Das Tölzer Bräustüberl: Auf der Suche nach authentischer bayerischer Gastlichkeit
Um das Jahr 1000 herum entstand an der Kreuzung zweier wichtiger Handelsrouten ein beschauliches Plätzchen namens Reginried. Dieser Ort sollte später als Bad Tölz bekannt werden. Schon 1180 schlug das Herz dieses Ortes im Rhythmus von Heinrich dem „Tölzer“. Er residierte stolz in seiner Burg und wachte über den aufstrebenden Handelsort. Unter seiner Führung erhielt die Stadt ein markantes Wappen: einen halben goldenen Löwen.
Im 14. Jahrhundert entwickelte sich Bad Tölz zu einem echten Hotspot. Nachdem ein verheerendes Feuer die Stadt heimsuchte, wurde die Hauptstraße eindrucksvoll aus Stein wiedererrichtet. Der Ort verehrte auch seine lokalen Helden, wie den berühmten Kaspar III. Winzerer, dessen Standbild heute noch die Stadt ziert.
Dann kam das 15. Jahrhundert, in dem Bad Tölz vor Aktivität nur so brodelte. Es wurde nicht nur gefeilscht und gehandelt, sondern auch eifrig Bier gebraut. Stolz belieferte die Stadt mit ihren 22 Brauereien sogar das große München!
Allerdings hatte das 17. und 18. Jahrhundert auch dunkle Zeiten für Tölz parat: Von schwedischen Invasoren über die Pest bis hin zu anderen Tragödien. Aber die standhaften Tölzer ließen sich nicht unterkriegen und errichteten als Zeichen des Gedenkens die Leonhardikapelle.
Die Geschichte nahm 1845 eine überraschende Wendung, als ein einfacher Bauernknecht namens Riesch eine Jodquelle entdeckte. Dieser Zufall transformierte Tölz in einen pulsierenden Kurort. Schon bald strömten die Menschen in die Bäder der Stadt, und der Tourismus erlebte einen beispiellosen Boom.
Ende des 19. Jahrhunderts stieg der Ruhm von Bad Tölz noch weiter, als es sich zu einem Treffpunkt für Prominente wie unter anderem Mark Twain entwickelte. Dank des visionären Architekten Gabriel von Seidl erhielt die Stadt ein frisches und neues Gesicht.
Mit dem Beginn des 20. Jahrhunderts brach für Bad Tölz eine moderne Ära an: Elektrizität, Telefone und moderne Verkehrsmittel hielten Einzug. Aus dem einst beschaulichen Ort wurde eine anerkannte Stadt und ein renommierter heilklimatischer Kurort.
Heute leben über 19.000 Einwohner in dem hübschen und beschaulichen Bad Tölz. Es gibt immer noch viele kleine Geschäfte, ein lokales hochgelobtes Programmkino, ein Museum über den von Ottfried Fischer gespielten Hauptkommissar „Bulle von Tölz“, eine mal mehr, mal weniger beschauliche Isar-Flusslandschaft, eine beeindruckende Marktstraße und eine auf dem Kalvarienberg thronende Heilig-Kreuz-Kirche.
Und eine Gastronomielandschaft gibt es selbstredend auch. Aber wo sind nur die ganzen klassischen Wirtshäuser geblieben, auf die die Bajuwaren so stolz sind? Vor Ort wie im weitläufigen Internet kann man ohne Probleme indische, türkische, chinesische, thailändische, italienische, griechische, spanische oder Burger- und Fast-Food-Angebote aus den USA entdecken. Dann gibt es noch eine Handvoll Wirtshäuser, bei denen schon auf den Fotos zu sehen ist, dass die Heimatkultur, die auf den Tellern landet, den direkten Weg von der Tiefkühltruhe in die Pfanne gefunden hat.
Nach gezielten Fragen bei dem einen oder anderen Einheimischen findet sich mit dem Tölzer Bräustüberl dann doch noch ein echtes, authentisches Wirtshaus.
Das Tölzer Bräustüberl ist genau das Wirtshaus, wie man es sich für die gesamte Bad Tölzer Gastronomielandschaft im Geiste vorgestellt hätte. Hausgemachte bayerische Spezialitäten, große Portionen, Produkte von lokalen Produzenten, viel Bier und eine hemdsärmelige, lockere Atmosphäre.
Wo sind nur all die anderen herrlichen, original bayerischen Wirtshäuser geblieben?
Tölzer Bräustüberl, Wachterstraße 21, 83646 Bad Tölz, Deutschland, Telefon: +49 8041 4422404, https://toelzer-braeustueberl.de/
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