Das Weinland Argentinien

Die Evolution des argentinischen Weinbaus: Vom jesuitischen Anbau bis zur weltweiten Anerkennung

Fern von Zuhause kommt man auf die wildesten Gedanken – so auch in Argentinien, dessen größtenteils europäischstämmige heutige Bewohner dem dortigen Weinbau ein ganz anderes Gepräge gaben, als man es in der Alten Welt kannte. Dabei war jene Idee, die die Initialzündung für die Rebenzucht im zweitgrößten Staat Südamerikas darstellte, eine eigentlich ganz naheliegende: die im Gefolge der spanischen Eroberer angelandeten Mönche brauchen Wein zur täglichen Feier des Messopfers, und der Import aus der Heimat war da keine langfristige Alternative. Also begann der Jesuitenpater Juan Cidrón in den 1540ern, am Rio de la Plata erste Parzellen anzulegen. Anders als die Kolonisten Nordamerikas fand er wohl keine einheimischen Wildreben vor und behalf sich stattdessen mit aus Europa stammenden, bereits kultivierten – ein Glücksfall, denn während man sich in Neuengland lange Zeit mit dem Foxton der dortigen autochthonen Trauben herumquälte, gelang in Argentinien schnell die Erzeugung mehr oder weniger wohlschmeckender Weine. Dass das im semiariden Klima des Landes überhaupt möglich war, wo regelmäßig mehr Feuchtigkeit verdunstet, als durch Niederschläge wieder zugeführt wird, verdankten die Europäer den ursprünglichen Bewohnern Argentiniens, den Inka. Diese hatten schon weit früher ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem etabliert, welches Wasser aus den großen Flüssen abzweigte und in der ansonsten knochentrockenen Ebene verteilte.

Zu einem frühen Zentrum des argentinischen Weinbaus – das es übrigens bis zum heutigen Tage geblieben ist – mauserte sich die Stadt Mendoza im westlichen Landesinneren, nicht weit entfernt von der chilenischen Grenze. Von hier aus wurde der von fleißigen Jesuiten- und Franziskanermönchen erzeugte Wein in andere Teile des Landes gebracht, vor allem ins 1000 Kilometer entfernte Buenos Aires, wo aufgrund des feucht-subtropischen Klimas an die Anpflanzung von Reben nicht zu denken war. Jenes war 1776 Hauptstadt des Vizekönigreichs Rio de la Plata geworden, nachdem vorher sämtlicher Warenverkehr über das peruanische Lima abgewickelt werden musste. Zur neuen Verwaltungseinheit gehörten neben Argentinien auch noch Paraguay, Uruguay und Bolivien, sie umfasste also ein gigantisches Gebiet – allerdings konnten die vergleichsweise wenigen Kolonialherren nur in kleinen Bereichen davon wirklich administrative Macht ausüben, der Großteil blieb zunächst in der Hand der indigenen Völker.

Es war jedoch, trotz schon damals enormer Produktionsmengen, keineswegs Wein, der Argentinien zu einem der reichsten Länder der Erde werden ließ. Zwar hatte sich die Hoffnung der Spanier, am anderen Ende der Welt gigantische Silbervorkommen ausbeuten zu können, weitgehend zerschlagen – obwohl sie das Gebiet zuversichtlich nach dem in Europa heiß begehrten Element – lateinisch „argentum“ – benannt hatten, blieben die tatsächlichen Funde weit hinter den Erwartungen zurück. Dafür gab es aber eine andere Ressource in rauen Mengen: freie Flächen. Diese eigneten sich optimal als Grundlage für Ackerwirtschaft, vor allem aber als Weidegründe für riesige Rinderherden, die von der argentinischen Version des amerikanischen Cowboys, den Gauchos, gehütet wurden. Das Rindfleisch, besonders nachdem man es durch Konservierung haltbar machen konnte, und das Leder der Tiere wurden ebenso wie die Wolle nicht minder großer Schafherden zu stark nachgefragten Exportgütern für den europäischen und nordamerikanischen Markt, was besonders durch den Ersten Weltkrieg noch einmal zusätzlich befeuert wurde. Die Pampa, heute ein abfälliger Begriff für eine als öde empfundene Gegend, in Wahrheit aber die Bezeichnung für die schier endlosen Grasflächen im Südosten Südamerikas, stand damit sinnbildlich für eine wirtschaftliche Prosperität, die noch ein paar Dekaden zuvor niemand in Europa diesem Land am Ende der Welt zugetraut hätte.

Obwohl Argentinien zu dieser Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, schon seit fast 100 Jahren unabhängig war, hatten sich die politischen Verhältnisse in der Zwischenzeit keineswegs zum Besseren verändert. Zunächst jahrzehntelang offen diktatorisch regiert, setzte sich ab den 1880ern eine dem Anschein nach demokratische, in Wahrheit aber den Interessen der Großgrundbesitzer verpflichtete Regierungsweise durch. Davon profitierten nicht nur die Rinderzüchter und Großbauern, sondern auch viele Weinbau betreibende Familien, denn die Größe dieser Betriebe betrug meist ein Vielfaches von dem, was in Europa üblich war. Die staatliche Protektion war aber nur einer der Gründe für den kometenhaften Aufstieg des argentinischen Weines: der zweite lag in den Einwanderungswellen, die das Land vor allem aus Spanien und Italien, aber auch Frankreich und Deutschland erreichten. Zum einen wuchs der Inlandsmarkt dadurch stetig an, zum anderen brachten die Neuankömmlinge häufig winzerisches Fachwissen mit, das die Betriebe schnell in ihre Abläufe integrierten. Manche von ihnen hatten sogar zusätzlich zu geballter Expertise noch Setzlinge neuer Rebsorten im Gepäck.

Diejenige, die es zum mit Abstand größten Ruhm in der neuen Heimat gebracht hat, ist zweifellos der Malbec. Die aus dem Bordelais stammende und dort bis in die 50er Jahre in den Bordeaux-Weinen verarbeitete, mittlerweile aber insbesondere mit dem Cahors im französischen Südwesten verbundene Traube kam nämlich erst in Südamerika zu diesem Namen, in Frankreich selbst war sie als Côt bekannt. Und nicht nur der Name unterscheidet sich, auch die Anbaubedingungen sind ganz und gar nicht vergleichbar. Während der Malbec in Frankreich zwar durchaus an den steilen Hängen der Cevennen wächst, im Grunde aber über eine Höhe von ein paar hundert Metern nicht hinauskommt, stößt er in Argentinien in ganz andere Dimensionen vor: in den Anden beginnt der Weinbau auf 600 und endet erst auf weit über 2000 Metern, in einigen besonders begünstigten Lagen wie der Region Salta werden sogar auf 3100 Metern noch Trauben geerntet – und damit auf einem höheren Niveau als der Gipfel der deutschen Zugspitze. Kein Wein ist dem Himmel so nah wie der argentinische, könnte man sagen. Wer jetzt denkt, dass in der dünnen Höhenluft nur blasse, schwachbrüstige Tropfen entstehen können, der irrt: in trockenem Klima und strahlendem Sonnenschein können die Beeren perfekt ausreifen – durch die weitgehende Abwesenheit von Feuchtigkeit ist auch die Anfälligkeit der Rebe für Krankheiten wie Mehltau kein Hindernis. In Kombination mit den hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht wird zum einen eine perfekte Balance zwischen Zucker und Säure, zum anderen auch eine komplexe Aromenfülle erreicht, die sich später in Weinen niederschlägt, die die ganze Frucht-Klaviatur von Schwarzkirsche und Pflaume über Brombeere und Johannisbeere bis hin zu Zitrusnoten bespielen und mit Anklängen an dunkle Schokolade und schwarzen Pfeffer begeistern. Bessere Exemplare erinnern mit ihrer feinen Würze durchaus mal an einen Bordeaux. Seine schwärzlich-violette Farbe und den verhältnismäßig hohen Gehalt an – meist reifem und sanftem – Gerbstoff verdankt der Wein dabei den verhältnismäßig dicken Schalen der Beeren. Letzteres ist es auch, was eine Lagerung im heimischen Keller oft locker über eine Dekade möglich macht – obwohl diese glücklicherweise längst nicht mehr zwingend erforderlich ist wie in alten Zeiten, als der Malbec nicht schon trinkreif auf den Markt kam, sondern in den ersten Jahren vor Bitterkeit strotzte. Die Rebstöcke sind oft wahre weinbauliche Besonderheiten, denn anders als der Großteil der weltweiten Bestände handelt es sich hier nicht um Hybridreben, sondern um wurzelechte Pflanzen: dadurch, dass der Malbec noch vor der Reblausplage nach Argentinien kam und sich der Schädling hier nicht zu verbreiten imstande war, konnte auf amerikanische Unterlagen verzichtet werden. Knapp 45 000 Hektar sind in Argentinien aktuell mit Malbec bepflanzt – vergleichbar mit der Rebfläche ganz Österreichs. Damit beherbergt das Land die mit Abstand größten Malbec-Bestände der Welt, deutlich mehr auch als das Ursprungsland Frankreich und aufgrund der intensiven Fokussierung der Winzer auf diese Traube und den außergewöhnlichen Terroirs in Mendoza auch deutlich vielseitiger als dort. Trotz der sowohl qualitativen als auch quantitativen Führerschaft des Malbec ist noch ordentlich Platz für andere Trauben, vor allem rote, die zusammengenommen 85 Prozent der Produktion ausmachen. Besonders Cabernet Sauvignon und Merlot haben ein Wörtchen mitzureden: auch sie reifen zu fruchtbetonten Tropfen heran und überzeugen als Solisten ebenso wie als Verschnittpartner des Malbec.

Vor allem diese drei Sorten waren es, die den rasanten Aufstieg des Weinlandes Argentinien von gerade mal 3000 Hektar um 1890 auf mehr als das Hundertfache 80 Jahre später begünstigten. Was war in der Zwischenzeit geschehen? Nun, vor allem eine rapide Industrialisierung. Zwar hatte man schon Ende des 19. Jahrhunderts begonnen, mit dem durch die Rohstoffexporte ins Land kommenden Devisen Investitionsgüter in Europa und den USA zu kaufen, blieb aber noch viele Jahrzehnte ein stark landwirtschaftlich geprägter Nachzügler. Ändern sollte sich das 1946: während man in Europa noch vollends damit beschäftigt war, die Trümmer des Zweiten Weltkrieges beiseite zu räumen, kam in Argentinien mit Juan Perón ein Mann an die Macht, der mit seinem Mix aus Verstaatlichung von Schlüsselindustrien, Protektionismus und umfassender sozialer Sicherung das Land binnen kurzer Zeit in die wirtschaftliche Moderne katapultierte. Auch wenn er vor allem das verarbeitende Gewerbe stärkte und die Landwirtschaft links liegen ließ, diente seine Politik dem Weinbau dennoch: durch das stark steigende Wohlstandsniveau der Bevölkerung konnten sich plötzlich viele Menschen Konsumgüter leisten, die für sie vorher unerschwinglich waren. Legendär ist Peróns Ausspruch, von dem, was eine argentinische Familie in den Müll werfe, könnten fünf europäische Familien gut leben. Und das war zur damaligen Zeit nicht einmal so übertrieben. Dies wiederum hatte für den Staatschef den Vorteil, dass die Weinwirtschaft nicht auf Exportmärkte angewiesen war, um zu wachsen, sondern die stetig steigenden Produktionsmengen im Inland getrunken wurden.

Die Industrialisierung hat den Weinbau deutlich vereinfacht und demokratisiert, so viel ist sicher. So ganz ohne Herausforderungen ist er dennoch keineswegs in diesem Land der geografischen und klimatischen Extreme. Zwar lassen sich manche Schwierigkeiten auf verblüffend simple Art und Weise lösen, etwa wenn zur Bewässerung der oft fast wüstenähnlichen Trockensteppen Schmelzwasser von den Gipfeln der Anden in die Weinberge geleitet wird – eine Technik, die meist schlicht mit natürlichem Gefälle arbeitet, keiner großartigen Technik bedarf und zu in diesen Regionen unerwartet großen Erträgen führen kann. Aber hier treten auch Phänomene auf, über die man sich in den meisten anderen Weinbaunationen keine Gedanken machen muss und die daher ganz eigene, kreative Bewältigungsstrategien erfordern. Und dabei reden wir noch nicht einmal von einem geradezu grausamen Temperaturspektrum, das sich zwischen Werten von knapp 50 und minus 30 Grad Celsius bewegt. Ein viel größeres Problem ist der Hagel, der im Frühsommer oft plötzlich und unerwartet niedergeht und innerhalb kürzester Zeit die gesamte Ernte vernichten kann. Die Strategien, die Schäden im Zaum zu halten, reichen vom Spannen riesiger Netze über den Pflanzen bis zur Anlegung weit voneinander entfernter „Inseln“: wird ein Teil des künstlich zersplitterten Weinberges vom Hagel verheert, können andere dennoch verschont bleiben – stoische Risikominimierung.

Es gab aber, um auf die Historie zurückzukommen, auch Probleme, die nicht natur-, sondern menschengemacht waren. Die Kehrseite der ins Uferlose wachsenden Produktion war, dass sie sich keineswegs positiv auf die Qualität auswirkte. Diese war ohnehin nie die beste gewesen, da argentinischer Wein kaum im internationalen Wettbewerb gestanden hatte und sich nicht an anderen Tropfen messen lassen musste, aber in den 70ern wurde es wirklich übel. Als die Produzenten den Kaufkraftverlust ihrer Kunden während heftiger Wirtschaftskrisen damit auszugleichen versuchten, den Wein noch billiger anzubieten, um nicht auf den gigantischen Mengen sitzen zu bleiben, rauschte die Qualität vollends in den Keller. Preisliche Unterschiede existierten quasi nicht mehr, da eine Differenzierung verschiedener Güteklassen oder gar Lagen sich nicht lohnte. Dass die argentinische Küche gern Rotwein in der Zutatenliste aller möglichen Rezepte aufführt, ist darum auch nicht dem Umstand geschuldet, dass er so unglaublich gut schmeckte, sondern eher eine Verlegenheitslösung – er war halt da.

Apropos Küche: wer das optimale Pairing für die dunklen und schweren Weine Argentiniens sucht, sollte sich am Wochenende zu einer Parillada einladen lassen. Das Konzept ist denkbar einfach: man steht stundenlang zusammen und grillt. Das dürfte vielen Deutschen durchaus vertraut vorkommen, allerdings gibt es doch einige wesentliche Unterschiede. Zum einen ist der Asador, der natürlich stets männliche Grillmeister, unumschränkter Herrscher über die Zubereitung: seine Stellung fußt anders als in Deutschland nicht so sehr auf hochwertiger Ausstattung, sondern auf einer ganz individuellen Herangehensweise, die von Umstehenden keinesfalls in Zweifel gezogen werden sollte. Zum anderen sind die Steaks in Argentinien deutlich größer. So groß, dass viele Familien gar keinen herkömmlichen Grill besitzen, sondern das Fleisch auf einem riesigen Rost oder an Spießen über offenem Feuer in großen, gemauerten Gruben im Garten rösten. Überhaupt kommt man um Fleisch kaum herum: neben den klassischen Cuts begeistern sich die Argentinier auch für Würste wie Morcilla und Chorizo, während als vegetarische Beilagen allenfalls etwas Weißbrot zum Aufwischen der Chimichurri-Soßen und Fleischsäfte oder hier und da mal ein – zwingend von Frauen zubereiteter – Alibi-Salat serviert werden. Sollte es einem mit viel Mühe gelingen, doch einmal ein Fischgericht zu bekommen, etwa ein erfrischendes Ceviche, oder hat man es einfach nicht so mit Roten, muss irgendwo ein Weißwein her. Auch hier setzt man vorwiegend auf französische Sorten: Chardonnay, Chenin Blanc, Sauvignon Blanc, Sémillon und Pinot Gris. Auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem stößt man schnell auf die Torrontés – Spanienkennern dürfte der Name vertraut vorkommen, denn eine gleichnamige Rebe wächst besonders in der Gegend um Madrid, in Galicien und Andalusien. Mit dieser hat sie aber nichts zu tun – und obwohl sie genauer Torrontés Riojano heißt, wahrscheinlich nicht einmal mit Spanien. Vielmehr ist sie explizit nach der argentinischen Region La Rioja benannt – ihren geografischen Schwerpunkt hat die wichtigste weiße Rebe des Landes jedoch im noch weiter im Norden gelegenen Salta. Auf den dortigen Sandbödenn mit ihrer perfekten Drainage-Wirkung bringt sie säurebetonte, tropisch-aromatische Weine mit Anklängen von Orangenblüte, Jasmin und vor allem Muskat hervor, was ihr eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Muskateller verleiht. Und wer ein bisschen in die Vergangenheit schmecken möchte, kann auch heute noch auf große Bestände an Cereza und Criolla Grande zurückgreifen – jene Sorten, mit denen der argentinische Weinbau seinen Anfang nahm. Für beide gilt eine spezifisch argentinische Klassifizierung, welche die Farbzuteilung nicht anhand des abgepressten Saftes vornimmt, sondern das Erscheinungsbild der reifen Beeren als Grundlage hat. All jene, die nicht klar rot oder weiß erscheinen – dazu gehören zum Beispiel auch Pinot Gris und Garnacha – werden als rosa Reben bezeichnet.

Diese eindrucksvolle und vor allem hochwertige Reben-Vielfalt kam allerdings erst vor etwa 40 Jahren ins Rollen. War es unter Perón schon nicht allzu gut bestellt um Qualitätsweinbau, isolierten anschließende Miltärputsche, die blutige Videla-Diktatur und der Falkland-Krieg das Land auf internationaler Bühne in noch höherem Maße. Der Anschluss an den weltweiten Weinmarkt und dessen Entwicklungen ging, so er jemals wirklich bestanden hatte, vollends verloren. Erst ab 1983 fand das Land zu demokratischen Strukturen zurück und erreichte ab den frühen 90ern mit neoliberaler Wirtschaftspolitik und der Koppelung des Peso-Kurses an den des US-Dollars wieder ein Maß an wirtschaftlicher Stabilität, das es den Winzern nach und nach ermöglichte, in Modernisierung zu investieren und ihre Fühler auszustrecken. Glücklicherweise erwischten sie dafür genau den richtigen Zeitpunkt, denn in den 80ern und 90ern lechzte man nach exotischen, vollmundigen Tropfen. Dass die Betriebe jahrzehntelang auf Billigproduktion getrimmt worden waren, erweis sich dabei ironischerweise als Vorteil: durch die niedrigen Preise waren sie direkt konkurrenzfähig. Während viele Winzer dieses Niveau mehr oder weniger beibehielten, erkannten einige mutige Pioniere das unglaubliche Potenzial des Anden-Weinbaus. Auch der Staat ist mittlerweile auf den Trichter gekommen, dass man mit der bisherigen Strategie auf Dauer nicht wird fahren können – großzügige Rodungsprämien halfen den den Winzern, ihre Flächen auf ein wirtschaftliches Maß zu dezimieren. Und dass man den besonders ambitionierten unter ihnen unter die Arme greifen sollte, um ihnen bei der Abgrenzung von der Masse zu helfen: für Qualitätsweine aus kontrollierter Herkunft wurde ein DOC-Status geschaffen. Er gibt Verbrauchern zumindest ein bisschen Orientierung in dem fast 1800 Kilometer langen Streifen, der sich bis nach Patagonien hinabzieht. Ein System höher- und niedrigerwertiger Lagen, das in Europa im Laufe vieler Jahrhunderte durch schlichte Beobachtung heranwuchs, versucht man hier aktuell innerhalb weniger Jahre durch hochtechnologische Studien der Bodenprofile, der klimatischen Verhältnisse und der Topographie festzulegen – finanziert oft von großen Weinhäusern aus Europa, die nicht ohne Grund in Goldgräberstimmung sind. Erste Erfolge sind bereits erkennbar: das Uco Valley etwa hat sich auf diese Weise als geradezu prädestiniert für erstklassige Erzeugnisse herauskristallisiert, seinen Kalkböden und den extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sei dank.

500 Jahre hat das argentinische Winzertum schon auf dem Buckel, eine der längsten Weinbau-Traditionen der südlichen Hemisphäre. Das Reben-Business ist hoch dynamisch geworden, seitdem man verstanden hat, dass die Produktionsmenge nicht der einzige Faktor ist: inzwischen ist man auf etwa 210 000 Hektar Gesamtrebfläche zurückgeschrumpft. Das reicht zwar immer noch für den siebten Platz in der Weltrangliste, und immer noch gibt es zahllose sehr preisgünstige Supermarkt-Weine ohne jeden Wiedererkennungswert. Aber die Ansprüche der Winzer steigen: das optimale Zusammenspiel zwischen Terroir und Rebsorte, Ertragsreduzierung, die Umstellung von Überschwemmungs- auf Tröpfchenbewässerung und Sorgfalt bei der Kellerarbeit sind mittlerweile keine Fremdworte mehr, und wo in anderen Ländern richtig geackert werden muss, fällt argentinischen Winzern einiges quasi in den Schoß. Biologischer Weinbau etwa läuft hier fast von selbst, denn das Klima erweist sich als natürliches Pflanzenschutzmittel, in den sich Schädlinge kaum vermehren können. Auch zunehmend immer heißeren Sommern kann man gelassen entgegenblicken, denn die Höhenlagen der Anden bieten ausreichend Raum, diesen zu entkommen. Die Herausforderung wird sein, in den kommenden Jahren auch an einem soliden Mittelfeld zu arbeiten, das die entspannte Trinkigkeit der einfachen mit dem Herkunftsgedanken der Spitzenweine vereint. Bei einer Exportquote von bisher lediglich zehn Prozent ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Ausdrucksstark wie der Tango, finessenreich wie der Fußball des Landes ist der argentinische Wein bereits heute – und in einigen Jahren vielleicht das dritte große Aushängeschild der stolzen Nation. Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Arnaud Mortet Gevrey Chambertin La Perrière 1er Cru 2021

Rotwein · Gevrey-Chambertin Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir La Perrière · 1er Cru Gevrey-Chambertin Reben ~60 Jahre 2021

Der Gevrey-Chambertin La Perrière 1er Cru 2021 von Arnaud Mortet ist eine Assemblage aus zwei Parzellen mit rund 60 Jahre alten Pinot-Noir-Reben am Fuß der Grand-Cru-Lage Mazis-Chambertin. Ein konzentrierter Rotwein mit samtiger Textur, eleganten Tanninen und langem Finale – im klassischen, frischen Stil des Jahrgangs 2021.


La Perrière – Premier Cru in Gevrey-Chambertin

La Perrière ist eine Premier-Cru-Lage von Gevrey-Chambertin am Fuß des Grand Cru Mazis-Chambertin. Der Wein stammt aus zwei Parzellen mit unterschiedlichen Böden: mal dominieren ton-kalkhaltige Böden, mal Mergel.

Daraus entstehen konzentrierte Rotweine, die die Handschrift des kalkhaltigen Terroirs und die kraftvolle Struktur des Tons tragen. Arnaud Mortet führt die Domaine (Denis Mortet) in Gevrey-Chambertin, eine der Spitzenadressen des Ortes.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Schnee und Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase bis in den Mai verzögerte die Erholung der Pinot-Reben; danach brachten atlantische Regenfälle hohen Mehltaudruck.

Stabileres, wenn auch nicht heißes Wetter im August und September ließ die Trauben reifen, sorgfältige Arbeit war gegen Fäulnis nötig. Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, eine Assemblage aus zwei Parzellen mit rund 60 Jahre alten Reben.

Der Wein reift im Eichenfass, ganz im Sinne der auf Finesse und Terroir-Ausdruck ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

In der Nase schwarze Kirschen und Feigen, dazu Veilchen, Unterholz und frisch gepflückte Himbeeren. Am Gaumen sanft und samtig, mit eleganten Tanninen und einem sehr langen Finale.

Schwarze Kirsche, Feige und Veilchen über samtiger Textur – ein konzentrierter Gevrey-Chambertin mit endlos langem Finale.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung im Dekanter lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen oder Trüffel, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: La Perrière (1er Cru), Gevrey-Chambertin (Côte de Nuits); am Fuß von Mazis-Chambertin, Ton-Kalk/Mergel, Reben ~60 Jahre
Klassifikation: Gevrey-Chambertin Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Weine

Weingut Andres Spätburgunder vom Kalkmergel BIO

Rotwein · Pfalz · Spätburgunder

Spätburgunder vom Kalkmergel (Gutswein) Ruppertsberg · Königsbach · Haardt Weingut Andres Kalkmergel trocken · langer Maischekontakt gebrauchtes Barrique BIO · 2024

Der Weingut Andres Spätburgunder vom Kalkmergel trocken 2024 ist ein feiner, blitzsauber gekelterter Pinot Noir aus den kalkreichen Lagen der Mittelhaardt. Sehr frisch und klar in Duft und Geschmack, mittelschwer und harmonisch – ein eleganter Pfälzer Spätburgunder mit klarer Herkunft.


Spätburgunder vom Kalkmergel – Gutswein aus der Pfalz

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Dieser Spätburgunder ist ihr Gutswein aus der Rebsorte – das Fundament ihres Pinot-Programms.

Die Trauben stammen aus Lagen der kalkreichen Ortschaften Ruppertsberg, Königsbach und Haardt. Der Einfluss des Kalkmergels im Boden verleiht dem Wein Frische, Struktur und eine klare Herkunftsprägung.

Jahrgang 2024 – Pfalz

2024 war in der Pfalz ein kühlerer, längerer Jahrgang – genau die Bedingungen, unter denen Spätburgunder seine Eleganz zeigt: moderate Reife, feine Tannine und lebendige Frische. Die kalkmergelgeprägten Lagen und der herkunftsbetonte Stil des Weinguts bewahrten Klarheit und Spannung – Frische und Feinheit im Vordergrund.

Ausbau

Trockener Spätburgunder (Gutswein) aus den kalkreichen Lagen um Ruppertsberg, Königsbach und Haardt, Jahrgang 2024; 100 % Spätburgunder vom Kalkmergel.

Schon in der Basis ist dieser Spätburgunder ertragsreduziert und erfährt einen langen Kontakt auf der Maische. Die burgundischen Aromen werden durch den Ausbau im gebrauchten Barrique verstärkt, ohne die frische, klare Frucht zu überdecken. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein feiner, blitzsauber gekelterter Spätburgunder: leichte Erdbeeraromatik, Veilchen, Würze nach Kräutern, mittelschwer und harmonisch im Abgang. Sehr frisch und klar in Duft und Geschmack mit zarten Röstaromen, zudem für einen Rotwein recht spritzig und fast tänzerisch im Finish.

Leichte Erdbeere, Veilchen und Kräuterwürze, dazu zarte Röstaromen – sehr frisch und klar, mittelschwer und harmonisch, recht spritzig und fast tänzerisch im Finish.

Ein eleganter, animierender Pinot; leicht gekühlt ein Gewinn. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Zu Geflügel und Ente, zu Kalb und Schwein, zu Pilzgerichten, Charcuterie sowie zu mittelkräftigem Käse.


Lage: kalkreiche Lagen um Ruppertsberg, Königsbach und Haardt, Pfalz (Mittelhaardt); Kalkmergel
Klassifikation: Spätburgunder-Gutswein, Pfalz (trocken); 100 % Spätburgunder
Ausbau: ertragsreduziert, langer Maischekontakt, Ausbau im gebrauchten Barrique; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Weine

Schloss Lieser Wehlener Sonnenuhr Riesling GG 2022

Weißwein · Wehlener Sonnenuhr (Mosel) · Riesling

Riesling Wehlener Sonnenuhr Wehlen · Mittelmosel Schloss Lieser (Thomas Haag) reiner Devonschiefer 60–100 % Steillage Großes Gewächs · trocken 2022

Der Schloss Lieser Wehlener Sonnenuhr Riesling Großes Gewächs 2022 stammt von einer der größten Rieslinglagen der Welt – der berühmten Sonnenuhr gegenüber von Wehlen, auf reinem Devonschiefer in extremer Steillage. Ein trockener Riesling von filigraner Eleganz und enormer Mineralität, mit einem tollen Frucht-Säure-Spiel bei moderatem Alkoholgehalt.


Wehlener Sonnenuhr – Weltklasse-Steillage

Thomas Haag – ältester Sohn von Wilhelm Haag (Weingut Fritz Haag) – führte Schloss Lieser an der Mittelmosel in die absolute Spitze des deutschen Weinbaus. Bearbeitung der Weinberge und spontane Vergärung sind seit jeher das Markenzeichen des Guts und spiegeln die Wertschätzung der Natur gegenüber wider.

Die VDP.GROSSE LAGE® Wehlener Sonnenuhr erstreckt sich imposant gegenüber von Wehlen entlang der Mosel und weist eine beeindruckende Hangneigung von 60 bis 100 Prozent auf. Die Südwestlage profitiert von einem einzigartigen Mikroklima durch lange Sonnenscheindauer und die starke Wärmereflexion der Böden sowie der nahen Mosel. Die Reben wachsen auf reinem Devonschieferverwitterungsboden mit hohem Gesteinsanteil, großenteils in traditioneller Einzelpfahlerziehung. Ihren Namen erhielt die Lage von einer Sonnenuhr, die der Wehlener Winzer Jodocus Prüm 1842 in den Hang setzen ließ. Hier entstehen einige der spannendsten, langlebigsten und besten Rieslinge der Welt.

Jahrgang 2022 – Mosel

Die Riesling Großen Gewächse von Schloss Lieser aus dem Jahr 2022 sind das Ergebnis eines bemerkenswerten Wachstumsjahres, das durch seine extreme Trockenheit in Erinnerung bleibt. Nach einem regnerischen Mai forderte eine lange Hitze- und Dürreperiode die bis zu über 100 Jahre alten Reben bis an ihre Grenzen; dank tiefer Verwurzelung und ausgezeichneter Wasserreserven hielten sie stand. Der späte Wetterumschwung kurz vor der Ernte – kühle Nächte und regnerische Tage – bewahrte Frische und Zartheit. Durch akkurate Selektion und hundertprozentige Handarbeit entstand ein GG mit moderatem Alkohol, feiner Eleganz und einer lebhaften, spannenden Säurestruktur.

Ausbau

Trockenes Riesling Großes Gewächs aus der Wehlener Sonnenuhr, Jahrgang 2022; 100 % Riesling.

Nach strengster, selektiver Handlese in mehreren Durchgängen wird der Wein spontan mit den eigenen Hefen vergoren und schonend auf der Feinhefe ausgebaut, um das Terroir der Lage unverfälscht zur Geltung zu bringen. So entsteht ein glasklarer, tiefgründiger Riesling mit der kristallinen Schiefermineralität dieser Weltklasse-Lage.

Im Glas

Aus dem reinen Devonschiefer der Sonnenuhr lebt dieser Riesling von Filigranität und Präzision: helle Frucht von weißem Pfirsich und Aprikose, dazu Limette, Zitrone und grüner Apfel, untermalt von floralen Anklängen und einer kühlen, feuersteinig-kristallinen, salzigen Schiefermineralität. Am Gaumen trocken, filigran und dennoch tiefgründig, mit moderatem Alkohol und einer vibrierenden, präzisen Säure, die dem Wein Spannung und Eleganz verleiht – mit langem, glasklarem, salzig-mineralischem Nachhall.

Weißer Pfirsich, Limette und grüner Apfel über kühler, kristalliner Schiefermineralität – trocken und filigran, mit vibrierender Säure und langem, salzigem Nachhall.

Ein großer Mosel-Riesling mit jahrzehntelangem Reifepotenzial; in der Jugend gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu edlem Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu cremigen Gerichten sowie zu würziger asiatischer Küche und gereiftem Hartkäse.


Lage: Wehlener Sonnenuhr, gegenüber Wehlen an der Mittelmosel; Südwest, reiner Devonschieferverwitterungsboden mit hohem Gesteinsanteil, 60–100 % Neigung, 110 bis über 320 m; Einzelpfahlerziehung; VDP.GROSSE LAGE
Klassifikation: VDP.GROSSES GEWÄCHS (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: strengste selektive Handlese in mehreren Durchgängen, Spontangärung mit eigenen Hefen, schonender Ausbau auf der Feinhefe

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Weine

Marguet Oger Grand Cru 2020 Brut Nature BIO

Der Marguet Oger 2020 Grand Cru Brut Nature ist Chardonnay aus Oger, einem der Grand-Cru-Dörfer der Côte des Blancs, ganz ohne Dosage. Jung, kreidig und trotzdem schon erstaunlich rund.

Im Glas

Hellgold, feine Bläschen. Die Nase ist noch zurückhaltend: Zitronenschale, nasser Stein, ein Hauch Kreidestaub. Am Gaumen wirkt er reifer, als sein Alter vermuten lässt, mit Zitrusfrucht und klarer Mineralität. Zum Schluss eine feine Toastnote, die lange bleibt.

Mach was draus

Sushi-Abend, Austern mit einem Spritzer Limette oder ein Teller Ziegenkäse mit Honig und Thymian. Auch zu weißem Spargel mit Sauce Hollandaise ist er eine gute Wahl. Servier ihn bei 8 bis 10 °C.

Janus FenskeJanus empfiehlt

„Trink ihn jetzt zu Sushi und vergiss eine zweite Flasche für ein paar Jahre im Keller. Er hat das Zeug dazu, mit der Zeit noch tiefer zu werden.“

Mehr über Janus, unseren Sommelier

Kurz gefragt

Wie passt Oger zu einem Haus aus Ambonnay? Benoît Marguet keltert neben seinen eigenen Lagen in Ambonnay und Bouzy auch Dorf-Champagner aus anderen Grand Crus, darunter Oger und Chouilly in der Côte des Blancs.

Wie viele Flaschen gibt es? Laut Händlerangabe wurden vom Oger 2020 nur 2.330 Flaschen abgefüllt.

100 % Chardonnay · Oger Grand Cru, Côte des Blancs · Méthode Traditionnelle · Brut Nature, 0 g/l Restzucker · Champagne Marguet, Ambonnay · Bio, FR-BIO-01 · Stand: Oktober 2026

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Rebsorten

Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Spätlese #05 2025

Weißwein · Graach (Mosel) · Riesling (Spätlese, fruchtsüß)

Riesling Graacher Domprobst Spätlese #05 · fruchtsüß Willi Schäfer VDP.Große Lage · Mittelmosel Blau- und Grauschiefer Steillage 45–75 % 2025

Die Willi Schäfer Graacher Domprobst Riesling Spätlese #05 2025 stammt aus einer der besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Eine fruchtsüße Spätlese von filigraner Eleganz, aromatischer Tiefe und typischer Schiefermineralität.


Graacher Domprobst – Steillage über der Mittelmosel

Das Weingut Willi Schäfer in Graach zählt zu den stillen Größen der Mittelmosel: kompromissloser Riesling von Schiefer aus drei herausragenden Lagen – Graacher Domprobst, Graacher Himmelreich und Wehlener Sonnenuhr.

Die VDP.Große Lage Domprobst liegt oberhalb von Graach und gehört zu den besten Riesling-Einzellagen Deutschlands. Die nach Südwest bis Süd-Südwest ausgerichteten Weinberge fallen mit 45 bis 75 % Neigung zur Mosel ab (110–260 m) und bestehen aus Blau- und Grauschiefer mit geringem Tonanteil – die Grundlage für Mineralität und gutes Wasserspeichervermögen. Ein besonderes Merkmal sind die teils noch erhaltenen wurzelechten Reben, die über 100 Jahre alt sein können und maßgeblich zur Komplexität beitragen. Schon der Trierer Domprobst sicherte sich im 18. Jahrhundert Anteile der Erträge.

Jahrgang 2025 – Graach (Mosel)

2025 startete vielversprechend: milder Frühling, warmer Frühsommer und ein hochsommerlicher August brachten die Weinberge in prächtigen Zustand, vergleichbar mit 2018. Der September mit ergiebigen Regenfällen setzte das Leseteam unter Druck – penible Selektion am Stock entschied über alles. Am 6. Oktober 2025 war die Lese beendet, früher als je zuvor in der Geschichte des Weinguts. Das Ergebnis sind Weine mit Tiefgang, Schliff und klarer Schiefermineralität.

Herstellung und Ausbau

Fruchtsüße Riesling Spätlese (#05) aus der Graacher Domprobst, Jahrgang 2025; 100 % Riesling von Blau- und Grauschiefer.

Nach penibler Selektion und Handlese wird der Wein traditionell im Stil des Guts vinifiziert, mit kühler Gärung, die die feine Restsüße und die lebendige Schiefersäure der Spätlese bewahrt.

Im Glas

Eine filigrane, fruchtsüße Spätlese: reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose, dazu Zitrus, ein Hauch weißer Blüten und eine tiefe, salzig-mineralische Schieferader. Am Gaumen leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, die von einer lebendigen, klaren Mosel-Säure getragen wird, und einem langen, mineralisch-frischen Nachhall.

Reife gelbe Frucht, Pfirsich und Aprikose über Zitrus und weißen Blüten, mit tiefer, salzig-mineralischer Schieferader – leicht und schwebend, mit feiner Restsüße, getragen von lebendiger Mosel-Säure.

Eine filigrane, sehr langlebige Mosel-Spätlese. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Zu würziger asiatischer Küche, zu Currys, zu kräftigem und blauem Käse sowie zu Desserts mit Frucht; auch solo ein Genuss.


Lage: Graacher Domprobst (VDP.Große Lage), Mittelmosel; Süd-West- bis Süd-Süd-West-Steillage, 45–75 % Neigung, 110–260 m; Blau- und Grauschiefer mit geringem Tonanteil; teils wurzelechte, über 100 Jahre alte Reben
Klassifikation: Riesling Spätlese, Mosel (fruchtsüß); 100 % Riesling
Ausbau: penible Selektion, Handlese, kühle Gärung, traditioneller Ausbau im Stil des Guts

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Italien

Montevertine Le Pergole Torte 2021

Rotwein · Toscana IGT · Sangiovese

100 % Sangiovese Toscana IGT Le Pergole Torte Radda in Chianti Montevertine 2 Jahre Holz (Barrique + Botte) unfiltriert 2021

Der Montevertine Le Pergole Torte 2021 ist die Ikone des Guts – der erste reinsortige Sangiovese der modernen Toskana. Er versprüht eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann, ist vielschichtig und sehr langlebig. Wahre italienische Winzerkunst.


Le Pergole Torte – die Sangiovese-Ikone aus Radda

Montevertine liegt rund 3 km südlich von Radda in Chianti, auf einem 425 Meter hohen Hügel mit steinigen Kalk-Mergel-Böden (Galestro/Alberese). Sergio Manetti verließ 1981 das Chianti-Classico-Konsortium, weil er keinen Trebbiano in den Verschnitt geben wollte; seither etikettiert das Gut konsequent als Toscana IGT. Heute führt Martino Manetti das Weingut im traditionellen Stil weiter.

Der Le Pergole Torte (frei übersetzt „die krummen Pergolen") war die erste Lage, die Sergio Ende der 1960er pflanzte – und mit dem Jahrgang 1977 der erste reinsortige Sangiovese der Radda-Region, ein Pionier der Supertoskaner. Heute stammt der Wein aus den ältesten Parzellen des Guts (ab 1968), reinsortig Sangiovese, von den hochgelegenen, mineralischen Alberese-Böden. Er entsteht nur in herausragenden Jahrgängen.

Jahrgang 2021 – Toscana

2021 gilt in der Toskana als klassischer, ausgewogener Jahrgang: ein gemäßigter, nicht zu heißer Vegetationsverlauf brachte Sangiovese von feiner Frische, klarer Frucht und präziser Tanninstruktur. Im Le Pergole Torte ergibt das einen besonders eleganten, mineralisch geprägten Wein mit großer Spannung und langem Reifepotenzial.

Ausbau

Reinsortiger Sangiovese aus dem Jahrgang 2021, Toscana IGT, trocken.

Spontane Gärung im Betontank mit rund dreiwöchiger Maischestandzeit, anschließend zweistufiger Ausbau über zwei Jahre: ein Jahr in kleinen Allier-Barriques (gebraucht) und ein Jahr in großen Fässern aus slawonischer Eiche. Abfüllung traditionell, unfiltriert.

Im Glas

Der Le Pergole Torte versprüht für einen Rotwein eine Frische und Saftigkeit, wie sie nur in der Toskana wachsen kann; zudem ist er vielschichtig und sehr langlebig. Im Geschmack dominieren reife Kirschfrüchte und Zedernholz neben balsamischen Noten. Sehr harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen – ein wahrer Connaisseur-Wein italienischer Winzerkunst.

Frisch und saftig, vielschichtig und langlebig – harmonisch am Gaumen, mit seidigen Tanninen.

Schon jetzt zugänglich nach kräftigem Dekantieren, mit großem Reifepotenzial über 20+ Jahre. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Bistecca alla Fiorentina und geschmortem Rind, zu Wild und Lamm, zu Pasta mit Fleischsugo sowie zu gereiftem Pecorino.


Lage: Toscana IGT, Radda in Chianti (Toskana, Italien); hochgelegene Alberese-/Galestro-Böden (~350–450 m); älteste Parzellen, ab 1968
Klassifikation: Toscana IGT, 100 % Sangiovese (trocken)
Ausbau: Gärung im Betontank, 2 Jahre Holz (ein Jahr Allier-Barrique, ein Jahr großes slawonisches Fass), unfiltriert

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Frankreich

Dujac Morey St. Denis rouge 1er Cru 2023

Rotwein · Morey-Saint-Denis Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Morey-Saint-Denis · 1er Cru Côte de Nuits Assemblage von 1er-Cru-Parzellen 2023

Der Morey-Saint-Denis Rouge 1er Cru 2023 der Domaine Dujac ist ein reinsortiger Pinot Noir aus der Côte de Nuits – eine Assemblage der Premier-Cru-Parzellen des Guts. Tief, würzig und elegant, mit feiner Frucht und geschliffenen Tanninen im Stil dieser Ikone.


Morey-Saint-Denis – Premier Cru der Côte de Nuits

Morey-Saint-Denis liegt zwischen Gevrey-Chambertin und Chambolle-Musigny; dieselbe Kalksteinader, die in der Combe de Lavaux beginnt, durchzieht die Gemeinde. Morey beherbergt vier Grand Crus – Clos de la Roche, Clos Saint-Denis, Clos des Lambrays und Clos de Tart – sowie zahlreiche Premier Crus. Die Rotweine sind tief, würzig und strukturiert.

Dieser Premier Cru ist eine Assemblage aus den Morey-Premier-Cru-Lagen des Guts. Die Domaine Dujac, gegründet 1968 in Morey-Saint-Denis und heute von Jeremy, Diana und Alec Seysses geführt, zählt zu den Ikonen der Côte de Nuits und arbeitet ohne Herbizide.

Jahrgang 2023 – Côte de Nuits

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare dunkle Beerenfrucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, eine Assemblage der Premier-Cru-Parzellen des Guts.

Im Stil von Dujac wird ein Teil als ganze Traube vergoren; die Gärung verläuft langsam in den kühlen Kellern. Anschließend reift der Wein im Holzfass – ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Tiefe rote und dunkle Frucht – Kirsche und schwarze Johannisbeere – mit feiner Würze, Lakritz und floralen Noten. Am Gaumen strukturiert und zugleich elegant, getragen von geschliffenen Tanninen und frischer Säure.

Tiefe rote Frucht, Würze und Lakritz über geschliffenen Tanninen – Morey-Saint-Denis mit Struktur und Eleganz.

In der Jugend zugänglich, mit Flaschenreife über viele Jahre gewinnend. Bei 16 °C servieren; eine Belüftung lohnt sich.

Am Tisch

Wild und Federwild, Ente, Rind, Gerichte mit Pilzen, dazu gereifter Käse. Ein Wein für gehaltvollere Gerichte und den besonderen Anlass.


Lage: Morey-Saint-Denis (Côte de Nuits); Assemblage von Premier-Cru-Parzellen, Kalkböden
Klassifikation: Morey-Saint-Denis Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, teils Ganztraube; Holzfassausbau

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Spirituosen

Panda Organic Gin BIO

Gin · Bio · Litschi-Gin · Belgien

Panda Organic Gin ist ein Bio-Gin aus Belgien und der erste Gin auf Litschi-Basis. Destilliert und abgefüllt in Belgien, verbindet er die exotische Litschi mit Kirsche, Kräutern und Gewürzen zu einem fruchtbetonten, eigenständigen Gin.


Herkunft

Panda Gin entsteht in der Radermacher-Destillerie (gegründet 1836, eine der ältesten Brennereien Belgiens) nahe den Hautes Fagnes, deren reines Wasser in den Gin einfließt. Der Gin ist 100 % biologisch zertifiziert, BE-BIO-01, und kommt ohne Zuckerzusatz aus.

Botanicals und Destillation

Herzstück ist die Litschi, ergänzt um Kirsche, Orangenschale, Basilikum, Rosmarin, Sternanis und Wacholder. Die Botanicals werden teils einzeln mazeriert; das Rezept wird in der Pot Still mehrfach destilliert. Abgefüllt mit, ohne Zucker und Zusätze.

Im Glas

Kristallklar. In der Nase ein frisch-fruchtiges Bukett mit Litschi und roten Beeren. Am Gaumen weich und fruchtbetont, mit süßlicher Litschi, kräutrigem Rückgrat von Rosmarin und Basilikum und einer Spur Sternanis. Warmer, leicht pfeffriger Abgang.

Pur und im Drink

Pur auf Eis kommt die Litschi am besten zur Geltung. Ebenso eine fruchtige Basis für Gin Tonic oder Cocktails wie Negroni und Gin Sour.

Klassisch im Drink: Gin Tonic, Negroni und Gin Sour.


Herkunft: Belgien (Hautes Fagnes)
Art: Dry Gin (Bio, auf Litschi-Basis)
Botanicals: u. a. Litschi, Kirsche, Orangenschale, Basilikum, Rosmarin, Sternanis, Wacholder

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