Detailbeschreibung
Weißwein · Hohen-Sülzen, Rheinhessen · Riesling
Hohen-Sülzen Riesling 2025 ist der Ortsbotschafter von Battenfeld-Spanier: ein trockener Riesling aus dem Eisbachtal, gewachsen auf purem Kalkfels mit mächtiger Schotterauflage, spontan vergoren und im Doppelstückfass ausgebaut. Ein Wein, der Reife und Kühle gleichzeitig transportiert.
Hohen-Sülzen – Kalkfels im Eisbachtal
Hohen-Sülzen liegt im Süden Rheinhessens am Eisbach, einem Mittelgebirgsbach, der im Donnersbergmassiv entspringt. Das Tal wirkt wie eine Kaltluftschneise: Die Spanne zwischen Tages- und Nachttemperaturen ist hier deutlich größer als in den flachen Lagen ringsum. Genau daraus zieht der Wein seine Spannung – die Trauben reifen vollständig aus, ohne dass die Säure wegbricht.
Der Untergrund ist purer Kalkstein, überlagert von einer großzügigen Auflage aus Kalkschotter. Kalk arbeitet in zwei Richtungen: Er reflektiert Wärme und treibt die Reife, hält aber gleichzeitig die Säure straff und legt jene salzig-kühle Ader an, die Rieslinge dieses Ortes von Weinen aus Löss oder Ton unterscheidet. Die Reben stehen im biodynamisch bewirtschafteten Weinberg (DE-ÖKO-006).
Jahrgang 2025 – Rheinhessen
2025 war in Rheinhessen ein Jahrgang der kleinen Mengen und der hohen Konzentration. Eine ausgeprägte Trockenphase im Juni traf die Beeren mitten in der Zellteilung – sie blieben klein, die Trauben locker, die Saftausbeute gering. Das Ergebnis: Rheinhessen verzeichnete mit rund 1,93 Mio. Hektolitern den stärksten Ertragsrückgang aller deutschen Anbaugebiete, gut ein Viertel unter Vorjahr und deutlich unter dem Zehnjahresmittel.
Für die Qualität war das ein Gewinn: In den kleinen Beeren konzentrierten sich Extrakt und Aroma. Eine regenreiche Woche mitten in der Riesling-Lese verlangte allerdings kompromisslose Selektion und deutlich mehr Handarbeit als geplant. Wer sauber und rechtzeitig las, brachte Moste mit aromatischer Tiefe, klarer Säurestruktur und moderaten Alkoholwerten in den Keller – 2025 ist beim Riesling kein lauter, sondern ein präziser Jahrgang.
Handlese, Spontangärung und Doppelstück
Das Lesegut wurde selektiv von Hand geerntet. Die Gärung erfolgt spontan mit den weinbergseigenen Hefen – ohne Reinzuchthefe, entsprechend langsam und in eigenem Rhythmus. Ausgebaut wird der Wein im Doppelstückfass, dem klassischen 2.400-Liter-Holzfass der Region.
Dieses Gebinde gibt keinen Holzton ab. Es arbeitet über die minimale Sauerstoffzufuhr durch die Fassdaube: Die Textur wird runder, die Aromatik verliert das Vordergründige, der Wein gewinnt an Tiefe statt an Würze aus dem Holz. Mit 0,8 g/l Restzucker und 7,0 g/l Säure steht er klar auf der trockenen, straffen Seite. Verschlossen wird mit DIAM.
Im Glas
Helles Gelb mit grünen Reflexen und silbrigem Rand. In der Nase gelbes Steinobst – Pfirsich, getrocknete Aprikose, Mirabelle – hinterlegt mit getrockneten Kräutern, hellem Tabak, Lorbeer, Muskatblüte und weißem Pfeffer. Am Gaumen aufgeräumt und klar strukturiert: reife, saftige Frucht trifft auf pikante Würze und rauchige Mineralik.
Ein markanter Riesling mit sanfter Frucht, salinem Nachhall und präzisem Herkunftscharakter. (Verkostungsnotiz: Battenfeld-Spanier)
Am Tisch
Die kühl-präzise Art macht den Wein zum Begleiter von Fisch in allen Zubereitungen – von der gebratenen Dorade über Zander mit Kräuterbutter bis zu Sushi und Sashimi, wo Säure und salziger Nachhall genau die richtige Gegenspannung liefern. Ebenso überzeugend zu knackigem Gemüse aus dem Wok, zu hellem Geflügel mit Kräutern oder zu jungem Ziegenkäse.