Das Weinglas: vom Nuppenbecher zur Industrialisierung

Aller Anfang ist schwer

Knubbelig, gedrungen, kaum Füllvermögen – die Weingläser längst vergangener Jahrhunderte haben optisch so gar nichts gemein mit den elegant langstieligen, dünnwandigen und voluminösen Kelchen, die heutzutage eine Tafel zieren. Am ehesten erinnert der eigentlich aus dem Orient stammende schaftlose Nuppenbecher des Hochmittelalters und auch sein Nachfolger, der schneller zu fertigende „Krautstrunk“, noch an das pfälzische Dubbeglas, mit dem Unterschied, dass die Nuppen bei diesem nach innen eingedrückt sind, bei den historischen Vorgängern jedoch an der Außenseite aufgeschmolzen wurden. Immerhin ist der Zweck – neben dem Ziereffekt – derselbe: wird beim Mahl viel Fettiges aufgetragen und dann auch noch mit den Händen verzehrt, dient ein haptischer Widerstand dazu, dass einem das Glas nicht aus den schmierigen Fingern rutscht. Der Name des spätmittelalterlichen Gefäßes ist dabei übrigens Programm: mit den oft nicht gerade handschmeichlerischen, sondern viel mehr stachligen, nach oben weisenden Spitznuppen lässt sich am ehesten der entblätterte Innenteil eines Kohlkopfes in Verbindung bringen.

Blassgrün durch das Mittelalter

Dabei fällt auf, dass die Gläser des Mittelalters und der frühen Neuzeit in deutschen Landen entweder in einem leicht bräunlichen oder aber wesentlich häufiger einen blassgrünen Farbton schimmern. Dieses sogenannte „Waldglas“ ist jedoch keine Modeerscheinung der Zeit, sondern den Rohstoffen geschuldet: der Quarzsand, der häufig aus Bachläufen gewonnen wurde, enthielt fast immer kleine Anteile Eisenoxid und konnte daher nie die makellose Reinheit erlangen, die für venezianisches Glas typisch war, das schon ab 1250 wie auch heute noch auf der Insel Murano gefertigt wurde und aus sehr viel feinerem weißen Sand entstand. Kaiser Karl IV. erkannte den eklatanten Fachkräftemangel bei sich nördlich der Alpen schnell und holte viele Meister ihrer Zunft nach Böhmen, von wo aus sich das Gewerbe nach Westen ausbreitete. In Böhmen selbst kam die Schleifkunst zu ihrer Hochform – war sie am Anfang nur ein kosmetischer Eingriff, um von Lufteinschlüssen im Glas abzulenken, ging man in der Barockzeit dazu über, durch gezielte Lichtbrechung den Wein besonders eindrucksvoll funkeln zu lassen.

Die Wanderjahre der Glasmacher

Da die Schmelztemperatur des Quarzsandes gesenkt werden musste und die zunächst zu diesem Zweck verwendete Soda durch verlorene Handelsrouten in den Nahen Osten nicht mehr zur Verfügung stand, griff man auf die selbst herstellbare Pottasche zurück. Gerade dadurch aber erforderte der Betrieb einer Waldglashütte, die nicht in erster Linie Trinkgefäße, sondern Butzenscheiben produzierte, unglaubliche Mengen an Holz. Von den etwa 30 Hektar Wald, die eine gut laufende Hütte jährlich fraß, ging der Großteil allein für die Veräscherung drauf, weswegen die Glasmacher meist nach einigen Jahren weiterwandern und neue Holzvorkommen erschließen mussten. Die Landesherren sahen das gern: Umweltzerstörung war noch kein Thema, ganz im Gegenteil war man froh über die Urbarmachung früher unzugänglicher Gebiete und natürlich die hohen Steuern. Um diese zu erwirtschaften, musste hart geschuftet werden. Die Arbeit an einer Glashütte war im Schichtbetrieb organisiert und lief Tag und Nacht – der gesamte Schmelzprozess dauerte immerhin etwa 18 Stunden, das Formen und Veredeln der zwischendurch über 1000 Grad heißen Masse noch einmal zwölf. Der Hüttenbesitzer war nach heutigen Maßstäben ein Unternehmer, die vielen Angestellten hochspezialisierte Profis mit klar umgrenzten Aufgabenbereichen wie der Mischung der Rohstoffe im richtigen Verhältnis, was stets ein strengst gehütetes Geheimnis war, oder der konstanten Beheizung der Schmelzöfen. Besonders begabte Glasmacher durften sogar darauf hoffen, einen Adelstitel verliehen zu bekommen.

Wein, Weib und Gesang

Es grenzt jedoch an ein kleines Wunder, dass sich nach den Wirren der Völkerwanderung und dem damit einhergehenden Verlust vieler antiker Techniken überhaupt wieder eine Glasbläserkunst in Mitteleuropa etablierte. Im Frühmittelalter trank man noch aus sogenannten Tümmlern – das Tumbler-Glas ist ein Verwandter -, simplen kleinen Schalen, kugelig und mit abgeflachtem Boden, die an eine Suppentasse erinnern, oder aber aus Trinkhörnern. Damit war man wieder ungefähr auf dem Stand des frühen Ägyptens, das als erste Kultur in großer Zahl Gefäße für den Wein- und Bierkonsum produzierte. Diese wurden aus recht einfach zu bearbeitenden Naturmaterialien wie Ton oder Alabaster gefertigt und orientierten sich an Formen aus der Natur, insbesondere an Blütenkelchen, etwa dem des Lotus. Die Schlichtheit des Materials und der Form blieben größtenteils erhalten, als die Griechen die Vorherrschaft im Mittelmeerraum übernahmen, allerdings wurden die Kelche nun häufig mit aufwendigen Malereien verziert und erlangten dadurch eine gewisse Verspieltheit, die dem Kult um Wein, Weib und Gesang, den ausschweifenden Festen und rauschenden Orgien der Hellenen nur gerecht wurden.

Die Römer begehren das Glas mehr als Gold und Silber

Der Siegeszug des Glases ließ auf sich warten, bis die Römer das Zepter übernahmen und durch die Erfindung der knapp anderthalb Meter langen Glaspfeife einen Quantensprung auslösten: konnte das sehr zähflüssige Glas vorher nur mehr schlecht als recht in primitive Formen gedrückt und mühevoll nachbearbeitet werden, war es nun möglich, auch kompliziert geschwungene und verzierte Gefäße herzustellen. In der modebewussten römischen Stadtgesellschaft löste dies einen wahren Boom aus und verdrängte Silber und Gold nach und nach.

Das Luxusprodukt Glas

Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass Glas zu dieser Zeit ein absolutes Luxusprodukt darstellte und dies auch noch bis in die Neuzeit bleiben sollte. Seltsam mutet da an, dass trotz der ausufernden Prunksucht im Hinblick auf die Form das Fassungsvermögen durchweg relativ konstant niedrig blieb. Denn dass Rot- und Weißweine, trockene und süße Tropfen jeweils sehr unterschiedlicher Glasformen bedürfen, um ihr geschmackliches Potential voll entfalten zu können, interessierte die Konsumenten über viele Jahrhunderte nicht sonderlich. Dieser Umstand hatte seine Ursache aber nicht nur darin, dass die damaligen Zeitgenossen geschmacklich nicht besonders geschult gewesen wären oder die Gäste an ihrer Tafel zur Mäßigung erziehen wollten, sondern vor allem darin, dass der Wein sehr sauer war und erst mithilfe von Gewürzen oder Honig halbwegs trinkbar wurde. Es gab also wenig Grund, das nicht gerade ansprechende natürliche Aroma des Weines durch bauchige Gläser noch zusätzlich zu betonen.

Der Römer

Dies änderte sich erst mit der Entwicklung des Römers, der seinen Namen wahrscheinlich von der Angewohnheit hat, Bruchstücke römischen Glases, die man damals bei Bauarbeiten noch massenhaft fand, einzuschmelzen und neue Gläser aus ihnen zu fertigen. Unter Kaiser Nero war die Glasbläserei nämlich in fast alle westlichen und nördlichen Provinzen gekommen, so auch in die Römerstädte in Germanien, insbesondere Köln und Trier.

Die mit der Renaissance auftretende Entwicklungsstufe zwischen Krautstrunk und Römer, der Berkemeyer aus der Zeit um 1600, hatte schon deutlich an Nuppen eingebüßt, die sich nur noch auf dem – ebenfalls neu hinzugekommenen – hohlen Kurzschaft finden. Überdies kommen sie mittlerweile glatt abgerundet und nicht mehr dornig daher, während die Kuppa nach wie vor kegelförmig gehalten ist. Der Römer bricht dann endlich mit dieser seit Jahrhunderten tradierten Form und wagt sich an eine ausladendere, bauchigere Erscheinung, die letztlich die Etablierung der heute üblichen einläutet. So wächst das Volumen während der letzten 300 Jahre von durchschnittlich 70 ml auf nunmehr 450 ml an – mehr als eine Versechsfachung.

Die Moderne, das Bürgertum und die Industrialisierung verändern das Weinglas

So gestalterisch fortschrittlich der Römer auch gewesen sein mag, so sehr bäumt sich die Nostalgie im 19. Jahrhundert noch einmal gegen die beginnende Moderne auf. Mit den gesellschaftlichen Umwälzungen der Zeit war das Bürgertum weitgehend an die Stelle des alten Adels getreten und hatte schnell Gefallen an dessen Opulenz gefunden. Im Historismus verbanden sich schwärmerische Nationalromantik wie Humpenmalerei mit überbordendem Pomp, insbesondere grellen Farbkombinationen, gewagtem Glasschnitt, Teilvergoldungen oder antikisierendem Fuß. Das sollte barock daherkommen, war aber letztlich wilde Fantasie ohne historische Vorbilder. Und wurde vom Kapitalismus letztlich auch in einem Handstreich weggewischt. Die Industrialisierung hatte die Möglichkeiten erschaffen, Gebrauchsgegenstände billig in großer Stückzahl zu produzieren, was es der breiten Masse erstmals ermöglichte, auch ihre bescheidenen Haushalte mit Glas einzudecken. Erwartungsgemäß litt unter dem Kostendruck das Erscheinungsbild, sodass bereits nach wenigen Jahrzehnten Kunstgewerbeschulen eröffneten, um den nun günstigen, aber nichtssagenden Gläsern wieder Charakter zu verleihen. Doch außer während des kurzen Jugendstil-Intermezzos kamen die Ornamente und Farben nicht zurück. Serien aus den Anfangsdekaden des 20. Jahrhunderts wirken in ihrer grazil dahingehauchten Vornehmheit wie aus dem Hier und Jetzt. Und als nach dem Zweiten Weltkrieg noch die Philosophie hinzukam, dass die Form der Funktion zu folgen habe und experimentierfreudige Designer wie Prof. Claus Josef Riedel mit ihren Entwürfen alle olfaktorischen Möglichkeiten aus dem Werkstoff herauskitzelten, ja, da offenbarten sich für Weinenthusiasten völlig neue, bisher nie betretene Welten des Genusses. Darauf kann man ruhig mal anstoßen – und dabei nicht vergessen, neben dem edlen Tropfen auch dessen Träger zu würdigen. Es stecken schließlich weit über 5000 Jahre Handwerkskunst darin. Text: Dario Sellmeier

Jetzt Newsletter abonnieren und keinen Blog Beitrag mehr verpassen:

Blog per E-Mail abonnieren

Keine Beiträge mehr verpassen.

Entdecke unsere Weine

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Spirituosen

Lepanto Brandy Solera Gran Reserva

Brandy · Brandy de Jerez · Solera Gran Reserva · Spanien

Lepanto Brandy Solera Gran Reserva ist einer der großen Klassiker unter den spanischen Brandys, hergestellt von González Byass in Jerez. Zu 100 % aus der Palomino-Traube, rund 15 Jahre im klassischen Solera-Verfahren gereift – cremig und fein, mit Karamell, zarten Fasstönen und Zigarrennoten.


Herkunft

González Byass in Jerez de la Frontera (Andalusien) zählt zu den traditionsreichsten Bodegas Spaniens. Lepanto ist der einzige Brandy de Jerez, der vollständig in Jerez und zu 100 % aus der autochthonen Palomino-Traube entsteht.

Destillation und Reifung

Aus Palomino-Wein wird in kupfernen Charentais-Brennblasen doppelt destilliert (die sogenannten „Holandas"). Anschließend reift der Brandy rund 15 Jahre im traditionellen Solera-Verfahren (Criaderas y Solera) in amerikanischen Eichenfässern, die zuvor den Fino Tío Pepe enthielten.

Im Glas

Elegantes Mahagoni mit altgoldenen Tönen. In der Nase edle Hölzer, Karamell, Rosinen, getrocknete Mandeln und ein Hauch Zigarre. Am Gaumen sehr cremig und samtig, fein, trocken aber zugänglich, mit süßen Karamellnoten. Langer, anhaltender Abgang.

Pur genießen

Pur bei Zimmertemperatur in einem bauchigen Glas genießen. Klassisch auch zum Abschluss eines Essens oder – typisch spanisch – zu kräftigem Blauschimmelkäse.

Klassisch solo: pur, als Digestif oder zu Blauschimmelkäse.


Herkunft: Jerez de la Frontera, Andalusien (Spanien)
Art: Brandy de Jerez Solera Gran Reserva (100 % Palomino)
Destillation: doppelte Destillation in Charentais-Brennblasen
Reifung: rund 15 Jahre, Criaderas y Solera, in ex-Tío-Pepe-Fino-Fässern

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Deutschland

Seehof Morstein Weisser Burgunder -R-

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Seehof Morstein Weißer Burgunder -R- zeigt, dass Florian Fauth – bekannt für seine herausragenden Rieslinge – auch bei den Burgundern zu den Spitzenwinzern gehört. Grundlage sind 25 Jahre alte Rebstöcke und das Terroir der weltberühmten Lage Morstein.


Rheinhessen / Westhofen – Morstein

Das Weingut Seehof von Florian Fauth liegt in Westhofen im Wonnegau, Rheinhessen. Die weltberühmte Lage Morstein mit ihren tiefgründigen Kalkmergelböden zählt zu den großen Terroirs Deutschlands und bringt mineralische, tiefe und langlebige Weine hervor. Die Basis dieses Weins bilden 25 Jahre alte Rebstöcke.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Weißburgunder. Ein Drittel wird in Damy- und Stockingerfässern ausgebaut; dieser feine Holzausbau verleiht Struktur und Tiefe, ohne die fruchtigen und mineralischen Charakteristika zu überdecken – elegant und dezent eingearbeitet. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Gelb. In der Nase eine komplexe Palette aus zarten hefig-würzigen Noten, Zitrusfrüchten und Quitten, begleitet von subtilen nussigen Nuancen. Am Gaumen burgundisch tänzelnd, mit feiner Cremigkeit und klarer Mineralität, die ihm beeindruckende Tiefe und ein nahezu monolithisches Geschmacksprofil verleiht.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–13 °C in großen Gläsern servieren – als gehobener Speisebegleiter, gern auch nach etwas Flaschenreife.

Passt zu: Geflügel, Kalb, edlem Fisch, Pasta in cremigen Saucen und gereiftem Hartkäse.


Lage: Rheinhessen, Westhofener Morstein (Wonnegau, Deutschland); Weingut Seehof (Florian Fauth)
Klassifikation: Lagenwein (Reserve „-R-") – 100 % Weißburgunder, trocken
Ausbau: ein Drittel in Damy- und Stockingerfässern; alte Reben (~25 Jahre) auf Kalkmergel

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Rebsorten

Farnese Primo Sangiovese Merlot

Rotwein · Cuvée · Italien

Farnese Primo Sangiovese Merlot ist eine herrlich vollmundige Rotwein-Cuvée der Fantini Group aus Italien. Die Komposition aus Sangiovese und Merlot zeigt typische Aromen von Kirsche, Himbeere und Vanille – weich, mit samtigen Tanninen und unkompliziert zu genießen.


Italien

Hinter dem Wein steht Fantini by Farnese, einer der bekanntesten Erzeuger Süditaliens. Die Linie „Primo" steht für zugängliche, fruchtbetonte Weine im modernen Stil aus dem warmen, mediterranen Klima.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Sangiovese und Merlot. Der Sangiovese bringt Frucht und Struktur, der Merlot Weichheit und Fülle. Eine dezente Holznote unterlegt die Frucht mit Vanille, ohne sie zu überdecken.

Im Glas

Rubinrot. In der Nase typische Aromen von Kirsche, Himbeere und Vanille. Am Gaumen vollmundig und weich, mit samtigen Tanninen, saftiger Frucht und rundem, zugänglichem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren. Ein unkomplizierter, vollmundiger Begleiter zur italienischen Küche.

Klassische Begleitung: Pasta mit Fleischsauce, Pizza, Gegrilltes und Hartkäse.


Lage: Italien
Klassifikation: IGT – Rotwein-Cuvée (trocken)
Ausbau: mit dezenter Holznote

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Weine

Domaine Trapet Schoenenbourg Riesling Grand Cru 2014

Weißwein · Alsace Grand Cru · Riesling

Riesling Alsace Grand Cru Schoenenbourg Riquewihr / Zellenberg Biodynamie (Demeter) 2014 13,00 % vol

Der Domaine Trapet Schoenenbourg Riesling Grand Cru 2014 ist ein außergewöhnlicher, gereifter Elsässer Riesling – noch jugendlich frisch, vollmundig, mit mineralischer Präzision, feiner Würze und beeindruckender Spannung.


Schoenenbourg – Grand Cru über Riquewihr

Die Grand-Cru-Lage Schoenenbourg zieht sich über die sonnenverwöhnten Südhänge oberhalb von Riquewihr und Zellenberg und steigt steil von 265 auf 380 Meter über dem Meeresspiegel an. Mit fast 54 Hektar zählt sie zu den größeren der 51 Grand-Cru-Lagen des Elsass. Die südliche Ausrichtung beschert den Reben Sonne über den ganzen Vormittag und frühen Nachmittag – ideal für optimale Reife.

Die Böden sind vielfältig und prägen den Charakter der Weine: vorherrschend Mergel (lokal Keuper), oft von einer feinen Sandschicht überzogen, durchzogen von Gips – ein Relikt aus der Zeit, als die Region vor über 150 Millionen Jahren vom Meer bedeckt war. Dieser Mix sorgt für die besondere mineralische Note und eine hohe Wasserspeicherfähigkeit. Das kontinentale Klima mit geringen Niederschlägen und dem Schutz der Vogesen macht die Sommer hier zu den trockensten und wärmsten Nordfrankreichs.

Jahrgang 2014 – Elsass

2014 war im Elsass ein kühlerer Jahrgang: nach einem wechselhaften, regnerischen Sommer brachte ein sonniger, trockener Herbst mit kühlen Nächten die Rettung. Gerade beim Riesling entstanden so rassige, präzise Weine mit lebhafter Säure, klarer Frucht und ausgeprägter Mineralität.

Solche Jahrgänge gelten beim Riesling als besonders langlebig. Mit rund einem Jahrzehnt Flaschenreife zeigt der Schoenenbourg seine ganze Tiefe – die jugendliche Frische ist erhalten, ergänzt um reife, vielschichtige Aromen.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2014, trocken, 13,00 % vol.

Sorgfältige Parzellen-Selektion, langsame Spontangärung mit indigenen Hefen ohne Zusätze, Reife in alten Foudres auf der Feinhefe. Reduzierter Schwefeleinsatz für einen möglichst reinen Ausdruck von Rebsorte und Terroir. Biodynamie (Demeter), FR-BIO-01.

Im Glas

Trotz seiner elf Jahre noch jugendlich frisch und vollmundig, mit dezenten Reifenoten und einem Hauch Honig. Eine offene, einladende Nase von beeindruckender Intensität: gelbe Zitrone und Orange treffen auf duftende weiße Blüten, mit Luft dazu kandierte Ananas und eine feine, rauchig-mineralische Note. Am Gaumen seidig und fast cremig, getragen von kompakter Säure und einer zarten Fruchtrestsüße, die den Wein umspielt, ohne ihn süß wirken zu lassen – er bleibt trocken.

Ein perfekt ausbalancierter Riesling mit Tiefe, Finesse und einem außergewöhnlichen Ausdruck seines Terroirs.

Der lange Abgang ist von mineralischer Präzision und Energie geprägt; die feinen, lagentypischen Bitterstoffe fügen sich harmonisch ein und schaffen beeindruckende Spannung. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Hummer und Langustinen, zu gebratenem Fisch mit feiner Sauce, zu Geflügel oder Kalb mit Pilzen sowie zu mittelreifem Munster oder gereiftem Comté.


Lage: Alsace Grand Cru Schoenenbourg, Riquewihr/Zellenberg (Frankreich); Südhang, 265–380 m Höhe, Keupermergel mit Sand und Gips
Klassifikation: Alsace Grand Cru AOC, Riesling (trocken)
Ausbau: Riesling; Spontangärung mit indigenen Hefen, alte Foudres, Feinhefe, reduzierter Schwefel; Biodynamie (Demeter)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Spirituosen

Valverde Liquore di Limone Zitronenlikör

Spirituose · Likör · Zitrone · Italien

Valverde Liquore di Limone ist ein italienischer Zitronenlikör, hergestellt aus frischem Zitronensaft, Alkohol und Zucker. Intensiver Zitronengeschmack mit einer dezenten Süße – pur, auf Eis oder als Schuss in den Prosecco. Der Sommer kann kommen!


Herkunft / Italien

Zitronenliköre im Stil des Limoncello gehören zu den beliebtesten Spezialitäten Italiens, besonders im sonnigen Süden. Der Liquore di Limone von Valverde stellt die frische Zitrone in den Mittelpunkt – ein sommerlich-spritziger Genuss.

Zutaten und Herstellung

Hergestellt aus frischem Zitronensaft, Alkohol und Zucker. Der frische Saft sorgt für das klare, intensive Zitronenaroma, während der Zucker die dezente Süße beisteuert.

Im Glas

Leuchtendes Gelb. In der Nase intensive, frische Zitrone. Am Gaumen spritzig und fruchtig, mit klarer Zitronenfrucht, dezenter Süße und animierendem, frischem Abgang.

Pur und im Drink

Eisgekühlt genießen, am besten direkt aus dem Tiefkühlfach.

Ideal: eisgekühlt pur, auf Eis, als Schuss im Prosecco oder Sekt sowie in sommerlichen Cocktails und über Zitronensorbet.


Marke: Valverde (Italien)
Art: Zitronenlikör (Liquore di Limone)
Zutaten: frischer Zitronensaft, Alkohol, Zucker
Geschmack: intensiv zitronig, dezent süß

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Länder/Regionen

Metzger Wechselspiel

Weißwein · Cuvée · Scheurebe & Riesling · Pfalz

Metzger Wechselspiel ist eine mild schmeckende Cuvée aus Scheurebe und Riesling vom Weingut Metzger aus der Pfalz. Fruchtige Duftnoten von Holunder, schwarzer Johannisbeere und etwas Mango ergänzen sich mit leicht pfeffrigen Anklängen. Im Mund ein dynamisches Süße-Mineralitätsspiel mit viel Ananasaroma.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Das Klima bringt aromatische, fruchtbetonte Weißweine hervor – Scheurebe und Riesling ergänzen sich hier zu einer spannungsreichen Cuvée.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Scheurebe und Riesling. Sie wird mild ausgebaut, mit einem dynamischen Spiel aus Süße und Mineralität, das die intensive Frucht und die Spannung trägt.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase fruchtige Noten von Holunder, schwarzer Johannisbeere und etwas Mango, dazu leicht pfeffrige Anklänge. Am Gaumen ein dynamisches Süße-Mineralitätsspiel mit viel Ananasaroma. Dynamik und intensive Frucht halten die Spannung; im Nachhall leichte Zitrusnoten und exotische Ananas.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 9–11 °C servieren.

Klassische Begleitung: asiatische Küche, würzige Gerichte, Salate, Geflügel oder solo.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Weißwein-Cuvée, mild
Ausbau: Scheurebe & Riesling, fruchtbetont, mild

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

Portugal

Vinha Da Fonte Touriga Nacional

Rotwein · Península de Setúbal · Touriga Nacional · Portugal

Vinha da Fonte Touriga Nacional ist ein körperreicher, vielschichtiger Rotwein von Casa Ermelinda Freitas aus der Península de Setúbal. Er entsteht aus der autochthonen Rebsorte Touriga Nacional, die auch für die Portweinproduktion verwendet wird. Sehr konzentriert, saftig und würzig, mit intensiven Aromen von Pflaume, Cassis, dunklen Beeren und Vanille. Die Tannine sind dicht und weich.


Península de Setúbal

Das Weingut Casa Ermelinda Freitas liegt in Fernando Pó auf der Halbinsel Setúbal, südlich von Lissabon. Sandige Böden und die kühlende Atlantikbrise geben den Weinen Eleganz und Frische. Touriga Nacional gilt als edelste Rotweinsorte Portugals und zeigt hier ihr Potenzial außerhalb des Douro.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein basiert auf Touriga Nacional. Nach der Gärung im Edelstahltank und langer Maischestandzeit reift er im Holzfass aus französischer und amerikanischer Eiche, was ihm Würze und feine Vanillenoten gibt, ohne die dichte Frucht zu überdecken.

Im Glas

Tiefes, fast undurchsichtiges Rubinrot. In der Nase Pflaume, Cassis und dunkle Beeren, dazu Veilchen, süße Gewürze und Vanille. Am Gaumen kraftvoll, saftig und würzig, mit dichten, weichen Tanninen. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; etwas Luft im Dekanter tut ihm gut, und er reift über einige Jahre weiter.

Klassische Begleitung: Wild, Lamm, kräftige Fleischgerichte und würziger, gereifter Käse.


Lage: Península de Setúbal (Fernando Pó/Palmela), Portugal
Klassifikation: Vinho Regional Península de Setúbal
Ausbau: Edelstahl + Holzfass (französische/amerikanische Eiche)

Mehr erfahren ...

Mehr erfahren ...
Produkt Bild

USA

Cayuse En Chamberlin Syrah 2012

Rotwein · Syrah · Walla Walla Valley · USA

Cayuse En Chamberlin Syrah ist ein Kult-Syrah aus dem Walla Walla Valley im pazifischen Nordwesten der USA. Das von Christophe Baron gegründete Weingut Cayuse arbeitet biodynamisch auf den von Flusskieseln durchsetzten Böden des Rocks District. Die Einzellage En Chamberlin liefert einen mittelkräftigen bis kräftigen, seidigen Syrah. Im Glas dunkle Frucht, Würze und große Balance.


Walla Walla Valley

Cayuse liegt im Walla Walla Valley, genauer im „Rocks District of Milton-Freewater" – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln im Boden, die den Syrahs ihren unverwechselbaren, würzig-erdigen Charakter geben. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, bewirtschaftet die Lagen biodynamisch. En Chamberlin ist eine seiner Einzellagen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein ist ein Syrah aus der Einzellage En Chamberlin. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die die Frucht und den unverwechselbaren „Rocks"-Charakter unterstreichen, ohne ihn zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Bing-Kirsche und Blaubeere, dazu Tabak, pfeffrige Kräuter, Eisen und ein erdiger Pilzton – der klassische Rocks-Stil. Am Gaumen mittelkräftig bis kräftig, nahtlos und perfekt balanciert, mit feinen Tanninen. Der Abgang ist lang und ausdrucksstark.

Am Tisch

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes und geschmortes Fleisch, Lamm, Wild und Pilzgerichte.


Lage: En Chamberlin, Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Syrah
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

Mehr erfahren ...