Das Weinland Südafrika

Weinbau am Kap der Guten Hoffnung

Rainbow Nation wird Südafrika gerne genannt, und so vielfältig die ethnische Zusammensetzung, die Kultur, die Sprachen und die Landschaft sind, so abwechslungsreich präsentiert sich auch der Weinbau des Landes. Etabliert wurde er ausgerechnet von einem Volk, das so gar nichts mit Rebenzucht am Hut hatte: den Niederländern. Als sie 1652 in Südafrika anlandeten, hatten sie allerdings auch nicht vor, auf diesem Gebiet Meilensteine zu setzen. Ganz im Gegenteil: die Region am Tafelberg wurde in erster Linie als reiner Versorgungsstützpunkt in Besitz genommen, eine Art Tankstelle, an der die Schiffe der Vereinigten Ostindien-Kompanie (VOC) auf dem Weg von Europa nach Indien ihre Bestände auffüllen konnten. Der dort erzeugte Wein sollte den Matrosen denn auch nicht als Genussmittel dienen, sondern wurde vor allem geschätzt, weil er durch seinen Alkoholgehalt auf wochenlangen Seereisen weniger schnell verdarb als Wasser. Auch sein natürlicher – wenn auch sehr geringer – Gehalt an Ascorbinsäure, besser bekannt als Vitamin C, machte ihn zum beliebten Tonikum, das die Auswirkungen von Mangelerkrankungen wie der gefürchteten Skorbut zumindest ein bisschen im Zaum halten konnte. Solche Weine darf man sich natürlich nicht wie die heute üblichen vorstellen. Sie hatten meist nur wenige Volumenprozent, waren völlig ungeschönt und schmeckten wohl ausgesprochen sauer. Dennoch waren sie schon aus bekannten Reben gekeltert: da es im Süden Afrikas keine autochthonen Gewächse gab, importierte man sie aus Europa, vor allem aus Frankreich. Und obwohl die Hugenotten eben diesem Land aus weltanschaulichen Gründen gerade erst den Rücken gekehrt hatten, waren sie es, die in der neuen afrikanischen Heimat mit den französischen Reben am besten klarkamen und den ersten Quantensprung in Sachen Weinerzeugung einleiteten. Kaperten also bald französische Religionsflüchtlinge den Weinbau am Kap? Nur zum Teil, denn an einem Holländer kommt man kaum vorbei, will man die bewegte Geschichte des südafrikanischen Weinbaus verstehen.

Simon van der Stel war sein Name, und er galt im Amt des Gouverneurs als deutlich ambitionierter als sein Vorgänger. Dieser hatte – auch aufgrund mangelnder Kenntnisse – den Weinbau sehr stiefmütterlich behandelt und vor allem auf den Anbau von Gemüse gesetzt. Van der Stel hingegen war seit jeher weininteressiert, und so gründete er im Jahr 1685 an den Hängen einer Verlängerung des Tafelberges das 750 Hektar große Weingut Constantia. Obwohl dieses nach dem Tod des Gründers rasch in mehrere Teile zerfiel, sollte es sich doch als äußerst wirkmächtig erweisen, indem es die Tropfen Südafrikas erstmals einer breiteren Konsumentenschicht bekannt machte. Das unbestrittene Aushängeschild des Gutes war nämlich ein gleichnamiger Süßwein, gekeltert aus verschiedenen Muskatellertrauben, die zwar schon rosiniert, aber nicht von Edelfäule befallen gelesen wurden. Anders als andere beliebte Dessertweine der damaligen Zeit – Marsala oder Port etwa – wurde er nicht aufgespritet, sodass sein Alkoholgehalt sich im moderaten Bereich von 13 oder 14 Volumenprozent bewegte. Dennoch erwies sich der hohe Restzuckeranteil als ausreichend, um ihn ohne die Gefahr eines spontanen Verderbens auf die Exportreise nach Europa schicken zu können – während die trockenen Weine vom Kap noch eine längere Zeit ausschließlich den Einheimischen vorbehalten bleiben sollten. Die süßen Constantias erfreuten sich bald großer Beliebtheit in den besseren Kreisen der Alten Welt – sehr zum Ärger der dortigen Weinproduzenten, die die aufstrebende Konkurrenz als Bedrohung wahrnahmen und versuchten, exorbitant hohe Einfuhrzölle für sie zu erreichen oder gleich die Lieferung von damals für den Transport zwingend benötigten Fässern zu unterbinden. Aber die Fürsprecher in mächtigen Positionen waren einfach zu zahlreich: neben Literaten erwiesen sich vor allem gekrönte Häupter als große Fans des Weines, der zeitweise auf einer Ebene mit Tokajer und Sauternes rangierte. Der bekannteste unter ihnen ist wohl Napoleon – auch wenn er wahrscheinlich erst während seines Exils auf der nicht allzu weit entfernten Insel St. Helena auf den Geschmack kam, soll er so verliebt gewesen sein, dass er sich einen Constantia als Sterbetrunk servieren ließ.

Unter Hugenotten und Holländern schienen sich die Reben Südafrikas also allmählich echt wohlzufühlen. Doch dieser erste Höhenflug sollte nicht allzu lange währen: die VOC, der die Kolonie faktisch unterstand, pfiff Ende des 18. Jahrhunderts aus dem letzten Loch. Die Zeit der niederländischen Dominanz im Gewürzhandel war schlicht und einfach vorbei. Zudem hatte der gerade schon erwähnte Napoleon das Land 1795 in einem Handstreich unterworfen und in einen Vasallenstaat verwandelt. Um die Verteidigungsfähigkeit des südafrikanischen Territoriums stand es also denkbar schlecht. Das wiederum erkannte Großbritannien sehr rasch und verleibte sich die Region 1797 erstmals ein. Zwar mussten die Briten sie wenige Jahre später zunächst an die Niederlande zurückgeben, schlugen 1806 aber erneut zu und rückten ihre Eroberung dann nicht mehr heraus. Für die Rebenzucht am Kap hatte das recht zwiespältige Folgen: zwar erweiterte der Absatzmarkt sich dadurch zunächst enorm, zumal Großbritannien lange Zeit den Wein aus dem verfeindeten Frankreich boykottierte – man war weinbaulich endgültig den Kinderschuhen entwachsen. Zum anderen trat dadurch aber auch eine gewisse Verflachung der Erzeugnisse ein: die Briten waren sehr stark auf schwere, alkoholverstärkte Weine fixiert, die fortan einen Großteil der Produktion ausmachten. Und als sie sich irgendwann mit den Franzosen wieder ausgesöhnt hatten und Wein wie in alter Zeit einfach nur über den Ärmelkanal schicken zu lassen brauchten, stand Südafrika ohne Abnehmer vor einer riesigen Likör-Monokultur.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lag der Weinbau dann vollends darnieder. Das lag zum einen an der Reblausplage, die das Land in verheerendem Ausmaß heimgesucht hatte – viele bisherige Weinberge wurden kurzerhand in Obstplantagen umgewandelt. Es lag aber auch an den fortwährenden Auseinandersetzungen zwischen Briten und den Buren, Afrikaans sprechenden Nachkommen der niederländischen Erstbesiedler. Diese hatten sich nach der britischen Eroberung der Kapkolonie weiter ins Landesinnere zurückgezogen und dort unabhängige Republiken wie Transvaal oder den Oranje-Freistaat gegründet, um an der von den Briten 1833 verbotenen Sklaverei festhalten zu können. Diese hatten ihrerseits jedoch ein großes Interesse an einer Ausdehnung des eigenen Machtbereichs, um die vielversprechenden Vorkommen an Gold und Diamanten auszubeuten. Es bedurfte zweier überaus blutiger Kriege, bevor schließlich mit der Vereinigung burischer und britischer Territorien 1910 in der Südafrikanischen Union der Konflikt beigelegt werden konnte. Doch erst im Anschluss an den Ersten Weltkrieg konsolidierte sich die Weinwirtschaft langsam wieder. Die Bevölkerung war inzwischen durch europäische Einwanderer massiv angewachsen. Das sicherte einen großen Binnenmarkt, zudem bildete sich erstmals ein – wenn auch eher fragiles – Zusammengehörigkeitsgefühl.

Dem wollte man auch weinbaulich irgendwie huldigen und stellte bei dieser Gelegenheit fest, dass es zwar allerhand europäische Reben im Land gab, aber keine genuin südafrikanische. An der Universität Stellenbosch machte man sich also ans Werk und präsentierte im Jahr 1925 der Öffentlichkeit stolz den Pinotage. Die Traube war eine recht raffinierte Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut – der in Südafrika früher gern Hermitage genannt wurde, daher der Name -, bestens angepasst an das heiße und sehr niederschlagsarme Klima im Land. Auch die tief granatrote Farbe und das samtig-süße Aroma von Pflaume, dunklen Beeren und tropischen Früchten, unterlegt mit Noten von Vanille, Tabak und Schokolade, schien ihren Erfindern ein perfektes Visitenkärtchen Südafrikas zu sein. Das ist bis heute so geblieben, denn obwohl sich viele Neue-Welt-Länder um den Pinotage bemühten, wollte die frühreifende und sehr zuckerhaltige Sorte nirgendwo anders so recht Wurzeln schlagen. Der besondere Clou ist, dass sowohl fruchtbetonte, sofort trinkreife Alltagsweine als auch extraktreich-komplexe, lange lagerfähige Tropfen aus uralten Buschreben erzeugt werden können. Um auch rauchige und würzige Töne aus der Traube herauszukitzeln, setzt man häufig auf eine Reifung im Barriquefass, die aber dank der sortentypisch weichen Tannine keineswegs zwingend erforderlich ist. Bis der Pinotage tatsächlich Marktreife erlangte, sollte es noch fast vier weitere Jahrzehnte dauern. Dann aber setzte sich die neue Nationalrebsorte sowohl als Solist als auch im Verschnitt mit Merlot oder Cabernet Sauvignon in den sogenannten Cape Blends durch – wobei sie allerdings niemals Potential für echte Spitzenweine offenbarte.

Aber immerhin, es schien doch voranzugehen? Auf jeden Fall, im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts war der Weinbau zunächst wieder auf Kurs. Es gab da nur ein Problem. Die Buren hatten in ihrem Friedensvertrag mit den Briten ausgehandelt, die Rechte aller nichtweißen Einwohner auch weiterhin massiv zu beschränken – die Grundlage der Apartheidspolitik, die das Land bis Anfang der 1990er prägen sollte. Die Winzer nutzten das zwar gerne für ihre Zwecke aus. Besonders beliebt war etwa der Deal, als Landwirt den Bau eines Gefängnisses mitzufinanzieren und dann auf die schwarzen Insassen als billige Hilfskräfte zugreifen zu können. Nach außen hin erwies sich diese Ungleichbehandlung aber als äußerst kontraproduktiv – viele andere Staaten lehnten die Methoden des Regimes ab, und obwohl Südafrika zunächst als einziger afrikanischen Nation der wirtschaftliche Aufstieg in den Kreis der Erste-Welt-Länder gelang, war es mit zunehmender Dauer der Rassentrennung international immer mehr isoliert, musste etwa den Kreis der Commonwealth-Staaten verlassen und die Belegung mit harschen UN-Sanktionen hinnehmen. Das brachte natürlich auch das weitgehende Fehlen von Exportmärkten mit sich – statt sich in der Weinwelt mit anderen Nationen zu messen und fortzuentwickeln, schmorte man einmal mehr im eigenen Saft. Produziert wurden Brandy und Port in rauen Mengen, aber kaum ein Stillwein, der halbwegs geschulte Geschmacksknospen zu überzeugen in der Lage gewesen wäre. Das hing auch damit zusammen, dass bis 1982 der Import europäischer Rebstöcke schlicht verboten war – zwar wurde munter geschmuggelt und einige befanden sich schon seit langer Zeit im Land und genossen Bestandsschutz, allerdings kamen sie nicht einmal auf ein Fünftel der Gesamtrebfläche.

Die vielfältige und qualitätsbewusste Szene, die den südafrikanischen Weinbau heute trägt, hat sich tatsächlich erst in den vergangenen 30 Jahren entwickelt. Als die Apartheid mit dem überwältigenden Wahlsieg des ANC 1994 und der darauffolgenden Präsidentschaft Nelson Mandelas faktisch endete, entstand eine Art Goldgräberstimmung: Jungwinzer nutzten die Gunst der Stunde und ließen sich in Ländern wie Frankreich auf den neuesten Stand der Technik bringen, Betriebe investierten hohe Summen in brandneue Ausstattung und allerorten unternahm man Versuche mit neuen Rebsorten. Die weitestgehende politische Gleichstellung Schwarzer und Weißer in Südafrika darf dabei jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Weinbau noch immer eine fast ausschließlich weiße Domäne ist: obwohl sie nur etwa acht Prozent der Gesamtbevölkerung stellen, kontrollieren sie vom Anbau über die Kellertechnik bis zur Logistik und Vermarktung die gesamte Wertschöpfungskette; Schwarze, immerhin vier Fünftel der Bevölkerung, übernehmen nach wie vor allenfalls landwirtschaftliche Hilfsarbeiten oder Kellnerjobs in Restaurants. Auch in Sachen Konsum gibt es große ethnische Unterschiede: denn obwohl die finanzielle Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weißen nicht mehr so exorbitant groß ist wie während der Rassentrennung, leben viele Schwarze noch immer in prekären Verhältnissen und greifen eher zu anderen alkoholischen Getränken als zum vergleichsweise teuren Wein.

Dabei ist er im internationalen Vergleich sehr preiswert – Nebenwirkung der dauerhaft am Boden liegenden Landeswährung Rand. Und weil im Inland abseits einer kleinen weißen Mittel- und Oberschicht und des Tourismus Absatzmärkte rar sind, muss mit etwa der Hälfte der Gesamtproduktion verhältnismäßig viel exportiert werden. Die Europäer kann es freuen: sie bekommen für kleines Geld Wein, der sich längst nicht so sehr auf Bückware-Niveau herablässt wie der vieler anderer Weinbau-Nationen der südlichen Hemisphäre – und dem darüber hinaus attestiert wird, dem in Europa vorherrschenden Weinstil am nächsten zu kommen. Bei Chardonnay, Merlot, Sauvignon Blanc und Co. muss man sich also keine Sorgen machen, von völlig unerwarteten Geschmackseindrücken überwältigt zu werden, zumal man sie schon eine ganze Weile kultiviert. Spannender sind schon die allmählich in den Fokus rückenden klassischen Rhone-Sorten Grenache und Syrah. Aber wenn man gerade das Besondere, die landestypische Spezialität sucht? Greift man neben dem uns schon bekannten Pinotage am besten zum Chenin Blanc. Der stammt zwar ursprünglich aus Frankreich, ist dort aber gerade mal auf 9000 Hektar anzutreffen, während sie in Südafrika mit der doppelten Hektarzahl als die beliebteste Traube des Landes gilt. Die Erfolgsgeschichte des Chenin Blanc so weit von zuhause entfernt ist einigermaßen ungewöhnlich, denn meistens wählen Neue-Welt-Länder solche Trauben zu ihren Aushängeschildern, die recht pflegeleicht sind und konstante Erträge bringen. Anders hier: die Traube, die wahrscheinlich schon mit den ersten niederländischen Siedlern ins Land kam und jahrhundertelang als „Steen“ bekannt war, bevor man ihre genetische Übereinstimmung mit dem Chenin Blanc beweisen konnte, ist ziemlich anspruchsvoll – dafür aber auch unglaublich vielseitig, manchmal sogar unberechenbar. Der hohe Zuckergehalt und die dicken, für Edelfäule sehr anfälligen Schalen prädestinieren ihn einerseits für den Ausbau als Süßwein, die sehr präsente Säure wiederum bildet die Grundlage für spannende Schaumweine. Aber auch als trockener Stillwein weiß die Traube zu überzeugen: in guten Jahrgängen können diese entweder leicht und frisch mit einem zart blumigen Bukett oder, bei entsprechender Pflege, auch durchaus seidig-komplex geraten und Ähnlichkeiten zu einem Burgunder aufweisen. In weniger guten Jahren (oder unter den Händen weniger begabter Winzer) neigen sie hingegen zu Muffgeschmack oder stechender Säure und werden dann in Massen der Branntweinproduktion zugeführt. Mit seiner Eigenwilligkeit provoziert der Chenin Blanc sowohl Begeisterung als auch Skepsis, ist auf jeden Fall immer eine kleine Wundertüte und auf Blindproben oft ein Tropfen, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann.

Nach wie vor konzentriert sich der Weinbau größtenteils auf jene Region, in der er vor über 350 Jahren begonnen wurde: den Raum Kapstadt. Das hat jedoch nicht allein historische Gründe, sondern liegt auch in den hier herrschenden klimatischen Bedingungen begründet. Denn obwohl es zwischen dem 31. und dem 34. südlichen Breitengrad eigentlich deutlich zu warm für die Erzeugung hochwertiger Tropfen sein müsste, hat man mit der Hitze kaum Probleme, es ist angenehm mediterran. Verantwortlich dafür ist die Nähe zum Wasser, genauer gesagt zum Atlantischen und zum Indischen Ozean, die am Kap aufeinander treffen. Haben große Gewässer an sich schon eine kühlende Wirkung auf die angrenzenden Landmassen, wird dieser Effekt hier zusätzlich noch durch kalte Meeresströmungen aus dem Bereich der Antarktis unterstützt. Weil man aber in Kapnähe bleiben muss, um von dieser frischen Brise zu profitieren, nehmen sich die 100 000 Hektar Rebfläche in Relation zur eigentlichen Größe des Landes verschwindend gering aus. Dennoch reicht dieses Weinbau-Areal, das ziemlich genau demjenigen Deutschlands entspricht, für den siebten Platz der Weltrangliste aus – die Hektarerträge in Südafrika sind nämlich etwas höher als bei uns. Dafür unterscheidet man allerdings zwischen gerade einmal fünf Regionen. Die wichtigste von ihnen ist die Coastal Region, die etwa ein Drittel des gesamten Weinbaus auf sich vereinigt. Hier finden sich so bekannte Distrikte wie das früher für seine bordeauxähnlichen Rotweine bekannte Stellenbosch, Swartland oder das nach den ehemals vorwiegend hugenottischen Bewohnern benannte Franschhoek. Zwar sind es eher die Distrikte, mit denen auf dem internationalen Markt geworben wird, allerdings kennt man auch seit über 50 Jahren schon das Konzept der Einzellage, die nicht größer als sechs Hektar sein darf, hat also durchaus ein Verständnis von der Bedeutung des Terroirs. Die nordwestlich der Metropole Kapstadt gelegene Coastal Region ist denn auch der Motor, in der sich neue weinbauliche Tendenzen wie die Suche nach Höhenlagen für den Anbau von Cool-Climate-Weinen oder die Wiederentdeckung an die hundert Jahre alter Buschreben zuerst vollziehen, andere Regionen wie Klein Karoo, Breede River Valley oder Olifants River sind für Spitzengewächse oft schlicht zu heiß und darum noch eher der alten Port- und Brandy-Seligkeit verhaftet.

Obwohl Südafrika stets eher eine Weißwein-Nation war und auch heute noch ist, präsentieren sich viele Gerichte der landestypischen Küche eher rotweinkompatibel. Denn trotz der sehr langen Küste wird verhältnismäßig wenig Fisch verzehrt, der Fokus liegt klar auf Fleisch – ob als Potjiekos-Eintopf aus dreibeinigen Gusseisentöpfen, als Boerewors zu Wurst verarbeitet oder als das legendäre Trockenfleisch Biltong. Neben Lamm und Rind schätzt man vor allem einheimische, klassischerweise wild lebende Tiere wie diverse Antilopenarten, Warzen- oder gar Stachelschweine. Besonderer Beliebtheit erfreut sich auch der fettarme Strauß. Die südafrikanische ist eine klassische Crossover-Küche, die niederländische, britische und traditionell afrikanische Einflüsse verbindet. Insbesondere die Funktion als Zwischenstation im Gewürzhandel hat ihre Spuren hinterlassen, denn Koriander, Ingwer, Zimt und andere haben ihren festen Platz in vielen Rezepten – am bekanntesten ist sicherlich die omnipräsente Würzsoße Chakalaka. In der jüngeren Zeit setzen auch asiatische Einwanderer vermehrt Akzente: so sind es etwa die aus Indien stammenden Samoosas, gefüllte Teigtaschen, die sich zu schon länger etabliertem Frittiertem wie Koeksister oder Vetkoek gesellen. Zu einem gelungenen Foodpairing gehört in Südafrika wahrscheinlich immer etwas mehr Fantasie als in anderen Ländern, und das ist gar nicht despektierlich gemeint.

Wir sehen also, Weinbau in Südafrika gibt es nicht ohne Kapriolen, ohne ständiges Auf und Ab. Aber wir befinden uns hier nicht umsonst am Kap der Guten Hoffnung. Während früher die Seefahrer Grund zu ebensolcher hatten, weil nun schon die Hälfte der Strecke hinter ihnen lag, sind es heute die Winzer und vor allem die Konsumenten, die sich Hoffnung machen dürfen, dass die Erfolgsgeschichte Südafrika gerade erst begonnen hat. Die Schwierigkeiten sind nach wie vor zahlreich: aufgrund der Trockenheit ist in vielen Bereichen künstliche Bewässerung vonnöten, ein Zustand, der sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich eher noch verstärken wird. Investitionen wie in ebensolche fallen vielen Winzern aber schwer, denn die sehr schwache Landeswährung macht es ihnen nicht leicht, sich ein finanzielles Polster anzulegen – ohnehin verfügen viele, gerade jüngere und experimentierfreudige Weinbauern kaum über eigene Flächen. Auch die große Abhängigkeit vom Tourismus hat sich während Corona als überaus verhängnisvoll erwiesen. Doch nach jedem Wolkenbruch besteht die Möglichkeit auf ein neuerliches Erstrahlen des Regenbogens, um zu unserem Bild vom Anfang zurückzukehren. Der Wasserschleier liegt noch in der Luft, die Sonne bricht gerade hinter den Wolken hervor: wird die Rainbow Nation den Sprung an die Weltspitze schaffen? Die Anzeichen dafür sind klar erkennbar – zumindest wenn einige Trends anhalten. Das sind besonders die Nutzung von kühlen und in der Nähe des Meeres gelegenen Höhenlagen, die qualitativ deutlich bessere Ergebnisse hervorbringen als der Weinbau in der Ebene, und die Konzentration auf Chenin Blanc und Syrah als hochwertige Leitrebsorten, an deren Resultaten sich andere Weine messen müssen. Und dann heißt es: hoffen! Gerade in Deutschland, nach Großbritannien der größte Abnehmer südafrikanischen Rebensaftes, wird sich das Schicksal der Weine vom Kap in den kommenden Jahren entscheiden. Text: Dario Sellmeier

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Weine

Tentenublo Escondite del Ardacho Las Guillermas Magnum 2016

Rotwein · Rioja Alavesa · Tempranillo (Single Parcel · Magnum)

Tempranillo & Viura Escondite del Ardacho · Las Guillermas Single Parcel · 0,62 ha DOCa Rioja (Alavesa) Tentenublo (Roberto Oliván) kalkhaltiger Lehm · 60+ J. Reben Magnum 1,5 l · nur 25 Flaschen ungeschönt & unfiltriert · 2016

Der Tentenublo Escondite del Ardacho „Las Guillermas" 2016 in der 1,5-Liter-Magnum ist eine echte Rarität – nur 25 Flaschen dieses Großformats wurden gefüllt. Ein Single-Parcel-Tempranillo von nur 0,62 Hektar, der trotz seiner stattlichen Alkoholwerte kühl, fein und salzig ist und ganz klar sein großes Terroir widerspiegelt.


Las Guillermas – 0,62 Hektar auf Lehmkalk

Tentenublo ist das Projekt von Roberto Oliván aus dem Gebiet um Viñaspre in der Rioja Alavesa, dem baskischen Teil der Region. Die Escondite-del-Ardacho-Reihe versammelt seine Single-Parcel-Weine, die das jeweilige Mikroterroir mit größter Detailtreue übersetzen.

Die Einzellage Las Guillermas besteht aus lediglich 0,62 Hektar, bestockt mit 0,40 Hektar Tempranillo und 0,20 Hektar Viura. Die Reben haben inzwischen ein Alter von über sechzig Jahren erreicht, fußen auf kalkhaltigem Lehmgrund und sind einem stark atlantischen Klima ausgesetzt – die Grundlage für den kühlen, salzigen und mineralischen Charakter des Weins.

Jahrgang 2016 – Rioja

2016 war an der Rioja ein ausgewogener Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht und lebendiger Säure. Die Höhenlage mit ihrem stark atlantischen Einfluss und der kompromisslos handwerkliche Stil von Roberto Oliván bewahrten Frische, Salzigkeit und die mineralische Prägung des Lehmkalkbodens. Im Magnumformat, das langsamer und gleichmäßiger reift, zeigt sich der Wein besonders frisch und langlebig.

Assemblage und Ausbau

Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (0,40 ha Tempranillo / 0,20 ha Viura), Jahrgang 2016, trocken; von über 60 Jahre alten Reben. Abgefüllt in der 1,5-Liter-Magnum.

Der Wein wird kompromisslos natürlich vinifiziert und – wie immer bei Tentenublo – ungeschönt und unfiltriert abgefüllt. So bleibt das große Terroir der kleinen Parzelle unverfälscht erhalten. Gesamtproduktion: nur 25 Magnums.

Im Glas

Trotz seiner stattlichen Alkoholwerte ist dieser Wein kühl, fein, salzig und spiegelt ganz klar sein großes Terroir wider. Die Fruchtaromen sind vorhanden und brillieren mit Kirsche, Weichsel und feinem Kräuterduft. Diese Aromen unterstützen die Mineralik nuancenreich und münden in einen satten, langen Nachhall. Es gibt viele Einzellagenweine aus der Rioja, aber sicherlich keinen so speziellen und großartigen Tempranillo wie diesen.

Trotz stattlicher Alkoholwerte kühl, fein und salzig – Kirsche, Weichsel und feiner Kräuterduft stützen nuancenreich die Mineralik und münden in einen satten, langen Nachhall.

Ein terroirgeprägter Tempranillo, im Magnumformat mit großem Reifepotenzial; vor dem Genuss dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Rind, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu Pilzgerichten und gereiftem Käse – ein Großformat für die festliche Tafel.


Lage: Einzellage Las Guillermas (0,62 ha), Rioja Alavesa (Spanien); kalkhaltiger Lehmgrund, stark atlantisches Klima; über 60 Jahre alte Reben
Klassifikation: DOCa Rioja; Single-Parcel-Wein aus Tempranillo mit Viura (trocken); Magnum 1,5 l
Ausbau: kompromisslos natürliche Vinifikation, ungeschönt und unfiltriert abgefüllt; nur 25 Magnums

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Schaumweine

Weingut Andres 6670 Rosé brut

Winzersekt · Pfalz · Rosé (Spätburgunder & Chardonnay)

Spätburgunder & Chardonnay 6670 · Rosé brut Mittelhaardt · Pfalz Weingut Andres Löss · Buntsandsteinverwitterung Flaschengärung · ≥18 Mon. Hefe 1. Gärung spontan im Holz

Der Weingut Andres 6670 Rosé brut ist ein Pfälzer Winzersekt aus Spätburgunder und Chardonnay. Der Name „6670" steht für die Geburtsjahrgänge der Eltern Petra und Matthias. Ein Rosé-Sekt, den Eleganz, Struktur und ein feiner Mousseux auszeichnen.


Weingut Andres – Rosé-Winzersekt aus der Pfalz

Das Weingut Andres in Deidesheim wird von den Brüdern Michael und Thomas Andres geführt, die ihre Lagen an der Mittelhaardt ökologisch, ergänzt durch biodynamische Grundsätze, bewirtschaften. Der Name „6670" hört sich kryptisch an, es sind aber die Geburtsjahrgänge ihrer Eltern Petra und Matthias.

Die Trauben stammen von Böden aus Löss und Buntsandsteinverwitterung. Diese Kombination gibt der Cuvée aus Spätburgunder und Chardonnay Frische, Struktur und eine feine Prägung – die Grundlage für einen eleganten Rosé-Sekt.

Herkunft – Pfalz (Mittelhaardt)

Die von Löss und Buntsandsteinverwitterung geprägten Lagen der Mittelhaardt und die präzise, herkunftsbetonte Handschrift des Weinguts bilden die Grundlage dieses Sekts: reife Frucht trifft auf Frische, Eleganz und feinen Mousseux.

Herstellung und Ausbau

Rosé-Sekt (brut) aus einer Cuvée von Spätburgunder und Chardonnay; klassische Flaschengärung.

Die perfekt gelesenen Trauben werden bei der ersten Gärung spontan mit natürlichen Hefen im großen Holzfass vergoren. Nach der zweiten Gärung liegt der Sekt mindestens 18 Monate auf der Hefe – diese lange Hefereife schenkt ihm Eleganz, Struktur und den feinen Mousseux. Bewirtschaftet wird biologisch (DE-ÖKO-039), ergänzt durch biodynamische Grundsätze.

Im Glas

Ein Rosé-Sekt von feinem, elegantem Mousseux: zarte Aromen von roten Beeren und Kirsche, ergänzt um helle Zitrus- und Brioche-Anklänge aus der langen Hefereife. Am Gaumen strukturiert und frisch, mit cremiger Perlage, klarer Frucht und einem trockenen, animierenden Finish.

Rote Beeren und Kirsche über hellen Zitrus- und Brioche-Anklängen – elegant und strukturiert, mit feinem, cremigem Mousseux und trockenem Finish.

Als festlicher Aperitif ebenso wie als Speisenbegleiter. Bei 8–10 °C servieren.

Am Tisch

Als Aperitif, zu Vorspeisen und Fingerfood, zu Lachs und Sushi, zu Geflügel und hellem Fleisch sowie zu fruchtigen Desserts.


Lage: Mittelhaardt, Pfalz; Böden aus Löss und Buntsandsteinverwitterung
Klassifikation: Winzersekt b.A., Rosé, brut; Cuvée aus Spätburgunder und Chardonnay
Ausbau: 1. Gärung spontan mit natürlichen Hefen im großen Holzfass, klassische Flaschengärung, ≥18 Monate Hefereife; biologisch/biodynamisch, DE-ÖKO-039

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Länder/Regionen

Zenato Santa Cristina Lugana Vigneto Massoni

Wein · Weißwein · Lugana · Italien

Zenato Lugana Santa Cristina Vigneto Massoni ist der Einzellagenwein der Familie Zenato vom Gardasee. Aus Trebbiano di Lugana besticht er durch seinen Blütenduft, leicht grasige Noten und elegante Kraft am Gaumen; im Geschmack gesellen sich Honigmelone und Kräuter hinzu – zur mediterranen Küche wie geschaffen.


Lugana / Gardasee

Seit fast 50 Jahren schreibt die Familie Zenato rund um den Gardasee eine Erfolgsgeschichte nach der anderen. Dieser Wein stammt aus der Einzellage „Massoni" in der Lugana DOC am südlichen Seeufer, auf lehmig-kalkhaltigen Böden. Zenatos Lugana-Weine zählen zu den besten ihrer Art und haben sich einen festen Platz in der gehobenen Gastronomie erarbeitet.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Trebbiano di Lugana (lokal Turbiana), von der einzelnen Lage Vigneto Massoni. Die Gärung erfolgt im Edelstahltank bei kontrollierter Temperatur, gefolgt von einer Reife auf der Feinhefe, die dem Wein zusätzlichen Schmelz und Tiefe verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Helles Strohgelb. In der Nase Blütenduft mit leicht grasigen Noten, dazu Honigmelone und feine Kräuter. Am Gaumen elegant und kraftvoll, mit feiner Säure, gutem Schmelz und langem Nachhall.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – wie geschaffen für die mediterrane Küche.

Passt zu: Fisch, Meeresfrüchten, Risotto, Pasta mit Gemüse und hellem Fleisch.


Lage: Lugana DOC, Einzellage Vigneto Massoni, Gardasee (Italien); Azienda Zenato
Klassifikation: Lugana DOC – 100 % Trebbiano di Lugana (Turbiana), trocken
Ausbau: Edelstahltank, Reife auf der Feinhefe

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Rebsorten

Domaine Fontaine du Clos Reflets Vacqueyras

Rotwein · Vacqueyras · Cuvée · Rhône

Domaine Fontaine du Clos Vacqueyras Reflets de l'Âme ist eine Rotwein-Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre aus der südlichen Rhône. Die Trauben stammen vom Hochplateau rund um Sarrians, wo die Reben auf lehmigen Böden mit alluvialem Geröll wurzeln. Saftig und konzentriert zeigt sich der Wein, mit feinkörnigem Tannin und harmonischer Würze. Erdbeerkonfitüre, rosa Pfeffer und Blutorange prägen das Bukett.


Vacqueyras – Sarrians

Die Weinberge liegen auf dem Hochplateau rund um Sarrians in der südlichen Rhône. Die Reben fußen auf lehmigen Böden mit alluvialem Geröll und werden vom mediterranen Klima mit heißen Sommern, kalten Wintern und dem kühlen Mistral geprägt – ideale Bedingungen für konzentrierte, würzige Rotweine.

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre. Nach dem Entrappen und sanften Anquetschen bleibt der Most lange auf den Schalen, um Farbe, Struktur und aromatische Tiefe zu gewinnen. Der Ausbau im Betontank bewahrt die klare Frucht und den Terroir-Ausdruck.

Im Glas

Leuchtendes Granatrot. In der Nase ein verführerischer Duft nach Erdbeerkonfitüre, rosa Pfeffer, Blutorange und einem Hauch Kakao. Am Gaumen saftig und konzentriert, mit feinkörnigem Tannin und harmonischer Würze.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; vor dem Genuss dekantieren.

Klassische Begleitung: Entenbrust, Lammkeule, Gemüsetajine und eine vielfältige Käseauswahl.


Lage: Vacqueyras – Sarrians, südliche Rhône (Frankreich)
Klassifikation: AOC Vacqueyras
Ausbau: Grenache, Syrah & Mourvèdre, Betontank

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Weine

Metzger Rosé Zéro

Alkoholfrei · Rosé · entalkoholisiert · Pfalz

Metzger Rosé Zéro Berrig ist ein fruchtiger alkoholfreier Rosé aus entalkoholisiertem Wein vom Weingut Metzger aus der Pfalz. „Berrig" ist Pfälzer Mundart für richtig lecker – und genau so präsentiert sich dieser Rosé: saftig, fruchtbetont und unbeschwert. Ein Genuss ohne Alkohol für jede Gelegenheit.


Pfalz

Das Weingut Metzger liegt in der Pfalz im Südwesten Deutschlands. Grundlage ist ein fruchtiger Rosé, dem nach der Vinifikation schonend der Alkohol entzogen wird.

Herstellung

Zunächst entsteht ein klassischer Rosé, der anschließend schonend entalkoholisiert wird. So bleibt die fruchtbetonte Aromatik erhalten, während der Wein alkoholfrei wird.

Geschmack

Helles Rosé. Fruchtig und saftig, mit Noten roter Beeren. Am Gaumen frisch und unbeschwert.

Zum Genuss

Gut gekühlt bei 6–8 °C servieren, pur oder als Basis für alkoholfreie Aperitifs.

Klassische Begleitung: Salate, leichte Sommerküche, Gegrilltes oder solo.


Herkunft: Pfalz (Deutschland)
Art: Alkoholfreier Rosé (entalkoholisierter Wein)
Mindesthaltbarkeit (MHD): 09/2026

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Weine

Kühling-Gillot Nackenheim Riesling 2022 BIO

Weißwein · Nackenheim (Rheinhessen) · Riesling (Erste Lagen)

Riesling Nackenheim VDP.Aus Ersten Lagen Kühling-Gillot Roter Hang · Nackenheim roter Tonschiefer (Rotliegendes) große alte Stückfässer · langes Hefelager BIO (DE-ÖKO-006) · 2022

Der Kühling-Gillot Nackenheim Riesling 2022 ist ein Prototyp des Rieslings vom Roten Schiefer. Von der Tonschieferbank, die in Nackenheim an die Oberfläche tritt – kristallklar, würzig und tief.


Nackenheim – wo die Tonschieferbank an die Oberfläche tritt

Das biologisch arbeitende Weingut Kühling-Gillot von Carolin Spanier-Gillot und H. O. Spanier in Bodenheim zählt zu den führenden Adressen am Roten Hang (DE-ÖKO-006). Der Rote Hang ist von der namensgebenden Tonschieferbank geprägt, die in Nackenheim an die Oberfläche tritt, bevor sie südlich von Nierstein wieder verschwindet.

In diesem kurzen Abschnitt wachsen nicht nur die berühmten Rieslinge der historischen Großen Lagen, sondern auch der Riesling der Ersten Lage Nackenheim: auf 90 bis 140 Metern, mit einer Neigung von 75 bis 120 % und einem Boden aus rotem Tonschiefer. Der Wein ist ein Prototyp für diese einzigartige Gesteinsformation, die den Roten Hang zu internationaler Größe führte.

Jahrgang 2022 – Roter Hang (Rheinhessen)

2022 war in Rheinhessen ein warmer, sonnenreicher Jahrgang mit reifer, gesunder Frucht. Der rote Tonschiefer bewahrte steinige Würze, Klarheit und salzige Spannung – Reife und Frische im Gleichgewicht.

Ausbau

Trockener Riesling, VDP.Aus Ersten Lagen aus Nackenheim, Jahrgang 2022; 100 % Riesling von rotem Tonschiefer des Roten Hangs.

Nach der Handlese wird der Wein in großen, alten Stückfässern mit langem Hefelager ausgebaut, was ihm Fülle und elegante Cremigkeit verleiht. Biologischer Anbau (DE-ÖKO-006).

Im Glas

Ein kristallklarer Riesling vom Roten Schiefer: gelbe Frucht und Zitrus, dazu Sommerkräuter, tabakige Anklänge und eine ausgeprägte, rauchig-steinige Würze. Am Gaumen klar und tiefgründig, mit lebendiger Säure, feiner Cremigkeit aus dem langen Hefelager und einem langen, würzig-mineralischen Nachhall.

Gelbe Frucht und Zitrus über Sommerkräutern, tabakigen Anklängen und rauchig-steiniger Würze – klar und tiefgründig, mit lebendiger Säure, feiner Cremigkeit und langem, würzig-mineralischem Nachhall.

Ein kristallklarer, langlebiger Rotliegend-Riesling; jung gern dekantieren. Bei 11–13 °C servieren.

Am Tisch

Zu Fisch und Meeresfrüchten, zu Geflügel und Kalb in heller Sauce, zu Gerichten mit Kräutern und Pilzen sowie zu gereiftem Hartkäse.


Herkunft: Nackenheim (VDP.Aus Ersten Lagen), Roter Hang, Rheinhessen; 90–140 m, 75–120 % Neigung; roter Tonschiefer (Rotliegendes) an der Oberfläche
Klassifikation: Riesling, VDP.Aus Ersten Lagen, Rheinhessen (trocken); 100 % Riesling
Ausbau: Handlese, Ausbau in großen alten Stückfässern mit langem Hefelager; biologisch, DE-ÖKO-006

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Feinkost

Il Caruggiu Pesto Genovese

Feinkost · Pesto Genovese · Sauce · Ligurien

Il Caruggiu Pesto Genovese ist die wohl bekannteste ligurische Sauce – ein klassisches Basilikumpesto vom Familienbetrieb Il Caruggiu. Es wird traditionell aus frischem Basilikum, extra nativem Olivenöl, Grana Padano, Pinienkernen und Knoblauch hergestellt. Hervorragend für Nudelgerichte, als Aufstrich zu Weißbrot und zum Aperitif.


Herkunft

Il Caruggiu ist ein kleiner Familienbetrieb im Hinterland der ligurischen Provinz Imperia. Ligurien rund um Genua ist die Heimat des Pesto Genovese; das DOP-Basilikum der Region gibt dem Pesto seine hellgrüne Farbe und das feine, süßliche Aroma.

Anbau und Verarbeitung

Für das Pesto werden frischer Basilikum, extra natives Olivenöl, Cashew- und Pinienkerne, Grana Padano, Knoblauch und Salz verarbeitet. So entsteht eine cremige, hellgrüne Sauce nach traditioneller ligurischer Art.

Geschmack

Hellgrünes, cremiges Pesto. Im Geschmack frisch und aromatisch nach Basilikum, mit der nussigen Note der Kerne und der Würze des Grana Padano. Mediterran und ausgewogen.

Am Tisch

Klassisch zu Pasta wie Trofie oder Trenette, gern mit Kartoffeln und Bohnen, ebenso als Aufstrich zu Weißbrot oder zum Aperitif. Vor dem Servieren mit etwas Olivenöl, Brühe oder Nudelwasser verdünnen und nicht mitkochen.


Hersteller: Il Caruggiu (Civezza, Imperia, Ligurien)
Produkt: Pesto Genovese (Basilikumpesto)
Zutaten: Basilikum (30 %), extra natives Olivenöl (30 %), Cashewkerne (12 %), Grana Padano, Molkepulver, Käse, Knoblauch, Salz, Pinienkerne, Säuerungsmittel: Zitronensäure
Herkunft: Ligurien, Italien
Verarbeitung: cremig gemahlen, im Glas
Mindesthaltbarkeit (MHD): 28.11.2027

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Deutschland

Baum-Barth Frühburgunder-R- 2022

Rotwein · Ingelheim (Rheinhessen) · Frühburgunder

Frühburgunder Frühburgunder „R" Baum-Barth Ingelheim · Selztal windoffenes Plateau sehr frühe Lese (20. August) 14 Tage Maische · franz. Barrique 2022

Der Baum-Barth Frühburgunder „R" 2022 ist ein herausragendes Beispiel für die lange Ingelheimer Rotweintradition. Ein Wein von bemerkenswerter Eleganz und Ausdruckskraft – dicht, warm und vollmundig, mit feiner Frische.


Frühburgunder – Ingelheimer Rotweintradition

Das Weingut Baum-Barth in Ingelheim wird von den Brüdern Christoph und Thomas Baum-Barth geführt und steht für die lange Rotweintradition dieser Region im Selztal. Der Frühburgunder ist ein herausragendes Beispiel dieser Tradition.

Die Rebstöcke dieser Parzelle gedeihen auf einem windoffenen Plateau, wo die Trauben langsam reifen und dabei ihre Gesundheit bewahren. Die Ernte erfolgte 2022 bereits sehr früh am 20. August, um die Frische und Finesse der Früchte zu bewahren.

Jahrgang 2022 – Ingelheim (Selztal)

2022 präsentierte sich – ähnlich wie 2018 – als sehr trockenes, sonnenreiches Jahr. Während das Gras im Sommer braun wurde, blieben die Reben grün und trotzten der Hitze mit erstaunlicher Robustheit. Ein Wetterumschwung mit moderaten Temperaturen und Regen im September bremste den Säureverlust und förderte Aromabildung und Reife. Ein Jahr der Burgundersorten, das präzise, ausgewogene Rotweine hervorbrachte.

Ausbau

Trockener Frühburgunder aus Ingelheim, Jahrgang 2022; von einem windoffenen Plateau, sehr früh gelesen.

Nach einer 14-tägigen Maischegärung wird der Wein in französischen Barriquefässern ausgebaut. Dieser Ausbau verleiht ihm Dichte, Struktur und eine feine Würze, ohne die Frucht zu überlagern.

Im Glas

In der Nase ein reiches Bouquet von Kirsche und Cassis, begleitet von einem Hauch Kräuterwürze. Im Vergleich zum Spätburgunder zeigt sich dieser Frühburgunder deutlich wärmer und vollmundiger: am Gaumen von beeindruckender Dichte und kraftvollem Körper, mit weicheren, feiner strukturierten Tanninen. Ein Wein von bemerkenswerter Eleganz und Ausdruckskraft.

Kirsche und Cassis mit einem Hauch Kräuterwürze – warm und vollmundig, von beeindruckender Dichte und kraftvollem Körper, mit weichen, fein strukturierten Tanninen.

Ein dichter, eleganter Rotwein mit Ausdruckskraft. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu Lamm und Wild, zu geschmortem und gegrilltem Fleisch, zu kräftigen Schmorgerichten sowie zu gereiftem Käse.


Herkunft: Ingelheim (Selztal), Rheinhessen; windoffenes Plateau; Weingut Baum-Barth
Klassifikation: Frühburgunder, Rheinhessen (trocken); 100 % Frühburgunder
Ausbau: 14 Tage Maischegärung, Ausbau in französischen Barriquefässern

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