Was für ein Verdejo ist das nur? Eine unfassbar stramme und reife Säure ist das Bindeglied des ganzen Weines. Wie ein zwischen zwei Punkten zu stark gespannter Bindfaden vibriert er die ganze Zeit im Körper und lässt spontan an Weine aus dem Rheingau erinnern. Der Stil ist dabei unheimlich reintönig, fast wie Quellwasser; Aromen von Gurke, Lychi, Mandeln, zarte Aprikose und anderes Kernobst erstrahlen formidabel am Gaumen. Das Ende ist nachhaltig lang, allerdings nicht brachial. Es ist schon mehr als ein tolles und leckeres Experiment, das sich hier Ismael Gozalo ausgedacht hat als er den rheinhessischen Winzer Klaus-Peter Keller um Hilfe bat, einen Verdejo im Stile eines trockenen Top-Rieslings zu erschaffen. Das Experiment kann sich mehr als trinken lassen und eröffnet ganz neue Horizonte der oftmals banalen, fruchtbetonten Verdejos. Der „Verdling“ hat Potenzial, und ein gewisses Suchtpotential kann man diesem Tropfen leider auch nicht absprechen.
Weißwein · Puligny-Montrachet · Chardonnay
Eine winzige Parzelle, ein großer Wein: Der Jean-Marc Vincent Puligny-Montrachet „Corvées des Vignes" 2021 stammt von gerade einmal 0,25 Hektar mit über vierzig Jahre alten Chardonnay-Reben. Würzig, präzise salzig-mineralisch und mit unendlicher Dichte am Gaumen – ein kleines Meisterwerk.
Corvées des Vignes – salzige Präzision aus Puligny
Puligny-Montrachet liegt an der Côte de Beaune und ist weltberühmt für seine Weißweine aus Chardonnay; vier Grand-Cru- und 17 Premier-Cru-Lagen haben hier ihre Heimat. Der Ruf der Appellation gründet auf dem Terroir: kalksteinreiche Böden und ein spezifisches Klima verleihen den Weinen eine feine Mineralität und feste Struktur, die sie klar von den Nachbardörfern Chassagne-Montrachet und Meursault unterscheidet.
Die Lage „Corvées des Vignes" ist eine kleine Village-Parzelle am Rand der Appellation. Der Rebbestand aus über vierzig Jahre alten Chardonnay-Stöcken gedeiht auf feinem Schlicksand über Kalkstein – die Grundlage für die salzig-mineralische Präzision und die Dichte dieses Weins.
Jahrgang 2021 – Puligny-Montrachet
2021 war an der Côte de Beaune ein kühler, anspruchsvoller Jahrgang, der bei sorgfältiger Arbeit besonders klar gezeichnete, frische Weißweine mit lebendiger Säure und kühler Eleganz hervorbrachte. Auf dem feinen Schlicksand über Kalkstein und im präzisen Ausbau ergibt das einen dichten, salzig-mineralischen und zugleich frischen Chardonnay mit ausgeprägter Säurespannung und großer Länge.
Ausbau
Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2021, Puligny-Montrachet (Village), trocken.
Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg von Hand, mit konsequent niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese. Im Keller vergärt der Wein spontan mit den weinbergseigenen Hefen und reift anschließend auf der Feinhefe im Holzfass – ein Ausbau, der die mineralische Präzision der Lage bewahrt und ihr Tiefe und Textur verleiht.
Im Glas
Würzig, präzise salzig-mineralisch, fest in der Traubenfrucht und lang und frisch im Nachhall sind seine primären Merkmale. Dieser Puligny hat eine unendliche Dichte und ist am Gaumen unwiderstehlich, fein, gleichzeitig kraftvoll und lang anhaltend. Ein kleines Meisterwerk!
Unendliche Dichte, salzige Präzision, unwiderstehlich am Gaumen – ein kleines Meisterwerk.
Im jugendlichen Stadium bei 11–12 °C servieren; bei guter Lagerung gewinnt der Wein über mehrere Jahre.
Am Tisch
Ein klassischer Begleiter zu edlem Fisch und Meeresfrüchten – Jakobsmuscheln, Steinbutt oder Hummer –, ebenso zu Geflügel in heller Sauce oder gereiftem Hartkäse.
