„Warum muss ich eigentlich auf meine natürlich erzeugten Weine schreiben, dass es Bio Weine sind. Eigentlich müsste doch auf allen anderen Weinen stehen, welche Chemie bei diesen eingesetzt wurde … und das sind mindestens 95 % aller erzeugten Weine.“ Allein dieser Satz sagt alles über einen Mann namens Ismael Gozalo aus. Bekannt geworden ist er durch das Weinprojekt Ossian. Eine Kellerei, die sich darauf konzentriert hat, die besten Weißweine Spaniens zu produzieren. Und warum? Weil gute Weißweine bis vor zehn Jahren in Spanien, bis auf zwei, drei Ausnahmen, einfach nicht existent waren und weil Ismael Gozalo um den Schatz seiner Reben weiß: über zweihundert Jahre alte, wurzelechte Verdejo Reben! Bei Ossian wird jede Parzelle seperat vinifiziert und anschließend in verschiedene Fässer aus französischer Eiche gelegt. Waren die ersten Prototypen dieses Weines noch mit viel neuer Eichenwürze überladen, geht die Tendenz immer mehr zu subtiler Feinheit und salziger Mineralität. Die rein funktional eingerichtete Kellerei bringt zur Zeit einen Basis Verdejo namens Quintaluna hervor, den Ossian und den Capitel de Ossian. Aber die Experimentierfreudigkeit von Gozalo scheint keine Grenzen zu kennen. So entstanden nun, ganz neu, zwei unterschiedliche Verdejos, die deutschen Rieslingen nachempfunden wurden. Die beiden Weine namens Verdling wurden in der fruchtig süssen Version von dem Leiwener Moselwinzer Nik Weis begleitet, und bei der trockenen Version stand der rheinhessische Musterwinzer Klaus-Peter Keller Pate. Und ein Botyrtis befallener Verdejo Prototyp, von wirklich herausragender Qualität, schlummert noch in einem Fässchen. Bei Ossian scheint nichts unmöglich zu sein und es wird immer nach weiteren Optimierungen geforscht, und das ist erst der Anfang von Ismaels Schaffen …
Champagner · Premier Cru · Pinot Meunier · Extra Brut
Egly-Ouriet Les Vignes de Vrigny Premier Cru Extra Brut ist ein Winzerchampagner aus 100 % Pinot Meunier – jener oft unterschätzten Rebsorte der Champagne. Egly-Ouriet begegnet ihr mit derselben Ernsthaftigkeit wie dem Grand-Cru-Pinot-Noir: eine Cuvée mit Tiefe, Präzision und Charakter. Im Glas ein glasklares, fruchtbetontes Bild von Meunier.
Vrigny
Die Weinberge in Vrigny liegen auf der Petite Montagne de Reims, einem der wenigen Premier-Cru-Terroirs der Champagne, das vor allem Pinot Meunier hervorbringt. Vier Parzellen auf Kreideböden, mit Reben aus dem Jahr 1970 – über fünfzig Jahre Wurzeltiefe.
Rebsorte und Ausbau
Der Champagner besteht zu 100 % aus Pinot Meunier. Grundlage ist der aktuelle Basisjahrgang, ergänzt durch 50 % Reserveweine aus zwei älteren Jahrgängen. Als einzige Abfüllung des Hauses wird der Vrigny ohne Holzkontakt im Edelstahltank ausgebaut und ohne Filtration abgefüllt. Lange Hefelagerung; Dosage 2 g/l.
Im Glas
In der Nase Birne, Roggenbrot und rote Kirsche – ausdrucksstark und fruchtbetont, aber nie plump. Am Gaumen mittlerer bis voller Körper, fleischig und fruchtreich, mit einer Säure, die trotz aller Reife Spannung hält. Der Abgang ist lang und klar. Der Wein entwickelt sich im Glas und braucht Luft.
Am Tisch
Wer jetzt öffnet, sollte dekantieren oder den Wein eine Stunde im Glas lassen; ein bis zwei Jahre Kellerzeit machen ihn zugänglicher und komplexer. Serviertemperatur 8–10 °C.
Klassische Begleitung: Geflügel, Kalbsbries, gereifter Ziegenkäse und klassische Champagnerküche.




