Domaine Bruno Clavelier – Vosne Romanee im März 2010

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Frankreich

Groffier Chambolle Musigny Les Amoureuses 1er Cru 2020

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Amoureuses Chambolle-Musigny 1er Cru (Frankreich) 2020

Der Robert Groffier Chambolle-Musigny Les Amoureuses 1er Cru 2020 stammt von 80 Jahre alten Reben aus der berühmtesten Premier-Cru-Lage Chambolles – von Groffier, dem größten Einzelbesitzer dieser Lage. Ein Pinot Noir von Feinheit, Intensität und seidigen Tanninen.


Les Amoureuses – die Lage

Les Amoureuses („Die Liebenden") gilt als die berühmteste der 24 Premier-Cru-Lagen von Chambolle-Musigny und als einer der besten Weinberge der Welt – ein heißer Kandidat für eine künftige Grand-Cru-Einstufung neben Musigny und Bonnes Mares. Die Lage liegt am Südende der Gemeinde, direkt unterhalb des Grand Cru Musigny.

Der kalkhaltige Boden ist hier leicht: eine dünne Schicht felsigen Oberbodens über hartem Kalksteinunterboden, der frei entwässert und die Wurzeln zwingt, in Felsspalten zu graben. Das ergibt kleine, konzentrierte Beeren und Weine von Feinheit, erdigem Charakter und festen, seidigen Tanninen. Groffier besitzt mit rund einem Hektar den größten Einzelanteil.

Jahrgang 2020 – Côte de Nuits

2020 gilt in der Côte de Nuits als großer Rotweinjahrgang: warm und trocken, mit vollreifen, gesunden Trauben bei zugleich bemerkenswerter Frische und Säurespannung.

Ein Jahr für tief konzentrierte, dennoch frische und langlebige Pinot Noirs.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020.

Vergoren mit 50 % Ganztrauben, ausgebaut in 25 % neuem Holz. Unter Nicolas Groffier wird der Neuholzanteil bewusst reduziert; der Wein wird nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Im Glas

Ein klar umrissenes Bouquet aus Rosenblättern und roter Beerenfrucht, dazu ein ferner Hauch Menthol. Am Gaumen mittelgewichtig, mit feinkörnigen Tanninen, frisch und vibrierend, zum Abgang hin leicht würzig, linear und straff. Ein noch zurückhaltender Amoureuses, dessen unbestreitbare Länge große Zukunft verspricht.

Feinkörnig, frisch und straff – ein Amoureuses, der seine Zukunft noch für sich behält.

Jung noch verschlossen: profitiert von Luft und Kellerzeit. Bei 15–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente, Taube, Reh, Geflügel, Gerichten mit Pilzen oder mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche.


Lage: Les Amoureuses, Chambolle-Musigny 1er Cru, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); leichter Kalkboden über hartem Kalkstein, 80 Jahre alte Reben
Klassifikation: Chambolle-Musigny 1er Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 50 % Ganztrauben; 25 % Neuholz; ein Abstich

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Weine

Le Moine Horizon 50 ans Beaujolais Cru Julienas 2015 Doppelmagnum

Fast jeder Weintrinker kennt den schnellen, leichten und fruchtigen Weinrausch sobald der erste Wein des Jahres am dritten Donnerstag im Oktober aus dem Beaujolais in großen Mengen die Welt heimsucht. Aber hinter diesem Anbaugebiet versteckt sich viel mehr als nur belanglose „Fruchtsuppen“. Vor vielen, vielen Jahrzehnten waren die besten Lagen aus dem Beaujolais bei den Weintrinkern genau so hoch angesehen wie die besten Weine aus dem nördlichen Burgund. Die qualitative Spitze der Gamay Weine wachsen im Norden der Appellation. Hier werden die Weine unter den Beaujolais Cru Namen Brouilly, Chénas, Chiroubles, Côte de Brouilly, Fleurie, Juliénas, Morgon, Moulin à Vent, Saint-Amour und Régnié an- und ausgebaut. Der Jahrgang 2015 war im Burgund und insbesondere im Beaujolais ein Ausnahme- Weinjahr und man kann diesmal zurecht von einem Jahrhundertjahrgang sprechen. Und wenn die Natur und so ein genialer Winzer wie Mounir Saouma vereint sind, dann entstehen großartige Rebsäfte. Aus den Cru Lagen Brouilly, Fleurie, Juliénas, Morgon, Moulin à Vent und Régnié hat Mounir Saouma 0,75 Liter Flaschen für den „kurzfristigen Genuß“ sowie Magnum und Doppelmagnum Flaschen für die Lagerung abgefüllt. Mounir Saouma hat diese Serie „Horizon 50 ans“ genannt; also Weine, die unsere Kinder und Enkelkinder in Perfektion in 50 Jahren zum optimalen Genusspunkt erleben können. Merci für diesen Schatz! In der 3,0 Liter Doppelmagnum.

 

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Weine

Metzger Riesling Am Hesselbrunnen trocken -A- Magnum

Weißwein · Riesling · trocken · Magnum · Pfalz

Metzger Riesling Am Hesselbrunnen trocken -A- Magnum ist ein rassiger, mineralischer Lagen-Riesling der Familie Metzger aus der Pfalz – hier in der 1,5-Liter-Magnum. Die Selektion stammt aus dem Filetstück „Am Hesselbrunnen" im Mühlheimer Sonnenberg, wo die Reben tief im Kalkfels wurzeln. Frisch, knackig, säurebetont und steinig, mit langem Abgang. Ein puristischer Riesling mit innerer Kraft.


Mühlheimer Sonnenberg – Am Hesselbrunnen

Die Gewanne „Am Hesselbrunnen" ist ein kleines Filetstück innerhalb der Top-Lage Mühlheimer Sonnenberg in der Pfalz. Die Wurzeln der Riesling-Rebstöcke bohren sich tief in den puren Kalkfels; eine leichte, lockere Auflage aus Löss und Lehm steuert den Wasserhaushalt während des Vegetationszyklus. Daraus entsteht ein karger, mineralisch-salziger Riesling.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Riesling, selektiv und per Hand gelesen. Nach einer Maischestandzeit von 12 Stunden wurde der Most über 8,5 Stunden sehr sanft in der Korbpresse gepresst und ohne Vorklärung ins Halbstück-Fass gelegt. Es folgten Spontangärung und über neun Monate Reife auf der Vollhefe. Vor der Abfüllung nur eine leichte, grobe Filtration. Die Magnum lässt den Wein besonders langsam und harmonisch reifen.

Im Glas

In der Nase Duftwolken von unreifem Pfirsich, frisch geschältem Apfel und Limette, dazu Meeresgischt und nasser Stein. Am Gaumen rassig, frisch, knackig und straff, säurebetont, mineralisch-salzig und steinig. Facettenreich, mit langem, zügigem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren. Mit Luft entfaltet der Wein zusätzliche Tiefe. Das Magnum-Format eignet sich für die große Tafel und zum Reifen im Keller.

Klassische Begleitung: Austern, Sushi, gegrillter Fisch, Meeresfrüchte und Spargel.


Lage: Mühlheimer Sonnenberg – Gewann „Am Hesselbrunnen", Pfalz
Klassifikation: Pfalz – Riesling, trocken (Lagenwein)
Ausbau: Spontangärung, Halbstück-Fass, über 9 Monate auf der Vollhefe; 1,5-l-Magnum

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Spanien

Equipo Navazos de Fino Amontillado Bota 45

Generoso · Fino-Amontillado · Montilla-Moriles · Spanien

Equipo Navazos La Bota de Fino 45 ist ein reifer Fino auf dem Weg zum Amontillado – ganz natürlich und ohne Aufspritung. Aus Montilla-Moriles, mit reifen Aromen von Nüssen, Hefe, frischem Brot und Karamell. Sehr komplex und vielschichtig.


Montilla-Moriles

Equipo Navazos wählt herausragende Fässer aus und füllt sie nummeriert ab. Dieser „Fino, der zum Amontillado wird" stammt aus Montilla-Moriles (Bodega Pérez Barquero) im Süden Spaniens. Hier wird – anders als im Jerez – aus Pedro Ximénez ein trockener Fino erzeugt, der von Natur aus genug Alkohol erreicht und nicht aufgespritet wird.

Bereitung und Reifung

Reinsortig aus Pedro Ximénez, trocken vergoren. Der Wein reifte sehr lange – rund 15 Jahre – biologisch unter dem Flor; mit nachlassender Florschicht beginnt eine sanfte Oxidation, sodass er sich auf natürliche Weise vom Fino zum Amontillado entwickelt (ein „Fino-Amontillado"). Unfiltriert abgefüllt, um Farbe und Charakter zu bewahren.

Im Glas

Tiefes Gold. In der Nase reif und komplex, mit Hefe, Kreide, Brotteig, gerösteten Nüssen und einem Hauch Karamell. Am Gaumen geschmeidig und salzig, mit feiner Würze und leichter Rustikalität; sehr langer Abgang, der trocken ausklingt.

Am Tisch

Kühl bei 10–13 °C servieren – je kühler, desto frischer; je wärmer, desto komplexer.

Passt zu: Mandeln, Oliven, iberischer Charcuterie, Thunfisch, Reisgerichten und gereiftem Käse.


Lage: Montilla-Moriles (Spanien); Bodega Pérez Barquero
Klassifikation: Fino-Amontillado (Generoso), trocken – 100 % Pedro Ximénez; Auswahl & Abfüllung Equipo Navazos „La Bota 45"
Ausbau: ~15 Jahre biologische Reifung unter Flor mit beginnender Oxidation; unfiltriert, nicht aufgespritet

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Weine

Ruppert-Leroy Champagne Les Cognaux Pinot Noir Brut Nature BIO

Der Ruppert-Leroy Les Cognaux Brut Nature ist Pinot Noir aus einer Lage weit oben am Hang über Essoyes: tiefer Ton und grauer Mergel, nach Süden und Südosten. Weiß gekeltert, ohne Dosage und ohne Schwefelzusatz – ein dunkler, tiefer Blanc de Noirs.

Im Glas

Helles Gold, lebendige Perlen. Ein tiefer, kühler Duft: Quitte, Walderdbeere, reife Zitrone, Nektarine, dazu Rauch und Stein. Trotz der dunklen Aromen seidig und weich. Im Mund gerade und straff, die Frucht hält sich zurück. Lang, kühl und steinig im Abgang.

Mach was draus

Pilzrisotto, Wildgeflügel, Kalbsfilet mit Morcheln oder ein gereifter Comté. Ein Champagner für den Hauptgang und für Abende im Herbst und Winter. Wer Pinot Noir aus Burgund liebt, findet hier einen sprudelnden Verwandten. Servier ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Les Cognaux braucht ein großes Glas. Je länger er Luft bekommt, desto mehr Rauch und Stein kommen heraus.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie alt sind die Reben? Zwischen 15 und 30 Jahren. Sie stehen im oberen Teil des Hangs auf Ton und grauem Mergel.

Was heißt ohne Schwefelzusatz? Seit dem Jahrgang 2013 setzt das Haus keinen Schwefel mehr zu, auch nicht bei der Abfüllung. Das macht ihn besonders pur.

100 % Pinot Noir · Lage Les Cognaux, Essoyes · tiefer Ton und grauer Mergel, oberer Hang, Süd-Südost · Reben 15–30 Jahre · Spontangärung, 9 Monate auf der Hefe in Fässern und Halbstückfässern · biologischer Säureabbau · 18–20 Monate Flaschenreife · ungeschönt, unfiltriert, ohne Schwefelzusatz · Jahrgang 2022 · Brut Nature, ohne Dosage · Champagne Ruppert-Leroy, Essoyes · Bio, FR-BIO-10 · Stand: Oktober 2026

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USA

Sine Qua Non Distenta V Syrah 2023

Rotwein · Central Coast · Syrah

Syrah-Cuvée Central Coast Kalifornien (USA) 2023

Der Sine Qua Non Distenta V Syrah 2023 ist ein kalifornischer Kult-Syrah von Manfred und Elaine Krankl – jeder Jahrgang ein eigenständiger Wein mit eigenem Namen und eigenem Etikett. Dicht und kraftvoll, zugleich erstaunlich zugänglich, mit dunkler Frucht, schwarzem Pfeffer und rauchig-würziger Tiefe.


Central Coast – die Lagen von Sine Qua Non

Sine Qua Non keltert seine Weine im eigenen Keller in Ventura nördlich von Los Angeles, mit Trauben von den estate-eigenen Rhône-Weinbergen an der kalifornischen Central Coast. Der Distenta V 2023 stammt aus den Lagen The Third Twin, Cumulus und Eleven Confessions; rund die Hälfte der Ernte kam 2023 vom Third Twin Vineyard, was dem Wein Spannung und Frische verleiht.

Manfred und Elaine Krankl gründeten das Weingut 1994 und zählen heute zu den meistgesuchten Erzeugern Kaliforniens – kompromisslose Handarbeit, winzige Mengen, kaum Schönung oder Filtration.

Jahrgang 2023 – Kalifornien

2023 gilt an der kalifornischen Central Coast als kühler, später und langer Jahrgang.

Das Ergebnis sind frischere, fokussierte Weine mit klarer Kontur und lebendiger Spannung – Eigenschaften, die sich auch im Distenta V wiederfinden.

Cuvée und Ausbau

Der Distenta V 2023 ist eine Syrah-dominierte Cuvée: 85,8 % Syrah, 5,5 % Grenache, 3,7 % Petite Sirah, 3,3 % Mourvèdre sowie kleine Anteile Petit Manseng und Muscat.

Vergoren mit 11 % Ganztrauben, ausgebaut über 23 Monate in französischer Eiche, davon 63 % neu.

Im Glas

Dunkle Frucht, schwarzer Pfeffer und eine rauchige, würzige Tiefe. Am Gaumen opulent, geschmeidig und mit großer Intensität, ohne je überladen zu wirken – ein Syrah mit Druck, Struktur und beeindruckender Länge, modern, aber mit klassischer Seele. (Verkostungsnotiz: Manfred Krankl.)

Dicht und kraftvoll, zugleich erstaunlich zugänglich – modern, aber mit klassischer Seele.

Am Tisch

Zu Lammkeule, geschmortem Short Rib, gegrilltem Rind, Wild oder herzhaften mediterranen Gerichten. Ein intensiver Begleiter für kräftige, würzige Küche.


Lage: Estate-Weinberge The Third Twin, Cumulus und Eleven Confessions, Central Coast, Kalifornien (USA)
Klassifikation: California (USA), Syrah-basierte Cuvée (trocken)
Ausbau: Syrah-Cuvée; 11 % Ganztrauben; 23 Monate französische Eiche (63 % neu)

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Weine

Quinta da Pellada La Galaxia Rosé

Roséwein · Cuvée · Dão · Portugal

Quinta da Pellada La Galaxia Rosé ist ein trockener Roséwein aus dem Dão in Portugal. Er entsteht aus der Zusammenarbeit des galicischen Winzers Eulogio Pomares (Fento Wines) mit Álvaro Castro von der Quinta da Pellada – eine Cuvée aus Tinta Roriz und Jaén, mineralisch und frisch.


Dão

Der Dão liegt im portugiesischen Landesinneren, geschützt durch die Serra da Estrela, mit kontinentalem Klima. Die Reben für La Galaxia stehen auf Granitböden mit Sand- und Lehmanteilen in rund 550 Metern Höhe und sind zwischen 30 und 65 Jahre alt.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Tinta Roriz und Jaén. Die Trauben werden von Hand gelesen, nach dem Abbeeren direkt gepresst und im Edelstahltank vergoren. Der Ausbau erfolgt auf der Vollhefe, was dem Rosé Körper und Tiefe verleiht; abgefüllt ohne Schönung und Filtration.

Im Glas

Zartrosa. In der Nase knackige Kirsche, Fliederduft, Gewürznoten und ein Hauch unreife Johannisbeere. Am Gaumen weinig und mineralisch, mit gutem Körper, salziger Frische und animierendem Trinkfluss. Klares, frisches Finish.

Am Tisch

Gut gekühlt servieren – als Aperitif oder Speisenbegleiter. Ein vielseitiger Rosé mit Struktur.

Klassische Begleitung: Spargel, Salate, gegrillter Fisch und leichte Sommerküche.


Lage: Dão (Portugal), ~550 m
Klassifikation: Dão – Roséwein (trocken)
Ausbau: Edelstahl, Ausbau auf der Vollhefe

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Frankreich

Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021

Weißwein · Elsass · Cuvée

Pinot Gris & Sylvaner Frohnberg (Rosenwiller) & Hohrain (Eguisheim) Ton-Kalk-Böden Spontangärung im Holzfass 18 Monate Feinhefe rund 1.000 Flaschen 2021

Der Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021 ist eine Cuvée aus Pinot Gris und Sylvaner von zwei Lagen an entgegengesetzten Enden des Elsass – eine Verbindung, die ursprünglich nicht geplant war und durch eine unvorhersehbare Gärung entstand. Spontan im Holzfass vergoren, 18 Monate auf der Feinhefe, danach sechs Monate Flaschenruhe: tief, salzig und strukturiert. Die Auflage liegt bei rund 1.000 Flaschen.


Materia Rebellis – zwei Lagen, durch Zufall vereint

Soil Therapy ist das Label von Thomas Schertz, einem Autodidakten, der vor seinen eigenen Weinen im Vertrieb der Domaine Ostertag arbeitete. Er interpretiert das Elsass abseits der üblichen Appellationslogik: instinktiv, mit langen Ausbauzeiten, in winzigen Mengen. Beim Materia Rebellis sollten zwei Einzellagen eigentlich getrennt bleiben – erst der Verlauf einer unvorhersehbaren Gärung führte sie zusammen.

Der Pinot Gris stammt aus der Lage Frohnberg in Rosenwiller, im Bas-Rhin am nördlichen Ende des Weinbaugebiets, am Fuß der Vogesen südwestlich von Straßburg. Der Sylvaner kommt aus der Lage Hohrain in Eguisheim, im Haut-Rhin bei Colmar, rund siebzig Kilometer weiter südlich und im Regenschatten der Vogesen, wo das Elsass am trockensten ist. Beide Weinberge stehen auf mineralreichen Ton-Kalk-Böden.

Die Ausrichtungen ergänzen sich: Die eine Lage ist nach Südosten geneigt und bringt Reife und Fülle, die andere nach Nordosten und liefert Frische und Säure. Der Pinot Gris gibt der Cuvée Körper und eine würzige, leicht rauchige Tiefe, der Sylvaner Spannung und eine kräuterige Klarheit. Zusammen ergibt das eine Balance, die keine der beiden Lagen allein erreicht hätte.

Jahrgang 2021 – Elsass

Der Jahrgang 2021 war im Elsass eines der schwierigsten Jahre der jüngeren Zeit. Nach einem milden Märzbeginn und früh einsetzendem Austrieb traf Anfang April eine Frostperiode die jungen Triebe. Der Sommer blieb kühl und feucht, der Druck durch Falschen Mehltau war hoch, und lokale Hagelschläge kamen hinzu. Die Erträge fielen entsprechend deutlich unter das übliche Niveau.

Gelesen wurde spät und mit strenger Selektion. Was gesund in den Keller kam, zeigte moderate Reife, niedrigere Alkoholwerte und eine ausgeprägte Säure – ein klassisch kühles Elsass-Jahr, wie es nach den warmen Jahrgängen zuvor selten geworden ist. Für einen Wein mit langer Hefereife ist diese Säure die Grundlage: Sie trägt die cremige Textur, ohne dass der Wein breit wird.

Lange Pressung, Spontangärung, 18 Monate Feinhefe

Cuvée aus Pinot Gris (Frohnberg, Rosenwiller) und Sylvaner (Hohrain, Eguisheim), Jahrgang 2021, trocken. Die Trauben werden sanft und über einen langen Zeitraum gepresst – das löst Aroma und Extrakt aus den Schalen, ohne Bitterstoffe mitzunehmen.

Die Gärung beginnt spontan mit natürlichen Hefen in Holzfässern. Danach reift der Wein 18 Monate auf der Feinhefe: Die Hefe schützt den Wein vor Sauerstoff und gibt über ihre Zersetzung Mannoproteine ab, die Textur und Cremigkeit liefern. Nach der Füllung ruht der Wein weitere sechs Monate auf der Flasche, bevor er freigegeben wird.

Im Glas

Kräftiges Goldgelb. In der Nase kandierte Orange und Zitrusschale, dazu ein salziger, steiniger Ton und ein Hefeanklang aus der langen Reife auf der Feinhefe.

Am Gaumen cremig in der Textur und zugleich straff, mit einer Säure, die aus dem kühlen Jahr kommt, und einer würzigen, leicht säuerlich-salzigen Note, die an Umeboshi erinnert, die japanische Salzpflaume. Die Frucht bleibt im Hintergrund; Salz, Würze und Textur tragen den Wein. Der Abgang ist lang und mineralisch.

Pinot Gris aus dem Norden, Sylvaner aus dem Süden, 18 Monate Hefe: Salz, Würze und Textur statt Frucht.

Bei 11–13 °C servieren, nicht kälter. Der Wein profitiert von Luft – nach einer halben Stunde öffnet er sich deutlich. Schon jetzt ausdrucksstark und dank Säure und Struktur für weitere Jahre gebaut.

Am Tisch

Zu asiatischen Gerichten, feinen Meeresfrüchten und gereiftem Käse. Die salzig-würzige Seite trägt besonders gut Japanisches – Sashimi, Miso, gegrillter Aal –, ebenso Choucroute mit Fisch, Munster oder alten Comté.


Produzent Soil Therapy, Thomas Schertz, Elsass
Rebsorte Pinot Gris und Sylvaner
Lage Pinot Gris aus dem Frohnberg, Rosenwiller (Bas-Rhin) · Sylvaner aus dem Hohrain, Eguisheim (Haut-Rhin) · Ton-Kalk-Böden, Südost- und Nordostausrichtung
Klassifikation Weißwein aus dem Elsass · trocken
Jahrgang 2021
Vinifikation lange, sanfte Pressung · Spontangärung im Holzfass
Ausbau 18 Monate auf der Feinhefe · 6 Monate Flaschenruhe vor der Freigabe
Trinkempfehlung jetzt bis 2032
Auflage rund 1.000 Flaschen

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