Detailbeschreibung
Rotwein · D.O. Toro · Tinta de Toro
Der Dominio del Bendito Las Sabias 2023 ist ein Toro aus wurzelechten Buschreben zwischen 45 und 80 Jahren, gewachsen in kleinen Parzellen im Pago la Jara und auf den Höhen von Valdefinjas. Antony Terryn arbeitet hier ökologisch zertifiziert (ES-ECO-002-CL) und mit Erträgen von 2.000 bis 3.000 Kilogramm je Hektar. 2023 war in Toro ein niederschlagsreicher Jahrgang, der von der Appellation als „excelente" eingestuft wurde.
Pago la Jara und die Höhen von Valdefinjas
Die D.O. Toro liegt in der Provinz Zamora auf einem Hochplateau zwischen rund 620 und 750 Metern über dem Meer. Das Klima ist ausgeprägt kontinental: heiße, trockene Sommer, harte Winter, nur etwa 350 bis 400 Millimeter Jahresniederschlag und eine Tag-Nacht-Amplitude, die im Spätsommer 20 Grad erreichen kann. Diese Spanne zwischen Hitze am Tag und kühlen Nächten ist der Grund, warum Tinta de Toro trotz voller physiologischer Reife noch Säure und Aroma behält. Der Pago la Jara im Süden der Appellation gilt als eine der besten Herkünfte der Region; Antony Terryn hat seinen Betrieb – rund 22 bewirtschaftete Hektar, davon 15 im Eigenbesitz – von Anfang an auf diese Lage ausgerichtet.
Entscheidend ist der Boden: tiefe, arme Sande über Kies und Lehm. Sand bietet der Reblaus keinen Lebensraum, weshalb in Toro Rebanlagen die Phylloxera überstanden haben und bis heute wurzelecht stehen – ohne amerikanische Unterlage, mit einem Wurzelwerk, das über Jahrzehnte in die Tiefe gewachsen ist. Genau solche Parzellen liefern Las Sabias. Die Stöcke sind im traditionellen Buschschnitt erzogen, stehen weit auseinander und tragen wenig: Die 2.000 bis 3.000 Kilogramm je Hektar entsprechen etwa 14 bis 21 Hektolitern – ein Bruchteil dessen, was die Appellation zulässt.
Die Parzellen auf den Höhen von Valdefinjas östlich von Toro liegen am oberen Ende des Höhenbandes der Appellation und werden später reif als die Sandböden im Süden. Sie bringen Frische, Säure und ein feineres Tannin in die Assemblage, während der Pago la Jara Tiefe und Wucht beisteuert. Beide Herkünfte werden getrennt gelesen.
Jahrgang 2023 – D.O. Toro
2023 fiel in Toro deutlich mehr Niederschlag als 2022 und mehr als im langjährigen Mittel – in einer Region, die chronisch unter Wassermangel steht, war das der prägende Faktor des Jahres. Der Austrieb verlief je nach Lage ungleichmäßig, der weitere Vegetationsverlauf dann regulär. Bemerkenswert für einen feuchteren Jahrgang: Der Krankheitsdruck blieb praktisch aus, das Lesegut kam gesund in den Keller. Die alten, wurzelechten Buschreben mit ihrem tiefen Wurzelwerk profitierten von der besseren Wasserversorgung, ohne in vegetatives Wachstum zu kippen.
Die Lese in der D.O. Toro lief vom 21. August bis zum 16. Oktober, der Großteil der Betriebe war bis Ende September fertig. Insgesamt wurden 22,48 Millionen Kilogramm eingebracht, gegenüber einem Vorjahresmittel von rund 19,1 Millionen – davon 20,83 Millionen Kilogramm Tinta de Toro. Der Kontrollrat stufte die Añada als „excelente" ein. Für Las Sabias bleibt die Menge dennoch klein: Die Ertragsbegrenzung kommt hier aus den Parzellen selbst, nicht aus dem Jahrgang.
Assemblage und Ausbau
100 % Tinta de Toro, Jahrgang 2023, aus wurzelechten Buschreben von 45 bis 80 Jahren in kleinen Parzellen im Pago la Jara und auf den Höhen von Valdefinjas. Handlese, Selektion parzellenweise, Ertrag 2.000–3.000 kg/ha. Die Weinberge sind ökologisch zertifiziert (ES-ECO-002-CL).
Vergoren wird in kleinen Beton- und Epoxidharztanks – Gebinde ohne eigene Aromatik, die die Gärtemperatur über die Masse puffern und den Wein nicht mit Holz überlagern, bevor er strukturiert ist. Anschließend folgen 16 bis 18 Monate in französischen Barriques. Das Holz arbeitet hier an der Gerbstoffstruktur des Toro, nicht an der Würze: Die dicken Beerenschalen der Tinta de Toro liefern reichlich Tannin, das über die lange Fasszeit gerundet wird.
Im Glas
Ein fast undurchdringliches, sehr dunkles Rot mit schmalem violettem Rand. In der Nase schwarze Kirsche, Brombeere und Pflaume, dahinter Teer, Mokka, Lakritz und eine rauchige Note aus dem Fassausbau. Am Gaumen dicht und breitschultrig, mit reifem, körnigem Tannin und deutlichem Extrakt; die Frucht bleibt trotz der Wucht klar konturiert. Der Anteil aus den höheren Lagen hält den Wein aufrecht und verhindert, dass die Dichte in Marmelade kippt. Sehr langer, kräftiger Abgang mit dunkler Schokolade und Salz.
14 bis 21 Hektoliter je Hektar von wurzelechten Buschreben – die Dichte dieses Toro entsteht im Weinberg, nicht im Fass.
Der 2023er ist jung noch verschlossen und braucht Luft: zwei Stunden vorher karaffieren, bei 16–18 °C servieren. Über zwei bis drei Jahre auf der Flasche baut sich das Tannin weiter ein; Trinkfenster bis etwa 2035.
Am Tisch
Zu kastilischem Milchlamm aus dem Holzofen, Lammkeule mit Rosmarin, Entrecôte und Rinderrippe vom Grill, geschmortem Ochsenschwanz und Wildgerichten wie Hirschrücken oder Wildschweinragout. Bei Käse zu langgereiftem Manchego und kräftigem Hartkäse. Für leichte Küche ist dieser Wein die falsche Wahl – er braucht Fett, Röstaromen und Zeit.