Der lästige Besuch möchte nicht gehen? Man ist nicht mehr gewillt einen halbwegs interessanten Wein zu öffnen? Das Gemeckere der Anwesenden stört und selber möchte man den Abend nur noch schnell hinter sich lassen und schleunigst komplett vergessen?
Das ist alles kein Problem, wenn man in seinem Keller Weine über Jahrzehnte beherbergt hat und sich diese im Laufe der Jahrzehnte zu flüssigen „Rauswurf Waffen“ entwickelt haben. Der 1995er Barolo von Michele Chiarlo und der 1996er Jaboulet Hermitage La Chapelle (beide aus der 0,375 Liter Flasche getrunken) gehören in jedem Fall in diese Kategorie. Der Hermitage kann schon mit einem eleganten Säurestich in der Nase punkten, ist am Gaumen schal und macht insgesamt einen ziemlich bedauernswerten, kaputten Eindruck.
Auch wenn dem Barolo ein schöner Duft von gewissen Kreisen angedichtet wurde, kann dem nach Kerzenwachs und Raffinerieöl stinkenden Nebbiolo nicht Gutes mehr abgewonnen werden. Wenn im Geschmack dann auch noch massive unreife Gerbstoffe, eine unerträgliche Säure und Aromen von Klostein dazu kommen, ist ein netter Abend schnell und abrupt zu Ende. Dann kann nur noch ein gut gekühlter Txakoli Stimmung und Geschmack retten …

