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Weine

Louis Boillot Beaujolais Moulin à Vent VV 2023

Rotwein · Moulin-à-Vent (Beaujolais) · Gamay

Gamay Moulin-à-Vent (Beaujolais-Cru) Vieilles Vignes · Reben 50–60 J. · 2,04 ha Sand über Granit 2023

Der Moulin-à-Vent Vieilles Vignes 2023 der Domaine Louis Boillot ist ein reinsortiger Gamay von 50 bis 60 Jahre alten Reben. Oft als „König des Beaujolais" bezeichnet, zeigt er Fülle und Reichhaltigkeit wie ein Burgunder der Côte d'Or – konzentriert, vielschichtig und mit beachtlichem Alterungspotenzial.


Moulin-à-Vent – „König des Beaujolais"

Moulin-à-Vent zählt zu den strukturiertesten und lagerfähigsten Crus des Beaujolais. Die Parzelle von Louis Boillot umfasst 2,04 Hektar mit 50 bis 60 Jahre alten Reben; der Boden – eine Mischung aus Sand auf Granit – trägt maßgeblich zum bemerkenswerten Alterungspotenzial bei.

Die Domaine Louis Boillot, mit Wurzeln in der Côte d'Or, überträgt ihre burgundische Handschrift auf diesen Moulin-à-Vent.

Jahrgang 2023 – Beaujolais

2023 brachte im Beaujolais einen gesunden, großzügigen Jahrgang mit reifen Trauben.

Für die Crus steht 2023 für reife Frucht bei guter Struktur und Frische – die Grundlage für die Konzentration und Vitalität dieses Moulin-à-Vent.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Gamay aus dem Jahrgang 2023, von 50 bis 60 Jahre alten Reben.

Der Wein reift im Holzfass, im burgundisch geprägten Stil des Guts – auf Struktur, Tiefe und Lagerfähigkeit ausgerichtet.

Im Glas

Zunächst intensive Noten von Kirschen und süßen Beerenfrüchten, begleitet von Rosenblättern und Gewürzen. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, mit Konzentration und Vitalität; die vielschichtigen Aromen sind in eine elegante Struktur mit gut integrierten Tanninen und feiner Säure eingebettet.

Kirsche, süße Beeren und Rosenblätter über eleganter Struktur – konzentriert, vital und mit Tiefe.

Schon zugänglich, mit beachtlichem Alterungspotenzial über viele Jahre. Bei 14–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Schweinebraten, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Käse. Ein gehaltvoller, vielseitiger Gamay am Tisch.


Lage: Moulin-à-Vent (Beaujolais-Cru); Sand über Granit, Reben 50–60 Jahre, 2,04 ha
Klassifikation: Moulin-à-Vent AOC (Beaujolais Cru)
Ausbau: Gamay, alte Reben; Holzfassausbau

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Länder/Regionen

Thomas Morey Chassagne-Montrachet Morgeot 1er Cru 2023

Weißwein · Chassagne-Montrachet 1er Cru · Chardonnay

Chardonnay Chassagne-Montrachet 1er Cru Morgeot 2023

Der Thomas Morey Chassagne-Montrachet Morgeot 1er Cru 2023 entsteht aus einer nur 0,40 Hektar kleinen Parzelle der größten und bekanntesten Premier-Cru-Lage Chassagnes – ein Chardonnay von besonderer Präzision und Spannung.


Morgeot – die Lage

Morgeot ist die größte und bekannteste Premier-Cru-Lage in Chassagne-Montrachet. Sie liegt am südlichen Ende der Appellation, oberhalb der Straße nach Santenay, und umfasst rund 58 Hektar mit zahlreichen traditionsreichen Teilparzellen wie La Boudriotte, Les Fairendes oder Tête du Clos. Das Terroir ist geprägt von ton- und kieshaltigen Böden über Bathonischem Kalkstein, ideale Voraussetzungen für kraftvolle, dichte Rotweine und strukturierte, charaktervolle Weißweine. Die sanft nach Südosten geneigte Lage profitiert von der Morgensonne und schützt die Reben vor kühlen Nächten. Der Name „Morgeot“ geht auf das lateinische Wort für „Grenze“ zurück, passend zur Lage am südlichen Rand des Côte-d’Or. Heute steht Morgeot für elegante Burgunder mit Tiefe, Ausdruck und Herkunft.

Aus einer nur 0,40 Hektar kleinen Parzelle, deren Reben 1974 und 2004 gepflanzt wurden, erzeugt Thomas Morey einen Chassagne-Montrachet von besonderer Präzision und Spannung. Seine Frucht stammt aus den Teilparzellen Les Fairendes und Les Brussonnes mit ihren raren weißen Kalkböden.

Burgund 2023 – Harmonie, Frische und Klasse

Der Jahrgang 2023 im Burgund zeigt sich als außerordentlich gelungen und überzeugt sowohl in Bezug auf Qualität als auch endlich einmal wieder auf die Menge. Nach einem milden Winter folgte ein Frühling mit kühlen und feuchten Bedingungen, immer wieder durchbrochen von warmen Tagen; eine intensive Hitzewelle im August beschleunigte die Reife und konzentrierte die Aromen, bevor der Regen Mitte September für zusätzliche Balance sorgte.

Die Weißweine des Jahrgangs 2023, insbesondere Chardonnay und Aligoté, präsentieren sich reif, aromatisch und sehr ausgewogen, mit intensiven Fruchtnoten von Birne, Pfirsich und weißer Aprikose. In ihrer noch jungen Phase zeigen sie sich ausgesprochen harmonisch und von ihrer klassischen Seite – Frische, Reife und Struktur auf beeindruckende Weise vereint.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Spontangärung mit eigenen Hefen in einer Kombination aus neutralem Fass und Tank, natürliche malolaktische Gärung, Reife auf der Feinhefe ohne Bâtonnage über 16 bis 18 Monate. Nur rund 20 % neues Holz und minimaler, später Schwefeleinsatz geben dem Wein Raum und bewahren seine Reintönigkeit – eine puristische, terroirbetonte Vinifikation.

Im Glas

Der Morgeot 1er Cru vereint die Charakterzüge der benachbarten Lagen in sich, elegant, schlank und straff mit viel Zug am Gaumen. In der Jugend noch zurückhaltend, entwickelt er mit etwas Reife ein faszinierendes Aromenspiel aus gelbem Steinobst, Zitruszeste und nassem Kalkstein.

Ein charaktervoller, tiefgründiger Chardonnay, der die mineralische Seite Chassagnes eindrucksvoll widerspiegelt und mit seiner Energie lange nachhallt.

In der Jugend noch verschlossen, gewinnt mit Flaschenreife; ideal nach drei bis fünf Jahren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Jakobsmuscheln, zu Steinbutt oder Seeteufel in feiner Sauce, zu Hummer und Langustinen, zu Bresse-Geflügel mit Morcheln sowie zu gereiftem Comté oder Beaufort.


Lage: Chassagne-Montrachet 1er Cru Morgeot (Les Fairendes / Les Brussonnes), Côte de Beaune (Frankreich); Ton-Kies über Bathonischem Kalkstein, 0,40 ha, Reben 1974/2004
Klassifikation: Chassagne-Montrachet 1er Cru AOC (Morgeot), Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; ~20 % Neuholz (228/350 l), 16–18 Monate, Feinhefe ohne Bâtonnage

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Spanien

Bimbache El Hierro blanco 2022

Weißwein · El Hierro · Kanaren

Der Bimbache El Hierro Blanco ist ein Weißwein von der Kanareninsel El Hierro, gekeltert aus einer Cuvée autochthoner Rebsorten auf vulkanischen Böden. Bimbache wurde 2018 von Rayco Fernández und Pablo Matallana gegründet, um den alten Rebbestand der kleinsten und jüngsten Kanareninsel zu bewahren. Leitsorte ist Vijariego Blanco, ergänzt um Listán Blanco, Gual, Baboso Blanco und Forastera. Ein straffer, salzig-mineralischer Wein mit kühlem, langem Abgang.


El Hierro – Kanaren

El Hierro ist die kleinste und jüngste der Kanarischen Inseln und vollständig als Biosphärenreservat geschützt. Die alten Reben – teils 50 bis 100 Jahre – stehen in Lagen zwischen rund 500 und 800 Metern Höhe auf vulkanischem Sandboden mit etwas Ton. Das maritime, vom Atlantik gekühlte Klima und die ständigen Passatwinde prägen die straffe, salzige Stilistik. Die Weinberge werden ohne Herbizide bewirtschaftet und von Hand gelesen.

Assemblage und Ausbau

Cuvée autochthoner Rebsorten mit Leitsorte Vijariego Blanco (Listán Blanco, Gual, Baboso Blanco, Forastera u. a.). Die Trauben werden als ganze Trauben gepresst und spontan vergoren, mit minimalem Eingriff im Keller. Der Ausbau erfolgt im Holzfass. Enthält Sulfite.

Im Glas

In der Nase eine markante Bergamottnote, dazu nasser Stein, weißer Tee, eine leicht oxidative Manzanilla-Sherry-Note, unreife Quitte und Felsenbirne. Am Gaumen straff, mit gerader Säure, Meersalz und dezentem Apfel. Der Abgang ist kühl und vibrierend, lang und anhaltend. Ein Wein, der sich in Duft und Geschmack fortwährend verändert.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gegrillter Fisch, Meeresfrüchte, Ceviche und Ziegenkäse. Auch zu hellem Geflügel und Gemüsegerichten. Vor dem Servieren leicht dekantieren; Serviertemperatur 10–12 °C.


Lage El Hierro (Kanaren), vulkanischer Sandboden, alte Reben, 500–800 m
Klassifikation DO El Hierro
Ausbau Cuvée autochthoner Rebsorten, Ganztraubenpressung, Spontangärung, Ausbau im Holzfass

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Portugal

Niepoort Charme 2024

Rotwein · DOC Douro · Cuvée

Tinta Roriz · Touriga Franca · weitere autochthone Sorten DOC Douro alte Reben auf Schieferterrassen zurückhaltende Extraktion überwiegend gebrauchtes Holz rund 13.000 Flaschen 2024

Niepoort Charme 2024 ist die burgundisch inspirierte Terroir-Cuvée von Niepoort aus dem Douro: alte Reben auf Schieferterrassen, schonend vinifiziert, in überwiegend gebrauchtem Holz ausgebaut, in rund 13.000 Flaschen. Jung zeigt sich der Wein noch verschlossen; mit Luft öffnet er sich zu roten Blüten, frischen Kräutern und dezenter Würze über reifer, saftiger Frucht.


Douro – Schieferterrassen und ein Wein gegen den Strich

Das Douro-Tal im Norden Portugals ist eine der ältesten abgegrenzten Weinregionen der Welt. Die Reben stehen auf steilen Terrassen, die in den Schiefer gehauen wurden; der Boden ist karg, die Wurzeln folgen den senkrechten Klüften des Gesteins in die Tiefe, um an Wasser zu kommen. Die Sommer im Inneren des Tals sind heiß und trocken, geschützt vom Atlantik durch das Marão-Gebirge.

Diese Bedingungen bringen gewöhnlich kraftvolle, dunkle, konzentrierte Rotweine hervor – die Grundlage des Portweins. Der Charme geht bewusst den anderen Weg. Dirk Niepoort nahm sich Burgund zum Vorbild: Statt Konzentration und Wucht sucht er Feinheit, Duft und Transparenz. Die Trauben stammen von alten Reben auf den Schieferterrassen im Herzen des Tals; alte Stöcke tragen wenig, wurzeln tief und kommen mit der Trockenheit zurecht, ohne dass die Frucht überreif wird.

Niepoort ist ein Familienhaus aus Porto, das über Generationen mit Portwein groß wurde und seit den 1990er-Jahren unter Dirk Niepoort zu den Häusern gehört, die den Douro als Herkunft für trockene Weine neu definiert haben.

Jahrgang 2024 – Douro

Nach mehreren Jahren mit knappem Regen und langen Hitzewellen brachte 2024 dem Douro ein Jahr, das eher an frühere Zeiten erinnerte. Die Niederschläge lagen im Mittel, die Temperaturen im Durchschnitt oder leicht darunter. Blüte und Farbumschlag fielen wieder auf die für die Region üblichen Termine – die Blüte Anfang Mai, der Farbumschlag Mitte Juli.

Im August fiel kein Regen, doch die Wasserreserven aus der ersten Jahreshälfte hielten die Reben gesund; die Reife verlief gleichmäßig, Zucker und Säure blieben im Gleichgewicht. Die roten Sorten wurden später gelesen als in den Vorjahren, bei frischen Nächten in der ersten Septemberhälfte. Für einen Wein, der auf Finesse statt Kraft angelegt ist, war das eine günstige Ausgangslage.

Assemblage und Ausbau

Cuvée hauptsächlich aus Tinta Roriz – dem Tempranillo des Douro – und Touriga Franca, ergänzt durch weitere autochthone Sorten der Region. Tinta Roriz bringt rote Frucht und Struktur, Touriga Franca Blütenduft und Würze. Alte Douro-Weinberge sind oft im gemischten Satz bepflanzt, mit vielen Sorten nebeneinander.

Die Vinifikation erfolgt traditionell und schonend, mit zurückhaltender Extraktion – das Gegenteil der langen, kräftigen Maischestandzeiten, die im Douro sonst üblich sind. Ausgebaut wird in überwiegend gebrauchtem Holz, das keine Vanille- oder Röstaromen abgibt und den Duft des Weins nicht überdeckt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis mittleres Rubinrot – für einen Douro auffallend hell. In der Nase rote Blüten, frische Kräuter und eine dezente Würze, dazu reife, saftige Frucht. Am Gaumen feinkörniges Tannin, eine geschmeidige, fast cremige Textur und eine klar gezeichnete Struktur. Jung noch zurückhaltend; der Wein braucht Luft.

Alte Reben auf Schiefer, wenig Extraktion, altes Holz: Douro, der nach Blüten statt nach Kraft duftet.

Großzügig dekantieren und bei 16–18 °C servieren. Ein Wein mit Reifepotenzial, der in den kommenden Jahren an Offenheit gewinnt.

Am Tisch

Passt zu geschmortem Lamm, Entenbrust und gereiftem Käse. Die feine Art trägt auch Geflügel, Kalb mit Pilzen und Bacalhau aus dem Ofen.


Produzent Niepoort, Porto
Rebsorte hauptsächlich Tinta Roriz und Touriga Franca, ergänzt um weitere autochthone Douro-Sorten
Lage Douro-Tal, Portugal · alte Reben auf Schieferterrassen
Klassifikation DOC Douro · trocken
Jahrgang 2024
Vinifikation traditionell, schonend · zurückhaltende Extraktion
Ausbau überwiegend gebrauchtes Holz
Trinkempfehlung 2027 bis 2036
Auflage rund 13.000 Flaschen

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Weine

Domaine de Triptyque Chablis 2024 BIO

Weißwein · Chablis AOC · Chardonnay

100 % Chardonnay Kimmeridge-Mergel Handlese Spontangärung Betontank, 10 % Barrique Bio-zertifiziert seit 2022

Chablis 2024 ist der erste Jahrgang, den Tommy Chevallier vollständig im eigenen Keller in Venoy erzeugt hat – und er fällt in eines der härtesten Weinjahre, die das Chablisien in den letzten Jahrzehnten erlebt hat. Frost Ende April, Hagel ab dem 1. Mai, Regen bis in den September. Geblieben sind kleine Mengen und ein Wein, der genau das zeigt, worauf Chevallier hinarbeitet: Spannung, Säure, Klarheit.


Kimmeridge-Mergel am nördlichen Rand Burgunds

Chablis liegt auf knapp 48 Grad nördlicher Breite, rund hundert Kilometer von der Côte d'Or entfernt und näher an der Champagne als an Beaune. Der Untergrund stammt aus dem Oberjura: Kimmeridge-Mergel, ein Wechsel aus tonigen Mergelbänken und härteren Kalklagen, durchsetzt mit den Schalen der kleinen Auster Exogyra virgula. Der Ton hält Wasser und puffert Trockenphasen ab, der Kalk entwässert und hält die Böden kühl. Auf den Plateaus darüber liegt der jüngere, härtere Portland-Kalk – dort wächst Petit Chablis. Diese geologische Grenze trennt die Appellationen bis heute.

Tommy Chevallier bewirtschaftet rund acht Hektar in Venoy und im Chablisien. Der Betrieb liegt westlich der Appellation, im Auxerrois; die Chablis-Parzellen selbst stehen auf den ton- und kalkhaltigen Böden der Herkunft. Zehn Hektar hat er sich als Obergrenze gesetzt – mehr will er nicht selbst bearbeiten.

Die Arbeit im Weinberg ist auf lange Lebensdauer der Stöcke ausgelegt: Schnitt nach Guyot Poussard zum Schutz der Saftbahnen, mechanische Bodenbearbeitung ohne Herbizide, Pflanzenschutz ausschließlich mit Schwefel und Kupfer, eigene Komposte. Ausgebrochen wird spät – eine Reaktion auf die Spätfröste, die in dieser Breite regelmäßig die Ernte kosten. Entlaubt wird zurückhaltend, damit die Laubwand in Trockenphasen Schatten wirft. Gelesen wird von Hand, was im Chablisien die Ausnahme ist: Der weit überwiegende Teil der Fläche wird maschinell geerntet.

Jahrgang 2024 – Chablis

Ein milder, nasser Winter führte zu frühem Austrieb. In den Nächten zum 22. und 23. April fiel die Temperatur unter null; in den Weinbergen des Chablisien brannten die Frostkerzen. Am 1. Mai folgte ein schwerer Hagelschlag, dem bis Ende Juli weitere kleinere folgten – örtlich sehr unterschiedlich verteilt. Die Juniregen zogen die Blüte über drei Wochen auseinander, entsprechend ungleichmäßig reiften die Trauben später.

Zwischen April und September fielen im Chablisien rund 634 Millimeter Niederschlag – annähernd das Doppelte dessen, was in der Côte Chalonnaise gemessen wurde. Der Druck durch Falschen Mehltau war massiv und traf Betriebe ohne systemische Mittel besonders hart; einzelne Güter gaben ihre Bio-Zertifizierung auf, andere hielten daran fest und ernteten einstellige Hektolitererträge je Hektar. Die Lese verlangte scharfe Selektion.

Was diese Saison hervorbrachte, sind moderate Mostgewichte, schlanke Körper und eine Säure, die man aus den warmen Jahrgängen der letzten Dekade so nicht mehr kannte. Wer Chablis aus den 1990er-Jahren im Gedächtnis hat, findet 2024 näher an dieser Fassung als an 2018 oder 2020. Die Domaine du Triptyque füllte rund 12.000 Flaschen – der erste Jahrgang aus dem eigenen Keller, nachdem 2023 mit etwa 5.000 Flaschen noch in fremder Kellerei entstanden war.

Spontangärung und Ausbau im Betontank

Die Trauben kommen von Hand gelesen in den 2023 fertiggestellten Keller in Venoy, einen Holzbau mit Miscanthus-Dämmung und Photovoltaik auf dem Dach. Die alkoholische Gärung läuft mit weinbergseigenen Hefen an, die Schwefelgaben bleiben sehr niedrig, weitere Zusätze verwendet Chevallier nicht.

Der Jahrgang 2024 reifte größtenteils im Betontank – das Material bringt thermische Trägheit und eine geringe Sauerstoffzufuhr, ohne Holzaroma beizusteuern. Ein Zehntel lag in fünfjährigen Barriques, die wenig abgeben und die Textur etwas öffnen. Nach der Assemblage folgten vier Monate im Edelstahltank, gefüllt wurde im November.

Grundsätzlich baut das Gut über zwölf bis achtzehn Monate und in sehr unterschiedlichen Gebinden aus: Edelstahl, Holzfass, Betontank, Betonei, Terrakotta-Amphore. Für 2024 blieb die Linie bewusst schmal – der Jahrgang trug keine lange Reife auf Holz.

Im Glas

Blasses Strohgelb mit grünlichem Rand. Die Nase bleibt kühl und wenig ausladend: Zitronenschale, grüner Apfel, nasser Stein, dahinter eine kreidige Note, wie sie der Kimmeridge-Mergel regelmäßig hervorbringt. Kein Holz, das sich vordrängt.

Am Gaumen schmal gebaut und geradlinig, von einer straffen, gut integrierten Säure getragen. Der Betonausbau gibt eine feine Griffigkeit ohne Fülle, die Barriquefraktion lockert die Mitte gerade so weit, dass der Wein nicht kantig wirkt. Der Abgang ist salzig-mineralisch und länger, als das schlanke Volumen vermuten lässt.

2024 ist Chablis in der Fassung, die es vor der Serie warmer Jahrgänge gab: wenig Volumen, viel Säure, klare Kontur.

Am Tisch

Der klassische Partner ist die Auster – die Säure und die salzige Ader brauchen keine Zitrone daneben. Ebenso passend: rohe Jakobsmuscheln, Ceviche, gegrillte Doraden, Forelle blau. Bei warmen Gerichten funktioniert alles, was nicht mit Sahne arbeitet, etwa Seezunge in brauner Butter oder Zander mit Fenchel.

Zu Käse eher Ziegenfrischkäse aus dem Yonne als gereifte Hartkäse. Serviert bei 10 bis 12 °C; bei zu kalter Temperatur verschließt sich die Aromatik, und die Säure tritt isoliert hervor.


Produzent Domaine du Triptyque, Tommy Chevallier, Venoy

Rebsorte 100 % Chardonnay

Lage Parzellen im Chablisien, ton- und kalkhaltige Böden auf Kimmeridge-Mergel

Klassifikation AOC Chablis

Jahrgang 2024

Vinifikation Handlese, Spontangärung mit weinbergseigenen Hefen, sehr niedrige Schwefelgaben

Ausbau überwiegend Betontank, 10 % fünfjährige Barriques, danach vier Monate Edelstahl, Füllung im November

Flaschengröße 0,75 l

Trinkempfehlung 2026 bis 2032

Zertifizierung biologischer Anbau, zertifiziert seit 2022, FR-BIO-10

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Weine

Arnaud Mortet Mazoyères-Chambertin Grand Cru 2021

Rotwein · Mazoyères-Chambertin Grand Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Mazoyères-Chambertin · Grand Cru Gevrey-Chambertin ~1,82 ha 2021

Der Mazoyères-Chambertin Grand Cru 2021 von Arnaud Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer kleinen Grand-Cru-Parzelle von rund 1,82 Hektar in Gevrey-Chambertin. Am Gaumen kraftvoll, opulent und elegant, mit komplexem Körper – im klassischen, frischen Stil des Jahrgangs 2021.


Mazoyères-Chambertin – Grand Cru in Gevrey-Chambertin

Mazoyères-Chambertin ist einer der Grand Crus von Gevrey-Chambertin und liegt an der Route des Grands Crus, die von Gevrey-Chambertin bis Morey-Saint-Denis verläuft, auf bis zu 280 Metern Höhe. Die Lage ist ausschließlich mit Pinot Noir bepflanzt; Mortet bewirtschaftet hier rund 1,82 Hektar.

Den Untergrund prägt steiniges Material: in den oberen Lagen kiesreich, an den Hängen Kalkstein mit wechselndem Tongehalt. Zahlreiche Fossilien zeugen von einem Urmeer, das vor rund 150 Millionen Jahren hier lag. Arnaud Mortet führt die Domaine (Denis Mortet) in Gevrey-Chambertin, eine der Spitzenadressen des Ortes.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Schnee und Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase bis in den Mai verzögerte die Erholung der Pinot-Reben; danach brachten atlantische Regenfälle hohen Mehltaudruck.

Stabileres, wenn auch nicht heißes Wetter im August und September ließ die Trauben reifen, sorgfältige Arbeit war gegen Fäulnis nötig. Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, von einer rund 1,82 Hektar großen Grand-Cru-Parzelle.

Der Wein reift im Eichenfass, ganz im Sinne der auf Finesse und Terroir-Ausdruck ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Die Farbe reicht von dunklem Rubin bis zu tiefer schwarzer Kirsche. Im Bukett Himbeere und Johannisbeere, ergänzt um Lakritz und Gewürze, dazu feine Anklänge von Rose, Veilchen, Moos und Unterholz. Am Gaumen kraftvoll, opulent und elegant, mit komplexem, üppigem Körper.

Himbeere und Johannisbeere, Lakritz und Veilchen – am Gaumen kraftvoll, opulent und zugleich elegant.

In der Jugend zugänglich, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre Flaschenreife. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Mazoyères-Chambertin, Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); steiniger Kalk-/Kiesboden mit Fossilien, bis 280 m, ~1,82 ha
Klassifikation: Mazoyères-Chambertin Grand Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Schaumweine

Clément & Fils La Godarde Blanc de Noirs 2019

Der Clément & Fils La Godarde Blanc de Noirs 2019 wächst auf einem sehr kleinen Stück Land in Coizard-Joches, wo der Pinot Noir schon 1974 gepflanzt wurde. Jedes Jahr gibt es davon um die 1.300 Flaschen – eine Rarität aus dem Tal des Petit Morin.

Im Glas

Hellgold, feine Perlen. Der Duft zeigt Birne, rote Beeren und etwas Zitrus, dazu eine leise Rauchnote vom Silex. Am Gaumen gerade und präzise, voller Kraft, salzig und elegant gebaut. Ein sehr langes, vibrierend frisches Finale.

Mach was draus

Fisch mit Beurre blanc, Jakobsmuscheln, Perlhuhn, Kalb oder ein gereifter Käse wie Comté. Auch pur ein Erlebnis für alle, die Blanc de Noirs mit Tiefe suchen. Serviere ihn bei 8 bis 10 °C im großen Glas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„La Godarde ist Pinot Noir mit Rauch und Salz. So etwas findet man nicht oft.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie wird er gemacht? In der alten Coquard-Holzpresse gekeltert, spontan vergoren, zum Teil im 205-Liter-Fass ausgebaut. Ungeschönt, unfiltriert, Dosage 1 g/l.

Wie arbeitet das Haus? Spontangärung mit wilden Hefen, Ausbau in alten Fässern, ohne Schwefel, ohne Filtration und ohne Schönung.

Was macht den Boden besonders? Silex und Kalk in Coizard-Joches geben dem Pinot Noir eine rauchige Note und salzige Spannung.

100 % Pinot Noir · Einzellage La Godarde in Coizard-Joches · Silex, Kalk · Reben von 1974 · Jahrgang 2019 · Coquard-Presse · wilde Hefen · teils im 205-l-Fass · ungeschönt, unfiltriert · Extra Brut, 1 g/l · ca. 1.300 Flaschen · Clément & Fils, Congy · Stand: Oktober 2026

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USA

Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2012

Rotwein · Walla Walla Valley AVA · Syrah

100 % Syrah The Tribe Vineyard The Rocks District of Milton-Freewater rund 8.800 Stöcke je Hektar 463 Kisten 2012

Der Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2012 stammt von Christophe Baron, dem Gründer von Cayuse, aus einer extrem dicht gepflanzten Parzelle im Rocks District des Walla Walla Valley. Ein herzhafter, salziger und konzentrierter Syrah von den Basaltkieseln – im Stil näher an der Côte Brune von Côte-Rôtie als an allem, was man sonst aus Nordamerika kennt. Erzeugt wurden nur 463 Kisten.


The Tribe Vineyard – dicht gepflanzter Syrah auf Basalt

The Tribe Vineyard umfasst rund drei Acres, gut einen Hektar, und liegt unmittelbar neben Christophe Barons Lage En Chamberlin im Rocks District of Milton-Freewater. Diese Unterregion des Walla Walla Valley ist die einzige Weinbauappellation der USA, deren Grenzen allein über einen Bodentyp gezogen wurden: einen kiesigen Lehm, der fast vollständig aus runden Basaltgeröllen besteht. Wie die galets roulés von Châteauneuf-du-Pape speichern die Steine tagsüber Wärme und geben sie nachts an die Trauben ab.

Die Besonderheit dieser Parzelle ist die Pflanzdichte. Gepflanzt wurde „sur échalas", wie an den steilen Hängen der nördlichen Rhône: jede Rebe an einem eigenen Pfahl, rund 3.555 Stöcke je Acre, umgerechnet etwa 8.800 je Hektar – ein Mehrfaches dessen, was in den USA üblich ist. So eng stehende Reben konkurrieren um Wasser und Nährstoffe, tragen wenig und wurzeln tief. Der Name Horsepower verweist darauf, wie diese Reihen bearbeitet werden: Sie sind zu schmal für einen Traktor, die Arbeit übernehmen Zugpferde.

Der Vergleich mit der Côte Brune ist kein Zufall. Baron, aus einer Winzerfamilie der Champagne stammend, hat die nördliche Rhône bewusst zum Vorbild genommen – Pflanzsystem, Syrah, Hanglage im Sinne dichter Bestockung. Der Rocks District liefert dazu die Wärme und die herzhafte, fleischige Aromatik, für die die Weine dieser Gegend bekannt sind.

Jahrgang 2012 – Walla Walla Valley

Der Jahrgang 2012 gilt im Bundesstaat Washington und im angrenzenden Walla Walla Valley als ausgeglichenes, sehr gutes Jahr. Nach einem kühlen Frühjahr folgte ein warmer, trockener und vor allem gleichmäßiger Sommer ohne längere Hitzespitzen. Der Herbst blieb mild und erlaubte eine ruhige, lange Reife.

Die Trauben kamen gesund und vollreif in den Keller, ohne dass die Frische verloren ging. Für Syrah auf den warmen Basaltkieseln bedeutet das Konzentration und Struktur bei erhaltener Spannung – gute Voraussetzungen für einen Wein, der heute, gut ein Jahrzehnt später, in einer schönen Trinkphase steht.

Rebsorte und Herkunft

Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2012, ausschließlich aus The Tribe Vineyard. Horsepower Vineyards ist Christophe Barons zweites Label neben Cayuse; es ist den dicht gepflanzten, mit Pferden bearbeiteten Parzellen vorbehalten und entsprechend klein. Von diesem Wein wurden 463 Kisten erzeugt.

Die Konzentration des Weins entsteht im Weinberg, nicht durch Extraktion im Keller: Bei so dichter Bepflanzung bringt jeder einzelne Stock nur wenige Trauben, die kleinen Beeren liefern viel Schale im Verhältnis zum Saft – daher Farbe, Tannin und Tiefe.

Im Glas

Tiefes Rubin mit beginnender Reife am Rand. In der Nase herzhaft, fast blutig: Asche, schwarzer Pfeffer, Steinsalz, schwarze Olive, nasser Stein, Tabak und getrocknete Blüten über dunkler Frucht aus schwarzer Kirsche und Pflaume, dazu getrocknete Kräuter, Paprika und Lakritz.

Am Gaumen vollmundig und konzentriert, mit ausgeprägt salziger Mineralität, reifen Tanninen und großer Länge. Die gut zehn Jahre Flaschenreife haben die Frucht in den Hintergrund und die herzhaften Töne nach vorn gebracht.

Pflanzdichte wie an der nördlichen Rhône, Basalt wie in Châteauneuf, Pferde statt Traktor: ein Syrah, der nach Stein und Fleisch schmeckt.

Bei 16–18 °C servieren. Eine Stunde vorher dekantieren und dabei vom Depot trennen. Heute gut trinkreif, mit weiterem Potenzial bis etwa 2032.

Am Tisch

Zu Lammkeule, gegrilltem Rind, Wild, kräftigem Barbecue oder gereiftem Hartkäse. Die herzhaften, salzigen Töne passen besonders zu Lamm mit Oliven und Rosmarin, geschmorter Ochsenbacke und Wildschwein.


Produzent Horsepower Vineyards, Christophe Baron, Walla Walla
Rebsorte 100 % Syrah
Lage The Tribe Vineyard, The Rocks District of Milton-Freewater, Walla Walla Valley (Oregon, USA) · rund 3 Acres · Basaltgerölle
Klassifikation Walla Walla Valley AVA · trocken
Jahrgang 2012
Vinifikation Pflanzung sur échalas, rund 3.555 Stöcke je Acre · Bearbeitung mit Zugpferden
Trinkempfehlung jetzt bis 2032
Auflage 463 Kisten

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