. Riesling erreichte an der Mosel Mostgewichte zwischen 70 und 95 °Oechsle, die Erntemenge lag mit rund 780.000 Hektolitern etwa 52 % über 2024 und 11 % über dem langjährigen Mittel – die Mosel gehörte damit zu den wenigen deutschen Gebieten über dem Zehnjahresschnitt. Die Säure blieb präsent, geschmacklich aber gut eingebunden: 2025 ist an der Mosel ein Jahrgang mit klarer Frucht, moderatem Alkohol und Zug, nicht mit Wucht.

Assemblage und Ausbau

100 % Riesling, Jahrgang 2025, aus den Steillagen um Piesport und Wintrich. Vollständige Handlese mit Selektion im Weinberg – im Jahrgang 2025 der entscheidende Schritt, weil nur zügig und sauber gelesene Partien die Klarheit behielten.

Im Keller wird minimalistisch gearbeitet: schonende Pressung, Vergärung ohne technische Eingriffe, anschließend längerer Ausbau auf der Feinhefe. Die Gärung endet mit einer feinen Restsüße, die der Säure des Jahrgangs Gegengewicht gibt, ohne den Wein süß erscheinen zu lassen. Kein Holzeinfluss, keine Aromakorrektur – Schiefer und Frucht sollen unverstellt durchkommen.

Im Glas

Helles Gelbgrün. In der Nase gelber Pfirsich und Aprikose, Zitruszeste, weiße Blüten und ein feuersteiniger Zug, wie er aus flachgründigem Schiefer kommt. Am Gaumen straff und schlank, die Frucht bleibt kühl, die Säure zieht gerade durch die Mitte, die Restsüße legt sich darunter statt darüber. Im Abgang salzig-schiefrig mit einem Kräuterton.

Ein Gutsriesling, der die Handschrift der Steillage schon auf Einstiegsebene zeigt: gelber Pfirsich über Schiefersalz, getragen von der geraden Säure des Jahrgangs 2025.

Bei 9–11 °C servieren, kein Dekantieren nötig. Trinkreif ab sofort; die Säurestruktur von 2025 trägt den Wein problemlos bis etwa 2032, mit Entwicklung in Richtung Zitrusschale und Feuerstein.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Sushi und rohem Fisch, zu gebratenem Zander oder Forelle mit Butter, zu Kalbsbrust, Geflügel und hellem Schwein. Zu asiatischer Küche mit Schärfe und Ingwer spielt die Restsüße ihre Rolle aus, ebenso zu jungem Ziegenkäse und Frischkäse.


Produzent Weingut Julian Haart, Piesport, Mosel
Rebsorte 100 % Riesling
Lage Devonschiefer-Steillagen um Piesport und Wintrich
Klassifikation Gutsriesling, Mosel
Jahrgang 2025
Vinifikation Handlese · schonende Pressung · Vergärung ohne technische Eingriffe
Ausbau Feinhefelager · kein Holzeinfluss · feine Restsüße
Trinkempfehlung 2026–2032
Rebenalter teils über 100 Jahre, in Teilen wurzelecht
Bewirtschaftung Steillage, Einzelpfahlerziehung, Handarbeit

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Frankreich

Groffier Chambolle Musigny Hauts Doix 1er Cru 2019

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny 1er Cru Les Hauts Doix 2019

Der Robert Groffier Chambolle-Musigny Les Hauts Doix 1er Cru 2019 stammt von alten Reben direkt neben der legendären Lage Les Amoureuses – der „kleine Bruder" der Amoureuses, parfümiert und fein, mit der reifen Frucht des Jahrgangs 2019.


Les Hauts Doix – die Lage

Les Hauts Doix liegt im südöstlichen Teil von Chambolle-Musigny, unmittelbar an der Grenze zur berühmten Lage Les Amoureuses, entlang der Straße zwischen Chambolle und Vougeot. Die ostexponierte Parzelle gilt als eine der feinsten Premier-Cru-Lagen des Dorfes.

Die Reben wurzeln auf flachgründigen, kalkgeprägten Böden, die direkt auf dem Muttergestein aufliegen; der hohe Anteil an Steinen und Kies macht sie karg und stark drainierend – ideal für niedrige Erträge und konzentrierte Trauben. Groffiers Reben hier sind rund 70 bis 80 Jahre alt.

Jahrgang 2019 – Côte de Nuits

2019 war in der Côte de Nuits ein warmer, trockener Jahrgang mit kleinen Erträgen und hoher Konzentration.

Trotz der Reife blieb eine bemerkenswerte Frische erhalten – die Weine zeigen dichte, reife Frucht, feines Tannin und gutes Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2019.

Vor der Gärung rund eine Woche kalt mazeriert, vergoren mit 50 % Ganztrauben, ausgebaut in französischen Barriques. Ganztrauben- und Neuholzanteil werden bei Groffier jahrgangsweise angepasst – die Stilistik zielt auf Konzentration aus der Traube, nicht aus dem Keller.

Im Glas

Helles, leuchtendes Purpur. Eine kraftvolle, sehr parfümierte Nase mit Iris und Waldboden über dunkler Beerenfrucht und dunkler Himbeere. Am Gaumen mittelgewichtig, spannungsreich und präzise, mit feinkörnigem Tannin und einem frischen, mineralischen Finale; junge, noch leicht kompakte Struktur.

Parfümiert, fein und spannungsreich – ein eleganter Chambolle neben Les Amoureuses, gebaut für die lange Reife.

Jung noch verschlossen: braucht drei bis vier Jahre Flaschenreife, profitiert von Luft. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Reh, Taube, Ente und Geflügel, zu Gerichten mit Pilzen oder Trüffel sowie zu gereiftem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für festliche Küche.


Lage: Chambolle-Musigny 1er Cru Les Hauts Doix, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); flachgründige kalkig-steinige Böden, alte Reben (~70–80 J.), an Les Amoureuses
Klassifikation: Chambolle-Musigny 1er Cru AOC (Les Hauts Doix), Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 50 % Ganztrauben; französische Barriques

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