Detailbeschreibung
Weißwein · Rheinhessen · Burgunder-Cuvée
Die Pitthan Belle Blanche 2025 ist eine Cuvée aus Chardonnay und Weißburgunder vom Weingut Pitthan in Zotzenheim, im nordwestlichen Zipfel Rheinhessens. Die beiden Burgundersorten teilen sich die Rolle: Der Weißburgunder bringt Birnenfrucht und weiche Textur, der Chardonnay Struktur und Zug. Ein mittelschwerer Weißwein, der ohne Holzeinsatz auskommt und die Frucht stehen lässt.
Zotzenheim – Kalkmergel am Rand der Rheinhessischen Schweiz
Zotzenheim liegt im Landkreis Mainz-Bingen, gut 600 Einwohner auf gut drei Quadratkilometern, umgeben von den beiden Gemarkungslagen Johannisberg (36 Hektar) und Klostergarten (49 bis 51 Hektar). Die Reben stehen zwischen 120 und 190 Metern über dem Meer auf sandigem Lehm und tiefgründigen, kalkreichen Mergelböden vom Typ Pararendzina. Das Weingut Pitthan bewirtschaftet hier 23 Hektar mit 13 Rebsorten.
Der Kalkmergel prägt den Charakter dieser Weine mehr als die Sortenwahl. Er ist nährstoffreich, hält aber vergleichsweise wenig pflanzenverfügbares Wasser – die Reben wurzeln tief, die Beeren bleiben kleiner, die Säure fällt in trockenen Sommern nicht so schnell ab wie auf reinen Lössböden. Genau das braucht eine Burgunder-Cuvée, die weich schmecken soll, ohne breit zu werden.
Die Höhenzüge um Zotzenheim – die Napoleonshöhe reicht über 40 Dörfer hinweg bis in Taunus und Hunsrück – sorgen für kühlere Nächte als in der Rheinebene bei Nierstein oder Oppenheim. Der Ort gehört weinrechtlich zur Großlage St. Rochuskapelle; die Familie Pitthan arbeitet hier seit über 150 Jahren.
Jahrgang 2025 – Rheinhessen
Bis in den Mai hinein waren die Böden Rheinhessens gut mit Wasser versorgt. Danach folgte eine ausgedehnte Trockenphase, die erst Ende Juli durch kräftige Niederschläge unterbrochen wurde. Der trockene August wurde zum entscheidenden Faktor: Der Krankheitsdruck blieb niedrig, das Lesegut kam so gesund in den Keller wie seit Jahren nicht. Ab Mitte September setzte erneut Regen ein – zu einem Zeitpunkt, an dem die Hauptlese vielerorts schon gelaufen war.
Erste Mostgewichtsmessungen am 18. August zeigten weit fortgeschrittene Reife, die Hauptlese begann extrem früh Anfang September und war zu Beginn der zweiten Septemberdekade oft bereits beendet – frühe und späte Sorten reiften nahezu gleichzeitig. Der Preis dafür war die Menge: Mit rund 1,93 Millionen Hektolitern lag Rheinhessen 26 Prozent unter 2024 und 23 Prozent unter dem Zehnjahresmittel – der stärkste Ernterückgang aller deutschen Anbaugebiete. Kleine, lockerbeerige Trauben mit geringer Saftausbeute bedeuten wenig Wein, aber konzentrierte Moste. Die Burgundersorten gelten als Gewinner dieses Jahrgangs.
Assemblage und Ausbau
Chardonnay und Weißburgunder stellen die Cuvée, beide aus dem Jahrgang 2025. Die Sorten werden getrennt gelesen und vergoren, die Assemblage erfolgt erst danach. Der Weißburgunder liefert das Fruchtbild – Birne, ein Anflug Ananas –, der Chardonnay steuert Mandelnote und Säurerückgrat bei.
Der Ausbau bleibt ohne Holz, kühl geführt und auf Frucht ausgerichtet. Das ist bei diesem Weintyp keine Sparmaßnahme, sondern Voraussetzung: Ein Fassausbau würde die Blütennoten und die Limettenspitze überdecken, die diesen Wein trinkbar machen. Die konzentrierten Moste des Jahrgangs 2025 tragen den mittleren Körper auch ohne Holzunterstützung.
Im Glas
In der Nase reife Birne, dahinter ein Hauch Ananas, Mandel und frische Frühlingsblüten. Am Gaumen weich und rund, mittelschwerer Körper, die Frucht der Nase setzt sich fort und wird von einer Limettenspitze aufgefangen. Der Abgang bleibt harmonisch, ohne breit zu werden – die Säure steht mit der Frucht im Gleichgewicht statt gegen sie.
Ein Weißwein, der die Konzentration des kleinen Jahrgangs 2025 nicht in Wucht übersetzt, sondern in Balance.
Trinktemperatur 9 bis 11 Grad, kein Dekantieren nötig. Zu kalt serviert verschwindet die Mandelnote. Der Wein ist ab sofort zugänglich und sollte bis etwa 2029 getrunken werden – er ist auf Frische gebaut, nicht auf Kellerzeit.
Am Tisch
Passt zu gebratenem Zander mit Kräuterbutter, Spargel mit Sauce hollandaise, Kalbsschnitzel, Geflügelsalat mit Weintrauben und mittelaltem Gouda. Auch solo an warmen Tagen auf der Terrasse, wo der weiche Körper und die Limettenspitze zusammenkommen.