The Bombay Brasserie – London – Großbritannien
Der Zufall wollte es so, dass der erste Weg eines mehrtägigen Londonaufenthalts direkt in das im Stadtteil Kensington liegende indische Restaurant The Bombay Brasserie führte. Noch mit den Koffern im Anschlag und aus der U-Bahn Station taumelnd, war es von außen betrachtet das erste nett wirkende Lokal, welches im Sichtfeld erschien. Nach Eintritt durch das große Portal erwartet den Gast erst einmal ein großer hoher Raum und eine Wand voller Spirituosen. Der Weg in das Restaurant führt also hier ohne Zweifel durch die hauseigene Bar. Der noch größere Speisesaal ist herrlich kitschig im alten englischen Kolonialstil ausstaffiert und erinnert beim ersten Betrachten auch ein wenig an viele schreckliche asiatische Restaurants, wo die zubereiteten Lebensmittel mit etlichen Zusatzstoffen gedopt werden. Die anfängliche Angst vor einer unbekannten Küche in einem Restaurant, welches man überhaupt noch nicht einordnen kann, ist unbegründet. Nett, aber förmlich ist die Bedienung und einfach große Klasse das Essen. Ohne von der indischen Küche überhaupt nur eine Grundahnung zu haben, muss nach diesen Speisen schon gesagt werden, dass man sich damit doch einmal näher beschäftigen muss. Vorab gab es knusprige, geschmacksneutrale Kartoffelhüllen, dazu einen Mango- Chili Dip. Eigentlich wie gute Chips, nur muss der Gast die Chips selber würzen, indem er diese in die Sauce dippt.
Danach werden alle bestellten Speisen einfach in die Mitte des Tisches gestellt und jeder kann nach Lust und Laune alles probieren. Eine sehr kommunikative Art des Essens, die je nach Hunger und Geschmack auch schon einmal zu einem ordentlichen Streit am Tisch über die dargebotenen Ressourcen führen kann. Sehr schmackhaft dabei das Gebäck mit jungem, frischen Spinat, ausgebackenem Basilikum und Tomaten, Granatapfelkernen, Joghurtsauce und einem Tamarinden Chutney. Auch das Hühnchen Curry und der ausgebackene Krebs wussten esstechnisch zu gefallen. Dabei ist alles für mitteleuropäische Gaumen stark gewürzt und ein wenig spicy dazu. Der erste kulinarische Eindruck Londons, bzw. in diesem Fall einer ehemaligen Kolonie des Empires, ist also spontan großartig und schreit nach mehr Gewissheit darüber, dass die Britten doch viel mehr Geschmack haben als ihnen gemeinhin von den Deutschen zugetraut wird.
Kartoffelhüllen mit Mango- Chili- Dip.
Frittiertes Hühnchen Teriyaki.
Spinat, Basilikum, Tomaten, Granatäpfelkerne, Joghurtsauce und Tamarinden Chutney.
The Bombay Brasserie
Courtfield Rd, London SW7 4QH
Großbritannien
Telefon: +44 20 7370 4040
www.bombayb.co.uk





