Das Weinbaugebiet Sizilien

Sizilien: Ein Mosaik aus Kulturen, Geschmäckern und Traditionen – Entdecken Sie das verborgene Weinparadies Italiens

Ach, wie italienisch! Das mag man sich oft denken, wenn man durch Sizilien streift. Um dann einige Meter weiter wieder eines Besseren belehrt zu werden. Das soll Italien sein? Sieht eher aus wie Griechenland. Oder Nordafrika. Diese Eindrücke sind beileibe nicht verkehrt, denn Italiens größte Insel wurde längst nicht nur von Rom allein geprägt. Ganz im Gegenteil vereinen sich hier so viele kulturelle Einflüsse wie fast nirgendwo sonst in Europa – ein berühmter sizilianischer Schriftsteller prägte dafür mal das treffende Bonmot vom „Amerika der Antike“. Und das schlägt sich auch in der Weinwelt nieder. Wie gut, dass die ersten Kolonisatoren die Weinbautechnik schon im Gepäck hatten! Fast zeitgleich erreichten die eigentlich aus der Levante stammenden Phönizier, die sich aber schon vorher im nordafrikanischen Karthago niedergelassen hatten und dieses als Basis für weitere Expeditionen nutzten, und die Griechen die Insel. Beide lieferten sich über Jahrhunderte immer wieder heftige Scharmützel um die Oberhoheit, von denen die Rebenzucht jedoch meist unbehelligt blieb – aus Agrigent etwa ist eine solche ab dem 5. vorchristlichen Jahrhundert konstant nachgewiesen. Dabei setzten die auswärtigen Siedler meist sogar auf heimische Wildreben, die schon seit vormenschlicher Zeit hier gediehen. Der wichtigste Zweig der Landwirtschaft war jedoch ein anderer, nämlich der Getreideanbau, der auf Sizilien außerordentlich hohe Erträge brachte. Das bekamen irgendwann auch die Römer spitz, die im Norden zu einer ernstzunehmenden militärischen Macht herangewachsen waren und sich das Eiland schließlich als ihre erste Provinz einverleibten. Diese römische Herrschaft wird landläufig als die prägendste für das Eiland angesehen, war letztlich aber nur eine unter vielen. Weintechnisch haben sie jedoch auf jeden Fall ihre Spuren hinterlassen, denn Berichte über damalige Tropfen sind sogar bis zum heutigen Tag überliefert: zum einen der Haluntium aus der Gegend von Syrakus, zum anderen der Mamertina aus Messina, der von Cäsar hoch geschätzt worden sein soll. Beide schmeckten ziemlich süß und standen damit in Kontrast zu vielen Festland-Weinen, die als sehr sauer beschrieben werden.

Von diesem Erbe wollten die neuen Herren, die nach der Völkerwanderung und einem kurzem Intermezzo Siziliens bei Byzanz schließlich das Ruder übernahmen, nichts wissen: die muslimischen Eroberer, die sich mit der Gründung eines Emirates für 250 Jahre dort festsetzten, lehnten den Genuss von Wein entschieden ab. Allerdings gelangte durch sie die Technik der Destillation ins Land, die sie selbst zwar nur zur Herstellung von Duftstoffen nutzten, die sich später aber als bahnbrechende Errungenschaft auch im alkoholischen Bereich erweisen sollte. Kurz nach der Jahrtausendwende machten sich dann die Normannen daran, die Insel wieder unter christliche Kontrolle zu bringen. Sizilien wurde zuerst zur Grafschaft, kurz darauf dann zum Königreich, dem nach und nach weitere Gebiete in Süditalien zufielen und das sein bald Territorium bald bis in die Abruzzen hinein ausdehnen konnte. Auf die Normannen folgten zunächst die Staufer, die sich dort jedoch nicht lange halten konnten: das junge Königreich zerbrach schnell wieder in zwei Teile, das eigentliche Sizilien und das Königreich Neapel, das sich aber ebenfalls Sizilien nannte. Die Insel wurde fortan vom spanischen Haus Aragón regiert, das nach vielen Jahrhunderten die sprichwörtliche wie praktische Durststrecke beendete und wieder in großem Stil den Weinbau förderte. Dadurch, dass die aufstrebenden Habsburger sich diesen Thron durch geschickte Heiratspolitik unter den Nagel rissen, entwickelte auch Österreich einen Anspruch auf das Eiland. Solange die Personalunion zwischen Spanien und Österreich intakt war, gab es kein Problem, allerdings ging diese irgendwann in die Brüche. Der sich anschließende Spanische Erbfolgekrieg endete damit, dass Savoyen Sizilien zugesprochen kam, das aber viel lieber Sardinien haben wollte und entsprechend tauschte.

Noch eine weitere Großmacht wurde zu dieser Zeit aufmerksam, wenn auch nicht im territorialen Sinne: England war mangels eigenen Weinbaus stets auf der Suche nach edlen Tropfen aus dem Rest Europas. Weil es mit Frankreich ständig im Clinch lag, die dortigen Weine also meist mit Strafzöllen belegt waren, richtete sich der Blick weiter südlich. Waren es in Spanien Malaga und Sherry und in Portugal der Portwein, die das Verlangen nach süßen Digestifs befriedigten, konnte Sizilien mit dem Marsala punkten. Ab 1770 begann ein reger Handelsverkehr mit diesem, der wie seine Verwandten von der Iberischen Halbinsel aufgespritet wurde, um auf dem Seeweg nicht zu verderben. Diese Entwicklung verschaffte Sizilien zwar ein internationales Renommee, barg aber auch Gefahren, wie sich später herausstellen sollte. Denn der Erfolg verführte so gut wie alle Winzer dazu, nur noch Grundweine für den Marsala anzubauen und andere Trauben links liegen zu lassen. Und als der Likör aus der Mode kam und nach und nach zum billigen Kochwein herabdegradiert wurde, stand man relativ blank da. Es gab auch normale Stillweine, klar. Aber die waren meist von sehr bescheidener Qualität und dienten allenfalls dazu, farbschwachen Roten aus anderen Teilen Europas einen dunkleren Ton zu verleihen. Die Eigenvermarktung lag komplett brach, das Weinbausystem war starr und träge, gerade mal ein Dutzend Betriebe exportierten überhaupt ins Ausland. Was also tun?

Am besten, man orientiert sich an dem, was international ohnehin schon gut läuft, dachte man sich in den 80ern und begann, zunächst Syrah, dann auch Merlot und Chardonnay zu produzieren. Allerdings stellte man schnell fest, dass der Preisdruck steigt, je mehr Wettbewerber es gibt, und deren Zahl wuchs in Australien, Südamerika und Co. stetig an. Französische Reben waren dabei in Sizilien im Gegensatz zur Neuen Welt nicht unbedingt etwas Unbekanntes, denn ja, natürlich stand Sizilien auch mal ein Weilchen unter der Herrschaft der Grande Nation, die den heimischen Reben nicht vertraute und selbstbewusst eigene mitbrachte. Dafür war Napoleon verantwortlich – er eroberte die Insel von den spanischen Bourbonen, die es wiederum zwischenzeitlich Österreich entrissen hatten. Wie die meisten napoleonischen Eroberungen blieb es nach dem Abtreten des Kaisers aber nicht bei Frankreich, sondern kam zu seinen spanischen Vorbesitzern zurück – mit Unteritalien vereinigt als Königreich beider Sizilien. Das blieb so, bis knapp 50 Jahre später der italienische Nationalstaat entstand. Darin mauserte sich die Insel ganz im Süden schnell zum flächengrößten Weinproduzenten – über 100 000 Hektar sind es heute und damit mehr als in ganz Deutschland, dabei ist das dreiecksförmige Eiland nur ein klein wenig größer als Mecklenburg-Vorpommern.

So, nach diesem wilden Ritt durch die Geschichte haben wir uns ein kleines Belohnungsgläschen verdient, finden Sie nicht auch? Nur was? Denn das sich die französischen Reben nicht flächendeckend würden durchsetzen können, war schnell klar. Man brauchte also etwas Eigenes, ein Alleinstellungsmerkmal. Fündig wurde man in der Umgebung des im Süden gelegenen Städtchens Avola, wo man seit jeher einen tiefdunklen Wein kelterte. Den Einheimischen war er als Calabrese bekannt, was sich als unverhohlener Verweis auf die Nachbarregion jedoch sehr schlecht für die Eigenwerbung gemacht hätte. Man kreierte also den so nobel klingenden wie eingängigen Namen Nero d’Avola – und traf damit voll ins Schwarze. Ein Easy-Drinking-Wein, mit seiner pflaumigen Primärfrucht einem apulischen Primitivo nicht unähnlich, dazu mit sehr weichen Tanninen – das passte perfekt in die 90er und ist auch heute noch ein guter Einstieg in die Welt der italienischen Rotweine. Wenn er gut gemacht ist, vermag er mit seiner kräuterig-pfeffrigen Würze durchaus an einen Syrah zu erinnern. Weniger bekannt, dafür im Qualitätsweinbereich deutlich interessanter ist der autochthone Frappato. Vom Nero d’Avola lässt er sich recht einfach durch seinen hellen Ton unterscheiden, denn in den dünnen Häuten seiner Beeren finden sich nur wenige Farbstoffe. Wo er seinem Kollegen in Körper und Tiefe etwas nachsteht, gleicht er mit Frische und seinem komplexen Aromenspiel wieder aus. Rote und schwarze Beeren vermischen sich dabei mit zarten Anklängen an mediterrane Kräuter, Tabak und Tee. Kann man sich schwerlich zwischen Nero d’Avola und Frappato entscheiden, ist auch der gemeinsame Genuss möglich: der Cerasuolo di Vittoria vereint sie. Besonders stolz war man Anfang der 2000er darauf, mit ihm die erste (und bisher einzige) DOCG Siziliens zu erhalten. Seine kirschrote Farbe, der er auch den Namen verdankt, kann manchmal sogar ins Violette tendieren, dem Fassausbau sei dank. Dieser ist es auch, der dem Cerasuolo ein beachtliches Alterungspotential und eine unerwartet ernsthafte, fast burgundische Aromatik verleiht, die sich in Noten von Schokolade, Leder oder Veilchen kleiden kann.

Der internationale Erfolg der Rotweine darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass in Sizilien deutlich mehr Weiß- als Rotwein angebaut wird – das Erbe der Marsala-Epoche. Die heute dominierenden weißen Reben sind nach wie vor jene, die damals die Grundlage für den Likörwein bildeten. Zum einen ist dies der Cataratto – ein Name, der selbst vielen Weinkennern nur ein Stirnrunzeln entlocken dürfte, obwohl er nach dem Trebbiano die zweithäufigste weiße Rebe Italiens ist. Aber ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich eben nur auf Sizilien und einen Teil Kalabriens, außerhalb davon wird sie praktisch nirgends kultiviert. Auch ein Großteil der aus ihm gekelterten Weine präsentiert sich eher wenig komplex, nicht selten wird der Most gleich zu Branntwein oder Konzentrat verarbeitet. Dabei sollte er mit seinem hohen Alkoholgehalt und dem ebensowenig zu verachtenden Maß an Säure eigentlich zu Höherem berufen sein: wächst er nicht in brütend heißen Tälern, sondern in etwas höheren Lagen, können fruchtige Weine mit ausgeprägter Zitrusaromatik und leicht nussigem Abgang entstehen, deren beste Vertreter gern mal den Eindruck eines Viognier von der Rhone erwecken. Die zweite Traube mit Marsala-Vergangenheit ist der deutlich hitzetolerantere Grillo – ausnahmsweise nicht autochthon, sondern wegen ihrer Robustheit nach der Reblausplage aus Apulien importiert. Nachdem sie sich lange Zeit auf dem Rückzug befunden hatte, stieg ihr Anteil ab den 90ern kontinuierlich wieder an und ist jetzt dreimal so hoch wie noch vor 30 Jahren. Als ertragreiche, aber spätausreifende Sorte nimmt sie alles an Sonne und Terroir mit, was sie kriegen kann und ist deshalb auch kein Leichtgewicht, sondern mit ordentlich Körper und Extrakt versehen. Das blumig-frische Zitrusbukett und die feine, hintergründige Würze gewinnen durch den recht hohen Alkoholgehalt noch an Ausdruck und machen den Grillo damit zum perfekten Begleiter auch deftiger Speisen – den auch Säureempfindliche nicht scheuen müssen, denn in dieser Hinsicht gibt er sich sehr mild.

Speisen – wo sich sämtliche Mittelmeeranrainer irgendwann mal die Klinke in die Hand gegeben haben, müsste doch auch eine extrem vielfältige Küche vorzufinden sein? Und genau das ist der Fall! Den größten Beitrag auf diesem Gebiet leisteten nicht etwa die Römer, sondern die Araber – möglicherweise, um damit ihre Vernachlässigung des Weinbaus zu kompensieren. Sie brachten Reis mit, der vorzugsweise zu Arancini verarbeitet wird: kleinen Reisbällchen, die man oft mit Fleisch oder Gemüse füllt und dann frittiert. Auch Zitrusfrüchte sind Teil ihres Erbes, ganz besonders aber die sehr gehaltvollen Desserts der arabischen Welt: die Kreationen aus Mandeln, orientalischen Gewürzen und sehr viel Zucker sind fast schon kleine Hauptgerichte. Schokolade hingegen kannten sie noch nicht, die führten erst die Spanier ein. Nicht aus ihrem Land natürlich, sondern aus Südamerika, woher außerdem heute unverzichtbare Gemüsesorten wie Tomaten, Paprika und Auberginen stammen. Die vorhin galant übergangenen Römer sollten dennoch nicht zu wenig gewürdigt werden, denn auf sie geht der Anbau von Hartweizen zurück, der die Grundlage der vielen Pastagerichte der Insel ist, etwa die aus Catania stammende Pasta alla Norma, die mit ihren fünf Farben die italienische Trikolore und den Ätna symbolisieren soll. Ein ebensolcher Klassiker ist der Farsu magru, ein von der normannischen Tradition inspirierter Rollbraten aus dem bergigen Landesinneren – galt er früher als Arme-Leute-Essen, weil nur seine äußere Schicht aus Fleisch besteht, bildet er heute durch seine saftig-deftige Füllung den perfekten Partner für die Rotweine der Insel. Und auch zu den Weißweinen fällt das Foodpairing nicht schwer, denn Fisch wird hier mehr gefangen als irgendwo sonst in Italien: in den Netzen landen vor allem Thun- und Schwertfisch, Sardellen und Sardinen, die man mit Vorliebe als Sarde a beccafico, gefüllt mit einer Farce aus Brot, Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln und Gewürzen verspeist.

Ja, das alles umgebende Meer kann sowohl verbindend als auch isolierend wirken. Denn obwohl an der schmalsten Stelle der Straße von Messina, welche die Insel vom italienischen Festland trennt, nur drei Kilometer zwischen ihr und Kalabrien liegen, unterscheidet sich das Erscheinungsbild beider doch wesentlich. Der Apennin, jener durch ganz Italien verlaufende Höhenzug, der dessen Südteil sehr gebirgig erscheinen lässt, hat es nicht bis nach Sizilien geschafft. Dieses wartet dafür mit ganz eigenen Erhebungen auf: Vulkanen, darunter auch der größte Europas, der Ätna. Er ist nach wie vor sehr aktiv und spuckt regelmäßig Asche und Lava – ein Umstand, der für seine direkte Umwelt zunächst einmal nicht besonders förderlich klingt. Allerdings erweist sich die verwitternde Lava seit jeher als besonders fruchtbar und wird deswegen für den Anbau von Oliven, Feigen, Zitrusfrüchten, Pistazien und eben von Wein intensiv genutzt. Die Reben innerhalb der ältesten DOC Siziliens gedeihen hier bis in klimatisch schon alpin zu nennende, teils sehr steile Höhenlagen auf 1100 Meter und legen sich auf dem sehr mineralienreichen Untergrund eine große Fülle und einen unvergleichlich warmen Ausdruck zu. Insbesondere der Nerello Mascalese hat sich im Laufe der Zeit an die kühlen Temperaturen gewöhnt – wo Sorten wie der Nero d’Avola schon lange aufgegeben hätten, bringen seine teils uralten Rebstöcke tanninreiche Tropfen hervor, die sich vor manchem piemontesischen Nebbiolo nicht verstecken müssen.

Vom schneebedeckten Gipfel des Ätna sollte man keineswegs auf das allgemeine Klima schließen: dieses ist ausgesprochen mediterran, was sich an milden, recht feuchten Wintern, vor allem aber den glühend heißen Sommern zeigt, in denen kaum ein Tropfen Regen fällt. Insbesondere der Süden der Insel bildet ein Einfallstor für den von Nordafrika her wehenden Scirocco, der Temperaturen von 40 Grad und mehr mit sich bringen kann. Nachts wird es dafür vielerorts empfindlich kalt – für die Trauben vorteilhaft, denn das verzögert ihren Reifeprozess und fördert die Entwicklung eines gewissen Säureanteils, der die hohen Alkoholgehalte abfedert. Die Extreme haben die Menschen seit jeher erfinderisch gemacht. Auf der Sizilien vorgelagerten Insel Pantelleria findet sich mit der „Vite ad alberello“ eine – mittlerweile sogar mit Welterbestatus versehene – Form der Rebenerziehung, die noch aus Zeiten der Phönizier stammen soll. Dabei versucht man den örtlichen Widrigkeiten – der Inselname bedeutet übersetzt „Tochter der Winde“ – durch das Graben einer Mulde um den Rebstock herum zu trotzen. In dieser ist die junge Pflanze vor den starken Winden geschützt, zudem sammeln sich hier die geringen Niederschläge und sickern nach und nach direkt zu ihren Wurzeln hinab – ein perfektes Mikroklima entsteht. Wird der Stock dann größer, richtet man seine Triebe so aus, dass sie wie bei einem Baum in alle Richtungen auseinanderstreben: durch diese robuste, buschige und nah am Boden liegende Form bietet er dem Wind wenig Angriffsfläche und beschattet zudem das Erdreich, wodurch weniger Wasser verdunstet. In Kombination mit der hier obligatorischen Handlese eine nachhaltige und umweltfreundliche Anbaumethode, die ohne künstliche Bewässerung oder andere technische Hilfsmittel auskommt und in Zeiten rascher klimatischer Veränderungen kein belächelnswerter Anachronismus ist, sondern definitiv ihre Daseinsberechtigung hat.

Ja, heißes Sizilien… Schattige Orte gibt es kaum in der Landschaft, denn die einst stark bewaldete Insel wurde massiv gerodet. Das hatte nicht nur Folgen für die Artenvielfalt, die dadurch stark dezimiert wurde, sondern förderte auch die Bodenerosion. Einen nicht gerade verantwortungsvollen Umgang mit der Insel legten nicht nur ihre Bewohner lange Zeit an den Tag, auch seitens des italienischen Festlandes waren die Vorbehalte groß: das sehr feudalistisch und agrarisch geprägte Sizilien fremdelte schon in den ersten Jahren nach er italienischen Einheit mit den neuen politischen und sozialen Gegebenheiten. Die jetzt den Ton angebende Oberschicht bestand vor allem aus Bürgerlichen aus dem Norden des Landes, die Handel und Industrie förderten und wenig übrig hatten für das aus ihrer Sicht völlig überholte gesellschaftliche Gefüge auf der Insel. Die steuerlichen Belastungen der Landwirtschaft nahmen rapide zu, was Aufstände nach sich zog, die blutig niedergeschlagen wurden. Viele Sizilianer kehrten ihrer Heimat desillusioniert den Rücken und wanderten in die USA aus. Dort, aber vor allem auf der Insel selbst entstand in der Folge eine Gruppierung, die sich für den Weinbau als nicht besonders förderlich erweisen sollte: die Mafia. Nicht geringe Anteile der eigentlich für eine zukunftsfähige, technisch schritthaltende Weinwirtschaft gedachten Agrarsubventionen fanden nicht den Weg in die Scheunen und Keller der Winzer, sondern in die Taschen der Cosa Nostra. Besserung trat erst ein, als sich in den 90ern nach der brutalen Ermordung der beiden populären Mafia-Jäger Falcone und Borsellino die Stimmung in der Bevölkerung drehte. Dennoch sind die Rahmenbedingungen für Winzer nach wie vor alles andere als gut: die Infrastruktur besonders im Inneren der Insel lässt stark zu wünschen übrig, auch verfügen viele Betriebe nach wie vor nicht über eigene Abfüllanlagen, sodass immer noch ein großer Teil des Weines als namen- und gesichtslose Tanklaster-Ware aufs Festland kommt. Auch das erforderliche Maß an Handarbeit, sei es bei der Lese kleiner Parzellen oder der Instandhaltung von Trockensteinauern an Hanglagen, ist sehr hoch. So liegen viele eigentlich hochwertige, aber nicht einfach zu bewirtschaftende Flächen brach. Einen Anreiz für mehr Investitionen in den kommenden Jahren könnte jedoch der Tourismus setzen, der gerade auf Sizilien nicht nur Strandkorbhocker, sondern auch kulinarisch offene Kulturreisende anzieht.

Und die kommen hier in beiderlei Hinsicht voll auf ihre Kosten. Denn als wäre das reiche architektonische Erbe, die griechischen Tempel, römischen Amphitheater, staufischen Festungen und barocken Paläste nicht facettenreich genug, präsentiert sich auch der Weinbau höchst abwechslungsreich und ist immer für eine Entdeckung gut. Der Qualitätswein-Anteil ist mit etwa einem Viertel der Gesamtmenge zwar nicht besonders hoch, liegt für italienische Verhältnisse aber im oberen Mittelfeld. 23 recht weit voneinander entfernte DOCs bilden die Vielfalt der Terroirs eindrucksvoll ab, und auch mancher Landwein zeigt eine unerwartete Finesse. Der relativen Unbekanntheit der Ursprungsbezeichnungen außerhalb der Insel beugt man seit einigen Jahren dadurch vor, dass man einfach Sizilien als Ganzem einen DOC-Status verliehen hat, wodurch der erläuternde Zusatz „Sicilia“ auf jedem Qualitätswein erscheinen darf – eine hübsche Art von Corporate Identity und Zeugnis für den liebenswerten Zusammenhalt vor Ort. Gemein ist allen Weinen, dass sie in der Regel sofort trinkbar sind – und sehr preisgünstig. Auch Bio-Fans kommen dabei auf ihre Kosten, denn im heißen, windigen Klima haben Schädlinge und Pilzerkrankungen kaum Chancen, weshalb auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oft verzichtet werden kann. In den folgenden Jahren wird es mehr als von allem Anderen von den Weinliebhabern abhängen, ob Sizilien auf der Qualitätsleiter weiter aufsteigt: fragen sie die vielen außerhalb der Insel kaum bekannten autochthonen Reben verstärkt nach, wird es sich für die dortigen Winzer lohnen, statt der hinlänglich bekannten Massenweine auch mal unkonventionelle Aromen in die Flasche zu bringen. Perricone, Inzolia, Carricante und Corinto Nero stehen wie noch viele Dutzend weitere autochthone Sorten schon in den Startlöchern. Nicht mal auf Dessertweine muss man dabei verzichten: zum schweren Marsala gibt es mit diversen Muskatellern und Malvasiern feine Alternativen. Vinophile Genießer sollten also am Ball bleiben: hier wartet ein unermesslicher Schatz darauf, endlich gehoben zu werden! Text: Dario Sellmeier

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Feinkost

Croix Verte Huile de Noisette Haselnussöl

Feinkost · Haselnussöl · Frankreich

La Tourangelle Croix Verte Huile de Noisette ist ein feines Haselnussöl aus dem Hause La Tourangelle in Frankreich. Aus gerösteten Haselnüssen schonend gepresst – mit warmem Nussaroma, ideal für Kartoffelpüree, Mousse au Chocolat, Schokoladenkuchen und Karottensalat.


Herkunft

La Tourangelle ist ein Familienunternehmen aus dem Loire-Tal in Frankreich und stellt seit über 150 Jahren handwerkliche Speiseöle her – darunter dieses Haselnussöl der Linie „Croix Verte".

Gewinnung und Herstellung

Aus sorgfältig ausgewählten Haselnüssen, die geröstet und schonend gepresst werden. So entsteht ein goldgelbes Öl mit feinem, ausgeprägtem Haselnussaroma – 100 % Haselnussöl, ohne Zusätze.

Geschmack

Goldgelb im Glas. Im Geschmack fein und nussig, mit dem warmen, leicht süßlichen Aroma gerösteter Haselnüsse. Aromatisch und harmonisch.

In der Küche

Vielseitig in süßer und herzhafter Küche: zum Verfeinern von Kartoffelpüree und Karottensalat, über Salate und Gemüse, sowie für Mousse au Chocolat und Schokoladenkuchen. Nicht stark erhitzen, damit das Aroma erhalten bleibt.

Passt zu: Kartoffelpüree, Karottensalat, Mousse au Chocolat, Schokoladenkuchen und Salaten.


Hersteller: La Tourangelle (Frankreich)
Produkt: Haselnussöl (Huile de Noisette), Linie „Croix Verte"
Zutat: 100 % Haselnussöl (aus gerösteten Haselnüssen)
Herkunft: Loire-Tal (Frankreich)
Verarbeitung: geröstet, schonend gepresst
Mindesthaltbarkeit (MHD): 03.07.2027

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Länder/Regionen

Domaine Bachelet Cote de Nuits Villages 2023

Rotwein · Côte de Nuits-Villages · Pinot Noir

Pinot Noir Côte de Nuits-Villages AOC Reben 70+ Jahre 2023 Côte de Nuits

Der Côte de Nuits-Villages 2023 von Denis Bachelet wächst auf einer gut ein Hektar großen Parzelle mit über 70 Jahre alten Reben. Ein reinsortiger Pinot Noir, fein und ausbalanciert, mit ordentlich Druck, Volumen und Energie – ein Wein voller Trinkfreude.


Côte de Nuits-Villages – alte Reben

Côte de Nuits-Villages ist eine Appellation aus den Gemeinden an den Enden der Côte de Nuits. Die Frucht für diesen Wein stammt von einer gut ein Hektar großen Parzelle, deren Reben über 70 Jahre alt sind – das geringe Ertragsniveau alter Stöcke liefert Konzentration und Tiefe.

Denis Bachelet führt in Gevrey-Chambertin eine kleine, traditionell arbeitende Domaine, die für Finesse und Klarheit bekannt ist. Diese Handschrift prägt auch den Côte de Nuits-Villages.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April. Häufige Niederschläge im April und Anfang Mai hielten den Mehltaudruck hoch; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von über 70 Jahre alten Reben.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der traditionellen, auf Finesse ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Klare dunkle Beerenfrucht mit feiner Würze. Am Gaumen fein und ausbalanciert, mit Druck, Volumen und Energie, getragen von geschliffenen Tanninen und frischer Säure. Ein Wein mit viel Trinkfluss.

Fein, ausbalanciert und energiegeladen – ein Pinot Noir von alten Reben, der von Trinkfreude lebt.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Gerichte mit Pilzen, Kalb oder mittelreifer Weichkäse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Côte de Nuits-Villages, ~1-ha-Parzelle; Reben über 70 Jahre
Klassifikation: Côte de Nuits-Villages AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Whisky

Octomore Edition 06.1_167 Progressive Herbidean Distillers

Whisky · Single Malt · Islay · Octomore

Octomore Edition 06.1_167 ist ein super-stark getorfter Islay Single Malt der Bruichladdich Distillery. Octomore fordert seit 2008 die gängige Whisky-Weisheit heraus: fünf Jahre gereift, extrem hoch getorft und nahe der Fassstärke abgefüllt. Mit 167 ppm zählt diese Edition zu den am stärksten getorften Whiskys der Welt. Wegen seiner überraschenden Eleganz trotz dieser Wucht nennt Bruichladdich ihn „die unmögliche Gleichung".


Islay

Die Bruichladdich Distillery steht seit 1881 auf den Rhinns of Islay. Octomore ist nach einem ehemaligen Hofgut oberhalb von Port Charlotte benannt. Für diese „Scottish Barley"-Edition wird Gerste vom schottischen Festland verwendet; der außergewöhnlich hohe Torfgehalt entsteht beim Mälzen.

Herstellung und Reifung

Der Single Malt ist mit 167 ppm super-stark getorft und reifte fünf Jahre in American Oak (ehemalige Bourbonfässer). Abgefüllt wurde er ungefärbt und nicht kühlgefiltert nahe der Fassstärke (57 % vol.) als limitierte Auflage.

Im Glas

Helles Strohgelb, ölig und dicht im Glas. In der Nase Seeluft, Torfrauch und Malzsüße, dazu gelbe Frucht, Vanille, Mandel und Honig. Am Gaumen kräftig und zugleich erstaunlich weich, mit gerösteter Gerste, Apfel, Limette und großem, aber ausgewogenem Rauch. Der Abgang ist sehr lang und intensiv rauchig.

Zum Genuss

Pur in einem Nosing-Glas genießen; etwas Zeit im Glas lohnt sich, Wasser nur vorsichtig zugeben. Ein Whisky für Liebhaber super-rauchiger Islay-Malts.

Passt außerdem zu geräuchertem Fisch, kräftigem Hartkäse und dunkler Schokolade.


Herkunft: Islay, Schottland (Bruichladdich Distillery)
Art: Super-stark getorfter Islay Single Malt, 167 ppm
Reifung: 5 Jahre in American Oak (Bourbonfässer)

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Weine

Piollot Champagne Champs Rayés 2018 Brut Nature BIO

Champagner · Côte des Bar · Chardonnay · Brut Nature · Bio

Piollot Champs Rayés Brut Nature ist ein reiner Chardonnay-Champagner (Blanc de Blancs) von feiner Eleganz. Die Reben stehen in der westexponierten Parzelle Noé-les-Mallets und sind rund 17 Jahre alt. Ohne Dosage hergestellt, gewinnt er durch den Ausbau in Tank und Eichenfass besondere Tiefe und Komplexität. Im Glas elegant und mineralisch.


Côte des Bar

Die Reben stehen in der Parzelle Noé-les-Mallets an der Côte des Bar, dem südlichen Teil der Champagne. Die westliche Ausrichtung schafft ideale Bedingungen für die Reifung der Trauben, die kalkgeprägten Böden verleihen dem Chardonnay seine mineralische Tiefe. Der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-09).

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay (Blanc de Blancs). Der Ausbau erfolgt sowohl im Tank als auch im Eichenfass, was ihm Tiefe und Komplexität gibt. Nach fünf Jahren Hefelager wird er ohne Dosage abgefüllt.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase intensive Aromen von Zitrusfrüchten und exotischen Früchten. Am Gaumen fein und elegant, mit Tiefe und mineralischer Frische. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, Meeresfrüchte, Fisch und feine Vorspeisen.


Lage: Noé-les-Mallets, Côte des Bar (Champagne); Westlage, Kalk
Klassifikation: Champagne AOC – Brut Nature, Blanc de Blancs
Ausbau: Chardonnay, Tank + Eichenfass, 5 Jahre Hefelager, ohne Dosage

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Schaumweine

Lointier Champagne Causica Blanc de Noirs Extra Brut 2021

Wein · Champagner · Champagne · Frankreich

Lointier Causica Blanc de Noirs Extra Brut 2021 ist ein Winzerchampagner aus 100 % Pinot Meunier von den ältesten Reben des Guts. Die zarten Perlen steigen sanft auf und formen eine feine, beständige Schaumkrone, die die Frische dieses Blanc de Noirs unterstreicht.


Champagne / Vallée de la Marne

Hélène und Jean-Baptiste Lointier sind ein junges Winzerpaar aus der westlichen Vallée de la Marne (Brasles/Crézancy). Sie bewirtschaften ihre rund drei Hektar biodynamisch, auf Böden aus braunem Kalkstein und Lehm, ohne Herbizide und Insektizide. Der Name „Causica" leitet sich von einer Unterart der Honigbiene ab, deren spezielle Behaarung an die Blätter des Pinot Meunier erinnert.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus 100 % Pinot Meunier von den ältesten Meunier-Reben des Guts. Die Hälfte des Weins reift in gebrauchten Barriques (Holz aus dem eigenen Wald), die andere Hälfte elf Monate in der Amphore. Ohne malolaktische Gärung, ohne Schönung, ohne Filtration; das Hefelager auf der Flasche beträgt mindestens 22 Monate. Mit minimaler Dosage in der Geschmacksrichtung Extra Brut ausgebaut.

Im Glas

Blasses Kupfergold mit feiner, beständiger Perlage. In der Nase reife Äpfel, ein Hauch Zitrus und dezente florale Noten, unterlegt von Biskuit, Pfirsichcreme und einer würzig-rauchigen Spur. Am Gaumen eine ausgewogene Balance aus präziser Säure und sanfter, cremiger Textur, mit feiner roter Beerenfrucht und griffigem, lang anhaltendem Abgang.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als charaktervoller Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: Austern und Meeresfrüchten, Fisch, Geflügel und feinem Fingerfood.


Lage: Champagne, westliche Vallée de la Marne (Brasles/Crézancy, Frankreich); Hélène & Jean-Baptiste Lointier
Klassifikation: Champagne – Blanc de Noirs, 100 % Pinot Meunier, Extra Brut
Ausbau: 50 % gebrauchte Barrique / 50 % Amphore (11 Monate); ohne Malo, Schönung und Filtration; mind. 22 Monate Hefelager; biodynamisch
Jahrgang: 2021

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Weine

Wittmann Westhofen Brunnenhäuschen Riesling Großes Gewächs 2023 BIO

Weißwein · Rheinhessen · Riesling

Riesling Rheinhessen Westhofen Brunnenhäuschen VDP.Grosses Gewächs Bio (Demeter) Tonmergel · Kalkstein 2023

Das Wittmann Westhofen Brunnenhäuschen Riesling Großes Gewächs 2023 ist ein präziser, dichter Bio-Riesling von einer der hochwertigsten Lagen Rheinhessens – geprägt von Kalkstein und einer cremigen Mineralität, mit expressivem Lagencharakter und besonderem Reifepotenzial.


Brunnenhäuschen – VDP.Grosse Lage in Westhofen

Das Weingut Wittmann in Westhofen zählt zu den führenden Adressen Rheinhessens und arbeitet seit Langem konsequent biodynamisch (Demeter). Die VDP.Grosse Lage zeichnet die hochwertigsten Weinberge Rheinhessens aus – parzellengenau abgegrenzt; hier reifen die besten Weine mit expressivem Lagencharakter und besonderem Reifepotenzial.

Wenngleich die Lage Brunnenhäuschen, östlich vom Morstein gelegen, rein nach Süden ausgerichtet ist, bringt sie doch sehr späte Reife. Das liegt an der hohen Lage bis 240 Meter über NN und der Exposition zum Westwind, der trotz intensivem Sonnenlicht die Temperatur immer kühl hält. Tonmergel mit Kalkstein sowie Kalksteinfelsen definieren den präzisen, dichten Charakter des Weines. Dazu kommen partielle Teile von Terra Rossa – rote Böden mit hohem Eisenoxidanteil –, die den Rieslingen eine cremige Mineralität verleihen.

Jahrgang 2023 – Rheinhessen

2023 brachte in Rheinhessen aromatische, reife Rieslinge mit guter Substanz und präziser Säure. In der hohen, kühl belüfteten Lage Brunnenhäuschen mit ihrer späten Reife entsteht so ein besonders klarer, dichter und mineralischer Wein – Spannung und Tiefe statt bloßer Opulenz.

Ausbau

Reinsortiger Riesling aus dem Jahrgang 2023, trocken, VDP.Grosses Gewächs.

Handlese, Ganztraubenpressung, Spontangärung mit eigenen Hefen und langer Ausbau auf der Vollhefe – überwiegend im traditionellen großen Holzfass und Edelstahl. Der zurückhaltende Ausbau lässt Frucht und die kalksteingeprägte Mineralität der Lage unverfälscht in den Mittelpunkt treten. Biodynamisch (Demeter), DE-ÖK-022.

Im Glas

Ein feines, klares Bukett von Zitrus (Grapefruit, Limette), weißem Pfirsich und Quitte, dazu weiße Blüten, Kräuter und ein deutlicher, kalkig-mineralischer Zug. Am Gaumen präzise und dicht, mit straffer, animierender Säure und der für die Terra Rossa typischen cremigen Mineralität – fokussiert, salzig und sehr lang im Abgang.

Präziser, dichter Charakter vom Kalkstein – mit cremiger Mineralität und besonderem Reifepotenzial.

Schon jetzt zugänglich, gewinnt aber mit einigen Jahren Kellerreife deutlich an Tiefe; profitiert vom Dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu gebratenem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Spargel sowie zu kräftigerem Hartkäse.


Lage: Rheinhessen, Westhofen Brunnenhäuschen (Deutschland); Südlage bis 240 m, westwindgekühlt, Tonmergel mit Kalkstein und Kalksteinfelsen, partiell Terra Rossa; VDP.Grosse Lage
Klassifikation: Rheinhessen, Riesling VDP.Grosses Gewächs (trocken)
Ausbau: Riesling; Ganztraubenpressung, Spontangärung, Reife auf der Vollhefe (großes Holzfass/Edelstahl); biodynamisch (Demeter), DE-ÖK-022

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Weine

Battenfeld Spanier Frauenberg Riesling GG 2022 BIO

Weißwein · Mölsheim/Zellertal (Rheinhessen) · Riesling (Großes Gewächs)

Riesling Frauenberg VDP.Großes Gewächs Battenfeld-Spanier Zellertal · Rheinhessen Kalk · Kalkschotter · Kalkfels Südkamm · späte Lese BIO (DE-ÖKO-006) · 2022

Der Battenfeld-Spanier Frauenberg Riesling GG 2022 stammt von einem Bergkamm aus reinem Kalkfels. Ein kompromisslos gradliniger Riesling – salzig, mineralisch und tief.


Frauenberg – Kalkfels-Kamm im Zellertal

Das biologisch arbeitende Weingut Battenfeld-Spanier von H. O. Spanier zählt zu den führenden Adressen im rheinhessischen Wonnegau und ist für seine kalkgeprägten, präzisen Rieslinge bekannt (DE-ÖKO-006). Der Frauenberg ist eine VDP.Große Lage auf 190 bis 200 Metern, mit rund 40 % Neigung und einem Boden aus Kalk und Kalkschotter; die klassifizierte Fläche misst 17,68 Hektar.

H. O. Spanier hat die berühmte Lage aus der Vergessenheit zurückgeholt. Sie liegt exponiert auf einem Bergkamm aus reinem Kalkfels mit südlicher Ausrichtung; stete Winde lassen die Trauben wie in einem Windkanal stehen und ermöglichen alljährlich eine späte Lese bei optimaler Reife. Die kompromisslos gradlinigen Weine belegen seit 2001 die wieder errungene Größe des Frauenbergs.

Jahrgang 2022 – Zellertal (Rheinhessen)

2022 war in Rheinhessen ein warmer, sonnenreicher Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht. Der reine Kalkfels und die windexponierte Südlage sicherten reifes Lesegut bei später Lese, während die stete Windkühlung für Frische, salzige Spannung und Gradlinigkeit sorgte.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Großes Gewächs aus der Lage Frauenberg, Jahrgang 2022; 100 % Riesling von Kalk, Kalkschotter und reinem Kalkfels.

Nach später Handlese wird der Wein herkunftsbetont im Stil des Guts vergoren und ausgebaut, ganz auf Gradlinigkeit, salzige Mineralität und Tiefe ausgerichtet. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein gradliniger, kalkgeprägter Riesling: Zitrus und weißer Pfirsich, dazu Quitte, feine Kräuterwürze und eine markante, salzig-mineralische Kalksteinnote. Am Gaumen straff und präzise, mit lebendiger Säure, kühler Struktur und einem langen, salzig-mineralischen Nachhall.

Zitrus und weißer Pfirsich über Quitte, feiner Kräuterwürze und salzig-mineralischer Kalksteinnote – straff und präzise, mit lebendiger Säure, kühler Struktur und langem, salzigem Nachhall.

Ein gradliniger, sehr langlebiger Kalkstein-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Hummer und Jakobsmuscheln, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: Frauenberg (VDP.Große Lage), Mölsheim/Zellertal, Rheinhessen; windexponierter Südkamm, 190–200 m, ~40 % Neigung; Kalk, Kalkschotter, reiner Kalkfels; klassifizierte Fläche 17,68 ha
Klassifikation: Riesling, VDP.Großes Gewächs, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: späte Handlese, herkunftsbetonte Vergärung und Ausbau im Stil des Guts; biologisch, DE-ÖKO-006

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Rebsorten

Cielo e Terra Primitivo Primasole Puglia

Rotwein · Puglia · Primitivo · Italien

Cielo e Terra Primasole Primitivo Puglia ist ein kräftiger, fruchtbetonter Rotwein aus 100 % Primitivo aus der Region Puglia. Intensive Aromen von Cassis und mediterranen Gewürzen prägen das Bild. Im Glas weich, fruchtig und zugänglich.


Puglia

Die Region Puglia (Apulien) im Süden Italiens ist für ihre kräftigen, fruchtbetonten Rotweine bekannt. Das warme, mediterrane Klima bringt vollreife Primitivo-Trauben hervor, die dem Wein Fülle und Würze verleihen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht zu 100 % aus Primitivo. Die Vinifikation stellt die reife, weiche Frucht in den Vordergrund und bewahrt die typische mediterrane Würze.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase intensive Aromen von Cassis und mediterranen Gewürzen. Am Gaumen kräftig, sehr weich und fruchtig, mit reifer Frucht. Der Abgang ist mild und samtig.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Pizza, Pasta, Grillfleisch und mittelreifer Käse.


Lage: Puglia (Italien)
Klassifikation: Puglia IGT – Primitivo
Ausbau: 100 % Primitivo, fruchtbetonter Ausbau

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