Das Weinland Argentinien

Die Evolution des argentinischen Weinbaus: Vom jesuitischen Anbau bis zur weltweiten Anerkennung

Fern von Zuhause kommt man auf die wildesten Gedanken – so auch in Argentinien, dessen größtenteils europäischstämmige heutige Bewohner dem dortigen Weinbau ein ganz anderes Gepräge gaben, als man es in der Alten Welt kannte. Dabei war jene Idee, die die Initialzündung für die Rebenzucht im zweitgrößten Staat Südamerikas darstellte, eine eigentlich ganz naheliegende: die im Gefolge der spanischen Eroberer angelandeten Mönche brauchen Wein zur täglichen Feier des Messopfers, und der Import aus der Heimat war da keine langfristige Alternative. Also begann der Jesuitenpater Juan Cidrón in den 1540ern, am Rio de la Plata erste Parzellen anzulegen. Anders als die Kolonisten Nordamerikas fand er wohl keine einheimischen Wildreben vor und behalf sich stattdessen mit aus Europa stammenden, bereits kultivierten – ein Glücksfall, denn während man sich in Neuengland lange Zeit mit dem Foxton der dortigen autochthonen Trauben herumquälte, gelang in Argentinien schnell die Erzeugung mehr oder weniger wohlschmeckender Weine. Dass das im semiariden Klima des Landes überhaupt möglich war, wo regelmäßig mehr Feuchtigkeit verdunstet, als durch Niederschläge wieder zugeführt wird, verdankten die Europäer den ursprünglichen Bewohnern Argentiniens, den Inka. Diese hatten schon weit früher ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem etabliert, welches Wasser aus den großen Flüssen abzweigte und in der ansonsten knochentrockenen Ebene verteilte.

Zu einem frühen Zentrum des argentinischen Weinbaus – das es übrigens bis zum heutigen Tage geblieben ist – mauserte sich die Stadt Mendoza im westlichen Landesinneren, nicht weit entfernt von der chilenischen Grenze. Von hier aus wurde der von fleißigen Jesuiten- und Franziskanermönchen erzeugte Wein in andere Teile des Landes gebracht, vor allem ins 1000 Kilometer entfernte Buenos Aires, wo aufgrund des feucht-subtropischen Klimas an die Anpflanzung von Reben nicht zu denken war. Jenes war 1776 Hauptstadt des Vizekönigreichs Rio de la Plata geworden, nachdem vorher sämtlicher Warenverkehr über das peruanische Lima abgewickelt werden musste. Zur neuen Verwaltungseinheit gehörten neben Argentinien auch noch Paraguay, Uruguay und Bolivien, sie umfasste also ein gigantisches Gebiet – allerdings konnten die vergleichsweise wenigen Kolonialherren nur in kleinen Bereichen davon wirklich administrative Macht ausüben, der Großteil blieb zunächst in der Hand der indigenen Völker.

Es war jedoch, trotz schon damals enormer Produktionsmengen, keineswegs Wein, der Argentinien zu einem der reichsten Länder der Erde werden ließ. Zwar hatte sich die Hoffnung der Spanier, am anderen Ende der Welt gigantische Silbervorkommen ausbeuten zu können, weitgehend zerschlagen – obwohl sie das Gebiet zuversichtlich nach dem in Europa heiß begehrten Element – lateinisch „argentum“ – benannt hatten, blieben die tatsächlichen Funde weit hinter den Erwartungen zurück. Dafür gab es aber eine andere Ressource in rauen Mengen: freie Flächen. Diese eigneten sich optimal als Grundlage für Ackerwirtschaft, vor allem aber als Weidegründe für riesige Rinderherden, die von der argentinischen Version des amerikanischen Cowboys, den Gauchos, gehütet wurden. Das Rindfleisch, besonders nachdem man es durch Konservierung haltbar machen konnte, und das Leder der Tiere wurden ebenso wie die Wolle nicht minder großer Schafherden zu stark nachgefragten Exportgütern für den europäischen und nordamerikanischen Markt, was besonders durch den Ersten Weltkrieg noch einmal zusätzlich befeuert wurde. Die Pampa, heute ein abfälliger Begriff für eine als öde empfundene Gegend, in Wahrheit aber die Bezeichnung für die schier endlosen Grasflächen im Südosten Südamerikas, stand damit sinnbildlich für eine wirtschaftliche Prosperität, die noch ein paar Dekaden zuvor niemand in Europa diesem Land am Ende der Welt zugetraut hätte.

Obwohl Argentinien zu dieser Zeit, Anfang des 20. Jahrhunderts, schon seit fast 100 Jahren unabhängig war, hatten sich die politischen Verhältnisse in der Zwischenzeit keineswegs zum Besseren verändert. Zunächst jahrzehntelang offen diktatorisch regiert, setzte sich ab den 1880ern eine dem Anschein nach demokratische, in Wahrheit aber den Interessen der Großgrundbesitzer verpflichtete Regierungsweise durch. Davon profitierten nicht nur die Rinderzüchter und Großbauern, sondern auch viele Weinbau betreibende Familien, denn die Größe dieser Betriebe betrug meist ein Vielfaches von dem, was in Europa üblich war. Die staatliche Protektion war aber nur einer der Gründe für den kometenhaften Aufstieg des argentinischen Weines: der zweite lag in den Einwanderungswellen, die das Land vor allem aus Spanien und Italien, aber auch Frankreich und Deutschland erreichten. Zum einen wuchs der Inlandsmarkt dadurch stetig an, zum anderen brachten die Neuankömmlinge häufig winzerisches Fachwissen mit, das die Betriebe schnell in ihre Abläufe integrierten. Manche von ihnen hatten sogar zusätzlich zu geballter Expertise noch Setzlinge neuer Rebsorten im Gepäck.

Diejenige, die es zum mit Abstand größten Ruhm in der neuen Heimat gebracht hat, ist zweifellos der Malbec. Die aus dem Bordelais stammende und dort bis in die 50er Jahre in den Bordeaux-Weinen verarbeitete, mittlerweile aber insbesondere mit dem Cahors im französischen Südwesten verbundene Traube kam nämlich erst in Südamerika zu diesem Namen, in Frankreich selbst war sie als Côt bekannt. Und nicht nur der Name unterscheidet sich, auch die Anbaubedingungen sind ganz und gar nicht vergleichbar. Während der Malbec in Frankreich zwar durchaus an den steilen Hängen der Cevennen wächst, im Grunde aber über eine Höhe von ein paar hundert Metern nicht hinauskommt, stößt er in Argentinien in ganz andere Dimensionen vor: in den Anden beginnt der Weinbau auf 600 und endet erst auf weit über 2000 Metern, in einigen besonders begünstigten Lagen wie der Region Salta werden sogar auf 3100 Metern noch Trauben geerntet – und damit auf einem höheren Niveau als der Gipfel der deutschen Zugspitze. Kein Wein ist dem Himmel so nah wie der argentinische, könnte man sagen. Wer jetzt denkt, dass in der dünnen Höhenluft nur blasse, schwachbrüstige Tropfen entstehen können, der irrt: in trockenem Klima und strahlendem Sonnenschein können die Beeren perfekt ausreifen – durch die weitgehende Abwesenheit von Feuchtigkeit ist auch die Anfälligkeit der Rebe für Krankheiten wie Mehltau kein Hindernis. In Kombination mit den hohen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht wird zum einen eine perfekte Balance zwischen Zucker und Säure, zum anderen auch eine komplexe Aromenfülle erreicht, die sich später in Weinen niederschlägt, die die ganze Frucht-Klaviatur von Schwarzkirsche und Pflaume über Brombeere und Johannisbeere bis hin zu Zitrusnoten bespielen und mit Anklängen an dunkle Schokolade und schwarzen Pfeffer begeistern. Bessere Exemplare erinnern mit ihrer feinen Würze durchaus mal an einen Bordeaux. Seine schwärzlich-violette Farbe und den verhältnismäßig hohen Gehalt an – meist reifem und sanftem – Gerbstoff verdankt der Wein dabei den verhältnismäßig dicken Schalen der Beeren. Letzteres ist es auch, was eine Lagerung im heimischen Keller oft locker über eine Dekade möglich macht – obwohl diese glücklicherweise längst nicht mehr zwingend erforderlich ist wie in alten Zeiten, als der Malbec nicht schon trinkreif auf den Markt kam, sondern in den ersten Jahren vor Bitterkeit strotzte. Die Rebstöcke sind oft wahre weinbauliche Besonderheiten, denn anders als der Großteil der weltweiten Bestände handelt es sich hier nicht um Hybridreben, sondern um wurzelechte Pflanzen: dadurch, dass der Malbec noch vor der Reblausplage nach Argentinien kam und sich der Schädling hier nicht zu verbreiten imstande war, konnte auf amerikanische Unterlagen verzichtet werden. Knapp 45 000 Hektar sind in Argentinien aktuell mit Malbec bepflanzt – vergleichbar mit der Rebfläche ganz Österreichs. Damit beherbergt das Land die mit Abstand größten Malbec-Bestände der Welt, deutlich mehr auch als das Ursprungsland Frankreich und aufgrund der intensiven Fokussierung der Winzer auf diese Traube und den außergewöhnlichen Terroirs in Mendoza auch deutlich vielseitiger als dort. Trotz der sowohl qualitativen als auch quantitativen Führerschaft des Malbec ist noch ordentlich Platz für andere Trauben, vor allem rote, die zusammengenommen 85 Prozent der Produktion ausmachen. Besonders Cabernet Sauvignon und Merlot haben ein Wörtchen mitzureden: auch sie reifen zu fruchtbetonten Tropfen heran und überzeugen als Solisten ebenso wie als Verschnittpartner des Malbec.

Vor allem diese drei Sorten waren es, die den rasanten Aufstieg des Weinlandes Argentinien von gerade mal 3000 Hektar um 1890 auf mehr als das Hundertfache 80 Jahre später begünstigten. Was war in der Zwischenzeit geschehen? Nun, vor allem eine rapide Industrialisierung. Zwar hatte man schon Ende des 19. Jahrhunderts begonnen, mit dem durch die Rohstoffexporte ins Land kommenden Devisen Investitionsgüter in Europa und den USA zu kaufen, blieb aber noch viele Jahrzehnte ein stark landwirtschaftlich geprägter Nachzügler. Ändern sollte sich das 1946: während man in Europa noch vollends damit beschäftigt war, die Trümmer des Zweiten Weltkrieges beiseite zu räumen, kam in Argentinien mit Juan Perón ein Mann an die Macht, der mit seinem Mix aus Verstaatlichung von Schlüsselindustrien, Protektionismus und umfassender sozialer Sicherung das Land binnen kurzer Zeit in die wirtschaftliche Moderne katapultierte. Auch wenn er vor allem das verarbeitende Gewerbe stärkte und die Landwirtschaft links liegen ließ, diente seine Politik dem Weinbau dennoch: durch das stark steigende Wohlstandsniveau der Bevölkerung konnten sich plötzlich viele Menschen Konsumgüter leisten, die für sie vorher unerschwinglich waren. Legendär ist Peróns Ausspruch, von dem, was eine argentinische Familie in den Müll werfe, könnten fünf europäische Familien gut leben. Und das war zur damaligen Zeit nicht einmal so übertrieben. Dies wiederum hatte für den Staatschef den Vorteil, dass die Weinwirtschaft nicht auf Exportmärkte angewiesen war, um zu wachsen, sondern die stetig steigenden Produktionsmengen im Inland getrunken wurden.

Die Industrialisierung hat den Weinbau deutlich vereinfacht und demokratisiert, so viel ist sicher. So ganz ohne Herausforderungen ist er dennoch keineswegs in diesem Land der geografischen und klimatischen Extreme. Zwar lassen sich manche Schwierigkeiten auf verblüffend simple Art und Weise lösen, etwa wenn zur Bewässerung der oft fast wüstenähnlichen Trockensteppen Schmelzwasser von den Gipfeln der Anden in die Weinberge geleitet wird – eine Technik, die meist schlicht mit natürlichem Gefälle arbeitet, keiner großartigen Technik bedarf und zu in diesen Regionen unerwartet großen Erträgen führen kann. Aber hier treten auch Phänomene auf, über die man sich in den meisten anderen Weinbaunationen keine Gedanken machen muss und die daher ganz eigene, kreative Bewältigungsstrategien erfordern. Und dabei reden wir noch nicht einmal von einem geradezu grausamen Temperaturspektrum, das sich zwischen Werten von knapp 50 und minus 30 Grad Celsius bewegt. Ein viel größeres Problem ist der Hagel, der im Frühsommer oft plötzlich und unerwartet niedergeht und innerhalb kürzester Zeit die gesamte Ernte vernichten kann. Die Strategien, die Schäden im Zaum zu halten, reichen vom Spannen riesiger Netze über den Pflanzen bis zur Anlegung weit voneinander entfernter „Inseln“: wird ein Teil des künstlich zersplitterten Weinberges vom Hagel verheert, können andere dennoch verschont bleiben – stoische Risikominimierung.

Es gab aber, um auf die Historie zurückzukommen, auch Probleme, die nicht natur-, sondern menschengemacht waren. Die Kehrseite der ins Uferlose wachsenden Produktion war, dass sie sich keineswegs positiv auf die Qualität auswirkte. Diese war ohnehin nie die beste gewesen, da argentinischer Wein kaum im internationalen Wettbewerb gestanden hatte und sich nicht an anderen Tropfen messen lassen musste, aber in den 70ern wurde es wirklich übel. Als die Produzenten den Kaufkraftverlust ihrer Kunden während heftiger Wirtschaftskrisen damit auszugleichen versuchten, den Wein noch billiger anzubieten, um nicht auf den gigantischen Mengen sitzen zu bleiben, rauschte die Qualität vollends in den Keller. Preisliche Unterschiede existierten quasi nicht mehr, da eine Differenzierung verschiedener Güteklassen oder gar Lagen sich nicht lohnte. Dass die argentinische Küche gern Rotwein in der Zutatenliste aller möglichen Rezepte aufführt, ist darum auch nicht dem Umstand geschuldet, dass er so unglaublich gut schmeckte, sondern eher eine Verlegenheitslösung – er war halt da.

Apropos Küche: wer das optimale Pairing für die dunklen und schweren Weine Argentiniens sucht, sollte sich am Wochenende zu einer Parillada einladen lassen. Das Konzept ist denkbar einfach: man steht stundenlang zusammen und grillt. Das dürfte vielen Deutschen durchaus vertraut vorkommen, allerdings gibt es doch einige wesentliche Unterschiede. Zum einen ist der Asador, der natürlich stets männliche Grillmeister, unumschränkter Herrscher über die Zubereitung: seine Stellung fußt anders als in Deutschland nicht so sehr auf hochwertiger Ausstattung, sondern auf einer ganz individuellen Herangehensweise, die von Umstehenden keinesfalls in Zweifel gezogen werden sollte. Zum anderen sind die Steaks in Argentinien deutlich größer. So groß, dass viele Familien gar keinen herkömmlichen Grill besitzen, sondern das Fleisch auf einem riesigen Rost oder an Spießen über offenem Feuer in großen, gemauerten Gruben im Garten rösten. Überhaupt kommt man um Fleisch kaum herum: neben den klassischen Cuts begeistern sich die Argentinier auch für Würste wie Morcilla und Chorizo, während als vegetarische Beilagen allenfalls etwas Weißbrot zum Aufwischen der Chimichurri-Soßen und Fleischsäfte oder hier und da mal ein – zwingend von Frauen zubereiteter – Alibi-Salat serviert werden. Sollte es einem mit viel Mühe gelingen, doch einmal ein Fischgericht zu bekommen, etwa ein erfrischendes Ceviche, oder hat man es einfach nicht so mit Roten, muss irgendwo ein Weißwein her. Auch hier setzt man vorwiegend auf französische Sorten: Chardonnay, Chenin Blanc, Sauvignon Blanc, Sémillon und Pinot Gris. Auf der Suche nach etwas Außergewöhnlichem stößt man schnell auf die Torrontés – Spanienkennern dürfte der Name vertraut vorkommen, denn eine gleichnamige Rebe wächst besonders in der Gegend um Madrid, in Galicien und Andalusien. Mit dieser hat sie aber nichts zu tun – und obwohl sie genauer Torrontés Riojano heißt, wahrscheinlich nicht einmal mit Spanien. Vielmehr ist sie explizit nach der argentinischen Region La Rioja benannt – ihren geografischen Schwerpunkt hat die wichtigste weiße Rebe des Landes jedoch im noch weiter im Norden gelegenen Salta. Auf den dortigen Sandbödenn mit ihrer perfekten Drainage-Wirkung bringt sie säurebetonte, tropisch-aromatische Weine mit Anklängen von Orangenblüte, Jasmin und vor allem Muskat hervor, was ihr eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Muskateller verleiht. Und wer ein bisschen in die Vergangenheit schmecken möchte, kann auch heute noch auf große Bestände an Cereza und Criolla Grande zurückgreifen – jene Sorten, mit denen der argentinische Weinbau seinen Anfang nahm. Für beide gilt eine spezifisch argentinische Klassifizierung, welche die Farbzuteilung nicht anhand des abgepressten Saftes vornimmt, sondern das Erscheinungsbild der reifen Beeren als Grundlage hat. All jene, die nicht klar rot oder weiß erscheinen – dazu gehören zum Beispiel auch Pinot Gris und Garnacha – werden als rosa Reben bezeichnet.

Diese eindrucksvolle und vor allem hochwertige Reben-Vielfalt kam allerdings erst vor etwa 40 Jahren ins Rollen. War es unter Perón schon nicht allzu gut bestellt um Qualitätsweinbau, isolierten anschließende Miltärputsche, die blutige Videla-Diktatur und der Falkland-Krieg das Land auf internationaler Bühne in noch höherem Maße. Der Anschluss an den weltweiten Weinmarkt und dessen Entwicklungen ging, so er jemals wirklich bestanden hatte, vollends verloren. Erst ab 1983 fand das Land zu demokratischen Strukturen zurück und erreichte ab den frühen 90ern mit neoliberaler Wirtschaftspolitik und der Koppelung des Peso-Kurses an den des US-Dollars wieder ein Maß an wirtschaftlicher Stabilität, das es den Winzern nach und nach ermöglichte, in Modernisierung zu investieren und ihre Fühler auszustrecken. Glücklicherweise erwischten sie dafür genau den richtigen Zeitpunkt, denn in den 80ern und 90ern lechzte man nach exotischen, vollmundigen Tropfen. Dass die Betriebe jahrzehntelang auf Billigproduktion getrimmt worden waren, erweis sich dabei ironischerweise als Vorteil: durch die niedrigen Preise waren sie direkt konkurrenzfähig. Während viele Winzer dieses Niveau mehr oder weniger beibehielten, erkannten einige mutige Pioniere das unglaubliche Potenzial des Anden-Weinbaus. Auch der Staat ist mittlerweile auf den Trichter gekommen, dass man mit der bisherigen Strategie auf Dauer nicht wird fahren können – großzügige Rodungsprämien halfen den den Winzern, ihre Flächen auf ein wirtschaftliches Maß zu dezimieren. Und dass man den besonders ambitionierten unter ihnen unter die Arme greifen sollte, um ihnen bei der Abgrenzung von der Masse zu helfen: für Qualitätsweine aus kontrollierter Herkunft wurde ein DOC-Status geschaffen. Er gibt Verbrauchern zumindest ein bisschen Orientierung in dem fast 1800 Kilometer langen Streifen, der sich bis nach Patagonien hinabzieht. Ein System höher- und niedrigerwertiger Lagen, das in Europa im Laufe vieler Jahrhunderte durch schlichte Beobachtung heranwuchs, versucht man hier aktuell innerhalb weniger Jahre durch hochtechnologische Studien der Bodenprofile, der klimatischen Verhältnisse und der Topographie festzulegen – finanziert oft von großen Weinhäusern aus Europa, die nicht ohne Grund in Goldgräberstimmung sind. Erste Erfolge sind bereits erkennbar: das Uco Valley etwa hat sich auf diese Weise als geradezu prädestiniert für erstklassige Erzeugnisse herauskristallisiert, seinen Kalkböden und den extremen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sei dank.

500 Jahre hat das argentinische Winzertum schon auf dem Buckel, eine der längsten Weinbau-Traditionen der südlichen Hemisphäre. Das Reben-Business ist hoch dynamisch geworden, seitdem man verstanden hat, dass die Produktionsmenge nicht der einzige Faktor ist: inzwischen ist man auf etwa 210 000 Hektar Gesamtrebfläche zurückgeschrumpft. Das reicht zwar immer noch für den siebten Platz in der Weltrangliste, und immer noch gibt es zahllose sehr preisgünstige Supermarkt-Weine ohne jeden Wiedererkennungswert. Aber die Ansprüche der Winzer steigen: das optimale Zusammenspiel zwischen Terroir und Rebsorte, Ertragsreduzierung, die Umstellung von Überschwemmungs- auf Tröpfchenbewässerung und Sorgfalt bei der Kellerarbeit sind mittlerweile keine Fremdworte mehr, und wo in anderen Ländern richtig geackert werden muss, fällt argentinischen Winzern einiges quasi in den Schoß. Biologischer Weinbau etwa läuft hier fast von selbst, denn das Klima erweist sich als natürliches Pflanzenschutzmittel, in den sich Schädlinge kaum vermehren können. Auch zunehmend immer heißeren Sommern kann man gelassen entgegenblicken, denn die Höhenlagen der Anden bieten ausreichend Raum, diesen zu entkommen. Die Herausforderung wird sein, in den kommenden Jahren auch an einem soliden Mittelfeld zu arbeiten, das die entspannte Trinkigkeit der einfachen mit dem Herkunftsgedanken der Spitzenweine vereint. Bei einer Exportquote von bisher lediglich zehn Prozent ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Ausdrucksstark wie der Tango, finessenreich wie der Fußball des Landes ist der argentinische Wein bereits heute – und in einigen Jahren vielleicht das dritte große Aushängeschild der stolzen Nation. Text: Dario Sellmeier

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Rebsorten

Jean-Marc Vincent Santenay Le Passetemps rouge 1er Cru 2021

Rotwein · Santenay 1er Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Santenay 1er Cru Le Passetemps Côte de Beaune Jean-Marc Vincent kalk-mergeliger Boden 2021

Der Jean-Marc Vincent Santenay „Le Passetemps" 1er Cru rouge 2021 ist ein strukturierter, würziger Pinot Noir aus einem der bedeutenden Premiers Crus Santenays – mit Erde, Veilchen und Lakritz, zupackender Tanninstruktur und geheimnisvoller Fruchtaura.


Santenay Le Passetemps – kraftvoller Premier Cru

Santenay ist die südlichste Weinbaugemeinde der Côte de Beaune, seit 1937 mit eigener Appellation, und liegt am äußersten Ende des Kalksteinrückens der Côte d'Or. Überwiegend werden hier Rotweine aus Pinot Noir erzeugt. Charakteristisch ist der hohe Anteil an Mergelstein, den Santenay mit der nahen Côte Chalonnaise teilt – das prägt die feste, kraftvolle und zugleich erdig-mineralische Stilistik.

Le Passetemps zählt zu den bedeutenden Premiers Crus des Orts. Der kalk-mergelige, steinige Boden verleiht dem Pinot Noir von Jean-Marc Vincent seine feste Struktur, würzige Tiefe und mineralische Prägung.

Jahrgang 2021 – Côte de Beaune

2021 war an der Côte de Beaune ein kühler, anspruchsvoller Jahrgang, der bei sorgfältiger Arbeit besonders feine, klar gezeichnete Pinot Noirs mit lebendiger Säure und kühler Eleganz hervorbrachte. In einer strukturierten Lage wie Le Passetemps ergibt das einen festen, würzigen Wein mit transparenter Frucht und kerniger Frische.

Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, Santenay Le Passetemps 1er Cru, trocken.

Jean-Marc Vincent arbeitet im Weinberg naturnah und biologisch orientiert, mit niedrigen Erträgen und manueller, selektiver Lese. Im Keller vergärt der Wein spontan und reift im Holzfass – ein Ausbau, der Frucht und Terroir-Prägung bewahrt und dem Wein Tiefe und Textur verleiht.

Im Glas

Erde, Veilchen, ein Hauch von Lakritze, feste unreife rote Früchte, dann im Mundgefühl Eleganz, kernige Frische kombiniert mit zupackender Tanninstruktur und einem rustikalen Finish. Um den Wein hüllen reife Gerbstoffe eine geheimnisvolle Fruchtaura, die bei ausreichendem Luftkontakt in purer Harmonie mit einem gut abgestimmten Säuregerüst endet.

Erde, Veilchen und Lakritz, feste rote Frucht – Eleganz und kernige Frische mit zupackender Tanninstruktur.

Benötigt Luft; in der Jugend großzügig dekantieren. Gewinnt mit Kellerreife über mehrere Jahre. Bei 16–17 °C servieren.

Am Tisch

Zu Wild und Wildgeflügel, zu Rind und Lamm in kräftiger Sauce, zu Pilzgerichten sowie zu gereiftem Käse.


Lage: Santenay Le Passetemps 1er Cru (Côte de Beaune, Burgund, Frankreich); südlichste Gemeinde der Côte de Beaune, kalk-mergeliger, steiniger Boden
Klassifikation: AOC Santenay 1er Cru, Pinot Noir (trocken)
Ausbau: Spontangärung, Reifung im Holzfass; naturnaher, biologisch orientierter Weinbau

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USA

Cayuse En Chamberlin Syrah 2019

Rotwein · Syrah · Walla Walla Valley · USA

Cayuse En Chamberlin Syrah ist ein Kult-Syrah aus dem Walla Walla Valley im pazifischen Nordwesten der USA. Das von Christophe Baron gegründete Weingut Cayuse arbeitet biodynamisch auf den von Flusskieseln durchsetzten Böden des Rocks District. Die Einzellage En Chamberlin liefert einen mittelkräftigen bis kräftigen, seidigen Syrah. Im Glas dunkle Frucht, Würze und große Balance.


Walla Walla Valley

Cayuse liegt im Walla Walla Valley, genauer im „Rocks District of Milton-Freewater" – einem Gebiet mit auffälligen, runden Basaltkieseln im Boden, die den Syrahs ihren unverwechselbaren, würzig-erdigen Charakter geben. Christophe Baron, ursprünglich aus der Champagne, bewirtschaftet die Lagen biodynamisch. En Chamberlin ist eine seiner Einzellagen.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein ist ein Syrah aus der Einzellage En Chamberlin. Nach der Gärung reift er im Holzfass, überwiegend in gebrauchten Fässern, die die Frucht und den unverwechselbaren „Rocks"-Charakter unterstreichen, ohne ihn zu überdecken.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Bing-Kirsche und Blaubeere, dazu Tabak, pfeffrige Kräuter, Eisen und ein erdiger Pilzton – der klassische Rocks-Stil. Am Gaumen mittelkräftig bis kräftig, nahtlos und perfekt balanciert, mit feinen Tanninen. Der Abgang ist lang und ausdrucksstark.

Am Tisch

Schon zugänglich, mit großem Reifepotenzial über zwei Jahrzehnte; eine längere Belüftung im Dekanter lohnt sich. Serviertemperatur 16–18 °C.

Klassische Begleitung: gegrilltes und geschmortes Fleisch, Lamm, Wild und Pilzgerichte.


Lage: En Chamberlin, Rocks District, Walla Walla Valley (USA)
Klassifikation: Walla Walla Valley AVA – Syrah
Ausbau: Holzfass, überwiegend gebraucht; biodynamischer Weinbau

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Weine

Georges Laval Cumières Premiere Cru Brut Nature BIO

Champagner · Cumières Premier Cru · Cuvée · Brut Nature · Bio

Georges Laval Cumières Premier Cru Brut Nature ist die Signatur-Cuvée des Bio-Hauses Georges Laval aus dem Premier-Cru-Terroir Cumières. Die Weinberge werden mit viel Feingefühl und Handarbeit gepflegt, mit kompromisslosem Fokus auf optimale Reife. Ohne Dosage und ohne künstliche Einflussnahme abgefüllt, ist er pur und unverfälscht – ein echter Georges Laval.


Cumières

Cumières liegt in der Vallée de la Marne und ist als Premier Cru klassifiziert. Das Terroir bringt ursprüngliche Aromen und eine charakteristische Tiefe hervor. Georges Laval bewirtschaftet die Reben naturnah und ökologisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Assemblage und Ausbau

Die Cuvée vereint Chardonnay, Pinot Noir und Meunier aus Cumières. Der Ausbau erfolgt über acht Monate natürlich im Eichenfass, was Tiefe und ursprüngliche Aromatik betont. Abgefüllt ohne Dosage als Brut Nature, ohne künstliche Einflussnahme.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. Ein harmonisch balancierter Champagner, pur und unverfälscht, mit der charakteristischen Tiefe und Mineralität des Cumières-Terroirs. Der Abgang ist lang und klar.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren, als Apéritif oder als Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Meeresfrüchte, Fisch, Geflügel und feine Vorspeisen.


Lage: Cumières, Premier Cru, Vallée de la Marne (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Premier Cru, Brut Nature
Ausbau: 8 Monate Eichenfass, ohne Dosage

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Rebsorten

Domaine Denis Mortet Chambolle Musigny Aux Beaux Bruns 1er Cru 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny Premier Cru · Pinot Noir

Pinot Noir Aux Beaux Bruns · 1er Cru Chambolle-Musigny 0,23 ha · Reben ~40 Jahre · 1.200 Flaschen 18 Monate Holz · 60% neu

Der Chambolle-Musigny Aux Beaux Bruns 1er Cru 2021 von Denis Mortet ist ein reinsortiger Pinot Noir von Eleganz und Feinheit. Aromen kleiner roter Früchte und ein feiner Abgang mit eleganten Tanninen prägen diesen Wein aus winziger Produktion.


Aux Beaux Bruns – Premier Cru in Chambolle-Musigny

Les Beaux Bruns liegt im unteren Teil des Dorfes Chambolle-Musigny mit Ostausrichtung. Der Boden ist kalkhaltig und reich an weißem Mergel; eine dünne Kieselschicht an der Oberfläche sorgt für gute Entwässerung. Chambolle-Musigny steht für die feinsten, parfümiertesten Pinots der Côte de Nuits.

Die Parzelle umfasst nur 0,23 Hektar mit rund 40 Jahre alten Reben und liefert im Schnitt etwa 1.200 Flaschen. Erzogen wird im Cordon Royat und Single Guyot; gepflügt wird mechanisch, ohne Düngemittel oder chemische Herbizide, nur mit organischen Bodenverbesserern. Die Domaine Denis Mortet zählt zu den Spitzenadressen der Côte de Nuits.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021, von Hand in kleinen Kisten gelesen. Strenge Traubenselektion, teilweise Entrappung und Spontangärung mit natürlichen Hefen.

Ausbau über 18 Monate im Eichenfass, davon 60 % neu und 40 % einmal belegt. Seine optimale Reife erreicht der Wein nach rund acht Jahren.

Im Glas

Aromen kleiner roter Früchte, getragen von Eleganz und Feinheit. Am Gaumen fein gezeichnet, mit einem schönen Abgang und eleganten Tanninen.

Kleine rote Früchte, Eleganz und Feinheit über eleganten Tanninen – Chambolle-Musigny in seiner duftigen Form.

In der Jugend zugänglich, seine optimale Reife erreicht der Wein nach rund acht Jahren. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Aux Beaux Bruns (1er Cru), Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); kalkhaltig, weißer Mergel, Kiesauflage, Ostlage, 0,23 ha, Reben ~40 Jahre
Klassifikation: Chambolle-Musigny Premier Cru
Ausbau: Pinot Noir, teilweise entrappt, Spontangärung; 18 Monate Holz (60% neu, 40% einmal belegt); naturnahe Bewirtschaftung

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Weine

Christian Ottenbreit Silvaner Marktbreit O wie schön ist Franken 2025

Weißwein · Franken · Winzerwein

100 % Silvaner Deutscher Qualitätswein Marktbreit · Franken trocken · 12,5 % vol. Spontangärung Barrique

Der Silvaner „O wie schön ist Franken" 2025 ist der barriquegereifte Silvaner von Christian Ottenbreit aus Marktbreit in Franken. Spontan vergoren und im kleinen Barriquefass ausgebaut, zeigt der Wein herbe, vegetabile Aromen mit einer rauchigen Spur. Reife, saftige Frucht trifft auf Säurebiss und den Griff eines mürben Gerbstoffs. Trocken, mineralisch und würzig im Stil.


Marktbreit – Maindreieck, Franken

Die Reben für diesen Silvaner stehen in Marktbreit im fränkischen Maindreieck, auf Muschelkalk- und Keuperböden; der Hof des Weinguts Ottenbreit liegt im benachbarten Obernbreit. Das „O" steht für Ottenbreit und Obernbreit. Christian Ottenbreit lernte bei fränkischen Winzern sowie den Südtiroler Kellereien Manincor und Muri Gries, studierte Weinbautechnik und vinifiziert seit 2017 unter eigenem Etikett. Der Wein ist als Deutscher Qualitätswein, trocken, eingestuft.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Silvaner. Nach Spontangärung reift der Wein im kleinen Barriquefass, was ihm zarte rauchige und nussige Fasstöne sowie Griff verleiht. 

Im Glas

In der Nase herbe, deutlich vegetabile Aromen mit verhaltener gelber Frucht, einer Spur Rauch, angedeuteten Kapern und kräuterigen Anklängen. Am Gaumen reife, recht saftige Frucht mit Säurebiss und dem Griff eines mürben Gerbstoffs, dazu zart rauchige, leicht nussige und kräuterige Noten, eine Spur ätherisch und im Hintergrund Salz. Der Abgang bleibt rauchig, mit pfeffrigen Nuancen.

Am Tisch

Klassische Begleitung: gebratener Fisch, Geflügel mit Pilzen, Kalbsbraten, gereifter Hartkäse und Spargel. Die rauchig-würzige Art trägt auch herzhafte fränkische Küche. Trinkreif ab sofort, bei kühler, dunkler Lagerung haltbar bis etwa 2029. Serviertemperatur rund 11–12 °C.


Lage Marktbreit, Franken (Maindreieck)
Klassifikation Deutscher Qualitätswein, trocken
Ausbau Spontangärung, kleines Barriquefass

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Weine

Etienne Sauzet Puligny Montrachet Les Referts 1er Cru 2022 BIO

Weißwein · Puligny-Montrachet Premier Cru · Chardonnay

Chardonnay Les Referts · 1er Cru Puligny-Montrachet Sauzet-Parzelle 0,70 ha (1964) · 4.930 Flaschen 2022 · Bio (FR-BIO-01)

Der Puligny-Montrachet Les Referts 1er Cru 2022 der Domaine Etienne Sauzet ist ein kraftvoller Chardonnay-Riese mit Wumms, Kraft und subtiler Mineralität, der in einen schier unendlichen Abgang mündet. Sauzet besitzt hier ein 0,70 Hektar großes Filetstück, 1964 mit besten Klonen bestockt.


Les Referts – Premier Cru an der Grenze zu Meursault

Les Referts erstreckt sich über 5,50 Hektar bis zur Gemeindegrenze von Meursault, westlich von Les Combettes und südwestlich von Les Perrières. Die Chardonnay-Reben wachsen hier auf einem deutlich lehmhaltigeren Mergel-Untergrund mit weniger ausgeprägtem Kalk als in anderen Puligny-1er-Crus. Dadurch reifen die Trauben besser aus, die Säure ist dezenter, und die Weine geraten fruchtiger, maskuliner und mächtiger als ihre Nachbarn.

Die Familie Sauzet bestockte hier 1964 ihre Parzelle. Die Domaine Etienne Sauzet (gegründet 1903) zählt zu den großen Weißwein-Adressen des Burgunds.

Jahrgang 2022 – Côte de Beaune

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die weißen Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Energie – ein gehaltvoller Jahrgang, der die Kraft des Les Referts schön trägt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2022, biologisch (FR-BIO-01), von 1964 gepflanzten Reben. Gesamtproduktion: 4.930 Flaschen.

Die Gärung erfolgt im Stil des Guts spontan in großen Eichenfässern, temperaturreguliert; der gesamte Ausbau bis zur Feinhefelagerung dauert bis zu 18 Monate und gibt dem Wein Tiefe und Textur.

Im Glas

Kraftvoll und mächtig, dabei fein gezeichnet: reife gelbe Frucht trifft auf subtile Mineralität und einen fülligen, runderen Körper. Am Gaumen Wumms und Kraft, getragen von einer dezenten Säure, mit einem schier unendlichen Abgang.

Kraft und Fülle mit subtiler Mineralität – ein maskuliner Puligny mit schier unendlichem Abgang.

Jung schon zugänglich, mit Reifepotenzial über viele Jahre. Bei 12–13 °C servieren.

Am Tisch

Hummer und Krustentiere, Fisch in heller Sauce, Bresse-Geflügel, Kalbsbries, dazu reifer Weichkäse. Ein Wein für die große weiße Küche.


Lage: Les Referts (1er Cru), Puligny-Montrachet (Côte de Beaune); lehmhaltiger Mergel, an Meursault grenzend; Sauzet 0,70 ha (1964), 5,5 ha gesamt
Klassifikation: Puligny-Montrachet Premier Cru; Bio (FR-BIO-01)
Ausbau: Chardonnay; Spontangärung im großen Eichenfass, bis 18 Monate inkl. Feinhefe

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Länder/Regionen

La Baume Merlot Grand Châtaignier

Rotwein · Merlot · Languedoc · Frankreich

Domaine de la Baume Grand Châtaignier Merlot ist ein finessenreicher Merlot aus dem Languedoc in Südfrankreich. Mit komplexen Aromen zeigt er sich im Duft mit Pflaume und Vanille. Im Glas würzig-fruchtig, mit dunkler Beerenfrucht und einem Hauch Schokolade.


Languedoc

Die Domaine de la Baume liegt im Languedoc in Südfrankreich. Das warme, mediterrane Klima und die vielfältigen Böden bringen reife, fruchtbetonte Weine hervor. Der Wein trägt die Bezeichnung Pays d'Oc.

Rebsorte und Ausbau

Der Wein besteht aus Merlot. Der Ausbau im Holzfass verleiht ihm zarte Vanille- und Kokosnussnoten sowie samtige, perfekt eingebundene Tannine.

Im Glas

Tiefes Rot. In der Nase Pflaume und Vanille, dazu zarte Frucht- und Kokosnussaromen. Am Gaumen vereinen sich würzig-fruchtige Noten mit dunkler Beerenfrucht und einem Hauch Schokolade. Die Tannine sind spürbar samtig und perfekt eingebunden.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren.

Klassische Begleitung: Rind, Grillfleisch, Pasta mit kräftigen Saucen und mittelreifer Käse.


Lage: Languedoc (Frankreich)
Klassifikation: Pays d'Oc IGP – Merlot
Ausbau: Merlot, Holzfassreife

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Spirituosen

Lepanto Brandy Solera Gran Reserva

Brandy · Brandy de Jerez · Solera Gran Reserva · Spanien

Lepanto Brandy Solera Gran Reserva ist einer der großen Klassiker unter den spanischen Brandys, hergestellt von González Byass in Jerez. Zu 100 % aus der Palomino-Traube, rund 15 Jahre im klassischen Solera-Verfahren gereift – cremig und fein, mit Karamell, zarten Fasstönen und Zigarrennoten.


Herkunft

González Byass in Jerez de la Frontera (Andalusien) zählt zu den traditionsreichsten Bodegas Spaniens. Lepanto ist der einzige Brandy de Jerez, der vollständig in Jerez und zu 100 % aus der autochthonen Palomino-Traube entsteht.

Destillation und Reifung

Aus Palomino-Wein wird in kupfernen Charentais-Brennblasen doppelt destilliert (die sogenannten „Holandas"). Anschließend reift der Brandy rund 15 Jahre im traditionellen Solera-Verfahren (Criaderas y Solera) in amerikanischen Eichenfässern, die zuvor den Fino Tío Pepe enthielten.

Im Glas

Elegantes Mahagoni mit altgoldenen Tönen. In der Nase edle Hölzer, Karamell, Rosinen, getrocknete Mandeln und ein Hauch Zigarre. Am Gaumen sehr cremig und samtig, fein, trocken aber zugänglich, mit süßen Karamellnoten. Langer, anhaltender Abgang.

Pur genießen

Pur bei Zimmertemperatur in einem bauchigen Glas genießen. Klassisch auch zum Abschluss eines Essens oder – typisch spanisch – zu kräftigem Blauschimmelkäse.

Klassisch solo: pur, als Digestif oder zu Blauschimmelkäse.


Herkunft: Jerez de la Frontera, Andalusien (Spanien)
Art: Brandy de Jerez Solera Gran Reserva (100 % Palomino)
Destillation: doppelte Destillation in Charentais-Brennblasen
Reifung: rund 15 Jahre, Criaderas y Solera, in ex-Tío-Pepe-Fino-Fässern

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