Joh. Jos. Prüm Zeltinger Sonnenuhr Riesling Spätlese Goldkapsel 1998 – Mosel – Deutschland
Und da ist wieder einmal ein Riesling von dem Winzer J. J. Prüm von der Mittelmosel. Diesmal hat es eine „arme“ 1998 Zeltinger Sonnenuhr Riesling Spätlese Goldkapsel erwischt. Der Weinjahrgang 1998 gehört für die Mosel sicher nicht zu den ganz großen Jahren. Dieses Jahr zeichnete sich im Sommer mit über 40 Grad gemessenen Temperaturen als sehr warmes Jahr aus. Was generell sehr gut für andere Rebsorten ist, ist bei dem sehr feinen und subtilen Riesling nicht immer von Vorteil. Es fehlt dann die so zwingend notwendige Säurestruktur und Spitzigkeit für diese eleganten Tropfen. Das Hause Joh. Jos. Prüm hat diesen Jahrgang (wie fast jeden Jahrgang auch) allerdings bravourös gemeistert. Der Duft ist grandios, viel Steinobst, starkes Frühlingswiesen Aroma, nur ein Hauch Firnis, welcher sich durch leichte Vanillenoten zeigt sowie Frische, als ob man in eine kalte Winternacht einatmet. Im Mundgefühl bietet der Wein dann ein sehr traubiges Mundgefühl, spannend und für einen fruchtsüßen Riesling sehr voll, die dem Wein sehr gut zu Gesicht steht. Der Abgang ist dann etwas kurz und auch die sonst so spannende Säure, die einen Moselwein sonst so lebendig macht, fehlt leider ein wenig. Das Fazit lautet dann auch: es handelt sich für den Jahrgang um einen tollen Wein, ein ganz Großer wird es wahrscheinlich dennoch nicht werden. Dies ist allerdings Jammern auf allerhöchstem Niveau!
Weißwein · Graach (Mosel) · Riesling (Beerenauslese, edelsüß)
Die Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Beerenauslese 1997 ist eine gereifte, edelsüße Rarität aus einer der besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Dicht, tief und von großer Aromenkomplexität – getragen von feinster Mosel-Säure.
Graacher Domprobst – Steillage über der Mittelmosel
Das Weingut Willi Schäfer in Graach zählt zu den stillen Größen der Mittelmosel: kompromissloser Riesling von Schiefer aus drei herausragenden Lagen – Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich und Wehlener Sonnenuhr.
Die VDP.Große Lage Domprobst liegt oberhalb von Graach und gehört zu den besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Die nach Südwest bis Süd-Südwest ausgerichteten Weinberge fallen mit 45 bis 75 % Neigung zur Mosel ab (110–260 m) und bestehen aus Blau- und Grauschiefer mit geringem Tonanteil – die Grundlage für Mineralität und gutes Wasserspeichervermögen. Ein besonderes Merkmal sind die teils noch erhaltenen wurzelechten Reben, die über 100 Jahre alt sein können. Schon der Trierer Domprobst sicherte sich im 18. Jahrhundert Anteile der Erträge.
Jahrgang 1997 – Graach (Mosel)
1997 war an der Mosel ein reifer, gesunder Jahrgang, der die Bildung edelster Botrytis begünstigte. Aus den edelfaulen, hochreifen Beeren der Domprobst entstand eine konzentrierte Beerenauslese; die inzwischen langjährige Flaschenreife hat den Wein in eine tiefe, vielschichtige Reife geführt.
Herstellung und Ausbau
Edelsüße Riesling Beerenauslese aus der Graacher Domprobst, Jahrgang 1997; 100 % Riesling von Blau- und Grauschiefer, aus edelfaulen (botrytisierten) Beeren.
Nach selektiver Handlese edelfauler Beeren wird der Wein traditionell im Stil des Guts vinifiziert; die kühle Gärung bewahrt die intensive natürliche Restsüße und die feine, tragende Mosel-Säure. Seither reift der Wein über viele Jahre auf der Flasche.
Im Glas
Eine gereifte, edelsüße Beerenauslese von großer Dichte: kandierte Aprikose und Dörrfrucht, dazu Honig, Orangenmarmelade, ein Hauch Karamell und eine feine, rauchig-mineralische Schieferader. Am Gaumen dicht und ölig-süß, doch von einer lebendigen, klaren Mosel-Säure balanciert, mit einem sehr langen, vielschichtigen Nachhall.
Kandierte Aprikose und Dörrfrucht über Honig, Orangenmarmelade und feiner, rauchig-mineralischer Schieferader – dicht und ölig-süß, von lebendiger Mosel-Säure balanciert, mit sehr langem Nachhall.
Eine gereifte, edelsüße Mosel-Rarität mit enormer Länge. Bei 8–10 °C servieren.
Am Tisch
Zu Blauschimmelkäse und gereiftem Hartkäse, zu Foie gras, zu Desserts mit Frucht und Karamell sowie als edelsüßer Solist zum Ausklang.
