Während der Corona Pandemie ist es auch um das einzige noch lebende Weltkulturerbe recht ruhig geworden. Schuld daran ist nicht, wie zu erwarten, das Corona Virus mit seinen weltweiten Restriktionen, sondern das kaum bekannte und nicht erforschte „Tinto de Verano Virus“. Dieses kaum ansteckende und dennoch sehr heimtückische Virus überträgt sich bevorzugt in den heissen Sommermonaten in Spanien. Geschickt getarnt nistet es auf den Weintrauben in den natürlichen Rotwein Hefestämmen in den lieblichen Weinbergen der Rioja Alta. Während der Gärphase dieser Weintrauben verpuppt es sich wie eine Schmetterlingslarve, um dann bei ungefilterten Weinen dreist und frech in die abgefüllten Flaschen zu hüpfen. Dort versteckt sich das „Tinto de Verano Virus“, als kleines Kokon getarnt, über weitere sieben Jahre.
Oft wird es mit natürlichem Flaschensatz verwechselt, was das unter dem wissenschaftlichen Namen TdV0815 geführte Virus so gefährlich macht. Übertragen wird es dann nach dem Öffnen und Ausschenken der gereiften Rotweine im Sommer, wenn die heissen Temperaturen in Spanien das Viruskokon zum platzen bringen und sich das Virus unbemerkt durch einen kräftigen Schluck des heiteren und ahnungslosen Trinkers oder Trinkerin in den Körper schummelt. Dort dockt es sich tückisch an die schwächsten Zellen im Körper an, um nach 48 Stunden seine ganze zerstörerische Kraft zu entfalten.
Der Geruchs- und Geschmackssinn der Virus befallenen Opfer entwickelt sich auf eine Sensibilitätsstufe wie bei einem Hochleistung Trüffelschwein. Besonders werden von den befallenen Personen Achselschweiß, Mundgeruch und Abgase so intensiv wahrgenommen, dass an ein Ausgehen ohne eine schutzsichere Gasmaske nicht mehr zu denken ist. Kranke nehmen feinsten Jahrgangschampagner wie Tomatensaft mit Tabasco war. Chardonnay schmeckt plötzlich nach Churros mit Schokolade und Cabernet Sauvignon nach Lammhaxe mit Prinzessbohnen.
Da es noch keinen erforschten, wirkungsvollen Impfschutz für das „Tinto de Verano Virus“ gibt, musste auch das einzig noch lebende Weltkulturerbe unter ärztlicher Anleitung und Aufsicht eine zweijährige Virus Befreiungskur in Winterberg im Sauerland hinter sich bringen. Ohne Alkohol und lediglich mit zwei täglichen Mahlzeiten Haferschleim verpflegt, war der sonst so aktive und lebenslustige Vieltrinker und Spaßmacher komplett ausgenockt. Eine abschließende „Tinto de Verano Virus“ Entwurmungskur in Bielefeld soll das einzig noch lebende Weltkulturerbe endlich wieder zurück in seine alte fröhliche und lebensbejahende Spur bringen.

