Das Anbaugebiet Piemont

Piemont: Mehr als nur Kirschen und Pralinen – Entdecken Sie die Vielfalt der piemontesischen Weine und Region

Piemont, das ist doch bekannt für… Kirschen? Da haben ein großer italienischer Süßwarenkonzern, seine rosaroten Pralinen und der sinnliche Blick Claudia Bertanis ganze Arbeit geleistet, bei der deutschen Kundschaft diese Verknüpfung herzustellen. Zeit, auch die Piemonteser Trauben etwas im Gedächtnis zu verankern! Ja die Region überhaupt – denn während etwa die angrenzende Toskana seit Jahrzehnten das mondäne Reiseziel längst nicht nur älterer Studienräte ist und mit Florenz eine wahre Schatzkammer zu bieten hat, kann im Piemont die für ihre Automobilbranche bekannte Industriestadt Turin vergleichsweise wenig Anziehungskraft entfalten. Auch das Umland gilt immer noch als ein wenig rustikal und keineswegs so gut touristisch erschlossen wie andere italienische Landstriche. Doch ein zweiter Blick lohnt. Denn das Piemont bietet vieles, was andere nicht haben: unter den sage und schreibe 100 hier kultivierten Rebsorten sehr viele, die außerhalb dieser Region eigentlich nirgendwo sonst in Italien angebaut werden.


Die wichtigste ist zweifellos der Nebbiolo, hier oft Spanna genannt. Nicht, dass man es nicht versucht hätte, ihm auch anderswo, sogar außerhalb Europas, die Qualität zu entlocken, die er im Piemont erreicht – jedoch vergeblich. Die autochthone Rebe ist halt eine Diva, was ihr Terroir angeht. Aber auch nur in dieser Hinsicht. Denn geschmacklich erweist sie sich keineswegs als damenhaft: sie strotzt nur so vor Gerbstoffen und ist eine der am langsamsten reifenden Rebsorten der Welt. Es sei also davon abgeraten, sich einen aktuellen Jahrgang für den baldigen Konsum zuzulegen. Auf der anderen Seite verleihen die Tannine dem Nebbiolo eine unglaubliche Haltbarkeit – auch wenn keine Exemplare aus der Antike mehr erhalten sind, in welcher er wohl schon angebaut wurde: möglicherweise von den Griechen, wahrscheinlich von den Etruskern, ziemlich sicher aber von den Römern. Der Name taucht dann im späten Mittelalter zum ersten Mal auf – er geht auf das italienische „nebbia“ zurück, das den Nebel bezeichnet, der zur Zeit der Lese im Oktober oft von den Berghängen herabwallt.


Der bekannteste aus Nebbiolo gekelterte Wein ist zweifellos der Barolo – in Deutschland spätestens seit den frühen 2000ern ein Begriff, als der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder verlautbaren ließ, dass es sich dabei um seinen Lieblingswein handele. Keine schlechte Wahl, denn zu den vom Brioni-Kanzler ebenfalls geschätzten kubanischen Cohiba-Zigarren macht ein Barolo sicherlich keine schlechte Figur. Auf lediglich 1800 Hektar gedeiht der „Wein der Könige“, so genannt, weil er als Favorit des Hauses Savoyen galt, das im Mittelalter als einfaches Grafengeschlecht startete, sich in Oberitalien – weit über das heutige Piemont hinaus – nach und nach große Gebiete untertan machte und infolge der italienischen Einigung Mitte des 19. Jahrhunderts dann zum Königshaus des gesamten Landes aufstieg. Zu verdanken ist das vor allem dem Ehrgeiz des aus Turin stammenden Staatsmannes und späteren ersten Ministerpräsidenten des neuen italienischen Staates, Graf Cavour. Er wollte in Rom die Ehre seiner Heimat hochhalten und griff dafür auf den bereits bekannten Barolo zurück, der allerdings bisher immer eine Restsüße aufgewiesen hatte. Man ließ ihn nämlich auf Dachböden gären, die zur Winterzeit früher oder später auf Minusgrade auskühlten, wodurch die Gärung gestoppt wurde und ein Rest Zucker im Wein verblieb. Cavour ordnete an, die Gärung in den Keller verlagern, wo es konstante und vor allem nicht zu kalte Temperaturen hatte – und schuf einen durchgegorenen, damit trockenen und geschmacklich völlig neuen Barolo. Viktor Emanuel II. war davon derart begeistert, dass er ihn zu seiner Krönung als König von Italien ausschenken ließ und ihm damit den Nimbus eines edlen National-Rebensaftes verlieh.


Heimat des Barolo ist die Bassa Langa, der untere Teil der Langhe – eine sanft gewellte, von Hügelketten zungenförmig eingehegte Landschaft – daher der Name. Schaut man aus einem der auf den Anhöhen gelegenen romantischen Dörfer in die Ferne, erklärt sich auch der Name der gesamten Region: Piemont stammt vom lateinischen „ad pedem montium“, was soviel wie „am Fuß der Berge“ heißt. Damit sind die Alpen gemeint, die den Landstrich von Norden, Süden und Westen her abschirmen. Dieses himmlische Fleckchen Erde hat der Barolo allerdings nicht für sich allein, sondern teilt es mit dem Barbaresco. Auch der liebt die Böden aus Lehm, Ton und vor allem Kalkmergel mit hohem Sandsteinanteil, Hinterlassenschaften des Binnenmeers, der vor Urzeiten die Gegend überspülte und dessen Rückzug allerhand organisches Material freilegte, das sich im Untergrund ablagerte. Und auch er macht als reiner Nebbiolo-Wein winzige Feinheiten in der Mineralstruktur des Bodens, unsichtbare Einlagerungen wie das häufig vorkommende Eisen auf faszinierende Weise schmeckbar.

Was aber unterscheidet Barolo von Barbaresco? Gar nicht so einfach zu beantworten, denn sie wachsen gerade mal 20 Kilometer voneinander entfernt und nicht selten ist einer dem anderen ähnlicher, als es sich manche Exemplare derselben DOCG sind. Ganz normativ lässt sich die Zeit der Reife nennen: während Barbaresco 26 Monate, davon neun im Fass lagert, sind es beim Barolo 38, bei der Riserva-Variante sogar 62 Monate, davon jeweils 18 im Fass. Aber geschmacklich? Oft bemüht wird das Bild vom „maskulinen“ Barolo: er ist der Körperreiche mit viel Dichte, wuchtig in Frucht und Tannin. Der „feminine“ Barbaresco hingegen besticht mit mehr Eleganz und Finesse sowie einem weicheren, seidigeren Mundgefühl. Dennoch sollte betont werden, dass es „den“ Barolo oder Barbaresco nicht gibt – die Varianz des Ersteren reicht, um es ein wenig anschaulich zu machen, vom massigen Ringer bis zum beweglichen Mittelgewichtsboxer, die des Letzteren vom durchtrainierten Kunstturner bis zum fintenreichen Florettfechter. Gemeinsam ist ihnen aber die Benennung nach ihrer jeweiligen Herkunft, kleinen, gerade einmal etwas mehr als 600 Einwohner zählenden Dörfern.
Kein solches Dorf, sondern eine Rebsorte bezeichnet unsere Nummer drei, die – Sie werden es vielleicht schon ahnen – auch wieder mit „Bar-“ beginnt. Die Piemonteser scheinen eine Affinität für diesen Anlaut zu haben, oder es macht ihnen einfach Spaß, Unkundige ein wenig aufs Glatteis zu führen. Sprachliche Verwechslungen mit den Nebbiolo-Abkömmlingen sind somit durchaus möglich, geschmackliche aber nahezu ausgeschlossen: die Barbera ist nicht ansatzweise so herb wie Barolo und Barbaresco, weshalb sie schon in den ersten Jahren nach Abfüllung genossen werden kann. Was sie an Gerbstoffen entbehrt, wird jedoch von ihrer hohen Säure wieder wettgemacht. Auch der Alkoholgehalt ist nicht zu unterschätzen, bringt aber die typische Pflaumenfrucht perfekt zur Geltung. Man unterscheidet den ebenfalls in der Umgebung der beiden uns schon bekannten Dörfer wachsenden, schlanken Barbera d’Alba vom nordöstlich davon angebauten Barbera d’Asti, der etwas voluminöser und dunkler in der Farbe ausfällt. Die Toleranz gegenüber vielen verschiedenen Bodenprofilen, der ausgesprochen starke Wuchs sowie ihre relative Unanfälligkeit gegen die meisten Krankheiten haben dafür gesorgt, dass die Barbera Nera als eine der ganz wenigen Piemonteser Reben eine italienweite Karriere einschlagen durfte.


Wer denkt, mit den drei Bs sei die Palette der Roten erschöpft und wir kämen jetzt schon zum Süßwein, der irrt. Obwohl der Name des Dolcetto eigentlich genau das vermuten lässt, bedeutet „dolce“ im Italienischen doch schlicht „süß“. Das trifft keineswegs zu, gerade im Gegenteil wird er stets knochentrocken ausgebaut – allerdings verfügt er weder über die brachialen Tannine des Nebbiolo noch über die prägnante Säure der Barbera und wirkt dadurch für viele Piemonteser fast schon unerhört mild. Anders als der Sonnenanbeter Nebbiolo bevorzugt er aufgrund seiner viel schnelleren Reife eher ein kühles Plätzchen und dankt es mit schwarzbeeriger Aromatik, schmelzig-weicher Textur und leichter Bittermandel- und Süßholznote. Kenner behaupten, der Titel des optimalen Weines zur Pizza gebühre eigentlich viel eher ihm als dem Chianti. Obwohl man Pizza im Piemont eher selten finden dürfte: wenn man der heimischen Gastronomie einen Besuch abstattet, lernt man das weitgehende Fehlen von Touristen schnell richtig zu schätzen. Studiert man dort ein wenig eingehender die Weinkarte, wird einem möglicherweise auffallen, dass es zwar Tisch- und Qualitätsweine, jedoch keine Landweine gibt – Winzer müssen sich also entscheiden, ob sie sehr einfache oder sehr hochwertige Weine produzieren wollen, ein Mittelding gibt es nicht. Diese Ganz-oder-Garnicht-Mentalität polarisiert, ist aber verständlicher Ausdruck des selbstbewussten Piemonteser Charakters, der durch die als schickimickihaft empfundene toskanische Konkurrenz auf dem Rotweinmarkt seit jeher kompetitiv geprägt ist und mit dem IGT gerade jene Kategorie verbannt, in der die bekannten Supertoskaner zuhause sind. Merlot und Cabernet mit heimischen Reben verschneiden? Für die Winzer des Piemont undenkbar.

Wo viele halbwegs geografisch Bewanderte noch ohne größere Probleme die Lage Südtirols, Kalabriens oder Latiums innerhalb Italiens angeben können, wird es beim Piemont schon schwieriger – und das, obwohl es die flächenmäßig größte Region des Festlandes ist, übertroffen nur von der Insel Sizilien. Irgendwo im Norden, oder? Richtig, im äußersten Nordwesten, um genau zu sein. Das Piemont gehört zu den wenigen Regionen, die nicht über eine Mittelmeerküste verfügen – die beansprucht das südlich gelegene Ligurien für sich. Für diesen Verzicht wird es aber, ebenfalls eine Seltenheit in Italien, mit zwei direkten Nachbarstaaten entschädigt: der Schweiz und Frankreich. Insbesondere zu letzterem bestand früher ein gespaltenes Verhältnis. Immer wieder wurden Teile Piemonte von Frankreich besetzt. Zwar kamen sie nach den Friedensschlüssen stets zurück, dennoch verleibte sich der große Nachbar letztlich gewaltige Gebiete ein: als Gegenleistung dafür, dass Frankreich den Fürstentümern auf der Apenninhalbinsel half, gegen den Widerstand Österreichs 1860 einen einheitlichen Nationalstaat zu bilden, musste Piemont das Herzogtum Savoyen und die Grafschaft Nizza abtreten. Hundert Jahre später knüpfte man schließlich im Weinbau Bande über die Staatsgrenzen hinweg, vor allem nach Burgund. Das war kein Zufall, sondern lag darin begründet, dass die Regionen über nicht wenige Gemeinsamkeiten verfügen: in beiden ist das Terroir ausgesprochen wichtig für die Qualität des Weines und minimale Veränderungen in der Bodenstruktur entscheiden – Spitze oder Mittelmaß? Darüber hinaus ähneln sich die ökonomischen Strukturen: die Betriebe sind in aller Regel klein und bäuerlich geprägt. Riesenwinzer mit mehreren hundert oder gar tausend Hektar, wie man sie in vielen anderen Teilen Italiens antrifft, sucht man hier vergebens. Viele junge Weinbauern pilgerten also ins ihnen vertraut erscheinende Burgund, um ihre Fertigkeiten zu verfeinern. Denn in den 70ern, als es in anderen Regionen Italiens weintechnisch allmählich aufwärts ging, steckte der Piemonteser Weinbau in einer Krise: die sehr schweren, extrem tanninreichen Nebbiolo-Weine, geprägt durch lange Maischestandzeit und Mitvergärung der Stiele, passten nicht mehr in die Zeit, es drohte massive Überproduktion, zudem wurde oft unsauber gearbeitet. In der Folge wanderten viele junge Menschen aus der Branche in größere Städte ab, der Lange drohte ein wahrer Aderlass. Die Rettung brachten Anregungen aus dem Burgund: radikale Ertragsreduktion, bessere Kellerhygiene, der Ausbau in kleinen Barriques anstatt in Großfässern. Damit brach ein Streit zwischen Traditionalisten der älteren Generation und Modernisten, den „Barolo Boys“ um Angelo Gaja und Elio Altare aus, dessen Nachwirkungen noch bis heute zu spüren sind.

2014 würdigte die UNESCO die seit der Antike betriebene und ab dem Hochmittelalter immer weiter verfeinerte Weinbaukunst in den Landschaften Langhe, Roero und Monferrat mit dem Welterbetitel – ein Grund mehr für eine kulinarisch-kulturelle Erkundungstour. Das kontinental-gemäßigte Klima könnte optimaler kaum sein: die Sommer sind zwar heiß, werden aber durch Gewässer wie den Lago Maggiore oder den Po angenehm reguliert – fast meint man einen Hauch der nahegelegenen französischen Riviera zu spüren. Die Winter hingegen sind oft schneereich, was für die Rebstöcke von großem Vorteil ist: das langsam schmelzende Weiß können ihre Wurzeln nach und nach aufnehmen und während des Sommers davon zehren – was sie auch müssen, denn eine künstliche Bewässerung ist den Winzern per Weingesetz untersagt. Während die Pflanze Reserven anlegt, kann der Mensch sich auf der Piste austoben: in Sestriere etwa, wo neben regelmäßigen Skiweltcups auch die Olympischen Winterspiele von 2006 stattfanden. Unwetter müssen dabei beide kaum fürchten: sie werden durch die den gigantischen Talkessel umgebenden Alpen zuverlässig ferngehalten, sodass die Trauben kaum Gefahr laufen, durch Starkregen oder Hagel beschädigt zu werden.


Das wissen nicht nur die roten Reben zu würdigen, sondern auch die weißen. Zwar spielen diese auf den insgesamt knapp 50 000 Hektar nur eine untergeordnete Rolle, bilden aber dennoch einen ganz eigenen Kosmos. Da sind zum einen die internationalen Sorten, etwa der Chardonnay, der hier im Piemont so grandios gerät wie kaum sonst irgendwo in Italien. Da sind aber vor allem die autochthonen Klassiker, deren Aroma absolut unvergleichlich ist, weil sie außer ein paar wenigen Freaks in Übersee niemand sonst anbaut. Parallelen zum Nebbiolo? Absolut, deswegen wird die Arneis auch gern mal „Barolo bianco“ genannt. Das ist deutlich schmeichelhafter als die Übersetzung ihres eigenen Namens, der so viel bedeutet wie „kleine Schwierige“, wahrscheinlich zurückzuführen auf ihre Anfälligkeit gegenüber dem Echten Mehltau. Wohl auch aus diesem Grund nahm ihr Bestand immer weiter ab, bis sie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fast vollständig in Vergessenheit geraten war. Erst in den 90ern entdeckte man sie wieder, ihr verführerisch fruchtiges Bukett nach Honigmelone, Birne und Aprikose, ihr Abgang nach feinem Mandelpudding passten perfekt in die nach Exotik lechzende Zeit und sind auch heute noch einen Versuch wert. Dank ihrer sehr zurückhaltenden Säure ist sie genau das Richtige für alle mit einem empfindlichen Magen.


Ganz und gar nicht hinter dem Berg mit seiner Säure hält hingegen der Timorasso, welcher wie der Arneis seit einiger Zeit eine Renaissance feiert. Noch gilt er als kleiner Geheimtipp, aber seine steinige Mineralität und markante Säure – die durchaus Assoziationen mit Riesling hervorrufen -, gepaart mit Noten von weißen Blüten und dezenter Kräuterwürze machen ihn zu einer spannenden, ganz und gar nicht „italienisch“ schmeckenden Angelegenheit. Während Arneis und Timorasso in Deutschland nahezu unbekannt sind, gibt es kaum einen guten Italiener, der keinen Gavi im Angebot hat. Benannt ist er vertrackterweise wieder einmal nach dem Örtchen, in dessen Umfeld er auf kalkreichen Böden wächst, die zugrunde liegende Rebsorte hingegen ist der Cortese. Gerade zu Fischgerichten macht er dank seiner säurebetonten Anklänge von Zitrusfrüchten und grünen Äpfeln eine gute Figur. Weißer Rebensaft schmeckt aber natürlich nicht nur als Stillwein, sondern mindestens ebenso als Schäumer. Auf diesem Gebiet hat sich der preisgünstige, süße Asti Spumante aus Moscato Bianco, also Gelbem Muskateller, zu einem internationalen Verkaufsschlager gemausert und dürfte schon unzählige Mädelsabende und Junggesellinnenabschiede begleitet haben. Gemeinsam ist allen Weißen, dass sie keiner ewigen Kellerreife bedürfen, sondern schon in früher Jugend zugänglich sind und deutlich unkompliziert-trinkiger daherkommen als ihre roten Kollegen.

Mit diesen teilen sie aber wiederum die Eigenschaft, wie so ziemlich alle italienischen Weine optimale Speisebegleiter zu sein. Zeit also, sich diese ein wenig genauer anzusehen. Die regionale Küche ist zwar meist einfach, aber äußerst vielfältig und kann auf allerbeste Zutaten zurückgreifen. Außer dem mittlerweile weltbekannten Vitello tonnato, dünn aufgeschnittenem, gekochtem Kalbfleisch mit Thunfischsoße und Kapern, haben jedoch kaum Gerichte eine ausländische Anhängerschaft. Schade eigentlich, denn die meisten sind einfach zuzubereiten und leicht variierbar, sodass man immer wieder auf sie zurückgreifen kann. Zu den absoluten Grundzutaten im Piemont gehört Reis, der seit der Zeit der Renaissance in der Poebene angebaut wird und die Region zum größten Anbaugebiet des Süßgrases in ganz Europas macht. Zusammen mit Zwiebeln in Öl angeröstet und dann in Brühe und Weißwein gegart, zum Schluss mit Parmesan abgebunden, entsteht in weniger als einer Dreiviertelstunde ein herrliches Risotto. Eine besonders feine Version erschafft man unter Einbeziehung von Trüffeln, die man hier über die Gerichte hobelt statt sie mitzugaren, da der Weiße Trüffel von Alba im Gegensatz zu seinem Verwandten aus dem Perigord beim Erhitzen an Geschmack verliert. Der Pilz erreicht in der Regel etwa die Größe einer Apfelsine und kommt äußerlich mit seinem knubbeligen, schmutzigbraunen Aussehen zunächst nicht so sympathisch daher. Schneidet man ihn aber an… was für eine Aromenvielfalt! Ein erdig-nussiger Grundton, aus dem sich schnell Anklänge an milden Knoblauch und Weichkäse herausschälen, flankiert von zarten Zwischentönen nach Moschus, Honig und Heu. Da er nicht gezüchtet werden kann, sondern aufwändig in der Natur gesucht werden muss, gehört er zu den teuersten Lebensmitteln der Welt. Trüffelbegeisterte sollten während der letzten drei Monate des Jahres nach Alba reisen, wenn mit der Internationalen Messe des Weißen Albatrüffels dort an jedem Wochenende ein wahres Hochamt für den „tartufo bianco“ gefeiert wird. Wer den einzigartigen Geschmack nicht schätzt oder aber eher auf der Suche nach einem preisgünstigeren Mahl ist, dürfte mit einer Portion Agnolotti bestens bedient sein. Die gefüllten Teigtaschen erinnern optisch an die wesentlich bekannteren Ravioli, unterscheiden sich von diesen aber dadurch, dass sie aus einem einzigen Teiglappen gefertigt sind, der umgeschlagen wird, während man für einen Raviolo zwei einzelne Schichten aufeinander legt. Sehr beliebt in größeren Runden ist auch das dem schweizerischen Fondue nicht unähnliche Bagna cauda, bei dem man Gemüsestücke in einen heißen Sud aus mit Knoblauch und Sardellen gewürztem Olivenöl stippt. Zum Abschluss ein Dessert gefällig? Das entsteht häufig unter Einbeziehung der Haselnüsse, die man im oberen Teil der Langhe anbaut, der zu hochgelegen und rau für Wein ist. Es muss ja nicht gerade die weltbekannte Nuss-Nougat-Creme sein, die aus demselben, in Alba beheimateten Stall stammt wie unsere Kirschpraline vom Anfang …

Und Zeit für einen Absacker ist auch noch. Was wäre da besser geeignet als ein Grappa? Der Tresterschnaps ist zwar gesamtitalienisches Kulturgut, findet aber einige seiner feinsten und charakterstärksten Vertreter hier oben im Norden, wo man ihn „Branda“ nennt und oft noch in traditionellen, seit vielen Generationen überlieferten Verfahren destilliert. Zum Wohl! Also falls er noch hineinpasst nach zwei oder drei Baroli, wie die Mehrzahl des Weines analog zu Begriffen wie Espresso lautet. Oder einem anderen der unglaublichen 17 DOCG-Weine, womit im Piemont mehr dieser absoluten Spitzen der Qualitätspyramide gezählt werden als in irgendeiner anderen italienischen Region. Dürfte man für den Rest seines Lebens nur noch Wein aus einem einzigen Anbaugebiet trinken, das Piemont wäre dafür mit Sicherheit keine schlechte Wahl.

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Weine

Marguet Le Parc 2020 Grand Cru Brut Nature BIO

Champagner · Ambonnay Grand Cru · Chardonnay · Brut Nature · Bio

Marguet Le Parc Grand Cru Brut Nature ist ein Einzellagen-Bio-Champagner aus 100 % Chardonnay aus einer 1,37 Hektar großen Parzelle in Ambonnay, bepflanzt 1982. Vinifiziert ohne Dosage und vollständig ohne zugesetzten Schwefel, zeigt er die eigenständige Handschrift von Benoît Marguet. Im Glas kraftvoll, tief und energiegeladen.


Ambonnay Grand Cru

Die Lage Le Parc liegt im Grand-Cru-Dorf Ambonnay (Montagne de Reims) auf rund 120 Metern Höhe, von Süd bis Nord exponiert. Die tiefgründigen sandigen Lehmböden mit Kreide in rund 1,80 Metern Tiefe prägen die salzige Spannung des Weins. Benoît Marguet arbeitet biodynamisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay aus der Einzellage Le Parc. Er wird ohne Dosage und vollständig ohne zugesetzten Schwefel vinifiziert – eine kompromisslose, naturnahe Handschrift.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase expressiv: gelbes Obst, kandierte Zitrusfrüchte, frischer Pfirsich und Mandeln, dazu würzige Nuancen von Nelke, Ingwer und Pfeffer mit einem leicht scharfen Profil. Am Gaumen kraftvoll, tief und nahtlos, zugleich rassig und energiegeladen, getragen von klarer Säure und feiner salziger Spannung. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein großzügiges Glas betont die Aromatik. Als Apéritif oder als anspruchsvoller Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, edler Fisch, Meeresfrüchte und Geflügel.


Lage: Le Parc, Ambonnay Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne); sandiger Lehm über Kreide, 120 m
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Brut Nature, Blanc de Blancs (Einzellage)
Ausbau: 100 % Chardonnay, ohne Dosage, ohne zugesetzten Schwefel

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Rebsorten

Georg Breuer Rüdesheim Berg Schlossberg Rheingau Riesling 2024

Weißwein · Rheingau · Riesling

Riesling Rheingau · Rüdesheim Berg Schlossberg · Steillage trocken · 11,5% vol 2024

Der Rüdesheim Berg Schlossberg Riesling 2024 von Georg Breuer ist ein vielschichtiger, eleganter Steillagen-Riesling mit großer innerer Spannung. Nach elf Monaten Reife im alten Stück- und Halbstückfass zeigt er intensiven Duft von Steinobst und an Orangenschalen erinnernde Zitrusaromen, dazu altholzige Noten mit viel mineralischer Würze – trocken (0,6 g/l Restzucker), klar und tiefgründig.


Berg Schlossberg – steilste Lage des Rheingaus

Der Berg Schlossberg liegt in der Rheinbiegung, wo sich der Fluss wieder nach Norden gräbt. Es sind die steilsten Weinberge des Rheingaus – mit Steigungen bis zu 65%, teils von hohen Weinbergsmauern gehalten. Die Böden aus kargem Rheinschiefer und Taunusquarzit speichern zusätzlich Wärme. Der Name geht auf die Burg Ehrenfels zurück, deren Ruine bis heute von weitem sichtbar ist.

Südlich exponiert und vom warmen, rheinnahen Mikroklima begünstigt, bringt dieses Terroir Jahr für Jahr Rieslinge von besonderer Finesse und Ausdruckskraft hervor. Das Weingut Georg Breuer in Rüdesheim ist Fair'n-Green-zertifiziert; das Künstleretikett stammt von Thorsten Poersch.

Jahrgang 2024 – Rheingau

Das Weinjahr 2024 war ungewöhnlich nass und warm. Auf einen milden Frühlingsbeginn folgte ein Temperatursturz im April, der die Rebenentwicklung bremste; hohe Niederschläge im Mai setzten sich fort. Der Sommer war wechselhaft mit häufigem Regen und schwankenden Temperaturen, der Niederschlag blieb überdurchschnittlich.

Mitte September begann eine schnelle, durch viel notwendige Selektion zugleich intensive Lese. Im Keller entstand daraus ein Jahrgang mit kühlen, eleganten Weinen.

Im Glas

Intensiver Duft von Steinobst und an Orangenschalen erinnernden Zitrusaromen, dazu altholzige Noten mit viel mineralischer Würze. Am Gaumen enorm nachhaltig: salzige Mineralik, präsente Säure (8,3 g/l) und etwas Gerbstoff geben Frische und Rückgrat. Sehr langer Abgang mit viel Zug und ausgezeichneter Tiefe – ein Wein, der sich über viele Jahre entwickeln kann.

Am Tisch

Zu gebeiztem Lachs, Meeresfrüchten und hellem Geflügel. Bei 9 °C servieren; Lagerpotenzial bis zu 25 Jahre.


Lage: Berg Schlossberg, Rüdesheim (Rheingau); Steillage bis 65%, Rheinschiefer und Taunusquarzit, südexponiert
Klassifikation: Rheingau Riesling trocken · Lagenwein Berg Schlossberg
Ausbau: Riesling; 11 Monate im alten Stück- und Halbstückfass; Fair'n-Green-zertifiziert

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Rebsorten

J.J. Prüm Bernkasteler Badstube Riesling Kabinett 2022

Weißwein · Bernkastel (Mosel) · Riesling

Riesling Bernkasteler Badstube Kabinett · fruchtig süß J.J. Prüm · Wehlen dunkler Tonschiefer Südwest-Lage Prädikatswein 2022

Der J.J. Prüm Bernkasteler Badstube Riesling Kabinett 2022 ist ein eleganter, feingliedriger Moselriesling mit typischer Leichtigkeit und präziser Ausstrahlung – schlank, glockenklar und typisch für den Stil von J.J. Prüm, mit großem Reifepotenzial.


Bernkasteler Badstube – kleinste Großlage der Mosel

Das Weingut J.J. Prüm in Wehlen zählt zu den weltberühmten Namen der Mosel – Inbegriff langlebiger, fruchtsüßer Rieslinge von großer Finesse. Der Stil ist unverkennbar: kühle Gärung, dezente Spontannote in der Jugend, geringe Alkoholgrade und ein filigranes Spiel aus Frucht, Süße und rassiger Säure.

Mit nur rund 50 Hektar ist die Bernkasteler Badstube die kleinste Großlage an der Mosel – und eine der spannendsten. Die südwestlich exponierten Weinberge ruhen auf dunklem Tonschiefer mit Feinerde und Humus, was den Weinen Saftigkeit, Volumen und einen eleganten Schmelz verleiht. Der Name geht auf mittelalterliche Heilquellen zurück.

Jahrgang 2022 – Mosel

2022 war an der Mosel ein warmer, trockener Jahrgang; ein später Wetterumschwung mit kühlen Nächten bewahrte Frische und Säure. Diese Bedingungen ergaben einen fruchtbetonten, zugleich rassigen Kabinett mit klarer Schiefermineralität – Saftigkeit und Frische im Gleichgewicht.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüßer Riesling-Kabinett (Prädikatswein) aus der Bernkasteler Badstube, Jahrgang 2022; 100 % Riesling vom dunklen Tonschiefer.

Der Wein wird im typischen, kühlen Stil des Hauses vinifiziert und in seiner Gärung so geführt, dass eine feine, natürliche Restsüße im Gleichgewicht zur knackigen Säure erhalten bleibt. So entsteht ein schlanker, glockenklarer und sehr langlebiger Kabinett.

Im Glas

In der Nase kühle, feine Aromen von alten Apfelsorten, Aprikosen und frischen Kräutern, dazu ein Hauch Zitrus und leicht reduktive Noten. Am Gaumen zart süß, mit Apfeltee, weißem Steinobst und einem Hauch Honig; eine knackige Säure sorgt für Frische und Balance, der Nachhall ist klar und lang. Schlank, glockenklar und typisch J.J. Prüm.

Alte Apfelsorten, Aprikose und frische Kräuter, dazu Apfeltee, weißes Steinobst und ein Hauch Honig – zart süß, mit knackiger Säure, glockenklar und lang.

Ein schlanker, sehr langlebiger Mosel-Kabinett. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu würziger asiatischer und thailändischer Küche, zu leicht scharfen Currys sowie zu Obst-Desserts und mildem, cremigem Käse.


Lage: Bernkasteler Badstube (Großlage, ~50 ha), Bernkastel, Mosel; südwestlich exponiert; dunkler Tonschiefer mit Feinerde und Humus
Klassifikation: Riesling Kabinett, Prädikatswein, Mosel (fruchtig süß); 100 % Riesling
Ausbau: kühle Vinifikation im Stil des Hauses, feine natürliche Restsüße

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Weine

Georges Laval Cumières Premiere Cru Brut Nature BIO

Champagner · Cumières Premier Cru · Cuvée · Brut Nature · Bio

Georges Laval Cumières Premier Cru Brut Nature ist die Signatur-Cuvée des Bio-Hauses Georges Laval aus dem Premier-Cru-Terroir Cumières. Die Weinberge werden mit viel Feingefühl und Handarbeit gepflegt, mit kompromisslosem Fokus auf optimale Reife. Ohne Dosage und ohne künstliche Einflussnahme abgefüllt, ist er pur und unverfälscht – ein echter Georges Laval.


Cumières

Cumières liegt in der Vallée de la Marne und ist als Premier Cru klassifiziert. Das Terroir bringt ursprüngliche Aromen und eine charakteristische Tiefe hervor. Georges Laval bewirtschaftet die Reben naturnah und ökologisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Chardonnay, Pinot Noir und Meunier aus Cumières. Der Ausbau erfolgt über acht Monate natürlich im Eichenfass, was Tiefe und ursprüngliche Aromatik betont. Abgefüllt ohne Dosage als Brut Nature, ohne künstliche Einflussnahme.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. Ein harmonisch balancierter Champagner, pur und unverfälscht, mit der charakteristischen Tiefe und Mineralität des Cumières-Terroirs. Der Abgang ist lang und klar.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Meeresfrüchte, Fisch, Geflügel und feine Vorspeisen.


Lage: Cumières, Premier Cru, Vallée de la Marne (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Premier Cru, Brut Nature
Ausbau: 8 Monate Eichenfass, ohne Dosage

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Rebsorten

Horst Sauer Escherndorfer Lump Silvaner Trockenbeerenauslese 2019

Edelsüßer Weißwein · Escherndorfer Lump · Silvaner

Silvaner Trockenbeerenauslese Escherndorfer Lump Franken Horst Sauer Muschelkalk-Steillage edelsüß · Botrytis 2019

Der Horst Sauer Escherndorfer Lump Silvaner Trockenbeerenauslese 2019 steht an der Spitze der edelsüßen Hierarchie: ein hochkonzentrierter, glockenreiner Wein mit exotischen Aromen, dicht und doch von einem feinen Säurekick getragen. Hier „zerfließt" nichts – alle Geschmackskomponenten bilden eine Einheit.


Escherndorfer Lump – Steillage an der Mainschleife

Der Escherndorfer Lump ist eine der berühmtesten Lagen Frankens – eine steile, nach Süden ausgerichtete Amphitheater-Lage an der Mainschleife bei Volkach. Auf Muschelkalk-Verwitterungsböden wurzeln die Reben in kargem, steinigem Untergrund; die steile Südausrichtung sorgt für maximale Sonneneinstrahlung, während der Kalk dem Wein seine mineralische Spannung und feste Säurestruktur verleiht. Der Silvaner gilt hier als Paradesorte, die das Terroir besonders klar widerspiegelt.

Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese und Eiswein bilden die Hierarchie der konzentrierten, edelsüßen Weine. Die Trockenbeerenauslese steht dabei an der Spitze: Nur einzeln verlesene, von Edelfäule (Botrytis cinerea) rosinierte Beeren ergeben diese extrem dichte, seltene Rarität.

Jahrgang 2019 – Franken

2019 brachte in Franken einen klassischen, ausgewogenen Jahrgang mit reifen, gesunden Trauben und schöner Säurestruktur. Wo im Escherndorfer Lump die Edelfäule sauber ansetzte, entstanden hochkonzentrierte, von feiner Säure getragene edelsüße Weine mit klarer, reiner Fruchtaromatik – ideale Voraussetzungen für eine Trockenbeerenauslese von großer Dichte und Eleganz.

Ausbau

Reinsortiger Silvaner aus dem Jahrgang 2019, Escherndorfer Lump, edelsüß (Prädikat Trockenbeerenauslese).

Die Basis bilden einzeln verlesene, edelfaule und rosinierte Beeren aus der Steillage Escherndorfer Lump. Aus ihnen fließt nur wenig hochkonzentrierter Most, der schonend und langsam vergärt – mit hoher, edelsüßer Restsüße, die von der für den Muschelkalk typischen Säure im Gleichgewicht gehalten wird.

Im Glas

Aus rosinierten, edelfaulen Silvaner-Beeren des Muschelkalk-Steillagen lebt diese Trockenbeerenauslese von glockenreiner Konzentration: exotische Frucht wie Ananas, Mango und reife Aprikose, kandierte Zitrus, Honig, Quitte und feine Botrytis-Würze. Am Gaumen extrem dicht und vielschichtig, mit hoher, edelsüßer Süße, die von einer lebendigen, kühlen Säure getragen und ins Gleichgewicht gebracht wird. Nichts wirkt schwer oder klebrig – der Wein bleibt fein gezeichnet und mündet in einen sehr langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Ananas, Aprikose, Quitte, Honig und feine Botrytis-Würze – extrem dicht und glockenrein, von kühler Säure getragen, sehr lang.

Ein Wein für besondere Anlässe und mit jahrzehntelangem Reifepotenzial. Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Solo als Dessert im Glas, zu Blauschimmel- und gereiftem Hartkäse, zu Foie gras sowie zu Desserts mit Aprikose, Quitte oder Crème brûlée.


Lage: Escherndorfer Lump, Franken (Deutschland); steile, südexponierte Muschelkalk-Lage an der Mainschleife bei Volkach
Klassifikation: Prädikatswein, Trockenbeerenauslese (edelsüß); Silvaner
Ausbau: einzeln verlesene, edelfaule Beeren; schonende, langsame Gärung mit hoher edelsüßer Restsüße

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Italien

Zeni Lugana Doc Vigne Alte 2025

Weißwein · Lugana · Turbiana · Gardasee

Zeni Lugana DOC Vigne Alte ist ein ausdrucksstarker Weißwein vom Südufer des Gardasees. Er entsteht aus Trebbiano di Lugana (Turbiana), die auf den lehm- und kreidehaltigen Hügeln der Region gedeiht. Nur die besten, von Hand gelesenen Trauben werden verwendet. Im Glas ein strohgelber Wein mit grünlichen Reflexen, frischen grünen Noten und feinem Mandelton.


Lugana

Die DOC Lugana liegt am Südufer des Gardasees, zwischen Lombardei und Venetien. Lehm- und kreidehaltige Hügelböden und das ausgleichende Seeklima geben den Weinen Frische und Finesse. Die Trauben werden bei optimaler Reife sorgfältig von Hand gelesen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Trebbiano di Lugana (Turbiana). Nach einer kurzen Maischestandzeit mit den Schalen folgen eine sanfte Pressung und eine temperaturkontrollierte Gärung im Edelstahltank. So bleiben Frische und klare Fruchtaromatik erhalten.

Im Glas

Strohgelb mit zarten grünlichen Reflexen. In der Nase frische, grüne Noten und ein feiner Mandelton. Am Gaumen ausgeprägt fruchtig, klar und ausgewogen. Der Abgang ist rund.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein vielseitiger Begleiter zu leichten Gerichten, jung zu genießen.

Klassische Begleitung: Fisch, Meeresfrüchte, helle Vorspeisen und Risotto.


Lage: Lugana, Südufer Gardasee (Lehm-/Kreideböden)
Klassifikation: Lugana DOC
Ausbau: kurze Maischestandzeit, Edelstahl, ohne Holz

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Portugal

Feuerheerd's Ruby Reserve Christmas Blend

Portwein · Ruby Reserve · Douro · Portugal

Feuerheerd's Ruby Reserve Christmas Blend ist ein besonderer Fine Ruby Portwein – ein Christmas Blend, sorgfältig aus den besten Fasspartien von Feuerheerd's zusammengestellt. Er vereint junge, in großen Eichenholzfässern gereifte Ports mit jugendlich-intensivem Fruchtcharakter. Vollmundig und festlich.


Douro

Feuerheerd's (Barão de Vilar) ist ein traditionsreiches Portweinhaus aus dem Douro-Tal in Nordportugal, einer der ältesten Weinbauregionen der Welt mit steilen Schieferterrassen.

Herstellung und Reifung

Der Blend vereint die klassischen Douro-Sorten Touriga Nacional, Touriga Franca, Tinta Roriz, Tinta Barroca und Tinto Cão. Die jungen Ports reifen in großen Eichenholzfässern, die ihren charakteristisch jugendlichen, intensiven Fruchtcharakter bewahren.

Im Glas

Tiefes Rubinrot. In der Nase und am Gaumen vollmundig, mit einer reichen Palette roter Früchte, dominiert von Pflaumen und Himbeeren. Als Christmas Blend entfaltet er eine harmonische Eleganz. Der Abgang ist süß und lang.

Zum Genuss

Bei 14–16 °C servieren, pur als Digestif oder zum Dessert – ein festlicher Begleiter.

Klassische Begleitung: Käse, Schokolade, Desserts und Trockenfrüchte.


Herkunft: Douro (Portugal)
Art: Fine Ruby Reserve Port
Reifung: in großen Eichenholzfässern (jung, fruchtbetont)

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Rebsorten

Robert Weil Riesling Kiedrich Gräfenberg Beerenauslese 2015

Weißwein edelsüß · Rheingau · Riesling

Riesling Rheingau Kiedrich Gräfenberg Beerenauslese edelsüß 2015

Die Robert Weil Kiedrich Gräfenberg Riesling Beerenauslese 2015 ist eine edelste Beerenauslese mit hochfeiner Botrytis – sehr elegant, mit faszinierendem Säure-Süße-Spiel. Ein Wein für die Ewigkeit aus einer der größten Lagen des Rheingaus.


Kiedrich Gräfenberg – Weltklasse-Lage des Rheingaus

Das Weingut Robert Weil in Kiedrich zählt zu den weltweit renommiertesten Adressen für Riesling – und ist berühmt für seine edelsüßen Raritäten, die zu den begehrtesten Weinen der Welt gehören. Höchste Präzision im Weinberg und kompromisslose Selektion bei der Lese sind die Grundlagen dieser Qualität.

Der Kiedrich Gräfenberg ist die berühmte Monopol-Toplage des Guts – eine steile Südlage auf phyllitischem Schiefergestein, die als VDP.Grosse Lage klassifiziert ist. Ihr besonderes Mikroklima begünstigt die Edelfäule (Botrytis) und schafft die idealen Voraussetzungen für große edelsüße Prädikatsweine von enormer Langlebigkeit.

Jahrgang 2015 – Rheingau

2015 gilt im Rheingau als herausragender Riesling-Jahrgang: ein warmer, sonnenreicher Sommer und ein optimaler Herbst brachten vollreifes, kerngesundes Lesegut mit großer Substanz und feiner Säure. Ideale Bedingungen für edelsüße Spitzenweine, in denen sich die Botrytis in ihrer reinsten, hochfeinsten Form zeigt.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2015, Prädikat Beerenauslese, edelsüß.

Selektive Lese überreifer, edelfaul (botrytis) eingeschrumpfter Beeren von Hand, in mehreren Durchgängen. Schonende Gärung, die einen großen Teil der natürlichen, hochkonzentrierten Fruchtsüße im Wein belässt. Aufgrund der winzigen Erntemenge eine echte Rarität.

Im Glas

Leuchtendes Goldgelb. In der Nase ein betörendes, hochfeines Bukett von kandierter Aprikose, Quitte und Mango, Honig und Akazienblüte, untermalt von der edlen, hochfeinen Botrytis-Würze und einem mineralischen Zug. Am Gaumen dicht und vielschichtig, mit konzentrierter, schmelziger Süße, die von einer rassigen, perfekt balancierten Säure getragen wird – ein faszinierendes Säure-Süße-Spiel von großer Eleganz.

Edelste Beerenauslese mit hochfeiner Botrytis – sehr elegant, ein Wein für die Ewigkeit.

Der lange, vielschichtige Nachhall klingt minutenlang nach. Ein Wein mit praktisch unbegrenztem Reifepotenzial. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als großer Solist nach dem Essen, zu Foie gras, zu Desserts mit Aprikose, Mango oder Karamell sowie zu kräftigem Blauschimmelkäse.


Lage: Rheingau, Kiedrich Gräfenberg (Deutschland); steile Südlage, phyllitisches Schiefergestein; VDP.Grosse Lage (Monopol)
Klassifikation: Rheingau, Riesling Beerenauslese (Prädikatswein), edelsüß
Ausbau: Riesling; selektive Handlese edelfauler Beeren, schonende Gärung, natürliche Restsüße

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