Es gibt keine schlechten Jahrgänge, nur schlechte Winzer

Erntebericht Piesport/Mosel – 8. Oktober 2021

Es gibt keine schlechten Jahrgänge, nur schlechte Winzer. Mit dieser Einstellung ging das ganze Team von Julian Haart in den ersten Erntetag 2021! 

Das Jahr 2021 geht wohl in die deutsche Weingeschichte ein. Gerade die Ahr wurde von extremen Wassermassen überrascht und musste die Klimaveränderung mit seiner ganzen Wucht und Tragik erfahren. Für den Weinbau ist weder zu viel wie zu wenig Wasser, wie die Jahre davor, gut. Dennoch war im Blick auf zukünftige große Jahrgänge dieses Jahr wichtig. Die an der Mosel schon fast an Nährstoff mangelnden Reben schrien geradezu nach Wasser, um ihre Reserven wieder füllen zu können. Diesen Nährstoffmangel in den Böden der Weinberge erkennt man ganz klar an gelb gefärbten Blättern der Reben schon während der Lese.

Zu viel Wasser begünstigt aber leider auch die Fäulnis in den Weinbergen. So muss dieses Jahr gut selektiert werden.

Morgens früh ist es noch kalt und nebelig, während Julian und Nadine Haart von ihrem neuen Weingut in Piesport samt Team los in die Weinberge fahren. Im „Goldtröpfchen“ ist absolute Präzision angesagt. Jede Traube wird umgedreht und kontrolliert. Dies ist wichtig in schwierigen und kalten Jahrgängen. Erst wird für die Kabinett Weine vorgelesen. Später im Herbst wird dann der Rest für die Großen Lagen selektiv geerntet. Mit großer Sorgfalt werden die Trauben dann in den Hänger geladen.

Von dort aus geht es dann schnellst möglich zurück ins Weingut, um die Trauben zu schonen. Eine lange Presszeit verringert die Säure im fertigen Wein.

*Julian Haarts Weine werden nicht ohne Grund seit mehreren Jahren als absoluter Insider Tipp der Mosel genannt. Der „Newcomer“, der 2010 das Familienweingut neu gründete, ist nun mehr denn je am guten Ruf der Mosel beteiligt. 

Seine Lehrjahre, unter anderem beim Weingut Keller in Rheinhessen und Egon-Müller an der Saar, haben ihn bestens auf die Produktion von Spitzenwein vorbereitet. Seine Erfahrungen beweist er sowohl im Weinberg in Sachen Weinbergserziehung als auch im Keller mit raffiniertem Weinausbau.

Mit viel Eleganz, ausbalancierter Säure, saftiger Frucht und einer dicken Spur Mineralität auf der Zunge sind seine Weine ein MUSS für jeden Weintrinker.

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USA

Verite Le Desir 2012

Rotwein · Sonoma County · Cabernet-Franc-Cuvée

Cabernet Franc (dominierend) Merlot · Cabernet Sauvignon Sonoma County Verité · Le Désir Pierre Seillan 2012

Der Verité Le Désir 2012 wird hauptsächlich aus Cabernet Franc bereitet, abgerundet von etwas Merlot und Cabernet Sauvignon – eine recht typische Bordeaux-Assemblage. Ohne Frage einer der spektakulärsten Rotweine der Neuzeit: dicht wie der beste Perserteppich gleitet dieses edle Nass über den Gaumen.


Verité – Bordeaux-Geist aus Sonoma

Verité wurde 1998 vom legendären Jess Jackson gemeinsam mit dem französischen Vigneron Pierre Seillan gegründet, mit dem kompromisslosen Ziel, im kalifornischen Sonoma County Bordeaux-inspirierte Cuvées von Weltrang zu schaffen. Seillan, geprägt von Jahrzehnten an der Loire und in Bordeaux (u. a. Château Lassègue in Saint-Émilion), gilt als Meister der Assemblage – Verité zählt zu den am häufigsten mit 100 Punkten bewerteten Weingütern überhaupt.

Le Désir ist die Cabernet-Franc-dominierte der drei Verité-Cuvées (neben dem Merlot-basierten La Muse und dem Cabernet-Sauvignon-basierten La Joie) und stilistisch dem Saint-Émilion am nächsten. Seillan komponiert ihn aus über 50 winzigen „Micro-Crus" in vier Sonoma-AVAs – Alexander Valley, Knights Valley, Chalk Hill und Bennett Valley –, die jeweils separat vinifiziert werden. Die warmen Täler fördern die Reife, die kühleren bewahren Säure und Frische.

Jahrgang 2012 – Sonoma County

2012 gilt als herausragender, „winning" Jahrgang in Sonoma – von Hitze, aber nie zu viel, mit perfekter Säure und Tanninstruktur; das Haus selbst vergleicht ihn mit Bordeaux 2005. Der Le Désir 2012 verbindet daher große Kraft und Mächtigkeit mit klarer, frischer Eleganz am Gaumen.

Assemblage und Ausbau

Cuvée vorwiegend aus Cabernet Franc, ergänzt um Merlot und Cabernet Sauvignon, Jahrgang 2012.

Jeder der über 50 Micro-Crus wird einzeln gelesen und vergoren, anschließend in französischen Eichenfässern mit individuell abgestimmten Toasting-Graden ausgebaut. Aus diesen Hunderten von Bausteinen formt Pierre Seillan die finale Assemblage – technisch perfekt bereitet und voller dichter Frucht.

Im Glas

Dicht wie der beste Perserteppich gleitet dieses edle Nass über den Gaumen. Schichten über Schichten von reifen, dunklen Früchten umzingeln Nase und Gaumen; exotische Gewürze, Mokka, reife Paprika und Blaubeeren verwöhnen alle Sinne. Berge von reifen Gerbstoffen sind vorhanden und lassen das fantastische Potenzial dieses Weinriesen erahnen. Man erkennt einen Überseewein, technisch perfekt bereitet und voller dichter Frucht – und doch wirkt er neben aller Kraft und Mächtigkeit klar und frisch am Gaumen.

Ohne Frage einer der spektakulärsten Rotweine der Neuzeit. Outstanding!

Schon jetzt beeindruckend, mit großem Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte; profitiert deutlich vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem rotem Fleisch und gereiftem Steak, zu Lamm und Wild, zu Schmorgerichten sowie zu reifen Hartkäsen.


Lage: Sonoma County (Kalifornien, USA); über 50 Micro-Crus in den AVAs Alexander Valley, Knights Valley, Chalk Hill und Bennett Valley
Klassifikation: Sonoma County, Bordeaux-Cuvée (Cabernet Franc dominierend), trocken
Ausbau: Cabernet Franc mit Merlot und Cabernet Sauvignon; separate Vinifikation der Micro-Crus, Ausbau in französischer Eiche (individuelle Toasting-Grade)

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Rebsorten

Cielo e Terra Primitivo Primasole Puglia

Rotwein · Puglia · Primitivo · Italien

Cielo e Terra Primasole Primitivo Puglia ist ein kräftiger, fruchtbetonter Rotwein aus 100 % Primitivo aus der Region Puglia. Intensive Aromen von Cassis und mediterranen Gewürzen prägen das Bild. Im Glas weich, fruchtig und zugänglich.


Puglia

Die Region Puglia (Apulien) im Süden Italiens ist für ihre kräftigen, fruchtbetonten Rotweine bekannt. Das warme, mediterrane Klima bringt vollreife Primitivo-Trauben hervor, die dem Wein Fülle und Würze verleihen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Primitivo. Die Vinifikation stellt die reife, weiche Frucht in den Vordergrund und bewahrt die typische mediterrane Würze.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase intensive Aromen von Cassis und mediterranen Gewürzen. Am Gaumen kräftig, sehr weich und fruchtig, mit reifer Frucht. Der Abgang ist mild und samtig.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Pizza, Pasta, Grillfleisch und mittelreifer Käse.


Lage: Puglia (Italien)
Klassifikation: Puglia IGT – Primitivo
Ausbau: 100 % Primitivo, fruchtbetonter Ausbau

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Schaumweine

Adrien Renoir Cuvée Le Cépage Grand Cru

Reiner Pinot Noir aus Verzy, weiß gekeltert: Das ist der Adrien Renoir Le Cépage Grand Cru. Die Hänge des Ortes sind nach Norden geneigt, die Trauben reifen langsam und behalten Säure. Unter dem Boden liegt Kreide mit Feuerstein. Nach etwa drei Jahren Hefelager wird er mit sehr wenig Dosage gefüllt.

Im Glas

Hellgold, sehr feine Perlage. Der Duft ist vielschichtig: gelber Pfirsich, Birne, kandierte Zitrone, Haselnuss und Brioche, dazu Blüten und Rauch. Am Gaumen dicht und trotzdem filigran – saftige Frucht, Salz und eine cremige Textur. Langer, frischer, leicht herber Abgang.

Mach was draus

Steinbutt, Bresse-Huhn in Rahm, Kalbsbries, Meeresfrüchte oder ein alter Comté. Als Aperitif möglich, aber am Tisch noch besser. Serviere ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas und gib ihm eine Viertelstunde Luft.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Le Cépage zeigt, was Pinot Noir in Verzy kann. Kraft mit Präzision – mein Tipp zu Geflügel.“

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Kurz gefragt

Woher kommt die rauchige Note? Vom Feuerstein im Boden von Verzy. Die Kreide darunter sorgt für Säure und Salzigkeit.

Wie trocken ist er? Extra Brut, der Restzucker liegt bei 1,6 g/l.

100 % Pinot Noir (Blanc de Noirs) · Verzy Grand Cru, Nordhänge · Kreide mit Silex · Hefelager etwa 3 Jahre · Dosage Extra Brut, Restzucker 1,6 g/l · Champagne Adrien Renoir, Verzy · Stand: Oktober 2026

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Weine

Bertheau Chambolle Musigny 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny · 1er Cru Baudes · Groseilles · Gruenchers · Noirots Côte de Nuits 2021

Der Chambolle-Musigny 1er Cru 2021 der Domaine François Bertheau ist eine Cuvée aus den Premier-Cru-Lagen Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Ein expressiver, feiner und sinnlicher Pinot Noir, getragen von Eleganz – mit Himbeere, frischen Blüten, reifer Beerenfrucht und feinen Erdnoten.


Chambolle-Musigny – Assemblage aus vier Premier Crus

Dieser Premier Cru vereint vier Climats von Chambolle-Musigny: Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots. Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits gilt mit seinen Kreide- und Tonböden als Inbegriff von Eleganz und Finesse.

Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen, gesuchten Erzeugern der Gemeinde und prägt deren duftig-feinen Stil.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, eine Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers und Les Noirots.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse ausgerichtet.

Im Glas

Himbeeren, frische Blüten und reife Beerenfrucht treffen auf feine Erdaromen. Reife Gerbstoffe, eine knackige Fruchtigkeit, ein hochspannendes Säurespiel, viel Schmelz und ein berührender Abgang zeigen, wie zart und zugleich intensiv ein Pinot Noir schmecken kann.

Himbeere, frische Blüten und Schmelz über knackiger Frucht – ein zarter, intensiver Pinot Noir voller Eleganz.

Schon jung zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Assemblage aus Les Baudes, Les Groseilles, Les Gruenchers, Les Noirots; Kreide-/Tonböden
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Weine

Moritz Kissinger Deutscher Winzersekt Nr. 4 Brut Nature BIO

Pur, gerade und voller Zug: Der Winzersekt Nr. 4 von Moritz Kissinger stammt von Reben in Uelversheim und an der Rheinfront in Rheinhessen. Weißburgunder, Chardonnay und Spätburgunder bilden die Cuvée, vergoren in der Flasche und gefüllt ohne jede Dosage. Biologisch angebaut und ganz auf Präzision gebaut.

Im Glas

Helle Frucht von Birne und Apfel, dazu Zitrus und eine feine Brioche-Note vom langen Hefelager, unterlegt von kalkig-salziger Mineralität. Im Mund lebendig und straff, mit feinem, genauem Mousseux, viel Spannung und einem knochentrockenen Ende.

Mach was draus

Ein festlicher Aperitif und ein guter Partner am Tisch: Austern, Meeresfrüchte, feiner Fisch, Sushi, Geflügel oder milder, nussiger Hartkäse. Serviere ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Nr. 4 zeigt, wie gut Sekt ohne Zucker sein kann. Klar wie ein Bergbach.“

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Kurz gefragt

Wie wird er gemacht? Handlese, fraktionierte Pressung und Tirage im Frühjahr nach der Ernte. Danach folgen 18 bis 30 Monate Hefelager. Degorgiert wird ohne Filtration, gefüllt ohne Dosage und nur ganz leicht geschwefelt.

Woher kommen die Trauben? Von Weinbergen in Uelversheim und an der Rheinfront. Im Boden mischen sich Lehm, Löss und Kalkstein, das bringt Frische und Struktur.

Wer steht dahinter? Moritz Kissinger, ein junger Sektmacher aus Rheinhessen, der bei Klaus-Peter Keller und in der Champagne gelernt hat.

Weißburgunder, Chardonnay, Spätburgunder · Uelversheim und Rheinfront, Rheinhessen · Lehm, Löss, Kalkstein · Handlese · traditionelle Flaschengärung · 18–30 Monate Hefelager · unfiltriert degorgiert · Brut Nature · Winzersekt b. A. · bio (DE-ÖKO-039) · Weingut Kissinger, Uelversheim (Rheinhessen) · Stand: Oktober 2026

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Weine

Marguet Les Bermonts 2020 Grand Cru Brut Nature BIO

Der Marguet Les Bermonts 2020 Grand Cru Brut Nature kommt aus einem einzigen kleinen Weinberg in Ambonnay: reiner Chardonnay von Reben, die 1952 gepflanzt wurden. Ein Champagner für den Austern-Abend, an dem du genau hinschmeckst.

Im Glas

Hellgold, feinperlig. Anfangs etwas verhalten, dann Limette, Orangenzeste, ein Hauch kandierte Zitrone und Mandel. Am Gaumen dicht und kraftvoll, aber nie schwer. Die Salzigkeit zieht sich bis in das sehr lange Finale. Kein Wunder: Die Kreide liegt hier nur etwa 75 Zentimeter unter der Oberfläche.

Mach was draus

Fines de Claire, Seezunge Müllerin oder ein Zitronenrisotto mit Jakobsmuscheln. Er funktioniert auch solo, wenn ihr in kleiner Runde probieren wollt. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Nimm ein großes Glas. Les Bermonts ist am Anfang zurückhaltend und öffnet sich mit jeder Minute ein Stück mehr.“

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Kurz gefragt

Wie selten ist er? Sehr: Die Parzelle misst nur 0,47 Hektar, Marguet gibt die Produktion mit 1.972 Flaschen an.

Was unterscheidet ihn von Shaman? Shaman ist eine Assemblage aus Pinot Noir und Chardonnay mehrerer Parzellen. Les Bermonts ist reiner Chardonnay aus einer einzigen Lage und einem Jahrgang.

100 % Chardonnay · Lieu-dit Les Bermonts, Ambonnay Grand Cru, 0,47 ha, Reben von 1952 · Méthode Traditionnelle · Brut Nature, 0 g/l Restzucker · Champagne Marguet, Ambonnay · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Weine

Dr. Bürklin Wolf Kirchenstück Forst GC 2025 BIO Magnum

Weißwein · Forst, Pfalz · Riesling

100 % Riesling Forster Kirchenstück 0,5 ha Anteil 1828 höchstbewertet Spontangärung Magnum 1,5 l, DE-ÖKO-003

Kirchenstück G.C. 2025 in der Magnum kommt aus dem Weinberg, den die königlich-bayerischen Gutachter 1828 als einzigen in der gesamten Pfalz mit der höchsten Punktzahl bewerteten. Knapp vier Hektar misst die Lage, 0,5 Hektar davon gehören Dr. Bürklin-Wolf – die kleinste Position im Grand-Cru-Portfolio des Guts. Im Großformat ist diese Abfüllung entsprechend rar.


Kirchenstück – der Bodenmosaik-Weinberg hinter der Forster Kirche

Der Name ist wörtlich zu nehmen: Die Lage liegt direkt hinter der Kirche von Forst, zwischen 120 und 150 Metern, mit nur geringer Hangneigung, eingefasst von einer niedrigen Sandsteinmauer. Überliefert ist, dass diese Mauer wie der Sandstein des Kirchengebäudes tagsüber Wärme aufnimmt und sie nachts wieder abgibt – ein geschlossener, windgeschützter Raum von wenigen Hektaren, umgeben von den übrigen Forster Berühmtheiten Jesuitengarten, Ungeheuer und Pechstein.

Geologisch fällt das Kirchenstück aus dem Muster der Nachbarlagen, weil es kein einzelnes prägendes Gestein hat. Statt der Basaltdominanz des Pechsteins oder des Kalkriffs in Deidesheim liegt hier ein Mosaik: Buntsandsteinverwitterungsböden, sandige Tonböden, sandige Lehmböden, stellenweise Kalksteingeröll und Basalt – alles auf sehr kleiner Fläche. Genau aus dieser Heterogenität kommt die Vielschichtigkeit der Weine. Wo eine Monolage einen klaren, gerichteten Charakter erzeugt, liefert das Kirchenstück eine Überlagerung mehrerer Charaktere gleichzeitig, und das ist der Grund, warum diese Weine jung so wenig preisgeben und über Jahrzehnte immer wieder anders schmecken.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Nach mildem Winter und regenarmem Frühjahr trieben die Reben etwas später aus als im langjährigen Mittel, Spätfrost blieb vereinzelt. Der Sommer war sehr heiß und trocken bei außergewöhnlich niedrigem Pilzdruck – für einen biodynamisch geführten Betrieb ein Jahr ohne Grenzerfahrungen im Pflanzenschutz. Die Beeren blieben klein und konzentrierten sich aromatisch; ab Mitte Juli setzten flächendeckende Niederschläge ein und versorgten die Reben noch einmal. Die Ton- und Lehmanteile im Kirchenstück halten Wasser vergleichsweise gut, was in einem Trockenjahr über die Feinheit der Trauben mitentscheidet.

Anfang September trieb die Hitze die Reife mehrerer Sorten gleichzeitig voran, ab Mitte September brachten Niederschläge stellenweise Botrytis und erzwangen zügiges Lesen der hochreifen Trauben – bei einer Lage, die ohnehin selektiv von Hand gelesen wird, weniger ein Problem als eine Frage des Timings. Um den 23. September war die pfälzische Ernte abgeschlossen, so früh wie selten zuvor. Mengenmäßig fällt 2025 klein aus: rund 1,8 Millionen Hektoliter für das Gebiet, etwa 30 Prozent unter dem langjährigen Durchschnitt, die Erträge vielfach 25 bis 30 Prozent unter Vorjahr. In den Keller kamen kleine Beeren mit hohen Mostgewichten und ausgewogenen Säurewerten.

Spontangärung, Doppelstück und das Magnumformat

Seit Januar 2005 bewirtschaftet Dr. Bürklin-Wolf sämtliche Weinberge biologisch-dynamisch – zertifiziert durch die Kontrollstelle LACON und als erster deutscher Betrieb aufgenommen in die französische Vereinigung SIVCBD mit der Marke Biodyvin. Die rund 85 Hektar in Wachenheim, Forst, Deidesheim und Ruppertsberg bewirtschaftet das Gut ausschließlich selbst, ohne Traubenzukauf. Die gutseigene Pyramide aus Gutsriesling, Ortsriesling, P.C. und G.C. geht auf die Lagenklassifikation von 1828 zurück – jenes Dokument, in dem das Kirchenstück allein an der Spitze steht.

Im Keller bleibt das Verfahren bei allen Grands Crus identisch: selektive Handlese vollreifer Trauben, schonende Kelterung, temperaturkontrollierte Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, danach Ausbau im Doppelstück-Holzfass. Neues Holz kommt nicht zum Einsatz; bei diesem Fassvolumen ist die Holzoberfläche im Verhältnis zur Weinmenge zu klein, um Aroma abzugeben. Die Magnum führt dieses Prinzip auf der Flasche weiter: Bei 1,5 Litern ist das Verhältnis von Sauerstoffeintrag zu Weinmenge kleiner als in der 0,75er, die Entwicklung verläuft langsamer und gleichmäßiger. Bei einem Wein, der ohnehin Jahrzehnte vor sich hat und jung kaum etwas preisgibt, ist das Großformat deshalb die konsequentere Flasche.

Im Glas

Helles Gelb mit grünem Rand. Die Nase gibt jung wenig preis und verlangt Geduld: helle Steinfrucht, Zitrusschale, Quitte, darunter florale und kräutrige Töne, ein feiner Rauch und eine steinige Grundierung, die sich nicht auf ein einzelnes Bild festlegen lässt. Am Gaumen ist der Wein dicht und vielschichtig, ohne je massiv zu wirken – die Substanz des Jahrgangs 2025 trägt, wird aber von einer außerordentlich feinen Textur gebändigt. Die Säure ist reif, präsent und geradlinig, das mineralische Fundament salzig und fest. Der Abgang zieht sich ungewöhnlich lang und wirkt dabei ruhig statt spektakulär. Aus der Magnum ist der Wein in der Jugend noch verschlossener; er baut sich im Glas über eine Stunde und länger auf.

Keine Lage mit einer Stimme, sondern eine mit einem Chor.

Am Tisch

Diese Flasche verträgt keine laute Küche. Gut passen Steinbutt und Seezunge am Stück, Hummer, Bries, Bresse-Poularde mit Trüffel, Kalbsrücken mit heller Sauce, dazu Morcheln und Spargel. Puristisch serviert ist mehr gewonnen als mit komplexen Saucen – der Wein liefert die Vielschichtigkeit selbst. Zum Käse nur gereifter Hartkäse, kein Blauschimmel. Bei 11 bis 12 °C im großen Burgunderglas servieren und die Magnum mindestens eine Stunde vorher karaffieren; jung braucht dieser Riesling Zeit, mehr als jeder andere im Sortiment des Guts.


Lage: Forst a. d. Weinstraße, Kirchenstück (VDP.Große Lage; gutsintern G.C.) – Lage knapp 4 ha, davon 0,5 ha im Besitz des Weinguts; 120–150 m ü. NHN, geringe Hangneigung, unmittelbar hinter der Forster Kirche und von einer niedrigen Sandsteinmauer eingefasst; heterogener Bodenmix aus Buntsandsteinverwitterung, sandigen Ton- und Lehmböden, stellenweise Kalksteingeröll und Basalt; 1828 als einzige Lage der Pfalz mit der höchsten Punktzahl bewertet
Klassifikation: Riesling trocken, Großes Gewächs (VDP.Große Lage); gutsinterne Klassifikation G.C. nach dem Kataster von 1828
Ausbau: Selektive Handlese vollreifer Trauben, schonende Kelterung, temperaturkontrollierte Spontangärung, Ausbau im Doppelstück-Holzfass; Abfüllung in der Magnum (1,5 l); biologisch-dynamische Bewirtschaftung seit Januar 2005, LACON-zertifiziert, Mitglied SIVCBD / Biodyvin / DE-ÖKO-003

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Weine

Le Petit Victor rouge Bag in Box Merlot Grenache

Wein · Rotwein · Pays d'Oc · Frankreich

Le Petit Victor Rouge ist eine fruchtbetonte Cuvée aus Merlot und Grenache aus dem Süden Frankreichs – praktisch abgefüllt in der 5-Liter-Bag-in-Box.


Pays d'Oc / Languedoc

Der Wein stammt aus dem Languedoc im Süden Frankreichs, wo das mediterrane Klima reife, fruchtbetonte Rotweine hervorbringt. Erzeuger ist die renommierte Vereinigung Vignobles Foncalieu.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Merlot und Grenache. Merlot bringt Schmelz und weiche Frucht, Grenache reife rote Frucht und Wärme. Abgefüllt in der 5-Liter-Bag-in-Box: Der Beutel zieht sich beim Zapfen zusammen, sodass kein Sauerstoff an den Wein gelangt – nach dem Anbruch bleibt er mehrere Wochen frisch. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Rubinrot. In der Nase reife rote und dunkle Frucht mit feiner Würze. Am Gaumen saftig, weich und unkompliziert, mit milden Tanninen und rundem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein geselliger Alltagswein, ideal glasweise dank Bag-in-Box.

Passt zu: gegrilltem Fleisch, Pasta, Pizza, Aufschnitt und mittelreifem Käse.


Lage: Pays d'Oc / Languedoc (Frankreich); Vignobles Foncalieu
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Cuvée aus Merlot & Grenache, trocken
Ausbau: fruchtbetonter Ausbau
Gebinde: Bag-in-Box, 5,0 Liter

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