Detailbeschreibung
Rotwein · Languedoc · Pic Saint-Loup
Der Imperium Purple Shiraz Grande Reserve ist ein reinsortiger Syrah vom Cellier du Pic, einer Genossenschaft in Assas am Fuße des Pic Saint-Loup, rund 20 Kilometer nördlich von Montpellier. Die Reben stehen auf kalkreichem Ton mit hohem Kieselanteil in der Garrigue. Ein kraftvoller Languedoc-Rotwein mit 14,5 % vol und deutlich sichtbarem Holzausbau.
Pic Saint-Loup – die kühlste Ecke des Languedoc
Der Pic Saint-Loup ragt 658 Meter aus der Garrigue nördlich von Montpellier, ihm gegenüber steht das Kalkmassiv des Hortus. Zwischen beiden liegt ein Weinbaugebiet, das als nördlichster Rebflächenkomplex des Languedoc-Roussillon gilt. Das Cellier du Pic bewirtschaftet hier mit 70 Winzern rund 700 Hektar über vier Appellationen hinweg – AOP Pic Saint-Loup, AOP Grés de Montpellier, AOP Languedoc und IGP Pays d'Oc. Die Genossenschaft wurde 1939 mit der Einweihung des Kellers in Assas gegründet.
Die Böden der Zone bestehen aus hartem Kalkstein und kalkhaltigem Ton-Schutt, durchsetzt mit Kieseln – ein Untergrund, der Wasser durchlässt und die Wärme des Tages speichert. Entscheidend für den Weinstil ist aber die Höhenlage: Die Weinberge liegen deutlich höher als die Küstenebene, die Nächte kühlen stark ab. Diese Tag-Nacht-Amplitude ist die größte im gesamten Languedoc und der Grund, warum Syrah hier seine Pfeffer- und Veilchennoten behält, statt in reine Marmeladenfrucht zu kippen.
Rundherum steht Garrigue – Thymian, Rosmarin, Zistrose, Wacholder auf kargem Kalkboden. Diese Vegetation ist kein Dekor, sondern Teil der Aromatik: Syrah aus dem Pic Saint-Loup trägt regelmäßig eine kräuterwürzige Note, die den Weinen der wärmeren Küstenzonen fehlt. Seit 2024 sind 75 Prozent der Rebfläche der Genossenschaft nach dem französischen Umweltstandard Haute Valeur Environnementale zertifiziert.
Assemblage und Ausbau
Reinsortig 100 Prozent Syrah – im Languedoc keine Selbstverständlichkeit, wo die Sorte üblicherweise mit Grenache und Mourvèdre verschnitten wird. Der Verzicht auf Verschnittpartner legt die Sortencharakteristik frei: dunkle Frucht, Gewürz, feste Tanninstruktur. Als Grande Reserve stammt der Wein aus einer Selektion, nicht aus dem Basissortiment.
Der Ausbau erfolgt in Eichenholz und ist im fertigen Wein klar zu schmecken – Röstnoten, Gewürz und eine Vanillekante gehören zum Stil dieser Cuvée. Die Analytik zeigt einen Wein mit Struktur statt Süße: 4,97 Gramm Restzucker stehen 5,18 Gramm Gesamtsäure je Liter gegenüber – der Restzucker rundet die Tannine ab, ohne den Wein süß wirken zu lassen. Der Wein ist jahrgangslos ausgebaut; die Cuvée wird auf ein gleichbleibendes Profil hin zusammengestellt. Verschlossen ist die Flasche mit Schraubverschluss.
Im Glas
Tiefe, dunkle Farbe mit violettem Rand. In der Nase reife dunkle Frucht – Brombeere, Holunder, Pflaume –, dahinter Röstaromen und Gewürznoten aus dem Fass, dazu der kräuterwürzige Zug der Garrigue. Am Gaumen vollmundig und dicht gebaut, das Holz ist nahtlos eingebunden, die Tannine sind kräftig, aber gerundet. Der Abgang zieht lang und bleibt würzig.
Die kühlen Nächte am Pic Saint-Loup halten bei 14,5 % vol die Würze im Wein, wo Syrah aus der Küstenebene nur noch Frucht zeigt.
Trinktemperatur 16 bis 18 Grad. Eine Stunde Karaffe tut dem Wein gut, das Holz integriert sich dabei weiter. Trinkfertig, mit Substanz für einige Jahre Flaschenlager.
Am Tisch
Passt zu gegrilltem Rindersteak und Entrecôte, zu gebratenem Wild – Reh, Hirsch, Wildschwein –, zu Lammkeule mit Rosmarin und Knoblauch und zu gereiftem Hartkäse wie Comté oder Pecorino. Auch zu geschmorten Gerichten mit Oliven und Kräutern der Provence, wo die Garrigue-Würze des Weins die Sauce aufnimmt.