Anne & Jean-François Ganevat Pinot Gris 2013 – Elsass – Frankreich
Die Weine von Jean-François Ganevat und seiner Frau Anne kommen meistens etwas schräg daher. Neben dem eigentlichen Stammsitz in dem französischen Anbaugebiet Jura verarbeiten die beiden aber auch noch Trauben befreundeter Winzer aus anderen Anbaugebieten Frankreichs. Egal, wie die Ganevats ihre Trauben verarbeiten, eines ist allen Produkten gleich: Sie werden weder geschönt, filtriert, geschwefelt und jegliche Chemie wird verbannt.
So bemerkt der geneigte Trinker dieses Tropfens auch direkt beim ersten Hineinriechen in diesen „Grauburgunder“, dass dieser nun wirklich nichts mehr mit den sonst so genormten Weinen dieser Rebsorte zu tun hat.
Der erste Duft erinnert an Schimmel, modrige Pilze im nassen Wald und Klebstoff. Nach und nach gesellen sich dann noch reife Birnennoten, kandierter Apfel und reife Quitten dazu. Es ist ein sehr unruhiger Geselle, der sehr viel Zeit benötigt. Auch sollte man bei diesem Pinot Gris sehr viel Phantasie mitbringen. Nicht zu vergessen ein gehöriges Mass an „Geschmacksoffenheit“ und einer liberalen Einstellung zu andersartigen Weinen und Getränken generell.
Geschmacklich ist der Wein recht breit aufgestellt, eine fruchtsüsse Williams Birne ist hier das Hauptmerkmal, die Säurestruktur ist präsent und der Abgang leider etwas kurz. Alles spielt sich im Mundbereich ab und dieser Ganevat ist in jedem Fall auch eher ein Wein zu rustikalen Speisen als ein guter Solokünstler. Passt also perfekt zu einer rustikalen, bäuerlichen Elsässer Küche.
Ein Grauburgunder, der aus dem Rahmen fällt.