Von Betrug und Fälschungen

Überall dort, wo sich mehr als ein paar Euro verdienen lassen, soviel ist sicher, lauern zwielichtige Gestalten, die mit halbseidenen Methoden versuchen, sich einen Teil vom Kuchen zu ergaunern. Die Möglichkeiten dabei sind recht vielfältig, eine der häufigsten ist der Betrug – mit seiner Königsdisziplin, der Fälschung wertvoller Gegenstände. Gefälscht wurde schon immer und überall: ob Münzen, wichtige Urkunden und Dokumente oder Gemälde – und eben auch Wein.

Schon in der griechischen und römischen Antike wurde Wein munter gepanscht und künstlich aromatisiert, wovon zahlreiche landwirtschaftliche Werke aus dieser Zeit Auskunft geben. Es kann allerdings als strittig gelten, ob hier von Fälschung oder doch eher von Verfälschung die Rede ist, denn im vielgerühmten römischen Bürokratismus gab es tatsächlich so gut wie keine Regelungen in Bezug auf den Weinbau, was die Anreicherung mit diversen Aromastoffen also nicht verbot. Außerdem galt etwa die Streckung des Weines mit Wasser, die wohl älteste Verfälschungspraktik, den Griechen als ein geradezu lobenswertes Symbol der Mäßigung. Ein Unrechtsbewusstsein wird damals folglich noch nicht vorgeherrscht haben, was etwa die Ausführungen des konservativen und staatstreuen Muster-Römers Cato des Älteren belegen, der in seinen Schriften ganz ohne Scham Hinweise für Winzer gab, die ihre Erzeugnisse etwas aufhübschen wollten.

In der Regel waren die Methoden der Blender für den Verbraucher recht harmlos. Dies änderte sich in der frühen Neuzeit, als der monetäre Aspekt in den Vordergrund drängte. Weine wurden zu dieser Zeit nach dem Geschmack der Konsumenten mäßig bis stark gezuckert; für die besseren verwendete man Rohrzucker, der aufgrund des Importes aus Übersee allerdings sehr teuer war. Der Rest wurde mit Bleiacetat, auch Bleizucker genannt, gesüßt – immer noch völlig legal. Ins Grab gebracht haben soll das so einige, wenn auch nicht ganz klar ist, ob deren Tod tatsächlich auf eine Bleivergiftung zurückzuführen ist oder aber einfach nur auf exorbitant hohen Alkoholgenuss. Als berühmtestes Opfer kann Ludwig van Beethoven gelten, den seine Schwäche für billige Weißweine 1827 im Alter von 56 Jahren das Leben kostete.

Um diese Zeit herum explodierte das Pansch-Geschäft in Europa förmlich: in Frankreich presste man aufgrund reblausbedingten Traubenmangels Wein aus Rosinen und verschnitt edle Bordeaux-Tropfen für den Exportmarkt mit stärker alkoholischen Rotweinen anderer Gebiete. Für den berühmten ungarischen Süßwein Tokajer existierten dutzende Fälschungs-Anleitungen und um die Nachfrage nach dem Lifestyle-Getränk der damaligen Oberschicht, dem Portwein, befriedigen zu können, wurden 0815-Weine mit allen möglichen Gewürzen wie Zimt, Ingwer und Pfeffer versetzt. Eine alte Technik, die ehemals dazu erfunden wurde, jungen Weinen den Charakter von lange gereiften Exemplaren zu geben, ist heute jedoch völlig anerkannt und wird auf legale Weise millionenfach angewandt: der Ausbau im Barrique-Fass.

Auf dem heutigen Markt lassen sich einige Gesetzmäßigkeiten ausmachen: so werden erwartungsgemäß überwiegend hochpreisige Weine gefälscht, die aber meist noch eher jüngeren Datums sind, da mit höherem Alter die erforderliche Kunstfertigkeit deutlich ansteigt und so auch sichergestellt ist, dass die Spanne zwischen Kauf und Konsum noch Jahre bis Jahrzehnte beträgt. Holzhammermethoden wie etwa das Erzielen einer kräftigeren Farbe durch Zugabe von Rinderblut sind heutzutage jedoch aus der Mode. Stattdessen wird Feinarbeit betrieben, etwa der Flaschenboden mit einem winzigen Bohrer durchlässig gemacht, auf diesem Wege der Inhalt über ein Pumpverfahren ausgetauscht und das Loch später wieder mit einem speziellen Kleber verschlossen. Der legale Markt müht sich indessen, mit den Fälschern Schritt zu halten, wobei er vor dem großen Problem steht, den Wein untersuchen zu müssen, ohne jedoch den Korken zu entfernen. Zur Anwendung kommt dabei eine sehr kleine Nadel, mit deren Hilfe durch den Korken hindurch eine geringe Menge Wein entnommen und dann labortechnisch untersucht wird. Als geschichtlicher „Glücksfall“ erweisen sich vor diesem Hintergrund gerade die Atombombenabwürfe der Amerikaner auf Japan 1945, durch die erstmals Cäsium-137 in die Atmosphäre gelangte. Analysiert man den Wein und stellt ebendieses in ihm fest, kann man sicher gehen, dass es sich um einen Nachkriegswein handeln muss, egal, was auf dem Etikett stehen mag.

Bestimmte Faktoren begünstigen das Geschäft mit den Imitaten: neben der zeitlosen menschlichen Gier sind dies vor allem der Internethandel und die Nullzinspolitik, die viele nach alternativen Anlegestrategien Ausschau halten lässt. Auch die vergleichsweise riesige Gewinnspanne in Relation zu geringen Strafen und niedrigem Risiko einer Enttarnung führten in den letzten Jahrzehnten zu einer wahren Schwemme an Pseudo-Raritäten. Da es ziemlich schwierig ist, Weinflaschen im Hinblick auf Glasfarbe, verwendetes Papier oder Schriftart und -größe auf Korken und Etikett perfekt zu imitieren und dann auch noch künstlich altern zu lassen, gehen Fälscher immer öfter dazu über, bereist ausgetrunkene Flaschen von Spitzenweinen aufzukaufen, mit billigem Wein wieder aufzufüllen und dann lediglich neu zu verkorken. So erzielt Leergut aus dem Hause Château Lafite-Rothschild in China gut und gerne 500 Dollar. Oder man ist gleich noch eine Spur tollkühner und kreiert Weine, die so niemals im Original produziert wurden. Solche vor den 70ern produzierten Meursaults oder 45er Romanée-Contis in der Magnumflasche werden als „Einhörner“ bezeichnet, schön anzusehende Fabelwesen, die es aber gar nicht gibt.

Insbesondere der letztere der angesprochenen Weine hatte es Rudy Kurniawan angetan, was diesem wohl berüchtigsten Akteur der internationalen Fälscherszene den augenzwinkernden Spitznamen „Dr. Conti“ einbrachte. Der findige Indonesier mit der Vorliebe für die ganz großen Namen ist bekannt für seine Husarenstücke, etwa den Verkauf von acht Magnumflaschen 47er Château Lafleur, obwohl in diesem Jahr bloß fünf Stück abgefüllt worden waren. Sein Geschäftsmodell basierte auf der Neuetikettierung zwar alter, aber doch billiger Burgunder mit den Namen großer Häuser. Gerüchten zufolge sollen sich noch etwa 10 000 Flaschen aus Kurniawans Produktion in Sammlerhänden befinden, ohne dass die Besitzer davon ahnen; rund 20 Millionen Dollar soll er mit seinen Betrügereien gemacht haben.

Noch aberwitziger trieb es nur der für seine dekadenten Weinproben bekannte Hardy Rodenstock, der sich damit rühmte, die in einem Pariser Keller eingemauerte Weinsammlung des späteren US-Präsidenten Thomas Jefferson aus dessen Zeit als amerikanischer Botschafter in Frankreich aus den Jahren 1785 bis 1789 aufgestöbert zu haben. Einzelflaschen aus dem Bordeaux-Schatz erzielten astronomische Preise, ein Château Lafite ging für über 100 000 Pfund über den Auktionstisch. Doch das Misstrauen der Konkurrenz lässt nicht lang auf sich warten: per Radiokarbonmethode wurde festgestellt, dass der angeblich 200 Jahre alte Rebensaft aller Wahrscheinlichkeit ein Nachkriegserzeugnis ist.

Ganz verhindern, beim Bestücken des Weinkellers einem Betrug aufzusitzen, wird man wohl nicht können. Aber zumindest den Fälschern das Handwerk schwerer machen: so raten Weinexperten, nach dem Genuss eines alten Tropfens die Flasche entweder gleich zu zertrümmern oder aber zumindest alle Mittrinker das Etikett signieren zu lassen. Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Groffier Chambolle Musigny Les Sentiers 1er Cru 2020

Rotwein · Chambolle-Musigny 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Les Sentiers Chambolle-Musigny 1er Cru (Frankreich) 2020 13,50 % vol

Der Robert Groffier Chambolle-Musigny Les Sentiers 1er Cru 2020 stammt von 80 Jahre alten Reben aus dem nördlichsten Premier Cru der Appellation – ein kräftigerer, salziger und spannungsreicher Chambolle mit Morey-Charakter.


Les Sentiers – die Lage

Les Sentiers („die Pfade") ist der nördlichste Premier Cru von Chambolle-Musigny, direkt unterhalb des Grand Cru Bonnes Mares und an der Grenze zu Morey-Saint-Denis. Der Boden hat einen höheren Ton- und Kalksteinanteil als im übrigen Chambolle – nur rund 40 cm eisenreicher Ton über Kalkstein. Das ergibt einen dichteren, kraftvolleren Pinot Noir, der den Morey-Charakter mit der Finesse Chambolles verbindet.

Groffier zählt zu den führenden Erzeugern der Côte de Nuits; unter Nicolas Groffier wird der Neuholzeinsatz je nach Jahrgang feinjustiert und nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Jahrgang 2020 – Côte de Nuits

2020 gilt in der Côte de Nuits als großer Rotweinjahrgang: warm und trocken, mit vollreifen, gesunden Trauben bei zugleich bemerkenswerter Frische und Säurespannung.

Ein Jahr für tief konzentrierte, dennoch frische und langlebige Pinot Noirs.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2020, 13,50 % vol.

Vergoren mit 100 % Ganztrauben, ausgebaut in 25 % neuem Holz. Im Stil der Domaine wird der Wein nur einmal am Ende des Ausbaus abgestochen.

Im Glas

Über Kopfnoten von Wildkirsche und Bergamotte legen die Stiele eine diskrete Pfeffernote, klar umrissen und ausbalanciert. Am Gaumen knackige rote Frucht, deutlich salzig und für einen Chambolle zum Abgang hin etwas kantig – durchzogen von großer Spannung von Anfang bis Ende, gebaut für lange Reife.

Knackig, salzig und gespannt – ein kraftvoller Chambolle mit Morey-Charakter.

Jung noch verschlossen: profitiert von Luft und Kellerzeit. Bei 16–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Entenbrust, Kalb, Taube, Reh, Gerichten mit Trüffel oder Pilzen sowie mittelreifem Weichkäse. Ein eleganter Begleiter für feine Küche.


Lage: Les Sentiers, Chambolle-Musigny 1er Cru, Côte de Nuits, Bourgogne (Frankreich); eisenreicher Ton über Kalkstein, 80 Jahre alte Reben
Klassifikation: Chambolle-Musigny 1er Cru AOC, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Pinot Noir; 100 % Ganztrauben; 25 % Neuholz; ein Abstich; 13,50 % vol

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Weine

Eric Rodez Champagne Maceration Grand Cru Rosé BIO

Champagner · Rosé · Ambonnay Grand Cru · Bio

Eric Rodez Macération Grand Cru Rosé ist ein außergewöhnlicher Bio-Rosé-Champagner aus dem Grand-Cru-Dorf Ambonnay in der Montagne de Reims. Eric Rodez, bekannt für seinen biodynamischen Ansatz und konsequenten Terroir-Fokus, vereint Pinot Noir und Chardonnay nach der Saignée-Methode. Die kurze Mazeration hält die Farbe zart und elegant. Im Glas ein delikater Lachston mit feinperliger Mousse.


Ambonnay Grand Cru

Ambonnay zählt zu den prestigeträchtigsten Grand-Cru-Orten der Montagne de Reims. Die kalkreichen Böden und über 30 Jahre alten Reben verleihen der Cuvée spürbare Tiefe und Struktur. Eric Rodez arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Pinot Noir und Chardonnay, vinifiziert nach der Saignée-Methode mit kurzer Mazeration. Rund 80 % des Grundweins reifen im Barriquefass; die malolaktische Gärung erfolgt nur teilweise (etwa 40 %), um Frische und Spannung zu bewahren. Nach rund vier Jahren Hefelager wird er mit 2 g/l als Extra Brut degorgiert.

Im Glas

Delikate, lachsfarbene Tönung mit feinperliger Mousse. In der Nase rote Beeren, Hagebutte und Granatapfel, dazu Brioche, Vanille und ein Hauch Rauch. Am Gaumen cremig, komplex und strukturiert, getragen von präziser Säure und subtiler Holzwürze. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Geflügel, Fisch, Krustentiere und gereifter Käse.


Lage: Ambonnay Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Rosé Extra Brut
Ausbau: Saignée, ~80 % Barrique, teilweise malolaktische Gärung, ~4 Jahre Hefelager, 2 g/l Dosage

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Weine

Peter Jakob Kühn Riesling Sankt Nikolaus 2021 GG BIO

Weißwein · Mittelheim (Rheingau) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Mittelheimer Sankt Nikolaus VDP.Großes Gewächs Peter Jakob Kühn direkt am Rhein · Süd über 60 J. Reben Ganztraubenpressung · 18 Mon. Vollhefe BIO/Demeter (DE-ÖKO-003) · 2021

Der Peter Jakob Kühn Sankt Nikolaus Riesling GG 2021 ist ein Großes Gewächs aus einer sanft nach Süden geneigten Parzelle direkt am Rhein. Über 60 Jahre alte Reben bringen wenige, kleinbeerige Trauben mit komplexem, intensivem Aroma hervor – ein tiefer, mineralischer Riesling von Weltklasse.


Mittelheimer Sankt Nikolaus – Großes Gewächs am Rhein

Das Weingut Peter Jakob Kühn in Oestrich zählt zu den herausragenden Adressen des Rheingaus und arbeitet seit 2004 als zertifiziertes Demeter-Mitglied biologisch-dynamisch (DE-ÖKO-003). Prägend ist der entschleunigte Ausbau in traditionellen Holzfässern mit langem Hefelager, der den Weinen Tiefe und Anmut verleiht.

Namensgeber der Lage ist eine historische Sandsteinfigur des Heiligen Nikolaus, die segnend am Wegesrand steht. Die Parzelle neigt sich sanft nach Süden, nur rund 50 Meter vom Rhein entfernt; der Fluss fungiert als Wärmespeicher und Sonnenreflektor und bewirkt einen früheren Austrieb sowie eine besonders lange Wachstums- und Reifezeit. Über 60 Jahre alte Reben bringen hier nur wenige, kleinbeerige Trauben mit komplexem, intensivem Aroma hervor.

Jahrgang 2021 – Rheingau

2021 war im Rheingau ein kühler, klassischer Jahrgang mit lebendiger Säure und präziser Frucht. Die früh reifende Lage am Rhein und der lange Ausbau auf der Vollhefe bewahrten Tiefe, salzige Mineralität und Spannung – Kraft und Feinheit im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus dem Mittelheimer Sankt Nikolaus, Jahrgang 2021; 100 % Riesling von über 60-jährigen Reben.

100 % Handlese, schonende Ganztraubenpressung, spontane Gärung mit den natürlichen Hefen und 18 Monate Ausbau auf der Vollhefe im großen Holzfass. Dieser lange Hefeausbau verleiht dem Wein Schmelz, Tiefe und komplexe Struktur, ohne die Frucht zu überlagern. Biologisch-dynamischer Anbau (Demeter, DE-ÖKO-003).

Im Glas

Ein tiefgründiges Großes Gewächs von großer Klarheit: reife gelbe Frucht, dazu getrocknete Kamille und Kräuter, Zitrusöl und feine, steinig-mineralische Anklänge. Am Gaumen saftig, vielschichtig und druckvoll, luftig-schwebend und zugleich erdig-steinig, mit einem salzig-mineralischen Säurenerv und einem sehr langen Nachhall.

Reife gelbe Frucht, getrocknete Kamille und Zitrusöl über steinig-mineralischer Tiefe – saftig, vielschichtig und druckvoll, luftig-schwebend und erdig-steinig zugleich, mit salzigem Säurenerv.

Ein großes, sehr langlebiges GG; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse wie Comté oder Beaufort.


Lage: Mittelheimer Sankt Nikolaus (VDP.Große Lage), Rheingau; direkt am Rhein, sanfter Südhang; über 60 Jahre alte Reben
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheingau (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: 100 % Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung, 18 Monate auf der Vollhefe im großen Holzfass; biologisch-dynamisch, Demeter, DE-ÖKO-003

Fotos: A. Durst

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Weine

Cazé-Thibaut Jossias 2021 Brut Nature BIO

Champagne · Vallée de la Marne · Blanc de Noirs Millésime

100 % Pinot Noir Vandières · Rive Droite 2021 Blanc de Noirs Brut Nature 1.033 Flaschen Bio-zertifiziert

Der Champagne Cazé-Thibaut Jossias 2021 ist ein Blanc de Noirs aus einer einzelnen Pinot-Noir-Parzelle in Vandières im Vallée de la Marne. Fabien Cazé bewirtschaftet den Familienbetrieb in Châtillon-sur-Marne in zehnter Generation und füllt seit 2013 selbst ab; Jossias ist seine Parzellencuvée aus dem Südosthang. Vom Jahrgang 2021 blieben 1.033 Flaschen – die Zahl erzählt das Jahr genauer als jede Beschreibung.


Jossias – Südosthang in Vandières

Vandières liegt an der rechten Marne-Seite, rund zwanzig Kilometer westlich von Épernay. Die Gemeinde bringt 239,3 Hektar Rebfläche in die Appellation, davon 169,7 Hektar Meunier, nur 45,9 Hektar Pinot Noir und 23,7 Hektar Chardonnay. Pinot Noir ist hier also die Ausnahme, nicht die Regel – wer ihn pflanzt, muss die Lage dafür haben.

Die Parzelle Jossias ist nach Südosten exponiert und fängt die Morgensonne, während die Nachmittagshitze abnimmt. Über einer Auflage aus Ton und Kalkstein liegt die Kreide tiefer als an der Côte des Blancs; der Ton hält Wasser und gibt dem Pinot Noir Substanz, der Kalkanteil hält die Säure fest. Diese Kombination erklärt, warum der Wein Struktur zeigt, ohne breit zu werden.

Der Hang der Rive Droite ist steiler und zergliederter als die gegenüberliegende Talseite, das Vallée de la Marne ist hier ein Flickenteppich kleiner Parzellen. Cazé bearbeitet die Böden mechanisch, hackt und kratzt statt zu spritzen; Herbizide und synthetische Pflanzenschutzmittel sind seit der Bio-Zertifizierung 2018 ausgeschlossen. Von Rebschnitt bis Lese läuft die Arbeit von Hand.

Jahrgang 2021 – Vallée de la Marne

2021 traf die Champagne von zwei Seiten. Zwischen dem 6. April und dem 3. Mai brachten zwölf Frostnächte rund 30 Prozent des Ertragspotenzials zu Fall. Danach folgte ein kühler, dauernasser Sommer: Am 14. bis 16. Juli fielen 115 Millimeter Regen innerhalb von drei Tagen, echter und falscher Mehltau kosteten weitere 25 bis 30 Prozent, Hagel beschädigte rund 500 Hektar. Das Vallée de la Marne mit seinen feuchteren Talböden und dem späten Reifeverlauf stand dabei unter besonderem Druck – biologisch bewirtschaftete Parzellen am stärksten, weil jeder Niederschlag die Arbeit zurücksetzte.

Gelesen wurde vom 6. bis 27. September, mit strenger Selektion am Stock. Die Mostgewichte fielen niedrig aus, die Säurewerte hoch. Was blieb, war wenig und musste gesund sein: 1.033 Flaschen aus der Parzelle Jossias. 2021 ist im Marnetal kein Jahrgang der Fülle, sondern einer der Schärfe – Pinot Noir gerät hier schlanker, geradliniger und deutlich säurebetonter als in warmen Jahren.

Assemblage und Ausbau

100 % Pinot Noir aus der Parzelle Jossias, Jahrgang 2021, weiß gekeltert und ohne Reserveweine ausgebaut – ein reiner Parzellen-Millésime. Der Most vergärt spontan mit weinbergseigenen Hefen, kühl und langsam; der biologische Säureabbau wird nicht erzwungen, sondern dem Wein überlassen.

Der Ausbau läuft in gebrauchten Fässern von 228 bis 350 Litern, drei bis sechs Jahre alt – Holz als Sauerstoffregler, nicht als Aromaquelle. Es wird weder geschönt noch filtriert. Nach der Füllung reifte der Wein mehrere Jahre auf der Feinhefe. Die Dosage entscheidet Fabien Cazé blind und hält sie bei Brut Nature: Bei der Säure dieses Jahrgangs ist das eine Entscheidung gegen die Abpolsterung. 12,5 % vol.

Im Glas

Strohgelb mit kupfrigem Schimmer, feine und anhaltende Perlage. In der Nase roter Apfel, Walderdbeere, Zitronenschale, dahinter süße Gewürze und die Hefewürze der langen Reife – Brioche, geröstete Nuss. Am Gaumen trocken und straff: feste Säure, salzige Mineralität aus dem Kalkanteil, dazu die Fleischigkeit, die nur Pinot Noir liefert. Der Abgang bleibt schmal und lang, mit einem Nachhall von Zitrusschale.

Blanc de Noirs aus einem Jahr mit 1.033 Flaschen Ausbeute – hier steht kein Reservewein zwischen dem Jahrgang und dem Glas.

Bei 10 bis 12 Grad servieren, im Weißweinglas statt in der Flöte. Nach zwanzig Minuten Luft tritt die rote Frucht deutlicher hervor und die Hefenote weicht zurück. Trinkreif ab sofort; die Säurestruktur des Jahrgangs trägt die Flasche gut bis 2033.

Am Tisch

Gebratener Zander, Steinbutt mit brauner Butter, Jakobsmuschel, Kalbsbries. Ebenso zu Bresse-Huhn mit Rahmsauce, luftgetrocknetem Schinken oder gereiftem Comté. Der Wein hat genug Körper für einen Hauptgang und verträgt Röstaromen – als reiner Aperitif bleibt die Hälfte davon ungenutzt.


Produzent Cazé-Thibaut, Châtillon-sur-Marne
Rebsorte 100 % Pinot Noir
Lage Parzelle Jossias, Vandières · Vallée de la Marne Rive Droite
Klassifikation Blanc de Noirs Millésime · Parzellencuvée
Jahrgang 2021
Vinifikation Weiß gekeltert · Spontangärung · Malo nicht erzwungen · ungeschönt · unfiltriert
Ausbau Gebrauchte Fässer 228–350 l · mehrjähriges Hefelager
Dosage Brut Nature
Trinkreife 2026–2033
Auflage 1.033 Flaschen
Bewirtschaftung Bio-zertifiziert seit 2018 (FR-BIO-01)

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Frankreich

Chateau Margaux 2010

Rotwein · Margaux · Cabernet Sauvignon · Premier Grand Cru Classé

Château Margaux 2010 Grand Vin ist einer der berühmtesten Rotweine der Welt – ein Premier Grand Cru Classé aus der Appellation Margaux am linken Ufer der Gironde. 2010 zählt zu den legendären Jahrgängen des Hauses und vereint Reife mit großer Frische. Der Wein steht wie kein anderer für die Eleganz und das Parfüm des Médoc; die Assemblage wird von Cabernet Sauvignon dominiert. Im Glas finessenreich, tief und von außergewöhnlicher Alterungsfähigkeit.


Margaux

Margaux ist eine der renommiertesten Gemeinde-Appellationen des Médoc, berühmt für besonders elegante, feingliedrige und parfümierte Rotweine. Die tiefgründigen Kiesböden mit hervorragender Drainage bieten ideale Bedingungen für Cabernet Sauvignon. Château Margaux ist ein Premier Grand Cru Classé (1855).

Assemblage und Ausbau

Die Assemblage wird von Cabernet Sauvignon (meist um 90 %) dominiert, ergänzt um Merlot, Petit Verdot und Cabernet Franc. Der Wein reift im Barrique mit hohem Anteil neuer Eiche, was ihm Struktur, Finesse und großes Reifepotenzial verleiht.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase ein vielschichtiges Parfüm aus Cassis, Veilchen, Zedernholz, feinen Gewürzen und floralen Noten. Am Gaumen elegant und seidig, zugleich tief und konzentriert, mit feinkörnigem, reifem Tannin. Der Abgang ist sehr lang und von großer Finesse – die Klasse eines Spitzenjahrgangs.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; eine lange Belüftung im Dekanter ist zu empfehlen. Der Wein entfaltet sein volles Potenzial erst nach Jahren und trägt über Jahrzehnte.

Klassische Begleitung: Lamm, Rind, Wild und gereifter Hartkäse.


Lage: Margaux, Médoc (Bordeaux); tiefe Kiesböden
Klassifikation: Margaux AOC – Premier Grand Cru Classé (1855)
Ausbau: Cabernet Sauvignon-dominiert, Barriqueausbau (hoher Neuholzanteil)

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Schaumweine

Étienne Calsac Les Rocheforts Blanc de Blancs Premier Cru Extra Brut

Champagner · Bisseuil Premier Cru · Chardonnay · Extra Brut

Étienne Calsac Les Rocheforts Blanc de Blancs Premier Cru Extra Brut ist ein faszinierender Blanc de Blancs aus 100 % Chardonnay, der die Handschrift eines jungen, visionären Winzers trägt. Die Trauben stammen exklusiv aus einer Einzellage im Premier-Cru-Dorf Bisseuil in der Grande Vallée de la Marne. Anstehende Kreide mit östlicher Ausrichtung verleiht dem Wein Spannung und Mineralität. Im Glas puristisch und terroirgeprägt.


Bisseuil

Bisseuil liegt in der Grande Vallée de la Marne und ist als Premier Cru klassifiziert. Die Einzellage Les Rocheforts ist von anstehender Kreide und östlicher Ausrichtung geprägt, was dem Chardonnay eine bemerkenswerte Spannung und salzige Mineralität verleiht.

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay (Blanc de Blancs). Vergoren wird spontan, ohne Schönung und Filtration; der Ausbau erfolgt im präzisen Gleichgewicht aus 50 % gebrauchten Eichenfässern und 50 % Edelstahltank. Dosiert als Extra Brut.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. Ein puristischer, terroirgeprägter Champagner mit feiner Textur, salziger Frische und tiefem Charakter. Klar und komplex zugleich, mit langem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Fisch und feine Vorspeisen.


Lage: Les Rocheforts, Bisseuil (1er Cru), Grande Vallée de la Marne (Champagne); Kreide, Ostlage
Klassifikation: Champagne AOC – Premier Cru, Extra Brut, Blanc de Blancs
Ausbau: Spontangärung, 50 % gebrauchtes Eichenfass / 50 % Edelstahl, unfiltriert

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Rebsorten

Domaine Denis Mortet Gevrey Chambertin Lavaux St. Jacques 1er Cru 2021

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Lavaux St. Jacques · 1er Cru Gevrey-Chambertin 1,20 ha · Reben ~60 Jahre · 6.000 Flaschen 2021

Der Gevrey-Chambertin Lavaux St. Jacques 1er Cru 2021 von Denis Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der besten Premier-Cru-Lagen der Gemeinde. Bekannt für Komplexität und Tiefe, braucht er Flaschenreife – und zeigt dann dichte, samtige Texturen, reife dunkle Beerenfrucht und einen sehr langen Abgang.


Lavaux Saint-Jacques – Premier Cru in Gevrey-Chambertin

Mortets Parzelle liegt in idealer Südausrichtung und guter Hanglage: maximale Sonneneinstrahlung trifft auf kühle Nächte. Oben am Hang ist der Boden arm und steinig, weiter unten tiefer, tonhaltiger und ebenso steinig. Die Lage umfasst hier 1,20 Hektar mit rund 60 Jahre alten Reben und liefert etwa 6.000 Flaschen.

Lavaux Saint-Jacques liegt westlich des Dorfes Gevrey-Chambertin am Eingang der Combe de Lavaux. Kalte Westwinde aus dem Tal verlangsamen die Reife und bewirken große Tag-Nacht-Schwankungen, was einen etwas schlankeren, frischeren Stil als beim Nachbarn Clos Saint-Jacques fördert. Die steinigen Kalk-Ton-Böden mit guter Drainage halten die Erträge niedrig. Die Domaine Denis Mortet zählt zu den Spitzenadressen des Ortes.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 forderte die Winzer. Auf einen milden Winter folgten kalte Phasen und Ende März kurze Wärme bis 27 °C, die einen frühen Austrieb auslöste. Drei Frostperioden im April mit Tiefstwerten bis −8 °C und nächtlichem Schneefall richteten erhebliche Schäden an; starke Hagelgewitter im Juni und Fruchtansatzabfall reduzierten den Ertrag weiter.

Sommerliches Wetter in der ersten Septemberhälfte ließ die Trauben gut ausreifen; die Lese begann am 17. September. Die Erntemenge war etwa halbiert, die Trauben jedoch gesund und reif. Für 2021 stehen eine feine Tanninqualität sowie ein ausgewogener, frischer Charakter.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, von rund 60 Jahre alten Reben. Gesamtproduktion: 6.000 Flaschen.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – auf einen klaren Lagenausdruck und langes Reifepotenzial ausgerichtet.

Im Glas

Dichte, samtige Textur mit reifer, edler dunkler Beerenfrucht, Veilchen und Zeder. Am Gaumen komplex und tief, getragen von feinem Tannin, mit einem nahezu endlosen Abgang. Ein Wein, der seine ganze Eleganz erst mit Flaschenreife zeigt.

Dichte, samtige Frucht mit Veilchen und Zeder und nahezu endlosem Abgang – Eleganz, die Flaschenreife belohnt.

In der Jugend noch verschlossen, entfaltet der Wein sein Potenzial über viele Jahre. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Rind, Gerichte mit Trüffel oder Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für den großen Anlass.


Lage: Lavaux Saint-Jacques (1er Cru), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); Südhang, steiniger Kalk-Ton-Boden, Combe de Lavaux, 1,20 ha, Reben ~60 Jahre
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Italien

Vanita Pecorino

Weißwein · Pecorino · Abruzzen · Italien

Vanita Pecorino ist ein aromatischer, trockener Weißwein der Fantini Group aus den Abruzzen. Reinsortiger Pecorino – strohgelb mit grünlichen Reflexen, mit gelben, vollreifen Früchten in der Nase und saftiger Aromatik von weißem Pfirsich, Birne und Vanille.


Abruzzen

Namensgeber der Rebsorte ist das italienische Wort für Schaf, „pecora": Man sagt, die Pecorino-Traube sei von Schafen besonders bevorzugt worden, wenn man sie zwischen den Rebstöcken von einer Weide zur nächsten trieb. Hinter dem Wein steht Fantini by Farnese aus den Abruzzen.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Pecorino. Der Ausbau im Edelstahltank bewahrt die sortentypische Frische und die saftige Fruchtaromatik. So entsteht ein aromatischer, zugänglicher Weißwein.

Im Glas

Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase gelbe, vollreife Früchte. Am Gaumen sehr aromatisch und saftig, mit weißem Pfirsich, Birne und Vanille. Balsamische, frische Noten im Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zu leichter Küche.

Klassische Begleitung: leichte mediterrane Gerichte, Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel.


Lage: Abruzzen (Italien)
Klassifikation: Terre di Chieti IGT – Weißwein (trocken)
Ausbau: Edelstahltank

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