Das Anbaugebiet Piemont

Piemont: Mehr als nur Kirschen und Pralinen – Entdecken Sie die Vielfalt der piemontesischen Weine und Region

Piemont, das ist doch bekannt für… Kirschen? Da haben ein großer italienischer Süßwarenkonzern, seine rosaroten Pralinen und der sinnliche Blick Claudia Bertanis ganze Arbeit geleistet, bei der deutschen Kundschaft diese Verknüpfung herzustellen. Zeit, auch die Piemonteser Trauben etwas im Gedächtnis zu verankern! Ja die Region überhaupt – denn während etwa die angrenzende Toskana seit Jahrzehnten das mondäne Reiseziel längst nicht nur älterer Studienräte ist und mit Florenz eine wahre Schatzkammer zu bieten hat, kann im Piemont die für ihre Automobilbranche bekannte Industriestadt Turin vergleichsweise wenig Anziehungskraft entfalten. Auch das Umland gilt immer noch als ein wenig rustikal und keineswegs so gut touristisch erschlossen wie andere italienische Landstriche. Doch ein zweiter Blick lohnt. Denn das Piemont bietet vieles, was andere nicht haben: unter den sage und schreibe 100 hier kultivierten Rebsorten sehr viele, die außerhalb dieser Region eigentlich nirgendwo sonst in Italien angebaut werden.


Die wichtigste ist zweifellos der Nebbiolo, hier oft Spanna genannt. Nicht, dass man es nicht versucht hätte, ihm auch anderswo, sogar außerhalb Europas, die Qualität zu entlocken, die er im Piemont erreicht – jedoch vergeblich. Die autochthone Rebe ist halt eine Diva, was ihr Terroir angeht. Aber auch nur in dieser Hinsicht. Denn geschmacklich erweist sie sich keineswegs als damenhaft: sie strotzt nur so vor Gerbstoffen und ist eine der am langsamsten reifenden Rebsorten der Welt. Es sei also davon abgeraten, sich einen aktuellen Jahrgang für den baldigen Konsum zuzulegen. Auf der anderen Seite verleihen die Tannine dem Nebbiolo eine unglaubliche Haltbarkeit – auch wenn keine Exemplare aus der Antike mehr erhalten sind, in welcher er wohl schon angebaut wurde: möglicherweise von den Griechen, wahrscheinlich von den Etruskern, ziemlich sicher aber von den Römern. Der Name taucht dann im späten Mittelalter zum ersten Mal auf – er geht auf das italienische „nebbia“ zurück, das den Nebel bezeichnet, der zur Zeit der Lese im Oktober oft von den Berghängen herabwallt.


Der bekannteste aus Nebbiolo gekelterte Wein ist zweifellos der Barolo – in Deutschland spätestens seit den frühen 2000ern ein Begriff, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder verlautbaren ließ, dass es sich dabei um seinen Lieblingswein handele. Keine schlechte Wahl, denn zu den vom Brioni-Kanzler ebenfalls geschätzten kubanischen Cohiba-Zigarren macht ein Barolo sicherlich keine schlechte Figur. Auf lediglich 1800 Hektar gedeiht der „Wein der Könige“, so genannt, weil er als Favorit des Hauses Savoyen galt, das im Mittelalter als einfaches Grafengeschlecht startete, sich in Oberitalien – weit über das heutige Piemont hinaus – nach und nach große Gebiete untertan machte und infolge der italienischen Einigung Mitte des 19. Jahrhunderts dann zum Königshaus des gesamten Landes aufstieg. Zu verdanken ist das vor allem dem Ehrgeiz des aus Turin stammenden Staatsmannes und späteren ersten Ministerpräsidenten des neuen italienischen Staates, Graf Cavour. Er wollte in Rom die Ehre seiner Heimat hochhalten und griff dafür auf den bereits bekannten Barolo zurück, der allerdings bisher immer eine Restsüße aufgewiesen hatte. Man ließ ihn nämlich auf Dachböden gären, die zur Winterzeit früher oder später auf Minusgrade auskühlten, wodurch die Gärung gestoppt wurde und ein Rest Zucker im Wein verblieb. Cavour ordnete an, die Gärung in den Keller verlagern, wo es konstante und vor allem nicht zu kalte Temperaturen hatte – und schuf einen durchgegorenen, damit trockenen und geschmacklich völlig neuen Barolo. Viktor Emanuel II. war davon derart begeistert, dass er ihn zu seiner Krönung als König von Italien ausschenken ließ und ihm damit den Nimbus eines edlen National-Rebensaftes verlieh.


Heimat des Barolo ist die Bassa Langa, der untere Teil der Langhe – eine sanft gewellte, von Hügelketten zungenförmig eingehegte Landschaft – daher der Name. Schaut man aus einem der auf den Anhöhen gelegenen romantischen Dörfer in die Ferne, erklärt sich auch der Name der gesamten Region: Piemont stammt vom lateinischen „ad pedem montium“, was soviel wie „am Fuß der Berge“ heißt. Damit sind die Alpen gemeint, die den Landstrich von Norden, Süden und Westen her abschirmen. Dieses himmlische Fleckchen Erde hat der Barolo allerdings nicht für sich allein, sondern teilt es mit dem Barbaresco. Auch der liebt die Böden aus Lehm, Ton und vor allem Kalkmergel mit hohem Sandsteinanteil, Hinterlassenschaften des Binnenmeers, der vor Urzeiten die Gegend überspülte und dessen Rückzug allerhand organisches Material freilegte, das sich im Untergrund ablagerte. Und auch er macht als reiner Nebbiolo-Wein winzige Feinheiten in der Mineralstruktur des Bodens, unsichtbare Einlagerungen wie das häufig vorkommende Eisen auf faszinierende Weise schmeckbar.

Was aber unterscheidet Barolo von Barbaresco? Gar nicht so einfach zu beantworten, denn sie wachsen gerade mal 20 Kilometer voneinander entfernt und nicht selten ist einer dem anderen ähnlicher, als es sich manche Exemplare derselben DOCG sind. Ganz normativ lässt sich die Zeit der Reife nennen: während Barbaresco 26 Monate, davon neun im Fass lagert, sind es beim Barolo 38, bei der Riserva-Variante sogar 62 Monate, davon jeweils 18 im Fass. Aber geschmacklich? Oft bemüht wird das Bild vom „maskulinen“ Barolo: er ist der Körperreiche mit viel Dichte, wuchtig in Frucht und Tannin. Der „feminine“ Barbaresco hingegen besticht mit mehr Eleganz und Finesse sowie einem weicheren, seidigeren Mundgefühl. Dennoch sollte betont werden, dass es „den“ Barolo oder Barbaresco nicht gibt – die Varianz des Ersteren reicht, um es ein wenig anschaulich zu machen, vom massigen Ringer bis zum beweglichen Mittelgewichtsboxer, die des Letzteren vom durchtrainierten Kunstturner bis zum fintenreichen Florettfechter. Gemeinsam ist ihnen aber die Benennung nach ihrer jeweiligen Herkunft, kleinen, gerade einmal etwas mehr als 600 Einwohner zählenden Dörfern.
Kein solches Dorf, sondern eine Rebsorte bezeichnet unsere Nummer drei, die – Sie werden es vielleicht schon ahnen – auch wieder mit „Bar-“ beginnt. Die Piemonteser scheinen eine Affinität für diesen Anlaut zu haben, oder es macht ihnen einfach Spaß, Unkundige ein wenig aufs Glatteis zu führen. Sprachliche Verwechslungen mit den Nebbiolo-Abkömmlingen sind somit durchaus möglich, geschmackliche aber nahezu ausgeschlossen: die Barbera ist nicht ansatzweise so herb wie Barolo und Barbaresco, weshalb sie schon in den ersten Jahren nach Abfüllung genossen werden kann. Was sie an Gerbstoffen entbehrt, wird jedoch von ihrer hohen Säure wieder wettgemacht. Auch der Alkoholgehalt ist nicht zu unterschätzen, bringt aber die typische Pflaumenfrucht perfekt zur Geltung. Man unterscheidet den ebenfalls in der Umgebung der beiden uns schon bekannten Dörfer wachsenden, schlanken Barbera d’Alba vom nordöstlich davon angebauten Barbera d’Asti, der etwas voluminöser und dunkler in der Farbe ausfällt. Die Toleranz gegenüber vielen verschiedenen Bodenprofilen, der ausgesprochen starke Wuchs sowie ihre relative Unanfälligkeit gegen die meisten Krankheiten haben dafür gesorgt, dass die Barbera Nera als eine der ganz wenigen Piemonteser Reben eine italienweite Karriere einschlagen durfte.


Wer denkt, mit den drei Bs sei die Palette der Roten erschöpft und wir kämen jetzt schon zum Süßwein, der irrt. Obwohl der Name des Dolcetto eigentlich genau das vermuten lässt, bedeutet „dolce“ im Italienischen doch schlicht „süß“. Das trifft keineswegs zu, gerade im Gegenteil wird er stets knochentrocken ausgebaut – allerdings verfügt er weder über die brachialen Tannine des Nebbiolo noch über die prägnante Säure der Barbera und wirkt dadurch für viele Piemonteser fast schon unerhört mild. Anders als der Sonnenanbeter Nebbiolo bevorzugt er aufgrund seiner viel schnelleren Reife eher ein kühles Plätzchen und dankt es mit schwarzbeeriger Aromatik, schmelzig-weicher Textur und leichter Bittermandel- und Süßholznote. Kenner behaupten, der Titel des optimalen Weines zur Pizza gebühre eigentlich viel eher ihm als dem Chianti. Obwohl man Pizza im Piemont eher selten finden dürfte: wenn man der heimischen Gastronomie einen Besuch abstattet, lernt man das weitgehende Fehlen von Touristen schnell richtig zu schätzen. Studiert man dort ein wenig eingehender die Weinkarte, wird einem möglicherweise auffallen, dass es zwar Tisch- und Qualitätsweine, jedoch keine Landweine gibt – Winzer müssen sich also entscheiden, ob sie sehr einfache oder sehr hochwertige Weine produzieren wollen, ein Mittelding gibt es nicht. Diese Ganz-oder-Garnicht-Mentalität polarisiert, ist aber verständlicher Ausdruck des selbstbewussten Piemonteser Charakters, der durch die als schickimickihaft empfundene toskanische Konkurrenz auf dem Rotweinmarkt seit jeher kompetitiv geprägt ist und mit dem IGT gerade jene Kategorie verbannt, in der die bekannten Supertoskaner zuhause sind. Merlot und Cabernet mit heimischen Reben verschneiden? Für die Winzer des Piemont undenkbar.

Wo viele halbwegs geografisch Bewanderte noch ohne größere Probleme die Lage Südtirols, Kalabriens oder Latiums innerhalb Italiens angeben können, wird es beim Piemont schon schwieriger – und das, obwohl es die flächenmäßig größte Region des Festlandes ist, übertroffen nur von der Insel Sizilien. Irgendwo im Norden, oder? Richtig, im äußersten Nordwesten, um genau zu sein. Das Piemont gehört zu den wenigen Regionen, die nicht über eine Mittelmeerküste verfügen – die beansprucht das südlich gelegene Ligurien für sich. Für diesen Verzicht wird es aber, ebenfalls eine Seltenheit in Italien, mit zwei direkten Nachbarstaaten entschädigt: der Schweiz und Frankreich. Insbesondere zu letzterem bestand früher ein gespaltenes Verhältnis. Immer wieder wurden Teile Piemonte von Frankreich besetzt. Zwar kamen sie nach den Friedensschlüssen stets zurück, dennoch verleibte sich der große Nachbar letztlich gewaltige Gebiete ein: als Gegenleistung dafür, dass Frankreich den Fürstentümern auf der Apenninhalbinsel half, gegen den Widerstand Österreichs 1860 einen einheitlichen Nationalstaat zu bilden, musste Piemont das Herzogtum Savoyen und die Grafschaft Nizza abtreten. Hundert Jahre später knüpfte man schließlich im Weinbau Bande über die Staatsgrenzen hinweg, vor allem nach Burgund. Das war kein Zufall, sondern lag darin begründet, dass die Regionen über nicht wenige Gemeinsamkeiten verfügen: in beiden ist das Terroir ausgesprochen wichtig für die Qualität des Weines und minimale Veränderungen in der Bodenstruktur entscheiden – Spitze oder Mittelmaß? Darüber hinaus ähneln sich die ökonomischen Strukturen: die Betriebe sind in aller Regel klein und bäuerlich geprägt. Riesenwinzer mit mehreren hundert oder gar tausend Hektar, wie man sie in vielen anderen Teilen Italiens antrifft, sucht man hier vergebens. Viele junge Weinbauern pilgerten also ins ihnen vertraut erscheinende Burgund, um ihre Fertigkeiten zu verfeinern. Denn in den 70ern, als es in anderen Regionen Italiens weintechnisch allmählich aufwärts ging, steckte der Piemonteser Weinbau in einer Krise: die sehr schweren, extrem tanninreichen Nebbiolo-Weine, geprägt durch lange Maischestandzeit und Mitvergärung der Stiele, passten nicht mehr in die Zeit, es drohte massive Überproduktion, zudem wurde oft unsauber gearbeitet. In der Folge wanderten viele junge Menschen aus der Branche in größere Städte ab, der Lange drohte ein wahrer Aderlass. Die Rettung brachten Anregungen aus dem Burgund: radikale Ertragsreduktion, bessere Kellerhygiene, der Ausbau in kleinen Barriques anstatt in Großfässern. Damit brach ein Streit zwischen Traditionalisten der älteren Generation und Modernisten, den „Barolo Boys“ um Angelo Gaja und Elio Altare aus, dessen Nachwirkungen noch bis heute zu spüren sind.

2014 würdigte die UNESCO die seit der Antike betriebene und ab dem Hochmittelalter immer weiter verfeinerte Weinbaukunst in den Landschaften Langhe, Roero und Monferrat mit dem Welterbetitel – ein Grund mehr für eine kulinarisch-kulturelle Erkundungstour. Das kontinental-gemäßigte Klima könnte optimaler kaum sein: die Sommer sind zwar heiß, werden aber durch Gewässer wie den Lago Maggiore oder den Po angenehm reguliert – fast meint man einen Hauch der nahegelegenen französischen Riviera zu spüren. Die Winter hingegen sind oft schneereich, was für die Rebstöcke von großem Vorteil ist: das langsam schmelzende Weiß können ihre Wurzeln nach und nach aufnehmen und während des Sommers davon zehren – was sie auch müssen, denn eine künstliche Bewässerung ist den Winzern per Weingesetz untersagt. Während die Pflanze Reserven anlegt, kann der Mensch sich auf der Piste austoben: in Sestriere etwa, wo neben regelmäßigen Skiweltcups auch die Olympischen Winterspiele von 2006 stattfanden. Unwetter müssen dabei beide kaum fürchten: sie werden durch die den gigantischen Talkessel umgebenden Alpen zuverlässig ferngehalten, sodass die Trauben kaum Gefahr laufen, durch Starkregen oder Hagel beschädigt zu werden.


Das wissen nicht nur die roten Reben zu würdigen, sondern auch die weißen. Zwar spielen diese auf den insgesamt knapp 50 000 Hektar nur eine untergeordnete Rolle, bilden aber dennoch einen ganz eigenen Kosmos. Da sind zum einen die internationalen Sorten, etwa der Chardonnay, der hier im Piemont so grandios gerät wie kaum sonst irgendwo in Italien. Da sind aber vor allem die autochthonen Klassiker, deren Aroma absolut unvergleichlich ist, weil sie außer ein paar wenigen Freaks in Übersee niemand sonst anbaut. Parallelen zum Nebbiolo? Absolut, deswegen wird die Arneis auch gern mal „Barolo bianco“ genannt. Das ist deutlich schmeichelhafter als die Übersetzung ihres eigenen Namens, der so viel bedeutet wie „kleine Schwierige“, wahrscheinlich zurückzuführen auf ihre Anfälligkeit gegenüber dem Echten Mehltau. Wohl auch aus diesem Grund nahm ihr Bestand immer weiter ab, bis sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast vollständig in Vergessenheit geraten war. Erst in den 90ern entdeckte man sie wieder, ihr verführerisch fruchtiges Bukett nach Honigmelone, Birne und Aprikose, ihr Abgang nach feinem Mandelpudding passten perfekt in die nach Exotik lechzende Zeit und sind auch heute noch einen Versuch wert. Dank ihrer sehr zurückhaltenden Säure ist sie genau das Richtige für alle mit einem empfindlichen Magen.


Ganz und gar nicht hinter dem Berg mit seiner Säure hält hingegen der Timorasso, welcher wie der Arneis seit einiger Zeit eine Renaissance feiert. Noch gilt er als kleiner Geheimtipp, aber seine steinige Mineralität und markante Säure – die durchaus Assoziationen mit Riesling hervorrufen -, gepaart mit Noten von weißen Blüten und dezenter Kräuterwürze machen ihn zu einer spannenden, ganz und gar nicht „italienisch“ schmeckenden Angelegenheit. Während Arneis und Timorasso in Deutschland nahezu unbekannt sind, gibt es kaum einen guten Italiener, der keinen Gavi im Angebot hat. Benannt ist er vertrackterweise wieder einmal nach dem Örtchen, in dessen Umfeld er auf kalkreichen Böden wächst, die zugrunde liegende Rebsorte hingegen ist der Cortese. Gerade zu Fischgerichten macht er dank seiner säurebetonten Anklänge von Zitrusfrüchten und grünen Äpfeln eine gute Figur. Weißer Rebensaft schmeckt aber natürlich nicht nur als Stillwein, sondern mindestens ebenso als Schäumer. Auf diesem Gebiet hat sich der preisgünstige, süße Asti Spumante aus Moscato Bianco, also Gelbem Muskateller, zu einem internationalen Verkaufsschlager gemausert und dürfte schon unzählige Mädelsabende und Junggesellinnenabschiede begleitet haben. Gemeinsam ist allen Weißen, dass sie keiner ewigen Kellerreife bedürfen, sondern schon in früher Jugend zugänglich sind und deutlich unkompliziert-trinkiger daherkommen als ihre roten Kollegen.

Mit diesen teilen sie aber wiederum die Eigenschaft, wie so ziemlich alle italienischen Weine optimale Speisebegleiter zu sein. Zeit also, sich diese ein wenig genauer anzusehen. Die regionale Küche ist zwar meist einfach, aber äußerst vielfältig und kann auf allerbeste Zutaten zurückgreifen. Außer dem mittlerweile weltbekannten Vitello tonnato, dünn aufgeschnittenem, gekochtem Kalbfleisch mit Thunfischsoße und Kapern, haben jedoch kaum Gerichte eine ausländische Anhängerschaft. Schade eigentlich, denn die meisten sind einfach zuzubereiten und leicht variierbar, sodass man immer wieder auf sie zurückgreifen kann. Zu den absoluten Grundzutaten im Piemont gehört Reis, der seit der Zeit der Renaissance in der Poebene angebaut wird und die Region zum größten Anbaugebiet des Süßgrases in ganz Europas macht. Zusammen mit Zwiebeln in Öl angeröstet und dann in Brühe und Weißwein gegart, zum Schluss mit Parmesan abgebunden, entsteht in weniger als einer Dreiviertelstunde ein herrliches Risotto. Eine besonders feine Version erschafft man unter Einbeziehung von Trüffeln, die man hier über die Gerichte hobelt statt sie mitzugaren, da der Weiße Trüffel von Alba im Gegensatz zu seinem Verwandten aus dem Perigord beim Erhitzen an Geschmack verliert. Der Pilz erreicht in der Regel etwa die Größe einer Apfelsine und kommt äußerlich mit seinem knubbeligen, schmutzigbraunen Aussehen zunächst nicht so sympathisch daher. Schneidet man ihn aber an… was für eine Aromenvielfalt! Ein erdig-nussiger Grundton, aus dem sich schnell Anklänge an milden Knoblauch und Weichkäse herausschälen, flankiert von zarten Zwischentönen nach Moschus, Honig und Heu. Da er nicht gezüchtet werden kann, sondern aufwändig in der Natur gesucht werden muss, gehört er zu den teuersten Lebensmitteln der Welt. Trüffelbegeisterte sollten während der letzten drei Monate des Jahres nach Alba reisen, wenn mit der Internationalen Messe des Weißen Albatrüffels dort an jedem Wochenende ein wahres Hochamt für den „tartufo bianco“ gefeiert wird. Wer den einzigartigen Geschmack nicht schätzt oder aber eher auf der Suche nach einem preisgünstigeren Mahl ist, dürfte mit einer Portion Agnolotti bestens bedient sein. Die gefüllten Teigtaschen erinnern optisch an die wesentlich bekannteren Ravioli, unterscheiden sich von diesen aber dadurch, dass sie aus einem einzigen Teiglappen gefertigt sind, der umgeschlagen wird, während man für einen Raviolo zwei einzelne Schichten aufeinander legt. Sehr beliebt in größeren Runden ist auch das dem schweizerischen Fondue nicht unähnliche Bagna cauda, bei dem man Gemüsestücke in einen heißen Sud aus mit Knoblauch und Sardellen gewürztem Olivenöl stippt. Zum Abschluss ein Dessert gefällig? Das entsteht häufig unter Einbeziehung der Haselnüsse, die man im oberen Teil der Langhe anbaut, der zu hochgelegen und rau für Wein ist. Es muss ja nicht gerade die weltbekannte Nuss-Nougat-Creme sein, die aus demselben, in Alba beheimateten Stall stammt wie unsere Kirschpraline vom Anfang …

Und Zeit für einen Absacker ist auch noch. Was wäre da besser geeignet als ein Grappa? Der Tresterschnaps ist zwar gesamtitalienisches Kulturgut, findet aber einige seiner feinsten und charakterstärksten Vertreter hier oben im Norden, wo man ihn „Branda“ nennt und oft noch in traditionellen, seit vielen Generationen überlieferten Verfahren destilliert. Zum Wohl! Also falls er noch hineinpasst nach zwei oder drei Baroli, wie die Mehrzahl des Weines analog zu Begriffen wie Espresso lautet. Oder einem anderen der unglaublichen 17 DOCG-Weine, womit im Piemont mehr dieser absoluten Spitzen der Qualitätspyramide gezählt werden als in irgendeiner anderen italienischen Region. Dürfte man für den Rest seines Lebens nur noch Wein aus einem einzigen Anbaugebiet trinken, das Piemont wäre dafür mit Sicherheit keine schlechte Wahl.

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Rebsorten

Egon Müller Scharzhof Riesling 2023

Weißwein fruchtsüß · Saar · Riesling

Riesling Scharzhof Gutswein Saar Wiltingen fruchtsüß 2023 8,50 % vol

Der Egon Müller Scharzhof Riesling 2023 ist der Gutswein einer der größten Riesling-Legenden der Welt – fruchtsüß, finessenreich und von jener Rasse und Frische, die die Weine von der Saar so unverwechselbar macht. Ein klassischer Naturwein für die besonderen Momente.


Egon Müller – Scharzhof an der Saar

Es gibt Weine, die nach angemessener Lagerung zur Legende werden – die Weine vom Weingut Egon Müller von der Saar gehören ohne Frage zu dieser seltenen Spezies. In der Jugend noch unnahbar, widerspenstig und verschlossen, entwickeln sie über die Jahre eine Rasse und Frische, wie sie nur selten in der Weinwelt zu finden ist. Hier wird ein klassischer Vinifikationsstil gehegt und gepflegt und mit einem über 100-jährigen Wissensschatz auf die Lagerfähigkeit der Weine geachtet.

Der Scharzhof ist der Gutswein des Hauses (eingeführt 1973): Er stammt nicht aus der berühmten Einzellage Scharzhofberger, sondern aus mehreren erstklassigen Saar-Lagen – darunter Saarburger Rausch, Wawerner Jesuitengarten, Oberemmeler Rosenberg sowie Wiltinger Kupp und Braunfels, je nach Jahrgang ergänzt um etwas Scharzhofberger. Grundlage ist überall der stark verwitterte blaue Devonschiefer, der den Weinen ihre mineralische Spannung gibt.

Jahrgang 2023 – Saar

2023 brachte an der Saar aromatische, fein balancierte Rieslinge. Das kühle Klima der Region und die späte Reife auf Schiefer sorgen für die typische Spannung zwischen reifer Frucht und lebendiger Säure – die ideale Grundlage für einen fruchtsüßen Gutswein mit Trinkfluss und Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, fruchtsüß, 8,50 % vol.

Klassische, behutsame Vinifikation ohne moderne Kellertechnik: Spontangärung mit eigenen Hefen, etwa zur Hälfte im Edelstahl, zur Hälfte im traditionellen Fuder (großes Eichenfass). Die Gärung wird auf natürliche Weise gestoppt, sodass ein Teil der natürlichen Fruchtsüße im Wein verbleibt – ein Naturwein voller natürlicher Restsüße.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase fein und präzise: Weinbergspfirsich, weiße Blüten und Zitrus (Limette, kandierte Grapefruit), dazu zarte Kräuternoten und der für die Saar typische Hauch von Schiefer und Rauch. Am Gaumen mittelgewichtig und finessenreich, mit dezenter, gut eingebundener Süße, die von einer rassigen, lebhaften Säure getragen wird – nie schwer, nie leicht, sondern wunderbar balanciert.

Rasse, Frische und natürliche Restsüße – ein klassischer Egon Müller für die besonderen Momente im Leben.

Schon jung ein Genuss, gewinnt aber mit einigen Jahren Kellerreife deutlich an Tiefe. Bei 9–11 °C servieren.

Am Tisch

Zu asiatischer Küche und leicht scharfen Gerichten, zu gebratenem Fisch und Geflügel, zu würzigem Weichkäse sowie als finessenreicher Solist.


Lage: Saar, Gutswein aus mehreren Lagen (u. a. Saarburger Rausch, Wawerner Jesuitengarten, Oberemmeler Rosenberg, Wiltinger Kupp/Braunfels), Wiltingen (Deutschland); verwitterter blauer Devonschiefer
Klassifikation: Mosel/Saar, Riesling QbA (VDP.Gutswein), fruchtsüß
Ausbau: Riesling; Spontangärung, je zur Hälfte Edelstahl und Fuder, natürliche Restsüße; klassisch-traditioneller Stil

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Rebsorten

Florent Garaudet Bourgogne rouge Cuvée Léopol 2022

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne AOC Côte de Beaune 2022 ~0,25 ha · Kalk-Ton

Der Bourgogne rouge Cuvée Léopol 2022 von Florent Garaudet ist ein erstklassiger Pinot Noir voller Frucht, Eleganz und floraler Finesse – ein Bourgogne zum Verlieben. Léopol ist der Name von Garaudets Sohn, dem dieser Wein gewidmet ist.


Cuvée Léopol – Pinot Noir aus Puligny-Reben

Die Trauben stammen von einer rund 0,25 Hektar kleinen Parzelle in Puligny-Montrachet, bestockt mit Reben der Jahre 1982 und 2012. Der kalkhaltige Tonboden in südlicher Ausrichtung gibt dem Wein seine feine Würze und klare Linie.

Florent Garaudet, Winzer in fünfter Generation, keltert hier einen Bourgogne, der weit über sein Etikett hinausweist – charmant, präzise und mit der Handschrift eines Erzeugers, der jede Lage Parzelle für Parzelle kennt.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, saftige Frucht bei überraschender Frische – ein zugänglicher, charmanter Jahrgang, der die florale Eleganz dieses Léopol unterstreicht.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Vollständig entrappt, rund 20 Tage auf der Maische mit täglichem Unterstoßen, anschließend sanfte Pressung. Der Ausbau erfolgte zwölf Monate in gebrauchten französischen Barriques – ganz auf Frucht, Eleganz und Trinkfluss ausgerichtet.

Im Glas

Prägnant rubinrot, mit intensiver und raffinierter Aromenvielfalt. Zarte florale Noten von Rosen und Veilchen treffen auf Himbeere und Kirsche, dazu leichte Würze und feine Ledernoten von nobler Rasse. Am Gaumen Frucht, Eleganz, mittlere Textur und ein frischer Nachhall, umrahmt von Blau- und Brombeere sowie zarten Gewürznoten.

Frucht, Eleganz und florale Finesse – ein Bourgogne rouge zum Verlieben.

Schon jetzt mit viel Trinkfreude, bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel, Kalb, gebratene Pilze oder mild gereifter Käse. Ein vielseitiger, geselliger Pinot Noir für die unkomplizierte gute Küche.


Lage: Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); kalkhaltiger Tonboden, Südlage
Klassifikation: Bourgogne AOC
Ausbau: Pinot Noir; 12 Monate gebrauchte französische Barriques · Lutte raisonnée

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Rebsorten

Erbhof Unterganzner Josephus Mayr Chardonnay Platt & Pignat 2024

Weißwein · Südtirol / Alto Adige · Chardonnay

Chardonnay Südtirol DOC Platt & Pignat Erbhof Unterganzner ohne Holz · Stahltank 2024

Der Josephus Mayr Chardonnay „Platt & Pignat" 2024 ist ein natürlicher, wilder Vertreter seiner Gattung – ohne Holzeinsatz, nur im Stahltank ausgebaut. Aromatischer Duft nach Pinienwald und Trockenkräutern, kraftvoll und herzhaft am Gaumen, dabei mineralisch und kernig.


Erbhof Unterganzner – Josephus Mayr bei Bozen

Der Erbhof Unterganzner in Kardaun bei Bozen ist ein traditionsreiches Südtiroler Familienweingut – seit Generationen in Familienhand, seit über 25 Jahren füllen Josephus und Barbara Mayr ihre Weine selbst ab. Die Weinberge werden mit großer Achtsamkeit bewirtschaftet, die Trauben so spät wie möglich gelesen; im Keller wird möglichst kreativ und präzise gearbeitet, um Weine von hoher Qualität und starkem Charakter zu erzeugen.

Der „Platt & Pignat" trägt die Namen der Lagen rund um den Hof. Hier, an den sonnenverwöhnten Hängen um Bozen mit warmen Tagen und kühlen Nächten, reift der Chardonnay langsam und aromatisch heran – die Grundlage für seinen gehaltvollen, zugleich kernigen Charakter.

Jahrgang 2024 – Südtirol

Der Jahrgang 2024 bringt im Platt & Pignat einen ausdrucksstarken, klar strukturierten Chardonnay mit lebendiger Frische. Die späte Lese und der reduktive Ausbau im Stahltank bewahren Frucht, Würze und die kernige Mineralität der Lagen – ein Wein ohne Schwere, dafür mit Charakter.

Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2024, trocken.

Bewusst ohne Holzeinsatz, ausschließlich im Stahltank ausgebaut. Dieser reduktive Stil bewahrt die natürliche, fast „wilde" Aromatik der Rebsorte und betont Frische, Würze und Mineralität statt cremiger Holznoten.

Im Glas

Ein aromatischer Duft nach Pinienwald und Trockenkräutern – würzig, klar und unverkennbar eigenständig. Am Gaumen kraftvoll und herzhaft, mit Aromen nach Nüssen, dabei mineralisch und kernig. Ein natürlicher, wilder Vertreter der Gattung Chardonnay, fernab jeder Beliebigkeit.

Ein natürlicher, wilder Chardonnay – kraftvoll, herzhaft, mineralisch und kernig.

Schon jetzt mit viel Trinkfreude und Charakter. Bei 10–12 °C servieren.

Am Tisch

Ein gehaltvoller, milder Begleiter zu vielen Fisch- und Geflügelgerichten, zu Meeresfrüchten sowie zu cremigen Pastagerichten und feinen Vorspeisen.


Lage: Südtirol / Alto Adige, Lagen Platt & Pignat, Kardaun bei Bozen (Italien); sonnenexponierte Hanglagen, warme Tage und kühle Nächte
Klassifikation: Südtirol / Alto Adige DOC, Chardonnay (trocken)
Ausbau: Chardonnay; ohne Holzeinsatz, ausschließlich Stahltank (reduktiver Stil); späte Lese

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Rebsorten

Schwedhelm Schwarzer Herrgott Chardonnay Reserve trocken 2023

Wein · Weißwein · Pfalz · Deutschland

Schwedhelm Schwarzer Herrgott Chardonnay Reserve 2023 ist der erste Jahrgang dieses Weins der Brüder Schwedhelm aus der Nordpfalz – einer der spannendsten Chardonnays Deutschlands, ganz im burgundischen Stil. Straff, klar und kantig, von knackiger Säure und intensiver Mineralität geprägt.


Pfalz / Schwarzer Herrgott

Das Weingut Schwedhelm ist im Zellertal in der Nordpfalz beheimatet. Der Wein stammt aus einem noch jungen Weinberg im legendären Schwarzen Herrgott, einem Terroir, das von mächtigen Kalkmassiven geprägt ist. Hier wurden sorgfältig selektierte Burgunderklone (Sélection Massale) gepflanzt.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chardonnay. Die Trauben wurden selektiv von Hand gelesen, der Most anschließend über zwölf Monate im Tonneau auf der Vollhefe ausgebaut. Vor der Füllung erfolgte nur eine sanfte Filtration. Das Holz ist dezent eingesetzt und untermalt die Struktur feinfühlig. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles bis sattes Gelb. In der Nase klar, mineralisch und dezent von feiner Holzwürze untermalt. Am Gaumen straff, klar und kantig, mit knackiger Säure und intensiver Mineralität; er zischt regelrecht entlang, mit großer Präzision, Ernsthaftigkeit und einem langen, tiefen Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 11–13 °C in großen Gläsern servieren – als gehobener Speisebegleiter.

Passt zu: edlem Fisch, Krustentieren, Geflügel, Kalb und gereiftem Hartkäse.


Lage: Pfalz, Zellertal, Schwarzer Herrgott (Deutschland); Weingut Schwedhelm
Klassifikation: Lagenwein (Reserve) – 100 % Chardonnay, trocken
Ausbau: Sélection-Massale-Klone; 12 Monate Tonneau auf der Vollhefe, sanfte Filtration; Kalkböden
Jahrgang: 2023

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Rebsorten

Ellermann Spiegel Sauvignon Blanc

Weißwein · Sauvignon Blanc · Pfalz · Deutschland

Ellermann-Spiegel Sauvignon Blanc ist ein trockener, fruchtbetonter Weißwein vom Weingut Ellermann-Spiegel aus der Pfalz. Reinsortiger Sauvignon Blanc mit den klassischen Aromen von Stachelbeere, Maracuja und Zitrone, getragen von einer schönen Mineralität.


Pfalz

Das Weingut Ellermann-Spiegel liegt in Kleinfischlingen an der Südlichen Weinstraße. Winzer Frank Spiegel keltert moderne, fruchtbetonte Weine nach dem Motto „Dir muss ES schmecken". Der Sauvignon Blanc zählt zu den Aushängeschildern des Hauses.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortiger Sauvignon Blanc. Der Ausbau im Edelstahltank bewahrt die sortentypische, exotische Frucht und die frische Säure. So entsteht ein klarer, animierender Weißwein im modernen Stil.

Im Glas

Helles Gelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase die klassischen Sauvignon-Aromen von Stachelbeere, Maracuja und Zitrone. Am Gaumen sehr saftig und feinwürzig, mit exotischer Frucht und tragender Mineralität. Im Nachklang spannungsgeladene Frucht, die Lust auf den nächsten Schluck macht.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als Aperitif oder zu leichter Küche.

Klassische Begleitung: Spargel, Ziegenkäse, Salate, Fisch und Meeresfrüchte.


Lage: Pfalz – Südliche Weinstraße (Deutschland)
Klassifikation: Qualitätswein – Weißwein (trocken)
Ausbau: Edelstahltank

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Rebsorten

Lécheneaut Pinot Noir Bourgogne rouge 2022

Rotwein · Bourgogne · Pinot Noir

Pinot Noir Bourgogne AOC Nuits-Saint-Georges (Côte de Nuits) elegant · dicht · seidig 2022

Der Bourgogne Rouge 2022 der Domaine Lécheneaut ist ein eleganter, dichter und konzentrierter Pinot Noir mit seidigem Extrakt. Den Brüdern Lécheneaut aus Nuits-Saint-Georges gelingt mit ihrem „einfachen" Bourgogne ein sensationelles Preis-Genuss-Verhältnis.


Bourgogne aus Nuits-Saint-Georges

Die Domaine Lécheneaut ist in Nuits-Saint-Georges in der Côte de Nuits beheimatet und für ihre fein gearbeiteten Pinot Noirs bekannt. Der regionale Bourgogne Rouge zeigt bereits auf dieser zugänglichen Stufe die Handschrift des Guts.

Die Brüder Philippe und Vincent Lécheneaut zählen zu den gesuchten Erzeugern der Côte de Nuits; ihr Bourgogne weist über seine Stufe hinaus.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – die Grundlage für die Dichte und Eleganz dieses Bourgogne.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022.

Der Wein reift im Holzfass, im Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf seidigen Extrakt und reine Frucht ausgerichtet.

Im Glas

Elegant, dicht und konzentriert, mit roter und dunkler Frucht. Am Gaumen ein seidiges Extrakt, getragen von feinem Tannin und frischer Säure – viel Wein für die Stufe.

Elegant, dicht und konzentriert, mit seidigem Extrakt – ein „einfacher" Bourgogne mit sensationellem Preis-Genuss.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein vielseitiger, eleganter Begleiter für jeden Tag.


Lage: Bourgogne (Côte de Nuits); um Nuits-Saint-Georges
Klassifikation: Bourgogne AOC
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau

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Rebsorten

Domaine Pierre Vincent Puligny Montrachet 2024

Weißwein · Puligny-Montrachet (Côte de Beaune) · Chardonnay

Chardonnay Puligny-Montrachet (Village) Domaine Pierre Vincent Les Leuvrons & Les Perrières Kalkmergel · Vulkangestein ~12 Mon. Fass + ~6 Mon. Tank wenig Neuholz · biologisch 2024

Der Domaine Pierre Vincent Puligny-Montrachet 2024 ist ein Village-Chardonnay von ungewöhnlicher Dichte und Präzision. Pierre Vincent – zuvor prägend bei der Domaine Leflaive und der Domaine de la Vougeraie – übersetzt hier zwei Puligny-Parzellen in einen salzig-mineralischen, energiegeladenen Weißwein.


Puligny-Montrachet – zwei Parzellen am Kalkhang

Pierre Vincent zählt zu den angesehensten Winzern des Burgund: von 2006 bis 2016 Technischer Direktor der Domaine de la Vougeraie, danach bis Ende 2024 Kellermeister und Geschäftsführer der legendären Domaine Leflaive in Puligny-Montrachet. 2023 übernahm er mit Partnern die Domaine des Terres de Velle in Auxey-Duresses und benannte sie in Domaine Pierre Vincent um – ein kleines Gut über rund zwanzig Appellationen, geprägt von alten Reben, biologischer Bewirtschaftung und minimalistischem Ausbau mit bewusst zurückhaltendem Neuholz.

Der Village-Puligny stammt aus den Climats Les Leuvrons – wo sich Vulkangestein („laves") findet – und Les Perrières, einer etwas höher gelegenen ehemaligen Steinbruchparzelle. Diese kalk- und gesteinsgeprägten Böden verleihen dem Wein trotz Village-Status eine ungewöhnliche Dichte, Spannung und mineralische Tiefe.

Jahrgang 2024 – Côte de Beaune

2024 war im Burgund ein kühleres, feuchtes Jahr. Auf einen milden, nassen Winter folgten früher Austrieb und ein feucht-kühles Frühjahr mit Frost- und Hagelrisiko sowie hohem Krankheitsdruck; die Blüte verlief uneinheitlich. Ein trockenerer Sommer brachte eine langsame Reife, die Lese fiel spät aus, mit strenger Selektion und teils stark reduzierten Erträgen. Die Mostgewichte blieben moderat – die Weißweine zeigen sich klar und fein, mit pikanter Frische, kühler Eleganz und lebendiger Säure.

Ausbau

Trockener Puligny-Montrachet (Village), Jahrgang 2024; 100 % Chardonnay aus den Parzellen Les Leuvrons und Les Perrières.

Nach langem, sanftem pneumatischem Pressen und einer Nacht Vorklärung beginnt die alkoholische Gärung teils im Edelstahltank; anschließend wird der Most für die malolaktische Gärung ins Fass gelegt und rund zwölf Monate im Holz ausgebaut, mit bewusst zurückhaltendem Neuholzanteil. Danach folgen etwa sechs Monate im Edelstahltank, um Frische und Spannung zu bewahren, bevor der Wein gefüllt wird. Die Reben werden biologisch bewirtschaftet.

Im Glas

Ein Village-Puligny von großer Klarheit und Dichte: Zitrus und weißer Pfirsich, dazu weiße Blüten, ein Hauch Haselnuss und eine feine, rauchig-feuersteinige sowie kalkig-salzige Mineralität. Am Gaumen seidig und präzise, dabei überraschend tief für einen Ortswein, getragen von einer klaren Säure und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Zitrus und weißer Pfirsich über weißen Blüten, Haselnuss und rauchig-salziger Mineralität – seidig und präzise, überraschend tief für einen Village, mit lebendiger Säure und langem Nachhall.

Ein präziser Village-Puligny mit gutem Reifepotenzial; in der Jugend gern dekantieren. Bei 12–14 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Butter- und Rahmsaucen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Puligny-Montrachet (Village), Côte de Beaune (Burgund); Parzellen Les Leuvrons (Vulkangestein) und Les Perrières; kalk- und gesteinsgeprägte Böden
Klassifikation: Puligny-Montrachet AOC (Village, trocken); 100 % Chardonnay
Ausbau: sanfte Pressung, alkoholische Gärung teils im Tank, malolaktische Gärung im Fass, ~12 Monate Fass (wenig Neuholz), danach ~6 Monate Tank; biologische Bewirtschaftung

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Weine

Vouette & Sorbée Saignée de Sorbée Brut Nature BIO

Rosé-Champagner · Côte des Bar · Pinot Noir (Saignée)

100 % Pinot Noir Saignée de Sorbée · Brut Nature ohne Dosage Côte des Bar · Aube Vouette & Sorbée (Gautherot) Portlandian-Kalk biodynamisch · Demeter Basis R20 (2020)

Der Vouette & Sorbée Saignée de Sorbée Brut Nature (R20) ist ein Rosé-Champagner aus 100 % Pinot Noir von biodynamisch bewirtschafteten Parzellen in Buxières-sur-Arce. Im Saignée-Verfahren gewonnen, entsteht ein intensiv gefärbter, kraftvoller und zugleich eleganter Champagner – kompromisslos, authentisch und von beeindruckender Präzision.


Vouette & Sorbée – Pinot Noir vom Portlandian-Kalk

Seit der Champagnerwinzer Bertrand Gautherot, der bei Anselme Selosse gelernt hat, die Weinberge von seinem Vater übernommen hat, vermarktet er seine Champagner selbst. Sein rund fünf Hektar großes, seit 1998 biodynamisch (Demeter) bewirtschaftetes Gut in Buxières-sur-Arce an der Côte des Bar zählt zu den Stars der Winzerchampagner-Szene.

Die Saignée de Sorbée stammt aus der namensgebenden Parzelle „Sorbée" auf Portlandian-Kalkstein – anders als die übrigen Kimmeridgium-Lagen des Guts. Dieser Kalkboden verleiht dem Rosé seine mineralische Frische, Klarheit und salzige Länge und bildet das Rückgrat für den kraftvollen, reinsortigen Pinot Noir.

Basis R20 – Côte des Bar

Gautherot deklariert seine Champagner nicht als Jahrgang, vermerkt aber Basisjahr und Dégorgement auf dem Etikett: „R20" steht für den Basisjahrgang 2020. Das klar strukturierte Profil dieses Jahrgangs unterstreicht die präzise, mineralische Ausrichtung dieses Saignée-Rosés.

Herstellung und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir (100 %), Rosé im Saignée-Verfahren, Brut Nature (ohne Dosage); Basis R20 (2020).

Beim Saignée-Verfahren wird der Saft nach kurzer Maischestandzeit von den Schalen abgezogen („saignée" = Aderlass) – das ergibt die intensive Farbe, die Kraft und die zarte Tanninstruktur des Weins. Vergoren wird spontan mit den eigenen Hefen, die malolaktische Gärung läuft natürlich ab; bis zur Füllung wird auf Schwefel weitgehend verzichtet, abgefüllt wird gänzlich ohne Dosage. Diese kompromisslos natürliche, handwerkliche Machart aus biodynamischem Anbau (Demeter) betont die reine Ausdruckskraft von Pinot Noir und Kalkboden.

Im Glas

In der Nase zeigen sich reife rote Beeren, Kirschen und Himbeeren, untermalt von feinen Kräuter- und Gewürznoten. Am Gaumen ist er druckvoll und präzise, mit knackiger Säure, seidiger Textur und einer zarten Tanninspur, die an große Stillweine erinnert. Seine mineralische Frische verleiht ihm Klarheit und Länge, während der Verzicht auf Dosage die reine Ausdruckskraft des Pinot Noirs und des Portlandian-Kalkbodens betont – ein kompromissloser, authentischer Rosé-Champagner mit Tiefe, Struktur und salziger Eleganz.

Reife rote Beeren, Kirsche und Himbeere über feinen Kräuter- und Gewürznoten – druckvoll und präzise, mit knackiger Säure, seidiger Textur und salziger Eleganz.

Nicht zu kalt servieren (10–12 °C); ein Rosé, der auch am Tisch überzeugt.

Am Tisch

Zu Lachs und Thunfisch, zu Geflügel und Ente, zu Wild­geflügel und Charcuterie sowie zu würzigen Gerichten der asiatischen Küche – ein Rosé mit der Struktur eines Speisebegleiters.


Lage: Parzelle „Sorbée", Buxières-sur-Arce, Côte des Bar (Aube, Champagne); Portlandian-Kalkstein
Klassifikation: Champagne AOC; Rosé (Saignée), 100 % Pinot Noir; Brut Nature (ohne Dosage); Basis R20 (2020)
Ausbau: Saignée-Verfahren, Spontangärung, natürliche Malo, ohne Dosage, schwefelarm; biodynamisch (Demeter), FR-BIO-01

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