Das Weinland Südafrika

Weinbau am Kap der Guten Hoffnung

Rainbow Nation wird Südafrika gerne genannt, und so vielfältig die ethnische Zusammensetzung, die Kultur, die Sprachen und die Landschaft sind, so abwechslungsreich präsentiert sich auch der Weinbau des Landes. Etabliert wurde er ausgerechnet von einem Volk, das so gar nichts mit Rebenzucht am Hut hatte: den Niederländern. Als sie 1652 in Südafrika anlandeten, hatten sie allerdings auch nicht vor, auf diesem Gebiet Meilensteine zu setzen. Ganz im Gegenteil: die Region am Tafelberg wurde in erster Linie als reiner Versorgungsstützpunkt in Besitz genommen, eine Art Tankstelle, an der die Schiffe der Vereinigten Ostindien-Kompanie (VOC) auf dem Weg von Europa nach Indien ihre Bestände auffüllen konnten. Der dort erzeugte Wein sollte den Matrosen denn auch nicht als Genussmittel dienen, sondern wurde vor allem geschätzt, weil er durch seinen Alkoholgehalt auf wochenlangen Seereisen weniger schnell verdarb als Wasser. Auch sein natürlicher – wenn auch sehr geringer – Gehalt an Ascorbinsäure, besser bekannt als Vitamin C, machte ihn zum beliebten Tonikum, das die Auswirkungen von Mangelerkrankungen wie der gefürchteten Skorbut zumindest ein bisschen im Zaum halten konnte. Solche Weine darf man sich natürlich nicht wie die heute üblichen vorstellen. Sie hatten meist nur wenige Volumenprozent, waren völlig ungeschönt und schmeckten wohl ausgesprochen sauer. Dennoch waren sie schon aus bekannten Reben gekeltert: da es im Süden Afrikas keine autochthonen Gewächse gab, importierte man sie aus Europa, vor allem aus Frankreich. Und obwohl die Hugenotten eben diesem Land aus weltanschaulichen Gründen gerade erst den Rücken gekehrt hatten, waren sie es, die in der neuen afrikanischen Heimat mit den französischen Reben am besten klarkamen und den ersten Quantensprung in Sachen Weinerzeugung einleiteten. Kaperten also bald französische Religionsflüchtlinge den Weinbau am Kap? Nur zum Teil, denn an einem Holländer kommt man kaum vorbei, will man die bewegte Geschichte des südafrikanischen Weinbaus verstehen.

Simon van der Stel war sein Name, und er galt im Amt des Gouverneurs als deutlich ambitionierter als sein Vorgänger. Dieser hatte – auch aufgrund mangelnder Kenntnisse – den Weinbau sehr stiefmütterlich behandelt und vor allem auf den Anbau von Gemüse gesetzt. Van der Stel hingegen war seit jeher weininteressiert, und so gründete er im Jahr 1685 an den Hängen einer Verlängerung des Tafelberges das 750 Hektar große Weingut Constantia. Obwohl dieses nach dem Tod des Gründers rasch in mehrere Teile zerfiel, sollte es sich doch als äußerst wirkmächtig erweisen, indem es die Tropfen Südafrikas erstmals einer breiteren Konsumentenschicht bekannt machte. Das unbestrittene Aushängeschild des Gutes war nämlich ein gleichnamiger Süßwein, gekeltert aus verschiedenen Muskatellertrauben, die zwar schon rosiniert, aber nicht von Edelfäule befallen gelesen wurden. Anders als andere beliebte Dessertweine der damaligen Zeit – Marsala oder Port etwa – wurde er nicht aufgespritet, sodass sein Alkoholgehalt sich im moderaten Bereich von 13 oder 14 Volumenprozent bewegte. Dennoch erwies sich der hohe Restzuckeranteil als ausreichend, um ihn ohne die Gefahr eines spontanen Verderbens auf die Exportreise nach Europa schicken zu können – während die trockenen Weine vom Kap noch eine längere Zeit ausschließlich den Einheimischen vorbehalten bleiben sollten. Die süßen Constantias erfreuten sich bald großer Beliebtheit in den besseren Kreisen der Alten Welt – sehr zum Ärger der dortigen Weinproduzenten, die die aufstrebende Konkurrenz als Bedrohung wahrnahmen und versuchten, exorbitant hohe Einfuhrzölle für sie zu erreichen oder gleich die Lieferung von damals für den Transport zwingend benötigten Fässern zu unterbinden. Aber die Fürsprecher in mächtigen Positionen waren einfach zu zahlreich: neben Literaten erwiesen sich vor allem gekrönte Häupter als große Fans des Weines, der zeitweise auf einer Ebene mit Tokajer und Sauternes rangierte. Der bekannteste unter ihnen ist wohl Napoleon – auch wenn er wahrscheinlich erst während seines Exils auf der nicht allzu weit entfernten Insel St. Helena auf den Geschmack kam, soll er so verliebt gewesen sein, dass er sich einen Constantia als Sterbetrunk servieren ließ.

Unter Hugenotten und Holländern schienen sich die Reben Südafrikas also allmählich echt wohlzufühlen. Doch dieser erste Höhenflug sollte nicht allzu lange währen: die VOC, der die Kolonie faktisch unterstand, pfiff Ende des 18. Jahrhunderts aus dem letzten Loch. Die Zeit der niederländischen Dominanz im Gewürzhandel war schlicht und einfach vorbei. Zudem hatte der gerade schon erwähnte Napoleon das Land 1795 in einem Handstreich unterworfen und in einen Vasallenstaat verwandelt. Um die Verteidigungsfähigkeit des südafrikanischen Territoriums stand es also denkbar schlecht. Das wiederum erkannte Großbritannien sehr rasch und verleibte sich die Region 1797 erstmals ein. Zwar mussten die Briten sie wenige Jahre später zunächst an die Niederlande zurückgeben, schlugen 1806 aber erneut zu und rückten ihre Eroberung dann nicht mehr heraus. Für die Rebenzucht am Kap hatte das recht zwiespältige Folgen: zwar erweiterte der Absatzmarkt sich dadurch zunächst enorm, zumal Großbritannien lange Zeit den Wein aus dem verfeindeten Frankreich boykottierte – man war weinbaulich endgültig den Kinderschuhen entwachsen. Zum anderen trat dadurch aber auch eine gewisse Verflachung der Erzeugnisse ein: die Briten waren sehr stark auf schwere, alkoholverstärkte Weine fixiert, die fortan einen Großteil der Produktion ausmachten. Und als sie sich irgendwann mit den Franzosen wieder ausgesöhnt hatten und Wein wie in alter Zeit einfach nur über den Ärmelkanal schicken zu lassen brauchten, stand Südafrika ohne Abnehmer vor einer riesigen Likör-Monokultur.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lag der Weinbau dann vollends darnieder. Das lag zum einen an der Reblausplage, die das Land in verheerendem Ausmaß heimgesucht hatte – viele bisherige Weinberge wurden kurzerhand in Obstplantagen umgewandelt. Es lag aber auch an den fortwährenden Auseinandersetzungen zwischen Briten und den Buren, Afrikaans sprechenden Nachkommen der niederländischen Erstbesiedler. Diese hatten sich nach der britischen Eroberung der Kapkolonie weiter ins Landesinnere zurückgezogen und dort unabhängige Republiken wie Transvaal oder den Oranje-Freistaat gegründet, um an der von den Briten 1833 verbotenen Sklaverei festhalten zu können. Diese hatten ihrerseits jedoch ein großes Interesse an einer Ausdehnung des eigenen Machtbereichs, um die vielversprechenden Vorkommen an Gold und Diamanten auszubeuten. Es bedurfte zweier überaus blutiger Kriege, bevor schließlich mit der Vereinigung burischer und britischer Territorien 1910 in der Südafrikanischen Union der Konflikt beigelegt werden konnte. Doch erst im Anschluss an den Ersten Weltkrieg konsolidierte sich die Weinwirtschaft langsam wieder. Die Bevölkerung war inzwischen durch europäische Einwanderer massiv angewachsen. Das sicherte einen großen Binnenmarkt, zudem bildete sich erstmals ein – wenn auch eher fragiles – Zusammengehörigkeitsgefühl.

Dem wollte man auch weinbaulich irgendwie huldigen und stellte bei dieser Gelegenheit fest, dass es zwar allerhand europäische Reben im Land gab, aber keine genuin südafrikanische. An der Universität Stellenbosch machte man sich also ans Werk und präsentierte im Jahr 1925 der Öffentlichkeit stolz den Pinotage. Die Traube war eine recht raffinierte Kreuzung aus Pinot Noir und Cinsaut – der in Südafrika früher gern Hermitage genannt wurde, daher der Name -, bestens angepasst an das heiße und sehr niederschlagsarme Klima im Land. Auch die tief granatrote Farbe und das samtig-süße Aroma von Pflaume, dunklen Beeren und tropischen Früchten, unterlegt mit Noten von Vanille, Tabak und Schokolade, schien ihren Erfindern ein perfektes Visitenkärtchen Südafrikas zu sein. Das ist bis heute so geblieben, denn obwohl sich viele Neue-Welt-Länder um den Pinotage bemühten, wollte die frühreifende und sehr zuckerhaltige Sorte nirgendwo anders so recht Wurzeln schlagen. Der besondere Clou ist, dass sowohl fruchtbetonte, sofort trinkreife Alltagsweine als auch extraktreich-komplexe, lange lagerfähige Tropfen aus uralten Buschreben erzeugt werden können. Um auch rauchige und würzige Töne aus der Traube herauszukitzeln, setzt man häufig auf eine Reifung im Barriquefass, die aber dank der sortentypisch weichen Tannine keineswegs zwingend erforderlich ist. Bis der Pinotage tatsächlich Marktreife erlangte, sollte es noch fast vier weitere Jahrzehnte dauern. Dann aber setzte sich die neue Nationalrebsorte sowohl als Solist als auch im Verschnitt mit Merlot oder Cabernet Sauvignon in den sogenannten Cape Blends durch – wobei sie allerdings niemals Potential für echte Spitzenweine offenbarte.

Aber immerhin, es schien doch voranzugehen? Auf jeden Fall, im ersten Drittel des vergangenen Jahrhunderts war der Weinbau zunächst wieder auf Kurs. Es gab da nur ein Problem. Die Buren hatten in ihrem Friedensvertrag mit den Briten ausgehandelt, die Rechte aller nichtweißen Einwohner auch weiterhin massiv zu beschränken – die Grundlage der Apartheidspolitik, die das Land bis Anfang der 1990er prägen sollte. Die Winzer nutzten das zwar gerne für ihre Zwecke aus. Besonders beliebt war etwa der Deal, als Landwirt den Bau eines Gefängnisses mitzufinanzieren und dann auf die schwarzen Insassen als billige Hilfskräfte zugreifen zu können. Nach außen hin erwies sich diese Ungleichbehandlung aber als äußerst kontraproduktiv – viele andere Staaten lehnten die Methoden des Regimes ab, und obwohl Südafrika zunächst als einziger afrikanischen Nation der wirtschaftliche Aufstieg in den Kreis der Erste-Welt-Länder gelang, war es mit zunehmender Dauer der Rassentrennung international immer mehr isoliert, musste etwa den Kreis der Commonwealth-Staaten verlassen und die Belegung mit harschen UN-Sanktionen hinnehmen. Das brachte natürlich auch das weitgehende Fehlen von Exportmärkten mit sich – statt sich in der Weinwelt mit anderen Nationen zu messen und fortzuentwickeln, schmorte man einmal mehr im eigenen Saft. Produziert wurden Brandy und Port in rauen Mengen, aber kaum ein Stillwein, der halbwegs geschulte Geschmacksknospen zu überzeugen in der Lage gewesen wäre. Das hing auch damit zusammen, dass bis 1982 der Import europäischer Rebstöcke schlicht verboten war – zwar wurde munter geschmuggelt und einige befanden sich schon seit langer Zeit im Land und genossen Bestandsschutz, allerdings kamen sie nicht einmal auf ein Fünftel der Gesamtrebfläche.

Die vielfältige und qualitätsbewusste Szene, die den südafrikanischen Weinbau heute trägt, hat sich tatsächlich erst in den vergangenen 30 Jahren entwickelt. Als die Apartheid mit dem überwältigenden Wahlsieg des ANC 1994 und der darauffolgenden Präsidentschaft Nelson Mandelas faktisch endete, entstand eine Art Goldgräberstimmung: Jungwinzer nutzten die Gunst der Stunde und ließen sich in Ländern wie Frankreich auf den neuesten Stand der Technik bringen, Betriebe investierten hohe Summen in brandneue Ausstattung und allerorten unternahm man Versuche mit neuen Rebsorten. Die weitestgehende politische Gleichstellung Schwarzer und Weißer in Südafrika darf dabei jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Weinbau noch immer eine fast ausschließlich weiße Domäne ist: obwohl sie nur etwa acht Prozent der Gesamtbevölkerung stellen, kontrollieren sie vom Anbau über die Kellertechnik bis zur Logistik und Vermarktung die gesamte Wertschöpfungskette; Schwarze, immerhin vier Fünftel der Bevölkerung, übernehmen nach wie vor allenfalls landwirtschaftliche Hilfsarbeiten oder Kellnerjobs in Restaurants. Auch in Sachen Konsum gibt es große ethnische Unterschiede: denn obwohl die finanzielle Ungleichheit zwischen Schwarzen und Weißen nicht mehr so exorbitant groß ist wie während der Rassentrennung, leben viele Schwarze noch immer in prekären Verhältnissen und greifen eher zu anderen alkoholischen Getränken als zum vergleichsweise teuren Wein.

Dabei ist er im internationalen Vergleich sehr preiswert – Nebenwirkung der dauerhaft am Boden liegenden Landeswährung Rand. Und weil im Inland abseits einer kleinen weißen Mittel- und Oberschicht und des Tourismus Absatzmärkte rar sind, muss mit etwa der Hälfte der Gesamtproduktion verhältnismäßig viel exportiert werden. Die Europäer kann es freuen: sie bekommen für kleines Geld Wein, der sich längst nicht so sehr auf Bückware-Niveau herablässt wie der vieler anderer Weinbau-Nationen der südlichen Hemisphäre – und dem darüber hinaus attestiert wird, dem in Europa vorherrschenden Weinstil am nächsten zu kommen. Bei Chardonnay, Merlot, Sauvignon Blanc und Co. muss man sich also keine Sorgen machen, von völlig unerwarteten Geschmackseindrücken überwältigt zu werden, zumal man sie schon eine ganze Weile kultiviert. Spannender sind schon die allmählich in den Fokus rückenden klassischen Rhone-Sorten Grenache und Syrah. Aber wenn man gerade das Besondere, die landestypische Spezialität sucht? Greift man neben dem uns schon bekannten Pinotage am besten zum Chenin Blanc. Der stammt zwar ursprünglich aus Frankreich, ist dort aber gerade mal auf 9000 Hektar anzutreffen, während sie in Südafrika mit der doppelten Hektarzahl als die beliebteste Traube des Landes gilt. Die Erfolgsgeschichte des Chenin Blanc so weit von zuhause entfernt ist einigermaßen ungewöhnlich, denn meistens wählen Neue-Welt-Länder solche Trauben zu ihren Aushängeschildern, die recht pflegeleicht sind und konstante Erträge bringen. Anders hier: die Traube, die wahrscheinlich schon mit den ersten niederländischen Siedlern ins Land kam und jahrhundertelang als „Steen“ bekannt war, bevor man ihre genetische Übereinstimmung mit dem Chenin Blanc beweisen konnte, ist ziemlich anspruchsvoll – dafür aber auch unglaublich vielseitig, manchmal sogar unberechenbar. Der hohe Zuckergehalt und die dicken, für Edelfäule sehr anfälligen Schalen prädestinieren ihn einerseits für den Ausbau als Süßwein, die sehr präsente Säure wiederum bildet die Grundlage für spannende Schaumweine. Aber auch als trockener Stillwein weiß die Traube zu überzeugen: in guten Jahrgängen können diese entweder leicht und frisch mit einem zart blumigen Bukett oder, bei entsprechender Pflege, auch durchaus seidig-komplex geraten und Ähnlichkeiten zu einem Burgunder aufweisen. In weniger guten Jahren (oder unter den Händen weniger begabter Winzer) neigen sie hingegen zu Muffgeschmack oder stechender Säure und werden dann in Massen der Branntweinproduktion zugeführt. Mit seiner Eigenwilligkeit provoziert der Chenin Blanc sowohl Begeisterung als auch Skepsis, ist auf jeden Fall immer eine kleine Wundertüte und auf Blindproben oft ein Tropfen, an dem man sich die Zähne ausbeißen kann.

Nach wie vor konzentriert sich der Weinbau größtenteils auf jene Region, in der er vor über 350 Jahren begonnen wurde: den Raum Kapstadt. Das hat jedoch nicht allein historische Gründe, sondern liegt auch in den hier herrschenden klimatischen Bedingungen begründet. Denn obwohl es zwischen dem 31. und dem 34. südlichen Breitengrad eigentlich deutlich zu warm für die Erzeugung hochwertiger Tropfen sein müsste, hat man mit der Hitze kaum Probleme, es ist angenehm mediterran. Verantwortlich dafür ist die Nähe zum Wasser, genauer gesagt zum Atlantischen und zum Indischen Ozean, die am Kap aufeinander treffen. Haben große Gewässer an sich schon eine kühlende Wirkung auf die angrenzenden Landmassen, wird dieser Effekt hier zusätzlich noch durch kalte Meeresströmungen aus dem Bereich der Antarktis unterstützt. Weil man aber in Kapnähe bleiben muss, um von dieser frischen Brise zu profitieren, nehmen sich die 100 000 Hektar Rebfläche in Relation zur eigentlichen Größe des Landes verschwindend gering aus. Dennoch reicht dieses Weinbau-Areal, das ziemlich genau demjenigen Deutschlands entspricht, für den siebten Platz der Weltrangliste aus – die Hektarerträge in Südafrika sind nämlich etwas höher als bei uns. Dafür unterscheidet man allerdings zwischen gerade einmal fünf Regionen. Die wichtigste von ihnen ist die Coastal Region, die etwa ein Drittel des gesamten Weinbaus auf sich vereinigt. Hier finden sich so bekannte Distrikte wie das früher für seine bordeauxähnlichen Rotweine bekannte Stellenbosch, Swartland oder das nach den ehemals vorwiegend hugenottischen Bewohnern benannte Franschhoek. Zwar sind es eher die Distrikte, mit denen auf dem internationalen Markt geworben wird, allerdings kennt man auch seit über 50 Jahren schon das Konzept der Einzellage, die nicht größer als sechs Hektar sein darf, hat also durchaus ein Verständnis von der Bedeutung des Terroirs. Die nordwestlich der Metropole Kapstadt gelegene Coastal Region ist denn auch der Motor, in der sich neue weinbauliche Tendenzen wie die Suche nach Höhenlagen für den Anbau von Cool-Climate-Weinen oder die Wiederentdeckung an die hundert Jahre alter Buschreben zuerst vollziehen, andere Regionen wie Klein Karoo, Breede River Valley oder Olifants River sind für Spitzengewächse oft schlicht zu heiß und darum noch eher der alten Port- und Brandy-Seligkeit verhaftet.

Obwohl Südafrika stets eher eine Weißwein-Nation war und auch heute noch ist, präsentieren sich viele Gerichte der landestypischen Küche eher rotweinkompatibel. Denn trotz der sehr langen Küste wird verhältnismäßig wenig Fisch verzehrt, der Fokus liegt klar auf Fleisch – ob als Potjiekos-Eintopf aus dreibeinigen Gusseisentöpfen, als Boerewors zu Wurst verarbeitet oder als das legendäre Trockenfleisch Biltong. Neben Lamm und Rind schätzt man vor allem einheimische, klassischerweise wild lebende Tiere wie diverse Antilopenarten, Warzen- oder gar Stachelschweine. Besonderer Beliebtheit erfreut sich auch der fettarme Strauß. Die südafrikanische ist eine klassische Crossover-Küche, die niederländische, britische und traditionell afrikanische Einflüsse verbindet. Insbesondere die Funktion als Zwischenstation im Gewürzhandel hat ihre Spuren hinterlassen, denn Koriander, Ingwer, Zimt und andere haben ihren festen Platz in vielen Rezepten – am bekanntesten ist sicherlich die omnipräsente Würzsoße Chakalaka. In der jüngeren Zeit setzen auch asiatische Einwanderer vermehrt Akzente: so sind es etwa die aus Indien stammenden Samoosas, gefüllte Teigtaschen, die sich zu schon länger etabliertem Frittiertem wie Koeksister oder Vetkoek gesellen. Zu einem gelungenen Foodpairing gehört in Südafrika wahrscheinlich immer etwas mehr Fantasie als in anderen Ländern, und das ist gar nicht despektierlich gemeint.

Wir sehen also, Weinbau in Südafrika gibt es nicht ohne Kapriolen, ohne ständiges Auf und Ab. Aber wir befinden uns hier nicht umsonst am Kap der Guten Hoffnung. Während früher die Seefahrer Grund zu ebensolcher hatten, weil nun schon die Hälfte der Strecke hinter ihnen lag, sind es heute die Winzer und vor allem die Konsumenten, die sich Hoffnung machen dürfen, dass die Erfolgsgeschichte Südafrika gerade erst begonnen hat. Die Schwierigkeiten sind nach wie vor zahlreich: aufgrund der Trockenheit ist in vielen Bereichen künstliche Bewässerung vonnöten, ein Zustand, der sich in den kommenden Jahren wahrscheinlich eher noch verstärken wird. Investitionen wie in ebensolche fallen vielen Winzern aber schwer, denn die sehr schwache Landeswährung macht es ihnen nicht leicht, sich ein finanzielles Polster anzulegen – ohnehin verfügen viele, gerade jüngere und experimentierfreudige Weinbauern kaum über eigene Flächen. Auch die große Abhängigkeit vom Tourismus hat sich während Corona als überaus verhängnisvoll erwiesen. Doch nach jedem Wolkenbruch besteht die Möglichkeit auf ein neuerliches Erstrahlen des Regenbogens, um zu unserem Bild vom Anfang zurückzukehren. Der Wasserschleier liegt noch in der Luft, die Sonne bricht gerade hinter den Wolken hervor: wird die Rainbow Nation den Sprung an die Weltspitze schaffen? Die Anzeichen dafür sind klar erkennbar – zumindest wenn einige Trends anhalten. Das sind besonders die Nutzung von kühlen und in der Nähe des Meeres gelegenen Höhenlagen, die qualitativ deutlich bessere Ergebnisse hervorbringen als der Weinbau in der Ebene, und die Konzentration auf Chenin Blanc und Syrah als hochwertige Leitrebsorten, an deren Resultaten sich andere Weine messen müssen. Und dann heißt es: hoffen! Gerade in Deutschland, nach Großbritannien der größte Abnehmer südafrikanischen Rebensaftes, wird sich das Schicksal der Weine vom Kap in den kommenden Jahren entscheiden. Text: Dario Sellmeier

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Länder/Regionen

Domaine Bachelet Cote de Nuits Villages 2022

Rotwein · Côte de Nuits-Villages · Pinot Noir

Pinot Noir Côte de Nuits-Villages AOC Reben 70+ Jahre 2022 Côte de Nuits

Der Côte de Nuits-Villages 2022 von Denis Bachelet wächst auf einer gut ein Hektar großen Parzelle mit über 70 Jahre alten Reben. Ein reinsortiger Pinot Noir, fein und ausbalanciert, mit ordentlich Druck, Volumen und Energie – ein Wein voller Trinkfreude.


Côte de Nuits-Villages – alte Reben

Côte de Nuits-Villages ist eine Appellation aus den Gemeinden an den Enden der Côte de Nuits. Die Frucht für diesen Wein stammt von einer gut ein Hektar großen Parzelle, deren Reben über 70 Jahre alt sind – das geringe Ertragsniveau alter Stöcke liefert Konzentration und Tiefe.

Denis Bachelet führt in Gevrey-Chambertin eine kleine, traditionell arbeitende Domaine, die für Finesse und Klarheit bekannt ist. Diese Handschrift prägt auch den Côte de Nuits-Villages.

Jahrgang 2022 – Côte de Nuits

2022 war eines der wärmsten, trockensten und sonnenreichsten Jahre im Burgund. Ein milder Winter brachte einen frühen Austrieb, Aprilfröste richteten nur begrenzten Schaden an, und ein regenreicher Juni füllte vor dem trockenen Sommer die Wasserreserven.

Für die roten Burgunder steht 2022 für reife, konzentrierte Frucht bei überraschender Frische und Balance – ein starker Jahrgang, der dem Wein Druck und Volumen gibt.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2022, von über 70 Jahre alten Reben.

Nach der Lese vergärt der Wein und reift anschließend im Holzfass. Die Vinifikation folgt der traditionellen, auf Finesse ausgerichteten Handschrift des Guts.

Im Glas

Klare dunkle Beerenfrucht mit feiner Würze. Am Gaumen fein und ausbalanciert, mit Druck, Volumen und Energie, getragen von geschliffenen Tanninen und frischer Säure. Ein Wein mit viel Trinkfluss.

Fein, ausbalanciert und energiegeladen – ein Pinot Noir von alten Reben, der von Trinkfreude lebt.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre gut lagerfähig. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Charcuterie, Gerichte mit Pilzen, Kalb oder mittelreifer Weichkäse. Ein vielseitiger Begleiter für die feine Küche.


Lage: Côte de Nuits-Villages, ~1-ha-Parzelle; Reben über 70 Jahre
Klassifikation: Côte de Nuits-Villages AOC
Ausbau: Pinot Noir, alte Reben; Holzfassausbau

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Rebsorten

Lafarge Volnay Village 2023

Rotwein · Volnay · Pinot Noir

Pinot Noir Volnay AOC (Village) mehrere Parzellen · 2,62 ha · Reben Ø 50 J. biodynamisch · überwiegend entrappt · max. 25% neu 2023

Der Volnay Village 2023 der Domaine Michel Lafarge ist ein echter Charmeur von einer der Top-Adressen des Burgunds. Reife Kirschen, saftige Pflaumen und feine Beerenfrucht treffen auf lebhafte Frische, seidige Textur und eine feingliedrige Struktur – Finesse, Klarheit und Eleganz wie aus dem Bilderbuch des klassischen Volnay.


Volnay – Archetyp des eleganten Burgunders

Volnay an der Côte de Beaune ist berühmt für die elegantesten, duftigsten Pinot Noirs der Region. Die Domaine Michel Lafarge gilt als Archetyp des klassischen Volnay – raffiniert, duftend und feminin, mit Präzision und Konturenschärfe. Der Volnay Village stammt aus mehreren Parzellen mit zusammen 2,62 Hektar und durchschnittlich 50 Jahre alten Reben.

Die Lafarges sind seit dem frühen 19. Jahrhundert Winzer; heute führen Frédéric und Chantal Lafarge die Domaine. Gearbeitet wird biodynamisch, mit Pflanzungen überwiegend aus „sélection massale".

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

Auf einen milden Winter folgte ein kühl-feuchtes Frühjahr mit Austrieb Mitte April; ab Mitte Mai wurde es trockener und wärmer. Die Blüte setzte Anfang Juni weitgehend störungsfrei ein, der Sommer verlief überwiegend gut.

Eine Hitzewelle im August konzentrierte die Aromen, Niederschläge Mitte September brachten Frische und Balance zurück. Für die roten Burgunder steht 2023 für Tiefe, Farbe und Eleganz – klare Frucht, feine Würze und geschliffene Tannine bei großzügiger Erntemenge.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2023, von rund 50 Jahre alten Reben aus mehreren Parzellen.

Traditionell und zurückhaltend vinifiziert: überwiegend (80–100 %) entrappt, mit sehr maßvollem Einsatz neuen Holzes (max. 25 %), Ausbau im mehrere Jahrhunderte alten Keller. Das Gut arbeitet biodynamisch (Ecovert-zertifiziert seit 2000).

Im Glas

Vielschichtig: rote und dunkle Beerenfrucht, Veilchen und Gewürze. Am Gaumen klare Frische, seidige Textur und feine, reife Tannine, getragen von einer feingliedrigen Struktur – die Handschrift des Guts.

Rote und dunkle Beere, Veilchen und Würze über seidiger Textur und feinem Tannin – Finesse, Klarheit und Eleganz.

Schon jung viel Freude, mit Potenzial für einige Jahre Reife. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Ente, Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Volnay (Côte de Beaune); mehrere Parzellen, 2,62 ha, Reben Ø 50 Jahre
Klassifikation: Volnay AOC
Ausbau: Pinot Noir, überwiegend entrappt; max. 25% neues Holz; biodynamisch (Ecovert)

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Schaumweine

Champagne Frederic Savart Ecueil Trépail Blanc de Blancs 1er Cru

Wein · Champagner · Champagne · Frankreich

Frédéric Savart Blanc de Blancs 1er Cru zeigt eindrucksvoll, wie präzise und energiegeladen Chardonnay an der Montagne de Reims sein kann. Aus zwei Premier-Cru-Lagen vereint, besticht er durch große Klarheit, seidige Textur und eine straff gespannte, kühle Mineralität.


Champagne / Montagne de Reims

Frédéric Savart ist ein renommierter Winzer-Champagner-Erzeuger aus Écueil an der Montagne de Reims. Die Trauben für diesen Blanc de Blancs stammen aus zwei Premier-Cru-Lagen: aus Écueil, wo kalkhaltige Lehmböden für Fülle und feine Textur sorgen, und aus dem kreidereichen Trépail, das dem Wein seine straffe, kühle Mineralität verleiht.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Chardonnay (Blanc de Blancs) aus zwei Premier-Cru-Lagen. Savart verbindet beide Herkunftsorte zu einem Champagner von großer Klarheit und Eleganz; die niedrige Dosage unterstreicht seine pure Ausstrahlung. In der Geschmacksrichtung extra brut ausgebaut.

Im Glas

Helles Gold mit feiner Perlage. In der Nase Zitrusfrische, gelber Apfel, weiße Blüten und ein Hauch Mandelschale. Am Gaumen seidig und zugleich straff gespannt, getragen von reifer Säure; zarte Brioche-Noten und eine feine Salzspur verknüpfen Tiefe mit Finesse, bevor er in einem langen, kreidigen Finale ausklingt.

Zum Genießen

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren – als eleganter Aperitif oder zum Essen.

Passt zu: feinen Fisch- und Meeresfruchtgerichten, Austern und Geflügel.


Lage: Champagne, Montagne de Reims, 1er-Cru-Lagen Écueil & Trépail (Frankreich); Frédéric Savart
Klassifikation: Champagne 1er Cru – Blanc de Blancs, 100 % Chardonnay, extra brut
Ausbau: niedrige Dosage; Böden aus kalkhaltigem Lehm (Écueil) und Kreide (Trépail)
Produktion: 13.532 Flaschen

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Australien

Noon Eclipse 2014

Rotwein · McLaren Vale · Grenache-Cuvée

85 % Grenache · 8 % Shiraz · 7 % Graciano McLaren Vale Eclipse alte Buschreben (1934/1943) Drew Noon MW 18 Monate Holz 2014

Der Noon Eclipse 2014 ist ein kultiger, old-school gemachter Grenache-Blend von uralten Buschreben aus McLaren Vale – in typischer Grenache-Manier nicht tief in der Farbe, aber betörend im Duft, mit verführerischen Gewürzen und reifer Frucht. Exotisch, tief und lang.


Noon – Kult aus McLaren Vale

Noon ist ein winziges Kult-Weingut in McLaren Vale, das Drew Noon – einer der wenigen Masters of Wine Australiens – 1996 von seinen Eltern übernahm. Sein Ansatz ist konsequent old school: Trockenanbau, Handlese, Gärung in offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Korbpresse und minimaler Eingriff im Keller. Zu jeder Ernte gibt Drew klar an, was „Mother Nature" ihm beschert hat.

Der Eclipse ist die Grenache-dominierte Cuvée des Guts, im Geist der großen Châteauneuf-du-Pape gemacht. Die Trauben stammen von uralten, wurzelechten Grenache-Buschreben (gepflanzt 1934 und 1943) aus den estate-eigenen Blocks in McLaren Vale, ergänzt um etwas Shiraz und Graciano.

Jahrgang 2014 – McLaren Vale

Drew Noon zum 2014er: „Der diesjährige Wein stammt aus 85 % Grenache, 8 % Shiraz und 7 % Graciano. In typischer Grenache-Manier ist er nicht dunkel in der Farbe, aber er duftet herrlich, mit verführerischen Gewürzen und reifen Früchten. Es lohnt sich, ihn in einem großen Glas zu servieren, um den Genuss zu maximieren. Die Aromen sind sehr tief, um ein beeindruckendes strukturelles ‚Gerüst' angeordnet, mit schönen Tanninen im Finale. Exotisch, tief und lang – ein beeindruckender Eclipse." (Verkostungsnotiz: Drew Noon.)

Assemblage und Ausbau

Cuvée aus 85 % Grenache, 8 % Shiraz und 7 % Graciano, Jahrgang 2014, trocken.

Handlese, Gärung in kleinen offenen Bottichen mit manueller Stampfung, Pressung von Hand in kleinen Korbpressen. Reife über rund 18 Monate in kleinen französischen und amerikanischen Fässern sowie großen Holzgebinden (Demi-muid, Foudre) – fast ausschließlich gebrauchtes Holz, nur ein kleiner Anteil neue Eiche für den Shiraz-Teil. Minimal-invasiv ausgebaut.

Im Glas

In typischer Grenache-Manier nicht tief in der Farbe, aber herrlich im Duft – mit verführerischen Gewürzen und reifer Frucht. Am Gaumen sehr tiefe Aromen, um ein beeindruckendes strukturelles Gerüst angeordnet, mit schönen, präsenten Tanninen im Finale. Exotisch, tief und lang.

Exotisch, tief und lang – ein beeindruckender Eclipse.

Am besten in einem großen Glas servieren, um den Genuss zu maximieren; profitiert vom Dekantieren. Bei 16–18 °C servieren.

Am Tisch

Zu kräftig gewürzten Gerichten, zur Ente und zu Wild, zu geschmortem rotem Fleisch und reich gewürzten Casseroles sowie zu gereiftem Hartkäse.


Lage: McLaren Vale (South Australia, Australien); estate-eigene Blocks, wurzelechte Grenache-Buschreben (gepflanzt 1934/1943), Trockenanbau
Klassifikation: McLaren Vale, Grenache-Cuvée (Eclipse), trocken
Ausbau: 85 % Grenache, 8 % Shiraz, 7 % Graciano; ~18 Monate in überwiegend gebrauchtem Holz (Barrique/Demi-muid/Foudre)

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Weine

Eric Rodez Champagne Genettes Chardonnay extra brut 2016 BIO

Champagner · Ambonnay Grand Cru · Chardonnay · Extra Brut · Bio

Eric Rodez Les Genettes Chardonnay Extra Brut ist ein Einzellagen-Champagner aus 100 % Chardonnay aus dem Grand-Cru-Dorf Ambonnay. „Les Genettes" ist eine einzelne Parzelle, die Eric Rodez gesondert vinifiziert. Als Bio-Blanc-de-Blancs zeigt er, welche Tiefe der Chardonnay im für Pinot Noir berühmten Ambonnay entwickeln kann. Im Glas kalkig, mineralisch und präzise.


Ambonnay Grand Cru

Ambonnay ist eine als Grand Cru klassifizierte Gemeinde der Montagne de Reims, vor allem für Pinot Noir bekannt. Die Einzellage Les Genettes wurzelt in kalkreichen Böden, die dem Chardonnay seine kühle, kalkige Mineralität verleihen. Eric Rodez bewirtschaftet seine Reben ökologisch; der Wein ist Bio-zertifiziert (Öko-Kontrollstelle FR-BIO-01).

Rebsorte und Ausbau

Der Champagner besteht zu 100 % aus Chardonnay (Blanc de Blancs) aus der Einzellage Les Genettes. Der Ausbau folgt der Handschrift des Hauses im Holzfass, gefolgt von langem Hefelager; abgefüllt als Extra Brut mit geringer Dosage.

Im Glas

Goldgelb mit feiner Perlage. In der Nase reife Zitrus, Steinobst und feine Brioche, getragen von kühler, kalkiger Mineralität. Am Gaumen präzise, tief und seidig, mit salziger Frische. Der Abgang ist lang.

Am Tisch

Gut gekühlt bei 8–10 °C servieren; ein großzügiges Glas und etwas Luft betonen die Aromatik. Als anspruchsvoller Speisenbegleiter.

Klassische Begleitung: Austern, edler Fisch, Geflügel und gereifter Käse.


Lage: Les Genettes, Ambonnay Grand Cru, Montagne de Reims (Champagne)
Klassifikation: Champagne AOC – Grand Cru, Extra Brut, Blanc de Blancs (Einzellage)
Ausbau: Holzfass, langes Hefelager, geringe Dosage

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Länder/Regionen

Florent Garaudet Bourgogne Blanc Cuvée Méline 2023

Weißwein · Bourgogne · Chardonnay

Chardonnay Bourgogne AOC Côte de Beaune 2023 Auslese bester Fässer

Der Bourgogne Blanc Cuvée Méline 2023 von Florent Garaudet ist ein eleganter, raffinierter und vollmundiger Chardonnay – ein wahrer Genuss aus einer der faszinierendsten Weinregionen Frankreichs. Méline ist der Name von Garaudets Tochter, der dieser Wein gewidmet ist.


Cuvée Méline – Auslese aus Meursault-Reben

Die Trauben stammen von einer rund 0,28 Hektar kleinen Parzelle südlich des Dorfes Meursault, bestockt mit Reben aus dem Jahr 1966. Der kalkhaltige Tonboden in südlicher Ausrichtung verleiht dem Wein Frische, Fülle und eine feine mineralische Linie.

Für die Cuvée Méline wählt Florent Garaudet aus dem Holzfassausbau die besten Fässer aus und fügt sie zu diesem prachtvollen Ganzen zusammen – das Herzstück seines Bourgogne Blanc.

Jahrgang 2023 – Côte de Beaune

2023 brachte im Burgund eine gesunde und großzügige Ernte. Ein warmer Sommer wurde durch Septemberregen ausbalanciert, sodass die Trauben reif, aber nicht überreif gelesen wurden.

Für die weißen Burgunder steht 2023 für klaren Fruchtkern bei tragender Frische – beides spiegelt sich in der perfekt ausbalancierten Art dieses Méline wider.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Chardonnay aus dem Jahrgang 2023.

Der Ausbau erfolgte zwölf Monate in französischer Eiche (40 % neue 400-l-Fässer, der Rest in 228-l-Barriques). Anschließend wählt Garaudet die besten Fässer aus und assembliert daraus die Cuvée Méline.

Im Glas

Das Bouquet besticht durch ein frisches Zusammenspiel von Zitrusfrüchten, grünem Apfel und reifem Pfirsich, begleitet von Walnuss und einer zarten Honignote. Am Gaumen entfaltet sich der Wein zu einem prachtvollen Ganzen, umspielt von perfekt ausbalancierter Säure, ergänzt um sanfte Vanille und geröstetes Brot – und mündet in einem langen, intensiven Abgang.

Ein eleganter, raffinierter und vollmundiger Weißwein mit langem, intensivem Abgang.

Schon zugänglich, über mehrere Jahre gut lagerfähig. Bei 11–12 °C servieren.

Am Tisch

Bestens zu feinen Speisen: Fisch und Krustentiere, Geflügel in heller Sauce, Kalb oder mild gereifter Käse.


Lage: Meursault (Côte de Beaune); kalkhaltiger Tonboden, Reben 1966
Klassifikation: Bourgogne AOC
Ausbau: Chardonnay; 12 Monate französische Eiche (40 % neu), Auslese der besten Fässer · Lutte raisonnée

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Rebsorten

Knab Endinger Engelsberg Spätburgunder Barrique Alte Reben

Wein · Rotwein · Baden · Deutschland

Knab Endinger Engelsberg Spätburgunder Barrique Alte Reben ist ein gehaltvoller Lagen-Spätburgunder vom Kaiserstuhl. Aromen von roten Waldfrüchten und samtige Tannine machen ihn zu einem Geschmackserlebnis.


Baden / Endinger Engelsberg

Das Weingut Knab ist in Endingen am Kaiserstuhl in Baden beheimatet – einer der wärmsten Weinbauregionen Deutschlands mit vulkanisch geprägten Böden. Die Lage Endinger Engelsberg vereint Vulkangestein und Löss; die alten Reben liefern besonders konzentrierte, tiefgründige Trauben.

Rebsorte und Ausbau

Reinsortig aus Spätburgunder von alten Reben. Der Wein reifte in 225-Liter-Barriquefässern, was ihm samtige Tannine, feine Würze und Struktur verleiht. Trocken ausgebaut.

Im Glas

Dichtes Rubinrot. In der Nase rote Waldfrüchte, untermalt von feiner Holzwürze. Am Gaumen konzentriert und gehaltvoll, mit klarer Frucht, samtigen Tanninen und einem langen, ausgewogenen Abgang.

Am Tisch

Bei 16–18 °C servieren; jüngere Flaschen profitieren vom Dekantieren.

Passt zu: Braten, Lamm, Wild, Schmorgerichten und gereiftem Hartkäse.


Lage: Baden, Kaiserstuhl, Endinger Engelsberg (Deutschland); Weingut Knab
Klassifikation: Lagenwein, Alte Reben – 100 % Spätburgunder, trocken
Ausbau: 225-Liter-Barrique; alte Reben; Vulkangestein und Löss

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Weine

François Bertheau Chambolle Musigny 2021

Rotwein · Chambolle-Musigny · Pinot Noir

Pinot Noir Chambolle-Musigny AOC Côte de Nuits Kreide-/Tonböden 2021

Der Chambolle-Musigny 2021 von François Bertheau ist ein reinsortiger Pinot Noir aus einer der elegantesten Gemeinden der Côte de Nuits. Bertheau zählt zu den klassischen Adressen von Chambolle; sein Dorfwein steht für Eleganz, feine rote Frucht und seidiges Tannin.


Chambolle-Musigny – Inbegriff von Eleganz und Finesse

Chambolle-Musigny im Herzen der Côte de Nuits ist seit 1936 als AOC ausgezeichnet. Auf rund 150 Hektar mit Kreide- und Tonböden entstehen Weine, die als Inbegriff von Eleganz und Finesse gelten. Die Gemeinde beherbergt 24 Premier Crus sowie die Grand Crus Bonnes-Mares und Musigny; der Ertrag der Rotweine ist auf 40 Hektoliter pro Hektar begrenzt.

Die Domaine François Bertheau zählt zu den klassischen, gesuchten Erzeugern von Chambolle-Musigny und prägt den duftig-feinen Stil der Gemeinde.

Jahrgang 2021 – Côte de Nuits

2021 war im Burgund ein Wechselbad: Auf eine frühe Frühlingswärme folgte ab dem 6. April ein wochenlanger, schwerer Frost mit Tiefstwerten bis −8 °C, der einen Großteil der Ernte vernichtete. Eine kühle, trockene Phase und atlantische Regenfälle mit Mehltaudruck folgten, bevor stabileres Wetter im August und September die Reife sicherte.

Für die roten Burgunder steht 2021 für kleine Erträge und einen klassischen, frischen Stil mit feiner Struktur und moderatem Alkohol – passend zur duftigen, eleganten Art von Chambolle.

Assemblage und Ausbau

Reinsortiger Pinot Noir aus dem Jahrgang 2021.

Der Wein reift im Holzfass, im klassischen Stil des Guts – mit zurückhaltendem Holzeinsatz, ganz auf Finesse und Lagenausdruck ausgerichtet.

Im Glas

Feine rote Frucht nach Himbeere und Kirsche, ergänzt um florale Noten. Am Gaumen seidig und elegant, mit feinem Tannin, frischer Säure und einem duftigen, klaren Abgang.

Feine rote Frucht und florale Noten über seidigem Tannin – Chambolle-Musigny in seiner eleganten Form.

Schon jung zugänglich, über einige Jahre Flaschenreife gewinnend. Bei 15–16 °C servieren.

Am Tisch

Geflügel und Federwild, Kalb, Gerichte mit Pilzen, dazu mittelreifer Weichkäse. Ein eleganter Begleiter ohne Schwere.


Lage: Chambolle-Musigny (Côte de Nuits); Kreide-/Tonböden
Klassifikation: Chambolle-Musigny AOC
Ausbau: Pinot Noir; Holzfassausbau, zurückhaltender Holzeinsatz

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