>Der Eintritt in das Restaurant Nerua im Guggenheim-Museum in Bilbao beginnt direkt mit einer kleinen Überraschung; man steht quasi direkt in der offenen Küche und kann 20 Köche bei ihrem Handwerk beobachten. Sogleich bekommt man dort eine Anchoa Algen Consommée als Begrüßung gereicht und wird an diesem stylischen Ort willkommen geheißen. Der Speiseraum wirkt kühl und zweckmäßig. Ein komplett weißer Raum, eine leicht geschwungene silberne Decke, aus der klassische Musik schallt und große Tische mit weißen Tischdecken und sonst nichts. Der ganze Fokus liegt auf diesem modernen Ambiente und den gereichten, reduzierten Gerichten, welche sodann in der Menüfolge serviert werden. Diese wirken spartanisch, sind dabei aber wohl bedacht und bei einem Einsatz von drei bis vier Rohstoffen ist jeder an sich perfekt schmeckbar. Man fühlt sich ein wenig auf das Raumschiff Enterprise versetzt, ist dabei aber froh, dass die Küche in der Zukunft immer noch mundet und es auch noch gute und natürliche Zutaten gibt.
Champagner · Blanc de Noirs · Puisieulx Grand Cru
Der Aurore Casanova Les Petites Vignes Pinot Noir ist ein Blanc de Noirs aus dem Grand Cru Puisieulx an der Montagne de Reims – zu 100 % aus Pinot Noir der Einzellage „Les Petites Vignes", mit stark reduzierten Erträgen aus alten Reben. Die kleine Winzerin Aurore Casanova vinifiziert naturnah und spontan und bewirtschaftet ihre Reben biologisch. Trotz der roten Rebsorte ist es ein goldener, weißer Champagner mit feiner Perlage.
Puisieulx Grand Cru
Puisieulx ist eines der kleinsten der 17 Grands Crus der Champagne und liegt am Fuß der Montagne de Reims. Die Pinot-Noir-Reben der Parzelle „Les Petites Vignes" stammen aus alter Selektion (1968–69) und sind nach Osten ausgerichtet, auf Lehmböden über hartem Kalkstein. Der kreidige Untergrund verleiht dem Wein Mineralität und Salzigkeit. Der Weinberg wird biologisch und nach dem biodynamischen Kalender bewirtschaftet.
Assemblage und Ausbau
Der Champagner besteht zu 100 % aus Pinot Noir und ist als Blanc de Noirs weiß ausgebaut. Nach der Handlese und einer schonenden Direktpressung vergärt der Most spontan; der Ausbau erfolgt auf der Hefe im Fass, ohne Abstich, über mindestens elf Monate. Der Wein ist eine Assemblage mehrerer Ernten, ergänzt um eine perpetuelle Reserve. Abgefüllt wird ohne Schönung und Filtration.
Im Glas
Goldfarben mit schimmernden Reflexen und feiner, zarter Perlage. In der Nase komplex: rote, kandierte Früchte, begleitet von subtilen Gewürznoten wie Pfeffer und Lakritz. Am Gaumen elegant und harmonisch, mit fruchtbetonter Tiefe; die Länge wird von einer weichen Säure und leicht jodigen Noten getragen, dezent ergänzt durch eine salzige Spur und frische Bitternoten.
Am Tisch
Bei 8–10 °C servieren. Klassische Begleitung: gebratenes Geflügel, Wild, Lachs und Thunfisch, Pilzgerichte sowie gereifte Käse. Ein gastronomischer Blanc de Noirs, der auch zu kräftigeren Speisen passt.
