Detailbeschreibung
Weißwein · D.O. Rías Baixas, Val do Salnés · Albariño
Balado ist Zárates bester Wein aus dem Edelstahl – ein Albariño aus zwei winzigen, von einer Granitmauer umschlossenen Parzellen mit wurzelechten Reben. Wo der Gutswein die Handschrift des Hauses zeigt, zeigt Balado die Handschrift eines einzigen Steins: flachgründiger Verwitterungsgranit, Südlage, kompromisslose Säure.
El Balado – ein ummauerter Clos über blankem Granit
„Balo" heißt im Galicischen Mauer – der Name ist Programm. Der Pago El Balado besteht aus zwei kleinen, südexponierten Parzellen in Sisán, Gemeinde Ribadumia, vollständig eingefasst von einer Granitmauer. Funktional ist das ein Clos: eigenes Mikroklima, eigene Wärmespeicherung, eigene Handschrift. 1950 wurde die Lage mit wurzelechten Reben wiederbepflanzt – Albariño auf eigener Wurzel, ohne amerikanische Unterlage, erzogen im traditionellen Emparrado, der galicischen Pergola, bei nur 1.500 Stöcken je Hektar.
Der Boden ist Xabre: über Jahrtausende zu grobem Sand zerfallener Granit, hier nur wenige Dezimeter mächtig und ausgesprochen arm an organischer Substanz, darunter massiver Fels. Die Wurzeln müssen in die Klüfte des Granits hinein. Das begrenzt Wuchskraft und Mostausbeute – und liefert genau jene salzig-steinige Spannung, für die Val do Salnés bei 50 Metern Meereshöhe und permanentem Atlantikeinfluss steht. Bewirtschaftet wird ohne Herbizide; seit 1994 wird auf jede Bodenbearbeitung verzichtet, die Parzellen tragen eine dauerhafte Naturbegrünung.
Hinter dem Wein steht ein Familienbetrieb, der 1707 in Meaño gegründet wurde. Ernesto Zárate rief 1953 in Cambados das Albariño-Fest ins Leben; heute führt Eulogio Pomares in siebter Generation das Gut – jener Winzer, der über das aromatische Profil des Albariño promoviert hat.
Jahrgang 2024 – Rías Baixas
2024 war in Rías Baixas ein Jahr, das erst spät gut wurde. Auf einen sehr milden, feuchten Winter folgte ein warmes und ausgesprochen nasses Frühjahr, dazu ein feuchter, kühler Juni – ein Vegetationsverlauf mit hohem Pilzdruck, der im Weinberg permanente Präsenz verlangte. Die Blüte verlief uneinheitlich.
Der Wendepunkt kam mit einem heißen August, der die Trauben in aller Ruhe ausreifen ließ. Gelesen wurde ab Ende August, der Großteil in der zweiten und dritten Septemberwoche; das Lesegut kam kerngesund in die Keller. Der Consello Regulador stufte den Jahrgang als „excelente" ein, bei einer Erntemenge von 42,1 Mio. Kilogramm und damit rund 5 % unter dem Vorjahr. Für den Albariño bedeutet 2024: reife, klare Frucht bei erhalten gebliebener Säure – ein Jahrgang mit Zug, nicht mit Fülle.
Spontangärung im Stahl, neun Monate auf der Hefe
Handlese mit Selektion bereits in der Parzelle, Entrappen, dann eine lange, sanfte Pressung mit bewusst niedriger Mostausbeute. Nach leichter Vorklärung vergärt der Most spontan mit den weinbergseigenen Hefen im Edelstahl. Drei Monate bleibt der Wein auf der Grobhefe – das gibt Breite und Fleisch am Gaumen. Anschließend wird abgestochen; sechs weitere Monate reift er kühl auf der Feinhefe, was die Aromatik vertieft und präzisiert.
Kein Holz, keine Bâtonnage, kein biologischer Säureabbau: Genau dieser Verzicht bewahrt die Säurestruktur, die Balado seine Vertikalität gibt. Schwefel wird bis zur Füllung sehr zurückhaltend eingesetzt. Das Ergebnis ist Zárates straffster, mineralischster Weißwein.
Im Glas
Ein Albariño, der nur so vor Kraft und Klarheit strotzt: lang und pulsierend am Gaumen, getragen von der ganzen Frische und Mineralität der Sorte. Die ummauerte Granitlage und der Verzicht auf die malolaktische Gärung bewahren maximale Spannung und Präzision – ein Weißwein, der noch locker 5 bis 10 Jahre reifen kann.
Strotzt vor Kraft und Klarheit – lang und pulsierend, mit der ganzen Frische und Mineralität des Albariño.
Schon jetzt zugänglich, mit gutem Reifepotenzial über 5 bis 10 Jahre; profitiert von Luft und einem größeren Glas. Bei 11–13 °C servieren.
Am Tisch
Klassisch und unschlagbar: Meeresfrüchte aus dem Atlantik – Napfschnecken, Venusmuscheln, Gambas, gegrillter Oktopus mit Pimentón. Die salzige Ader und die schmale Säure passen ebenso zu rohem Fisch, zu Austern und zu Ceviche. Für die kräftigere Variante: gebratener Steinbutt, Zander mit brauner Butter oder gegrillte Jakobsmuscheln – hier spielt die Hefetextur ihre Rolle aus.