Das Weinbaugebiet Sizilien

Sizilien: Ein Mosaik aus Kulturen, Geschmäckern und Traditionen – Entdecken Sie das verborgene Weinparadies Italiens

Ach, wie italienisch! Das mag man sich oft denken, wenn man durch Sizilien streift. Um dann einige Meter weiter wieder eines Besseren belehrt zu werden. Das soll Italien sein? Sieht eher aus wie Griechenland. Oder Nordafrika. Diese Eindrücke sind beileibe nicht verkehrt, denn Italiens größte Insel wurde längst nicht nur von Rom allein geprägt. Ganz im Gegenteil vereinen sich hier so viele kulturelle Einflüsse wie fast nirgendwo sonst in Europa – ein berühmter sizilianischer Schriftsteller prägte dafür mal das treffende Bonmot vom „Amerika der Antike“. Und das schlägt sich auch in der Weinwelt nieder. Wie gut, dass die ersten Kolonisatoren die Weinbautechnik schon im Gepäck hatten! Fast zeitgleich erreichten die eigentlich aus der Levante stammenden Phönizier, die sich aber schon vorher im nordafrikanischen Karthago niedergelassen hatten und dieses als Basis für weitere Expeditionen nutzten, und die Griechen die Insel. Beide lieferten sich über Jahrhunderte immer wieder heftige Scharmützel um die Oberhoheit, von denen die Rebenzucht jedoch meist unbehelligt blieb – aus Agrigent etwa ist eine solche ab dem 5. vorchristlichen Jahrhundert konstant nachgewiesen. Dabei setzten die auswärtigen Siedler meist sogar auf heimische Wildreben, die schon seit vormenschlicher Zeit hier gediehen. Der wichtigste Zweig der Landwirtschaft war jedoch ein anderer, nämlich der Getreideanbau, der auf Sizilien außerordentlich hohe Erträge brachte. Das bekamen irgendwann auch die Römer spitz, die im Norden zu einer ernstzunehmenden militärischen Macht herangewachsen waren und sich das Eiland schließlich als ihre erste Provinz einverleibten. Diese römische Herrschaft wird landläufig als die prägendste für das Eiland angesehen, war letztlich aber nur eine unter vielen. Weintechnisch haben sie jedoch auf jeden Fall ihre Spuren hinterlassen, denn Berichte über damalige Tropfen sind sogar bis zum heutigen Tag überliefert: zum einen der Haluntium aus der Gegend von Syrakus, zum anderen der Mamertina aus Messina, der von Cäsar hoch geschätzt worden sein soll. Beide schmeckten ziemlich süß und standen damit in Kontrast zu vielen Festland-Weinen, die als sehr sauer beschrieben werden.

Von diesem Erbe wollten die neuen Herren, die nach der Völkerwanderung und einem kurzem Intermezzo Siziliens bei Byzanz schließlich das Ruder übernahmen, nichts wissen: die muslimischen Eroberer, die sich mit der Gründung eines Emirates für 250 Jahre dort festsetzten, lehnten den Genuss von Wein entschieden ab. Allerdings gelangte durch sie die Technik der Destillation ins Land, die sie selbst zwar nur zur Herstellung von Duftstoffen nutzten, die sich später aber als bahnbrechende Errungenschaft auch im alkoholischen Bereich erweisen sollte. Kurz nach der Jahrtausendwende machten sich dann die Normannen daran, die Insel wieder unter christliche Kontrolle zu bringen. Sizilien wurde zuerst zur Grafschaft, kurz darauf dann zum Königreich, dem nach und nach weitere Gebiete in Süditalien zufielen und das sein bald Territorium bald bis in die Abruzzen hinein ausdehnen konnte. Auf die Normannen folgten zunächst die Staufer, die sich dort jedoch nicht lange halten konnten: das junge Königreich zerbrach schnell wieder in zwei Teile, das eigentliche Sizilien und das Königreich Neapel, das sich aber ebenfalls Sizilien nannte. Die Insel wurde fortan vom spanischen Haus Aragón regiert, das nach vielen Jahrhunderten die sprichwörtliche wie praktische Durststrecke beendete und wieder in großem Stil den Weinbau förderte. Dadurch, dass die aufstrebenden Habsburger sich diesen Thron durch geschickte Heiratspolitik unter den Nagel rissen, entwickelte auch Österreich einen Anspruch auf das Eiland. Solange die Personalunion zwischen Spanien und Österreich intakt war, gab es kein Problem, allerdings ging diese irgendwann in die Brüche. Der sich anschließende Spanische Erbfolgekrieg endete damit, dass Savoyen Sizilien zugesprochen kam, das aber viel lieber Sardinien haben wollte und entsprechend tauschte.

Noch eine weitere Großmacht wurde zu dieser Zeit aufmerksam, wenn auch nicht im territorialen Sinne: England war mangels eigenen Weinbaus stets auf der Suche nach edlen Tropfen aus dem Rest Europas. Weil es mit Frankreich ständig im Clinch lag, die dortigen Weine also meist mit Strafzöllen belegt waren, richtete sich der Blick weiter südlich. Waren es in Spanien Malaga und Sherry und in Portugal der Portwein, die das Verlangen nach süßen Digestifs befriedigten, konnte Sizilien mit dem Marsala punkten. Ab 1770 begann ein reger Handelsverkehr mit diesem, der wie seine Verwandten von der Iberischen Halbinsel aufgespritet wurde, um auf dem Seeweg nicht zu verderben. Diese Entwicklung verschaffte Sizilien zwar ein internationales Renommee, barg aber auch Gefahren, wie sich später herausstellen sollte. Denn der Erfolg verführte so gut wie alle Winzer dazu, nur noch Grundweine für den Marsala anzubauen und andere Trauben links liegen zu lassen. Und als der Likör aus der Mode kam und nach und nach zum billigen Kochwein herabdegradiert wurde, stand man relativ blank da. Es gab auch normale Stillweine, klar. Aber die waren meist von sehr bescheidener Qualität und dienten allenfalls dazu, farbschwachen Roten aus anderen Teilen Europas einen dunkleren Ton zu verleihen. Die Eigenvermarktung lag komplett brach, das Weinbausystem war starr und träge, gerade mal ein Dutzend Betriebe exportierten überhaupt ins Ausland. Was also tun?

Am besten, man orientiert sich an dem, was international ohnehin schon gut läuft, dachte man sich in den 80ern und begann, zunächst Syrah, dann auch Merlot und Chardonnay zu produzieren. Allerdings stellte man schnell fest, dass der Preisdruck steigt, je mehr Wettbewerber es gibt, und deren Zahl wuchs in Australien, Südamerika und Co. stetig an. Französische Reben waren dabei in Sizilien im Gegensatz zur Neuen Welt nicht unbedingt etwas Unbekanntes, denn ja, natürlich stand Sizilien auch mal ein Weilchen unter der Herrschaft der Grande Nation, die den heimischen Reben nicht vertraute und selbstbewusst eigene mitbrachte. Dafür war Napoleon verantwortlich – er eroberte die Insel von den spanischen Bourbonen, die es wiederum zwischenzeitlich Österreich entrissen hatten. Wie die meisten napoleonischen Eroberungen blieb es nach dem Abtreten des Kaisers aber nicht bei Frankreich, sondern kam zu seinen spanischen Vorbesitzern zurück – mit Unteritalien vereinigt als Königreich beider Sizilien. Das blieb so, bis knapp 50 Jahre später der italienische Nationalstaat entstand. Darin mauserte sich die Insel ganz im Süden schnell zum flächengrößten Weinproduzenten – über 100 000 Hektar sind es heute und damit mehr als in ganz Deutschland, dabei ist das dreiecksförmige Eiland nur ein klein wenig größer als Mecklenburg-Vorpommern.

So, nach diesem wilden Ritt durch die Geschichte haben wir uns ein kleines Belohnungsgläschen verdient, finden Sie nicht auch? Nur was? Denn das sich die französischen Reben nicht flächendeckend würden durchsetzen können, war schnell klar. Man brauchte also etwas Eigenes, ein Alleinstellungsmerkmal. Fündig wurde man in der Umgebung des im Süden gelegenen Städtchens Avola, wo man seit jeher einen tiefdunklen Wein kelterte. Den Einheimischen war er als Calabrese bekannt, was sich als unverhohlener Verweis auf die Nachbarregion jedoch sehr schlecht für die Eigenwerbung gemacht hätte. Man kreierte also den so nobel klingenden wie eingängigen Namen Nero d’Avola – und traf damit voll ins Schwarze. Ein Easy-Drinking-Wein, mit seiner pflaumigen Primärfrucht einem apulischen Primitivo nicht unähnlich, dazu mit sehr weichen Tanninen – das passte perfekt in die 90er und ist auch heute noch ein guter Einstieg in die Welt der italienischen Rotweine. Wenn er gut gemacht ist, vermag er mit seiner kräuterig-pfeffrigen Würze durchaus an einen Syrah zu erinnern. Weniger bekannt, dafür im Qualitätsweinbereich deutlich interessanter ist der autochthone Frappato. Vom Nero d’Avola lässt er sich recht einfach durch seinen hellen Ton unterscheiden, denn in den dünnen Häuten seiner Beeren finden sich nur wenige Farbstoffe. Wo er seinem Kollegen in Körper und Tiefe etwas nachsteht, gleicht er mit Frische und seinem komplexen Aromenspiel wieder aus. Rote und schwarze Beeren vermischen sich dabei mit zarten Anklängen an mediterrane Kräuter, Tabak und Tee. Kann man sich schwerlich zwischen Nero d’Avola und Frappato entscheiden, ist auch der gemeinsame Genuss möglich: der Cerasuolo di Vittoria vereint sie. Besonders stolz war man Anfang der 2000er darauf, mit ihm die erste (und bisher einzige) DOCG Siziliens zu erhalten. Seine kirschrote Farbe, der er auch den Namen verdankt, kann manchmal sogar ins Violette tendieren, dem Fassausbau sei dank. Dieser ist es auch, der dem Cerasuolo ein beachtliches Alterungspotential und eine unerwartet ernsthafte, fast burgundische Aromatik verleiht, die sich in Noten von Schokolade, Leder oder Veilchen kleiden kann.

Der internationale Erfolg der Rotweine darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Sizilien deutlich mehr Weiß- als Rotwein angebaut wird – das Erbe der Marsala-Epoche. Die heute dominierenden weißen Reben sind nach wie vor jene, die damals die Grundlage für den Likörwein bildeten. Zum einen ist dies der Cataratto – ein Name, der selbst vielen Weinkennern nur ein Stirnrunzeln entlocken dürfte, obwohl er nach dem Trebbiano die zweithäufigste weiße Rebe Italiens ist. Aber ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich eben nur auf Sizilien und einen Teil Kalabriens, außerhalb davon wird sie praktisch nirgends kultiviert. Auch ein Großteil der aus ihm gekelterten Weine präsentiert sich eher wenig komplex, nicht selten wird der Most gleich zu Branntwein oder Konzentrat verarbeitet. Dabei sollte er mit seinem hohen Alkoholgehalt und dem ebensowenig zu verachtenden Maß an Säure eigentlich zu Höherem berufen sein: wächst er nicht in brütend heißen Tälern, sondern in etwas höheren Lagen, können fruchtige Weine mit ausgeprägter Zitrusaromatik und leicht nussigem Abgang entstehen, deren beste Vertreter gern mal den Eindruck eines Viognier von der Rhone erwecken. Die zweite Traube mit Marsala-Vergangenheit ist der deutlich hitzetolerantere Grillo – ausnahmsweise nicht autochthon, sondern wegen ihrer Robustheit nach der Reblausplage aus Apulien importiert. Nachdem sie sich lange Zeit auf dem Rückzug befunden hatte, stieg ihr Anteil ab den 90ern kontinuierlich wieder an und ist jetzt dreimal so hoch wie noch vor 30 Jahren. Als ertragreiche, aber spätausreifende Sorte nimmt sie alles an Sonne und Terroir mit, was sie kriegen kann und ist deshalb auch kein Leichtgewicht, sondern mit ordentlich Körper und Extrakt versehen. Das blumig-frische Zitrusbukett und die feine, hintergründige Würze gewinnen durch den recht hohen Alkoholgehalt noch an Ausdruck und machen den Grillo damit zum perfekten Begleiter auch deftiger Speisen – den auch Säureempfindliche nicht scheuen müssen, denn in dieser Hinsicht gibt er sich sehr mild.

Speisen – wo sich sämtliche Mittelmeeranrainer irgendwann mal die Klinke in die Hand gegeben haben, müsste doch auch eine extrem vielfältige Küche vorzufinden sein? Und genau das ist der Fall! Den größten Beitrag auf diesem Gebiet leisteten nicht etwa die Römer, sondern die Araber – möglicherweise, um damit ihre Vernachlässigung des Weinbaus zu kompensieren. Sie brachten Reis mit, der vorzugsweise zu Arancini verarbeitet wird: kleinen Reisbällchen, die man oft mit Fleisch oder Gemüse füllt und dann frittiert. Auch Zitrusfrüchte sind Teil ihres Erbes, ganz besonders aber die sehr gehaltvollen Desserts der arabischen Welt: die Kreationen aus Mandeln, orientalischen Gewürzen und sehr viel Zucker sind fast schon kleine Hauptgerichte. Schokolade hingegen kannten sie noch nicht, die führten erst die Spanier ein. Nicht aus ihrem Land natürlich, sondern aus Südamerika, woher außerdem heute unverzichtbare Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Auberginen stammen. Die vorhin galant übergangenen Römer sollten dennoch nicht zu wenig gewürdigt werden, denn auf sie geht der Anbau von Hartweizen zurück, der die Grundlage der vielen Pastagerichte der Insel ist, etwa die aus Catania stammende Pasta alla Norma, die mit ihren fünf Farben die italienische Trikolore und den Ätna symbolisieren soll. Ein ebensolcher Klassiker ist der Farsu magru, ein von der normannischen Tradition inspirierter Rollbraten aus dem bergigen Landesinneren – galt er früher als Arme-Leute-Essen, weil nur seine äußere Schicht aus Fleisch besteht, bildet er heute durch seine saftig-deftige Füllung den perfekten Partner für die Rotweine der Insel. Und auch zu den Weißweinen fällt das Foodpairing nicht schwer, denn Fisch wird hier mehr gefangen als irgendwo sonst in Italien: in den Netzen landen vor allem Thun- und Schwertfisch, Sardellen und Sardinen, die man mit Vorliebe als Sarde a beccafico, gefüllt mit einer Farce aus Brot, Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln und Gewürzen verspeist.

Ja, das alles umgebende Meer kann sowohl verbindend als auch isolierend wirken. Denn obwohl an der schmalsten Stelle der Straße von Messina, welche die Insel vom italienischen Festland trennt, nur drei Kilometer zwischen ihr und Kalabrien liegen, unterscheidet sich das Erscheinungsbild beider doch wesentlich. Der Apennin, jener durch ganz Italien verlaufende Höhenzug, der dessen Südteil sehr gebirgig erscheinen lässt, hat es nicht bis nach Sizilien geschafft. Dieses wartet dafür mit ganz eigenen Erhebungen auf: Vulkanen, darunter auch der größte Europas, der Ätna. Er ist nach wie vor sehr aktiv und spuckt regelmäßig Asche und Lava – ein Umstand, der für seine direkte Umwelt zunächst einmal nicht besonders förderlich klingt. Allerdings erweist sich die verwitternde Lava seit jeher als besonders fruchtbar und wird deswegen für den Anbau von Oliven, Feigen, Zitrusfrüchten, Pistazien und eben von Wein intensiv genutzt. Die Reben innerhalb der ältesten DOC Siziliens gedeihen hier bis in klimatisch schon alpin zu nennende, teils sehr steile Höhenlagen auf 1100 Meter und legen sich auf dem sehr mineralienreichen Untergrund eine große Fülle und einen unvergleichlich warmen Ausdruck zu. Insbesondere der Nerello Mascalese hat sich im Laufe der Zeit an die kühlen Temperaturen gewöhnt – wo Sorten wie der Nero d’Avola schon lange aufgegeben hätten, bringen seine teils uralten Rebstöcke tanninreiche Tropfen hervor, die sich vor manchem piemontesischen Nebbiolo nicht verstecken müssen.

Vom schneebedeckten Gipfel des Ätna sollte man keineswegs auf das allgemeine Klima schließen: dieses ist ausgesprochen mediterran, was sich an milden, recht feuchten Wintern, vor allem aber den glühend heißen Sommern zeigt, in denen kaum ein Tropfen Regen fällt. Insbesondere der Süden der Insel bildet ein Einfallstor für den von Nordafrika her wehenden Scirocco, der Temperaturen von 40 Grad und mehr mit sich bringen kann. Nachts wird es dafür vielerorts empfindlich kalt – für die Trauben vorteilhaft, denn das verzögert ihren Reifeprozess und fördert die Entwicklung eines gewissen Säureanteils, der die hohen Alkoholgehalte abfedert. Die Extreme haben die Menschen seit jeher erfinderisch gemacht. Auf der Sizilien vorgelagerten Insel Pantelleria findet sich mit der „Vite ad alberello“ eine – mittlerweile sogar mit Welterbestatus versehene – Form der Rebenerziehung, die noch aus Zeiten der Phönizier stammen soll. Dabei versucht man den örtlichen Widrigkeiten – der Inselname bedeutet übersetzt „Tochter der Winde“ – durch das Graben einer Mulde um den Rebstock herum zu trotzen. In dieser ist die junge Pflanze vor den starken Winden geschützt, zudem sammeln sich hier die geringen Niederschläge und sickern nach und nach direkt zu ihren Wurzeln hinab – ein perfektes Mikroklima entsteht. Wird der Stock dann größer, richtet man seine Triebe so aus, dass sie wie bei einem Baum in alle Richtungen auseinanderstreben: durch diese robuste, buschige und nah am Boden liegende Form bietet er dem Wind wenig Angriffsfläche und beschattet zudem das Erdreich, wodurch weniger Wasser verdunstet. In Kombination mit der hier obligatorischen Handlese eine nachhaltige und umweltfreundliche Anbaumethode, die ohne künstliche Bewässerung oder andere technische Hilfsmittel auskommt und in Zeiten rascher klimatischer Veränderungen kein belächelnswerter Anachronismus ist, sondern definitiv ihre Daseinsberechtigung hat.

Ja, heißes Sizilien… Schattige Orte gibt es kaum in der Landschaft, denn die einst stark bewaldete Insel wurde massiv gerodet. Das hatte nicht nur Folgen für die Artenvielfalt, die dadurch stark dezimiert wurde, sondern förderte auch die Bodenerosion. Einen nicht gerade verantwortungsvollen Umgang mit der Insel legten nicht nur ihre Bewohner lange Zeit an den Tag, auch seitens des italienischen Festlandes waren die Vorbehalte groß: das sehr feudalistisch und agrarisch geprägte Sizilien fremdelte schon in den ersten Jahren nach er italienischen Einheit mit den neuen politischen und sozialen Gegebenheiten. Die jetzt den Ton angebende Oberschicht bestand vor allem aus Bürgerlichen aus dem Norden des Landes, die Handel und Industrie förderten und wenig übrig hatten für das aus ihrer Sicht völlig überholte gesellschaftliche Gefüge auf der Insel. Die steuerlichen Belastungen der Landwirtschaft nahmen rapide zu, was Aufstände nach sich zog, die blutig niedergeschlagen wurden. Viele Sizilianer kehrten ihrer Heimat desillusioniert den Rücken und wanderten in die USA aus. Dort, aber vor allem auf der Insel selbst entstand in der Folge eine Gruppierung, die sich für den Weinbau als nicht besonders förderlich erweisen sollte: die Mafia. Nicht geringe Anteile der eigentlich für eine zukunftsfähige, technisch schritthaltende Weinwirtschaft gedachten Agrarsubventionen fanden nicht den Weg in die Scheunen und Keller der Winzer, sondern in die Taschen der Cosa Nostra. Besserung trat erst ein, als sich in den 90ern nach der brutalen Ermordung der beiden populären Mafia-Jäger Falcone und Borsellino die Stimmung in der Bevölkerung drehte. Dennoch sind die Rahmenbedingungen für Winzer nach wie vor alles andere als gut: die Infrastruktur besonders im Inneren der Insel lässt stark zu wünschen übrig, auch verfügen viele Betriebe nach wie vor nicht über eigene Abfüllanlagen, sodass immer noch ein großer Teil des Weines als namen- und gesichtslose Tanklaster-Ware aufs Festland kommt. Auch das erforderliche Maß an Handarbeit, sei es bei der Lese kleiner Parzellen oder der Instandhaltung von Trockensteinauern an Hanglagen, ist sehr hoch. So liegen viele eigentlich hochwertige, aber nicht einfach zu bewirtschaftende Flächen brach. Einen Anreiz für mehr Investitionen in den kommenden Jahren könnte jedoch der Tourismus setzen, der gerade auf Sizilien nicht nur Strandkorbhocker, sondern auch kulinarisch offene Kulturreisende anzieht.

Und die kommen hier in beiderlei Hinsicht voll auf ihre Kosten. Denn als wäre das reiche architektonische Erbe, die griechischen Tempel, römischen Amphitheater, staufischen Festungen und barocken Paläste nicht facettenreich genug, präsentiert sich auch der Weinbau höchst abwechslungsreich und ist immer für eine Entdeckung gut. Der Qualitätswein-Anteil ist mit etwa einem Viertel der Gesamtmenge zwar nicht besonders hoch, liegt für italienische Verhältnisse aber im oberen Mittelfeld. 23 recht weit voneinander entfernte DOCs bilden die Vielfalt der Terroirs eindrucksvoll ab, und auch mancher Landwein zeigt eine unerwartete Finesse. Der relativen Unbekanntheit der Ursprungsbezeichnungen außerhalb der Insel beugt man seit einigen Jahren dadurch vor, dass man einfach Sizilien als Ganzem einen DOC-Status verliehen hat, wodurch der erläuternde Zusatz „Sicilia“ auf jedem Qualitätswein erscheinen darf – eine hübsche Art von Corporate Identity und Zeugnis für den liebenswerten Zusammenhalt vor Ort. Gemein ist allen Weinen, dass sie in der Regel sofort trinkbar sind – und sehr preisgünstig. Auch Bio-Fans kommen dabei auf ihre Kosten, denn im heißen, windigen Klima haben Schädlinge und Pilzerkrankungen kaum Chancen, weshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oft verzichtet werden kann. In den folgenden Jahren wird es mehr als von allem Anderen von den Weinliebhabern abhängen, ob Sizilien auf der Qualitätsleiter weiter aufsteigt: fragen sie die vielen außerhalb der Insel kaum bekannten autochthonen Reben verstärkt nach, wird es sich für die dortigen Winzer lohnen, statt der hinlänglich bekannten Massenweine auch mal unkonventionelle Aromen in die Flasche zu bringen. Perricone, Inzolia, Carricante und Corinto Nero stehen wie noch viele Dutzend weitere autochthone Sorten schon in den Startlöchern. Nicht mal auf Dessertweine muss man dabei verzichten: zum schweren Marsala gibt es mit diversen Muskatellern und Malvasiern feine Alternativen. Vinophile Genießer sollten also am Ball bleiben: hier wartet ein unermesslicher Schatz darauf, endlich gehoben zu werden! Text: Dario Sellmeier

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Spirituosen

Grasovka Bison Brand Vodka 1,00 Liter

Vodka bewegt sich meist in einer äußerst feinen geschmacklichen Sphäre und hinterlässt im Gaumen kaum einen bleibenden Eindruck. Ganz anders der LION's Vodka - er will sich gar nicht als rein neutrales Destillat präsentieren. Vielmehr das ursprüngliche Aroma seiner eingesetzten Rohstoffe zu erhalten, war die erklärte Losung unserer genussgeleiteten Destillateure. Dabei stand vor allem das Getreide - der wichtigste Baustein eines guten Vodkas - in unserem Blickfeld. Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel, allesamt aus rein biologischen Anbau, sind im LION'S Vodka enthalten und sollten auch prägnant hervortreten. Und kraftstrotzend mit eines „Löwen's“ Aura geht auch der LION'S Vodka mit seinen markanten, den Geschmack hebenden, 42% vol einher. Text: The Duke DE-ÖKO-007

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Italien

Montevertine Le Pergole Torte 2021

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

100 % Sangiovese Toscana IGT Le Pergole Torte Radda in Chianti Montevertine 2 Jahre Holz (Barrique + Botte) unfiltriert 2021

Der Montevertine Le Pergole Torte 2021 ist die Ikone des Guts – der erste reinsortige Sangiovese der modernen Toskana. Er versprüht eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann, ist vielschichtig und sehr langlebig. Wahre italienische Winzerkunst.


Le Pergole Torte – die Sangiovese-Ikone aus Radda

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese). Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen Stil weiter.

Der Le Pergole Torte (frei übersetzt „die krummen Pergolen") war die erste Lage, die Sergio Ende der 1960er pflanzte – und mit dem Jahrgang 1977 der erste reinsortige Sangiovese der Radda-Region, ein Pionier der Supertoskaner. Heute stammt der Wein aus den ältesten Parzellen des Guts (ab 1968), reinsortig Sangiovese, von den hochgelegenen, mineralischen Alberese-Böden. Er entsteht nur in herausragenden Jahrgängen.

Jahrgang 2021 – Toscana

2021 gilt in der Toskana als klassischer, ausgewogener Jahrgang: ein gemäßigter, nicht zu heißer Vegetationsverlauf brachte Sangiovese von feiner Frische, klarer Frucht und präziser Tanninstruktur. Im Le Pergole Torte ergibt das einen besonders eleganten, mineralisch geprägten Wein mit großer Spannung und langem Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Sangiovese aus dem Jahrgang 2021, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung im Betontank mit rund dreiwöchiger Maischestandzeit, anschließend zweistufiger Ausbau über zwei Jahre: ein Jahr in kleinen Allier-Barriques (gebraucht) und ein Jahr in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Abfüllung traditionell, unfiltriert.

Im Glas

Der Le Pergole Torte versprüht für einen Rotwein eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann; zudem ist er vielschichtig und sehr langlebig. Im Geschmack dominieren reife Kirschfrüchte und Zedernholz neben balsamischen Noten. Sehr harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen – ein wahrer Connaisseur-Wein italienischer Winzerkunst.

Frisch und saftig, vielschichtig und langlebig – harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen.

Schon jetzt zugänglich nach kräftigem Dekantieren, mit großem Reifepotenzial über 20+ Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Bistecca alla Fiorentina und geschmortem Rind, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit Fleischsugo sowie zu gereiftem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); hochgelegene Alberese-/Galestro-Böden (~350–450 m); älteste Parzellen, ab 1968
Klassifikation: Toscana IGT, 100 % Sangiovese (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 2 Jahre Holz (ein Jahr Allier-Barrique, ein Jahr großes slawonisches Fass), unfiltriert

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Länder/Regionen

Sylvain Bzikot Puligny-Montrachet 1er Cru Les Folatieres blanc 2022

Weißwein · Puligny-Montrachet Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Les Folatières · 1er Cru Puligny-Montrachet alte Reben 2022

Der Puligny-Montrachet Les Folatières 1er Cru 2022 von Sylvain Bzikot stammt aus einer der renommiertesten Premier-Cru-Lagen von Puligny-Montrachet. Geprägt von alten Reben, zeigt sich dieser Chardonnay als mineralisches, elegantes Kraftpaket mit großem Reifepotenzial.


Les Folatières – Premier Cru über Clavoillon

Les Folatières ist eine angesehene Premier-Cru-Lage von Puligny-Montrachet, ein hochgelegenes Terroir oberhalb des 1er Cru Clavoillon. Alte Reben auf kalksteinreichem Boden bringen einen der vielschichtigsten und mineralischsten Weißweine hervor.

Puligny-Montrachet an der Côte de Beaune beherbergt vier Grand Crus und 17 Premier Crus. Die kalksteinreichen Böden geben feine Mineralität und feste Struktur; wegen des frühen Frühlings und der Frostgefahr ist besondere Aufmerksamkeit nötig. Die Domaine Bzikot Père & Fils hat ihren Sitz in Puligny-Montrachet.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven. Die Lese begann sehr früh, schon im August.

Für die weißen Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische – ein gehaltvoller Jahrgang, der die satte Substanz der Folatières trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, von alten Reben.

Der Wein reift im Holzfass auf der Hefe, im Stil der Domaine – auf Balance zwischen Schmelz, mineralischer Linie und reifer Säure ausgerichtet.

Im Glas

In der Nase breit und sinnlich, mit kraftvollen Eindrücken, dazu Macadamianüsse, reife Äpfel, Birnen und würzige Akzente. Am Gaumen cremig, mit reifer, fein ausbalancierter Säure, die die satte Substanz trägt und in ein langes, berührendes Finish überführt – mit Schmelz, Mineralität und Kraft.

Macadamia, reifer Apfel und Würze über cremigem Schmelz und mineralischer Kraft – ein Einzellagen-Chardonnay mit langem Finish.

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Hummer und Krustentiere, Fisch in heller Sauce, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Lage: Les Folatières (1er Cru), Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); kalksteinreiche Böden, Oberhang über Clavoillon
Klassifikation: Puligny-Montrachet Premier Cru
Ausbau: Chardonnay, alte Reben; Holzfassausbau auf der Hefe

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Georgien

Samtavisi Marani Goruli Mtsvane 2021

Wein · Orange Wine · Kartli · Georgien

Samtavisi Marani Goruli Mtsvane ist ein georgischer Orange Wine aus der autochthonen Rebsorte Goruli Mtsvane. Die edel auf der Flasche prangende Feige gibt die Richtung vor: weiche, einladende Aromatik mit feinherben Fruchtnoten von Mandarine und Litschi, frisch gemahlenen Mandeln und einer milden Teenote – die Tannine sind dabei kaum spürbar.


Kartli / Georgien

Das Naturweingut Samtavisi Marani wird vom Künstler Mamuka Kikvadze im Dorf Samtavisi in der Region Kartli geführt, zwischen dem Trialeti-Gebirge und dem Hohen Kaukasus. Die Rebsorte Goruli Mtsvane stammt aus Kartli, aus der Region um Gori („Goruli"), und unterscheidet sich deutlich von der bekannteren Variante aus Kachetien („Kachuri Mtsvane"): klarer, ruhiger und weniger wild in ihrer Art. Die Weinberge werden naturnah bewirtschaftet.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Goruli Mtsvane. Vinifiziert nach georgischer Tradition im Qvevri (in den Boden eingelassene Tonamphore) mit mehrmonatiger Maischestandzeit, die dem Wein seine bernsteinfarbene Tönung und sanfte Struktur verleiht; anschließend kurze Reife im Edelstahl. Unfiltriert und mit minimalem Eingriff abgefüllt.

Im Glas

Bernsteinfarben. In der Nase weich und einladend, mit feinherben Noten von Mandarine und Litschi, getrockneter Aprikose und reifem Apfel. Am Gaumen frisch gemahlene Mandeln und eine milde Teenote, getragen von einer exzellent austarierten Säure. Die Tannine sind kaum spürbar; langer, sauberer Abgang.

Am Tisch

Nicht zu kalt servieren (14–16 °C) und atmen lassen – so öffnet sich der Wein am besten. Ein vielseitiger Begleiter kräftiger Küche.

Passt zu: Geflügel, gegrilltem Gemüse, würzigen Gerichten, Hartkäse und georgischer Küche.


Lage: Region Kartli (Shida Kartli), Samtavisi (Georgien); Naturweingut Samtavisi Marani (Mamuka Kikvadze)
Klassifikation: Orange/Amber Wine – 100 % Goruli Mtsvane, trocken
Ausbau: Maischegärung und -reifung im Qvevri (mehrere Monate), kurze Edelstahlreife; unfiltriert, naturnah

Bilder: © LEPL

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Schaumweine

Étienne Calsac Rosé de Craie Extra Brut

Champagner · Rosé · Chardonnay & Pinot Noir · Extra Brut

Étienne Calsac Rosé de Craie Extra Brut ist ein Rosé-Champagner aus überwiegend Chardonnay (92 %), ergänzt um einen kleinen Anteil Pinot Noir (8 %). Die Trauben stammen aus der Côte des Blancs und der Grande Vallée de la Marne. Die kalk- und tonhaltigen Böden sorgen für eine klare, mineralische Linie. Im Glas ein feinperliger, herber Rosé.


Côte des Blancs & Vallée de la Marne

Die Trauben stammen aus der Côte des Blancs sowie der Grande Vallée de la Marne in der Champagne. Dort prägen kalk- und tonhaltige Formationen die Böden und verleihen dem Wein seine klare, mineralische Linie und kreidige Frische.

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint 92 % Chardonnay und 8 % Pinot Noir. Vergoren wird spontan; der Ausbau erfolgt zu 20 % im Holzfass und zu 80 % im Edelstahltank. Die Dosage liegt im Extra-Brut-Bereich.

Im Glas

Zartes Rosa mit feiner Perlage. In der Nase Rosenblätter, etwas Litschi, Orange und frische Erdbeeren. Am Gaumen herb, feinperlig und leicht würzig, mit Walderdbeere und frischem Pfeffer. Der Abgang ist seidig und salzig.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Vorspeisen, Fisch, Geflügel und Gerichte mit roten Früchten.


Lage: Côte des Blancs & Grande Vallée de la Marne (Champagne); Kalk/Ton
Klassifikation: Champagne AOC – Rosé Extra Brut
Ausbau: Spontangärung, 20 % Holzfass / 80 % Edelstahl

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Weine

Vinos de Encostas Xose Lois Sebio Heaven & Hell MAGNUM

Wein · Weißwein · Ribeiro · Spanien

Xosé Lois Sebio Heaven & Hell ist eine galicische Weißwein-Cuvée aus den besten und ältesten Weingärten rund um Coto de Gomariz – aus Albariño, Treixadura und Godello. Frucht, Mineralität und Intensität wirken hier in wunderbarer Weise zusammen. In der festlichen 1,5-Liter-Magnum.


Ribeiro / Coto de Gomariz

Die Trauben stammen aus den besten und ältesten Lagen rund um Coto de Gomariz in der DO Ribeiro (Galicien). Xosé Lois Sebio nennt den Wein einen „Vino de Vila" (Wein der Stadt/Gemeinde): Er soll die unterschiedlichen Eigenschaften und Rebsorten des Ribeiro-Tals symbolisieren. Das atlantisch geprägte Klima und die granitisch-schiefrigen Böden verleihen Frische und Mineralität.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Albariño, Treixadura und Godello von alten Reben. Das Zusammenspiel der autochthonen Sorten ergibt einen vielschichtigen, mineralisch geprägten Weißwein mit Frucht und Intensität. Abgefüllt in der Magnum (1,5 l), die dem Wein eine besonders harmonische Reifung schenkt. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb mit grünlichen Reflexen. In der Nase helle Frucht, Zitrus, weiße Blüten und klare mineralische Noten. Am Gaumen intensiv und vielschichtig, mit Frucht, Frische, salziger Mineralität, schönem Volumen und langem Abgang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 10–12 °C servieren – die Magnum ist ideal für besondere Anlässe und Tafelrunden.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Schalentieren, hellem Fleisch und mediterraner Küche.


Lage: DO Ribeiro, Coto de Gomariz (Galicien, Spanien); Xosé Lois Sebio (Vinos de Encostas)
Klassifikation: DO Ribeiro – Cuvée aus Albariño, Treixadura & Godello (alte Reben), trocken
Ausbau: frische- und mineralitätsbetonter Ausbau
Gebinde: Magnum, 1,5 Liter

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Whisky

Ardnahoe Islay Single Malt Inaugural Release 5 Jahre 50,00 %

Whisky · Islay Single Malt · Schottland

Ardnahoe Islay Single Malt Inaugural Release ist die erste Abfüllung der jungen Ardnahoe Distillery auf Islay – ein 5 Jahre gereifter Single Malt mit 50 % vol. Durch traditionelles Gerstenmalz und Fässer aus amerikanischer Weißeiche bietet er einen reichen, rauchigen Charakter mit einem Hauch Meersalz und süßen Malznoten.


Islay

Die Ardnahoe Distillery liegt nahe dem Dorf Port Askaig auf der schottischen Insel Islay, mit Blick auf den Sound of Islay und die Paps of Jura. Islay ist berühmt für rauchige, torfige Single Malts. Die 2019 eröffnete Destillerie wurde von der Familienfirma Hunter Laing & Co. gegründet und legt großen Wert auf Handwerkskunst und Tradition.

Herstellung und Reifung

Der Single Malt wird aus traditionellem Gerstenmalz erzeugt und reift fünf Jahre in Fässern aus amerikanischer Weißeiche. Abgefüllt mit 50 % vol. Das junge Alter bewahrt die frischen Aromen der Destillation, während sich zugleich Tiefe und Komplexität entwickeln.

Im Glas

Helles Gold. In der Nase und am Gaumen ein reicher, rauchig-torfiger Charakter mit einem Hauch Meersalz und süßen Malznoten. Frisch und zugleich tief, mit der für Islay typischen Komplexität. Der Abgang ist lang und rauchig.

Zum Genuss

Pur oder mit ein paar Tropfen Wasser genießen, das die Aromen öffnet. Bei Zimmertemperatur im Tumbler oder Nosing-Glas.

Klassische Begleitung: dunkle Schokolade, gereifter Käse, geräucherte Spezialitäten und Zigarren.


Herkunft: Islay, Schottland (Port Askaig)
Art: Islay Single Malt Scotch Whisky, 50 % vol., 5 Jahre
Reifung: 5 Jahre in amerikanischer Weißeiche

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Weine

Thierry Allemand Cornas Cuvée C 2022 Magnum

Rotwein · Cornas · Syrah

Syrah Cornas AOC Cuvée C (ehem. Chaillot) Nördliche Rhône biodynamisch · naturnah Magnum 1,5 l 2022

Der Thierry Allemand Cornas Cuvée C 2022 ist ein Syrah von Weltklasse – aus den steilen Terrassenlagen von Cornas, von unvergleichlicher Reinheit, Energie und Ausdruckskraft. Bereits in der Jugend von bemerkenswerter Klarheit und Präzision; in der Magnum der ideale Wein für die große Reife.


Thierry Allemand – Ikone von Cornas

Thierry und sein Sohn Théo Allemand zählen zu den eindrucksvollsten Persönlichkeiten im Rhônetal. In den steilen Terrassenlagen von Cornas – die zu den anspruchsvollsten Weinbergen Frankreichs gehören – erzeugen sie Syrah-Weine von unvergleichlicher Reinheit, Energie und Ausdruckskraft. Thierry, Autodidakt mit feinem Gespür und tiefem Respekt vor der Natur, lernte das Handwerk von der lokalen Legende Robert Michel – der ihm einst sogar das Leben rettete, als Thierry in ein Weinfass fiel.

Die Cuvée C, ehemals „Chaillot", stammt aus einer Einzellage mit 25 bis 35 Jahre alten Reben. Thierry Allemand arbeitet naturnah, biodynamisch und mit minimalem Schwefeleinsatz – teilweise sogar ganz ohne. Und dennoch sind seine Weine makellos sauber, von atemberaubender Präzision und Tiefe. Die Cuvée C ist dabei der zugänglichere der beiden großen Cornas-Weine des Hauses – der große Bruder Reynard stammt von 55–65 Jahre alten Reben auf Granitboden und zeigt eine noch tiefere, mineralisch geprägte Komplexität.

Jahrgang 2022 – Cornas

2022 war an der nördlichen Rhône ein warmer, sonnenreicher Jahrgang, der vollreife, konzentrierte Syrahs mit satter dunkler Frucht hervorbrachte – bei Allemand gezähmt durch sorgfältige Arbeit und das kühle Gespür des Hauses. Die Cuvée C zeigt sich entsprechend klar und präzise, mit charmantem Duft frischer Syrahfrucht und der für das Gut typischen energiegeladenen Spannung. Die Magnum bietet dabei ideale Bedingungen für eine besonders langsame, harmonische Entwicklung.

Ausbau

Reinsortiger Syrah aus dem Jahrgang 2022, trocken. Abgefüllt in der Magnum (1,5 l).

Trauben von 25 bis 35 Jahre alten Reben der Einzellage, naturnah und biodynamisch bewirtschaftet. Vinifikation und Ausbau mit minimalem Schwefeleinsatz – teilweise gänzlich ohne –, kompromisslos auf Reinheit, Präzision und die unverfälschte Ausdruckskraft der Lage ausgerichtet.

Im Glas

Bereits in ihrer Jugend zeigt die Cuvée C eine bemerkenswerte Klarheit, Präzision und den charmanten Duft frischer Syrahfrucht. Im Glas entfaltet sie eine feingliedrige Aromatik von schwarzen Johannisbeeren, reifen Kirschen, geräuchertem Speck, Zimt und einer Spur Teer. Am Gaumen überzeugt sie mit feinen, reifen Tanninen, großer Balance und einer klaren Säure, die ihr ein langes Leben garantiert.

Ein Syrah von Weltklasse, der sich würdevoll neben den berühmten Appellationen Côte-Rôtie und Hermitage behauptet.

Schon jung zugänglich, doch mit großem Reifepotenzial – 15 bis 25 Jahre und mehr sind keine Seltenheit, in der Magnum umso mehr. Profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu geschmortem und gegrilltem rotem Fleisch, zu Wild und Lamm mit Kräutern, zu Ente sowie zu kräftigen, würzigen Schmorgerichten. Die Magnum ist der ideale Begleiter für die große Tafel.


Lage: Cornas, nördliche Rhône (Frankreich); steile Terrassenlage, Einzellage (ehem. Chaillot), Reben 25–35 Jahre
Klassifikation: Cornas AOC, Syrah (trocken); Magnum 1,5 l
Ausbau: Syrah; naturnah/biodynamisch, minimaler bis kein Schwefeleinsatz; kompromisslos auf Reinheit und Präzision ausgerichtet

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