Detailbeschreibung
Champagner · Premier Cru · Chardonnay-dominant · Extra Brut
Egly-Ouriet Les Vignes de Bisseuil Premier Cru Extra Brut ist die einzige Chardonnay-dominante Cuvée im Sortiment der Domaine Egly-Ouriet. Sie stammt aus einer 1,5 Hektar großen, nach Süden geneigten Kreideparzelle in Bisseuil, direkt neben dem Grand Cru Aÿ. Im Holzfass vergoren, ohne Malo und vier Jahre auf der Hefe gereift, zeigt sie Chardonnay mit Substanz und kreidigem Biss statt eines leichten Blanc-de-Blancs-Stils.
Bisseuil – Kreide am Südhang neben Aÿ
Die Domaine Egly-Ouriet sitzt im Grand-Cru-Dorf Ambonnay und wird seit 1980 von Francis Egly in vierter Generation geführt. Neben den Pinot-Noir-geprägten Grand Crus aus Ambonnay, Bouzy und Verzenay arbeitet er mit zwei Premier-Cru-Lagen: Vrigny für reinsortigen Meunier und Bisseuil für diese Chardonnay-Cuvée. Die Parzelle in Bisseuil kam erst in den 2010er Jahren hinzu.
Bisseuil liegt im Vallée de la Marne, östlich von Mareuil-sur-Aÿ und unmittelbar neben dem Grand Cru Aÿ. Die Parzelle umfasst rund 1,5 Hektar auf einem nach Süden geneigten Hang mit kreidehaltigen Böden. Die über 40 Jahre alten Reben tragen konzentrierte Trauben.
Die Südlage bringt Reife, die Kreide hält die Säure hoch und gibt die salzige Linie. Aus beidem entsteht das Profil der Cuvée: mehr Frische und Feinheit als Eglys Pinot-Noir-Weine aus Ambonnay, aber deutlich mehr Körper als ein klassischer Chardonnay von der Côte des Blancs.
Wildhefen, Barrique und vier Jahre Hefelager
Die Cuvée besteht aus 70 % Chardonnay, 15 % Pinot Noir und 15 % Meunier. Sie baut auf einem Basisjahrgang auf, ergänzt um Reserveweine aus den zwei vorangegangenen Jahren.
Alle drei Sorten gären mit wilden Hefen im Holzfass, davon rund 10 % neu, und reifen dort weiter. Auf die malolaktische Gärung wird verzichtet, die frische Apfelsäure bleibt erhalten. Nach der Flaschengärung liegt der Champagner rund 48 Monate auf der Hefe, wird weder geschönt noch filtriert und minimal dosiert – je nach Abfüllung mit 1 bis 3 g/l als Extra Brut.
Im Glas
In der Nase Zitrone und grüner Apfel, dazu reife Birne, eine Spur Mirabelle und röstige Noten von geröstetem Brot und Haselnuss aus dem Hefelager. Am Gaumen dicht und konzentriert, zugleich straff: Die nicht abgebaute Säure gibt dem Chardonnay Zug, die Kreide eine trockene, salzige Struktur. Der Abgang ist lang und kalkig. Mit Zeit im Glas zeigt er zunehmend Nuancen.
Alter Chardonnay vom Kreidehang in Bisseuil, im Holz ohne Malo ausgebaut und vier Jahre auf der Hefe: Substanz mit kreidigem Biss.
Trinkfenster: jetzt bis über zehn Jahre. Mit weiterer Flaschenreife gewinnt er an Tiefe. Bei 8–10 °C servieren, im Weißweinglas mit ausreichend Zeit.
Am Tisch
Austern, Jakobsmuscheln, weißer Spargel mit Beurre blanc und reifer Comté.