Die Vorgabe „Jetzt kommt ein ordentlicher Wein“ erfüllt dieser 2012er Montrose voll und ganz. Leider ist dem aber nicht viel mehr hinzuzufügen. Das Primäraroma von frischem Straßenteer und jeder Menge unreifer Paprika kann sich leider nicht weiter entwickeln. Am Zäpfchen präsentieren sich dann leider jede Menge unreife Gerbstoffe, die schon fast weh tun. Irgendeine Fruchtnote besitzt dieser Bordeaux leider auch nicht und der Mittelteil im Mund ist schon ziemlich dünn und mündet in einen wässrigen, quasi nicht vorhanden Abgang. Nun könnte sicherlich argumentiert werden, dass der Tropfen sich in der Verschlussphase befindet, doch sollte dies so sein, was wirklich zu hoffen wäre, wird das Ergebnis in ein paar Jahren wohl nicht wirklich besser schmecken. Es ist schon sehr verwunderlich, dass der Wein überhaupt in diesem Zustand auf den Markt gebracht wurde. Dieser Wein beweist einmal mehr, dass, so gut große Bordeauxs in guten Jahren auch schmecken können, diese in schwachen Jahren, zudem unausgereift, eigentlich eine Preis- Leistungs unverschämtheit sind.
Rotwein · McLaren Vale · Grenache-Cuvée
Der Noon Eclipse 2012 gehört zu den absoluten Old-School-Weinen – seit jeher handgemacht, von uralten Grenache-Buschreben aus McLaren Vale. Enorm zugänglich und weich, am Gaumen mit Belüftung vielschichtig und würzig, wie man es vom Eclipse kennt.
Noon – Kult aus McLaren Vale
Noon ist ein winziges Kult-Weingut in McLaren Vale, das Drew Noon – einer der wenigen Masters of Wine Australiens – 1996 von seinen Eltern übernahm. Sein Ansatz ist konsequent old school: Trockenanbau, Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Korbpresse und minimaler Eingriff im Keller. Zu jeder Ernte gibt Drew klar an, was „Mother Nature" ihm beschert hat – ehrliche, ungeschminkte Weine.
Der Eclipse ist die Grenache-dominierte Cuvée des Guts, im Geist der großen Châteauneuf-du-Pape gemacht. Die Trauben stammen von uralten, wurzelechten Grenache-Buschreben, die bereits 1934 und 1943 gepflanzt wurden, ergänzt um etwas Shiraz und Graciano. Ab dem Jahrgang 2012 wird der Eclipse vollständig aus den eigenen Estate-Weinbergen in McLaren Vale erzeugt.
Jahrgang 2012 – McLaren Vale
2012 kühlte es in McLaren Vale ab Februar deutlich ab und blieb bis zur Lese kühl – das ergab einen etwas helleren, zugänglicheren und feiner gezeichneten Eclipse als in manch wärmeren Vorjahren. Schon jung weich und charmant, zeigt er mit Luft die gewohnte Vielschichtigkeit und Würze.
Assemblage und Ausbau
Cuvée aus 88 % Grenache, 9 % Shiraz und 3 % Graciano, Jahrgang 2012, trocken.
Handlese, Gärung in kleinen offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Pressung von Hand in kleinen Korbpressen. Reife über rund 18 Monate in kleinen französischen und amerikanischen Fässern sowie großen Holzgebinden (Demi-muid, Foudre) – fast ausschließlich gebrauchtes Holz, nur ein kleiner Anteil neue Eiche für den Shiraz-Teil. Minimal-invasiv ausgebaut, ungeschönt und ungefiltert.
Im Glas
Heller als in den Vorjahren. Enorm zugänglich, weich und mit einer feinen vanilligen Note, wie man sie so gar nicht vom Eclipse kennt. In der Nase reife rote Frucht – Johannisbeergelee, Himbeere, getrocknete Maulbeere – mit Anklängen von Gewürzkuchen, Pfeffer, Kardamom und Eukalyptus. Am Gaumen mit Belüftung vielschichtig und würzig, üppig fruchtig, getragen von samtigen Tanninen und belebender Frische.
Old school, handgemacht – mit Belüftung vielschichtig und würzig, wie immer.
Profitiert deutlich vom Dekantieren (mindestens eine halbe Stunde). Bei 16–18 °C servieren.
Am Tisch
Großartig zur Ente, zu Wild und kräftigem rotem Fleisch, zu reich gewürzten Schmorgerichten sowie zu gereiftem Hartkäse.
