Domaine Gros Richebourg 1992 – Burgund – Frankreich
Ohne Frage gehört die Burgundische Grand Cru Lage Richebourg zu den wohlklingendsten Namen, die jeden Weintrinker nur mit der Zunge schnalzen lässt. Sehr selten, wenn überhaupt, kommt man in den Genuss, diesen zumeist sehr männlichen und kräftigen Pinot Noir Typus im Glas zu haben.
Dieser 1992er Richebourg von der Domaine Gros stammt zwar nicht aus dem größten Jahrgang, kann aber immer noch mit einer halbwegs leuchtenden Farbe glänzen und erfreut sich im Duft und Geschmack zumindest einer halbwegs anständigen Klarheit.
Klar zu riechen sind hier Rosinen, ein klares Anzeichen dafür, dass dieser Wein aus überreifem Rebmaterial gewonnen wurde. Geschmacklich knallt dann ein deutlicher Säurestrahl durch den Körper, um dann in einen erdigen und weichen Abgang zu münden. Dieser Richebourg war sicher niemals ein ganz großer Wein und die Überkonzentration, die ihm zu eigen ist, zeugt auch nicht von einem klassischen Terroir Wein heutiger Definition. Die Art und Weise, wie dieses Gewächs allerdings im Glas steht, macht ohne Frage viel Spaß.
Die sich ständig verändernden Aromen von Erde, Gewürz, Kaffee und Wald sind spannend und bieten ein vielfältiges Geschmacksbild. Nach gut einer Stunde Luftkontakt baut Richebourg leider leicht ab und die Rosinen Noten machen sich immer breiter. Als Resümée bleibt also die Erkenntnis, dass es sich bei diesem Tropfen um keinen wirklich großen Pinot Noir handelt, man diesen aber auch nicht direkt aus dem Glas in den Spucknapf kippt!
