Detailbeschreibung
Champagner · Blanc de Blancs · Jahrgang Brut
Der Krug Clos du Mesnil 2009 ist ein Blanc de Blancs aus einem einzigen ummauerten Weinberg: 1,84 Hektar Chardonnay mitten im Grand-Cru-Dorf Le Mesnil-sur-Oger, seit 1698 von einer Mauer eingefasst. Gelesen am 10. und 11. September 2009, 14 Jahre auf der Hefe, degorgiert im Mai 2024. Es ist die 21. Freigabe dieses Weinbergs, in 9.900 einzeln nummerierten Flaschen.
Clos du Mesnil – ein ummauerter Hektar in Le Mesnil-sur-Oger
Der Clos du Mesnil liegt nicht am Hang außerhalb des Dorfes, sondern mitten im Ort Le Mesnil-sur-Oger, dem Grand-Cru-Dorf, das für die strengsten und langlebigsten Chardonnays der Côte des Blancs steht. Die Mauer, die den Weinberg seit 1698 einfasst, ist mehr als ein historisches Merkmal: Sie schirmt Wind ab, speichert Wärme und schafft in der ohnehin kühlen Côte des Blancs ein eigenes Kleinklima. Unter dem flachgründigen Boden liegt die Belemnitenkreide der Côte, die Wasser speichert und in Trockenphasen kapillar zurückgibt.
Auf den 1,84 Hektar steht ausschließlich Chardonnay, aufgeteilt in mehrere kleine Parzellen, die getrennt gelesen und getrennt vinifiziert werden. Krug urteilt auch innerhalb dieser Mauern parzellengenau – erst nach der Verkostung der einzelnen Grundweine entscheidet sich, ob ein Clos du Mesnil des betreffenden Jahres überhaupt entsteht. In vielen Jahrgängen entsteht keiner; die Trauben gehen dann in die Grande Cuvée.
Genau so begann die Geschichte des Weins: Der Clos lieferte zunächst Material für die Assemblage. Erst die Ernte 1979 geriet so eigenständig, dass Rémi und Henri Krug beschlossen, sie separat zu füllen – auf den Markt kam der erste Clos du Mesnil 1986. Seither ist er einer der wenigen Champagner, die konsequent aus einer einzigen ummauerten Lage eines einzigen Jahrgangs stammen.
Jahrgang 2009 – Champagne
Auf einen trockenen Winter mit niedrigen Grundwasserständen folgten Frühjahrsniederschläge, die die Vegetation stabilisierten. Der Sommer verlief zweigeteilt: Der Juli brachte Gewitter und lokal kräftige Regenfälle, der August dagegen war warm und sonnig, mit kühlen Nächten, die den Säureabbau bremsten. Ab Mitte September fiel kein Tropfen Regen mehr – Erntebedingungen, wie sie die Champagne selten bekommt.
Im Clos du Mesnil wurde am 10. und 11. September 2009 gelesen. Die Trauben kamen gesund und mit hoher Reife bei erhaltener Frische in den Keller. Als Jahrgang gilt 2009 in der Champagne als großzügig und fruchtbetont über alle drei Rebsorten hinweg, zugänglicher als der strenge, säurebetonte Vorgänger 2008. Für einen Wein aus Le Mesnil ist genau das die interessante Konstellation: Die Lage liefert ohnehin Strenge und Säure, der Jahrgang steuert die Rundung bei, die dem Mesnil-Chardonnay in kühlen Jahren fehlt.
Assemblage und Ausbau
100 Prozent Chardonnay des Jahrgangs 2009, ausschließlich aus dem Clos du Mesnil – keine Assemblage über Lagen, keine Reserveweine. Die erste Gärung läuft parzellenweise in kleinen 205-Liter-Eichenfässern, die durchweg gebraucht sind und keine Holzaromen abgeben, sondern nur den minimalen Sauerstoffzutritt liefern. Eine malolaktische Gärung findet nicht statt: Die Apfelsäure bleibt vollständig erhalten und ist der Grund für die Langlebigkeit dieses Weins.
Nach der zweiten Gärung in der Flasche lag der Champagner 14 Jahre auf der Hefe in den Kellern von Reims – ein Vielfaches der gesetzlichen Mindestreife von drei Jahren für Jahrgangschampagner. Degorgiert wurde im Mai 2024, die Dosage liegt bei 5 g/l. Die Auflage beträgt 9.900 Flaschen, jede einzeln nummeriert; die Krug iD auf dem Rückenetikett gibt Degorgierdatum und Herkunft der jeweiligen Flasche preis.
Im Glas
Blasses Gold mit sehr feiner Perlage. In der Nase Geißblatt und weiße Blüten vor Zitrusfrucht, Kamille und getrockneten Blüten. Am Gaumen frisch gepresste Zitrone, runde Zitrusfrucht und Birne in Sirup, getragen von einer geradlinigen Säure, die durch die 14 Jahre Hefereife gepolstert, aber nicht gebrochen ist. Das Finale ist salzig, leicht würzig und sehr lang.
Keine malolaktische Gärung, 14 Jahre auf der Hefe, 5 Gramm Dosage – daraus entsteht ein Champagner, der 2036 noch nicht am Ende ist.
Jetzt trinkbar und über die nächsten anderthalb Jahrzehnte haltbar. Bei 9–12 °C servieren, im großen Weißweinglas und nicht in der Flöte – erst dort entfaltet sich die Blütenaromatik. Nicht dekantieren, aber Zeit lassen: Über eine halbe Stunde im Glas verschiebt sich der Wein von Zitrus in Richtung Nuss und Gebäck.
Am Tisch
Zu Kaviar, Austern und rohen Jakobsmuscheln, zu Langustine mit Zitrusbutter, zu pochiertem Steinbutt oder Wolfsbarsch. Auch zu Bresse-Poularde in Rahm und zu jungem Comté. Ein Wein dieser Reife verträgt Fett und Salz – süße Vorspeisen und dominante Kräuter sollte man ihm ersparen.