Drei Regionen und vier Affen

Drei Regionen und vier Affen

Abgesehen von politischen Störfeuern scheint sich in Spanien derzeit nur wenig zu tun. Und die Weinwelt Spaniens ist offensichtlich ein perfektes Abbild der allgemeinen Verhältnisse. Aber dennoch: derzeit wird in Spanien Weingeschichte geschrieben, zumindest jedoch der Anfang einer Geschichte, die mit Wein zu tun hat. In der Rioja, in Bierzo, aber auch in Cebreros hat man Regelwerke geschaffen, die über Nacht das sicherstellen sollen, was man zuvor Jahrzehnte vergebens gesucht hat: eine Art Qualitätsweinpyramide.

Was für Liebhaber französischer, deutscher, italienischer oder sogar österreichischer Weine nun absolut nichts Neues ist, für das traditionsbehaftete Spanien ist das schon eine kleine Sensation. Die mutigsten sind, ausgerechnet, die Halbgalicier aus Bierzo. Gut, die treibende Kraft hinter allem ist ein gewisser Álvaro aus Alfaro, der es im Priorat mit einer Ermita und einem Dofi zu gewissem Ruhm brachte. Gleichwohl ist eine Sache nicht genau deswegen gut oder schlecht, weil sie eine bestimmte Person vorantreibt.

Was in der Rioja, in Cebreros und auch in Bierzo annähernd identisch vorkommt, ist der Ortswein. Wobei die Rioja wieder querschießt, denn dort darf, Stand heute, jede Bodega nur genau einen Ortswein keltern, nämlich aus dem Dorf, in dem die Kellerei steht. Ins Burgund übertragen: ein Weingut aus Meursault dürfte dann keinen Puligny-Montrachet keltern, weil da eben die Bodega nicht steht. Ist Unfug, ist aber so. In Bierzo und in Cebreros darf jedes Weingut von den Orten einen Ortswein machen, von dem sie Trauben verarbeitet. Eigene, gekaufte, ¿geklaute? – das spielt da keine Rolle.

Die spannende Geschichte ist die mit dem Lagenwein. Abgesehen davon, dass es in Bierzo gleich zwei Kategorien gibt, ist deren System mit Abstand das beste. Denn dort dürfen dann, so wie überall außerhalb Spaniens, gleichlautende Lagenweine von verschiedenen Weingütern auf den Markt kommen, ohne dass der Name der Lage als Marke registriert wird. In der Rioja und im Priorat ist das nicht so. Dort müssen Lagennamen registriert werden, was zur Folge hat, dass aus Parzellen, die fünf Weinbauern gehören, nur einer einen Lagenwein auf den Markt bringen kann: nämlich derjenige, der die Marke registriert hat. Zwar darf man Namensrechte teilweise abtreten, aber hey, wir sind in Spanien!!! In Bierzo muss man nachweisen, dass einem die Parzelle auch wirklich gehört, man kann mit zugekauftem Lesegut also keinen Lagenwein auf den Markt bringen. Dafür wird es von einer Parzelle in Valtuille de Abajo bald mindestens fünf verschiedene Lagenweine geben.

Natürlich gibt es teilweise lustige Dinge. Der Rioja etwa ist eingefallen, dass die Rebstöcke für einen Lagenwein mindestens fünfunddreißig Jahre auf dem Buckel haben müssen. Welcher Storch diese Ziffer fallen ließ, ist indes nicht überliefert… Die Bercianer dürfen so etwas wie Großlagen einrichten, das war wohl das Zückerchen, das man den Großkellereien geben musste, damit sie keinen Ärger machen. In der Rioja soll es dann endlich ernsthaft Weine der drei Teilregionen Rioja Alta, Rioja Alavesa und Rioja Baja (ach neee, die heißt ja jetzt Rioja Oriental) geben. An das heikle Thema von San Vicente mitten in der Álava-Region haben sie sich dann aber doch nicht herangetraut. Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

Das muss sich alles natürlich erst einspielen, außerdem gilt es frühestens ab diesem Jahrgang. Die spannende Frage ist sein: was machen die anderen? Allen voran Ribera del Duero. Wird es eine Revolte geben? Oder bleibt alles beim Alten? Ribera ist ein Spezialproblem, weil zwei Drittel aller Weine von weniger als zehn Bodegas auf den Markt geworfen werden, von denen gerade einmal derer zwei aus Kastilien sind, und nur eine, Protos, aus Ribera del Duero. Kleinere Regionen werden den zu erwartenden Wechsel einfacher stemmen können.

Wir lernen: zumindest in Sachen Weinrecht wird Spanien etwas europäisiert. Wenn das nur auch in Sachen Weinkultur geschehen würde. Aber darüber zerbricht sich der Bär ein andermal den Schädel.

Und was machen nun terroir-affine Weingüter, die in einer Region vegetieren, die nicht gerade zu den Innovationsfreaks gehört? Nun, sie versuchen sich ein eigenes Regelwerk zu schaffen, meistens streng an den Burgund-Regeln angepasst. Einer dieser Fälle soll uns hier beschäftigen, denn da wurde im letzten und in diesem Jahr genau das verwirklicht:

Vier Affen – die Blaupause für Terroirweingüter

Klären wir das mit den Tieren gleich am Anfang: Cuatro Monos, vier Affen, so bezeichnet man etwas, meist sich selbst, wenn man die eigene Bedeutung herunterspielen will. Wir sind niemand wichtiges, wir sind schlicht vier Affen. Diese 4monos, zwei Javiers, eine Laura und ein David, leben in Madrid und werkeln in der westlichen Subregion der D.O. Vinos de Madrid vor sich hin, diese Gegend nennt sich San Martín (de Valdeiglesias). Sie beackern Rebland in drei Orten: Cenicientos, Cadalso de los Vidrios sowie San Martín de Valdeiglesias. Und sie füllen, Gebietsweine, Ortsweine sowie Lagenweine. Also genau das, was die reine Lehre so vorschreibt…

Verkostet man insbesondere die Ortsweine der Kellerei, so stellt man fest, dass es offensichtlich erheblich Unterschiede gibt, sowohl im Bezug auf das Klima als auch hinsichtlich der geologischen Gegebenheiten. Diese gibt es, von Valdepeñas und dem Tiefland von Cariñena einmal abgesehen, überall in Spanien, aber kaum jemand nimmt das wahr, weil sich erstens die Weingüter nicht trauen und zweitens zumindest die auf der Iberischen Halbinsel lebenden Konsumenten damit nichts anfange können. Letztendlich ist aber genau das die Essenz der Weinkultur.

Cenicientos ist höher gelegen als Cadalso de los Vidrios, was wiederum deutlich höher gelegen ist als San Martín de Valdeiglesias. Natürlich spiegelt sich das in den Weinen wider, denn die Bodenstruktur ist durchaus ähnlich: alles Granit, einzig der Quarzanteil variiert. Interessant ist, das die Weine des Südendes, die aus Cenicientos, die kühlsten sind. Alles Garnacha, alles mehr oder weniger alt, vierzig Lenze aufwärts. Ab dem Jahrgang zwanzig sechzehn kann man all dies in flüssiger Form erkunden.

Ein wesentliches Thema bleibt: anders als in Frankreich oder Italien oder gar in Deutschland gibt es in Spanien nur wenige wirklich kompakte und zusammenhängende Weinbauregionen. Die Rioja etwa, oder die Rioja, dann auch noch die Rioja und letztendlich die Rioja, of course. Man kann zwanzig Minuten durch Ribera fahren (mit dem Auto, nicht mit dem Fahrrad; ¡Argh!), ohne einen einzigen Rebstock zu sehen. Deswegen kann man einzelne Lagen nur schwer miteinander vergleichen. Im Burgund ist das einfacher: da liegen die Parzellen nebeneinander, man kann schnell erkennen und erschmecken, wo Gutes gedeiht und wo eher nicht. In bergigen Regionen wie die Sierra de Gredos es nun einmal ist, geht so etwas nur bedingt. Daher kann man letztendlich alle Lagenweine nur hinsichtlich ihres eigenen Ursprungs beurteilen, was aber so schlecht nun auch wieder nicht ist. Aktuell gibt es pro zwei Affen einen echten Lagenwein. Die nennen sich (die Weine, nicht die Affen) La Isilla und Molino Quemado, sie sind zumindest so groß, dass man in jedem normalen Jahr ein etwas größeres Barrique damit füllen kann. Mehr auch nicht. Das muss dann reichen, für die ganze Welt.

Die beiden Javiers, Laura und David keltern noch ein paar weitere Weine, Spezialweine zumeist, die auch nur in Kleinstauflagen existieren und schneller aus der Bodega verschwunden sind als sich der Mond einmal um die Erde drehen kann.

Ein Wein ist dann aber doch noch wichtig, vielleicht ist es der wichtigste Wein überhaupt. Denn es gibt in der Region nur ganz ganz ganz ganz ganz wenige Weine, die Herkunft vermitteln, gut trinkbar sind (man braucht kein Jodeldiplom), und noch dazu bezahlbar bleiben. Einen Wein, der im Laden fünf Euro kostet, kann man hier nur schwer herstellen, derer zehn, oder noch ein wenig mehr, muss man schon auf den Tresen wuchten, wenn man auch etwas Ordentliches bekommen will. Leider haben dies viele Weingüter der Region noch immer nicht kapiert. Man versucht, hochgradig individuelle, eigenständige, überbewertete und vor allem überteuerte Weine auf den Markt zu bringen, ohne dass es dafür Konsumenten gibt, die diese Weine jenseits der Neugierperiode genießen wollen. Dazu kommt, dass diese Weine in der Regel entweder so fett wie ein oberfränkischer Schweinebraten oder so grün wie Cem Özdemir sind, genießen fällt da nicht wirklich leicht. Das hat die Afferei gelöst, denn da gibt es einen Wein, der sich GR10 nennt. Die Details hinsichtlich des Namens sollen hier mal nicht interessieren, es geht einfach darum, eine Garnacha, die nicht fett daherkommt, aber klar die Sierra de Gredos repräsentiert, zu einem ordentlichen Preis anzubieten. Aufgabe gelöst. Bravo! Und nein, wir geben den Affen keinen Zucker!!! Text: El oso alemán

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Weine

Domaine Bousquet Malbec Reserva BIO

Rotwein · Malbec · Mendoza · Reserva · Bio

Domaine Bousquet Malbec Reserva ist ein Bio-Rotwein aus Mendoza in Argentinien. Im Glas zeigt er eine dunkelviolette bis fast schwarze Farbe und eine intensive, würzige Frucht. Als Reserva mit Fassreife gewinnt er an Struktur und Tiefe.


Mendoza

Domaine Bousquet liegt in Tupungato im Uco Valley, einer hochgelegenen Weinregion in Mendoza am Fuße der Anden. Die Höhenlage verleiht den Malbec-Weinen Farbe, Frische und Tiefe. Das Gut zählt zu den Bio-Pionieren Argentiniens; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle AR-BIO-154).

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Malbec. Als Reserva reift er im Eichenfass, das ihm zusätzliche Struktur, Würze und eine feine Schokoladennote verleiht.

Im Glas

Dunkelviolette bis fast schwarze Farbe. In der Nase Cassis und schwarze Johannisbeeren mit Noten von schwarzem Pfeffer. Am Gaumen runden ein Hauch Schokolade und eine intensive Frucht das Bild ab; kraftvoll und vollmundig. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine kurze Belüftung tut dem Wein gut.

Klassische Begleitung: rotes Fleisch, Grillfleisch, Schmorgerichte und gereifter Käse.


Lage: Uco Valley / Tupungato, Mendoza (Argentinien); Höhenlage
Klassifikation: Mendoza – Malbec, Reserva
Ausbau: Malbec, Eichenfassreife

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Portugal

Churchill´s 10 years old Tawny Port

Portwein · Tawny · Douro · Portugal · 0,5 l

Churchill's 10 Years Old Tawny Port ist ein zehn Jahre im Fass gereifter Tawny-Portwein aus dem Douro-Tal in Portugal – hier in der 0,5-Liter-Flasche. Er stammt vom renommierten Haus Churchill's. Im Glas ein intensives Ziegelrot mit kompakten, beeindruckenden Aromen.


Douro

Das Douro-Tal in Nordportugal ist die Heimat des Portweins – eine der ältesten Weinbauregionen der Welt mit steilen Schieferterrassen. Churchill's zählt zu den angesehenen, unabhängigen Portweinhäusern. Die Trauben stammen aus dem Douro.

Herstellung und Reifung

Der Tawny wird aus den klassischen Douro-Sorten Tinta Roriz, Touriga Franca, Tinta Barroca und Touriga Nacional erzeugt. Als gespriteter Portwein reift er im Schnitt zehn Jahre im Holzfass, wodurch er seine ziegelrote Farbe und die typischen oxidativen Aromen entwickelt.

Im Glas

Intensives Ziegelrot. In der Nase kompakte, beeindruckende Aromen von Dörrobst, Brotrinde und Mokka. Am Gaumen vollmundig und konzentriert, mit nussiger Süße und feiner Würze. Der Abgang ist lang und warm.

Zum Genuss

Leicht gekühlt bei 12–14 °C servieren. Pur als Digestif oder zum Dessert; nach dem Öffnen einige Wochen haltbar.

Klassische Begleitung: Schokoladendesserts, Nüsse, Trockenfrüchte und gereifter Hartkäse.


Herkunft: Douro (Portugal)
Art: Tawny Port (gespritet), 0,5 l
Reifung: ø 10 Jahre im Holzfass

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USA

Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2017

Rotwein · Walla Walla Valley · Syrah

Syrah The Rocks District Walla Walla Valley (USA) 2017 Biodynamie · 13,50 % vol

Der Horsepower Vineyards The Tribe Vineyard Syrah 2017 ist ein biodynamischer Kult-Syrah von Christophe Baron (Cayuse) – im klassischen, kühleren Jahrgang 2017 von betörender floraler Aromatik, Frische und nahtloser Textur, die Jeb Dunnuck an einen Côte-Rôtie aus dem Lieu-dit Côte Blonde erinnert. 97 Punkte (Jeb Dunnuck).


The Tribe Vineyard – Basalt im Rocks District

Der drei Acre kleine Syrah-Weinberg liegt direkt neben Christophe Barons En-Chamberlin-Lage im Rocks District of Milton-Freewater – der einzigen US-Appellation, deren Grenzen allein über den Bodentyp definiert sind. Große, alte Basalt-Gerölle wie im Châteauneuf-du-Pape speichern die Sonnenwärme und strahlen sie an die Trauben zurück, was den unverwechselbar würzig-umamihaften Charakter dieser Syrahs prägt.

Gepflanzt ist The Tribe ultra-dicht im „sur echalas"-Stil – eine Rebe pro Pfahl, rund 3.555 Stöcke pro Acre. Die Enge zwingt die Reben zu intensivem Wettbewerb und schafft bemerkenswerte Spannung und Konzentration.

Jahrgang 2017 – Walla Walla Valley

2017 gilt nach drei Hitzejahren als klassischer, eleganter Jahrgang im Walla Walla Valley: ein kühler Start mit später Knospe und verzögerter Blüte, ein heißer Sommer, der die Reife wieder einholte, und ideale Erntebedingungen mit warmen Tagen und kühlen Nächten.

Das Ergebnis sind Syrahs mit mehr Anmut, Frische und Finesse als die wärmeren Vorjahre – ein idealer Jahrgang für floral-elegante Weine mit langem Reifepotenzial.

Anbau und Ausbau

Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2017, 13,50 % vol.

Christophe Baron war ab 2002 Pionier der biodynamischen Bewirtschaftung in Walla Walla. Horsepower wird nach einem astrologischen Kalender und vollständig ohne Herbizide, synthetische Dünger oder chemische Pflanzenschutzmittel bearbeitet. Namensgebend sind die Zugpferde, die die eng gepflanzten Reihen kultivieren – Handarbeit im Stil des 19. Jahrhunderts. Die Erzeugungsmengen sind winzig, der Wein ist streng allokiert.

Im Glas

Ein betont floraler, vielschichtiger Auftritt: rote und schwarze Himbeere, Tabak, Pflaumensauce und lehmige Erde, getragen von einer Fülle blumiger Noten. Am Gaumen mittel- bis vollmundig, mit bemerkenswerter Frische und tragender Struktur sowie einer nahtlosen, seidigen Textur – ein noch jugendlich verschlossener, klassisch nordrhôneartiger Syrah, den Jeb Dunnuck mit einem Côte-Rôtie aus der Côte Blonde vergleicht.

Floral, frisch und nahtlos – ein Côte-Rôtie-naher Rocks-District-Syrah aus dem klassischen Jahrgang 2017.

Jung noch verschlossen: vor dem Genuss großzügig dekantieren. Mit zwei bis drei Jahren Flaschenreife gewinnt er deutlich und hat Potenzial bis etwa 2038. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lammkeule, gegrilltem Rind, Wild, kräftigem BBQ oder gereiftem Hartkäse. Ein intensiver Begleiter für herzhafte, würzige Gerichte.


Lage: The Tribe Vineyard, Rocks District of Milton-Freewater, Walla Walla Valley (USA); Basalt-Gerölle, ultra-dichte Pflanzung
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA, Syrah (trocken)
Ausbau: Syrah; biodynamischer Anbau (Zugpferde, sur echalas), 13,50 % vol

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Rebsorten

Conte di Campiano Sangiovese del Conte

Rotwein · Sangiovese · Emilia-Romagna · Italien

Conte di Campiano Sangiovese del Conte ist ein rubinrot funkelnder Rotwein aus der Emilia-Romagna, der drei Monate in kleinen Barriques reifte. In allen Facetten duftet und schmeckt er nach reifer Kirschfrucht. Für einen Sangiovese ist er ungemein reif und vollmundig – mit geschmeidigem Abgang.


Emilia-Romagna

Die Emilia-Romagna in Norditalien ist für ihre fruchtbetonten, zugänglichen Rotweine bekannt. Sangiovese, die klassische Rotweinsorte Mittelitaliens, bringt hier einen reifen, vollmundigen Stil hervor.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Sangiovese. Er reift drei Monate in kleinen Barriques, bevor er auf die Flasche gezogen wird – das gibt ihm Struktur und einen geschmeidigen Charakter.

Im Glas

Rubinrot funkelnd. In Nase und Geschmack durchgehend reife Kirschfrucht. Am Gaumen für einen Sangiovese ungemein reif und vollmundig, mit großer Konzentration und einem geschmeidigen, weichen Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Pasta mit Tomatensugo, Grillfleisch, Pizza und mittelreifer Käse.


Lage: Emilia-Romagna (Italien)
Klassifikation: Sangiovese (Emilia-Romagna)
Ausbau: Sangiovese, 3 Monate Barrique

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Rebsorten

Le Moine Chambolle Musigny Les Sentiers 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny 1er Cru Les Sentiers Côte de Nuits Lucien Le Moine Élevage auf Vollhefe 100 % neues Holz · unfiltriert 2021

Der Lucien Le Moine Chambolle-Musigny Les Sentiers 1er Cru 2021 stammt aus dem nördlichsten Premier Cru von Chambolle, direkt unter dem Grand Cru Bonnes-Mares – ein Pinot Noir, der die Finesse Chambolles mit der Kraft von Morey verbindet. Lange auf der Vollhefe ausgebaut, vom Fass unfiltriert gefüllt. Eine echte Rarität in winziger Stückzahl.


Les Sentiers – Chambolles kraftvoller Norden

Chambolle-Musigny gilt als Inbegriff von Eleganz und Finesse unter den Rotweinen der Côte de Nuits. Les Sentiers („die Pfade") ist der nördlichste Premier Cru der Appellation: Der 4,9 Hektar große Weinberg liegt nordöstlich des Dorfes, nahe Morey-Saint-Denis, direkt unterhalb des Grand Cru Bonnes-Mares und grenzt nördlich an die Reben von Morey (Les Ruchots).

Stilistisch ist das Terroir hier eher mit Morey-Saint-Denis verwandt: Während Chambolle für leichte, steinige Böden bekannt ist, hat Les Sentiers einen höheren Tonanteil, gemischt mit Kalkstein und von brauner Färbung. Der Ton speichert Wasser etwas effektiver und erschließt mehr Mineralstoffe – das ergibt einen dichteren, kraftvolleren Stil, der die Finesse Chambolles mit Struktur und Tiefe verbindet.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war an der Côte de Nuits ein klassischer, kühler Jahrgang mit feiner, klar definierter Frucht, lebendiger Säure und großer aromatischer Präzision. In einer kräftigeren, tonreicheren Lage wie Les Sentiers ergibt das einen Pinot Noir, der Struktur und Tiefe mit kühler Frische und feinkörnigem Tannin verbindet – im reinen, texturbetonten Stil des Hauses.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, Chambolle-Musigny Les Sentiers 1er Cru, trocken.

Lucien Le Moine ist ein reiner Élevage-Spezialist: Der fertig vergorene Wein wird von einem ausgesuchten Erzeuger übernommen und lange auf der Vollhefe ausgebaut – ohne Abstich, mit später, hinausgezögerter malolaktischer Gärung und minimalem Schwefel; Mounir Saouma lässt dem Élevage gern „zwei Sommer" Zeit. Ausbau in 100 % neuem Holz (feinporige Jupilles-Eiche), Abfüllung direkt vom Fass ohne Schönung und Filtration. Die Mengen sind winzig: oft nur ein einziges Fass je Cru.

Im Glas

Vom tonreicheren, kalkgemischten Boden im Norden Chambolles lebt dieser Sentiers: dunkle und rote Frucht wie Kirsche und Brombeere, florale Anklänge und eine würzige Tiefe von Unterholz und Gewürz. Der kühle Jahrgang 2021 hält ihn fein und frisch, während das lange Vollhefelager und das neue Holz eine seidige, dichte Textur und feine Röstwürze einbinden. Am Gaumen verbindet er Chambolle-Finesse mit morey-naher Kraft: strukturiert und vielschichtig, mit feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und langem, mineralischem Nachhall.

Dunkle und rote Frucht, florale und würzige Tiefe – Finesse und Kraft zugleich, mit feinem Tannin und langer Mineralität.

Benötigt Zeit; in der Jugend großzügig dekantieren. Großes Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Ente und Wildgeflügel, zu Reh und Lamm in feiner Sauce, zu Trüffel- und Pilzgerichten sowie zu gereiftem Weichkäse.


Lage: Chambolle-Musigny Les Sentiers 1er Cru, Côte de Nuits (Burgund, Frankreich); nördlichster 1er der Appellation, ~4,9 ha unterhalb Bonnes-Mares, an Morey grenzend; höherer Tonanteil mit Kalkstein
Klassifikation: Premier Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: reiner Élevage (Micro-Négoce); lange auf der Vollhefe ohne Abstich, späte Malo, minimaler Schwefel, 100 % neues Holz (Jupilles), unfiltriert vom Fass; winzige Menge

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Feinkost

Pimentón Dulce Ahumado

Feinkost · Gewürz · Spanien

El Avión Pimentón Dulce Ahumado ist ein süßes, geräuchertes Paprikapulver aus Spanien. Seine Besonderheit ist die leicht rauchige Note, die durch ein traditionelles Räucherverfahren über Eichenholz entsteht – ein rein natürliches Gewürz ohne zugesetzte Farbstoffe.


Herkunft

Hinter El Avión steht ein spanisches Familienunternehmen aus Aspe (Alicante), das seit 1918 Safran und Gewürze verarbeitet. Pimentón gehört zu den meistverwendeten Gewürzen der spanischen Küche.

Herstellung und Räucherung

Verarbeitet werden ausschließlich reife rote Paprikaschoten. Nach dem Trocknen und Mahlen wird das Pulver leicht über Eichenholz angeräuchert – jenen Eichen, deren Eicheln auch das Iberische Schwein nähren. So entsteht die typische rauchige Note, ganz ohne Zusatz von Farbstoffen.

Geschmack

Tiefrotes Pulver mit mildem, süßlichem Paprikageschmack und einer fein rauchigen Komponente. Verleiht Gerichten zugleich Farbe und Würze.

In der Küche

Zum Würzen und Färben vieler Gerichte – sparsam einsetzen, das Aroma ist intensiv. Klassisch in der Paella, ebenso zu Fleisch, Fisch, Käse und Eintöpfen.

Passt zu: Paella, Schmorgerichten, Fleisch, Fisch und Käse.


Hersteller: El Avión (seit 1918, Aspe/Alicante)
Produkt: Pimentón (Paprikapulver)
Sorte: Dulce Ahumado (süß, geräuchert)
Herkunft: Spanien
Verarbeitung: über Eichenholz geräuchert, gemahlen
Mindesthaltbarkeit (MHD): 07.05.2028

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Schaumweine

Francois Montand Brut rosé Methode Traditionelle

Schaumwein Rosé · Jura, Frankreich · Grenache & Cinsault

Methode Traditionelle Jura, Ostfrankreich Rosé 9 Monate Hefelager Brut Ton- und Kalkböden

Francois Montand Brut rosé Methode Traditionelle ist ein in der Flasche vergorener Rosé-Sekt von Maison du Vigneron im Jura. Die Cuvée aus Grenache und Cinsault ergibt ein lachsfarbenes Glas mit violettem Schimmer, die Aromatik zielt auf rote Frucht statt auf Süße. Trockener Aperitif-Sekt zum Preis eines guten Weißweins.


Jura – Kellermeisterei zwischen Kalk und Mergel

Maison du Vigneron arbeitet im Jura zwischen Lons-le-Saunier und dem ersten Juraplateau, auf Ton- und Kalkböden. Das kontinental geprägte Klima mit kühlen Nächten liefert die Säurewerte, von denen Schaumwein lebt – hier entstehen Assemblage, Tirage und Hefelager.

Die roten Rebsorten für den Rosé stammen aus dem wärmeren Süden Frankreichs, wo Grenache und Cinsault ihre helle Kirschfrucht ausbilden, ohne Gerbstoff aufzubauen. Diese Kombination – südliche Frucht, nördlicher Ausbau – erklärt den Zuschnitt des Weins.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Grenache Noir und Cinsault. Die Maische bleibt nur wenige Stunden auf den Schalen – gerade lang genug für Farbe und Frucht, zu kurz für Tannin. Die Grundweine gären kühl im Edelstahl, ohne Holz.

Die zweite Gärung findet in der traditionellen Flaschengärung statt, gefolgt von rund neun Monaten auf der Feinhefe. Das ergibt die feine, ausdauernde Perlage und einen leichten Gebäckton unter der Frucht. Die Dosage bleibt im Bereich Brut, der Wein schmeckt trocken.

Im Glas

Lachsrosa mit violettem Schimmer, feine Perlage. Die Nase ist intensiv und klar gezeichnet: Himbeere, reife Kirsche, ein Hauch getrocknete Erdbeere. Am Gaumen frisch und straff, rote Beeren mit Zitrusrand, klare Säure, kein Restsüße-Polster. Der Abgang bleibt trocken und mittellang.

Südfranzösische Frucht, im Jura versektet und neun Monate auf der Hefe gereift – Rosé mit Kante statt Beerenlimonade.

Bei 6 bis 8 °C servieren, im Weißweinglas. Trinkreif ab sofort, in der Flasche über zwei bis drei Jahre stabil.

Am Tisch

Als Aperitif solo, zu Trüffel- und Pilzrisotto, zu Vitello tonnato, gegrillten Garnelen und Lachstatar. Hält auch scharfen Currys und asiatischen Gerichten mit Chili stand, wo die Frucht die Schärfe abfedert. Zum Dessert mit roten Beeren funktioniert er ebenfalls – nicht aber zu Sahnetorten.


Herkunft Jura, Frankreich
Klassifikation Vin Mousseux · Qualitätsschaumwein
Ausbau Traditionelle Flaschengärung, rund 9 Monate Hefelager
Geschmacksrichtung Brut
Trinktemperatur 6–8 °C

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Rebsorten

Von Winning Sauvignon Blanc II

Weißwein · Pfalz · Sauvignon Blanc

100 % Sauvignon Blanc Pfalz, Mittelhaardt von Winning, Deidesheim 2025 trocken Buntsandstein · Kalk · Lösslehm

Der von Winning Sauvignon Blanc II 2025 ist der Einstieg in die Sauvignon-Blanc-Reihe des Deidesheimer Guts: sortentypische Stachelbeere und Limette, grasige Nuancen und eine kernige Mineralität aus den Böden der Mittelhaardt. Ein trockener Weißwein, der Frucht und Frische in der Balance hält.


Mittelhaardt – Buntsandstein, Kalk und Lösslehm

Die Trauben stammen von Lagen der Mittelhaardt rund um Deidesheim, wo Buntsandstein, Kalk und Lösslehm aufeinandertreffen. Der Haardtrand schirmt die Weinberge nach Westen ab, die Sommer sind warm und trocken – Bedingungen, unter denen Sauvignon Blanc reift, ohne seine Säure zu verlieren. Der Sandstein liefert die kernige, mineralische Prägung, der Lösslehm die Wasserversorgung in trockenen Phasen.

Das Weingut von Winning wurde 2007 unter Betriebsleiter Stephan Attmann neu ausgerichtet und zählt heute zu den meistdiskutierten Gütern der Pfalz. Neben den Rieslingen ist das Haus für seine im Holzfass vinifizierten Sauvignon Blancs bekannt – in der Pfalz eine Seltenheit. Der Sauvignon Blanc II ist der Gutswein dieser Reihe.

Jahrgang 2025 – Pfalz

Auf einen milden Winter folgte in der Pfalz ein trockenes Frühjahr, das den Austrieb verzögerte. Frostschäden blieben aus, der Krankheitsdruck war das ganze Jahr über niedrig. Der Sommer verlief heiß und trocken; die Trockenphase während der Zellteilung ließ die Beeren klein bleiben. Regen Mitte Juli brachte den Reben Wasser zurück, die Augusthitze beschleunigte die Reife so stark, dass die Sorten nahezu gleichzeitig reif wurden. Regenfälle ab Mitte September erforderten dann zügiges Lesen.

Die Lese begann Mitte August und war um den 23. September abgeschlossen – einer der frühesten Lese-Abschlüsse überhaupt. Die Erntemenge lag mit rund 1,85 Millionen Hektoliter etwa 17 % unter dem Vorjahr und deutlich unter dem Zehnjahresmittel; deutschlandweit ist 2025 der kleinste Jahrgang seit 2010. Die kleinen Beeren brachten hohe Mostgewichte bei ausgewogener Säure und gesundes Lesegut – ein Jahrgang mit Struktur, Konzentration und aromatischer Dichte.

Assemblage und Ausbau

Der Wein ist ein reinsortiger Sauvignon Blanc aus dem Jahrgang 2025, trocken ausgebaut.

Vinifiziert wird schonend und herkunftsbetont im Stil des Guts – ausgerichtet auf die Bewahrung von sortentypischer Frucht, grasiger Frische und mineralischer Struktur statt auf aromatische Überzeichnung.

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase Stachelbeere und Limette, dazu ein Hauch Zitrusschale und Holunderblüte. Am Gaumen frisch und knackig, mit grasigen Nuancen, straffer Säure und kernig-mineralischem Nachhall; die kleinen Beeren des Jahrgangs zeigen sich in der aromatischen Dichte.

Stachelbeere und Limette, grasige Nuancen und ein Hauch Holunderblüte – knackig, straff und mineralisch grundiert.

Bei 9–11 °C servieren. Der Wein zeigt sich jung am präzisesten; die Konzentration des Jahrgangs 2025 trägt ihn zwei bis drei Jahre.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Ziegenkäse und Salaten, zu Spargel und Gemüsegerichten, zu Fisch und Meeresfrüchten sowie zu würziger asiatischer Küche.


Produzent Weingut von Winning, Deidesheim
Rebsorte 100 % Sauvignon Blanc
Lage Pfalz, Mittelhaardt
Klassifikation Gutswein, trocken
Jahrgang 2025
Böden Buntsandstein, Kalk, Lösslehm
Ausbau schonende, herkunftsbetonte Vinifikation im Stil des Guts
Trinktemperatur 9–11 °C
Trinkreife ab sofort bis ca. 2028

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