Europa Weinminster Klaus Gonzalez gibt auf.
Seit Jahren bemüht sich Europa Weinminister Klaus Gonzalez um einen freien und liberalen Alkoholmarkt in Europa, welcher durch ein großes Angebot, größtmögliche Qualität und Vielfalt Winzern, Brennern und Verbrauchern in ihrem Beruf und Leben helfen soll. Nachhaltigkeit und Besonnenheit mit dem sehr sensiblen Thema „Alkohol“ war die Faustformel und die Botschaft des bisher noch umtriebigen Ministers. Genuss und Lust, Freude und Feiern sind seit Jahrhunderten die positiven Folgen von massvollem Alkoholkonsum. So ist Wein noch weitestgehend ein Naturprodukt (was sich zur Zeit allerdings dramatisch ändert), wurde im Mittelalter auch nachweislich als Heilmittel eingesetzt und stärkt nicht nur lokale Strukturen, sondern bildet mit vielen wundervollen und hübschen Weinregionen auch die Kulturlandschaft ganzer Regionen. Getragen werden diese Kulturlandschaften von kleinen Betrieben, die nicht nur die Umgebung pflegen und prägen, sondern auch mit ihren lokalen Produkten für eine atemberaubende Geschmacks Vielfalt sorgen. Ein Muscat aus dem Elsaß, ein Silvaner aus Franken, ein Albariño aus Galizien, ein Gamay aus dem Beaujolais, ein Furmint aus dem Tokaj, ein Nebbiolo aus dem Piemont sind lokale Spezialitäten und bilden mit vielen weiteren Spezialitäten das Rückgrad für eine große Diversifikation in der Landwirtschaft und einen Identitätssinn von Menschen mit ihren lokalen Gepflogenheiten.
Diese seit Urzeiten gewachsenen Wirtschafts- und Sozialstrukturen werden nach und nach aufgeweicht und teilweise sogar kriminalisiert. Das große globale Massenkonstrukt mit seinen Abmahn Anwaltskanzleien und irrwitzigen EU-Gesetzen und Deklarationsforderungen, welche die meisten Menschen sowieso nicht verstehen, bilden das Rückgrad für eine große Veränderung des vorhandenen Systems. Was macht es für einen Sinn, wenn ein nachhaltiges, biologisches Handeln eines jeden Bürgers gepredigt wird und ganz andere Gesetze erlassen werden? Der Online Markt soll liberalisiert werden, dann kann sich jeder sein Biohuhn aus Südfrankreich per Kurier zuschicken lassen und wenn es dann doch nicht so schmeckt wie man es sich vorgestellt hat, kann das politisch und landwirtschaftlich korrekt nach Paragraphen aufgewachsene Hühnchen automatisiert sofort wieder zurück geschickt werden (bald wird es das Huhn auch als vegane, genmodifizierte Version geben). Alles kommt natürlich per Courier im 24 Stunden Bestelltakt und verpestet kaum die Luft und sorgt auch nicht dafür, dass einige Straßen unter akuter Verstopfungsnot leiden. Der einzig richtige Weg, sein Huhn zu Fuß oder mit dem Fahrrad vom Markt, direkt vom Bauern oder zumindest vom ortsansässigen Händler vor Ort abzuholen, wird überhaupt nicht gefördert. Dieses Beispiel steht im Grunde genommen für alle Handelswaren und zunehmend auch für den Dienstleistungssektor. Aber es sind ja immer nur die Anderen, die das so machen …
Eine sehr merkwürdige Entwicklung, in der die Wege immer kürzer und schneller zu sein scheinen, wir immer schneller alles haben können und wir auch glauben alles zu wissen, aber jede Nachhaltigkeit im Sozialen, wie auch wirklich gute Lebensmittel immer seltener werden. Wir verlieren nach und nach nicht nur unseren Geschmack, wir verlieren auch unsere Kulturlandschaften und damit eine eigene lokale Identität, welche so wichtig für jeden Menschen ist, wie ein lokaler Fußballverein oder ein Marktfest oder ähnliche örtliche Errungenschaften.
Die Multinationalen erobern mit ihren gierigen Geier-Anwälten und Lobbyisten nach und nach Markt für Markt und suggerieren uns die schöne neue Welt, die für uns so viel besser zu sein scheint. Aufwachen und dies alles realisieren werden wir natürlich erst viel später, wenn es dann auch schon viel zu spät ist.
Da Europa Weinminister Klaus Gonzalez dies nun erkannt hat, legt er alle seine Ämter mit sofortiger Wirkung nieder und gibt, von Abmahn Anwälten schwer gebeutelt, auf. Berichten zufolge soll er sich auf den Weg in die Antarktis gemacht haben, um dort eine Pinguinfarm zu gründen. (Es handelt sich hier um einen satirischen Text)