„the same as every year“ – Spaniens bester Weißwein

„the same as every year“ – Spaniens bester Weißwein

Fünf Jahre geht das nun schon, und immer wieder ist das Procedere „the same as every year“: am zweiten Samstag im November schlängelt sich der Bär im ollen blauen Ford Focus durch die unwirtlichen Tiefen Galiciens, ehe er in einem kleinen Kleinod ankommt, ein Weinort, der so weit abseits gar nicht liegt, gleichwohl singulär genug, als dass von dort singuläre Weine kommen. Das Event ist schon speziell: sechzig Galicier, die meisten nahe und jenseits der sechzig, viele mit schütterem, grauen Haar, aber auch ein paar Jungspundinnen und Jungspunde darunter, welche die Zukunft darstellen. Und ein Bär, das einzige Lebewesen nichtgalicischen Ursprunges in der gesamten Veranstaltung. Der Ehrenbär, sozusagen. Auch das geht nun schon seit fünf Jahren so. Die Idee war, dass sich dort die Einkäufer des gastgebenden Weingutes treffen. Nun ja: in Galicien sind das hauptsächlich derer zwei, die auch beide kommen. Dazu der Bär, somit sind wir schon derer drei. Der Ami, Pepino genannt, der eigentlich aus Valencia stammt und nun im sonnigen California ruht, kommt natürlich nicht über den Atlantik geschwommen. Der für Restspanien zuständige Paco, mit Nachnamen Berciano, kommt auch nicht in die galicische Wildnis. Nach Bierzo müsste er wohl schon ob des Namens kommen. Aber in die Wildnis? ¡Qué va! Für die anderen vierundfünfzig ist das ein Happening, man trifft sich, man trinkt etwas, die Klosterangestellten bringen die eine oder andere schlichte Tapa, ab und an ist sogar eine Kombo da, um alte galicische Weisen zum Besten zu geben.

In diesen Ort kommt man nicht mal einfach so, man käme wohl gar nicht auf die Idee. Kein Restaurant, kein Weingut mit Gutsschänke, selbst der Direktverkauf findet kaum statt, und dass bei immerhin zehn Weingütern, von denen fünf aber besser beschmierte Butterbrote verkaufen sollten. Vier weitere sind gut, und dann ist da halt noch der eine, der mit den besten Weißweinen Spaniens.

Arnoia ist ein kleines Dorf, es liegt in einem etwas ausgebeulten Tal, welches von dem gleichnamigen Fluss sowie dem latent größeren Miño begrenzt wird. Und von durchaus nicht unsteilen Hängen. Arnoia ist D.O. Ribeiro, aber das ist natürlich vollkommener Kwatsch! Denn die Weine aus Arnoia sind anders als alle anderen aus Ribeiro, anders als alle anderen aus Galicia, und ja wohl, anders als alle anderen aus Spanien. So es sich um keinen der fünf Butterbrotwinzer handelt, kann man die Weine aus Arnoia in Blindverkostungen gut erkennen, vor allem die weißen.

In Arnoia sind gut zweihundert Hektar Land mit Reben bestockt, Luis Ánxo Rodríguez Vázquez beackert derer sechs, aufgeteilt in einhundert achtundsiebzig Parzellen. Ein hun dert acht und sieb zig!!! Selbst wenn man benachbarte, aber dennoch singuläre Parzellen als eine größere Parzelle ansieht, dann sind das immer noch derer siebenundsechzig! Die durchschnittliche Parzellengröße in Arnoia? Zweihundert und fünfzig Quadratmeter, da muss ein alter Montrachet-Winzer lange für stricken.

Im Jahr zweitausend und drei kelterte Luis Ánxo mal einen, nun ja, Lagenwein: Galiano. Ein großes Barrique, fünfhundert Liter, der Wein kam aber nie auf den Markt. Galiano ist eine größere Parzellengruppe, fast zehn Hektar groß, aufgeteilt in hunderte kleiner Parzellen. Albariño und Treixadura hat Luis Ánxo dort stehen, auf welligem Geläuf, nahe des Miño. Arnoia ist, was die Weinbergslagen und deren Eigenschaften angeht, zweigeteilt. Unten, im welligen Talbereich, stehen die Reben auf sandigem Geläuf. Schwemmland, Erosionsmaterial, aber alles andere als kompakt. An manchen Stellen sammelt sich das Schwemmland meterdick, daneben ist eine Kuppe aus Granit, auf der drei Gramm Erde in der Sonne herumlümmeln. Es gibt Grand Cru – Flecken, aber keine Grand Cru Lage, dafür ist das Land viel zu vielfältig.

Luis Ánxo übernahm das Weingut von seinem Vater, er begann im Jahr neunzehnhundert zweiundneunzig, mit einem Wein: Viña de Martín. Schon damals war der Wein anders als alles, was seine Nachbarn kelterten, denn hier kommt kein Palomino in die Flasche, nach wie vor die wichtigste Rebsorte in Ribeiro, auch in Arnoia. Luis Ánxo setzt stattdessen auf die klassischen Sorten, vor allem auf Treixadura und Albariño, auch auf etwas Lado, eine Spezialität aus Arnoia, die es inzwischen sogar bis in den Norden der Region Ribeiro geschafft hat. Ein klein wenig Loureira, etwa fünfhundert Quadratmeter, aufsummiert, ebenso viel oder ebenso wenig Godello und ein Hauch von Torrontés, aber nur für die eher einfachen Weine, so es derartiges in dieser Bodega überhaupt gibt. Der einfachste Wein, Eidos Ermos genannt, kostet mehr als mancher Topwein anderer Bodegas der Region, aber auch der geht weg wie warme Semmeln.

Rückblende: es war das Jahr zweitausend und sechs oder sieben, oder so, als des mittleren Abends eine elegante Weinhändlerin aus Stuttgart, die heute leider nicht mehr aktiv ist, ein Weintrödler (oh jah, so hieß der Laden damals) aus Erlangen, zwei bekannte Weinbrüder aus dem Greater Ruhrpott (D’doof respektive Neuss), eine Top-Önologin aus dem Elsass, aktiv in Ribera del Duero, in der kleinen Verkostungsstube des Weingutes Platz nahmen. Der Bär saß natürlich auch herum. Nachdem wir das eine und das andere verkostet hatten, stellte Luis Ánxo fünf Flaschen auf den Tisch, eine Verkostung, die in dieser Form wohl nie wieder vorkam: fünf der ersten sechs Jahrgänge des weißen Escolma. Escolma, sagt Luis Ánxo, bedeute so etwas wie Selektion. Na ja, das nennt man wohl galicische Bescheidenheit. Escolma bedeutet schlicht und ergreifend Gipfel. Und genau darum geht es. Sollte jemals Schweigen greifbar gewesen sein, dann an diesem Abend. Eine teilnehmende Person, die dereinst bei Leflaive und bei einem weißen Pferd gearbeitet hat, meinte, sichtlich ergriffen, dass dies die beste Weinprobe ihres Lebens gewesen sei.

Zeitsprung! Escolma ist noch immer der Top-Wein der Bodega. Auch wenn das Thema „Lagen-Escolma“ immer mal wieder auf dem Tisch landet, der Bär ist in solchen Dingen durchaus hartnäckig (und er wird gewinnen!!! Fragt sich nur, wann…), so gab es bislang kein Ruckeln. Die produzierte Menge ist gestiegen, von damals dreizehnhundert Flaschen Escolma auf nunmehr derer knapp sechstausend. Das war es dann aber wohl auch, mehr Traubenmaterial dieser Güteklasse geben die Weinberge von Luis Ánxo einfach nicht her. Aber naja, de Wein kostet im geneigten Laden so um die vierzig Euro (in geraden Läden auch). Sechstausend Flaschen davon, da braucht es kein Jodeldiplom, bringen Cash in de Täsch. Und da der Wein in durchaus gebrauchten großen Barricas, inzwischen alle fünfhundert Liter fassend, ausgebaut wird, hält sich der Kostenaufwand im Rahmen.

Eines hat Luis Ánxo gelernt: da die Galicier, dort werden immer noch sechs von zehn Flaschen seiner Weine verkauft, alle Weine immer sehr früh trinken, kommt der Escolma erst vier Jahre nach der Ernte auf den Markt, in dem aktuellen Event stand da also Jahrgang zwanzig vierzehn. Da der Bär seine Nase in alles steckt, was nach Wein riecht, weiß er natürlich, dass die jüngeren Jahrgänge eigentlich noch untrinkbar sind, zumindest dann, wenn man das Potential dieser Weine zum Maßstab nimmt.

Natürlich sind die Weine großartig, auch der kleine, der Eidos Ermos, oder der Viña de Martín, der (internationale) Einstiegswein der Bodega. Anders wäre auch nicht zu erklären, dass die Warteliste etwa das Dreifache der Jahresproduktion umfasst. Wer nicht jünger als sieben Jahre ist oder über gute Fürsprecher verfügt, braucht es gar nicht erst zu versuchen.

Eine kleine Einschätzung: auch wenn das alles immer subjektiv ist: auf Sicht ist der Escolma wohl der beste Weißwein Spaniens, besser, weil vielschichtiger als die Weißweine von Marqués de Riscal, besser als Tierra Fidel. Sophie Kuhn keltert in Fuentelcésped einen Weißwein (sic!), der vielleicht mal in die Nähe kommt, aber das dauert noch. José, der mit dem Vogel (unculín), keltert großartige Godellos und Albariños, aber noch zu unstet. Rafa Palacios wird latent überschätzt, während Dominio do Bibei gerne etwas unterschätzt wird. Aber, wenn es denn unbedingt sein muss, dann stellt Luis Ánxo sechzehn Flaschen Top-Escolma auf den Tisch (aus sechzehn Jahren), das kann sonst niemand.

Das wirklich spannende des Events am zweiten Samstag des Novembärs ist aber nicht die Präsentation der aktuellen Weine. Luis Ánxo präsentiert ebenfalls die Weine, die er zehn respektive zwanzig Jahre zuvor gekeltert hat. Diese Mal standen da Viña de Martín zweitausend und sieben, Escolma zweitausend und vier sowie Viña de Martín neunzehnhundert siebenundneunzig. Wie schon im letzten Jahr hat auch dieses Mal der zwanzigjährige Viña de Martín den zehnjährigen Viña de Martín weggeputzt, als ob das ein Keks aus der Sesamstraße gewesen sei. In den beiden Jahren zuvor war das nicht so, man kann also nicht schlüssig beweisen, dass die zwanzig Jahre alten Viña de Martíns besser seien als die zehn Jahre alten. Aber alleine die Tatsache, dass ein zwanzig Jahre alter knochentrockner Weißwein, der ein paar Monate im Stahltank reifte und dann auf Flaschen gezogen wurde, heute noch jugendlich frisch und elegant daher kommt und keine Spur von Altermüdigkeit in den Knochen trägt, allen das ist schon ein Ereignis für sich.

Der zweitausend vierer Escolma war und ist groß, der Abgang hängt auch einen Tag nach der Verkostung noch immer im Mundwinkel. Da der Bär die Ehre genießt, alle Escolmas durchaus gut zu kennen, kann er halbwegs sicher vermuten, dass dies einer der drei besten Escolmas ist, die Luis Ánxo jemals gemacht hat. Neben dem achter und dem einser. Wahrscheinlich sind dreizehn, vierzehn, sechzehn und siebzehn, beim fünfzehner ist sich das Tier nicht ganz sicher, auch richtig groß. Aber so wirklich wird sich das erst in zehn Jahren zeigen. Oder in zwanzig, welcher Bär das dann auch immer beurteilen mag.

So, und wie kommt man nun von diesem Gipfel runter auf die Rotweine? ¿Runter? Denn die haben es auch in sich, wobei hier die Konkurrenz schon stark ist. In Galicien nicht, weder in Ribeiro noch in Ribeira Sacra gibt es einen Rotwein, der es mit dem roten Escolma aufnehmen kann. Achtundneunzig Prozent scheitern schon an dem A Torna dos Pasás, dem roten Pendant zum Viña de Martín. Einen roten Eidos Ermos gibt es auch, aber nur in kleinster Auflage, und auch nur aus einem besseren sozialen Zweck: als die Rebstöcke für die Rotweine noch sehr jung waren, wollte Luis Ánxo die Trauben weder für den Escolma noch für den A Torna dos Pasás nutzen. Zwei regionale Großhändler haben sich damals ins Zeug gelegt, um die nicht gerade billigen Drittweinflaschen unters Volk zu bringen. Als Dank dafür keltert er den beiden auch heute noch einen roten Eidos Ermos, fünfzehnhundert Flaschen insgesamt, aufgeteilt auf die beiden Großhändler.

Die Rotweine von Luis Ánxo bestehen aus Brancellao, Ferról, Caiño Largo und Caiño Redondo. Kleine Anekdote am Rande: Luis Ánxo ist der einzige Winzer, den der Bär kennt (und der kennt derer viele), der Caiño Largo lieber mag als Caiño Redondo. Mit Moden hat es Luis Ánxo nicht so (das sieht man auch an den Pullundern, die er so trägt), daher gibt es bei ihm keinen Sousón, ihm ist die Sorte zu simpel. Die Rebsortenzusammensetzung ist bei beiden Weinen die gleiche: die Hälfte ist Brancellao, ein Viertel ist Ferrol, ein Fünftel entfällt auf Caiño Largo, der redonde Caiño steuert fünf Prozent bei.

Die Sache mit dem A Torna dos Pasás ist recht einfach: ein Jahr kleines, gebrauchtes Barrique, ein Jahr Flache, dann ab auf den Markt. In Sachen roter Escolma ist das anders. Auch hier gilt: vier Jahre warten, dann trinken. Allerdings gibt es da zwei Besonderheiten: zum einen ist da das große Holzfass, dreitausend Liter fassend. Den Tank gibt es seit dem Jahr zwanzig siebzehn. Damals hat das gut geklappt. Ein Jahr später waren da aber nur derer zweitausend Liter, also nix mit Ausbau im großen Holztank. Fast alle Winzer würden mit dem Zweitwein auffüllen, wer aber mit dreißig tausend Flaschen Jahr für Jahr knapp eine halbe Million Euro einspielt, macht so etwas nicht. Das Haus ist abbezahlt, die Einnahmen sprudeln, die Partnerin steuert auch den einen oder anderen Euro bei, da kann man in Arnoia schon gut von leben.

Und genau deswegen gibt es auch weder Escolma rot zwanzig dreizehn noch Escolma rot zwanzig vierzehn. Die Jahrgänge gaben das einfach nicht her. Dazu muss man wissen, dass Albariño, aber auch Treixadura normalerweise gut ausreifen. Die üblichen Regenfälle in der zweiten Hälfte des September richten da keinen Schaden an. In Sachen rot ist das anders, abgesehen von dem latent komplizierten Jahr zwanzig sechzehn gab es in den letzten zwanzig Jahren keine Rotweinlese vor dem fünfzehnten September. Da ist aber der Regen nicht mehr weit.

Das Event schleppte die aktuellen Rotweine auf den Tisch: Eidos Ermos siebzehn, ein gut gepflegter Saufwein, A Torna dos Pasás zwanzig sechzehn, ein mehr als ordentlicher Rotwein, sowie Escolma zweitausend und vier. Und wie schon im Fall des Weißweines, so ist auch dies ein grandioser Wein. Nicht dick, nicht fett, nicht üppig, einfach genial. Gut, das versteht nicht jeder. Macht aber nix, für die Nichtversteher gibt es ja zig Millionen anderer Weine. Und wer eine Flasche roten Escolmas Jahrgang zweitausend und vier sein Eigen nennt, sollte vielleicht noch fünf oder zehn Jahre warten, eher der Korkenzieher sein Werk vollende. Der Bär, das nur neben bei, hat genau KEINE Flasche roten Escolmas dieses Jahrgangs in der Bärenhöhle. Argh!

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Schaumweine

Girard-Bonnet Au Bout du Chemin Premier Cru Extra Brut

Champagner · Vertus Premier Cru · Chardonnay · Extra Brut

Girard-Bonnet Au Bout du Chemin Premier Cru Extra Brut ist ein eleganter und zugleich zugänglicher Chardonnay-Champagner, der die Finesse des Premier-Cru-Terroirs von Vertus widerspiegelt. Der teilweise Holzausbau und die Lagerung auf der Feinhefe geben ihm einen Hauch Brioche. Mit nur 2 g/l Dosage zeigt er einen puristischen Stil. Im Glas präzise und ausgewogen.


Vertus

Vertus liegt im Süden der Côte des Blancs und ist als Premier Cru klassifiziert. Der Ton-Kalkstein-Boden auf campanischer Kreide verleiht dem Chardonnay seine feine, kreidige Mineralität und Frische.

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht aus Chardonnay. Der Ausbau erfolgt teilweise im Holzfass, mit Lagerung auf der Feinhefe, woraus die feinen Brioche-Noten resultieren. Die Dosage von nur 2 g/l unterstreicht den puristischen Extra-Brut-Stil.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase weiße Blüten, Zitruszesten, reifer Apfel und ein Hauch Brioche. Am Gaumen präzise und ausgewogen, mit reifer, saftiger Frucht und feiner, kreidiger Mineralität. Die Textur ist geschmeidig, der Abgang frisch und klar.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als eleganter Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: feine Fischgerichte, Meeresfrüchte und helles Geflügel.


Lage: Vertus, Premier Cru, Côte des Blancs (Champagne); Ton/Kalk über campanischer Kreide
Klassifikation: Champagne AOC – Premier Cru, Extra Brut
Ausbau: teilweise Holzfass, Feinhefelager, 2 g/l Dosage

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Rebsorten

Ziereisen Weißer Burgunder

Wein · Weißwein · Baden · Deutschland

Ziereisen MUS Grauer Burgunder 2023 ist ein weißer Landwein Oberrhein vom Weingut Ziereisen in Efringen-Kirchen am Dreiländereck. Der Jahrgang stammt ausschließlich aus handgelesenen Trauben von über 45 Jahre alten Reben, vinifiziert nach dem naturnahen Ansatz des Betriebs: keine Filtration, kein technischer Eingriff.


Baden / Oberrhein

Das Weingut Ziereisen bewirtschaftet Lagen im südlichsten Zipfel Badens, direkt am Dreiländereck D/F/CH. Die Böden sind von Kalk und Lösslehm geprägt, das Klima durch die Nähe zum Oberrhein und zum Schwarzwald beeinflusst. Der Wein trägt bewusst die Herkunftsbezeichnung Landwein Oberrhein, um außerhalb restriktiver Weingesetz-Vorgaben arbeiten zu können.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Grauem Burgunder (Pinot Gris) von über 45 Jahre alten Reben. Die Trauben wurden in der Korbpresse schonend gepresst; die Gärung verlief spontan mit rebeneigenen Hefen im großen traditionellen Holzbehälter. Anschließend reifte der Wein 20 Monate auf der Hefe und wurde ohne Filtration abgefüllt – ein kleines Depot in der Flasche ist produktionstypisch. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Die Nase zeigt sich zurückhaltend: reife Birne, weißer Pfirsich, ein Hauch Quitte, unterlegt von Brioche-Tönen aus dem Hefelager. Am Gaumen geradlinig und dicht, mit einer straffen, frischen Säurestruktur, die Spannung verleiht. Der Abgang ist lang, mineralisch und salzig – typisch für die Markgräflerland-Basis der Ziereisen-Weine.

Am Tisch

Jetzt trinkbar, mit optimalem Potenzial bis ca. 2030. Profitiert von 30–45 Minuten Dekantieren oder Belüften im Glas; bei 10–12 °C servieren und das Depot vorher absetzen lassen.

Passt zu: Flusskrebs, Zanderfilet, Ziegenkäse, weißem Spargel und Rindertatar – hält auch gegenüber würzigeren Gerichten stand.


Lage: Baden, Efringen-Kirchen am Dreiländereck (Deutschland); Weingut Ziereisen
Klassifikation: Landwein Oberrhein – 100 % Grauer Burgunder (Pinot Gris, Altreben >45 Jahre), trocken
Ausbau: Korbpresse, Spontangärung, 20 Monate Hefelager, unfiltriert
Jahrgang: 2023

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Spanien

Raúl Moreno El Proposito 2023

Weißwein · Sanlúcar de Barrameda · Palomino

Palomino (Clon 84) Sanlúcar de Barrameda Pago Miraflores Alto Albariza Vino de Pasto Flor-Ausbau 2023

Der Raúl Moreno El Propósito 2023 ist ein faszinierender Ausdruck von Terroir und Tradition – ein „Vino de Pasto" im besten Sinne: frisch, vertikal und absolut authentisch, mit salziger Mineralität, knackiger Säure und viel Seele.


Pago Miraflores Alto – alte Reben auf Albariza

Der El Propósito entsteht aus dem seltenen Palomino Clon 84, gelesen von einem über hundertjährigen Weinberg im legendären Pago Miraflores Alto in Sanlúcar de Barrameda. Die Reben stehen auf klassischer Albariza – den weißen Kalksteinböden der Region – mit nordseitiger Ausrichtung: ein kühler, straffer Standort, der diesem Wein seine bemerkenswerte Frische verleiht.

Es ist ein charaktervoller Palomino, der ganz bewusst auf das große Terroir von Sanlúcar verweist – pur, kompromisslos und mit dem ungeschminkten Ausdruck seines Herkunftsortes in Andalusien.

Jahrgang 2023 – Sanlúcar de Barrameda

Der nordseitige, kühle Standort im Pago Miraflores Alto bewahrt auch in einem warmen andalusischen Jahr Frische und Spannung. Der 2023er zeigt sich entsprechend klar strukturiert und vertikal, mit knackiger Säure und salziger Mineralität – Frucht und Terroir stehen im Vordergrund, nicht die Kraft.

Vinifikation und Flor-Ausbau

Reinsortiger Palomino (Clon 84) aus dem Jahrgang 2023, trocken.

Die Verarbeitung folgt einer sehr handwerklichen Philosophie: Die Trauben werden 2–3 Stunden mit den Füßen angetreten, anschließend folgt eine 7-tägige Maischegärung mit ganzen Trauben (ohne Entrappen) und sehr sanfter Extraktion. Die spontane Gärung beginnt in offenen Behältern; gepresst wird noch vor Gärungsende. Der Ausbau erfolgt 8 Monate unter dem traditionellen Flor-Hefeschleier – in einer gebrauchten Manzanilla-Bota aus Eiche sowie einem alten Bocoy aus Kastanienholz (600 l), in dem früher Amontillado reifte. Diese besondere Reifung verleiht dem Wein eine subtile oxidative Tiefe, ohne die Frische zu überlagern.

Im Glas

Stilistisch zeigt sich El Propósito frisch, vertikal und absolut authentisch: klar strukturiert, mit salziger Mineralität und knackiger Säure. Der Flor-Ausbau gibt eine subtile oxidative Tiefe und feine Würze, ohne die Frische zu überlagern – Kamille, Mandel und Albariza-Salzigkeit über klarer, geradliniger Frucht.

Ein „Vino de Pasto" im besten Sinne – pur, kompromisslos und mit viel Seele.

Ein vielseitiger Speisenbegleiter mit echtem Sherry-Erbe. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Meeresfrüchten und gebratenem Fisch, zu Jamón und Mandeln, zu Tortilla und Tapas sowie zu eingelegtem Gemüse und Oliven.


Lage: Sanlúcar de Barrameda, Pago Miraflores Alto (Andalusien, Spanien); Albariza-Kalksteinböden, nordseitige Ausrichtung, über 100 Jahre alte Reben
Klassifikation: Vino de Pasto, Palomino (trocken)
Ausbau: Palomino Clon 84; Fußtretung, 7 Tage Maischegärung mit ganzen Trauben, Spontangärung, 8 Monate unter Flor in gebrauchter Manzanilla-Bota und Kastanien-Bocoy

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Weine

Christian Ottenbreit Silvaner Hucklkätz 2025

Weißwein · Franken · Naturwein

100 % Silvaner Deutscher Landwein Main Obernbreit · Franken trocken · 13 % vol. 10 Monate Eichenfass ungeschönt & unfiltriert

Der Silvaner „Hucklkätz" 2025 ist der im Eichenfass gereifte Naturwein-Silvaner von Christian Ottenbreit aus Obernbreit in Franken. Handgelesen, spontan vergoren, über zehn Monate im Holzfass gereift und ungeschönt sowie unfiltriert gefüllt. Als Deutscher Landwein Main wurzeln die Reben auf Muschelkalk, der dem Wein seine salzig-kreidige Mineralität gibt. Trocken, mit 13 % vol., Substanz und Griff.


Obernbreit – Maindreieck, Franken

Obernbreit liegt im Maindreieck im Süden des Anbaugebiets Franken. Die Reben wachsen auf Muschelkalk, der für straffe, mineralisch geprägte Weine steht; in den Lagen des Weinguts trifft Muschelkalk auf Keuper. Christian Ottenbreit führt das Weingut seit dem ersten Jahrgang 2017, abgefüllt wird als Gutsabfüllung, klassifiziert als Deutscher Landwein Main.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Silvaner aus handgelesenen Trauben. Vergoren und über zehn Monate im Eichenholzfass gereift, anschließend ohne Schönung und Filtration gefüllt. Trocken ausgebaut bei 13 % vol. Das Weingut empfiehlt das Dekantieren vor dem Servieren.

Im Glas

Leichtes Strohgelb. In der Nase ätherische Anklänge, Kräuter und eine rauchige Spur. Am Gaumen herb-saftige, fest gefügte Frucht mit deutlich vegetabilen Aromen, dazu nussige, pflanzliche und hefige Töne. Die Säure ist fein und präsent, der Gerbstoff mürbe und greifbar, darunter viel Kreide und Salz. Gute Substanz und Tiefe, etwas gelbe Würze, ein Hauch Speck. Der Abgang ist fest und recht komplex, mit Zug, kühlem Saft und erneutem Griff.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gebratener Zander, Geflügel mit Pilzen, Kalbsbraten und gereifter Hartkäse. Die salzig-kreidige Art passt auch zu Spargel und herzhafter fränkischer Küche. Der Jahrgang 2025 lässt sich bereits gut trinken, gewinnt mit Luft aber deutlich; bei kühler, dunkler Lagerung begleitet er bis etwa 2031. Serviertemperatur rund 11–12 °C.


Lage Obernbreit, Franken (Maindreieck)
Klassifikation Deutscher Landwein Main
Ausbau 10 Monate Eichenfass, ohne Schönung und Filtration

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Rebsorten

Metzger Prago Pinot Noir 2015

Rotwein · Pinot Noir · Spätburgunder · Pfalz

Weingut Metzger Prago Pinot Noir ist ein kraftvoller, eleganter Spätburgunder aus der Pfalz – eine Spitzenabfüllung des Weinguts Metzger. Im Barrique gereift, zeigt er Tiefe und Struktur. Im Glas dunkle Kirsche, feine Würze und seidige Tannine.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Das warme Klima und die kalkgeprägten Böden bringen reife, ausdrucksstarke Spätburgunder hervor, die zu den anspruchsvollen Rotweinen der Region zählen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Pinot Noir (Spätburgunder) und reift im Barrique. Das verleiht ihm feine Würze, Struktur und seidige Tannine, ohne die Frucht zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase dunkle Kirsche, Waldboden und feine Würze, dazu Noten aus dem Holzausbau. Am Gaumen elegant und tief, mit seidigen Tanninen und frischer Säure. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter tut dem Wein gut. Mit Reifepotenzial über mehrere Jahre.

Klassische Begleitung: Wild, Geflügel, Rind, Pilzgerichte und gereifter Käse.


Lage: Pfalz (Deutschland)
Klassifikation: Pfalz – Rotwein (Spätburgunder)
Ausbau: Pinot Noir, Barriquereife

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Rebsorten

Réserve de la Maison Merlot Vin de Pays d'Oc

Wein · Rotwein · Pays d'Oc · Frankreich

Réserve de la Maison Merlot ist ein trinkreifer, fruchtiger Merlot mit intensiven Aromen von schwarzen Johannisbeeren und dunklen Früchten – in der praktischen 1-Liter-Flasche.


Pays d'Oc / Languedoc

Der Wein stammt aus dem Languedoc im Süden Frankreichs, wo das mediterrane Klima reife, fruchtbetonte Rotweine hervorbringt. Merlot gedeiht hier hervorragend und ergibt weiche, zugängliche Weine. Erzeuger ist die renommierte Vereinigung Vignobles Foncalieu.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Merlot. Der fruchtbetonte Ausbau bewahrt die weiche, zugängliche Stilistik und stellt die dunkle Frucht in den Vordergrund. Abgefüllt in der praktischen 1-Liter-Flasche. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Sattes Rubinrot. In der Nase schwarze Johannisbeere und dunkle Früchte. Am Gaumen weich und saftig, mit reifer Frucht, milden Tanninen und rundem, trinkreifem Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren – ein unkomplizierter, vielseitiger Alltagswein.

Passt zu: rotem Fleisch, Geflügel, Pasta, Pizza und mittelreifem Käse.


Lage: Pays d'Oc / Languedoc (Frankreich); Vignobles Foncalieu
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – 100 % Merlot, trocken
Ausbau: fruchtbetonter Ausbau
Füllmenge: 1,0 Liter

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Weine

Chateau Maucoil Chateauneuf-du-Pape rouge BIO

Rotwein · Châteauneuf-du-Pape · Bio · Rhône

Château Maucoil Châteauneuf-du-Pape rouge BIO ist ein konzentrierter Rotwein aus biologischem Anbau aus dem südlichen Rhônetal. Eine Nase voll aromatischer Würze, schwarzer Früchte und Konfitüre leitet über zu konzentrierter, eleganter und fast mineralischer Frucht. Saftige Himbeeren und Kirschen treten hinzu, die Tannine runden die Aromen ab. Im Abgang lang, mit dezenter Frische.


Châteauneuf-du-Pape

Châteauneuf-du-Pape liegt im südlichen Rhônetal nördlich von Avignon. Die berühmten Galets roulés – große, runde Kiesel – speichern die Tageswärme und geben sie nachts an die Reben ab; das mediterrane Klima bringt konzentrierte, würzige Rotweine hervor. Dieser Wein stammt aus biologischem Anbau (bio-zertifiziert, Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Klassische Châteauneuf-Cuvée auf Basis von Grenache, ergänzt um Syrah und Mourvèdre. Der Ausbau verleiht dem Wein Struktur, feine Tannine und Reifepotenzial.

Im Glas

Dichtes Rubinrot. In der Nase aromatische Würze, schwarze Früchte und Konfitüre. Am Gaumen konzentriert, elegant und fast mineralisch, mit saftigen Himbeeren und Kirschen. Reife Tannine und ein langer Abgang mit dezenter Frische.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; vor dem Genuss dekantieren. Gut gelagert reift der Wein weiter.

Klassische Begleitung: Lamm, Wild, Schmorgerichte, kräftige Braten und gereifter Hartkäse.


Lage: Châteauneuf-du-Pape, südliche Rhône (Frankreich)
Klassifikation: AOC Châteauneuf-du-Pape
Ausbau: Grenache-basierte Cuvée (Syrah, Mourvèdre)

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Weine

Niepoort Redoma tinto 2021

Wein · Rotwein · Douro · Portugal

Niepoort Redoma Tinto 2021 war der erste Douro-Wein des Hauses Niepoort, 1991 erstmals präsentiert. Er verkörpert den Charakter des Douro-Tals in reinster Form: kraftvoll, kompromisslos und von beeindruckender Tiefe, geprägt von den extremen Bedingungen der Region.


Douro / Quinta de Nápoles

Die Basis bilden uralte, nach Norden ausgerichtete Weinberge der Quinta de Nápoles und des Pinhão-Tals in der D.O.C. Douro. Ihre kargen Schieferböden und steilen Lagen sorgen für eine langsame, ausgewogene Reifung der Trauben. Niepoort zählt zu den prägenden Häusern der Region und verbindet bei Redoma die Tradition des Douro mit moderner, präziser Handschrift.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus den Hauptsorten Tinta Amarela, Tinta Roriz und Touriga Franca. Die Vinifikation erfolgt traditionell und schonend; der Ausbau im Holz bewahrt Frische, Struktur und aromatische Komplexität. Trocken ausgebaut, mit deutlichem Reifepotenzial.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase dunkle und rote Frucht, mediterrane Kräuter, feine Würze und mineralische Schiefernoten. Am Gaumen kraftvoll und tief, zugleich elegant und frisch, mit fein gewobenen Tanninen, klarer Struktur und langem, nachhallendem Abgang.

Am Tisch

Vor dem Genuss dekantieren und bei 16–18 °C servieren – ein großer Begleiter zur kräftigen Küche.

Passt zu: geschmortem Lamm, Wild, Rind, herzhaften Schmorgerichten und gereiftem Käse.


Lage: D.O.C. Douro – Quinta de Nápoles & Pinhão-Tal (Portugal); Niepoort
Rebsorten: Tinta Amarela, Tinta Roriz & Touriga Franca (alte Reben), trocken
Ausbau: traditionelle, schonende Vinifikation; Reifung im Holz
Jahrgang: 2021

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