Es war einmal eine Frau, die 2 Töchter namens Schneeweisschen und Rosenrot hatte. Die Frau war eine gute Weinhändlerin und hatte einen großen Vorrat. Draussen im Garten standen 2 Weinflaschen. Die eine glich Schneeweisschen, da es ein Weiswein war, und die andere passte zu Rosenrot, da es ein Rotwein war und er rosig schmeckte. Beide Mädchen waren sehr gutherzig und halfen immer ihrer Mutter im Haus. Eines Tages las die Frau den beiden Mädchen eine Geschichte vor. Es war Winter, also schneite es und der Himmel war schon dunkel. Da klopfte es plötzlich und die Mutter sagte „Schneeweisschen, öffne doch bitte die Tür, es ist bestimmt ein Obdachloser, der kein Dach über dem Kopf hat und Zuflucht sucht.“ Also ging Schneeweisschen und öffnete die Tür. Doch vor der Tür stand kein Obdachloser, sondern ein großer riesiger Bär. Schneeweisschen schrie und versteckte sich mit Rosenrot hinter dem Sofa. Der Bär aber sprach: „Habt keine Angst, ich tu niemanden was zu leide. Ich bin Vegetarier. Ich brauche eine Unterkunft, im Wald erfriere ich sonst.“ Die Frau ließ den Bären herein und bat ihn, sich vor den Kamin zu legen. Schneeweisschen und Rosenrot klopften ihm den Schnee aus dem Fell und die Mutter brachte ihm 2 Weinflaschen. Der Bär leerte die Flaschen innerhalb von 2 Minuten und musste danach ständig hicksen. Am nächsten Morgen ging er zurück in den Wald. Im Winter kam er jetzt von nun an immer abends zu Schneeweisschen und Rosenrot und der Frau. Er trank immer 2 Flaschen Wein und lachte mit den beiden Mädchen. Als der Frühling kam, verabschiedete er sich von der Familie, weil er jetzt im Wald schlafen konnte. Die Frau gab ihm ein paar Weinflaschen mit, weil er sonst einen Entzug haben würde und das nicht überlebt hätte. Er rannte in den Wald und die Mädchen guckten ihm hinterher bis er von den Bäumen verschluckt wurden. Am nächsten Morgen gingen Schneeweisschen und Rosenrot in den Wald, um den Tieren „hallo“ zu sagen, da sie heute aus ihrem Winterschlaf erwachen oder aus den Süden wieder kommen würden. Nach einiger Zeit erblickten sie einen Baum, der umgekippt war. Daneben war ein kleiner Mann, der laut fluchte und wie wild herumhüpfte, da sein Bart eingeklemmt war. Sie gingen zu ihm und fragten, ob er Hilfe bräuchte. Er fluchte: „Ihr Görren, steht da nicht so doof rum und glotzt mich an als wäre ich ein Marsmensch.“ Rosenrot holte aus ihrer Tasche einen Korkenzieher und versuchte mit den Messer seinen Bart durchzuschneiden. Als der böse Zwerg frei war fluchte er noch mehr: „Ihr undankbaren Gören. Einfach meinen teuersten und schönsten Bart durchzuschneiden. Ich verfluche euch. Und jetzt gebt mir einfach euren teuren Wein und verschwindet aus meinem schönen Wald!“
Er hielt die Hand fordernd auf und guckte sie böse an. Rosenrot holte aus ihrem Rucksack 2 Flaschen Wein heraus, gab sie dem Zwerg und rannte mit Schneeweisschen Hand in Hand fort, weg von dem bösen Zwerg. Der Zwerg lachte und trank einen großen Schluck aus der Weinflasche. Am nächsten Tag forderte die Mutter die beiden Mädchen auf in die Stadt zu gehen und etwas Brot und Wurst zu kaufen. Sie kamen an einer Weide vorbei und da sahen sie auf einmal eine riesige Kuh und neben ihr ein zappelndes Männchen. Schneeweisschen und Rosenrot rannten zu der Kuh und erkannten den bösen Zwerg. Er hing mit seinem Bart unter dem Fuß der Kuh und versuchte das Bein der Kuh wegzudrücken. Doch die Kuh war stur und machte nur „muh“ und aß ihr Gras. Also holte Rosenrot wieder ihren Korkenzieher heraus und schnitt den Bart des Zwerges noch kürzer. Als der Zwerg frei war betrachtete er seinen Bart und schrie wütent: „Ihr nichtsnutzigen Mädchen, ihr zerstört das beste Stück meines Körpers und denkt nur an euch. Seht ihr etwa aus wie Friseure oder wieso denkt ihr, ihr habt so ein Talent dafür, fremde Bärte zu kürzen. Ahhhhhh, ich brauche jetzt einen Riesling. Rosenrot, sofort bitte!“. Rosenrot wollte gerade die Flasche heraus holen, da kam ein großer schwarzer Bär von der anderen Seite des Feldes. Der Zwerg fing an zu zittern und wollte wegrennen, aber der Bär war schneller und hielt ihn an seinem zurückgebliebenen Bart fest. Der Zwerg schrie hystersich und bat darum, dass er ihn verschonen solle. Den Bär interessierte das nicht und lies ihn einfach fallen. Der Zwerg rührte sich nicht mehr und lag bewusstlos auf dem Gras. Die beiden Mädchen wollten wegrennen, doch der Bär sprach zu ihnen: „Fürchtet euch nicht, in bin euer Freund, Schneeweisschen und Rosenrot!“. Die beiden Mädchen erkannten sofort seine Stimme und umarmten ihn. Plötzlich verwandelte er sich in einen jungen, mit Gold bekleideten Mann. Er erklärte den Mädchen, dass er ein König sei und der Zwerg auf ihn einen Fluch gelegt hatte, das er ein Bär ist, bis sich jemand in ihn verliebe. Schneeweisschen wurde rot und trank einen Schluck Wein. 10 Jahre später waren Schneeweisschen und der Prinz verheiratet und Rosenrot mit dem Bruder des Prinzen. Sie hatten ein großes Grundstück mit lauter Weinreben und die Mutter der beiden war die bekannteste Weinhändlerin Deutschlands. Den Weinladen gibt es heute immer noch. Er liegt in Wuppertal und wird von einem fröhlichen Weintrinker geführt. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann trinken sie noch heute. Vega
