„the same as every year“ – Spaniens bester Weißwein

„the same as every year“ – Spaniens bester Weißwein

Fünf Jahre geht das nun schon, und immer wieder ist das Procedere „the same as every year“: am zweiten Samstag im November schlängelt sich der Bär im ollen blauen Ford Focus durch die unwirtlichen Tiefen Galiciens, ehe er in einem kleinen Kleinod ankommt, ein Weinort, der so weit abseits gar nicht liegt, gleichwohl singulär genug, als dass von dort singuläre Weine kommen. Das Event ist schon speziell: sechzig Galicier, die meisten nahe und jenseits der sechzig, viele mit schütterem, grauen Haar, aber auch ein paar Jungspundinnen und Jungspunde darunter, welche die Zukunft darstellen. Und ein Bär, das einzige Lebewesen nichtgalicischen Ursprunges in der gesamten Veranstaltung. Der Ehrenbär, sozusagen. Auch das geht nun schon seit fünf Jahren so. Die Idee war, dass sich dort die Einkäufer des gastgebenden Weingutes treffen. Nun ja: in Galicien sind das hauptsächlich derer zwei, die auch beide kommen. Dazu der Bär, somit sind wir schon derer drei. Der Ami, Pepino genannt, der eigentlich aus Valencia stammt und nun im sonnigen California ruht, kommt natürlich nicht über den Atlantik geschwommen. Der für Restspanien zuständige Paco, mit Nachnamen Berciano, kommt auch nicht in die galicische Wildnis. Nach Bierzo müsste er wohl schon ob des Namens kommen. Aber in die Wildnis? ¡Qué va! Für die anderen vierundfünfzig ist das ein Happening, man trifft sich, man trinkt etwas, die Klosterangestellten bringen die eine oder andere schlichte Tapa, ab und an ist sogar eine Kombo da, um alte galicische Weisen zum Besten zu geben.

In diesen Ort kommt man nicht mal einfach so, man käme wohl gar nicht auf die Idee. Kein Restaurant, kein Weingut mit Gutsschänke, selbst der Direktverkauf findet kaum statt, und dass bei immerhin zehn Weingütern, von denen fünf aber besser beschmierte Butterbrote verkaufen sollten. Vier weitere sind gut, und dann ist da halt noch der eine, der mit den besten Weißweinen Spaniens.

Arnoia ist ein kleines Dorf, es liegt in einem etwas ausgebeulten Tal, welches von dem gleichnamigen Fluss sowie dem latent größeren Miño begrenzt wird. Und von durchaus nicht unsteilen Hängen. Arnoia ist D.O. Ribeiro, aber das ist natürlich vollkommener Kwatsch! Denn die Weine aus Arnoia sind anders als alle anderen aus Ribeiro, anders als alle anderen aus Galicia, und ja wohl, anders als alle anderen aus Spanien. So es sich um keinen der fünf Butterbrotwinzer handelt, kann man die Weine aus Arnoia in Blindverkostungen gut erkennen, vor allem die weißen.

In Arnoia sind gut zweihundert Hektar Land mit Reben bestockt, Luis Ánxo Rodríguez Vázquez beackert derer sechs, aufgeteilt in einhundert achtundsiebzig Parzellen. Ein hun dert acht und sieb zig!!! Selbst wenn man benachbarte, aber dennoch singuläre Parzellen als eine größere Parzelle ansieht, dann sind das immer noch derer siebenundsechzig! Die durchschnittliche Parzellengröße in Arnoia? Zweihundert und fünfzig Quadratmeter, da muss ein alter Montrachet-Winzer lange für stricken.

Im Jahr zweitausend und drei kelterte Luis Ánxo mal einen, nun ja, Lagenwein: Galiano. Ein großes Barrique, fünfhundert Liter, der Wein kam aber nie auf den Markt. Galiano ist eine größere Parzellengruppe, fast zehn Hektar groß, aufgeteilt in hunderte kleiner Parzellen. Albariño und Treixadura hat Luis Ánxo dort stehen, auf welligem Geläuf, nahe des Miño. Arnoia ist, was die Weinbergslagen und deren Eigenschaften angeht, zweigeteilt. Unten, im welligen Talbereich, stehen die Reben auf sandigem Geläuf. Schwemmland, Erosionsmaterial, aber alles andere als kompakt. An manchen Stellen sammelt sich das Schwemmland meterdick, daneben ist eine Kuppe aus Granit, auf der drei Gramm Erde in der Sonne herumlümmeln. Es gibt Grand Cru – Flecken, aber keine Grand Cru Lage, dafür ist das Land viel zu vielfältig.

Luis Ánxo übernahm das Weingut von seinem Vater, er begann im Jahr neunzehnhundert zweiundneunzig, mit einem Wein: Viña de Martín. Schon damals war der Wein anders als alles, was seine Nachbarn kelterten, denn hier kommt kein Palomino in die Flasche, nach wie vor die wichtigste Rebsorte in Ribeiro, auch in Arnoia. Luis Ánxo setzt stattdessen auf die klassischen Sorten, vor allem auf Treixadura und Albariño, auch auf etwas Lado, eine Spezialität aus Arnoia, die es inzwischen sogar bis in den Norden der Region Ribeiro geschafft hat. Ein klein wenig Loureira, etwa fünfhundert Quadratmeter, aufsummiert, ebenso viel oder ebenso wenig Godello und ein Hauch von Torrontés, aber nur für die eher einfachen Weine, so es derartiges in dieser Bodega überhaupt gibt. Der einfachste Wein, Eidos Ermos genannt, kostet mehr als mancher Topwein anderer Bodegas der Region, aber auch der geht weg wie warme Semmeln.

Rückblende: es war das Jahr zweitausend und sechs oder sieben, oder so, als des mittleren Abends eine elegante Weinhändlerin aus Stuttgart, die heute leider nicht mehr aktiv ist, ein Weintrödler (oh jah, so hieß der Laden damals) aus Erlangen, zwei bekannte Weinbrüder aus dem Greater Ruhrpott (D’doof respektive Neuss), eine Top-Önologin aus dem Elsass, aktiv in Ribera del Duero, in der kleinen Verkostungsstube des Weingutes Platz nahmen. Der Bär saß natürlich auch herum. Nachdem wir das eine und das andere verkostet hatten, stellte Luis Ánxo fünf Flaschen auf den Tisch, eine Verkostung, die in dieser Form wohl nie wieder vorkam: fünf der ersten sechs Jahrgänge des weißen Escolma. Escolma, sagt Luis Ánxo, bedeute so etwas wie Selektion. Na ja, das nennt man wohl galicische Bescheidenheit. Escolma bedeutet schlicht und ergreifend Gipfel. Und genau darum geht es. Sollte jemals Schweigen greifbar gewesen sein, dann an diesem Abend. Eine teilnehmende Person, die dereinst bei Leflaive und bei einem weißen Pferd gearbeitet hat, meinte, sichtlich ergriffen, dass dies die beste Weinprobe ihres Lebens gewesen sei.

Zeitsprung! Escolma ist noch immer der Top-Wein der Bodega. Auch wenn das Thema „Lagen-Escolma“ immer mal wieder auf dem Tisch landet, der Bär ist in solchen Dingen durchaus hartnäckig (und er wird gewinnen!!! Fragt sich nur, wann…), so gab es bislang kein Ruckeln. Die produzierte Menge ist gestiegen, von damals dreizehnhundert Flaschen Escolma auf nunmehr derer knapp sechstausend. Das war es dann aber wohl auch, mehr Traubenmaterial dieser Güteklasse geben die Weinberge von Luis Ánxo einfach nicht her. Aber naja, de Wein kostet im geneigten Laden so um die vierzig Euro (in geraden Läden auch). Sechstausend Flaschen davon, da braucht es kein Jodeldiplom, bringen Cash in de Täsch. Und da der Wein in durchaus gebrauchten großen Barricas, inzwischen alle fünfhundert Liter fassend, ausgebaut wird, hält sich der Kostenaufwand im Rahmen.

Eines hat Luis Ánxo gelernt: da die Galicier, dort werden immer noch sechs von zehn Flaschen seiner Weine verkauft, alle Weine immer sehr früh trinken, kommt der Escolma erst vier Jahre nach der Ernte auf den Markt, in dem aktuellen Event stand da also Jahrgang zwanzig vierzehn. Da der Bär seine Nase in alles steckt, was nach Wein riecht, weiß er natürlich, dass die jüngeren Jahrgänge eigentlich noch untrinkbar sind, zumindest dann, wenn man das Potential dieser Weine zum Maßstab nimmt.

Natürlich sind die Weine großartig, auch der kleine, der Eidos Ermos, oder der Viña de Martín, der (internationale) Einstiegswein der Bodega. Anders wäre auch nicht zu erklären, dass die Warteliste etwa das Dreifache der Jahresproduktion umfasst. Wer nicht jünger als sieben Jahre ist oder über gute Fürsprecher verfügt, braucht es gar nicht erst zu versuchen.

Eine kleine Einschätzung: auch wenn das alles immer subjektiv ist: auf Sicht ist der Escolma wohl der beste Weißwein Spaniens, besser, weil vielschichtiger als die Weißweine von Marqués de Riscal, besser als Tierra Fidel. Sophie Kuhn keltert in Fuentelcésped einen Weißwein (sic!), der vielleicht mal in die Nähe kommt, aber das dauert noch. José, der mit dem Vogel (unculín), keltert großartige Godellos und Albariños, aber noch zu unstet. Rafa Palacios wird latent überschätzt, während Dominio do Bibei gerne etwas unterschätzt wird. Aber, wenn es denn unbedingt sein muss, dann stellt Luis Ánxo sechzehn Flaschen Top-Escolma auf den Tisch (aus sechzehn Jahren), das kann sonst niemand.

Das wirklich spannende des Events am zweiten Samstag des Novembärs ist aber nicht die Präsentation der aktuellen Weine. Luis Ánxo präsentiert ebenfalls die Weine, die er zehn respektive zwanzig Jahre zuvor gekeltert hat. Diese Mal standen da Viña de Martín zweitausend und sieben, Escolma zweitausend und vier sowie Viña de Martín neunzehnhundert siebenundneunzig. Wie schon im letzten Jahr hat auch dieses Mal der zwanzigjährige Viña de Martín den zehnjährigen Viña de Martín weggeputzt, als ob das ein Keks aus der Sesamstraße gewesen sei. In den beiden Jahren zuvor war das nicht so, man kann also nicht schlüssig beweisen, dass die zwanzig Jahre alten Viña de Martíns besser seien als die zehn Jahre alten. Aber alleine die Tatsache, dass ein zwanzig Jahre alter knochentrockner Weißwein, der ein paar Monate im Stahltank reifte und dann auf Flaschen gezogen wurde, heute noch jugendlich frisch und elegant daher kommt und keine Spur von Altermüdigkeit in den Knochen trägt, allen das ist schon ein Ereignis für sich.

Der zweitausend vierer Escolma war und ist groß, der Abgang hängt auch einen Tag nach der Verkostung noch immer im Mundwinkel. Da der Bär die Ehre genießt, alle Escolmas durchaus gut zu kennen, kann er halbwegs sicher vermuten, dass dies einer der drei besten Escolmas ist, die Luis Ánxo jemals gemacht hat. Neben dem achter und dem einser. Wahrscheinlich sind dreizehn, vierzehn, sechzehn und siebzehn, beim fünfzehner ist sich das Tier nicht ganz sicher, auch richtig groß. Aber so wirklich wird sich das erst in zehn Jahren zeigen. Oder in zwanzig, welcher Bär das dann auch immer beurteilen mag.

So, und wie kommt man nun von diesem Gipfel runter auf die Rotweine? ¿Runter? Denn die haben es auch in sich, wobei hier die Konkurrenz schon stark ist. In Galicien nicht, weder in Ribeiro noch in Ribeira Sacra gibt es einen Rotwein, der es mit dem roten Escolma aufnehmen kann. Achtundneunzig Prozent scheitern schon an dem A Torna dos Pasás, dem roten Pendant zum Viña de Martín. Einen roten Eidos Ermos gibt es auch, aber nur in kleinster Auflage, und auch nur aus einem besseren sozialen Zweck: als die Rebstöcke für die Rotweine noch sehr jung waren, wollte Luis Ánxo die Trauben weder für den Escolma noch für den A Torna dos Pasás nutzen. Zwei regionale Großhändler haben sich damals ins Zeug gelegt, um die nicht gerade billigen Drittweinflaschen unters Volk zu bringen. Als Dank dafür keltert er den beiden auch heute noch einen roten Eidos Ermos, fünfzehnhundert Flaschen insgesamt, aufgeteilt auf die beiden Großhändler.

Die Rotweine von Luis Ánxo bestehen aus Brancellao, Ferról, Caiño Largo und Caiño Redondo. Kleine Anekdote am Rande: Luis Ánxo ist der einzige Winzer, den der Bär kennt (und der kennt derer viele), der Caiño Largo lieber mag als Caiño Redondo. Mit Moden hat es Luis Ánxo nicht so (das sieht man auch an den Pullundern, die er so trägt), daher gibt es bei ihm keinen Sousón, ihm ist die Sorte zu simpel. Die Rebsortenzusammensetzung ist bei beiden Weinen die gleiche: die Hälfte ist Brancellao, ein Viertel ist Ferrol, ein Fünftel entfällt auf Caiño Largo, der redonde Caiño steuert fünf Prozent bei.

Die Sache mit dem A Torna dos Pasás ist recht einfach: ein Jahr kleines, gebrauchtes Barrique, ein Jahr Flache, dann ab auf den Markt. In Sachen roter Escolma ist das anders. Auch hier gilt: vier Jahre warten, dann trinken. Allerdings gibt es da zwei Besonderheiten: zum einen ist da das große Holzfass, dreitausend Liter fassend. Den Tank gibt es seit dem Jahr zwanzig siebzehn. Damals hat das gut geklappt. Ein Jahr später waren da aber nur derer zweitausend Liter, also nix mit Ausbau im großen Holztank. Fast alle Winzer würden mit dem Zweitwein auffüllen, wer aber mit dreißig tausend Flaschen Jahr für Jahr knapp eine halbe Million Euro einspielt, macht so etwas nicht. Das Haus ist abbezahlt, die Einnahmen sprudeln, die Partnerin steuert auch den einen oder anderen Euro bei, da kann man in Arnoia schon gut von leben.

Und genau deswegen gibt es auch weder Escolma rot zwanzig dreizehn noch Escolma rot zwanzig vierzehn. Die Jahrgänge gaben das einfach nicht her. Dazu muss man wissen, dass Albariño, aber auch Treixadura normalerweise gut ausreifen. Die üblichen Regenfälle in der zweiten Hälfte des September richten da keinen Schaden an. In Sachen rot ist das anders, abgesehen von dem latent komplizierten Jahr zwanzig sechzehn gab es in den letzten zwanzig Jahren keine Rotweinlese vor dem fünfzehnten September. Da ist aber der Regen nicht mehr weit.

Das Event schleppte die aktuellen Rotweine auf den Tisch: Eidos Ermos siebzehn, ein gut gepflegter Saufwein, A Torna dos Pasás zwanzig sechzehn, ein mehr als ordentlicher Rotwein, sowie Escolma zweitausend und vier. Und wie schon im Fall des Weißweines, so ist auch dies ein grandioser Wein. Nicht dick, nicht fett, nicht üppig, einfach genial. Gut, das versteht nicht jeder. Macht aber nix, für die Nichtversteher gibt es ja zig Millionen anderer Weine. Und wer eine Flasche roten Escolmas Jahrgang zweitausend und vier sein Eigen nennt, sollte vielleicht noch fünf oder zehn Jahre warten, eher der Korkenzieher sein Werk vollende. Der Bär, das nur neben bei, hat genau KEINE Flasche roten Escolmas dieses Jahrgangs in der Bärenhöhle. Argh!

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Schaumweine

Sekthaus Krack Chardonnay 2021 Brut Nature

Der Sekthaus Krack Chardonnay 2021 Brut Nature ist reinsortiger Chardonnay aus der Pfalz. Etwas Holz im Ausbau sorgt für Struktur, die Flaschengärung und die Zeit auf der Hefe geben Feinheit. Abgefüllt ohne Dosage – klar und elegant.

Im Glas

Helles Gold, feine Perlen. Zarte Zitrusnoten, gelber Apfel und ein Anflug von Crème brûlée. Im Mund straff und harmonisch, lebendig in der Säure, mit salzigem, mineralischem Zug. Das Holz bleibt im Hintergrund. Langer, trockener Ausklang.

Mach was draus

Austern, Jakobsmuscheln, Seeteufel, Kalbsfilet oder Perlhuhn. Er passt zu feinen Menüs und ist ein schöner Aperitif für Kenner. Serviere ihn kühl, bei 6 bis 8 °C, gern im Weißweinglas.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Chardonnay aus Deidesheim, der Champagner nicht scheuen muss. Für mich ein echter Geheimtipp.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was heißt Brut Nature? Nach dem Degorgieren wird kein Zucker zugegeben. Der Restzucker liegt bei 0 g/l.

Wie arbeitet das Sekthaus? Die Trauben werden von Hand gelesen und als ganze Trauben gepresst. Der Grundwein gärt überwiegend im Holzfass und bleibt bis zum folgenden Sommer auf der Vollhefe. Gerüttelt und degorgiert wird im eigenen Haus.

Schmeckt man das Holz? Kaum. Es sorgt vor allem für Struktur und Textur.

100 % Chardonnay · Pfalz, Deidesheim · dezenter Holzeinsatz · traditionelle Flaschengärung · Hefelager · Jahrgang 2021 · Brut Nature, 0 g/l · Sekthaus Krack, Deidesheim · Stand: Oktober 2026

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Weine

Marguet Champagne Ambonnay Chardonnay Coteaux Champenois AOP 2019 BIO

Weißwein · Coteaux Champenois · Chardonnay · Bio

Marguet Ambonnay Chardonnay Coteaux Champenois ist ein stiller Weißwein aus 100 % Chardonnay aus Ambonnay. Coteaux Champenois ist die gesetzlich geschützte Herkunftsbezeichnung für die stillen Weine der Champagne – eine eher seltene Spezialität. Benoît Marguet keltert ihn aus den kalkreichen Lagen Les Beurys und Les Crayères. Im Glas straff, salzig und mineralisch.


Ambonnay

Die Trauben stammen aus den kalkreichen Lagen Les Beurys und Les Crayères in Ambonnay (Montagne de Reims). Die Bodenformationen erinnern stark an das Burgund und prägen die straffe, mineralische Stilistik. Benoît Marguet arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Chardonnay und wird als stiller Coteaux Champenois ausgebaut. Der Ausbau erfolgt über mehr als 19 Monate in gebrauchten Holzfässern; die Holznote ist dezent und die Gerbstoffe sind fein in die kernige Frucht eingebunden.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase Meeresbrise, zurückhaltende Limettenschale, weiße Blüten und leicht geröstete Pecannüsse. Am Gaumen straff und fast karg, mit salinen Spuren, nassem Stein und unreifer Aprikose. Der Abgang ist langanhaltend und lässt einen frischen Gaumen zurück.

Am Tisch

Bei rund 12–14 °C servieren; bereits jetzt ein Genuss, mit Potenzial über einige Jahre. Als Speisenbegleiter ebenso wie solo zu genießen.

Klassische Begleitung: edler Fisch, Meeresfrüchte, Geflügel und gereifter Käse.


Lage: Les Beurys & Les Crayères, Ambonnay, Montagne de Reims (Champagne); Kalk
Klassifikation: Coteaux Champenois AOP – Blanc
Ausbau: Chardonnay, über 19 Monate gebrauchtes Holzfass; stiller Wein

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Weine

Kühling-Gillot Ölberg Riesling Großes Gewächs 2024 BIO

Weißwein · Nierstein (Rheinhessen) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Niersteiner Ölberg VDP.Großes Gewächs Kühling-Gillot Roter Hang · Nierstein roter Tonschiefer (Rotliegendes) reine Südlage BIO (DE-ÖKO-006) · 2024

Der Kühling-Gillot Niersteiner Ölberg Riesling GG 2024 stammt aus der südlichsten Lage des Guts am Roten Hang. Ein kraftvoller, zugänglicher Riesling mit großzügig ausladendem Charakter vom roten Tonschiefer.


Niersteiner Ölberg – reine Südlage am Roten Hang

Das biologisch arbeitende Weingut Kühling-Gillot von Carolin Spanier-Gillot und H. O. Spanier in Bodenheim zählt zu den führenden Adressen am Roten Hang bei Nierstein (DE-ÖKO-006). Der Ölberg ist eine VDP.Große Lage auf 80 bis 170 Metern, mit einer Neigung von 65 bis 120 % und einer klassifizierten Fläche von 11,32 Hektar.

Der Ölberg ist die südlichste Lage des Guts am Roten Hang und bietet eine reine Südausrichtung mit unverstelltem Blick auf den Rhein. Der Boden ist von rotem Tonschiefer geprägt, der dem Wein seinen charakteristischen Geschmack verleiht. Nach dem Kauf musste die völlig verwilderte Fläche mühsam rekultiviert werden, um die 1990 gepflanzten Reben wieder zum Leben zu erwecken; die tief verwurzelten Rebstöcke kommen trotz der warmen Exposition ohne Bewässerung aus. Im Winter wird der Boden mit Stroh abgedeckt, im Sommer werden begrünende Einsaaten vorgenommen.

Jahrgang 2024 – Roter Hang (Rheinhessen)

2024 war in Rheinhessen ein kühlerer, anspruchsvoller Jahrgang, der Präzision im Weinberg belohnte. Die reine Südlage und die wärmespeichernden Tonschiefer-Böden sicherten reifes Lesegut, während das kühle Jahr für Frische und Säurespannung sorgte – Kraft und Balance zugleich.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Niersteiner Ölberg, Jahrgang 2024; 100 % Riesling von rotem Tonschiefer.

Nach strenger Handlese wird der Most spontan vergoren und behutsam im Stil des Guts ausgebaut, ganz auf Kraft, Würze und die Prägung des roten Tonschiefers ausgerichtet. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein kraftvoller, großzügiger Riesling: reife gelbe und rote Frucht, dazu Zitrus, Orangenzeste, feine Kräuterwürze und eine markante, salzig-mineralische Prägung des roten Tonschiefers. Am Gaumen breit und zugänglich, mit viel Druck, saftiger Frucht, markanter Würze und einem langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Reife gelbe und rote Frucht über Zitrus, Orangenzeste und feiner Kräuterwürze, mit der salzig-mineralischen Prägung des roten Tonschiefers – kraftvoll und großzügig, druckvoll und saftig, mit langem, würzigem Nachhall.

Ein kraftvoller, langlebiger Rotliegend-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftigem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in würziger Sauce, zu asiatischer Küche sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Niersteiner Ölberg (VDP.Große Lage), Roter Hang, Rheinhessen; reine Südlage, 80–170 m, 65–120 % Neigung; roter Tonschiefer; klassifizierte Fläche 11,32 ha
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: strenge Handlese, Spontangärung, behutsamer Ausbau im Stil des Guts; biologisch, DE-ÖKO-006

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Frankreich

Bertheau Chambolle Musigny Les Amoureuses 1er Cru 2019

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Amoureuses · 1er Cru Chambolle-Musigny unterhalb Le Musigny · SO-Lage 2019

Der Chambolle-Musigny Les Amoureuses 1er Cru 2019 der Domaine François Bertheau stammt aus der berühmtesten Premier-Cru-Lage von Chambolle – einem Weinberg auf Grand-Cru-Niveau. In der Jugend verschlossen, läuft Bertheaus Amoureuses über die Jahre zur Hochform auf: Samt und Seide, kernige Himbeerfrucht und ein unendlich sanfter Nachhall.


Les Amoureuses – der berühmteste Premier Cru von Chambolle

Les Amoureuses („die Liebenden") gilt als bester Premier Cru der Gemeinde und als einer der großen Weinberge der Welt – bei einer Neuklassifizierung wäre ein Grand-Cru-Status kaum fraglich. Die Lage liegt am südlichen Ende von Chambolle-Musigny, direkt oberhalb des Dorfes Vougeot und unterhalb des Grand Cru Le Musigny; im Norden grenzt Les Charmes, südlich Les Petits Vougeots.

Der kalkhaltige Boden ist hier leichter: eine dünne Schicht felsigen Oberbodens über hartem Kalksteinunterboden, der frei entwässert und die Wurzeln in Felsspalten zwingt. Das begrenzt Wuchskraft und Ertrag und führt zu kleinen, konzentrierten Beeren. Die meist südöstliche Ausrichtung und das kühle Klima sichern Reife bei erhaltener Säure. Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen Erzeugern von Chambolle-Musigny.

Jahrgang 2019 – Côte de Nuits

2019 war ein warmer, trockener Jahrgang mit kleinen Erträgen. Trotz der Wärme bewahrten die Trauben eine bemerkenswerte Frische; die Reben lieferten konzentrierte, vollreife Frucht.

Für die roten Burgunder steht 2019 für Tiefe und reife, dichte Frucht bei feinem Tannin und tragender Säure – ein starker, lagerfähiger Jahrgang, der zur balancierten Art der Amoureuses passt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2019.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

In der Jugend verschlossen und subtil. Mit Reife entfalten sich Samt und Seide, reinste, kernige Himbeerfrucht, ein erdiger Charakter und feste, zugleich seidige Tannine. Der Abgang ist unendlich sanft und lang.

Samt und Seide, kernige Himbeerfrucht und feste, seidige Tannine – ein Kult-Premier-Cru mit unendlich sanftem Nachhall.

In der Jugend noch verschlossen; sein volles Potenzial entfaltet der Wein über viele Jahre, oft Jahrzehnte. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen oder Trüffel, dazu mittelreifer bis gereifter Käse. Ein eleganter Wein für den besonderen Anlass.


Lage: Les Amoureuses (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); unterhalb Le Musigny, dünner Felsboden über hartem Kalkstein, SO-Lage
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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Rebsorten

Domaine Fontaine du Clos Reflets Vacqueyras

Rotwein · Vacqueyras · Cuvée · Rhône

Domaine Fontaine du Clos Vacqueyras Reflets de l'Âme ist eine Rotwein-Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre aus der südlichen Rhône. Die Trauben stammen vom Hochplateau rund um Sarrians, wo die Reben auf lehmigen Böden mit alluvialem Geröll wurzeln. Saftig und konzentriert zeigt sich der Wein, mit feinkörnigem Tannin und harmonischer Würze. Erdbeerkonfitüre, rosa Pfeffer und Blutorange prägen das Bukett.


Vacqueyras – Sarrians

Die Weinberge liegen auf dem Hochplateau rund um Sarrians in der südlichen Rhône. Die Reben fußen auf lehmigen Böden mit alluvialem Geröll und werden vom mediterranen Klima mit heißen Sommern, kalten Wintern und dem kühlen Mistral geprägt – ideale Bedingungen für konzentrierte, würzige Rotweine.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre. Nach dem Entrappen und sanften Anquetschen bleibt der Most lange auf den Schalen, um Farbe, Struktur und aromatische Tiefe zu gewinnen. Der Ausbau im Betontank bewahrt die klare Frucht und den Terroir-Ausdruck.

Im Glas

Leuchtendes Granatrot. In der Nase ein verführerischer Duft nach Erdbeerkonfitüre, rosa Pfeffer, Blutorange und einem Hauch Kakao. Am Gaumen saftig und konzentriert, mit feinkörnigem Tannin und harmonischer Würze.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; vor dem Genuss dekantieren.

Klassische Begleitung: Entenbrust, Lammkeule, Gemüsetajine und eine vielfältige Käseauswahl.


Lage: Vacqueyras – Sarrians, südliche Rhône (Frankreich)
Klassifikation: AOC Vacqueyras
Ausbau: Grenache, Syrah & Mourvèdre, Betontank

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Weine

Dr. Bürklin Wolf Riesling Pechstein Forst GC 2023 BIO

Weißwein · Forst (Pfalz) · Riesling (Grand Cru)

Riesling Forster Pechstein G.C. (Grand Cru) Dr. Bürklin-Wolf Forst · Pfalz schwarzer Basalt trocken biodynamisch (DE-ÖKO-003) · 2023

Der Dr. Bürklin-Wolf Forster Pechstein Riesling G.C. 2023 stammt aus einer der großen Basaltlagen von Forst. Ein Grand-Cru-Riesling von außergewöhnlicher Mineralität – tief, salzig und geradlinig.


Forster Pechstein – Riesling auf Basalt

Das Weingut Dr. Bürklin-Wolf in Wachenheim zählt zu den führenden Rieslinggütern der Pfalz und bewirtschaftet seine Weinberge seit 2005 biologisch-dynamisch (DE-ÖKO-003). Seine Qualitätspyramide orientiert sich am burgundischen Prinzip und lehnt sich an die Königlich-Bayerische Lagenklassifikation von 1828 an: G.C.- und P.C.-Rieslinge stammen aus den wertvollsten Lagen, darunter folgen Orts- und Gutsrieslinge.

Die Forster Toplage Pechstein umfasst 21 Hektar, der Anteil des Guts beträgt 2,33 Hektar. Ihren Namen und ihre außerordentliche Mineralität verdankt sie dem hohen Anteil an schwarzem, vulkanischem Basalt. Oberhalb, im Wald, liegt der Pechsteinkopf, wo bis Ende der 1970er Jahre in zwei Basaltbrüchen Gestein abgebaut wurde.

Jahrgang 2023 – Pfalz

2023 war in der Pfalz ein Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und lebendiger Säure. Der Basaltboden und die biodynamische Arbeit bewahrten Frische, salzige Mineralität und Spannung – Kraft und Präzision im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling (gutseigene Klassifikation G.C./Grand Cru) aus der Forster Lage Pechstein, Jahrgang 2023; 100 % Riesling vom Basaltboden.

Der Wein wird herkunftsbetont im Stil des Guts ausgebaut, ganz auf die Bewahrung der basaltgeprägten Mineralität, Präzision und Tiefe ausgerichtet. Biologisch-dynamischer Anbau (DE-ÖKO-003).

Im Glas

Ein tiefer, geradliniger Basalt-Riesling: Zitrus und weißer Pfirsich, dazu grüner Apfel, feine Kräuterwürze und eine markante, rauchig-salzige Mineralität. Am Gaumen straff und dicht, mit lebendiger Säure, kühler Präzision und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Zitrus, weißer Pfirsich und grüner Apfel über feiner Würze und rauchig-salziger Basaltmineralität – straff und dicht, mit lebendiger Säure, kühler Präzision und langem, salzigem Nachhall.

Ein großer, langlebiger Pfalz-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Forster Pechstein, Forst (Pfalz); schwarzer, vulkanischer Basalt; Gutsanteil 2,33 ha (Lage gesamt 21 ha)
Klassifikation: Riesling G.C. (gutseigene Grand-Cru-Klassifikation), Pfalz (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: herkunftsbetonter Ausbau im Stil des Guts; biologisch-dynamisch, DE-ÖKO-003

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Frankreich

Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021

Weißwein · Elsass · Cuvée

Pinot Gris & Sylvaner Frohnberg (Rosenwiller) & Hohrain (Eguisheim) Ton-Kalk-Böden Spontangärung im Holzfass 18 Monate Feinhefe rund 1.000 Flaschen 2021

Der Soil Therapy Materia Rebellis blanc 2021 ist eine Cuvée aus Pinot Gris und Sylvaner von zwei Lagen an entgegengesetzten Enden des Elsass – eine Verbindung, die ursprünglich nicht geplant war und durch eine unvorhersehbare Gärung entstand. Spontan im Holzfass vergoren, 18 Monate auf der Feinhefe, danach sechs Monate Flaschenruhe: tief, salzig und strukturiert. Die Auflage liegt bei rund 1.000 Flaschen.


Materia Rebellis – zwei Lagen, durch Zufall vereint

Soil Therapy ist das Label von Thomas Schertz, einem Autodidakten, der vor seinen eigenen Weinen im Vertrieb der Domaine Ostertag arbeitete. Er interpretiert das Elsass abseits der üblichen Appellationslogik: instinktiv, mit langen Ausbauzeiten, in winzigen Mengen. Beim Materia Rebellis sollten zwei Einzellagen eigentlich getrennt bleiben – erst der Verlauf einer unvorhersehbaren Gärung führte sie zusammen.

Der Pinot Gris stammt aus der Lage Frohnberg in Rosenwiller, im Bas-Rhin am nördlichen Ende des Weinbaugebiets, am Fuß der Vogesen südwestlich von Straßburg. Der Sylvaner kommt aus der Lage Hohrain in Eguisheim, im Haut-Rhin bei Colmar, rund siebzig Kilometer weiter südlich und im Regenschatten der Vogesen, wo das Elsass am trockensten ist. Beide Weinberge stehen auf mineralreichen Ton-Kalk-Böden.

Die Ausrichtungen ergänzen sich: Die eine Lage ist nach Südosten geneigt und bringt Reife und Fülle, die andere nach Nordosten und liefert Frische und Säure. Der Pinot Gris gibt der Cuvée Körper und eine würzige, leicht rauchige Tiefe, der Sylvaner Spannung und eine kräuterige Klarheit. Zusammen ergibt das eine Balance, die keine der beiden Lagen allein erreicht hätte.

Jahrgang 2021 – Elsass

Der Jahrgang 2021 war im Elsass eines der schwierigsten Jahre der jüngeren Zeit. Nach einem milden Märzbeginn und früh einsetzendem Austrieb traf Anfang April eine Frostperiode die jungen Triebe. Der Sommer blieb kühl und feucht, der Druck durch Falschen Mehltau war hoch, und lokale Hagelschläge kamen hinzu. Die Erträge fielen entsprechend deutlich unter das übliche Niveau.

Gelesen wurde spät und mit strenger Selektion. Was gesund in den Keller kam, zeigte moderate Reife, niedrigere Alkoholwerte und eine ausgeprägte Säure – ein klassisch kühles Elsass-Jahr, wie es nach den warmen Jahrgängen zuvor selten geworden ist. Für einen Wein mit langer Hefereife ist diese Säure die Grundlage: Sie trägt die cremige Textur, ohne dass der Wein breit wird.

Lange Pressung, Spontangärung, 18 Monate Feinhefe

Cuvée aus Pinot Gris (Frohnberg, Rosenwiller) und Sylvaner (Hohrain, Eguisheim), Jahrgang 2021, trocken. Die Trauben werden sanft und über einen langen Zeitraum gepresst – das löst Aroma und Extrakt aus den Schalen, ohne Bitterstoffe mitzunehmen.

Die Gärung beginnt spontan mit natürlichen Hefen in Holzfässern. Danach reift der Wein 18 Monate auf der Feinhefe: Die Hefe schützt den Wein vor Sauerstoff und gibt über ihre Zersetzung Mannoproteine ab, die Textur und Cremigkeit liefern. Nach der Füllung ruht der Wein weitere sechs Monate auf der Flasche, bevor er freigegeben wird.

Im Glas

Kräftiges Goldgelb. In der Nase kandierte Orange und Zitrusschale, dazu ein salziger, steiniger Ton und ein Hefeanklang aus der langen Reife auf der Feinhefe.

Am Gaumen cremig in der Textur und zugleich straff, mit einer Säure, die aus dem kühlen Jahr kommt, und einer würzigen, leicht säuerlich-salzigen Note, die an Umeboshi erinnert, die japanische Salzpflaume. Die Frucht bleibt im Hintergrund; Salz, Würze und Textur tragen den Wein. Der Abgang ist lang und mineralisch.

Pinot Gris aus dem Norden, Sylvaner aus dem Süden, 18 Monate Hefe: Salz, Würze und Textur statt Frucht.

Bei 11–13 °C servieren, nicht kälter. Der Wein profitiert von Luft – nach einer halben Stunde öffnet er sich deutlich. Schon jetzt ausdrucksstark und dank Säure und Struktur für weitere Jahre gebaut.

Am Tisch

Zu asiatischen Gerichten, feinen Meeresfrüchten und gereiftem Käse. Die salzig-würzige Seite trägt besonders gut Japanisches – Sashimi, Miso, gegrillter Aal –, ebenso Choucroute mit Fisch, Munster oder alten Comté.


Produzent Soil Therapy, Thomas Schertz, Elsass
Rebsorte Pinot Gris und Sylvaner
Lage Pinot Gris aus dem Frohnberg, Rosenwiller (Bas-Rhin) · Sylvaner aus dem Hohrain, Eguisheim (Haut-Rhin) · Ton-Kalk-Böden, Südost- und Nordostausrichtung
Klassifikation Weißwein aus dem Elsass · trocken
Jahrgang 2021
Vinifikation lange, sanfte Pressung · Spontangärung im Holzfass
Ausbau 18 Monate auf der Feinhefe · 6 Monate Flaschenruhe vor der Freigabe
Trinkempfehlung jetzt bis 2032
Auflage rund 1.000 Flaschen

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Spanien

Jade Gross Time is on my side 2023

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo / Graciano

Tempranillo / Graciano Rioja Alavesa La Cantera (Labastida) · Laguardia Jade Gross 17 Monate Foudre nur 1.380 Flaschen 2023

Der Jade Gross Time is on my Side 2023 ist ein handwerklicher Rioja aus der Rioja Alavesa, der erstmals Graciano in den Blend integriert und dem Wein mehr Reifezeit einräumt als in der Region üblich – mit satter, präziser Frucht, fest integrierten Tanninen und straffer Säurestruktur.


Jade Gross – Terroir-Rioja mit Handschrift

Jade Gross ist eine in Hongkong geborene, chinesisch-amerikanische Quereinsteigerin, die nach einer Laufbahn in der Spitzengastronomie (u. a. Mugaritz) 2019 ihr eigenes Weinprojekt in der Rioja begann – unter der Mentorschaft des Ikonen-Winzers Abel Mendoza. Ihre Weine entstehen handwerklich und mit minimaler Intervention, mit autochthonen Hefen und klarem Fokus auf den Ausdruck von Rebsorte und Terroir.

Time is on my Side vereint Tempranillo aus dem Weinberg La Cantera in Labastida (auf rund 600 m) mit Graciano aus Laguardia, dem geografischen Zentrum der Rioja Alavesa. Beide Parzellen liegen auf kalkhaltigen Tonböden, die Mineralität fördern, Struktur und aromatische Tiefe liefern und die natürliche Frische der Trauben erhalten.

Jahrgang 2023 – Rioja Alavesa

Der Jahrgang 2023 zeigt den Wein mit satter, präziser dunkler Frucht und straffer Säure. Die kalkhaltigen Tonböden und die Höhenlage bewahren auch in einem warmen Jahr Frische und Spannung – die Grundlage für einen Rioja, der Tiefe und Zug verbindet.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Tempranillo und Graciano, Jahrgang 2023, trocken.

Der Graciano wird vollständig entrappt; rund 30 % des Tempranillos vergären als ganze Trauben in offenen Behältern. Der Ausbau erfolgt über 17 Monate in einem 1.000-Liter-Foudre aus französischer Eiche, gefolgt von 15 Monaten Flaschenreife vor der Markteinführung. Gesamtproduktion: 1.380 Flaschen.

Im Glas

Die Nase zeigt dunkle Beerenfrucht – Brombeere, schwarze Kirsche –, unterlegt von getrockneten Kräutern, Graphit und einer deutlichen mineralischen Note. Am Gaumen präsentiert sich der Wein mit satter, präziser Frucht, fest integrierten Tanninen und einer straffen Säurestruktur, die Spannung und Zug bis in den langen Abgang trägt.

Erstmals Graciano im Blend, mehr Reifezeit als üblich – Spannung und Zug bis in den langen Abgang.

Durch den ausgedehnten Keller- und Flaschenausbau bei Erscheinen gut zugänglich, mit deutlichem Lagerpotenzial. Dekantieren empfohlen (30–60 Minuten). Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Klassische Begleitung: Lammrücken mit Kräuterkruste, Ibérico-Schwein, gereifter Manchego. Der Graciano-Anteil bringt Würze ins Glas, die kräftig gewürzten Gerichten entgegenkommt.


Lage: Rioja Alavesa (Spanien); Tempranillo aus La Cantera, Labastida (~600 m), Graciano aus Laguardia; kalkhaltige Tonböden
Klassifikation: DOCa Rioja, Tempranillo/Graciano (trocken); nur 1.380 Flaschen
Ausbau: Graciano voll entrappt, ~30 % Tempranillo als Ganztrauben; 17 Monate 1.000-l-Foudre (franz. Eiche) + 15 Monate Flaschenreife; handwerklich, autochthone Hefen

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