Die Mauer steht

Die Mauer steht

Man muss sie einfach mögen, diese putzige, nicht wirklich große Stadt. Egal wann man sich ihr nähert, sie leuchtet immer, sie sieht majestätisch aus. Fast egal von wo man kommt, sie zieht einen in ihren Bann. Widerstand zwecklos. Es ist, nebenbei bemerkt, auch die Stadt, die mit dazu beitrug, dass aus dem Obärfranken der Oso alemán wurde. Ein ganzes Jahr lebte das Tier dort in einer Höhle, verschlang eimerweise imposante Scheiben kalbenen Fleisches, viele Monde ist das nun her.

Natürlich kann man meckernd einwerfen, dass sich die Stadt vertouristet hat, rings um die Kathedrale trifft man auf Heerscharen, himmlisch sind sie in der Regel nicht, von  durchaus irdische Autobusse ausgekippt, um sie dann drei oder vier Stunden später wieder einzusammeln. Egal ob Russen, Chinesen, Japaner oder Koreaner, Deutsche treten eher individuell auf, sind aber nicht weniger nervig, alles muss photographiert werden, gefilmt werden, dokumentiert werden: ICH! WAR!! DA!!! Manch genervter Ladenbesitzer stellt schon Photographierverbotsschilder auf, denn, klar, gekauft wird natürlich nichts. Wie auch? Wenn man den Kurztrip „sechsunddreißig spanische Städte in sechs Tagen“ bucht, kann man schlecht von überall etwas einsacken.

Früh morgens hingegen haben, Mann, Frau, Bär, „ihre“ Stadt für sich alleine. Wenn die Sonne beginnt, um die Mauerecken zu lugen, wenn die nicht gar so weit entfernte Sierra in gleißendem Licht erstrahlt, dann ist der Ort noch magischer als man es je für möglich gehalten hat. Gut, an jenem siebzehnten August, mehr als fünfzehn Winter ist das nun schon her, zeigte der Ort ein ganz anderes Gesicht. Als der Bär zum Auto trottete, staunte er nicht schlecht, um dann den Schaber zu suchen, mit dem man die Scheiben vom Eis befreien konnte, welches sich über Nacht dort angesammelt hat. Mitten im August! Aber schon fünf Stunden später war alles wie immer: Reisende aus Madrid, andere Kulturen zog es damals noch nicht so sehr in diese Stadt, saßen auf einer der vielen Plazas, um Ternera in sich hineinzustopfen. Und um Bier zu trinken. Und Rioja, Ribera eher weniger. Eine eigene Weinbauregion hatte die Stadt damals noch nicht. Eine wirkliche Esskultur auch nicht, strikte Gourmetisten meiden die Stadt, so weit es denn geht. Zwar gibt es das „El Almacén“, vor Jahrzehnten mal eine der besten Restaurants in Spanien, heute noch immer sehr gut, mit mehr oder weniger den gleichen Gerichten, dem gleichen Chef, der gleichen Köchin, dem gleichen Saalchef und zumindest zwei Kellnern, die dort auch schon mehr als zwanzig Jahre Teller jonglieren, bepackt mit Gutem aus der nahen oder nicht so nahen Region. 

Alle Versuche indes, moderne Küche in den Ort zu tragen, scheiterten, manche kläglich. Man sollte meinen, dass dort, wo dickes Kalb an dickem Knochen gut verkauft wird, auch innovative Gerichte funktionieren könnten. Typischer Fall von Fehleinschätzung: moderne Küche haben die Madrilenen zuhause zuhauf, da braucht es keinen Wochenendausflug; die Busladungen werden, verpackt in ihren Fahrzeugen, gen irgendwo gekarrt, und wenn sie bleiben dürfen, dann für eine Menü, für das der Tour-Operateur zehn Euro abdrückt. Wer gut ist, Geduld und Geld zur Genüge hat, hält vielleicht vier Jahre durch, manche sind schon nach vier Monaten wieder verschwunden. Da war selbst die barfuß Laufende schon weiter: Wenn Buße, dann Buße; wenn Rebhuhn, dann Rebhuhn!“

Und nun hat diese Stadt also ihre eigene Weinbauregion. Gut, die Reben stehen etwas weiter im Süden, an steilen Hängen und welligen Hügeln, auf Granit, aber auch auf Schiefer. Lange hat man für diese Region gestritten, auch war eine Makroweinregion im Gespräch, die es dann, glücklicherweise, doch nicht gab.

In der Stadt sind diese Weine noch nicht angekommen, und das wird auch noch ein wenig dauern, ein Jahrzehnt vielleicht, oder derer zwei. Spanier sind zwar in der Regel keine Bären, Gewohnheitstiere indes sind sie schon. Und wenn man nun einmal Rioja mag, dann ist das mit einer neuen Region so eine Sache. Wenn Rioja, dann Rioja, hätte T. Eres. A. gemurmelt.

Die Region hat es aber auch nicht leicht, kommt sie doch genau dann auf die Welt, wenn fast alle Weintrinkerinnen und Weintrinker nach frischen, fruchtigen Weinen mit eher niedrigem Alkohollevel fragen. Als Sechzehnender hat man es da nicht so leicht… Dabei ist die Jungregion durchaus spannend: diverse Weingüter aus den Nachbargegenden haben ihre Fühler ausgestreckt, um Weinberge zu ergattern. Das Potential ist riesig: über dreitausend Hektar Rebland, fast alles alte Rebstöcke. In der amtlichen Weinbauregion sind nur derer vierhundert registriert. Da geht also noch was! 

Die Großkonzerne der spanischen Weinindustrie haben die Region noch nicht auf dem Schirm, für sie ist das zu früh, sie brauchen einen bekannten Namen. Das ist die Chance der kleinen und kleinsten Betriebe, Bodegas, in denen gerade einmal eine Handvoll Flaschen gefüllt werden. Vorbei sind die Zeiten, in denen es nur gegroovtes Kaos, interne Umwälzungen, entrissene Regenmäntel und orthographisch modifizierte Wildscheine gab; alle Nase lang entsteht Neues. Nicht alles wird bleiben, viele Projekte basieren auf Illusion und Wunschdenken, gepaart mit viel Geld und wenig Marktkenntnis.  Aber all diese Projekte, seien sie aus dem Norden der Region, in der viele Dörfer mit „Nava-“ beginnen, oder aus der Hauptschleife, wo nicht nur fette Weine entstehen, zeigen, welches Potential hier zu heben ist. Man muss den Dingen nur Zeit geben: ein Jahrzehnt vielleicht, oder auch derer zwei. Dann wird das schon.

Ein paar erste ernstzunehmende Zeichen indes gibt es schon: eine in Weindingen durchaus nicht unbekannte Dreierbande, César, Flequi und Nacho, samt omnipräsentem Raúl, haben sich im Hauptdorf in der Lage Valle del Jorco eingenistet, um von dort drei Weine zu präsentieren, derzeit vielleicht die elegantesten Weine dieser Region. Unlängst, wissenden Bären ist das nicht entgangen, gab es eine Geheiminvasion in der Region: Außerirdische, man munkelt, es waren Affen, wurden in den Weinbergen gesehen, Terroir prüfend. Wie viele Affen es waren, ist nicht genau bekannt. Gerüchten zufolge sollen es vier gewesen sein.

Bis all diese Weine in die magische Stadt kommen, wird es noch ein wenig brauchen, ein Jahrzehnt vielleicht, es kann auch derer zwei dauern. Denn aktuell landet alles in Madrid, oder in der Welt, regionale Märkte sind eher zweitrangig. Aber das macht nicht, denn wen die Stadt einmal in ihren Bann gezogen hat, der kommt wieder und wieder und wieder. Vielleicht trifft man dann auch den alten Oso alemán, der turnt ständig dort herum: Ávila macht schlicht und ergreifend süchtig. Text: Text: el oso alemán

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Rebsorten

J. J. Prüm Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett 2023

Weißwein · Wehlen (Mosel) · Riesling

Riesling Wehlener Sonnenuhr Kabinett · fruchtig süß J.J. Prüm · Wehlen VDP.Große Lage reiner Devonschiefer Steilhang 60–100 % 2023

Der J.J. Prüm Wehlener Sonnenuhr Riesling Kabinett 2023 ist ein Klassiker von der Mosel: filigran, feinfruchtig und elegant, aus einer der berühmtesten Riesling-Lagen der Welt. Perfekt ausbalanciert mit feiner Restsüße und tollem Reifepotenzial.


Wehlener Sonnenuhr – VDP.Große Lage von Weltklasse

Das Weingut J.J. Prüm in Wehlen zählt zu den weltberühmten Namen der Mosel – Inbegriff langlebiger, fruchtsüßer Rieslinge von großer Finesse. Der Stil ist unverkennbar: kühle Gärung, dezente Spontannote in der Jugend, geringe Alkoholgrade und ein filigranes Spiel aus Frucht, Süße und rassiger Säure.

Die Wehlener Sonnenuhr erstreckt sich gegenüber von Wehlen entlang der Mosel, mit einer Hangneigung von 60 bis 100 Prozent. Die Reben wachsen auf reinem Devonschieferverwitterungsboden mit hohem Gesteinsanteil, zwischen 110 und über 320 Metern, großenteils in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Die lange Sonnenscheindauer und die starke Wärmereflexion von Boden und Mosel schaffen ein einzigartiges Mikroklima. Die historische Sonnenuhr, 1842 von Jodocus Prüm erbaut, ist Wahrzeichen und Namensgeberin zugleich.

Jahrgang 2023 – Mosel

2023 war an der Mosel ein Jahrgang mit reifer, aromatischer Frucht und lebendiger Säure. Sorgfältige Selektion in den Steillagen sicherte gesundes, präzises Lesegut – ideale Voraussetzungen für einen filigranen, feinfruchtigen Kabinett mit klarer Schiefermineralität und tänzelnder Säure.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüßer Riesling-Kabinett (Prädikatswein) aus der VDP.Großen Lage Wehlener Sonnenuhr, Jahrgang 2023; 100 % Riesling vom reinen Devonschiefer.

Der Wein wird im typischen, kühlen Stil des Hauses vinifiziert und in seiner Gärung so geführt, dass eine feine, natürliche Restsüße im Gleichgewicht zur tänzelnden Säure erhalten bleibt. So entsteht ein filigraner, glockenklarer und sehr langlebiger Kabinett.

Im Glas

Ein filigraner, feinfruchtiger Moselklassiker: saftiger Pfirsich, Zitrus und florale Noten treffen auf eine tänzelnde Säure und kühle Schiefermineralität. Am Gaumen elegant und perfekt ausbalanciert, mit feiner Restsüße und einem langen, mineralischen Nachhall.

Saftiger Pfirsich, Zitrus und florale Noten treffen auf tänzelnde Säure und kühle Schiefermineralität – elegant und perfekt ausbalanciert, mit feiner Restsüße.

Ein filigraner, sehr langlebiger Mosel-Kabinett. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu würziger asiatischer und thailändischer Küche, zu leicht scharfen Currys sowie zu Obst-Desserts und mildem, cremigem Käse.


Lage: Wehlener Sonnenuhr (VDP.Große Lage), gegenüber Wehlen, Mosel; Steilhang 60–100 %, 110 bis über 320 m; reiner Devonschieferverwitterungsboden, großenteils Einzelpfahlerziehung
Klassifikation: Riesling Kabinett, Prädikatswein, VDP.Große Lage, Mosel (fruchtig süß); 100 % Riesling
Ausbau: kühle Vinifikation im Stil des Hauses, feine natürliche Restsüße

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Schaumweine

Le Manzane Ròseo brut Spumante

Der Le Manzane Ròseo Brut ist ein Rosé-Spumante aus dem Hügelland um Conegliano und Valdobbiadene. Die Basis ist Glera; dazu kommen Merlot, der die zarte Farbe gibt, und ein wenig heimische Sorten. Die Reben stehen auf eiszeitlichen Moränen bei Tarzo und Conegliano.

Im Glas

Zartes Lachsrosa, feine und ausdauernde Perlen. Im Duft Erdbeere, Himbeere und Rosenblüten. Am Gaumen trocken, frisch und saftig; die Frucht ist klar, der Schmelz fein. Ein langer, eleganter Abgang.

Mach was draus

Ein Aperitif für Sommerabende. Auch zu Antipasti, Fisch, Meeresfrüchten oder leichten Vorspeisen. Serviere ihn gut gekühlt bei 5 bis 7 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Ròseo ist Sommer im Glas. Frische Beeren, ein bisschen Rose – mehr braucht es nicht.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Woraus besteht er? Vor allem aus Glera, dazu Merlot – er bringt die rosa Farbe – und etwas heimische Sorten.

Wer steht dahinter? Die Familie Balbinot aus San Pietro di Feletto. Mit ihrem Weingut Le Manzane ist sie vor allem für Prosecco Superiore bekannt.

Ist er ein Prosecco? Nein. Er ist ein Vino Spumante Rosé Brut, kein Prosecco DOC oder DOCG.

Wie wird er gemacht? Sanft gepresst, zweite Gärung im Drucktank nach Charmat-Martinotti, danach liegt er eine Weile auf der Feinhefe und ruht kurz in der Flasche. Gelesen wird von Hand, Ende August bis Anfang September.

Glera, Merlot, heimische Sorten · Moränen bei Tarzo und Conegliano · Handlese · Vino Spumante Rosé · Charmat-Martinotti · Feinhefe · Brut, 11–12 g/l · Le Manzane, San Pietro di Feletto · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Eimermann Riesling Roter Hang

Wein · Weißwein · Rheinhessen · Deutschland

Eimermann Riesling Roter Hang zeigt deutlich, was den Roten Hang besonders macht: aromatisch sehr dicht und druckvoll. Zitronentarte, Limetten, Minze und Mirabellen – bei jedem Schluck entdeckt man eine neue Nuance.


Rheinhessen / Roter Hang

Das Weingut Eimermann (Familie Werner und Thore Eimermann) liegt in Nierstein-Schwabsburg am berühmten Roten Hang in Rheinhessen, direkt am Rhein. Der charakteristische rote Tonschiefer (Rotliegendes) dieser steilen Rheinfront-Lagen prägt Rieslinge von besonderer Mineralität, Dichte und Ausdruckskraft. Alle Weine des Guts sind vegan.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Riesling von Lagen des Roten Hangs. Der Ausbau betont die dichte, druckvolle und vielschichtige Stilistik mit klarer Frucht und mineralischem Zug. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Grüngelb. In der Nase Zitronentarte, Limette, Minze und Mirabelle. Am Gaumen dicht und druckvoll, aromatisch vielschichtig, mit klarer Frucht, animierender Säure und mineralischem, langem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – als Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, hellem Fleisch, Spargel und asiatischer Küche.


Lage: Rheinhessen, Nierstein / Roter Hang (Deutschland); Weingut Eimermann
Klassifikation: Gutswein – 100 % Riesling, trocken (vegan)
Ausbau: dicht und druckvoll, mineralitätsbetont (roter Tonschiefer)

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Weine

Georges Laval Garennes 13-23 Extra Brut BIO

Der Georges Laval Garennes 13-23 Extra Brut ist der zugänglichste Laval: Meunier, Pinot Noir und Chardonnay aus Cumières und Nachbarlagen, gestützt auf eine fortlaufende Reserve über viele Jahrgänge. Viele Jahre in einer Flasche.

Im Glas

Helles Gold, feine Perlen. Klar und rein in der Nase, die Reserve gibt Tiefe. Am Gaumen pur und mineralisch, mit präziser Säure und einer Tiefe, die man in einem Einstiegs-Champagner selten findet. Lang und klar im Abgang.

Mach was draus

Ein Aperitif mit Gougères, Muscheln, gebratener Fisch oder ein Brathähnchen. Auch zu Ziegenkäse passt er gut. Ein Champagner für den Freitagabend oder ein entspanntes Essen mit Freunden – und ein guter Einstieg, wenn du Laval kennenlernen willst. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Garennes ist mein Tipp für alle, die Laval zum ersten Mal probieren. Er zeigt den Stil, ohne gleich alles zu verlangen.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Was ist eine fortlaufende Reserve? Jedes Jahr kommt ein Teil des neuen Weins zur Reserve dazu, ein Teil wird entnommen. So reichen ältere Jahrgänge bis in die aktuelle Flasche.

Woher kommen die Trauben? Aus Parzellen in Chambrecy, Cumières und Hautvillers, alle im Marnetal.

Meunier, Pinot Noir, Chardonnay · Lagen in Chambrecy, Cumières, Hautvillers · fortlaufende Reserve · Extra Brut, 1 g/l Restzucker · Champagne Georges Laval, Cumières · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Spirituosen

Cardenal Mendoza Brandy Solera Gran Reserva

Spirituose · Brandy de Jerez · Jerez de la Frontera · Spanien

Cardenal Mendoza Solera Gran Reserva ist der Flaggschiff-Brandy der Bodega Sánchez Romate Hnos. – ein klassischer Brandy de Jerez, rund 15 Jahre in Oloroso- und Pedro-Ximénez-Fässern gereift. Tiefes Mahagoni, samtig und intensiv, mit Noten von Rosine und Pflaume.


Herkunft

Die familiengeführte Bodega Sánchez Romate Hnos. wurde 1781 in Jerez de la Frontera gegründet und zählt zu den ältesten und wenigen noch in Familienbesitz befindlichen Häusern der Region. 1887 schuf die Familie einen eigenen Brandy für den privaten Kreis – aus ihm wurde Cardenal Mendoza, benannt nach Kardinal Pedro González de Mendoza (1423–1495).

Destillation und Reifung

Aus einer Auswahl feinster, langsam in Kupferbrennblasen (alquitaras) destillierter holandas. Die Reifung erfolgt im traditionellen Solera- und Criaderas-System über durchschnittlich 15 Jahre – in Fässern, die zuvor Oloroso und Pedro Ximénez enthielten. Der Oloroso steuert nussig-trockene, oxidative Tiefe bei, der PX konzentrierte Süße und Dörrfrucht. Klassifiziert als Solera Gran Reserva, der höchsten Kategorie des Brandy de Jerez.

Im Glas

Tiefes Mahagoni mit goldenen, kupfrigen Reflexen. In der Nase sauber, elegant und rund, mit deutlichen Sherry-Anklängen aus dem Fass. Am Gaumen ausgewogen, warm und samtig, mit Rosine, Pflaume und feiner Würze. Sehr langer Abgang, in dem sich alle Nuancen zu einem nachhaltigen Eindruck verbinden.

Pur genießen

Pur bei Raumtemperatur im Schwenker servieren – ideal als Digestif. Klassisch zu dunkler Schokolade (ab 60 % Kakao), die seine Süße und die Röst- und Nussnoten unterstreicht.

Passt zu: dunkler Schokolade, Kaffee, Zigarre, Trockenfrüchten und Nüssen.


Herkunft: Jerez de la Frontera (Spanien); Bodega Sánchez Romate Hnos.
Art: Brandy de Jerez Solera Gran Reserva
Destillation: holandas aus Kupferbrennblasen (alquitaras)
Reifung: ~15 Jahre im Solera-/Criaderas-System in Oloroso- und Pedro-Ximénez-Fässern

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Frankreich

Dujac Vosne Romanée Les Beaux Monts 1er Cru 2022

Rotwein · Vosne-Romanée Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Beaux Monts · 1er Cru Vosne-Romanée Côte de Nuits 2022

Der Vosne-Romanée Les Beaux Monts 1er Cru 2022 der Domaine Dujac ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer Premier-Cru-Lage an der Grenze zu Echézeaux. Elegant und ausbalanciert, mit roter Frucht, floralen Noten und feiner Würze – im Stil dieser Ikone der Côte de Nuits.


Les Beaux Monts – Premier Cru in Vosne-Romanée

Les Beaux Monts (gelegentlich „Beaumonts") erstreckt sich über rund 11,4 Hektar als Flickenteppich über die Gemeindegrenzen von Vosne-Romanée und Flagey-Echézeaux. Der untere Teil (Les Beaux Monts Bas) liegt auf gleicher Höhe wie Echézeaux und erreicht durchweg ein sehr hohes Niveau; der etwas kühlere obere Teil liefert gute Premier-Cru-Weine. Im Süden grenzt der Premier Cru Aux Brûlées.

Vosne-Romanée gilt als Inbegriff fein ausbalancierter Pinots und beherbergt sechs Grand Crus, darunter Romanée-Conti und La Tâche. Die Domaine Dujac aus dem benachbarten Morey-Saint-Denis zählt zu den Ikonen der Côte de Nuits und arbeitet ohne Herbizide.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der die Eleganz des Beaux Monts mit Substanz unterlegt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Im Stil von Dujac wird ein Teil als ganze Traube vergoren; die Gärung verläuft langsam in den kühlen Kellern. Anschließend reift der Wein im Holzfass – ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Rote Frucht nach Kirsche und Himbeere, ergänzt um Veilchen, Waldboden, Lakritz und rauchige Anklänge. Am Gaumen elegant und ausbalanciert, mit Fülle, feiner Struktur und langem Abgang.

Kirsche und Himbeere mit Veilchen, Waldboden und Lakritz – ein elegant ausbalancierter Vosne-Romanée Premier Cru.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den besonderen Anlass.


Lage: Les Beaux Monts (1er Cru), Vosne-Romanée / Flagey-Echézeaux (Côte de Nuits); Mittelhang, rund 11,4 ha
Klassifikation: Vosne-Romanée Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, teils Ganztraube; Holzfassausbau

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Rebsorten

Domaine Pierre Vincent Savigny-les-Beaune Aux Vergelesses 1er Cru 2024

Weißwein · Savigny-lès-Beaune 1er Cru (Côte de Beaune) · Chardonnay

Chardonnay Savigny-lès-Beaune 1er Cru Aux Vergelesses (blanc) Domaine Pierre Vincent 0,58 ha · gepflanzt 1989/1999 Ton & Kalk · oben am Hang ~15 % Neuholz · ~12 Mon. Fass + 6 Mon. Tank 2024

Der Domaine Pierre Vincent Savigny-lès-Beaune 1er Cru „Aux Vergelesses" blanc 2024 ist ein rarer weißer Premier Cru. Pierre Vincent – zuvor prägend bei der Domaine Leflaive und der Domaine de la Vougeraie – gewinnt aus diesem hoch am Hang gelegenen Climat einen dichten, salzig-mineralischen Chardonnay von großer Spannung.


Aux Vergelesses – rarer weißer 1er Cru

Pierre Vincent zählt zu den angesehensten Winzern des Burgund: von 2006 bis 2016 Technischer Direktor der Domaine de la Vougeraie, danach bis Ende 2024 Kellermeister und Geschäftsführer der Domaine Leflaive in Puligny-Montrachet. 2023 übernahm er mit Partnern die Domaine des Terres de Velle in Auxey-Duresses und benannte sie in Domaine Pierre Vincent um – ein kleines Gut über rund zwanzig Appellationen der Côte de Beaune, mit Reben von durchschnittlich rund 60 Jahren aus Massenselektion, ohne Herbizide bewirtschaftet und parzellenweise vinifiziert.

In Savigny-lès-Beaune liegt der Climat Les Vergelesses oben am Hang und ist in Chardonnay eher selten – die meisten Vergelesses-Parzellen tragen Pinot Noir. Vincents Parzelle misst 0,58 Hektar (gepflanzt 1989 und 1999) auf ton- und kalkgeprägtem Boden. Die südexponierte, luftige Höhenlage bewahrt Frische und Energie und verleiht dem Wein Spannung, Tiefe und mineralische Präzision.

Jahrgang 2024 – Côte de Beaune

2024 war im Burgund ein kühleres, feuchtes Jahr. Auf einen milden, nassen Winter folgten früher Austrieb und ein feucht-kühles Frühjahr mit Frost- und Hagelrisiko sowie hohem Krankheitsdruck; die Blüte verlief uneinheitlich. Ein trockenerer Sommer brachte eine langsame Reife, die Lese fiel spät aus, mit strenger Selektion und teils stark reduzierten Erträgen. Die Mostgewichte blieben moderat – die Weißweine zeigen sich klar und fein, mit pikanter Frische, kühler Eleganz und lebendiger Säure.

Ausbau

Trockener Savigny-lès-Beaune 1er Cru aus dem Climat Aux Vergelesses, Jahrgang 2024; 100 % Chardonnay von ton- und kalkgeprägtem Boden.

Nach langem, sanftem pneumatischem Pressen und einer Nacht Vorklärung beginnt die alkoholische Gärung teils im Edelstahltank; anschließend wird der Most für die malolaktische Gärung ins Fass gelegt (rund 15 % Neuholz) und zwölf Monate im Holz ausgebaut. Danach folgen etwa sechs Monate im Edelstahltank, um Frische und Spannung zu bewahren, bevor der Wein gefüllt wird. Die Reben werden ohne Herbizide bewirtschaftet.

Im Glas

Ein energiegeladener weißer 1er Cru: weißer Pfirsich und Zitrus, dazu weiße Blüten, ein Hauch Haselnuss und eine feine, salzig-jodige sowie kalkige Mineralität. Am Gaumen präzise und spannungsreich, mit dezenter, cremiger Textur aus dem Fassausbau, lebendiger Säure und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Weißer Pfirsich, Zitrus und weiße Blüten über Haselnuss und salzig-kalkiger Mineralität – präzise und spannungsreich, mit feiner cremiger Textur, lebendiger Säure und langem Nachhall.

Ein präziser, energiegeladener weißer 1er Cru mit gutem Reifepotenzial; in der Jugend gern dekantieren. Bei 12–14 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Jakobsmuscheln und Krustentieren, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Aux Vergelesses, Savigny-lès-Beaune 1er Cru, Côte de Beaune (Burgund); oben am Hang, Ton und Kalk; Parzelle 0,58 ha, gepflanzt 1989/1999
Klassifikation: Savigny-lès-Beaune Premier Cru, AOC (trocken); 100 % Chardonnay
Ausbau: sanfte Pressung, alkoholische Gärung teils im Tank, malolaktische Gärung im Fass (~15 % Neuholz), ~12 Monate Fass, danach ~6 Monate Tank; Bewirtschaftung ohne Herbizide

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Weine

Wittmann Westhofener Kirchspiel Riesling Großes Gewächs 2024 BIO

Weißwein · Rheinhessen · Riesling

Riesling Rheinhessen Westhofener Kirchspiel VDP.Grosses Gewächs Bio (Demeter) Kalkstein 2024

Das Wittmann Westhofener Kirchspiel Riesling Großes Gewächs 2024 ist ein eleganter, frischer Bio-Riesling vom Kalkstein – mit Aromen gelber Früchte und einer klaren, leicht salzigen Mineralität. Großer Lagencharakter aus einer der besten Lagen Rheinhessens.


Kirchspiel – VDP.Grosse Lage in Westhofen

Das Weingut Wittmann in Westhofen zählt zu den führenden Adressen Rheinhessens und arbeitet seit Langem konsequent biodynamisch (Demeter). Die VDP.Grosse Lage zeichnet die hochwertigsten Weinberge der Region aus – parzellengenau abgegrenzt; hier reifen die besten Weine mit expressivem Lagencharakter und besonderem Reifepotenzial.

Die Reben für dieses Große Gewächs aus dem rheinhessischen Westhofen fußen auf schwer durchwurzelbarem Kalkstein. Genau dieser karge, kalkreiche Untergrund verleiht den Rieslingen des Kirchspiels ihre filigrane Eleganz und die klare, leicht salzige Mineralität, für die die Lage berühmt ist.

Jahrgang 2024 – Rheinhessen

2024 war ein kühlerer, klassischer Jahrgang, der Rieslinge von großer Frische und Präzision hervorbrachte. Auf dem Kalkstein des Kirchspiels ergibt das einen besonders eleganten, geradlinigen Wein mit lebendiger Säure, klarer gelber Frucht und feiner, salziger Mineralität – Spannung und Finesse statt Opulenz.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2024, trocken, VDP.Grosses Gewächs.

Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung mit eigenen Hefen und langer Ausbau auf der Vollhefe – überwiegend im traditionellen großen Holzfass und Edelstahl. Der zurückhaltende Ausbau lässt Frucht und die kalksteingeprägte Mineralität der Lage unverfälscht in den Mittelpunkt treten. Biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022.

Im Glas

Ein elegantes, frisches Bukett von gelben Früchten – reifer Apfel, Birne, gelbe Zitrus –, ergänzt um weiße Blüten und feine Kräuter. Am Gaumen geradlinig und präzise, mit lebendiger Säure und der für das Kirchspiel typischen klaren, leicht salzigen Mineralität, die den Wein trägt und ihm einen langen, animierenden Abgang verleiht.

Elegantes, frisches Aroma nach gelben Früchten – mit klarer, leicht salziger Mineralität.

Schon jetzt zugänglich, gewinnt aber mit einigen Jahren Kellerreife deutlich an Tiefe; profitiert vom Dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Spargel sowie zu kräftigerem Hartkäse.


Lage: Rheinhessen, Westhofener Kirchspiel (Deutschland); schwer durchwurzelbarer Kalkstein; VDP.Grosse Lage
Klassifikation: Rheinhessen, Riesling VDP.Grosses Gewächs (trocken)
Ausbau: Riesling; Ganztraubenpressung, Spontangärung, Reife auf der Vollhefe (großes Holzfass/Edelstahl); biodynamisch (Demeter), DE-ÖKO-022

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